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Martin Bruny am Donnerstag, den
13. April 2006 um 14:10 · gespeichert in Musical, Wien, Theater
Theater haben es nicht leicht in der Ära Schüssel und ihrem ausführenden Organ, Kunststaatssekretär Franz Morak. Früher mal, früher mal, da war Franz Morak Schauspieler, Rebell, ein Rockstar, den man vor allem als “Ich möchte Rockstar sein (bins aber nich)” wahrgenommen hat, heute ist er ausführendes Organ einer politischen Partei.
Anno dazumal sang Franz Morak in “Sieger sehen anders aus“:
“Es ist ihr Spiel, sie sind am Drücker, und du wirst es nicht überstehn. Sie lassen dir nicht eine Chance,und bedienen dich extrem. Sie setzen hoch, sie schlagen tief. Und keiner kommt da raus. Nur ich hab sie gesehn, und ich weiß genau: Sieger sehen anders aus!”
In diesen Tagen hat das ausführende Organ eine für die Wiener Off-Theater-Szene folgenschwere Entscheidung getroffen: Fördersummen des Bundes wurden zum Teil völlig gestrichen. Das Odeon beispielsweise wurde bisher mit jährlich 160.000 Euro unterstützt. Nun wurde beschlossen, diese Fördersumme zu kürzen, auf exakt 0 Euro (Kosmos Theater: minus 184.000 Euro/ dietheater: minus 93.000 Euro / Ensembletheater: minus 135.000 Euro / Schauspielhaus: minus 36.000 Euro). Man mag ja zu staatlich geförderter Kunst stehen, wie man will, aber es hat etwas Kafkaeskes, wenn aufgrund eines “Kontrollamtsberichts” ein hochambitioniertes Theaterprojekt “gekillt” wird. Die Off-Theater-Szene ist kein Kunstbereich, in dem es viel zu verdienen gibt. Wer da wirkt, will etwas bewirken, auch wenn er keine nennenswerten Gagen einstreifen kann. Man sollte doch ein wenig mehr Achtung vor der Kunst haben und nicht wie ein Schlachter mit einer Sau umgehen und beschließen: So, heut bist dran. Sag doch einer mal dem Direktor der Wiener Staatsoper, dass er ab nächstem Jahr 100.000 Euro weniger zur Verfügung hat, er würde glatt seinen Spielplan für das Jahr 2020 umwerfen müssen.
Der Bund, so Morak vor einiger Zeit, wolle Wiener Kulturinstitutionen weniger fördern. Weniger Geld von der ÖVP-Regierung an die von der SPÖ regierte Stadt, so der Hintergrund. Auf der Strecke bleibt: die Kunst.
Dass nicht genug Geld da ist, daran kanns nicht liegen. Medienwirksam wurde in den vergangenen Tagen die bröckelnde Fassade der Volksoper präsentiert. Kostenpunkt der Renovierung: über eine Million Euro. Noch medienwirksamer wurde die Misere des Volkstheaters ans Tageslicht befördert. Hier hat Direktor Schottenberg einen Mehrbedarf von 3 Millionen erkennen lassen. Bei manchen Stücken beträgt die Auslastung im Wiener Volkstheater um die 50 Prozent und weniger - und dennoch schreit niemand wirklich auf. Schottenberg ist anerkannt, hat einen Namen. Wie ungleich leichter ist es da, einem Odeon einfach alle Fördergelder zu streichen. Selbst wenn da wer schreit, wen juckts? Renovieren wir die Volksoper, kaufen wir dem Volkstheater einen neuen Stern, verpassen wir dem Theater an der Wien noch eine neue Eingangstür, wer braucht schon das Wiener Off-Theater.
Martin Bruny am Samstag, den
18. März 2006 um 14:14 · gespeichert in Literatur, 2006

Bret Easton Ellis war in der Stadt. Im Theater Rabenhof gab der umstrittene Kultautor (”American Psycho”) am Donnerstag, den 16. März 2006, einen Leseabend, um seinen neuesten Roman “Lunar Park” in angenehmem Ambiente zu promoten.

Wieso hat Ellis diesen Abend eigentlich nicht alleine bestritten - aus seinem Roman zu lesen, ein paar Fragen zu beantworten, das hätte völlig gereicht. So aber steuerten die Veranstalter den Schauspieler Heinz Weixelbraun (”Kommissar Rex”) bei, der Passagen aus der deutschen Übersetzung von “Lunar Park” etwas sehr outrierend zum Besten gab. Sein Tonfall, der wohl eher bei einem, keine Ahnung, altmodischen Detektivroman angebracht gewesen wäre, war unangenehm, die Aussprache der wenigen verbliebenen Anglizismen war meistens daneben. Immer wieder sah sich Weixelbraun genötigt, Worte rauszubrüllen - passend war das nicht, vor allem, wenn man davor/danach Bret Easton Ellis beim Vortragen erleben durfte. Das war unaufgesetzte Coolness, ein Lachen über sich selbst, unterhaltend, ohne bemüht zu klingen.
Ach ja, einen Moderator gab es auch, Claus Philipp. Zu verkrampft, zu uninteressante Fragen, das meiste davon konnte man schon am Tag davor in diversen Interviews lesen, doch selbst auf langweilige Fragen reagierte Ellis sympathisch, witzig, clever wechselnd vom angenehmen Gesprächspartner zum unangreifbaren Kultautor, der seinem Interviewgegenüber dann doch manchmal sehr direkt zu spüren gab, wie langweilig er die eine oder andere Frage fand.

So verbindlich Ellis sich gab, so angreifbar er sich machte, man sollte nie vergessen, dass man es hier nicht mit irgendeinem Proll zu tun hat, der Heimatromane schreibt und jeden Schmarrn beantwortet. Naja, jeden Schmarrn beantworten - vielleicht doch. Bei der anschließenden Signierstunde konfrontierte ich den Autor mit der Frage, ob er in Erwägung ziehen würde, das Buch zu einem Musical zu schreiben. Ellis darauf: “Ja, würde ich in Erwägung ziehen.” Und wovon würde das Musical dann handeln? Die kurze Antwort ist als MP3 downloadbar - zu mehr kam es nicht, weil Brets Verlegerin herbeistürmte und das vermeintliche Interview beendete, weil, nein, nein, Herr Ellis gibt heute keine Interviews mehr. Ellis darauf zum vermeintlichen Interviewer: “Don’t worry.” Ein bisschen entspannter sollte man schon sein, wenn man Bücher von Bret Easton Ellis verlegt.

Am Beginn des Leseabends stand die Frage: “Wer ist Bret Easton Ellis?” Der Moderator meinte, einige Journalistenkollegen hätten ihm genau diese Frage vor der Show gestellt. Nun, während der Veranstaltung hat man viel über das Konstrukt Bret Easton Ellis erfahren, Biographisches, Banales (bezugnehmend auf das Namedropping-Faible des Autors wurde er nach den Herstellern jener Kleidungsstücke gefragt, die er grade am Leib trug, und mit Wonne gab er darauf Antwort) - viel hat man auch über die Art und Weise erfahren, wie Ellis sich selbst im Literaturbetrieb sieht, was er liest, was er gerne schreiben würde, war er fast geschrieben hätte - immer aber blieb da die Frage, ob man tatsächlich etwas über Bret Easton Ellis, den realen Autor erfahren hat, oder über ein Konstrukt, das von Ellis geschaffen wurde, die Hauptrolle in seinem neuen Buch spielt und wie sein Double durch die Welt läuft. Aber vielleicht ist auch diese Charade-artige realunwirkliche Existenz eines der Erfolgsrezepte des Autors.

Martin Bruny am Freitag, den
10. Februar 2006 um 14:23 · gespeichert in Pop

In den 70er Jahren war an Barry Manilow chartsmäßig kein Vorbeikommen möglich. 25 US-Top 40 Hits konnte er verbuchen, manchmal war er mit mehreren Songs gleichzeitig in den Charts vertreten, mit seinen Tourneen knackte er Zuschauerrekorde von Stadien und Hallen in den USA, Japan, England und auch Europa.
Anfang der 80er Jahre war es chartsmäßig plötzlich vorbei. Ein letzter Stoßgesang in Richtung Top Ten ging mit dem Jim Steinman-Song “Read’em and weep” daneben, danach waren die US Top 40 unerreichbares Terrain. Warum es zu dieser Entwicklung kam, das kann so richtig niemand begreifen, aber die Vermutung liegt nahe, dass Manilow sich zu einem Teil selbst aus dem Spiel genommen hat, weil ihm der Rummel, dem er als Popstar ausgesetzt war, den letzten Nerv gezogen hat. Der Performer konzentrierte sich fortan auf seine musikalischen Leidenschaften Jazz, Big Band-Sound, Swing und Musical, veröffentlichte weiter fast jedes Jahr eine CD, komponierte Film-Soundtracks, publizierte seine Autobiographie, produzierte Künstler wie Diane Schuur, Bette Midler und Nancy Wilson, tourte nach wie vor in ausverkauften Hallen - und wurde nach wie vor von der Journaille als Schnulzensänger verhöhnt.
Und damit sind wir auch schon beim eigentlichen Grund angelangt, warum es auf dieser Site regelmäßig Postings über Manilow gibt. Es gibt kaum einen Popsänger, der jahrzehntelange Verhöhnungen derart lässig weggesteckt hat wie Barry Manilow. Seit Anfang der 70er Jahre ist er im Geschäft, seinem Stil ist er treu geblieben, hat seine musikalische Bandbreite aber kontinuierlich erweitert, und langsam, sehr langsam, konnte er einzelne Kritikergruppen für sich gewinnen. Die einen fanden an seinem Jazz-Album “2. a.am. Paradise Cafe” Gefallen, die anderen an seinen Arbeiten als Produzent, wieder andere begeisterten sich für seine Musicalprojekte (”Copacabana”, “Harmony”).
Die harte Arbeit hat sich gelohnt, das Durchhalten allemal. Am 8. Februar 2006 katapultierte sich die neue Manilow-CD “The Greatest Songs of the Fifties” von 0 auf Platz 1 der BILLBOARD-Charts. Mit 156.000 verkauften Exemplaren pulverisierte er damit auch den Rekord an meisterverkauften CDs innerhalb einer Woche. 29 Jahre sind ins Land gezogen, seit Barry Manilow mit seiner Doppel-LP “Live” auf Platz 1 der US-Charts landen konnte. Auch das ein rekordverdächtiger Zeitraum. Mittlerweile wurde aus dem Schnulzensänger, zumindest in den USA, der King of Easy Listening. Nach Monaten der Rap-Herrschaft an den Spitzen der US-Charts ist mit Manilow ein wenig Musik zurückgekehrt. Niemand macht sich Illusionen darüber, dass das allzu lange anhalten könnte, aber letztlich ist das egal. Manilow: “I’ve had some pretty amazing experiences in my career, but this one tops them all … if you live long enough, anything is possible!”
Martin Bruny am Dienstag, den
31. Januar 2006 um 14:27 · gespeichert in Event-Tipps
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In den nächsten Wochen ist in Wien, abgesehen vom Mozart-Overburn, auch musicalmäßig einiges los.
Beginnen wir mit einer meiner Lieblings-Musicalgruppen, dem Ensemble OffBroadway. Ihren Lebensunterhalt können sie damit sicher nicht verdienen, aber die Leidenschaft für den Off-Broadway und seine Meisterwerke ist stark genug, um regelmäßig ein interessantes neues Programm zusammenzustellen. Präsentiert wird bei den Wiener Aufführungen nun schon seit einigen Jahren im Interkulttheater, und am 17./18. März ist es wieder einmal soweit. Die neue Show heißt Musical Studies 2006. Welche Songs am Programm stehen, ist noch ein Geheimnis, die Kurzbeschreibung der Show liest sich wie folgt: “Nachdem die Mitglieder des Ensemble OffBroadway im Rahmen ihrer Ausbildung bzw. ihrer beruflichen Tätigkeit stets neue Nummern einstudieren, lohnt es sich durchaus, diesen Nummern einmal größere Aufmerksamkeit zu widmen. Das tun wir in diesem Programm, das einige jener Stücke zusammenfasst, an denen unsere Mitglieder derzeit arbeiten. Daraus ergibt sich ein Abend, der neue Einblicke in den “musikalischen Alltag” der bei uns Mitwirkenden bietet und neben interessanten neuen Nummern vielleicht auch einiges bietet, was beim Publikum bereits bekannt und beliebt ist, in unseren üblichen Programmen aber weniger Raum findet.”
[Interkulttheater; 17. März, 18. März, jeweils 20.00 Uhr; Mit: Anna Bolyos, Anita Wallner, Thomas Reisinger u. v. a. Band: Johannes Kurz jun. (p), Johannes G. Hauer (b), Paul Öller (dr); Tickets: Euro 14.- / 9.-]
Bleiben wir gleich beim Interkulttheater. Am 24. und 25. April wird dort das Programm CU @ Avenue Q gegeben. Regie und Konzept dieser Show stammen von Stephan Loebbel: “Drei Frauen. Ein Mann. Ein Ort, an dem man sich trifft. Drei unterschiedliche Frauentypen mit ihren eigenen Sorgen und Problemen, aber auch mit allerlei Hoffnungen und Wünschen, die sie alle in diesem einen Mann erfüllt sehen. Der ganz alltägliche Wahnsinn. Ein musikalischer Zusammenschnitt mit Songs aus “The Witches of Eastwick”, “I love you, you?re perfect, now change”, “Avenue Q”, “Songs for a New World” u. v. m.”
Jason Robert Brown-Songs (for a New World) auf einer Wiener Bühne, da muss bzw. sollte man hin.
[Interkulttheater; 24. April, 25. April, jeweils 20.00 Uhr; Mit: Laura Gandlgruber, Verena Hager, Liza Tugendsam u. a.; Tickets: Euro 10,-/8,-]
STAGE - tanze deinen moment nennt sich eine Show der fiftysix company, die ab 13. März im Theater Akzent läuft. Es handelt sich dabei um ein Tanzmusical mit Songs von Falco, Eminem, Propellerhead und Will Smith sowie Nummern aus “West Side Story”, “Fosse”, “Notre Dame de Paris”, “Funny Girl” u. v. a. Als Gaststars konnte man Robert D. Marx (bekannt u. a. aus “Elisabeth”) und Sabine Neibersch (”Die Schöne und das Biest”) verpflichten.
[Theater Akzent; 11. März, 16. März, 17. März, jeweils 19:30 Uhr; Tickets: Euro 29,- /25,- / 21,- / 17,-]
Ein besonderes Spektakel verspricht die dietheater Wien-Produktion De Lady in de Tutti Frutti Hat zu werden, die ab 8. Februar im Künstlerhaus zu sehen ist: “In einem 40er Jahre Nachtclub à¡ la Copa Cabana gibt die Brasilianische “Bombshell” Carmen Miranda eine Vorstellung. Sie singt einige ihrer Lieblingssongs, dazwischen erzählt sie über ihr Leben, ihre Karriere und das Filmbusiness. Die Bühne ist ein Filmstudio - im Verlauf des Abends werden zu den einzelnen Songs immer mehr Set- und Kostümteile herein- und hinausgebracht, werden mit wenigen Mitteln und ungewöhnlichen Ideen große und überbordende Szenen anlehnend an Mirandas Hits kreiert. Zwischen den großen Musicalnummern wird in schlichtem, dokumentarischem und intimem Stil Mirandas Geschichte erzählt, wobei die Grenzen zwischen der Darstellerin Irene Coticchio und der Dargestellten Carmen Miranda zunehmends unklarer werden, die “Echte” und die Repräsentation für das Publikum nicht mehr eindeutig trennbar sind. “De Lady in de Tutti Frutti Hat” ist eine Musik-Performance, in der die Methodik bzw. Machart des Technicolor-Musicals und dessen manipulative Faszination sichtbar gemacht werden, die aufzeigt, wie Glamour, Extravaganz und große Emotion kreiert werden. “De Lady in de Tutti Frutti Hat” ist aber auch eine Liebeserklärung an ein Genre, das hierzulande totgesagt wird, dessen Potentiale aber noch lange nicht erschöpft sind.”
[dieTheater Wien; 8. Februar bis 25. Februar, jeweils 20 Uhr; Mit: Irene Coticchio als Carmen Miranda sowie Anna Mendelssohn, Verena Brückner, Magda Loitzenbauer; Musik: Lonesome Andi Haller Band; Raum: Otmar Wagner; Kostüme: art point/Lena Kvadrat; Video: Michael Strohmann; Regie: Yosi Wanunu; Assistenz: Claribel Koss; Hospitanz Raum: Noemi Hermanns; Produktion/PR: Kornelia Kilga; Tickets: pay as you can]
Auch die Wiener Kammeroper präsentiert in den nächsten Wochen ihre jährliche Musicalproduktion. Dieses Mal wird eine “Fats Waller Musical Show” gegeben. Ain’t misbehavin’ hat am 18. Februar Premiere und wartet unter anderem mit dem Hardest Working Man in Musical Business, dem einmaligen Mister Previn Moore auf.
[Wiener Kammeroper; 16. Februar bis 24. März, jeweils 19:30; Mit: Carole Alston, Aisha Lindsey, Amanda Whitford, Alvin Le-Bass, Previn Moore; Basierend auf einem Konzept von Murray Horwitz und Richard Maltby Jr.; Musik: Thomas “Fats” Waller; Dirigent: Michael Schnack; Regie: Giorgio Madia; Set Design: Cordelia Matthes; Licht: Harry Michlits; Tickets: 5 bis 40 Euro]
Sandra Pires, Nina Proll und Maya Hakvoort haben sich mit ihren One-Woman-Shows “Destino”, “Nina Proll singt …” bzw. “Elisabeth auf Solopfaden - Maya goes Solo” ins Wiener Metropol eingebucht. Sandra Pires ist am 3. Februar zu erleben, Nina Proll am Tag darauf. Maya Hakvoort gastiert am 29. April im Metropol.
Romeo & Julia im Wunderland sowie Mozart goes Broadway sind zwei Kleinstproduktionen, die in den nächsten Wochen im Theater Center Forum zu sehen sind.
Hedwig & the angry inch, das “Neo-Glam-Post Punk-Rock-Musical”, zweifellos einer der Höhepunkte in Sachen Musical 2006, feiert am 23. März im Wiener Metropol seine Premiere. In der Hauptrolle: Andreas Bieber. Ein Pflichttermin.
Auch die Vereinigten Bühnen Wien gehen mit Hochkarätigem an den Start. Auf die konzertante Aufführungsserie von Levay/Kunzes Mozart! folgt ein Tribute to Bernstein, gefolgt von einer weiteren konzertanten Aufführungsserie des Lloyd Webber-Welterfolgs Jesus Christ Superstar. Und schon ab 7. Februar ist die Produktion The Little Matchgirl im Wiener Odeon zu Gast.
Die Volksoper wird ab März wieder ein paar ausverkaufte Vorstellungen zu bieten haben. La Cage Aux Folles feiert am 9. März seine Wiederaufnahme. In den Hauptrollen Karlheinz Hackl (Zaza) und Kurt Schreibmayer (Georges). Mit der Veranstaltungsserie No Business Like Show Business blickt die Volksoper auf 50 Jahre Musical in Europa und an der Volksoper zurück. Die Produktion bietet Showstopper aus “Kiss me Kate”, “Hello Dolly”, “West Side Story”, “The Sound of Music” u. v. a. Mit dabei sind unter anderem Publikumsdarlings von Rang und Namen wie Dagmar Koller und Michael Heltau.
Martin Bruny am Sonntag, den
22. Januar 2006 um 14:50 · gespeichert in Event-Tipps
Ausverkauft! Alle Vorstellungen der Produktion “Once on this Island” (Ahrens/Flaherty), die, wie bereits berichtet, vom 27. Januar bis 2. Februar 2006 an der Konservatorium Wien Privatuniversität gespielt wird, sind bereits vor der Premiere ausverkauft, Restkarten gibt es jeweils 15 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung an der Abendkasse. Nicht schlecht, allemal sicher ein angenehmes Gefühl, mit der Wahl eines Stückes genau ins Schwarze getroffen zu haben.
Als kleinen Vorgeschmack auf diesen musicalischen Leckerbissen gibt es heute ein paar exklusive Probenfotos, aufgenommen von Sam Madwar.






Wer noch mehr Fotos sehen möchte, kein Problem. “Once on this Island” als kleine Slideshow ist unter folgender URL abzurufen: Slideshow starten
Martin Bruny am Donnerstag, den
19. Januar 2006 um 14:55 · gespeichert in Netz, Pop
Am 18. Januar ging das Video zur neuen Barry Manilow-Single “Unchained melody” bei Amazon.com (und Amazon.ca) online. Manilows CD “The Greatest Songs of the Fifties” lag zu dieser Zeit auf Platz 124, Stunden später stieg die CD bis auf Platz 3 der Amazon.com Sales Rank.
Inwiefern diese Zahlen chartsrelevant sind, wird man spätestens dann abschätzen können, wenn die CD am 31.1.2006 offiziell erscheint und in BILLBOARD gelistet wird. Bis dahin ist “Unchained Melody” unter folgendem Link zu sehen und hören: ZUM VIDEO
Martin Bruny am Donnerstag, den
19. Januar 2006 um 14:54 · gespeichert in Musical, Tonträger
Nach langer Zeit hat das Branchenfachblatt BILLBOARD wieder einmal eine Top 15 der derzeit erfolgreichsten Broadway-CDs veröffentlicht, die sich wie folgt liest:
TOP BROADWAY ALBUMS
1. WICKED
2. MAMMA MIA!
3. RENT: THE BEST OF: HIGHLIGHTS FROM THE ORIGINAL CAST ALBUM
4. RENT ORIGINAL CAST ALBUM
5. THE PHANTOM OF THE OPERA: HIGHLIGHTS (CAST ALBUM)
6. MONTY PYTHON’S SPAMALOT
7. THE PHANTOM OF THE OPERA (CAST ALBUM)
8. HAIRSPRAY
9. AVENUE Q: THE MUSICAL
10. DIRTY ROTTEN SCOUNDRELS
11. LES MISERABLES: HIGHLIGHTS (OBC)
12. THE WOMAN IN WHITE
13. THE LION KING
14. THE PRODUCERS
15. ANNIE
Listen sind ja immer was Nettes, aber wie gut verkauft sich die Nummer 1 der TOP BROADWAY ALBUMS? Von “Wicked” gingen im Bewertungszeitraum ca. 8300 Stück über den Ladentisch. Keine dieser CDs schaffte mit diesen Verkaufszahlen den Sprung in die BILLBOARD TOP 200.
Martin Bruny am Donnerstag, den
19. Januar 2006 um 14:52 · gespeichert in Theater, Skurriles
Lustig ist es ja derzeit in der schönen neuen Medienwelt. Ein digitales Nachschlagewerk wird geschlossen, weil darin der Name Boris Floricic verankert ist, also der Realname jenes Hackers, der als “Tron” durch das verpixelte Paralleluniversum geistert, wobei Paralleluniversum, das ist auch so eine Sache. Halten wir uns an Schlingensief, der derzeit im Wiener Burgtheater predigt und die Meinung vertritt, dass es aus der Sicht des Paralleluniversums selbst kein Paralleluniversum gibt, weil sich jedes Universum als das absolute Universum begreift. “Bekennen wir uns zur Scheisse”, das ist das Motto des Projektkünstlers, der aus einer Mischung aus Dreck, digitaler High-Tech-Kulisse, gepaart mit Low-Tech-Verarbeitung, Lärm, begeistert mitmachenden Künstlern und ein paar weiteren geheimen Ingredienzien einen orgiastischen 5,5-D-Jahrmarkt in den Zuschauerraum und auf die Bühne des Burgtheaters verpflanzt hat. Ganz ernsthaft erläutert Schlingensief in Vorträgen sein Konzept, um es dazwischen immer wieder aufzubrechen und mit Genuss der Lächerlichkeit preiszugeben, unverbindliche Kunst, running arts, das serviert er den “Zuschauern”, die in die Burg kommen. Jeder darf nehmen, soviel er will, was er will, was er verträgt. Wer davon das Kotzen bekommt, selbst schuld, hier gibt es keine 3 Akte, kein perfekt geformtes Menü, das runtergeht wie warme Milch, hier ist jeder selbst aufgefordert, zu entscheiden, welchen Batzen an Performance er verschlingen will. Schlingensief ernst zu nehmen wäre vielleicht ein Fehler, aber was kann man derzeit schon ernst nehmen. Fünf Bilder von Gustav Klimt, die Österreich nicht rechtmäßig in Besitz hat und daher der rechtmäßigen Besitzerin retournieren muss, sind der Republik zu teuer, um sie zurückzukaufen. Man suche Sponsoren, heißt es. Rettet Klimt versus Rettet den Stephansdom, wird es vielleicht bald heißen. Und so wie alle paar Monate Schüler durch Wien laufen, um für den Stephansdom Spenden zu sammeln, wird vielleicht auch bald eine Spendenaktion für Klimt durchgeführt. Rettet unseren Fremdenverkehr. Wir haben ja sonst nichts. Außer vielleicht die Sängerknaben, die in den abgebrannten Sofiensälen vielleicht einmal einen neuen Proberaum finden werden, oder auch nicht, denn diesbezügliche Pläne wurden bereits wieder dementiert. Die Bundesregierung sollte Schlingensief engagieren, nein, sie sollte ihm ein Ministerium schaffen, der Mann hat wenigstens Ideen. Für den Stephansdom wird ihm was einfallen, und für Klimt, mein Gott, fragt ihn, redet mit ihm, wenn ihr schon mit der rechtmäßigen Besitzerin der Bilder nicht reden wolltet. Österreich braucht Schlingensief. Und gebt ihm um Himmels Willen das Theater an der Wien als Ministerium der Träume, es wird ohnedies an mehr als 264 Tagen nicht gebraucht.
Martin Bruny am Freitag, den
13. Januar 2006 um 14:57 · gespeichert in Musical, Wien, Event-Tipps

Vom 27. Jänner bis 2. Februar 2006 steht die Wiener Konservatorium Privatuniversität ganz im Zeichen karibischer Rhythmen. Als deutschsprachige Erstaufführung (deutsche Übersetzung: Johannes Glück) wird das Lynn Ahrens/Stephen Flaherty-Tanzmusical “Once On This Island” (basierend auf dem Roman “My love, my love: Or The Peasant Girl” von Rosa Guy) gegeben.
Mit “Once On This Island” feierten Lynn Ahrens und Stephen Flaherty 1990 ihren ersten großen Broadway-Erfolg (8 Tony-Nominierungen). Die Show startet mit “We Dance”, einem der mitreissendsten Intros der Musicalgeschichte: Auf einer nicht näher bezeichneten karibischen Insel beschreiben ärmliche Bauern ihre Welt - ihr Leben, das von den mächtigen Göttern gelenkt wird -, und ihre Insel - eine Insel, die regiert wird von den “grand hommes”. Die Bauern und die “grand hommes”, so heißt es im Eröffnungssong, “two different worlds, never meant to meet. But if the gods move our feet, we dance”. Damit sind die Zuschauer mitten im Szenario, und es kann losgehen mit der Story: Ein mächtiger Sturm tobt über die Insel. Die Geschichtenerzähler versuchen ein verängstigtes Kind mit einem Märchen zu beruhigen und erzählen von Ti Moune, dem armen Bauernmädchen, das sich in Daniel, einen Jungen der Upperclass, verliebt und dem sie nach einem Autounfall das Leben rettet. Die Götter der Erde, des Wassers, der Liebe und des Todes lenken das Schicksal der jungen Liebenden und senden Ti Moune auf eine Reise, die die Kraft ihrer Liebe auf die Probe stellt.
Songs der Broadway-Fassung:
We Dance - Storytellers
One Small Girl - Euralie, Julian, Little Ti Moune & Storytellers
Waiting For Life - Ti Moune, Storytellers
And the Gods Heard Her Prayer - Asaka, Agwe, Papa Ge, Erzulie
Rain - Agwe, Storytellers
Pray - Peasants with Ti Moune, Julian, Euralie, Guard
Forever Yours - Ti Moune, Papa Ge & Daniel
The Sad Tale of the Beauxhommes - Armand, Storytellers
Ti Moune - Euralie, Julian & Ti Moune
Mama Will Provide - Asaka, Agwe & Papa Ge & Storytellers
The Human Heart - Erzulie, Storytellers
Some Girls - Daniel
The Ball - Andrea, Daniel, Ti Moune, Storytellers
When We Are Wed - Andrea & Ti Moune, Daniel & Papa Ge
A Part Of Us - Euralie, Little Ti Moune, Julian and storytellers
Why We Tell This Story - Storytellers & Little Ti Moune

Lynn Ahrens’ wichtigste Arbeiten/Auszeichnungen:
Broadway:
- Ragtime (Tony, Drama Desk und Outer Critics Circle Awards, 2 Grammy-Nominierungen)
- Once On This Island (Olivier Award, Best Musical, 2 Tony-Nominierungen)
- A Christmas Carol (10 Jahre im Madison Square Garden)
- Seussical (Grammy-Nominierung)
Lincoln Center Theatre:
- My Favorite Year
- A Man of No Importance (Outer Critics Circle Award, Best Musical).
- Dessa Rose
Off-Broadway:
- Lucky Stiff (Helen Hayes Award)
Film:
- Anastasia (2 Oscar-Nominierungen, 2 Golden Globe-Nominierungen)
TV:
- H.E.L.P. (ABC-TV, Emmy-Award); 4 Emmy-Nominierungen

Stephen Flahertys wichtigste Arbeiten/Auszeichnungen
Broadway:
- Ragtime (Tony, Drama Desk und Outer Critics Circle Awards, 2 Grammy-Nominierungen)
- Seussical (Drama Desk- und Grammy-Nominierungen)
- Once On This Island (Tony-Nominierung; Olivier Award in der Kategorie Best Musical, London)
- Proposals
Lincoln Center Theatre:
- My Favorite Year
- A Man Of No Importance (Outer Critics Circle award in der Kategorie Best Musical)
- Dessa Rose
Off-Broadway:
- Lucky Stiff
Film:
- Anastasia (2 Oscar-Nominierungen, 2 Golden Globe-Nominierungen).
“Once on this Island” (Konservatorium Wien Privatuniversität)
Regie: Wolfgang Groller
Musikalische Leitung: Peter Uwira
Choreografie: Ricarda R. Ludigkeit
Bühne: Sam Madwar
Kostüme: Doris Richter
Dauer: 80 Minuten (keine Pause)
TI MOUNE (Irena Flury/Nadine Denise Zeintl)
DANIEL (Oliver Arno/Rainer Bräuer)
MAMA (Sandra Högl/Elisabeth Heller)
TONTON (Peter Kratochvil/Richard Schmetterer)
ASAKA (Nicole Radeschnig/Andrea Frohn)
AGWE (Bernhard Viktorin/Otto Jaus)
PAPA GE (Richard Schmetterer/Peter Kratochvil)
ERZULIE (Elisabeth Sikora/Daniela Sukup)
ARMAND (Rainer Bräuer/Oliver Arno)
ANDREA (Birgit Radeschnig/Donja Anvie-Golpashin)
Konservatorium Wien Privatuniversität, Leonie-Rysanek-Saal; 1010 Wien, Johannesgasse 4a / 27., 28., 30. und 31. Jänner, 1. und 2. Februar 2006, jeweils 19:30 Uhr / Karten: Euro 15,-/9,- erm. an der Kassa der Konservatorium Wie Privatuniversität
Tel.: (01) 512 77 47-89329 od. E-Mail: p.prinzjakowitsch@konswien.at
“Once On This Island” has the integrity of genuine fairy tales in that it doesn’t lead to a saccharine ending, but to a catharsis, transcendent acceptance of the dust-to- dust continuity of life and death (Frank Rich, New York Times, 1990)
Mr. Flaherty immersed himself in Caribbean rythms and reshaped them through his prolific knack for melody … The result is a score that gets the body jumping and the feet tapping. Miss Ahrens has shown she can be as cerebral as needs be, but here she isn’t going as much for the head as for the soul … Instead of cleverness, she injects an emotional and elegant peasant poetry that is captivating (Hap Erstein, Washington Times, 1992)
Martin Bruny am Montag, den
9. Januar 2006 um 14:57 · gespeichert in Pop, Tonträger

Was Barry Manilow auf seiner neuen CD The Greatest Songs of the Fifties an Arrangement-Finesse bietet, ist geradezu sensationell. Immer schon galt der Grundsatz, dass die wahren Entertainer Songs nicht einfach singen, sondern sich diese aneignen, ihrem Stil anpassen, und schon immer war Manilow ein Meister darin, Lieder zu manilowisieren. Das hat er bei “The Greatest Songs of the Fifties” zur absoluten Perfektion getrieben. Was er an neuen Nuancen und Varianten beispielsweise aus “Unchained Melody” herausholt, wie er überraschende neue Akzente im Song setzt, die Spannungsmomente neu verteilt und dann einen sensationellen Abgang inszeniert, das allein ist es wert, sich diese CD zu kaufen.
In der guten alten Manilow-Zeit, Ende der 1970er, Anfang der 1980er, als der US-Sänger einen Top 40-Hit nach dem anderen landen konnte, wäre auch seine “Unchained”-Version ein sicherer Nr.1-Hit geworden, allein, die Zeiten sind vorbei. Manilow hat diese Charts-Abstinenz nicht zuletzt Mitte der 1980er Jahre selbst gewählt, um mehr an künstlerischer Freiheit zu gewinnen. Derzeit ist er in Las Vegas mit seiner Show Music and Passion DER Kassenmagnet schlechthin, sein aktuelles Musical Harmony ist auf dem Sprung an den Broadway.
“The Greatest Songs of the Fifties” erscheint in den USA am 31. Januar 2006. Einige Hörproben gibt es als Stream bei jrecords.
Barry Manilow: The Greatest Songs of the Fifties
01. Moments To Remember
02. All I Have To Do Is Dream
03. It’s Not For Me To Say
04. It’s All In The Game
05. Young At Heart
06. Love Is A Many Splendored Thing
07. Are You Lonesome Tonight?
08. Rags To Riches
09. Beyond The Sea
10. Unchained Melody
11. What A Diff’rence A Day Makes
12. Teach Me Tonight/Sincerely (Duet with Phyllis McGuire)
13. Venus
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