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Archiv - Musical

Patti LuPone über Andrew Lloyd Webber

Musicaldiva Patti LuPone ist auf Promotiontour. Es gilt, möglichst viele Exemplare ihrer Autobiographie “A Memoir” unters Musicalvolk zu bringen. Chicago Theatre Addict berichtet von einer solchen Promotionveranstaltung. Zum Thema Andrew Lloyd Webber spielte sich unter anderem Folgendes ab:

And then a woman asks LuPone to expand on her famously painful experience with Sunset Boulevard, a musical for which composer Andrew Lloyd Webber broke her contract stating she was to open the role on Broadway (after having premiered the role in London for a year) in favor of the more commercially safe Glenn Close.

«There are two chapters in the book on that,” she says. «It’s a sad and shocking two chapters . . . It was one man’s self-destruction, and everybody in his way, and I think it continues to this day. [He’s] an unhappy man, and an alcoholic.”

Link
Chicago Theatre Addict: Patti LuPone calls Andrew Lloyd Webber an ‘alcoholic’

Liam Connor Tamne singt “Kiss the Air” von Scott Alan

Wien/bohemniacs: Kommt “The Color Purple”? Wann?

Lange nichts gehört hat man von der geplanten Produktion von “The Color Purple” in Wien. Die Website ist seit einiger Zeit auf HOLD (–> hier), der letzte Blogeintrag datiert vom Mai 2010 (siehe –> hier). Abgerufen werden können noch die ursprünglich geposteten Daten:

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* November 29, 2009 (Sunday) at 10:00 AM in Vienna, Austria
* November 30, 2009 (Monday) at 10:00 AM in Vienna, Austria
Callbacks: December 13 & 14, 2009 in Vienna, Austria
Rehearsals: August 2010 Premiere: October 2010 (Limited Engagement Only)
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Das Twitter-Account der Bohemniacs ist seit März ohne neue Meldung (siehe –> hier), und auch auf Facebook gibts nichts Neues (–> hier)

Berlin: Admiralspalast meldet Insolvenz

Der Berliner Admiralspalast hat Insolvenz angemeldet. Einzelheiten nannte die Bühne am Freitag nicht. Der Geschäftsführer der Produktions GmbH, Falk Walter, kündigte an, er werde am Montag erklären, wie es mit dem Theater an der Friedrichstraße weitergehe.

Der Admiralspalast war in den 20er Jahren ein Amüsiertempel, zu DDR-Zeiten befand sich dort das Metropol-Theater. Seit der Wiedereröffnung 2006 zählt die Bühne zu den bekanntesten Adressen für Konzerte, Kabarett und Lesungen. Letzte Musicalproduktion im Haus: der Wiener Flop “The Producers”.

Link
- rbb-online: Admiralspalast meldet Insolvenz

Uwe Kröger in der Grazer Messehalle - vor 500 Zusehern

Absolut nicht gut scheints derzeit für Uwe Kröger auf seiner Solo-Tour zu laufen. So berichtet die “Kleine Zeitung” von 500 (!) Zusehern, die sich am 25. August 2010 in der Messehalle B (2500 Sitzplätze) in Graz eingefunden haben. Zitat “Kleine Zeitung”:

“Trotz aufwändiger Produktion und einem Stargast, seiner früheren “Elisabeth”-Kollegin Pia Douwes. Kröger zog sein Programm dennoch tapfer durch.”

Man sagt, Musicalsänger sind gerade so populär wie ihre letzte erfolgreiche Bühnenshow, wie jene Show, in der sie das letzte Mal erfolgreich eine Hauptrolle verkörpert haben. Bei Uwe Kröger liegt das eine ganz schöne Zeit zurück. Sein etwas verunglücktes Engagement in “Rudolf” sollten wir ausklammern. Bleibt “Rebecca” (2006), und das haben wir fast nur mehr in Erinnerung, weil es laufend blumige Ankündigungen über bevorstehende Auslandspremieren am West End oder irgendwann, in ferner Zukunft, gar am Broadway gibt. Doch bei all diesen Plänen wird Kröger keine Rolle spielen.

Kümmern sollte sich Herbert Fechter vielleicht ein wenig um die Promotionmaschine. Musicalstars, auch Namen wie Kröger, sind keine Houshold-Names, schon gar nicht in der tiefsten Steiermark. Nicht einmal in Wien. Da findet “Absolut Uwe” übrigens am 15. November 2010 im Wiener Raimund Theater statt. Das wissen die Fans natürlich, daher sind die Kategorien “Stehplatz” und “Plätze mit Sichtbehinderung” ausverkauft. “Behindert” muss man ja wirklich sein, um die Preise zu zahlen, die für die Tour veranschlagt wurden, aber lassen wir das, nicht mal die Hardcore-Kröger-Fans sind mit den Ticketpreisen einverstanden, und wen sonst wird das bald noch interessieren.

Vielleicht wäre es mal an der Zeit für einen kleinen Reality-Check. Wie macht das ein Thomas Borchert beispielsweise, also ein Musicalstar, der seine Partien souverän über die Bühne bringt, mag man seine Interpretationen nun mögen oder nicht. Bucht er sich ins Raimund Theater oder in Messehallen ein für seine Solo-Projekte? Vielleicht ist manchmal ein gewisses Understatement nicht gar so schlecht, oder hat eventuell irgendwer die folgende Anekdote falsch verstanden: Streiten zwei bekannte Komiker. Sagt der eine zum anderen: “Mach’ dich nicht so klein – du bist gar nicht so groß!«

“Sunset Boulevard” in Magdeburg mit Marianne Larsen als Norma Desmond

Am 13. November 2010 feiert Andrew Lloyd Webbers “Sunset Boulevard” in Magdeburg Premiere. In der Rolle des Stummfilmstars Norma Desmond wird Marianne Larsen (”Sweeney Todd”, “Aspects of Love”, “Victor/Victoria”) zu sehen sein.

Als Joe Gillis wird an ihrer Seite Nikolaj Alexander Brucker (”Das Phantom der Oper”, “Dirty Dancing”) zu erleben sein, Normas Butler Max von Mayerling übernimmt – wie schon in der deutschen Erstaufführung in Niedernhausen – Norbert Lamla (”Les Misà©rables”, Disney’s “Der Glöckner von Notre Dame”) und als Betty Schaefer wird Milica Jovanovic (”Aida”, “ChristO”) im Magdeburger Opernhaus auf der Bühne stehen.

1995 erlebte das Stück über vergänglichen Ruhm und die ungestillten Sehnsüchte Hollywoods seine Deutschlandpremiere in der Londoner Originalinszenierung, in Magdeburg ist es in der Regie von Stefan Huber (”Sweet Charity”, “Die Schweizermacher”) zum ersten Mal in neuer Version an einem deutschen Stadttheater zu erleben!

Premiere: Samstag, 13. 11. 2010, 19.30 Uhr
Weitere Vorstellungen; So., 21. 11. 2010, 18.00 Uhr, Do., 25. 11., Fr., 3. 12., Sa., 18. 12., Mi., 29. 12. 2010, jeweils 19.30 Uhr
So., 23. 1. und Sa., 5. 3. 2011 jeweils 19.30 Uhr; So., 6. 2. 2011, 16.00 Uhr; Mo., 25. 4. 2011, 16.00 Uhr (im Rahmen der 1. Magdeburger Musicaltage)
Kartenpreise: 12–34 Euro
Tickets: (0391) 540 65 55 oder online auf www.theater-magdeburg.de

Drew Sarich & Kyrre Kvam live im “ost”

Schön langsam kommen alle Darsteller aus der Sommerpause beziehungsweise von ihren Sommertheaterengagements nach Wien zurück. Das Wiener Lokal “ost” kündigt für diesen Samstag (28. August 2010) ein Konzert von Kyrre Kvam und Drew Sarich an.

Los gehts in der “ost bar” um 20 Uhr, die Tickets kosten 10 Euro. Nähere Infos –> hier

Thomas Borchert: “If I sing …” [2010]

borchert2010.jpgAm 24. September 2010 erscheint “If I sing …”, die neue Solo-CD von Thomas Borchert, beim Wiener Label MG-Sound.

Martin Böhm und Ludwig Coss, die beidem Masterminds von MG-Sound, haben 14 Musicalsongs, die für Thomas Borchert Bedeutung haben und ihm im Laufe seiner 20-jährigen Karriere ans Herz gewachsen sind, neu arrangiert.

Eingespielt wurden die Lieder mit großem Orchester.

Tracklist
01 If I Sing (”Closer than ever”)
02 The Rum Tum Tugger (”Cats”)
03 Sweet Transvestite (”The Rocky Horror Show”)
04 Kitsch (”Elisabeth”)
05 High flying adored (”Evita”)
06 Schließ Dein Herz in Eisen ein (”Mozart!”)
07 This is the moment (”Jekyll & Hyde”)
08 Die unstillbare Gier (”Tanz der Vampire”)
09 Das Phantom der Oper (”Das Phantom der Oper”)
10 Dracula (”Dracula”)
11 Gigi (”Gigi”)
12 Hell to your doorstep (”The Count of Monte Christo”)
13 Together
14 Kiss of the Spiderwoman (”Kiss of the Spiderwoman”)

ean: 9120006683159
catalogue: 668315
label: HitSquad

Theater der Jugend: “Just So” mit Jan Hutter, Thomas Smolej, Norman Stehr, Wolfgang Türks u. a.

12. Oktober 2010
16:00bis18:00

justso.png
Wundervolle Entstehungsgeschichten vom “Anfang aller Jahre, als die Welt noch so funkelnagelneu war” erzählte der Literaturnobelpreisträger Rudyard Kipling seinem allerliebsten Liebling, seiner Tochter Josephine. Er erzählte sie just so, wie er sie von seiner indischen Amme gehört hatte.

“Just So Stories for Little Children” nannte er diese Geschichten, und er lieferte mit diesen “Geschichten für den allerliebsten Liebling” (wie die “Just So Stories for Little Children” (1902) in der deutschsprachigen Version heißen) Kindern umwerfende Antworten auf wichtige Fragen:

- Warum ist der Himmel blau?
- Wie bekam der Wal seinen Schlund, wie das Rhinozeros seine Haut, der Leopard seine Flecken und das Kamel seinen Höcker … und
- … und … warum hat der Elefant einen Rüssel?
- Wenn es eine Missis Sippi gibt, gibt es dann auch einen Mister Sippi?

Aus Kiplings Geschichten bastelten die beiden Briten George Stiles (Musik) und Anthony Drewe (Text) ihr bezauberndes und beschwingtes Familien-Musical “Just So”.

Den Inhalt der Musicalversion skizziert das Theater der Jugend folgendermaßen:

Es ist die Zeit der ersten Anfänge: Noch hat das Nashorn keine Falten, der Leopard keine Flecken und der Elefant keinen Rüssel. Der älteste Magier ermutigt alle Tiere, zu ihrer Einzigartigkeit zu finden. Der Krebs schießt dabei übers Ziel hinaus: Gierig frisst er sich durch die Weltmeere und wächst dabei ins Riesenhafte, bis er bei der täglichen Futtersuche halb Afrika und Indien unter Wasser setzt. Die Flutopfer resignieren – gegen so einen Feind kann man nichts unternehmen.
Nur einer stellt das in Frage: das Elefantenkind. Es hat zum Leidwesen seiner Herde eine Frage zu allem: Warum ist der Himmel blau? Wenn es eine Missis Sippi gibt, gibt es dann auch einen Mister Sippi? Warum sagen wir dem Krebs nicht, er soll aufhören, so selbstsüchtig zu sein? Der älteste Magier stellt dem Elefantenkind den Kolokolovogel zur Seite, der sich zwar nicht fliegen traut, dafür aber auf alles eine Antwort hat. Auch auf die Frage, wo man den Krebs finden kann: am groß-grau-grünen Limpopo-Fluss nämlich. So beginnt eine Segelfahrt ins Ungewisse, voller Überraschungen und Gefahren.
Wie der Krebs besiegt wird, wie das Nashorn Falten und der Leopard Flecken bekommt und wie die unersättliche Neugierde des Elefantenkinds ihm zu einem Rüssel verhilft, alles das erfährt man in George Stiles und Anthony Drewes Musical. »Just So« erzählt aber auch vom Mut der Allerkleinsten und davon, wie man über den eigenen Schatten springt.

Eine genaue Inhaltsangabe bieten Drewe & Styles auf ihrer Website –> hier

2008 zeigte das Theater der Jugend aus der Feder der beiden das Musical “Honk!” und konnte damit einen Erfolg landen. »Just So« wird nun im Stil eines fesselnden musikalischen Roadmovies in der Regie von Henry Mason, mit einer Live-Band, auf die Bühne gebracht.

Auf der Bühne eine Besetzung, die vielen Musical- & Theaterfans ein Begriff sein dürfte. Es spielen beispielsweise Wolfgang Türks (”Frühlings Erwachen”), Norman Stehr (”La Cage Aux Folles”, “Rocky Horror Show”, “Cabaret der verlorenen Seelen”), Thomas Smolej (langjähriges Mitglied des Kabarett Simpl, “Gustav Klimt”), Jan Hutter (”Rudolf”, “No Way To Die”, “The Scarlet Pimpernel”), Christoph Somersguter (”Rebecca”, “Elisabeth”, “Evita”) und viele andere.

Die Premiere steigt am 12. Oktober 2010 im Wiener Renaissancetheater um 16 Uhr.

JUST SO
Musik von George Stiles, Buch und Gesangstexte von Anthony Drewe
Inspiriert durch die Geschichte von Rudyard Kipling
Deutsche Übersetzung von Henry Mason
Orchestrierung von Christopher Jahnke unter Mitarbeit von John Clancy

Leading Team
Regie: Henry Mason
Musikalische Leitung: Gerald Schuller
Choreographie: Francesc Abà³s
Bühne: Michaela Mandel
Kostüme: Jan Hax Halama
Licht: Frank Sobotta
Korrepetition: Hannes Dobretz

Cast
Uwe Achilles, Natalie Ananda Assmann, Daniela Dett, Christian Graf, Jan Hutter, Robert Neumayr, Thomas Smolej, Christoph Sommersguter, Norman Stehr, Julia Tiecher, Wolfgang Türks, Lynne Williams

sowie mit den Musikern Andy Bartosh, Gerald Schuller u. a.

Renaissancetheater
7, Neubaugasse 36
Aufführungen ab 8. Oktober 2010
Premiere am 12. Oktober 2010 um 16:00 Uhr
Weitere Vorstellungen: täglich außer sonntags bis 20. November 2010
ab 6 Jahren

“The Miraculous Year”: HBO produziert TV-Serie über Broadway-Komponisten - Stephen Sondheim schickt Anwälte los

Zunächst einmal ist der Umstand, dass der amerikanische Kabelsender HBO eine TV-Serie über einen Broadwaykomponisten und Texter produzieren will, ein bemerkenswerter. Kommt ja nicht alle Tage vor, dass das Musicalgenre als TV-Serie abseits von Filmchen mit dröger Musik und dazu hüpfenden Schulmädchen und -jungen in einer TV-Serie verwurstet wird. Inhaltlich geht es in “The Miraculous Year”, so der Titel der Serie, um einen unbändigen, selbstzerstörerischen und manipulativen Broadway-Komponisten, der den Spagat zwischen seinem anspruchsvollen neuen Theaterstück und seiner dysfunktionalen New Yorker Familie zu bewältigen versucht.

Zweitens ist die Besetzung der Serie “The Miraculous Year”, die bis jetzt gefunden wurde, nicht gerade schlecht. Es spielen unter anderem Norbert Leo Butz, Susan Sarandon, Hope Davis, Frank Langella, Eddie Redmayne, Patti LuPone, Lee Pace und Linus Roache. Produziert wird die Show von Kathryn Bigelow (”The Hurt Locker”) und John Logan (”Red”).

Aber wieso droht Stephen Sondheim mit einer Klage? Das hat unser aller Michael Riedel von der New York Post, von vielen gehasst, von vielen gern gelesen, in einem Artikel zusammengefasst: Der Hauptdarsteller der Serie, die ab 2011 auf Sendung gehen soll, heißt Terry Segal. Beschreiben kann man ihn wie folgt:

Terry lebt in einem eleganten Stadthaus, er ist schwul, schreibt anspruchsvolle Broadwayshows, die bei den Kritikern ein Hit sind, aber nicht grade beim Massenpublikum. Terry trinkt, und das nicht wenig, und er hat Erfahrungen mit Kokain. Am Ende des Pilotfilms wird Terry 44 Jahre alt sein und einen Herzinfarkt erleiden.

Und was hat das nun mit Stephen Sondheim zu tun? Nun, Sondheim lebt in einem eleganten Sandsteinhaus in Turtle Bay, er ist, wie Terry, schwul, und er ist dem Trinken durchaus zugetan. In einem Interview mit der “Times” meinte er: “I have a large capacity for alcohol”. Ein Reporter der “Times” beobachtete Sondheim vor einigen Jahren, wie er in der Pause einer Aufführung von “Follies” eine Flasche Chardonnay recht zügig gelehrt hat und dann von seinem jungen Freund an der Hand über die Straße, zurück zum Theater geführt wurde. Auch Sondheim hat Erfahrungen mit Kokain gemacht, in den 1970er Jahren, wie er seiner Biographin Meryle Secrest anvertraute. Seinen Herzinfarkt hatte Sondheim zwar nicht mit 44, aber mit 49.

Kurz und gut, als Sondheim genauere Details von “The Miraculous Year” erfahren hat, schickte er seine Anwälte los. Das Resultat: Man wird Änderungen vornehmen. Terry wird am Ende des Pilotfilms nun keinen Herzinfarkt haben, sondern ein Aneurysma (Jonathan Larson ist tot, er kann nicht mehr klagen). Die Frage ist, ob nicht Stephen Schwartz der nächste sein wird, der seine Anwälte losschickt, denn gleich in der ersten Szene zieht sich Terry zwei Linien - auf einem Programmheft von “Wicked”. Es bleibt also spannend.

Links
- The Miraculous Year: IMDB-Eintrag
- NY Post: Send in the lawyers

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