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Archiv - Musical

Max Reinhardt Seminar: Little Shop of Horrors

Schlosstheater Schönbrunn; Foto: Martin Bruny

Das Institut für Schauspiel und Schauspielregie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien trägt den Namen Max Reinhardts, unter dessen Leitung ein staatliches Hochschulseminar für Schauspiel und Regie im Schlosstheater Schönbrunn eingerichtet wurde. Angestrebt wird – wie von Max Reinhardt in seiner Eröffnungsrede von 1929 bereits programmatisch gefordert – eine möglichst umfassende Erarbeitung sprachlicher, theoretischer, körperlicher und musikalischer Fähigkeiten, die sich in der zentralen Arbeit an Rolle und Stück realisieren sollen. Ziel des vierjährigen Studiums ist eine Ausbildung, die den angehenden SchauspielerInnen und RegisseurInnen handwerkliches Können, künstlerische Handlungsfähigkeit und intellektuelle Kompetenz verleiht. Die Verbindung von Praxis und Theorie soll eine Persönlichkeit des Studierenden befördern, die sich im Theaterbetrieb mit Selbstbewusstsein und Intellektualität zu behaupten weiß. Ein Spezifikum am Max Reinhardt Seminar ist die gemeinsame Ausbildung von Schauspiel- und Regiestudenten, die der Vorbereitung auf die realen Theaterverhältnisse entspricht.

Soweit das Programm, die Parole, das Ziel. Überprüfen kann man die Erfolge bei der “umfassenden Erarbeitung sprachlicher, theoretischer, körperlicher und musikalischer Fähigkeiten” derzeit im Schlosstheater Schönbrunn, wo noch bis zum 24. Mai eine Reinhardt-Seminar-Produktion des Musicals “Little Shop Of Horrors” (Alan Menken/Howard Ashman) gegeben wird - ausschließlich und exklusiv für das Theater der Jugend.
Gemischte Gefühle sind es, die man, vielleicht auch nur als Erwachsener, hat, wenn man das Theater nach der Vorstellung wieder verlässt. Zum einen hat man eine Show gesehen, die ganz sicher dazu geeignet ist, die Phantasie der Kinder anzusprechen. Kaum je schien ein junges Publikum in einer Aufführung des Theaters der Jugend so fokussiert aufs Geschehen zu sein wie bei »Little Shop of Horrors«. Kein Wunder, geht es doch um Mord, (Sado-)Masochismus, Liebe, Eifersucht - alles schön verpackt, aber doch auch so deutlich, dass man die eine oder andere Mutter am Ende der Vorstellung etwas irritiert zu einer Freundin sagen hörte: »Also ob das wirklich für Kinder geeignet ist?« Ist es natürlich, die Show sollte aber auch als Anlass genutzt werden, sich mit dem Musical näher auseinanderzusetzen, unter anderem dafür sind ja die Produktionen des Theaters der Jugend gedacht - als Anlass, sich mit dem Theater allgemein zu beschäftigen - auch im Unterricht davor und danach.
Das Bühnenbild ist recht karg, aber bunt, verspielt und pfiffig. Das Budget der Produktion wurde nun nicht gerade dafür aufgebraucht, eine High-Tech-Kulisse zu gestalten, aber es ist effektiv und auch liebevoll gestaltet.
Die Band, ja, also die Band gibt es nicht. Auf der Bühne steht ein Klavier/Keyboard und der Pianist greift mitunter auch zur Gitarre. Das ist dann schon ein wenig wenig, gerade bei einer Show wie “Little Shop of Horrors”. Man sollte doch annehmen, dass es nicht allzu schwer ist, eine zumindest kleine Band für eine Musicalproduktion aufzustellen. Positiv dagegen ist wiederum, dass man sich nicht darauf eingelassen hat, zusätzlichen Sound vom Band einzuspielen. Es wirkt tatsächlich alles live, und das ist auch gut so.
Was ich ja gar nicht mag, ist, nicht zu wissen, wer gerade auf der Bühne spielt. Bei den Darstellern handelt es sich ja nicht gerade um die Hintertupfinger Laienschauspieltruppe, sondern um Studenten am Max Reinhardt Seminar, und das ist nach wie vor eine der bedeutendsten Kaderschmieden auf dem Gebiet des Schauspiels - von hier erwartet man sich Schauspieler, die in einer Liga mit Brandauer und Co. spielen. Da kann man sich als Publikum erwarten, einen Programmzettel vorzufinden, auf dem man auch Porträts der Studenten sieht, dem man entnehmen kann, wer gerade spielt. Das ist ohne großen finanziellen Aufwand zu bewerkstelligen, das schaffen die meisten anderen Schauspielschulen. Aber vielleicht ist das Studium am Max Reinhardt Seminar mit Absicht wie eine Art Verpuppungsstadium aufgebaut. Erst am Ende, wenn der Schmetterling schlüpft (oder wie man sich das vorstellen mag), wandert ein Porträt der “fertigen” Schauspieler in die Galerie der “Absolventen”. Bis dahin sind die Studenten No-Faces.

Little Shop of Horrors; Foto: Martin Bruny

Es gibt Kollegen von der Presse, die es tatsächlich lobenswert finden, wenn Schauspieler keine Homepages haben, wenn sie Pages ins Internet stellen, die außer einem Porträt nichts außer einem Hinweis auf jene Agentur zeigen, von der sie vertreten werden. Ich halte das Sich-dem-Web-Verweigern nun nicht gerade für eine Tugend, aber ein Porträt und der Hinweis auf die Agentur ist immerhin etwas. Es sollte der Mindeststandard sein. Nicht, dass es Schauspieler nötig hätten, unbedingt im Netz vertreten zu sein, nicht, dass man von ihnen verlangen würde, dass sie nun anfangen Kinderfotos zu posten - aber eine gewisse Öffentlichkeit dürfte keinen Schaden zufügen. Im Gegenteil. Möchte ich beispielsweise erfahren, bei welchen Hörbüchern XY als Sprecher mitgewirkt hat, so ist das mit einiger Googelei zwar eruierbar, einfacher wäre es, diese Informationen vom Künstler selbst auf seiner eigenen Homepage zur Verfügung gestellt zu bekommen.
Wie machen sich nun die Schauspielstudenten als Musicaldarsteller? Mal gut, mal weniger gut, würde ich es formulieren. Es ist ein deutlicher Unterschied in den Performances der beiden Besetzungen zu bemerken. Da ich keinen blassen Schimmer habe, wann ich bei meinen zwei Besuchen die erste bzw. wann die zweite Besetzung gesehen habe, und auch Googeleien zu nichts geführt haben, kann ich nur sagen, dass auch die Stimmung im Theater bei der von mir als besser empfundenen Show applausfreudiger war. Die gesamte Cast wirkte einmal etwas amateurhafter, schwerfälliger, überbemüht und noch weniger gesanglich begabt - im Vergleich zur anderen Besetzung. Man kann “Mushnik” natürlich mit übertriebener körperlicher Behinderung darstellen, keine Frage, nur, man kann es auch übertreiben. Als “Pflanze” Audrey 2 bräuchte man doch ein gewisses stimmliches Vermögen, um “Mean Green Mother From Outerspace” wirkungsvoll über die Rampe zu bekommen. Solche Nummern, die geile Performer brauchen, können zum Knackpunkt einer ganzen Aufführung werden, zu Momenten, da eine (semi)professionelle Aufführung nahtlos in Peinlichkeiten abdriftet. Sicher, gerade bei dieser Inszenierung ist es nicht leicht, bei der Schlussnummer zu glänzen, wenn man nur über beschränkte gesangliche Fähigkeiten verfügt und plötzlich den Rocker geben soll. Man hat keinen süffigen Sound einer Band, der manches kaschieren würde, nur das Piano, das Keyboard und einen Chor, der selbst wieder aus Schauspielstudentinnen besteht, die manchmal die herrlichsten Probleme haben, gewisse Stimmhöhen zu erklimmen. Kein Wunder, dass gerade bei dieser Knackschlussnummer der größte Unterschied auch stimmungsmäßig zu bemerken war. Einmal klatschte das Publikum begeistert mit, einmal saß es ruhig da und … wartete auf den Schluss. Wobei es nicht nur an der Stimme allein gelegen hat. Eine der Besetzungen hatte es einfach drauf, mitreißend über die Rampe zu kommen, die andere nicht.

Little Shop of Horrors; Foto: Martin Bruny

Ähnliche Performanceunterschiede lassen sich auch beim sadomasochistischen Zahnarzt Orin festmachen, wobei sich da der Unterschied primär auf die schauspielerische Leistung bezieht. Bei Seymour wäre noch anzumerken, dass die “bessere” Besetzung der beiden Darsteller bei seinen Sprechszenen eine dermaßen schöne Sprachmelodie hat, ein angenehmes samtenes Timbre, dass eben diese Sprechszenen fast schon allein wie Musik waren, eine ganz große Begabung.

Little Shop of Horrors; Foto: Martin Bruny

Insgesamt bietet das Reinhardt-Seminar, in welcher Besetzung auch immer, eine unterhaltsame Show für Kinder, effektvoll inszeniert, im wunderschönen Ambiente des Schlosstheaters Schönbrunn. Allein die Location wäre es wert, für die verbleibenden Vorstellungen noch schnell mal eine Restkarte über das Büro des Theaters der Jugend zu besorgen. Es erwartet die Zuschauer eine sanfte Einführung in das Gebiet des Musicals. Ein spannender Plot, melodiöse Songs und fast schon eher Schauspiel mit Gesang als umgekehrt.

Little Shop of Horrors; Foto: Martin Bruny

Little Shop of Horrors (Der kleine Horrorladen)
Vorlage nach dem gleichnamigen Film von Roger Corman
Musik nach Alan Menken, Buch und Gesangstexte von Howard Ashman. Deutsch von Michael Kunze

Leading-Team

Musikalische Leitung: Klaus Erharter
Bühnenbild und Kostüme: Marie-Luise Lichtenthal
Choreographie: Grant Mc Daniel
Regieassistenz: Jerome Junod, Christina Muschol
Bühnenbildassistenz: Nathalie Lutz, Lucie Strecker
Kostümassistenz: Britte Brüggemann
Maske: Kurt Stolzmann
Ton: Martin Klebahn
Inspizienz: Christine Mattner, Sarantos Zervoulakos

Cast
Seymour: Gerrit Jansen / Florian Köhler
Audrey: Emily Cox / Louisa von Spies
Mushnik: Nikolaus Barton / Wolf Gerlach
Orin: Daniel Göller / Alexander Meile
Pflanze: Thomas Meczele / Markus Westphal
Chiffon: Angela Smigoc / Petra Staduan
Crystal: Judith Mauthe / Yohanna Schwertfeger
Ronnette: Sophia Freynhofer / Marion Reiser

Tony Awards 2007 - die Nominierungen

Wie jedes Jahr mit Spannung erwartet, wurden heute die Tony-Awards-Nominierungen bekannt gegeben. Mit 11 Chancen auf einen Award setzte sich das Musical “Spring Awakening” an die Spitze der nominierten Shows. Die komplette Liste der nominierten Shows:

Name der Show/Anzahl der Nominierungen
Spring Awakening - 11
The Coast of Utopia - 10
Grey Gardens - 10
Curtains - 8
Legally Blonde The Musical - 7
Mary Poppins - 7
Coram Boy - 6
Journey’s End - 6
110 in the Shade - 5
Inherit the Wind - 4
LoveMusik - 4
Radio Golf - 4
Company - 3
Frost/Nixon - 3
A Chorus Line - 2
Heartbreak House - 2
The Little Dog Laughed - 2
Talk Radio - 2
The Apple Tree - 1
Butley - 1
Deuce - 1
High Fidelity - 1
Jay Johnson: The Two and Only! - 1
Kiki and Herb Alive on Broadway - 1
Martin Short: Fame Becomes Me - 1
A Moon for the Misbegotten - 1
Translations - 1
The Year of Magical Thinking - 1

Verliehen werden die Tony Awards in genau 26 Tagen, am 10. Juni 2007.

Idina Menzel - Defying Gravity remixed

Gemeinsam mit Glen Ballard arbeitet Idina Menzel derzeit an ihrer neuen Solo-CD, die im Herbst 2007 erscheinen soll. Ballard arbeitete unter anderem als Produzent und Musiker für Barbra Streisand, Paula Abdul und Michael Jackson.
Um die Wartezeit bis zum Erscheinen der CD zu verkürzen, hat Menzel ein grausliches Techno-Remix von “Defying Gravity” auf den Markt geschmissen, das bei iTunes erhältlich ist. Schon interessanter ist eine andere Remix-Version von “Defying Gravity”, die man sich auf idina.com anhören kann.

“Forfel, Ach und Krokodeil” - Musicalpremiere auf Burg Forchtenstein

Vom 30. Juni bis 29. Juli 2007 steht die im nördlichen Burgenland gelegene Burg Forchtenstein ganz im Zeichen des Kinder- und Familienkulturfestivals “Burg Forchtenstein Fantastisch”. Das diesjährige Programm bietet beispielsweise eine “Ritter- und Ritterinnenprüfung”, ein Puppentheaterstück und die Premiere eines Musicals mit dem Titel “Forfel, Ach und Krokodeil”.

Forfel, Ach und Krokodeil
Leading-Team

Text: Jutta Treiber
Musik: Gerhard Krammer
Inszenierung: Angelika Messner
Choreografie: Julia Hechenblaikner
Kostüme: Eszter Kovasznay
Bühnenbildentwurf: Rolf Langenfass

Cast
Nina Weiß: Forfel - die listige Burgmaus
Marius Schiener: Ach - das ängstliche Gespenst
Thorsten Kugler: Krokodeil, Prinz Ali, Ritter
Nicole Lankmayer: Prinzessin Koketta
Maria Mucha: Prinzessin Rosetta
Jürgen Kapaun: Ritter, Königin
Rainer Spechtl: König

Vorstellungen
Premiere: Samstag, 30. Juni 2007, 11:00 Uhr
Vorstellungen an den Veranstaltungstagen von BURG FORCHTENSTEIN FANTASTISCH jeweils um 11:00 Uhr / 13:00 Uhr / 15:00 Uhr; Bei Bedarf wird eine Zusatzvorstellung um 16:30 Uhr angeboten.

Broadway 2006/07: 35 Premieren - kein Blockbuster

Alle Premieren der aktuellen Broadway-Saison sind über die Bühne gegangen. 35 neue Produktionen waren am Start, einige mussten bereits wieder schließen. Einen richtigen Blockbuster gab es nicht. Nun warten alle gespannt auf die Tony Awards-Nominierungen, die im Laufe des heutigen Tages bekannt gegeben werden.
Die finanziell erfolgreichsten Shows derzeit sind exakt dieselben, die auch schon in der letzten Saison punkten konnten: «Wicked”, «Jersey Boys” und «The Lion King”. All die neuen Produktionen konnten zwar teilweise die Kritiker überzeugen, als Cashcow taugten sie bis jetzt nur bedingt. Am ehesten noch “Mary Poppins”, chancenreich eventuell “Legally Blonde”.
Vielleicht bringt ja die neue Saison mit programmierten Hits wie «Little Mermaid”, «Grease” und «Young Frankenstein” wieder einen Blockbuster hervor, aber es geht auch ohne. Mit 876 Milllionen Dollar Umsatz ist die diesjährige Broadway-Saison auch ohne Smash erfolgreicher als die letzte. 11,4 Millionen Besucher sind kein Rekord, aber die Saison ist offiziell auch erst am 27. Mai zu Ende.
Wer waren die großen Verlierer in diesem Jahr: Twyla Tharp mit ihrer Show “The Times They Are A-Changin’” beispielsweise. Das Musical schaffte keinen Monat. Auch “High Fidelity”, das Musical nach Nick Hornbys Erfolgsroman, musste nach kurzer Zeit aufgeben. Boublil und Schönberg konnten mit ihrem “Les Misà©rables”-Revival punkten, fielen aber mit der “Pirate Queen” durch, auch wenn sie die Hoffnung noch nicht aufgeben wollen.
Vom Off-Broadway schafften es “Grey Gardens” und “Spring Awakening” mit Erfolg zum Broadway. Es wäre kein Wunder, wenn beide Shows mit einigen Tony Awards belohnt würden. Auch hier gilt jedoch: Die Kritiker lieben die Shows, aber besuchermäßig sieht das Ganze weniger rosig aus. Das neue Lieblingskind der Produzenten und Marketinggenies hat einen Namen: Premium Tickets. Bis zu 350 Dollar lassen sich die Zuschauer neuerdings eine Eintrittskarte kosten - eine bedenkliche Entwicklung. [Story]

West End: Musical-Premieren 2007

2006 war ein starkes Jahr am West End. 2007 wird, so zeichnet es sich jetzt ab, auch nicht gerade eine schwache Saison. Ein kleiner Überblick über die kommenden Premieren:

Fiddler on the Roof

Premiere: 29. Mai

The Drowsy Chaperone
Premiere: 5. Juni

The Lord of the Rings

Premiere: 19. Juni

Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat
Previews ab 6. Juli

Grease
Previews ab Juli

Take Flight

Premiere Ende Juli
Musical von Richard Maltby Jr. und David Shire über die Brüder Wright, die berühmten Pioniere auf dem Gebiet der kontrolliert gesteuerten Motorflüge

Hairspray
Previews ab Oktober

Desperately Seeking Susan
Musical nach Susan Seidelmans Kultfilm aus dem Jahre 1985. Premiere eventuell im November (Gielgud Theatre)

Stadttheater Baden: Musicalpläne 2007/08

Am 14. Mai 2007 gab das Stadttheater Baden unter anderem einen kleinen Ausblick auf kommende Musicalproduktionen des Hauses.

Unter dem Titel “Theaterplatz Summerstage” geht Ende Juli ein dreitägiges Open-Air-Festival über die Bühne mit Konzerten von Konstantin Wecker (28. Juli), Wolfgang Ambros (29. Juli) und einer konzertanten Aufführung von Andrew LLoyd Webbers Rockoper “Jesus Christ Superstar” (30. Juli) mit Darstellern aus den Musicalproduktionen “Les Misà©rables” und “Evita”.

Am 7. Juli findet die Premiere der musikalischen Komödie “Irma la Douce” statt. Das Werk von Alexandre Breffort (Text) und Marguerite Monnot wird in der deutschen Fassung von Ivo Kohorte (Liedtexte Hanns Bernhardt) gezeigt.

Leading Team
Musikalische Leitung: Oliver Ostermann
Inszenierung: Alexandra Frankmann-Koepp
Bühnenbild und Kostüme: Markus Windberger
Choreographie: Bohdana Szivacz

Cast
Patricia Nessy, Michael Duregger, Joachim Feichtinger, Robert Kolar, Franz Josef Koepp, Klaus Ofczarek, Martin Niedermair, Matthias S. Raupach, Markus Schöttl, Stephan Wapenhans, Erwin Windegger

Der Winterspielplan 2007/08 bringt eine Wiederaufnahme des Andrew Lloyd Webber-Musicals “Evita” sowie eine Andrew Lloyd Webber-Gala.

“High School Musical”: New-York-Reading fixiert

Wer nun denkt, dass Disney mit “High School Musical” bald eine weitere Show am Broadway laufen hat, irrt. Es war 2003, als eine Musiktheaterproduktion mit dem Titel “High School Musical” Premiere feierte. Der Autor der Show: Paul Cozby. Sein Musical handelt von High-School-Schülern, die ein Musical mit dem Titel “Cyranose” auf die Bühne bringen wollen. Die Charaktere der Show, die Handlung, sie gleicht Disneys Version der Story frappant.
Cozby brachte sein Werk zum ersten Mal 2004 in Fort Worth, Texas, als vollwertige Bühnenproduktion zur Aufführung. Disneys “High School Musical” wurde im Januar 2006 im amerikanischen TV gesendet.
Es kommt, was kommen musste: Cozby klagt Disney. Dem Branchenfachblatt PLAYBILL diktierte Cozby ins Mikro: “I was just very surprised. The plot elements are just very similar. If you put the two works side by side, the similarities are remarkable - obviously beginning with the title.”
Cozbys Anwalt, Charles Baker von Porter & Hedges LLC aus Houston, hat ein Ziel: “Stop all use of both the “mark” and stop all productions.”
Am 21. Mai 2007 geht in New York ein Reading von Cozbys “High School Musical” über die Bühne. Wie der Prozess gegen Disney ausgeht, bleibt abzuwarten. [Playbill, nymag]

Performing Arts Studios Vienna: “The Next Generation”

Studentenshows an Musicalschulen werden unterschätzt. Generell. Das soll nicht heißen, dass diese Aufführungen nicht gut besucht sind, oft ist das Gegenteil der Fall und sie sind hoffnungslos ausverkauft. Gemessen an der Bedeutung, die diese Produktionen jedoch haben, werden sie dennoch unterschätzt. In Zeiten des Internet, wo Platz auf Websites ja nun wirklich nicht eine Frage der Kosten ist, wenn es um den einen oder anderen Artikel mehr geht, finden sich erstaunlich wenig Berichte im Netz über beispielsweise Abschluss-Shows von Musicalschulen. All die Online-Medien, die sich auch oder vor allem mit Musicals beschäftigen, würden sich doch anbieten, sollte man meinen. Ist es wirklich so reizvoll, nur über Big-Budget-Produktionen zu schreiben?
Warum sollte man auch über Studentenshows berichten? Nun, man hat die Chance, Talente zu erleben, bevor sie Karriere machen. Nicht, dass jedem Talent überhaupt eine Karriere vergönnt, nicht, dass der eine oder andere nicht ohnehin schon während seines Studiums längst von großen Bühnen engagiert worden ist, aber eine Performance im Rahmen des Studiums hat immer einen ganz eigenen Charme. Man sieht bei einem Abschlussjahrgang oft völlig unterschiedliche Levels und fragt sich ab und an, ob die Studenten, die ihre Abschluss-Show bringen, tatsächlich in ein und demselben Jahrgang sein können, aber so ist das eben. Vielleicht hatte mal jeder das Ziel, Musicalstar zu werden und entdeckt dann, dass er vielleicht doch besser nicht auf der Bühne, sondern im Theatermanagement (im weiteren Sinn) besser aufgehoben ist. Schaden wird ihm/ihr eine Ausbildung sicherlich auch dann nicht.
Wie auch immer, vom 30. April bis 2. Mai 2007 ging im Wiener Theater des Augenblicks die diesjährige Abschluss-Show der Performing Arts Studios Vienna über die Bühne. Im Gegensatz zu “1070 Wien”, der Produktion des Vorjahres, bei der es sich um ein eigens für diesen Zweck von Michael Schnack komponiertes Musical handelte, zeigten die neun Absolventen dieses Jahres eine Nummernrevue. Auf dem Programm (siehe unten) standen bekannte und ein paar weniger bekannte Songs aus “Fame”, “Elisabeth”, “The Scarlet Pimpernel” u. v. a.

Das Leading-Team der Produktion:

Gestaltung und Musikalische Leitung: Michael Schnack
Choreographien: Sabine Arthold & Ramesh Nair
Maske & Haare: headquarters
Kostümdesigns: Gabriele Tinodi
Bauten: Sandor Coti
Produktionsleitung: Eva Tatzber
Licht: Tommy Tatzber
Ton: Vienna Sound Vienna Light

Die Absolventen:
Caroline Ciglenec, Manuela Gager, Kerstin Löcker, Lydia Nassal, Alexander Moitzi, Lydia Nassall, Barbara Schmid, Nina Tatzber, Barbara Wanasek und Robert Weixler

Unterstützt wurden die Absolventen von Darstellern des 2. Jahrgangs:
Nicola Gravante, Daniela Lehner, Raphaela Pekovsek, Stefanie Riedelbauch, Gernot Romic, Isabel Trinkaus, Anna Weghuber und Melanie Maier

Alexander Moitzi & Nina Tatzber; Copyright: Bernhard Fritsch

Es hat immer schon Abschlussjahrgänge an den Performing Arts und anderen Musicalschulen gegeben, die durch das eine oder andere ganz besonders große Talent geprägt waren. Überragend im aktuellen Abschlussjahrgang der Performing Arts: Alexander Moitzi. Schon bei »Musical Christmas«, der Weihnachtsshow der Vereinigten Bühnen Wien im Dezember 2006, war er aufgrund seiner Präzision, Ausstrahlung und Grazie herausragend. Sein tänzerisches Talent konnte er auch im Abschlussprogramm “The Next Generation” voll ausspielen, beispielsweise in sehr schön choreographierten (Sabine Arthold) Szenen aus »The Lion King«. Zusammen mit seinen gesanglichen und schauspielerischen Fähigkeiten, die er beispielsweise bei »Suddenly Seymour« (»Little Shop of Horrors«) oder “Time Warp” (”The Rocky Horror Show”) zeigen konnte, bietet er ein künstlerisches Gesamtpackage, um das sich jede Bühne reißen müsste.

Manuela Gager; Copyright: Bernhard Fritsch

Wenn Moitzi als tänzerisch überragend hervorsticht, so trifft dasselbe auf dem Gebiet des Gesangs auf Manuela Gager zu. Ihr “Jemand wie du” aus “Jekyll & Hyde” war makellos schön und ausdrucksstark, auch «Your Daddy’s Son« aus »Ragtime« – wunderbar gesungen.
Das Programm der Performing Arts war eine bunte Mischung aus Musicalknallern aller Richtungen. Das meiste hat funktioniert, bei der einen oder anderen Nummer ging die Rechnung nicht ganz auf. Frank Wildhorn wird ja immer nachgesagt, er würde oft nur einfache Popmelodien schreiben. Mag sein, dass vieles davon Pop ist, einfach zu bringen muss es dennoch nicht sein. »Into the fire« aus »The Scarlet Pimpernel« braucht einfach mehr als vier Studenten und ein Playback. Robert Weixler als Percy war in dieser Szene nicht zu beneiden, auch seine drei Kollegen konnten ihm nicht helfen, der Szene jene Wucht zu verleihen, die sie braucht. »The Scarlet Pimpernel« scheint ein Knackpunkt dieser Produktion gewesen zu sein, denn auch Barbara Schmid war etwas, sagen wir einsam bei »Now when the rain falls« (»The Scarlet Pimpernel«), dafür viel besser bei »Maybe this time« (»Cabaret«).
Insgesamt war »The Next Generation« eine äußerst unterhaltende Show. Die Performing Arts haben, im Gegensatz zum Vorjahr, wieder verstärkt das tänzerische Element betont, was sich wohl auch aus dem Umstand ergibt, dass man mit Moitzi einen Mann in der Truppe hat, dem man das eine oder andere Tanzsolo einfach choreographieren musste, weil es sonst ewig schade gewesen wäre.

Barbara Wanasek; Copyright: Bernhard Fritsch

Neben Moitzi und Gager werden sicher auch andere Darsteller aus diesem Abschlussjahrgang ihren Weg machen, beispielsweise Barbara Wanasek, die ein kleines bisschen an Bette Midler erinnert hat in ihrer Shownummer »Blow, Gabriel Blow« (»Anything Goes«), oder auch Gernot Romic (Duettpartner von Caroline Ciglenec bei »Friendship« (»Anything Goes«)), aber das ist noch Zukunftsmusik, denn er hat als Student des 2. Jahrgangs seine Abschluss-Show noch vor sich.
Wer den weiteren Weg der Absolventen der Performing Arts verfolgen will, auf der Homepage der Musicalschule werden die Engagements regelmäßig upgedatet. Die nächste große Produktion ist »High School Musical« – zu sehen im Herbst in der Wiener Stadthalle.

»The Next Generation« – die Songs

Hard Work (»Fame”)

Staging: Schnack
Gesamtes Ensemble

Fame (»Fame”)
Choreographie: Arthold
Carmen: Tatzber / Ensemble: Lager, Gravante, Lehner, Pekovsek, Riedelbauch, Romic, Schmid, Trinkaus, Wanasek, Weghuber / Booth: Löcker, Maier, Moitzi, Nassall, Weixler

Dance: ten; Looks:three (»A Chorus Line”)
Staging: Nair
Val: Ciglenec

Into the fire (»The Scarlet Pimpernel”)
Choreographie: Nair
Percy: Weixler / Kämpfer: Gravante, Moitzi, Romic

Now when the rain falls (»The Scarlet Pimpernel”)
Staging: Schnack
Barbara Schmid

Wenn ich dein Spiegel wär’ (»Elisabeth”)

Staging: Schnack
Rudolf: Moitzi / Elisabeth: Löcker / Zofe: Nassall

Mayerling (»Elisabeth”)
Choreographie: Nair
Rudolf: Moitzi / Totentänzer: Ciglenec, Maier, Pekovsek, Schmid, Tatzber / DerTod: Gravante

Ich gehör’ nur mir (»Elisabeth”)

Elisabeth: Löcker

White boys (»Hair”)
Choreographie: Nair
Ciglenec, Maier, Nassall, Pekovsek, Schmid, Tatzber, Wanasek

Aquarius/Let the sunshine in (»Hair”)
Choreographie: Arthold
Gager / Ensemble: Gravante, Lehner, Löcker, Moitzi, Riedelbauch, Romic, Trinkaus, Weghuber, Weixler / Booth-Chor: Ciglenec, Maier, Pekovsek, Schmid, Tatzber, Wanasek

Zuhaus (»Die Schöne und das Biest”)
Staging: Schnack
Belle: Nassall

Circle of life (»The Lion King”)

Choreographie: Arthold / Staging: Schnack
Rafiki: Wanasek, gesamtes Ensemble, Tanz: Schmid, Moitzi

Shadowland (»The Lion King”)
Choreographie: Arthold
Ciglenec, Maier, Pekovsek, Schmid, Moitzi, Tatzber

Totale Finsternis (»Tanz der Vampire”)
Staging: Schnack
Sarah: Löcker, Krolock: Weixler / Booth: Gager, Gravante, Lehner, Nassall, Riedelbauch, Romic, Trinkaus, Wanasek, Weghuber

Tanz der Vampire (»Tanz der Vampire”)
Choreographie: Arthold
Gesangsensemble: Gager, Trinkaus, Weghuber, Gravante, Moitzi / Tanzensemble: Lehner, Maier, Nassall, Pekovsek, Riedelbauch, Schmid, Tatzber, Wanasek / Booth-Chor: Ciglenec, Löcker, Romic, Weixler

Stepping out with my baby
Choreographie: Nair
Nassall, Moitzi / Ensemble: Ciglenec , Lehner , Maier , Pekovsek , Riedelbauch , Schmid , Tatzber

Jemand wie du (»Jekyll & Hyde”)
Lucy: Gager

Friendship (»Anything goes”)
Staging: Nair
Reno: Ciglenec, Moonface: Romic

Blow, Gabriel, blow (»Anything goes”)
Choreographie: Nair
Reno: Wanasek, Ensemble: Gravante, Lehner, Trinkaus, Gager, Nassall, Romic, Riedelbauch, Weghuber / Booth-Chor: Löcker, Moitzi, Pekovsek, Schmid, Tatzber, Weixler

Suddenly Seymour (»Little Shop of Horrors”)
Choreographie: Nair, Staging: Schnack
Tatzber, Moitzi / Girls: Lehner, Trinkaus, Weghuber

Maybe this time (»Cabaret”)
Schmid

Your Daddy’s Son (»Ragtime”)

Staging: Eisenberg
Sarah: Gager

Over at the Frankenstein Place (»The Rocky Horror Show”)
Staging: Schnack
Brad: Romic, Janet: Schmid, Riff-Raff: Moitzi, Magenta: Tatzber, Columbia: Nassall

Time Warp (»The Rocky Horror Show”)

Choreographie: Arthold
Riff-Raff: Moitzi, Magenta: Tatzber, Erzähler: Weixler, Columbia: Nassall / Gesamtes Ensemble

Seasons of love (”Rent”)
Ensemble

Drama League Awards 2007 - die Gewinner

Am 11. Mai wurden die Gewinner der Drama League Awards 2007 bekannt gegeben. Die Liste der Preisträger liest sich wie folgt:

Distinguished Production of a Play
The Coast of Utopia

Distinguished Production of a Musical
Spring Awakening

Distinguished Production of a Revival—Play
Journey’s End

Distinguished Production of a Revival—Musical

Company

Distinguished Performance Award
Liev Schreiber, Talk Radio

Distinguished Achievement in Musical Theatre Award
John Kander & Fred Ebb

Julia Hansen Award for Excellence in Directing
Michael Mayer (Spring Awakening)

Unique Contribution to the Theatre Award
Broadway Cares/Equity Fights AIDS

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