Archiv - Wien
Martin Bruny am Sonntag, den
7. Oktober 2007 um 12:45 · gespeichert in Wien, Theater
Eine ganze Seite ist in der Kurier-Ausgabe von heute (7. Oktober) einem Interview mit Burgtheater-Direktor Klaus Bachler gewidmet. Eine Seite, die er großteils dafür nützen darf, zu den verheerenden Kritiken der “Romeo und Julia”-Premiere an der Wiener Burg Stellung zu nehmen. In der Online-Ausgabe des Kurier wird man das Interview vergeblich suchen, denn auch der Kurier ist eines jener Medien, die es vorgezogen haben, kulturlos online zu gehen. Im Folgenden Ausschnitte aus dem Interview:
Kurier: Warum ist es passiert?
Bachler: Weil “Romeo und Julia” einzigartig ist. Die Liebesgeschichte der abendländischen Kultur. Jeder, der das sieht, fühlt sich persönlich gemeint. Jeder will seine kleine Liebe im kleinen Leben groß sehen. Und was haben die Menschen im Kopf? Meist nicht Shakespeare, sondern alles von Zeffirelli bis zum Lehrer am Theresianum. Ich finde die Aufführung theatralisch-ästhetisch sehr offen und angreifbar - inhaltlich finde ich sie überhaupt nicht angreifbar. Aber um das zu bemerken, müsste man sich sich wirklich mit dem Stück auseinandersetzen. Wenn ich jetzt lese, diese Aufführung sei ein “Tiefpunkt”, dann muss ich schon sagen: Der Tiefpunkt im Theater ist der Schlafsaal, niemals die Aufregung.
Kurier: Aber es gibt doch konkrete handwerkliche Einwände gegen diese Aufführung, die Qualität des Schauspiels …
Bachler: Ich finde die Auseinandersetzung damit äußerst oberflächlich. Wenn das Einzige, was man bei Figuren wie Mercutio anzumerken hat, die Nacktheit ist, das Einzige bei Lorenzo, dass der Schauspieler einen deutschen Kritiker attackiert hat, dann ist das einfach flach. Ich lasse jetzt einmal den Kritikern ihre Meinung, die Aufführung sei nicht gut. Ich behaupte aber: Sie ist wichtig!
Kurier: Aber reden wir doch nicht nur von den Kritikern - das Premierempublikum hat sogar schon zur Pause gebuht!
Bachler: Das ist doch in Ordnung! Das ist Reaktion! Wir sind doch kein Dienstleistungsbetrieb! Ich mach’ doch nicht “Romeo und Julia” als Eisrevue oder als Musical! Regisseure und Schauspieler sind Künstler. Sie haben eine Eigenverantwortung und ein Recht auf künstlerische Freiheit, auch gegenüber dem Intendanten. Ich war bei den Proben viel dabei, habe viel gesagt. Bestimmte Dinge haben sich verändert, andere nicht. Man kann mich dafür kritisieren, dass ich Herrn Hartmann engagiere. Aber man kann nicht erwarten, dass ich ihn engagiere, um ihm dann das Stück aus der Hand zu nehmen. Es ist eine Interpretation von “Romeo und Julia”: Dass die jetzt so einen Schmerzensschrei auslöst - so what?
Kurier: Wie läuft “Romeo und Julia” jetzt?
Bachler: Ausverkauft! Eine Vorstellung war die Premiere, mt Pausen-Buhs. Die Schauspieler aber reagieren, entwickeln, eine extreme Vorstellung lebt. Es gab auch eine Aufführung mit jungem Publikum, die haben gejohlt wie im Popkonzert!
Martin Bruny am Samstag, den
6. Oktober 2007 um 16:52 · gespeichert in Wien
Sona McDonald, Dennis Kozeluh, Boris Eder und Marco Maurer - das sind jene Sänger, die sich Wiens Eden Bar angelacht hat für ihr neues Musikprogramm “Eden Lounge”.
1911 wurde das Haus, in dem die Eden Bar zu finden ist (Liliengasse 2, 1010 Wien), vom Architekten Rudolf Erdös erbaut, witzigerweise feierte die Bar im Jahre 2004 100 Jahre Eden, aber wer zählt schon die Jahre so ganz genau. Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft trifft sich gern im Lokal mit Sakko-Zwang.
Geöffnet hat das Etablissement ab 22 Uhr bis 4 Uhr früh. Wer wann genau auftritt, weiß die österreichische Tageszeitung “Die Presse” gern (immer wieder) zu berichten. Auf der Website der Wiener Bar sind bis dato noch die Altstars der Eden, Franco Andolfo und Lado, die sicher auch schon gut und gerne seit fast 100 Jahren dort auftreten, angeführt. Aber sicher wird es auch da mal einen Relaunch geben, irgendwann.
Martin Bruny am Freitag, den
5. Oktober 2007 um 20:41 · gespeichert in Wien
Am Nationalfeiertag (26. Oktober) findet am Wiener Rathausplatz wie im Vorjahr ein Riesenremmidemmi statt. Neben Hundeshows und WEGA-Stunts findet von 16:00 bis 16:45 Uhr ein Musicalkonzert der Vereinigten Bühnen statt. Auf dem Programm stehen heuer unter anderem Highlights aus “Rebecca” und Ausschnitte aus “Die Habsburgischen”.
Link
- Wiener Sicherheitsfest 2007
Martin Bruny am Freitag, den
5. Oktober 2007 um 12:42 · gespeichert in Wien

Von 18. Januar bis 20. Januar 2008 gastiert in der Wiener Stadthalle eine Tourproduktion des Musicals “Fame”.
“Fame” gilt als eines der mitreißendsten Filmmusicals der Geschichte. In dem mit 2 Oscars ausgezeichneten Kinofilm von Alan Parker aus dem Jahre 1980, der an der New York City High School for the Performing Arts spielt und unter anderem die Ausbildung der Studenten zum Thema hat, sind Irene Cara, Paul McCrane, Debbie Allen und Anne Meara in den Hauptrollen zu sehen.
1988 feierte eine Bühnenversion, basierend auf dem gleichnamigen Film, im Coconut Grove Theatre in Miami, Florida, Premiere, in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts tourte die Show durch die ganze Welt. 1993 stieg die europäische Premiere in Stockholm, ab da war der Erfolg nicht wirklich mehr aufzuhalten. «Fame - The Musical†war in 25 Ländern weltweit zu sehen und ist besonders in England ein Hit. 1995 ging die London-Premiere über die Bühne, und seit diesem Jahr tourt die Show entweder durch England, oder sie ist mal wieder für ein paar Monate am West End zu sehen.
Aus dem Pressetext zur Tourversion:
Einmal ganz oben stehen, den Namen in Riesenlettern auf der Leuchtreklame sehen, Star sein, von Fans bestürmt, geliebt, gefeiert: Fame - Ruhm!
Das ist das Motto dieses unglaublichen Tanzspektakels aus der Feder von Steve Margoshes (Musik) und Jaques Levy (Text), welches 1988 unter der Vorlage des gleichnamigen Filmes uraufgeführt wurde.
Nachdem die Aufnahmeprüfung an der legendären »Floretto H. La Guardia High School of Music & Art and Performing Arts« bestanden ist, bildet diese Schule im Laufe der nächsten vier Jahre den Mittelpunkt im Leben junger Künstler. Natürlich ist jedes Fach wichtiger als das andere, die Lehrer erwarten nur die besten Leistungen und auch sonst steht alles im Zeichen der Arbeit; erschwerend kommt noch hinzu, dass Irrungen und Wirrungen in den Gefühlen der Schüler diese in eine ganz andere Richtung lenken… Tyrone ein sexy Rebell, Iris die zickige Primaballerina, Mabel, die Schokoladenkekse schweißtreibendem Training vorzieht, und Carmen die schlagfertige und temperamentvolle Puertoricanerin, haben mit den verschiedensten Problemen zu kämpfen, die Ihnen immer wieder Steine in den Weg zum Ruhm legen.
FAME ist ein mitreißendes Tanzmusical, in dem es um Träume, Ziele und die harte Realität geht. Dieses Meisterwerk bietet eine atemberaubende Choreografie, sowie brillante Darsteller
In der Wiener Stadthalle wird eine deutsch/englische Version gezeigt (Dialoge deutsch/Songs auf Englisch).
Weihnachtskonzerte in Wien 2007
Am 30. 11. 2007 (weitere Vorstellungen am 01.12.2007, 07.12.2007 und 08.12.2007, Beginn jeweils um 20:00 Uhr) findet in der Votivkirche die “American Christmas Gospel”-Show mit Stella Jones statt.
Am 9.12. gibt der deutsche Sänger Ivan Rebroff um 18 Uhr in der Wiener Votivkirche ein Konzert. Rebroff wurde in seiner bisherigen Karriere mit 49 Goldenen Schallplatten ausgezeichnet. Bekannt wurde er 1968 durch seine Darstellung des Tevje in der Pariser Inszenierung des Musicals “Anatevka”.
Tickets für alle Veranstaltungen
Karo Concert, Vermes VA. GmbH
Triesterstraße 237/Top1; A-1230 Wien
Tel.: +43 (1) 600 42 46 / Fax: +43 (1) 890 36 82 10
E-Mail: karoconcert@atlantis-event.com
Martin Bruny am Montag, den
1. Oktober 2007 um 14:41 · gespeichert in Wien

Mit 1. Oktober hat Musicaldarsteller und Schauspieler Lukas Perman eine Auktionsplattform online gestellt, mit deren Hilfe er Geld für die Organisation «Menschen für Menschen†sammeln möchte.
Erstes Versteigerungsobjekt: ein “Elisabeth”-Programmheft von der Japan-Tour der Vereinigten Bühnen Wien, handsigniert von allen Darstellern.
Aktuelles Versteigerungsobjekt
Bis 16. Dezember läuft die Aukion einer “Elisabeth”-DVD (DVD der Wiener Produktion, unterschrieben von den Hauptdarstellern der Japan-Tour 2007: Maya Hakvoort, Mate Kamaras, Bruno Grassini, Lukas Perman, Markus Pol, Christa Wettstein, Dennis Kozeluh, Caroline Sommer). Sie endet am 16.12.2007 um 18.00 Uhr.
Mitmachen ist ganz einfach: registrieren - bieten und - gewinnen. Zur Auktionsplattform auf der Website von Lukas Perman geht es –>hier<--
Martin Bruny am Sonntag, den
30. September 2007 um 18:26 · gespeichert in Wien
Wenn Rufus Wainwright (der Sohn der Folksänger Loudon Wainwright III. und Kate McGarrigle) am 23.11.2007 in der Großen Halle der Wiener Arena sein Solokonzert absolviert haben wird, ist eines der Highlights des Wiener Konzertherbstes über die Bühne gegangen.
Zwar ist der kanadisch-US-amerikanische Sänger kein Household-Name, eine Kultfigur ist er mit seinen 33 Jahren allemal - spätestens, seit er mit seiner Judy Garland-Show “Rufus in Person” Triumphe feiern konnte. In dieser Show rekreierte Wainwright jenes legendäre Konzert, das Judy Garland 1961 in der Carnegie Hall gegeben hat. Begleitet von einem 40-köpfigen Orchester, gekleidet von den Modedesignern Viktor & Rolf und gefilmt von Sam Mendes, startete er am 14. Juni 2006 das erste dieser Serie von Judy Garland-Konzerten, die er am 23. September 2007 mit einem Auftritt in der “Hollywood Bowl” in Hollywood beendete. Ein TV-Special dieses Programms, aufgezeichnet bei einem Auftritt im London Palladium, soll im Herbst 2007 im französischen und englischen Fernsehen gesendet werden. Am 4. Dezember 2007 erscheinen die DVD “Rufus! Rufus! Rufus! Does Judy! Judy! Judy! Live At The London Palladium” sowie die CD “Rufus Does Judy at Carnegie Hall”.
Ist Wainwright also auf der einen Seite ein viel zu verkannter Kultstar, haben die meisten doch schon das eine oder andere Lied von ihm gehört. Regelmäßig ist er auf Soundtracks mit seinen Songs vertreten, so steuerte er Lieder zu “Tommy Tricker and the Stamp Traveller” (1989), “The Myth of Fingerprints” (1997), “The McGarrigle Hour” (1998), “Big Daddy” (1999), “Moulin Rouge!” (2001), “Shrek” (2001), “Zoolander” (2001), “Ich bin Sam” (2002), “When Love Speaks” (2002), “Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns” (2004), “The Aviator” (2004) und “Brokeback Mountain” (2005) bei.
Auch die Liste seiner bereits veröffentlichten Solo-CDs ist umfangreich:
* Rufus Wainwright (1998, DreamWorks)
* Poses (2001, DreamWorks)
* Want One (2003, DreamWorks)
* Waiting for a Want (EP; 2004, DreamWorks)
* Want Two (2004, DreamWorks/Geffen Records)
* Alright Already (EP; 2005, DreamWorks/Geffen Records)
* Want (2005, Geffen Records)
* Release the Stars (2007, Geffen Records)
Im Februar 2006 hat die New Yorker Metropolitan Opera eine Reihe von Künstlern für eine Zusammenarbeit engagiert, unter ihnen Tony Kushner, Scott Wheeler, Michael Torke und Rufus Wainwright. Nach seiner aktuellen Tour wird sich Wainwright seiner ersten Oper, “Prima Donna”, widmen, die einen Tag im Leben einer Opersängerin zum Inhalt hat. Eine Uraufführung dieses Projekts ist für die Saison 2011-12 geplant.
Als Wainwright sich das letzte Mal die Ehre gab, in Wien aufzuspielen, schrieb das Szene-Magazin “skug”:
»Rolling Stone«-Coverstory sagt: »Der Göttliche!«, für »Spex« Platte des Monats, der »Spiegel« nennt ihn »Der Schwarm« und auch die meisten anderen sind sich einig: Rufus Wainwright ist ein Talent, das zu übersehen sich nicht lohnt. Ein Songwriter, der mit einer gewissen schelmenhaften Tapferkeit neue (und alte) Wege bestreitet, die ihn zu seiner Idee, seiner Vision eines Songs führen. Das meint hier insbesondere dieses operettenhafte, dieses verspielt-melancholische, dieses traurig-zuckersüße Gefühl, das er versucht zu erklimmen und zu vermitteln. Rufus Wainwright wurde daher von vielen Seiten als das große, neue Ding der Popmusik bezeichnet.
Die Erwartungshaltung vor einem Konzert wie diesem ist, würde man all dem Trubel Glauben schenken, enorm. Rufus eröffnet vor Keane, und trotzdem ist der Lautstärkepegel im Publikum während seines Auftrittes unerwartet hoch. Doch einige scheinen an dem Abend nur wegen ihm da zu sein, da ihn seine baldige Solo-Tour nicht nach Österreich führen wird. Auch wenn Rufus Österreich offensichtlich mag, wie wir aus seinen unzähligen Anekdoten entnehmen. Am Vorabend spielte er in Salzburg (klar: Mozart) und war dort von der »Hey, You’re Cute. Come over here«-Schlagfertigkeit beeindruckt. Einen roten Jodler-Hut hat er mitgenommen, und trägt ihn während des ganzen Wien-Konzerts. Die Stimmung ist gut, seine Laune offensichtlich auch. Letztes Jahr in Schönbrunn, als Vorband von Sting, gefiel ihm das bescheuert-elegante Gehabe der Habsburger, und Rufus’ Geschichten spinnen sich dann in unendlichen Zirkeln, assoziieren frei herum und landen auch bei Psychoanalyse und der Bescheidenheit, die eine Stadt wie Wien für ihn ausstrahlt. Selbige teilt er zwar nicht, er bezeichnet ja fast jeden seiner Songs als »beautiful«, aber es ist auch gut so, denn die Songs, die er an diesem Abend präsentiert sind wahrlich eines: schön. Da muss nicht viel herumgesucht werden nach Bacharach-Visionen oder Rehabilitation der Oper. Das ist wunderschöne Popmusik, die in wunderschönen Songs wunderschöne Ideen preisgibt und verheimlicht, und einen nie im Zweifel lässt, ob der Kitsch nun fatal oder genial ist. Rufus Wainwright ist einfach nur auf der Suche nach einem »cute Austrian«, der ihn küssen möchte. Selten zuvor war Kitsch so genial inszeniert.
2007 tritt Wainwright in Wien mit seinem Soloprogramm ohne Band an. Rund 490 Konzertbesucher werden den Entertainer sehen können. Tickets sind auf www.musicticket.at, im Musicticket-Shop (Skodagasse 25, 1080 Wien), bei Ö-Ticket (01/96096 oder www.oeticket.com), in allen Filialen der Bank Austria, Ermäßigung für Bank Austria Club-Mitglieder unter www.clubticket.at, www.megacard.at, (01/24924) oder (050505-15) sowie bei wienXtra-Jugendinfo (01/1799 und www.wienxtra.at) erhältlich.
Karten außerdem erhältlich bei Ticket Online unter www.ticketonline.at oder telefonisch 01/88 0 88 und in allen TO Vertriebsstellen.
Links
- Rufus Wainwright: Official Site
- Rufus Wainwright: MySpace
Martin Bruny am Sonntag, den
30. September 2007 um 10:41 · gespeichert in Wien, Fotos
Ein paar Momentaufnahmen von der “High School Musical”-Vorstellung vom 27. September 2007 sind ab sofort bei flickr abrufbar.
Wahleise als Slideshow oder in Einzelbildern, wobei man sich jedes Foto auch bis zu einer Größe von 640 x 450 Pixel anzeigen lassen kann.
Martin Bruny am Samstag, den
29. September 2007 um 10:34 · gespeichert in Wien, Castingshows
Noch weiß niemand, was es eigentlich bringen soll, bei dem ORF-Castingbewerb “Musical - Die Show” mitzumachen. Gerüchten zufolge sollte es mal eine Rolle bei “The Producers” gewesen sein - einer Produktion, die Mitte 2008 im Wiener Ronacher Premiere feiern wird. Danach hieß es, eine kleine Rolle in “We Will Rock You” könnte es sein - wobei sich das “winzige” Problem stellt, dass “We Will Rock You” bereits ab Ende Januar 2008 im Wiener Raimund Theater zu sehen ist, “Musical - Die Show” aber erst im November auf Sendung geht und acht Wochen dauern soll.
Würde man für eine Rolle in “We Will Rock You” eine geeignete Besetzung suchen, wäre es, nur mal so laut gedacht, ja auch nicht so ganz egal, wer schlussendlich in die weiteren Runden kommt. Dann würde auch nicht “der/die beste Musicalsängerin” gesucht (was ohnedies ein völlig falscher Ansatz ist), sondern eine für genau die Rolle passender Typ. Der kann dann nicht männlich oder weiblich sein.
Und nur so nebenbei: Wenn das Publikum abstimmt, wer in der Show weiterkommt, nach welchen Kriterien sollte es sich da richten? Andrew Lloyd Webber hatte es vergleichsweise leicht. “Joseph” oder “Maria” - die Probleme konnte das Publikum für ihn lösen, denn das sind populäre Musicals, vor allem in England. Wer aber kennt in Österreich “We Will Rock You”?
Aber egal, das sind Probleme des ORF. Obwohl, dem ORF kann es wurscht sein, was schließlich mit dem “Gewinner” passiert, er ist nur einer von vielen “Gewinnern” von ORF-Shows. Dass ein Castingprozess ohne konkretes Ziel aber eine Farce ist, wen kümmert das schon.
Momentan ist die Medienresonanz jedenfalls eine, die dem Genre als solchem nicht gut tut. Was in TV und Print/Internet an Statements rüberkommt, ist alles andere als positiv. Zitat aus dem Online-Standard:
Gloria, 23, am Wiener Konservatorium musicalgeschult, will unbedingt im Inland zu einer Hauptrolle kommen: “40 Leute passen in ein Musical, und darauf warten 1000 Ausgebildete!” ORF-Publicity hilft da. Wahrscheinlich.
Das ist die Frage, ob Publicity da hilft. Ausgebildete Musicalsänger haben sich auch bei “Starmania” immer wieder versucht. Nutzen konnte es nur wenigen (und die, die ich meine, hätten es ohne die Show vielleicht leichter gehabt, so generell in ihrem Leben), andere tauchten in der Rubrik “The Best of the Worst” auf.
Der “Standard” schließt mit:
Ein Gutteil der Bewerber wirkt abgeklärt – vorerst jedenfalls. Nicht die beste Voraussetzung für ein TV-Spektakel, das von Emotionen lebt.
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UPDATE, 1. Oktober 2007
Was den Gewinner der Show nun tatsächlich als Preis erwartet, steht mittlerweile, glaubt man den Oberösterreichischen Nachrichten, fest: Weiterbildung.
Die zuständige ORF-Redakteurin Katja Pokorny zum Siegerpreis: »Erst war an eine Mitwirkung in der Musical-Produktion ,We Will Rock You’ (Vereinigte Bühnen Wien) gedacht. Nach intensiven Verhandlungen kam das doch nicht zustande. Nun ist es so: Wir schauen uns an, welche Ausbildung der Sieger oder die Siegerin bisher genossen hat, dann verhelfen wir ihm/ihr zu einer maßgeschneiderten Fortsetzung dieser Ausbildung.”
Martin Bruny am Samstag, den
22. September 2007 um 00:40 · gespeichert in Wien
Seit dem 21. September läuft “Kulttour”, das Kulturfestival der Wien Holding, das in der nächsten Woche auch ein paar Musicalevents bringt.
So präsentieren die Vereinigten Bühnen Wien beispielsweise am kommenden Mittwoch, dem 26. September um 15 Uhr im Festzelt vor dem Rathaus bei freiem Eintritt einen ca. 20-minütigen Showblock mit Highlights aus dem Musical “Rebecca”. Mit dabei sind Uwe Kröger, Wietske van Tongeren, Susan Rigvava-Dumas, Kerstin Ibald und Carsten Lepper.
Weiters gibt es für je eine Vorstellung von “High School Musical” und “Rebecca” Ermäßigungen von 50 Prozent. Einen Überblick über die einzelnen Angebote bietet wien.gv.at.
Martin Bruny am Donnerstag, den
20. September 2007 um 19:49 · gespeichert in Wien
Medien haben es nicht leicht. Und wenn man es schon nicht leicht hat, dann kann man es sich doch wenigstens ein wengerl leichter machen. Also: Das Burgtheater macht “Theater”, die Staatsoper macht “Oper”, die Vereinigten Bühnen Wien machen “Musical” - na geht doch. Freilich nicht immer. Die Vereinigten Bühnen Wien haben beispielsweise ihre Produktion “Die Weberischen” jedenfalls nie als “Musical” bezeichnet. Die genaue Bezeichnung lautete “Musikalische Komödie”, ab und an auch “Bänkelsang”. Von den Medien freilich wurde die RonacherMobile-Show, die am 28. August 2006 im Wiener Museumsquartier ihre Premiere feierte, fast durchgehend als “Musical” rezipiert. Nicht etwa, weil sie auch nur die geringste Ähnlichkeit hatte mit dem, was man gemeinhin als Musical bezeichnen würde, sondern vermutlich einfach deswegen, weil die Vereinigten Bühnen Wien als Produzenten fungierten.
Nun übernimmt die Wiener Volksoper das Stück 2008 in ihr Repertoire, und, nicht vergessen —- volksOPER —-, schwupps mutieren “Die Weberischen” in der Berichterstattung am gloriosen 20. September 2007 zum ersten Mal zu einer Opernproduktion. So notiert der Standard in seinem Artikel “ORF 2008: Sex and the Küniglberg”:
Am 1. Oktober startet das vierteljährliche Büchermagazin “les.art”. Ansonsten viel Oper: Ring des Nibelungen, Romeo und Julia, Idomeneo, Die Weberischen.

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