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Archiv - 2010

Schubert Theater: Der Lechner Edi schaut ins Paradies

18. März 2010
19:30bis21:30

Schubert Theater: Der Lechner Edi schaut ins Paradies

Der Schuhmacher Edi Lechner ist arbeitslos, wie so viele seiner Freunde und ehemaligen Kollegen. Und ohne Job fehlt es ihm auch an Geld, um seiner Freundin Fritzi schöne Geschenke zu machen … Aber wer ist eigentlich Schuld an der ganzen Misere? Die Industrialisierung mit ihren Maschinen!

Als Edi gerade Rachegelüste gegen seinen Nachfolger, den Motor-Pepi, hegt, taucht dieser auf und erklärt ihm, dass seine Schlussfolgerungen zu kurz gegriffen seien. Denn wer ist wohl Schuld an der Maschinenexistenz? – Die Erfinder! Mit dieser Erkenntnis begeben sich die beiden auf eine Reise quer durch die Vergangenheit, um Erfindungen und damit zukünftiges Leid zu verhindern …

Regie: Jasmin Zamani
Co-Regie: Kiki Meivers
Regieassistenz: Linda Gondorf

Musik: Lukas Lachnit und Robert Boisits
Kostüm: Alina Dittl
PR: Alena Senden
Dramaturgie: Valentina Scharrer

Darsteller: Alexander E. Fennon, Sabina Schreib, Benedikt Grawe und Christoph Hackenberg

Co-produziert vom Wiener Schubert Theater

Termine: 18., 19., 20., 22., 23. und 24. März 19:30 Uhr

TV: Musicalszene Deutschland - Phantom, Cats & Co

26. März 2010
15:00bis16:00

Musicalszene Deutschland: Phantom, Cats & Co

Originaltitel: Planet Wissen
Genre: Wissenschaft
Länge:60 Minuten

Musical-Kassenschlager wie “Phantom der Oper”, “Cats” oder “Starlight Express” begeistern die Massen. Mit waghalsigen Bühneneffekten, rührseligen Geschichten und musikalischen Hits locken die Musicalmacher Millionen von Besuchern in ihre Theater. Neben den Musicalhochburgen New York und London hat sich seit vielen Jahren auch in Deutschland eine eigenständige Szene entwickelt. Man setzt hierzulande nicht nur auf bewährte Produktionen vom Broadway oder dem Londoner West End, sondern feiert auch mit selbstproduzierten Stücken Erfolge. Und längst träumt nicht nur die junge Schauspielergeneration von einer Karriere auf der Musicalbühne. Auch immer mehr etablierte Filmschauspieler finden über das Musical den Weg zurück auf die Theaterbühne. So auch TV- und Kinostar Uwe Ochsenknecht, der eine Hauptrolle in dem Stück “Hairspray” annahm. Im Studio sprechen wir mit dem Theaterwissenschaftler Dr. Wolfgang Jansen und dem Musicaldarsteller Matthias Bollwerk (Buddy Holly) über den ungewöhnlichen Erfolg des Musicals in Deutschland.

Ausstrahlungstermine
26.03.2010 15:00-16:00 WDR
26.03.2010 15:00-16:00 Südwest 3
26.03.2010 17:45-18:45 ARD EinsPlus
27.03.2010 05:00-06:00 Südwest 3
27.03.2010 08:00-09:00 WDR
29.03.2010 07:15-08:15 WDR
29.03.2010 12:30-13:30 Bayern 3
29.03.2010 14:15-15:15 RBB

Kosmos Theater: Höllischer Himmel - eine Revue!

15. Februar 2011
20:30bis22:30

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Di, 15. Februar bis Sa, 26. Februar 2011 (Di-Sa, Beginn jeweils 20:30 Uhr)

Es gibt sie noch, die Produktionen, die sich exakt jenem Genre zuordnen, dem sie auch tatsächlich angehören. Halleluja! Beispielsweise bezeichnen Susanne Draxler (Idee/Konzept/Regie), Michaela Riedl-Schlosser (Buch) und Herbert Tampier (Komposition/Songtexte) ihre Show “Höllischer Himmel” als Revue. Ganz einfach, weil es eine ist (oder auch punktum!). Ja, so einfach ist das tatsächlich. An einer Revue ist ja nichts auszusetzen, es gibt Publikum für dieses Genre. Diese Produktion hat es nicht nötig, jenem dumpfen Etikettenschwindel zu frönen, den manch Player im Musiktheaterbusiness heutzutage betreibt, um auch noch dem letzten Uninformierten ein paar Cent aus der Tasche zu schwindeln. Großartig!

Bei “Höllischer Himmel”, wie gesagt einer Revue, handelt es sich um eine Uraufführung und Eigenproduktion des Wiener Kosmos Theaters, die am 14. April 2010 ihre Premiere feierte und bis 1. Mai 2010 zu sehen war. Ab 15. Februar 2011 gibt es weitere Vorstellungen, und zwar bis 26. Februar 2011, Dienstag bis Samstag (Beginn jeweils 20:30 Uhr)

Inhalt

Was passiert, wenn Marlene Dietrich, Zarah Leander, Paula Wessely und Leni Riefenstahl als Engel in einer Wohngemeinschaft, sprich Himmel, miteinander leben müssen? Naja, sie putzen, kochen, streiten und singen – Lieder über den Heldinnentod, die großen Gefühle der Deutschen und über Marlenes blütenweiße Weste. Und Leni filmt natürlich. Mit einem Wort, sie arbeiten fieberhaft an ihrem Comeback. Der Ruf nach ihnen könnte ja jederzeit wieder lautwerden. Doch eine große Angst begleitet ihr Unterfangen: Hoffentlich werden keine Fragen gestellt. Denn eines haben die vier trotz ihrer Einzigartigkeit gemeinsam: Sie reden niemals über Politik …

Höllischer Himmel - eine Revue!

Idee/Konzept/Regie: Susanne Draxler
Buch: Michaela Riedl-Schlosser
Komposition/Songtexte: Herbert Tampier
Ausstattung: Sam Madwar
Lichtdesign: Albert Haderer
Live-Musik: Barbara Ruppnig, Herbert Tampier
Fotocredit Titelfoto: Bettina Frenzel

Cast
Claudia Kottal: Zarah Leander
Petra Kreuzer: Leni Riefenstahl
Linde Prelog: Paula Wessely
Susanne Rader: Marlene Dietrich

KosmosTheater
A-1070 Wien; Siebensterngasse 42
Karten: € 16,- | Ö1-Club € 13,- | erm. € 10,- | Kosmos€ 1,-
Sparpaket (6-Karten-Package) : € 72,– , ermäßigt € 42,–

Tel. 01/523 12 26, http://www.kosmostheater.at, karten@kosmostheater.at

Ermäßigter Kartenpreis: Schüler, Studenten (bis 27 Jahre), Pensionisten, Zivildiener, Lehrlinge, Arbeitslose, Rollstuhlfahrer samt Begleitperson, IGFT-Mitglieder

Georg Markus, Otto Schenk, Heinz Marecek, Elfriede Ott: Wenn’s euch nur gefällt – 100 Jahre Kammerspiele 1910–2010

100 Jahre Wiener Kammerspiele, das war dem Wiener Amalthea Verlag Anlass, einen Jubiläumsband diesem traditionsreichen Theater zu widmen, einem Theater, mit dem man bis vor kurzem unter anderem den Begriff »Opas Lachtheater« assoziierte. In den 70er, 80er und 90er Jahren kultivierte man an diesem Haus das seichte Lustspiel mit – Hauptsache – Publikumslieblingen. Die regelmäßig ausverkauften Vorstellungen des damals als En-Suite-Betrieb geführten Theaters in der City von Wien sorgten dafür, dass sich das »Mutterhaus«, das Theater in der Josefstadt, der seriöseren Theaterliteratur widmen konnte. Als Herbert Föttinger 2006 das Haus als Direktor übernahm, positionierte er die Kammerspiele radikal neu, mit der Absicht, sie ins 21. Jahrhundert zu führen. Einzug hielten die moderne Stadtkomödie und (wieder) das Musiktheatergenre. »Im weißen Rössl« (2008), »Sugar – Manche mögen’s heiß« (2009), »Ladies Night« (2010), »Cabaret« (2010) und »Judy – Somewhere over the rainbow« (2011) lockten und locken neue Publikumsschichten ins Haus.
Musiktheater war an den Kammerspielen schon einmal populär: In den großen Ausstattungsrevuen und Operetten der 20er Jahre spielten hier Stars – und solche, die es später wurden, wie Peter Lorre oder Marlene Dietrich, in Wien 1927 unter anderem in der Operette »Wenn man zu dritt …« zu sehen – zwei Jahre später begann die Dietrich mit den Dreharbeiten zum »Blauen Engel«. Oder Luise Rainer, die von den Kammerspielen weg 1934 nach Hollywood vermittelt wurde und 1936 für ihre Darstellung der Anna Held in »The Great Ziegfeld« einen Oscar als beste Hauptdarstellerin bekam.
Georg Markus, der Star unter den österreichischen Sachbuchautoren, schildert auf 105 Seiten die aufregende Geschichte der Kammerspiele, bringt viele unterhaltsame und auch tragische Geschichten über die vielen Publikumslieblinge des Hauses. Gleich drei dieser Lieblinge, Otto Schenk, Heinz Marecek und Elfriede Ott, führen in kurzen Erinnerungen den Leser hinter die Kulissen und vermitteln nicht zuletzt viele interessante Einblicke in das Handwerk des Schauspielens in einem En-Suite-Betrieb. Im Anhang findet man auf 63 Seiten alle Premieren des Hauses seit 1910 aufgelistet, mit dem Datum der Premierenvorstellung, Angaben zu den Autoren, der Regie und den Darstellern. Ein Stück (Wiener) Theatergeschichte, sehr lesenswert.

Georg Markus, Otto Schenk, Heinz Marecek, Elfriede Ott: Wenn’s euch nur gefällt – 100 Jahre Kammerspiele 1910–2010. Mit einem Vorwort von Herbert Föttinger. Amalthea, Wien 2010. 208 S.; (Hardcover) ISBN 978-3-85002-724-3. EUR 24,95.

Laura Frankos: The Broadway Musical Quiz Book

Vor diesem Buch müsste man eigentlich ausdrücklich warnen. Zartbesaitete Musicalkenner könnten es nach den ersten der insgesamt mehr als 1200 Fragen einfach desillusioniert in die Ecke werfen, in der fixen Überzeugung, nicht allzu viel Ahnung vom Musicalgenre zu haben. Doch alles halb so wild: Erstens betreffen die in diesem Quizbuch gestellten Fragen »nur« das »Broadway-Musical«, zweitens hat es die Autorin geradezu darauf angelegt, nur den echten und wahren »Broadway-Babys« die Antworten leicht zu machen, drittens gibt es auch jede Menge weniger schwere Nüsse zu knacken, und überhaupt: So brauchbar das Werk als Quizbuch ist, hat Laura Frankos doch auch einfach ein informatives Kompendium von wissenswerten, höchst interessanten und bisweilen skurrilen Details aus der spannenden Broadway-Geschichte zusammengestellt.
Aufgeteilt hat sie ihren Fragenkatalog grob gesagt in zwei Akte und einige Sonderkapitel. Die Akte untergliedern sich in Szenen. Die ersten beiden »Szenen« des ersten Akts behandeln die großen Meister (Komponisten und Autoren) wie Leonard Bernstein, Kurt Weill, Jule Styne, Stephen Sondheim; die dritte Szene ist Choreographen gewidmet. In der »Pause« gibt es Unterhaltsames wie zum Beispiel ein »A Chorus Line Mini-Quiz«, bei dem zehn Fragen à  la »What former collaborator of Bennett’s did some uncredited (and unpaid!) work on the libretto while the show was still at the Public Theatre?« zu beantworten sind. Die Antwort: Neil Simon. Im Sonderkapitel »Setting« geht’s um Wissenswertes von Shows, die etwa in Italien, Frankreich, … spielen, oder aber man muss einer Figur eines Musicals eine bestimmte Wohnadresse zuordnen. »Time« widmet sich Produktionen von 1900 bis 2000 – die älteste Show, die im Buch Erwähnung findet, ist allerdings »The Black Crook« (1866), und das aktuellste Musical »Catch me if you can« (2010). Bonus-Broadway-Fragen widmen sich skurrileren Details: »What did John Gallagher, Jr., do with his handheld mike during »The Bitch of Living« on Spring Awakenings’s opening night at the Eugene O’Neill? (Antwort: »Good Lord, you people have dirty minds: here’s the truth: Gallagher brought his hand mike up to his mouth with such force on opening night that he chipped his front teeth.«) Oder aber der Bonus geht an die wahren Kenner, die Fragen wie die folgende beantworten können: »Which is the only show directed by Hal Prince not to receive a cast album recording?« (Antwort: »Roza« (1987) is the only show directed by Prince not to have a cast album recorded.«) Das Buch bietet thematische Fragenkataloge unter anderem zu Sport, Literatur und Geschichte in Musicals, es wird das Wissen bezüglich Broadwaystars, Komponisten, Regisseuren, Produzenten abgefragt, zwischendurch eingestreut finden sich amüsante Fragen zu »Sachthemen« wie Essen & Trinken, Nachtclubs & Ärzte in Musicals – oder Songtitel mit Zahlen.
Frankos Quellen sind hunderte Libretti, Memoiren, Biographien, Chroniken, Geschichtsbücher und Audio- sowie Videomaterial. Eine Bibliographie wäre nett gewesen, hätte aber wohl den Rahmen gesprengt. Die Autorin liefert im Antwortenteil oft reiches Hintergrundwissen, viele Einzelheiten, und so ist bei »The Broadway Quiz Book« Lesevergnügen garantiert, auch wenn man nicht alle Fragen zu den insgesamt mehr als 700 Musicals, die Erwähnung finden, beantworten kann.

Laura Frankos: The Broadway Musical Quiz Book. Foreword Peter Filichia. Applause Theatre & Cinema Books – An Imprint of Hal Leonard Corporation, New York 2010. 272 S.; (Paperback) ISBN 978-1-4234-92675-7. $ 16.99.

Rolf Kutschera: Glück gehabt – Meine Erinnerungen / Peter Weck: War’s das? – Erinnerungen

Rolf Kutschera, geboren 1916 in Wien, und Peter Weck, geboren 1930 in Wien, prägten jeder auf seine Weise das Musicalgenre in Wien nachhaltig. 2010 legten beide ihre Autobiographien vor.
Der Pianist, Textautor, Komponist für Kabarett und von Chansons, Schauspieler und Regisseur Rolf Kutschera übernahm 1965 das herabgewirtschaftete Theater an der Wien, etablierte das Musical als Genre in Wien, revolutionierte hier auf seine Weise den Spielbetrieb und leitete es bis 1982.
Peter Weck putschte alles bisher Dagewesene am Musicalsektor Wiens, und auch im deutschsprachigen Raum. 1983 bis 1987 leitete er das Theater an der Wien, 1987 bis 1992 übernahm er die Generalintendanz der Vereinigten Bühnen Wien, die neben dem Theater an der Wien auch das Raimund Theater und das Ronacher umfassten. Sein größter Erfolg, »Elisabeth«, ist heute noch einer der wichtigsten Geldbringer der VBW.
»Glück gehabt« und »War’s das?«, so lauten die Titel der beiden Biographien der Theatermacher.
Während Rolf Kutschera dem Musical, seiner Arbeit am Theater an der Wien, breiten Raum in seiner Biographie einräumt, 129 Seiten von 285 Seiten, kommt Peter Weck mit, alles eingerechnet ca. 40 Seiten aus (von 344) – die haben es allerdings in sich.
Wecks Biographie ist wohl ausformuliert, tendenziell eher ironisch distanziert als zu gefühlsbetont, in einer Sprache geschrieben, die das Buch perfekt dafür erscheinen lässt, vom Autor vorgelesen zu werden. Man hört fast Wecks Stimme, wie er rezitiert. Das macht das Werk einfach und sehr angenehm lesbar. Das Wunderbare an Weck ist, dass er sich nie ein Blatt vor den Mund nimmt. So liebevoll er im Großteil seiner Memoiren über sein Schauspielerleben und seine Kollegen erzählt, so präzise und scharf wird er vergleichsweise in der Musicalabteilung des Buchs. Da stützt er sich auf exakte Zahlenangaben, zitiert beispielsweise aus einem Kontrollamtsbericht der Stadt Wien, um seinen Erfolg als Intendant zu betonieren: »Insgesamt wurden in den Jahren 1983 bis 2007 bei 20 Eigenproduktionen (…) 10,75 Millionen Karten verkauft (…) Die drei Produktionen ‚Elisabeth‘ (59,58 Mio. EUR), ‚Cats‘ (42,21 Mio. EUR) und ‚Phantom der Oper‘ (42 Mio. EUR) erwirtschafteten 42,9 Prozent der gesamten Kartenerlöse von 335,12 Mio. EUR.« Da wird mit der »roten Ursel«, Kulturstadträtin Ursula Pasterk, und Franz Häußler, nach all den Jahren, beinhart abgerechnet: »Das besonders Bedauerliche war, dass mein direkter Partner in Sachen Theaterleitung, Franz Häußler, nach anfänglicher Loyalität mir gegenüber, geleitet durch seinen vorauseilenden Gehorsam, den er politischen Entscheidungsträgern entgegenbrachte, diesen Personen gegenüber zum Jasager wurde. Soll von mir aus sein, jeder muss seinem Charakter entsprechend handeln. Aber was mich persönlich betraf: Er praktizierte ab einem bestimmten Zeitpunkt keine teambezogene Arbeit mehr in der Geschäftsführung mit mir. So haben sich gegen Ende meiner Zeit mehr und mehr Dinge hinter meinem Rücken abgespielt.« Weck nützt seine Biographie, um – knapp – die Umstände darzulegen, unter denen er als Intendant agieren musste, wie man ihm unter anderem seine Erfolgsproduktion »Cats« im Ronacher abgeschossen hat, trotz ausverkaufter Vorstellungen bis zum Schluss und einer »Kostendeckung von über 100 Prozent«, er findet auch klare Worte, was die Schließung des »Tanz-Gesang-Studio Theater an der Wien« betrifft: »Es hieß von kulturpolitischer Seite – unterstützt von der kaufmännischen Leitung des Hauses –, es koste zu viel. Ein weiteres Argument lautete. ‚Wir werden doch nicht Musicaldarsteller ausbilden, die dann ins Ausland und nach Deutschland gehen …‘ So einen Unsinn muss man sich erst einmal einfallen lassen Aber man sieht, welche profunden Theaterleute die Geschicke nach mir übernommen haben. Mit einem Weitblick für die Sparte Musical, der dann dort hingeführt hat, wo man jetzt steht.” Wahre Worte, die die Biographie zur messerscharfen Analyse der Entwicklung bis heute machen. Diese Schärfe hat seine Berechtigung, war der erfolgreiche Weck doch während seiner Amtszeit ein von vielen Angefeindeter, der letztlich seine Konsequenzen zog und sich via Medien mit dem legendären Satz verabschiedete: »Ich gehe nicht im Bösen, aber ich werde freier atmen, wenn ich die Heuchelei nicht mehr ertragen muss.« Für alle Fans des ehemaligen Sängerknaben, verhinderten Dirigenten, (Theater-)Schauspielers und Regisseurs ist »War’s das?« ein ungemein unterhaltsames Werk geworden, in dem sich sehr wirksam und kurzweilig herausgearbeitet Anekdote an Anekdote reiht, Berührendes, Lustiges, Trauriges und Überraschendes, viele Blicke hinter die Kulissen der Theater-, Film- und TV-Landschaft, unterstützt durch eine hervorragend Bildauswahl.
Vor allem eines haben Peter Weck und Rolf Kutschera gemein: Beiden sagte man voraus, sie würden mit ihren Wiener Musicalplänen scheitern. Im Falle von Weck war das sein Vorhaben, Longrun-Produktionen in Wien zu etablieren, bei Kutschera das ehrgeizige Bestreben, das Theater an der Wien zu einem erfolgreichen Musicalhaus zu entwickeln. In den 32 Kapiteln des Musicalteil seines Buches spannt Kutschera den Bogen vom 21. Dezember 1965, der Premiere von »Wie man was wird im Leben, ohne sich anzustrengen«, bis zum 8. Dezember 1981, der Premiere von »Jesus Christ Superstar«. Kutschera schildert von jeder Produktion spannende und berührende Erlebnisse in einer Emotionen auslösenden Weise. Man spürt, wie sehr er bei der Auswahl, den Vorbereitungen und der Produktion jeder einzelnen Show emotionell beteiligt war. Das im Titel erwähnte »Glück«, das hatte Kutschera in Form eines glücklichen Händchens bei der Auswahl seiner Shows und Darsteller so manches Mal. Die Schnurren aus dem von der Wiener Bürokratie oft beeinflussten Theateralltag und über Eitelkeiten, Freuden und Niederlagen so mancher Wiener Publikumslieblinge sind herrlich – ein Blick zurück in die goldene alte Zeit, die für Kutschera so endete: »â€˜Jesus Christ Superstar‘ war das erste Musical in meiner Direktionszeit, wo alle Schauspieler mit Mikroports und Verstärkern sangen. […] Mit ‚Jesus Christ Superstar‘ und den weiteren Werken von Andrew Lloyd Webber begann die Zeit des elektronischen Musicals, wodurch sich ein vollkommen neuer Darstellungs- und Gesangsstil entwickelte. Meine Zeit des Musicals mit direktem Spiel und Gesang der Schauspieler, ohne elektronische Tonverstärkung, war vorbei.«
An der Sprache wurde bei Kutscheras Biographie weit weniger gefeilt als bei jener Wecks, doch dafür wirkt alles viel emotioneller, direkter. Letztlich sind beide Werke Mosaiksteine in einer Geschichte des Wiener Musicals und höchst lesenswert.

Rolf Kutschera: Glück gehabt – Meine Erinnerungen. Aufgezeichnet von Birgit Thiel. Mit einem Vorwort von Michael Heltau und einer Nachbetrachtung von Ernst Stankowski. Styria Verlag, Wien-Graz-Klagenfurt 2010. 288 S.; (Hardcover) ISBN 978-3-222-13311-4. EUR 24,95.
Peter Weck: War’s das? – Erinnerungen. Mitarbeit: Felicitas Wolf. Amalthea Verlag, Wien 2010. 344 S.; (Hardcover) ISBN 978-3-85002-721-2. EUR 22,95.

The Legion of Extraordinary Dancers

Udo Jürgens, das Genie - so wird Promotion unglaubwürdig

Power-Promotion der VBW in den Ösi-Illu-Wäldern. Nicht, dass das nicht zum Geschäft gehören würde, und all die schöne bunte und laute Werbung ist auch wunderbar. Aber der Stil wird schön langsam unerträglich.

NEWS schlagzeilt Herrn Prof. Jürgens zum “Genie” und die Autoren des Artikels, Sichrovsky, Zodl, Strausz, sumpern mit Sätzen wie

21 Lieder des ingeniösen Musikers Udo Jürgens, von Gabriel Barylli zur Handlung geordnet und schon in Hamburg ein Publikumskracher, sollen den Wiener Musical-Konzern aus der Bredouille führen. Nach sang- und klangarmer Absetzung des Rohrkrepieres “Rudolf” im Februar lässt sich der Vorverkuf für das Udo-Jürgens-Musical glänzend an

in die totale Unglaubwürdigkeit. Aber es kommt noch besser, denn Barylli, so NEWS, habe ein “brillantes Libretto” geschrieben. Warten wir doch mal die Kritiken ab, und was Herr Sichrovsky nach der Premiere schreiben wird.

Noch schöner Manfred Krammer in TV-MEDIA. Da lautet zwar die Headline “Udo Jürgens: Sein Wien-Musical kommt den Steuerzahler teuer”, Frau Intendantin Zechner darf aber mitteilen:

Die VBW bespielen in einem Markt von 8 Mio. Einwohnern zwei historische Theater mit etwas über 1000 Sitzplätzen. Stage Entertainment betreibt in Deutschland zehn Theater bei 80 Mio. Einwohnern und 28 Theater weltweit. Im Vergleich ist der kreative Output der VBW höher.

Mitnichten. Korrekt müsste es heißen: Er war höher, denn tatsächlich nähert er sich dem Nullpunkt. Der kreative Output bei den derzeitigen Produktionen “Tanz der Vampire” und “Ich war noch niemals in New York” beschränkt sich bei der Jürgens-Show auf die fabulöse Einwienerisierung, die man ohnedies kaum merkt und die Herr Barylli wohl zwischen Morgenkaffee und Vormittagsjause bewerkstelligt haben dürfte, wenn man es überhaupt gewagt hat, ihn damit zu belästigen.

Theater-center-Forum: Wendehälse und kalte Fische

16. März 2010
19:30bis21:30

Theater-center-Forum: Wendehälse und kalte Fische

Satire von Bernhard Görg
Uraufführung

Mit: Irene Budischowsky, Gerhard Dorfer, Udo Freitag, Kathrin Herbst, Hermann J. Kogler, Hannes Lewinski, Max Mayerhofer, Rochus Millauer, Susanne Pichler, Christoph Prückner, Christine Renhardt

Inszenierung: Christoph Prückner
Regieassistenz: Kathrin Herbst
Bühnenbau: Pece Hayreddin
Licht: Michael Heidinger
Ton: Johann Lapitz

Inhalt
Das Stück zur Finanzkrise! Wollten Sie schon immer wissen, wie es hinter den Kulissen eines großen Finanzinstituts wirklich zugeht?
Ein Jahrmarkt der Eitelkeiten tut sich auf - Politik und Erotik geben sich ein Stelldichein, Postenschacher und Intrigen sind täglich Brot, Eitelkeit, Feigheit und Machtstreben feiern fröhliche Urständ.
Einige der Akteure dieser österreichischen Sittenkomödie: Ein kleinklarierter, überforderter Generaldirektor, ein kalt berechnender Aufsichtsratsvorsitzender, ein mediengeiler Jungminister.
Und der Autor weiß genau, wovon er spricht: Bernhard Görg war lange selbst in Spitzenpositionen in Politik und Wirtschaft tätig…

Termine
16. - 27. März 2010
täglich außer Sonntag/Montag
Beginn: 19:30h

im
Theater Center Forum
Porzellangasse 50
1090 Wien

Karten: 01 310 46 46
www.theatercenterforum.com

Ich war noch niemals in New York: Hoch auf dem Promenadendeck, schau ich dem Käpt’n zu - das Raimund Theater sticht in See

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Der Tag 0 ist in Greifweite. Wir schreiben den 10. März 2010 und sind somit exakt fünf Tage von den Iden des März entfernt - es ist der Moment der ersten öffentlichen Präsentation von Songs aus der Revue “Ich war noch niemals in New York” gekommen: Die Foto- und Fernsehprobe geht im Raimund Theater über die Bühne. Ist es ein gutes Omen für die Show, die, aufbauend auf Lieder des deutschsprachigen Sängers Udo Jürgens, die Atmosphäre eine Kreuzfahrtstripps in den Musicaltempel namens Raimund Theater beamen will? Man wird sehen, was die Kritiker nach den Iden des März, am Tag nach der österreichischen Erstaufführung (17. März 2010) über die Nummernshow schreiben werden.

Aber gehen wirs langsam an, nehmen wir uns Zeit. Bevor uns Gesang und Tanz (und Schauspiel) erwarten, begrüßt uns das ganz auf Kreuzfahrt gestylte, wenn man so sagen will, retuschierte Raimund Theater. Die Fotografin Isabell Schatz war bei der Fotoprobe vor Ort und hat alle Fotos aufgenommen, die sich in diesem Beitrag finden. Mehr davon, andere Motive gibts dann auf der Website von Isabell Schatz –> hier.

Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz

Folgende Songs waren im Zuge der Fotoprobe zu hören:

1) Alles im Griff (1. Akt, Szene 6) Ann Mandrella, Andreas Lichtenberger, Ensemble

Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz

2) Im Seniorenheim (1. Akt, Szene 2c), Hertha Schell, Peter Fröhlich

Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz

3) Bleib doch bis zum Frühstück (2. Akt, Szene 8) Ann Mandrella, Andreas Lichtenberger, Ensemble
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz

4) Griechischer Wein (2. Akt, Szene 7) Andreas Bieber, Gianni Meurer, Peter Fröhlich, Julian Fritz, Ensemble
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz
Foto: Isabell Schatz

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