Martin Bruny am Samstag, den
28. Januar 2012 um 03:27 · gespeichert in Theater
Im Wiener Theater Drachengasse ist seit 24. Januar die österreichische Erstaufführung der musikalischen Farce »Mord im Musikantenbeisl« zu sehen. Die Show läuft so erfolgreich, dass man die Spielserie um zwei Tage verlängert hat. Zum lustigen Mörderraten darf man sich nun auch noch am kommenden Donnerstag und Freitag, am 2. und 3. Februar, einfinden.
Die Produktion ist ein schrilles Spektakel, in dem der Humor ab und an mit den United Forces von Bronchial- & Brachialgewalt zelebriert wird, aber wohlüberlegt und geplant. Gute Laune ist vorprogrammiert, wenn das vergammelte, falsche und verlogene Schlager-TV-Geschäft so richtig, aber wirklich so richtig aufs Korn genommen wird.
Das Ganze ist sehr interaktiv angelegt, wer nicht mitpascht, mitstampft und keine Stimme hat, um HOSSA zu brüllen, hat wenig Chancen, heil aus dem Theater rauszukommen, vor allem, wenn man in der dritten Reihe sitzt.
Kleine Unpässlichkeiten innerhalb der Cast wurden so gelöst, dass das Ganze ein noch größerer Spaß wird. So hat Jacqueline Braun, Darstellerin der Moderatorin Linda De Mehl und des amerikanischen blinden 19-jährigen Schlagerstars Heidi Heida, ausgerechnet während der Spielzeit ihre Stimme verloren. Die Lösung: Sie wird live synchronisiert, und das Publikum darf wählen, wer diese Aufgabe denn erfüllen soll: In der Vorstellung vom 27. Januar waren das Richard Panzenböck, der Regisseur, oder Joanna Godwin Seidl, die bei dieser Produktion unter anderem als Assistent der Regie fungiert. Das Publikum wählte mehrheitlich Richard Panzenböck, und auch das war, wie alles an diesem Abend, ein großer Spaß.
Gegen Ende der Show stellte Karsten Kammeier in seiner Rolle als Schizo-Tourette-Blaskapellen-Inspektor einem Mädchen die Frage: »Wie bringt man einen Musikanten zum Singen?” Als Antwort kam, spontan: “Hauen!” – das sind Momente, wie man sie wohl nur in solchen Shows erlebt.
Sollte man sich nicht entgehen lassen.
Leading Team
Buch: Ronny Rindler
Musik: Rory Six
Regie: Richard Panzenböck
Assistenz: Joanna Godwin Seidl
Playbacks + Aufnahme: Gernot Ottowitz
Playbacks: Joschen Hirschinger
Licht: Gordanna Crnko
Cast
Linda De Mehl, Heidi Heida: Jacqueline Braun
Florian Edelstahl, Uwe Schwarm: Nikolaus Firmkranz
Ottfried Schnüffler: Karsten Kammeier
Rosa Pinsel, Helene Zwitscher, Dr. Schnelltod: Katrin Mersch
Detlef Leim: Rory Six
Dr. Dr. Richter: Joanna Godwin Seidl
Martin Bruny am Donnerstag, den
26. Januar 2012 um 13:39 · gespeichert in Musical, Wien, Event-Tipps
12. Mai 2012
20:00
bis
22:30
Am 12. Mai 2012 kommt der originale Sister Act nach Wien: »Non(n)sens« (»Nunsense«), ein Musical von Dan Goggin (Buch/Musik/Texte), das am 12. Dezember 1985 im Cherry Lane Theatre seine Off-Broadway-Premiere feierte und 3672 Vorstellungen in diesem Theater und später im Douglas Fairbanks Theater erlebte. Christine Anderson, Vicki Belmonte, Marilyn Farine, Semina De Laurentis und Suzi Winson begeisterten ihr Publikum, rund zehn Jahre war »Nunsense« Off-Broadway ein Hit. Die Show war und ist nach wie vor weltweit erfolgreich und erlebt dutzende Produktionen jedes Jahr, mehr als 8000 bis dato weltweit. Das Musical bricht in vielen Häusern Zuschauerrekorde, mehr als 25.000 Darstellerinnen sind in all den Shows in die Rollen der Nonnen geschlüpft, über 500 Millionen Dollar konnten all die Produktionen weltweit einspielen. Und das, obwohl man »Nunsense« auch so charakterisieren kann:
Not bad for a one-joke show with a forgetable score (Thomas S. Hischak)
Der Inhalt von »Non(n)sens« ist schnell erzählt:
Die harmlose, aber leider auch völlig unfähige Köchin eines Klosters hat nichtsahnend 52 ihrer Ordensschwestern mit einer vergifteten Bouillabaisse vorzeitig gen Himmel gesandt. Die Aufregung ist groß, vor allem weil das Geld für die vielen Beerdigungen nicht reicht. Mit einer selbst einstudierten Benefizvorstellung versuchen nun die Mutter Oberin und die überlebenden Ordensschwestern Geld zu sammeln. Jede Schwester hat sich dafür die eine oder andere Nummer ausgedacht.
Es muss etwas dran sein, an Nonnen auf der Bühne (und im Film), generell. Das Erfolgsrezept von »Non(n)sens« und dem im Ronacher laufenden »Sister Act« scheint ident, bis hin zur musikalischen Ebene. Auch in Goggins Show sind die Songs kleine Pastiche-Stücke, etwa aus dem Gospelgenre (»Hollier Than Thou«), aus dem Country- & Western-Bereich (»I Could’ve Gone to Nashville«), Vaudeville (»Just a Coupla Sisters«) und so weiter – bis hin zur Step-Nummer »Tackle the Temptation with a Time Step« oder etwa der Popnummer »Growing Up Catholic«.
Tanzende, singende Nonnen – die Show war ein dermaßen großer Hit, dass mit »Nunsense 2: The Sequel« 1994, ebenfalls von Dan Goggin, ein Nachfolger Off-Broadway produziert wurde, der aber nur 149 Vorstellungen erlebte. Für die Cast-CD benannte man die Show um in »Nunsense II: The Second Coming«. Das sollte es noch lange nicht gewesen sein. Es kam eine ganze Reihe weiterer Sequels auf die Bühne: eine Country & Western-Version (»Sister Amnesia’s Country Western Nunsense Jambore«), eine TV-Christmas-Musical-Version (»Nuncrackers: The Nunsense Christmas Musical«), weiters »Meshuggah-Nuns!”, »Nunsensations: The Nunsense Vegas Revue« und »Nunset Boulevard« (2009).
1998 brachte Dan Goggin einen Drag-Ableger seiner Show mit dem Titel »A-Men!« Off-Broadway ins 47th Theatre, weitere Spin-offs: »Nunsense. The Mega-Musical« und »Sister Robert Anne’s Cabaret Class«.
Die Wiener Kammerspiele setzen bei ihrer Version des Musicals durchwegs auf bekannte Namen, angefangen bei Regisseur Werner Sobotka, Choreograf Ramesh Nair, dem musikalischen Leiter Christian Frank – bis hin zu den Stars der Produktion: Marianne Mendt, Sandra Cervik, Sona McDonald, Ruth Brauer-Kvam und Hanna Kastner.
Non(n)sens
Buch/Musik/Texte: Dan Goggin
Regie: Werner Sobotka
Musikalische Leitung: Christian Frank
Choreografie: Ramesh Nair
Bühnenbild: Lothar Hüttling
Kostüme: Elisabeth Gressel
Cast
Mutter Oberin: Marianne Mendt
Schwester Maria Hubert: Sandra Cervik
Schwester Robert Anna: Sona MacDonald
Schwester Maria Amnesia: Ruth Brauer-Kvam
Schwester Maria Leo: Hanna Kastner
Martin Bruny am Donnerstag, den
26. Januar 2012 um 01:49 · gespeichert in Pop, Event-Tipps
9. Mai 2012
20:00
bis
22:00
Am 9. Mai 2012 tritt Drew Sarich im Wiener Stadtsaal mit seinem Programm »Silent Symphony« auf. Mit dabei: Gary Howard (Flying Pickets), Christian Deix, Chris Harras (Core), Anzo Morawitz, Alexander Horstmann und Harald Baumgartner. Band: Erwin Bader, Manfred Franzmeier, Rainer Gutternigg und Titus Vadon.
Update 20. April 2012
Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft.
Martin Bruny am Mittwoch, den
25. Januar 2012 um 21:59 · gespeichert in Musical, Wien, Event-Tipps
1. September 2012
19:30
bis
22:00
Am 1. September 2012 feiert »Gustav Klimt – das Musical« seine Wien-Premiere. Der 150. Geburtstag Klimts ist ein willkommener Anlass – die Spielstätte, das Wiener Künstlerhaus, war im Leben Klimts bedeutend. Vom 6. Juli bis 2. September 2012 widmet sich eine eigene Ausstellung im Wiener Künstlerhaus, quasi im Vorfeld des musicalischen Events, diesem Thema (»Gustav Klimt und das Künstlerhaus«)
Das Musical »Gustav Klimt« erzählt die Geschichte des berühmtesten österreichischen Malers von seinen Jugendtagen, den erfolgreichen Jahren mit der »Künstler Compagnie« und den Schicksalsschlägen des Todes seines geliebten Bruders und seines zweiten Sohnes, bis zu den erotischen Amouren mit seinen Modellen und der platonischen Lebens-Liebes-Beziehung mit Emilie Flöge. Das Spannungsfeld aus den Bildern von Gustav Klimt, den wunderschönen Jugendstil-Kostümen und der Musical-Rock-Musik lässt die Zuschauer eine Melange der Künste erleben.
Leading Team
Musik: Gerald Gratzer
Buch/Texte: Sissi Gruber/Birgit Nawrata/Niki Neuspiel
Produzent: Niki Neuspiel/Ernst Neuspiel
Regie: Dean Welterlen
Kostüme: Uschi Heinzl
Bühnenbild: Eduard Neversal
Motiondesign/Videoprojektion: Norbert Wuchte
Lichtdesign: Michael Grundner
Ton: Elias Kern
Musikalische Einstudierung: Herwig Gratzer
Choreografie: Cedric Lee Bradley
Regieassistenz/Abendspielleitung: Alex Riff
Martin Bruny am Mittwoch, den
25. Januar 2012 um 04:48 · gespeichert in Theater, Event-Tipps
4. März 2012
13:00
bis
15:00
Nach den großen Erfolgen im Oktober 2010 und Mai 2011 präsentieren die Vereinigten Bühnen Wien und die Freunde der Wiener Staatsoper in Kooperation mit dem Unterrichtsministerium am Sonntag, dem 4. März 2012, um 13.00 Uhr im Raimund Theater eine dritte Ausgabe der Matinee »Musical meets Opera«.
Die Infos zum Konzert:
Diesmal sind wir zu Gast auf einem Luxuskreuzfahrtschiff, das uns nach New York bringt. Im Gegensatz zu Tanz der Vampire ist das Musical ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK ein reines Revuestück mit aneinandergereihten Hits von Udo Jürgens, aber durch die immense Popularität der Lieder nicht weniger spannend.
Wiederum haben Sie die Möglichkeit Opernsänger zu bestaunen, wenn sie sich von ihrem gewohnten Umfeld wegbewegen und sich als Musicalsänger versuchen. Andrerseits werden die Stars aus dem Musical auf die Oper zugehen und gemeinsam mit den Kollegen aus der Oper Medleys aus den bekanntesten Opernmelodien interpretieren. Für einen musikalischen Augen und Ohrenschmaus sorgen diesmal: Daniela Fally, Lisa Koroleva, Clemens Unterreiner und Jörg Schneider.
Seitens des Musicals sind Andreas Lichtenberger, Ann Mandrella, Andreas Bieber, Peter Fröhlich und all die anderen Hauptdarsteller mit dabei.
Tickets sind um €15,- (Musicalclubpreis €10,-) unter 01/588 85 und an den Tageskassen der VEREINIGTEN BÜHNEN WIEN buchbar.
Martin Bruny am Mittwoch, den
25. Januar 2012 um 02:53 · gespeichert in Theater
Wie vorauszusehen war, wird die Kammeroper Wien von den VBW/Theater an der Wien quasi »übernommen”, wenngleich dieser Ausdruck in der amtlichen Sprachregelung tunlichst vermieden wird. Mit der »Nichtübernahme« lässt man sich aber Zeit, denn zuvor gilt es wohl, den derzeitigen Leitern keinerlei Hoffnung auf eine andere Regelung zu machen – sozusagen nachhaltig. Es wird, wie Kulturstadtrat Mailath-Pokorny in einem Interview mit dem KURIER formuliert, eine »Kammeroper Neu« geben, aber erst im September 2012.
Warum es die »Kammeroper Neu« geben wird? Nun, weil Bund und Stadt Wien in einer konzertierten Aktion der »Kammeroper Alt« die Subventionen in der Höhe von jeweils 700.000 Euro gestrichen haben beziehungsweise vernehmen ließen, sie nicht weiter zu gewähren, und damit den derzeitigen Leitern sagen wir die Aufgabe der Leitung »leicht gemacht haben«. Eine Online-Petition, die von 2567 Unterstützern der »Kammeroper Alt« gezeichnet wurde, darf man sich als virtuell im Gulli verrottend vorstellen. Gründe für die »Nichtübernahme« der Kammeroper werden keine angegeben.
Freilich, so Mailath-Pokorny, ist das Genre »Kammeroper« ja für eine Opernstadt wie Wien sehr wichtig, daher wird ein Verein gegründet, in dessen Vorstand unter anderem zwei Personen vertreten sein werden: Roland Geyer, der Chef des Theaters an der Wien, und Walter Kobera, Leiter der Neuen Oper Wien, als Repräsentant der freien Szene.
Damit ist klar, dass die Kammeroper großteils zur Spielstätte des Theaters an der Wien wird, und die VBW bekommen für das Projekt Kammeroper 700.000 Euro von der Stadt Wien jährlich. Mailath:
»Das ist aber keine Übernahme durch das Theater an der Wien, weil ja auch die freie Szene verankert ist.«
Die Fakten: Roland Geyer wird künstlerischer Letztverantwortlicher der Kammeroper, und strukturell wird die Kammeroper ja wohl doch zum Teil des Theaters an der Wien, selbst der Aboverkauf wird über das Theater an der Wien abgewickelt. Dennoch: Man hat ja noch das Schamtuch »Freie Szene« als Rechtfertigungstotschlagargument. Well done!
Martin Bruny am Samstag, den
21. Januar 2012 um 23:59 · gespeichert in Event-Tipps
28. März 2012
20:00
bis
22:00
73 Jahre ist Peter Kraus vor ein paar Tagen geworden, sechs Jahrzehnte Showbusiness hat er in den Beinen, 1957 erschien seine erste Single: »Tutti Frutti«. »Professor« ist er noch keiner, aber das »Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien« hat er natürlich, und der Professorentitel … wird schon noch kommen.
Wien-Premiere am 28. März 2012
2012 geht Peter Kraus auf große Tournee. »Für immer in Jeans« ist das Motto seiner neuesten Revue, mit der er am 28. und 29. März sowie am 18. und 19. Mai in der Halle F der Wiener Stadthalle gastieren wird, gemeinsam mit der Peter Kraus All Star Band, Special Guests wie zum Beispiel Musicaldarstellerin Barbara Endl (im Sommer in Röttingen im Musical »Romeo & Julia« zu sehen), und einem Tanzensemble, unter anderem mit Marvin Dietmann (ebenfalls in Röttingen in »Romeo & Julia« zu sehen). In 40 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Kraus spielen: Songs, verpackt in kleine Szenen, ein revueartiger Blick zurück in die 50er Jahre, aber auch neue Lieder stehen am Programm.
Leading Team
Regie: Thomas Smolej
Choreografie: Sabine Bartosch
Choreografie-Assistenz: Marvin Dietmann
Produktion: Semmel Concerts GmbH//Fechter Management & Verlag GmbH
Special Guests
Mike Kraus, Andy Lee Lang und Barbara Endl
Ensemble
Marco Maurer, Marvin Dietmann, Thomas Huber (Swing); Anna Carina Buchegger, Anna Weghuber und Beatrix Gfaller
Hey guys, Equity has just announced that our lovely OLC’s royalties problem is now resolved! The cast will be signing a new agreement very soon, so the time has come to close this petition. Thank you all so much the past week for your support—long live Les Mis. :)
Michael Ball, einer der Betroffenen, meint:
Look, it isn’t a large amount of money we are talking about. In fact, it is very little, but it is the principle of the thing, as much as anything. I mean, I tend to believe that on a cast album the singers are quite an integral part. [The Telegraph]
Martin Bruny am Mittwoch, den
18. Januar 2012 um 10:55 · gespeichert in Theater
»Wer für die Salzburger Festspiele teure Karten kauft, darf sich dumm vorkommen.« So formulierte das »Wirtschaftsblatt« sein Fazit eines Rechnungshofberichts, der die Salzburger Festspiele einigermaßen zerpflückt.
Freikarten pro Saison im Wert von bis zu zwei Millionen Euro wurden verschenkt, sehr oft Tickets der besten Kategorien. Doppelte Buchhaltungen, unvollständig erklärte Subventionen, »sehr ungenaue” bis gar nicht erstellte Voranschläge sowie Vergehen gegen das Bundesvergabegesetz bei Aufträgen im Gesamtwert von 1,62 Millionen € (Website, Consulting, Druckwerke) … Ein Debakel.