Martin Bruny am Sonntag, den
12. Juni 2011 um 11:47 · gespeichert in Theater
Die Website “Theatre Monkey”, ein “Independent Inside Guide to London Theatre and Concert Venues”, bietet als einen Service detaillierte Beschreibungen, wie man in den einzelnen Londoner Theatern von bestimmten Sitzen aus sieht, hört, welchen Störfaktoren man ausgeliefert ist, welche Vorteile bestimmte Sitze bieten. “Best Seat Info” nennt sich die Rubrik, jeder Leser der Website, jeder Theaterbesucher ist eingeladen, durch seine eigenen Erlebnisse diese Datenbank der Eindrücke auszubauen.
Für Wiener Theater gibt es ein derartiges Projekt nicht. Ein Eindruck von einem Besuch des Musicals “Tanz der Vampire” gestern Abend, Wien, Ronacher: Platz 1, Loge 29, 1. Rang. Kategorie 3, Preis: 89 Euro. Soundmäßig ist dieser Sitz bestenfalls, aber wirklich bestenfalls Kategorie 5. Man versteht schwer, was auf der Bühne gesprochen wird, die Gesangsparts kommen sehr leise im Soundbrei zum Teil gebrochen an, extrem viele Bässe, kaum Höhen, man hat den Eindruck, dass man sich das akustische Erlebnis selbst mühsam zusammenstückeln muss. Das macht das Erlebnis ziemlich anstrengend. Sicht: bestenfalls Kategorie 4, ein Großteil des rechten Bühnenbereichs ist nicht einsehbar. Der Vorteil des Sitzes: Man ist nah am Geschehen dran und hat freie Sicht auf den Dirigenten, wenn man das möchte. Fazit: Kategorie 3 dürfte der Platz nie und nimmer sein. Eine Abstufung auf Kategorie 4 wäre notwendig. Im Musiktheater sollte man Musik auch halbwegs hören und genießen können.
Martin Bruny am Dienstag, den
7. Juni 2011 um 11:12 · gespeichert in Netz, Theater
“Spielplan Deutschland” - hinter diesem Namen verbergen sich zwei ganz unterschiedliche, aber doch eng verbundene Projekte.
Eines davon ist rein webbasiert und möchte als Recherchewerkzeug allen am Theater Deutschlands Interessierten einen Überblick über die Spielpläne der staatlichen Theater (private Theater sind ausgeklammert) bieten. Auf einer kulturellen Landkarte findet man die Visualisierung der Spielpläne aller deutschen staatlichen Theater - so ist leicht erkennbar, welche Stücke an einem bestimmten Tag in welchen Theatern auf dem Spielplan stehen.
“Spielplan Deutschland” ist aber auch eine Bühnenveranstaltung, die seit 2007 in jährlich neuen Folgen herauskommt. Diese Show besteht aus:
1. Ausschnitten aus den Spielzeitheften der Theater – meist aus den Vorworten
2. Zitaten aus den tagesaktuell laufenden Stücken der Theater oder aus den Premierenstücken der Theater
3. Auffindungen aus der allgemeinen Recherche zum Zustand der deutschen Theaterlandschaft
Das Konzept der Show:
Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater und alle Stücke, die an diesem Abend in den Theatern öffentlicher Trägerschaft zwischen Aachen und Zittau zu sehen sind, werden Ihnen gezeigt. Schauspieler und Musiker springen von Genre zu Genre, Stadt zu Stadt, Inszenierung zu Inszenierung. Die ganze prächtige Gemengelage zwischen Klassikern, Uraufführungen, Liederabenden, Bürgerbühnen und Kassenschlagern wird tagesaktuell präsentiert: eine kulturelle Roadmap in schnellen Schnitten, Bruchstücken, Überblendungen – Wahnsinn eben.
Die nächsten Spieltermine der Show “Spielplan Deutschland”:
28., 29. Oktober 2011: Theaterdiscounter Berlin
4., 5. November 2011: Landungsbrücken Frankfurt
19. November 2011: Volkstheater Rostock
30. November, 1. Dezember 2011: Schaubühne Lindenfels in Leipzig
9., 10. Dezember 2011: Schauspielhaus Hamburg
Martin Bruny am Donnerstag, den
2. Juni 2011 um 17:28 · gespeichert in Theater
Wir schreiben das Jahr 1983. Unterrichtsminister Helmut Zilk beschäftigt sich mit dem Wiener Burgtheater. Auf seiner Agenda steht das sogenannte “Vorhangverbot”, ein “Verbot”, das zum damaligen Zeitpunkt bereits 200 Jahre lang seine Gültigkeit besaß.
1778 erließ Joseph II. ein Statut über das “Verhalten der Mitglieder” des in eben jener Zeit gerade zum Nationaltheater erhobenen Wiener Burgtheaters, mit dem Inhalt …
… daß keiner der Mitglieder, wenn ihm Beifall gespendet wird, während des Actes oder nach demselben noch einmal erscheinen dürfe, um sich zu bedanken, weil dadurch der Eindruck der darzustellenden Handlung gestört würde …
Vor den Vorhang zur Verbeugung durften nur Gäste und Debütanten (bei ihren ersten drei Rollen), nicht aber die Ensemblemitglieder.
Den Schauspielern war das teilweise durchaus recht. Werner Kraus etwa meinte:
Dieses Hausgesetz mit Nicht-verbeugen-Müssen oder –Dürfen, das fand ich so himmlisch, weil es schändlich ist und die größte Prostitution für einen ernsten Schauspieler, wenn er zum Beispiel als toter König Lear aufstehen und sich verbeugen muß. Das fand ich nach wie vor schrecklich, obwohl es natürlich Schauspieler innerhalb des Theaters gibt, die gern das Hausgesetz aufgehoben hätten. Aber das wäre ein Untergang, denn da käme dann die Claque wie in der Oper.
Um 1800 war Applaus als solcher umstritten. So kann man im “Theater-Kalender” von 1792 nachlesen:
Es ist wahr: das Klatschen hat die Menge der Schauspieler hervorgetrommelt, das Klatschen hat die Unternehmer in Schulden gebracht, das Klatschen hat die Schauspieler verdorben und aus manchem bescheidnen Gliede, welches, in Mißtrauen auf sein Talent, fleißig gearbeitet hat, einen unbesonnenen Verschwender und Prinzipalenplage gemacht, das Klatschen hat zu Ausschweifungen veranlaßt, das Klatschen hat alle Theaterintriken verursacht, das Klatschen hat alle Sitten verdorben und das Theater herabgebracht.
Mehr zur Geschichte des Beifalls hat Alexander Lechner in seiner Diplomarbeit “Applaus. Publikumskundgebungen vom Affekt zur Konvention. Fragmentarische theaterhistorische Untersuchung des Beifalls” zusammengetragen. [Download]
Martin Bruny am Donnerstag, den
28. April 2011 um 14:59 · gespeichert in Theater
In der kommenden Spielzeit setzt das Wiener Volkstheater unter anderem auf Bertold Brecht und Kurt Weill. Michael Schottenberg, der Direktor des Hauses, wird bei dem Theaterstück mit Musik “Die Dreigroschenoper” Regie führen. Es spielen Maria Bill, Susa Meyer, Katharina Straßer, Patrick O. Beck, Marcello de Nardo, Thomas Kamper u. a. Die Premiere findet am 16. Dezember 2011 statt.
Besetzung
Der Moritatensänger: Patrick Lammer
Macheath: Marcello de Nardo
Jonathan Jeremiah Peachum: Patrick O. Beck
Frau Peachum: Susa Meyer
Polly Peachum, ihre Tochter: Katharina Straßer
Brown, Polizeichef: Thomas Kamper
Lucy, seine Tochter: Andrea Bröderbauer
Pastor Kimball: Wolf Dähne
Charles Filch: Arne Gottschling
Smith: Thomas Bauer
Jenny: Maria Bill
Dolly: Johanna Withalm
Molly: Franziska Hetzel
Matthew: Alexander Lhotzky
Jack: Robert Prinzler
Bob: Christoph F. Krutzler
Walt: Andy Hallwaxx
Eddy: Patrick Lammer
Jim: Matthias Mamedof
Polizisten: Andy Hallwaxx, Christoph F. Krutzler, Patrick Lammer, Alexander Lhotzky, Matthias Mamedof, Robert Prinzler, Thomas Schöndorfer
Putzfrau, 3 Huren: Luisa Lindenbauer, Verena Sigl, Elisabeth Weninger/Valerie Tiefenbacher
Musiker: Viola Falb/Julia Schreitl, Florian Fennes/Gerald F. Preinfalk, Vladimir Kostadinovic/Jörg Mikula, Michael Kröss/Andy Mayerl, Imre Lichtenberger-Bozoki, Thomas Mauerhofer/Rens Newland, Benjamin Schatz/Simon Schuller
Regie und Ausstattung
Regie: Michael Schottenberg
Bühne: Hans Kudlich
Kostüme: Erika Navas
Musikalische Leitung: Imre Lichtenberger-Bozoki
Korrepetition: Benjamin Schatz
Dramaturgie: Hans Mrak
Martin Bruny am Mittwoch, den
13. April 2011 um 19:33 · gespeichert in Theater
Neuestes Kapitel der Akte Kröger/Lichter: Die Ex-Managerin des “Dancing Stars” in spe gibt dem “Seitenblicke”-Magazin zu Protokoll, dass sie monatelang in Therapie war, um die plötzliche Trennung zu verkraften.
Dass er nach 20 Jahren mit einer simplen E-Mail ihre Beziehung beendete (der Prozess läuft noch, Anm.), hat Lichter bis heute nicht verziehen (”Er war mein Lebensmensch”). Sogar eine monatelange Therapie war notwendig, um die plötzliche Trennung zu verkraften: “Anders hätte ich es nicht geschafft!” Dass der Schmerz noch immer tief sitzt, ist ihr deutlich anzusehen: “Es gibt nichts zu verzeihen. Das ist ein Bruch fürs Leben!”
Martin Bruny am Mittwoch, den
13. April 2011 um 00:08 · gespeichert in Musical, Theater
Mit 1. Mai 2014 tritt Kammersänger Sebastian Reinthaller das Amt des künstlerischen Leiters an der Bühne Baden an. Sein Vertrag ist auf fünf Jahre befristet, mit der Option auf Verlängerung.
Sebastian Reinthaller ist fixes Ensemblemitglied der Wiener Volksoper, gastiert seit über einem Jahrzehnt an den beiden Bühnen in Baden - Stadttheater und Sommerarena - und avancierte in diesen Jahren zum Publikumsliebling.
Der Vertrag des bisherigen künstlerischen Leiters Prof. Dr. Robert Herzl wird bis zum 30. April 2014 auf zwei Jahre verlängert. Die Entscheidungsfindung fand am 11. April 2011 einstimmig durch eine Kommission - bestehend aus Vertretern des Landes NÖ, der Stadt Baden, der Niederösterreichischen Kulturwirtschaft sowie Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur - statt.
Martin Bruny am Mittwoch, den
6. April 2011 um 13:07 · gespeichert in Netz, Theater
Vermutlich nur drei Wochen lang gibt es auf volkstheater.tumblr.com einen Blick hinter die Kulissen des Volkstheater Wien. Die Beschreibung der Site:
Der Blog zeigt Einblicke in das Volkstheater während meiner 3-wöchigen Hospitanz. Mit einer Kamera, Backstage-Zugang und Eintrittskarten bewaffnet, versuche ich einen differenzierten Einblick in die Arbeit auf und hinter der Bühne zu ermöglichen.