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Martin Bruny am Dienstag, den
9. März 2010 um 10:33 · gespeichert in Rezensionen, Bücher, 2010
Keines der Musicals von Noà«l Coward wird heute auf der Welt irgendwo regelmäßig aufgeführt, keine Biographie ist bis dato über dieses vielleicht letzte »Universalgenie«, was die Fülle der künstlerischen Gebiete betrifft, in denen er kreativ gelebt hat, erschienen.
»There are probably greater painters than Noà«l, greater novelists than Noà«l, greater librettists, greater composers of music, greater singers, greater dancers, greater comedians, greater tragedians, greater stage producers, greater film directors, greater cabaret artists, greater TV stars. … If there are, they are fourteen different people. Only one man combined all fourteen different talents – The Master. Noà«l Coward.« – so Lord Louis Mountbatten über Coward.
1973 starb der Künstler im Alter von 73 Jahren, und statt einer profunden Biographie ist – immerhin – ein umfangreiches und ausführlich von Barry Day kommentiertes »Lesebuch« mit einigen der wichtigsten Texte Cowards erschienen – und auch mit einigem bis dato unveröffentlichten Material, beispielsweise dem unbekannten Bühnenstück »Time Remembered«.
Vielleicht wollte man Coward auch einfach keinen posthumen Grund zur Traurigkeit geben, meinte er doch gegen Ende seines Lebens: »The only thing that really saddens me over my demise is that I shall not be here to read the nonsense that will be written about me and my works and my motives … There will be lists of apocryphal jokes I never made and gleeful misquotations of words I never said. What a pity I shan’t be here to enjoy them!«
Mit drei Tony Awards wurde Noà«l Coward zu Lebzeiten ausgezeichnet: 1964 bekam er einen davon in der Kategorie »Bester Regisseur« für das Musical »High Spirits« sowie ebenfalls 1964 als »Best Author« des Musicals »The Girl Who Came to Supper«, einer Show, für die er die Musik und die Liedtexte verfasst hatte. Beide Produktionen waren nicht wirklich Erfolge. »High Spirits« brachte es auf 375 Vorstellungen, »The Girl Who Came to Supper« auf 112. 1970 schließlich wurde Coward der Tony Special Award für seine Verdienste um das Theater zugesprochen.
Das letzte Broaday-Musical mit Songs und Texten von Coward hieß »Oh, Coward!«. Es wurde 1972, noch zu Lebzeiten des Künstlers, Off-Broadway uraufgeführt und kam 1986 am Broadway heraus, wo es 56 Mal gespielt wurde. Seit 3. Januar 1987 ist der Broadway musicalmäßig Coward-frei. Dabei ist das Schaffen Cowards auch auf diesem Gebiet groß. Rund 20 Musicals, Revuen und musikalische Theaterstücke stammen aus seiner Feder.
In Barry Days »Noà«l Coward Reader” finden sich unter anderem Texte von berühmten Coward-Songs wie »Mad Dogs and Englishmen«, »The Stately Homes of England«, »I’ll See You Again«, »Someday I’ll Find You«, »Mad About the Boy«, »Sail Away«, »Mrs. Worthington« und viele andere mehr. Die Mischung, die der Herausgeber Barry Day zusammengestellt hat, ist abwechslungsreich: private Tagebucheintragungen, Briefe, Auszüge aus Stücken, Kurzgeschichten – es ist einiges vom Besten aus dem Schaffen des vielseitigen Theatermanns versammelt und bietet eine ideale Möglichkeit, sich in seine Welt einzulesen – und es bietet Einblicke, wie Coward in Selbstreflexion seine Arbeit beschreibt, etwa wie sein wohl größter »Hit« »I’ll See You Again« (ein Song aus seiner Show »Bitter Sweet«) entstanden ist: »The book had been completed long since, but the score hat been causing me trouble, until one day, when I was in a taxi on my way back to the [New York] apartment after a matinà©e [of his revue, »This Year of Grace!«] the »I’ll See You Again« waltz dropped into my mind, whole and complete, during a twenty-minute traffic block.â€
Im Vorwort des Buchs versucht Cameron Mackintosh sich an einer Analyse, warum Cowards Shows es nicht in die Jetztzeit geschafft haben: »Musicals are funny things in that those that are most successful are the sum of their collaboration, rather than the single-minded vision of the author, however talented. Coward always professed to enjoy writing tunes more than wrestling with the technical aspects of lyric writing – despite being one of the great »rhymers« of all time:
«It’s one of those rules that the greatest fools obey,
Because the sun is much to sultry
And one must avoid ist ultry-violet raysâ€
Sheer genius.«
Ergänzt werden die im Buch versammelten Texte, Kommentare, Bühnenstücke, Liedtexte und vieles andere mehr durch 90 Abbildungen. Insgesamt ist dieser Ansatz, die Lebensgeschichte und das künstlerische Schaffen eines Menschen zu skizzieren, in Noà«l Cowards Fall vielleicht die beste Lösung. Sehr lesenswert.
The Noel Coward Reader (herausgegeben und kommentiert von Barry Day, mit einem Vorwort von Sir Cameron Mckintosh). Alfred A. Knopf, New York 2010. 606 S.; (Hardcover) ISBN 978-0-307-27337-6. $ 39.95
Martin Bruny am Dienstag, den
9. März 2010 um 10:32 · gespeichert in Rezensionen, Bücher, 2010
40 Jahre arbeitete Larry Stempel an seinem Werk »Showtime – A History of the Broadway Musical Theatre«. Auf 826 Seiten legte er sein Buch an, davon 139 Seiten Anhang (Anmerkungen, Literaturverzeichnis, Register) und über 100 Abbildungen, von denen besonders jene aus der »Urzeit« des »Musical Theatre« eindrucksvoll sind. Etwa Programmzettel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, alte Ansichten von Theatern wie Philadelphias New Theater von 1794, aber natürlich auch von unvergessenen Stars wie Ethel Merman.
Bis zurück ins Jahr 1716 geht Stempel bei der Aufarbeitung der Geschichte des »Broadway Musical Theatre«. Es gilt, die Einflüsse zu untersuchen, und in Williamsburg, Virginia, war damals das erste Theater der USA mit einer Bühne anzutreffen. Eine Überfülle an Geschichte hat Stempel in sein Buch gepackt, vieles faszinierend zu lesen, manches zum Nachdenken anregend – für die letzten 40 Jahre des »Broadway Musicals« auch einiges Missverständliches.
Larry Stempel ist Musikdozent an der Fordham University in New York, wo er Kurse über Oper, Jazz, Broadway Musicals und Moderne Musik hält. Seine Publikationen reichen von einem Aufsatz in der Schweizerischen Musikzeitung zum Thema »Vareses ,Awkwardness‘ und die Symmetrie im Zwölftonrahmen« (1979) bis hin zu »,Street Scene‘ and the Enigma of Broadway Opera« (1986).
Das Problem der Definition dessen, was man unter »Musical Theatre« im Laufe der Zeit verstanden hat und heute versteht, zieht sich durch das ganze Buch. Früher war es noch vergleichsweise einfach. Minstrel Shows, Vaudeville, Operetten, das alles bewegt sich in halbwegs definierbarem Rahmen, ist musikwissenschaftlich einigermaßen gut aufgearbeitet, diese Einflüsse auf das amerikanische Musiktheater fasst Stempel großartig zusammen. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts nehmen die Definitionsübungen etwas krampfhaft zu: Musical Play, Musical Comedy, Folk-Operetta, Anti-Musical, Movical, … Stempel wird nicht müde, die neu auftauchenden Begriffe vorzustellen, Stücke einzuordnen, die Einordnung über Seiten zu diskutieren, etwa im Fall der »West Side Story« – ist es »Broadway Opera«, »Operetta«, »Musical Comedy« oder einfach »American Music Theatre«? Während er die vergangenen Epochen sehr rational angeht und ausgewogen von allen möglichen Seiten beleuchtet, während er großartige Analysen des »Goldenen Zeitalters« des Broadway liefert (und auch dessen Definition ausführlich diskutiert), ausgehend von der Uraufführung von »Oklahoma!« 1943, nimmt die Darstellung der letzten Jahrzehnte eine reichlich übertriebene kritische Schärfe an. Es scheint, als würde die Entwicklung ab dem Beginn des Rock eine für Stempel konsequent ins künstlerische Aus führende sein. Die Frage ist, ob das denn tatsächlich von einem musikwissenschaftlichen Standpunkt aus haltbar ist und hier nicht Stempel als zu parteiischer Sprecher, und weniger als objektiver Geschichtsschreiber, der so oft von ihm zitierten »Broadway Community« auftritt.
Ab den 70er Jahren, so vermittelt Stempel, heißt es von dem, was der Broadway einmal war, radikal Abschied zu nehmen; wenn man sich das genauer überlegt, ist das eine ziemlich lange Zeitperiode für eine Schwanengesang. Was macht es für Sinn, die Musicals von Andrew Lloyd Webber sowie Boublil & Schönberg auf 29 Seiten unter fragwürdigen Gesichtspunkten zu analysieren und sich in martialischen Metaphern zu verlieren, um schließlich diese Hemmungslosigkeit in Sätzen wie folgt gipfeln zu lassen: » More than simply challenging America’s postwar rule over the English-speaking musical stage, this ,British invasion‘ implied a sustained assault on the institution of Broadway itself.« »The triumph of ,Lez Mis‘ in global terms, in fact, and of ,Miss Saigon‘ by the same writers four years later, effectively transformed the British invasionary force into a multinational coalition.« Die Reaktion des Broadways auf die »britische Invasion«: Businessgiganten wie Live Entertainment (Livent), Inc. (»Kiss of the Spider Woman«, »Ragtime«) oder SFX Entertainment (»The Producers«, »Hairspray«) stiegen ins Geschäft ein und veränderten die Art und Weise, wie man Musicals am Broadway produzierte. Disney verhalf dem »Movical« zum Höhenflug: »The film sells the musical; the musical sells the film; both sell related mechandise; producers profit from all sales.« Beispiele: »Beauty and the Beast«, »The Lion King« aber auch »Dirty Rotten Soundrels« (2005), »Legally Blonde« (2007) oder Shrek The Musical« (2008). Es gebe nun zwar jede Menge Jobs, aber, und da zitiert Stempel Steve Swenson, einen Lichtdesigner: »The problem is that there‘s so much crap being staged that it‘s sort of hard to care much about the work you get, once you get it.«
Vom schnöden Kommerz, dem nun »industrialisierten« Musicalgenre, grenzt Stempel all jene Musicals ab, die ohne Happyend auskommen, ohne den typischen »Song«, die nicht lustig, sondern beißend in ihrem Humorverständnis sind, also mit einem Wort: unpopulär. Dem stellt er sinnigerweise ein Zitat von Wiley Hausam voran, der meint: »A musical doesn’t have to be popular to be artistically valuable. If it aspires to be art today, it’s probably more likely to achieve this status if it isn’t popular.« Hausam prägte für diese »unpopulären« Musicals den Begriff »Anti-Musical«, und Stempel reiht munter Werke von John LaChiusa, Adam Guettel, William Finn und Jason Robert Brown in diese Kategorie. Im selben Kapitel behandelt Stempel »Gay Musicals« wie »Falsettos« und »Hedwig and the Angry Inch«, um dann einzubiegen in das nächste und abschließende Kapitel: »Sondheim’s Children«, ein Subkapitel des Abschnitts »Another Broadway«. Dieses beginnt er mit dem Satz: »Writing history is a messy untertaking.« Oh ja, da hat er nur allzu recht, denn längst ist dem Geschichtsschreiber Stempel in diesem Buch die Übersicht abhandengekommen, die Schubladisierungen wirken nicht durchgängig plausibel. Im Kapitel »Sondheim‘s Children« finden wir Ausführungen zu Shows wie »Spring Awakening«, »Avenue Q«, »Wicked«, über die »Kinder« Sondheims wie Ricky Ian Gordon, mit 55 auch nicht mehr gerade der Jüngste, oder Jason Robert Brown, kann man Bekanntes auf knapp 9 Seiten nachlesen.
Am Ende seiner Ausführungen steht der Autor gänzlich unverstanden da, wenn er meint: Nowadays, one has to balance conflicting senses of what one actually means by Broadway: on one hand, the epicenter of the art and commerce of the American musical theater; on the other, an outpost for the most successful musicals of all time, which are neither American nor even Broadway-based at all. And one has to balance conflicting senses of what one means by the musical itself: on one hand, a live art form which remains essentially ,uncompromised by the distancing tool of technology‘; on the other, a mass cultural phenomenon, corporate controlled and technologically mediated at every turn. It is this very complexity that has dislodged us culturally from entertaining whatever more comfortable ideas of the Broadway musical we might once have harbored. And it amounts to perhaps the most disturbing of all distancing effects.«
So wird aus einem hochinteressanten Geschichtsbuch am Ende, wenn es in die Zielgerade Gegenwart einbiegt, eine bisweilen tendenziöse Glosse zur aktuellen Situation am Broadway, wie sie ein Mitglied der »Broadway Community« wohl eben nunmal empfinden muss.
Larry Stempel: Showtime - A History of the Broadway Musical Theatre. W. W. Norton & Company, Inc., New York 2010. 826 S.; (Hardcover) ISBN 978-0-393-06715-6. $ 39.95.
Martin Bruny am Montag, den
8. März 2010 um 14:02 · gespeichert in Rezensionen, Bücher, 2010
Zugegeben, gerade zu »Les Mis« gibt es eine Fülle an Literatur, und ja, eine neuerliche vergleichende Analyse des historischen Stoffs mit den Verfilmungen und dem Musical – ist das nötig? Aber zum einen ist dieser Vergleich hier äußerst gut und kompakt auf rund 30 Seiten ausgefallen, zum anderen ist er nur das Intro zu einer wirklich interessanten sozialtheologischen Interpretation des Musicals, des Romans und der Verfilmungen, isoliert und im Vergleich. Teil dieser Interpretation ist auch eine bis ins Detail gehende Analyse des original Musical-Librettos und dessen Übersetzung. Seziert unter diesem Spezialaspekt arbeitet die Autorin interessante Differenzen heraus zwischen dem englischen Original und der deutschen Übersetzung. Sie bietet mit ihrem Buch eine ganze Fülle von Ansätzen, wie man »Les Mis«, wahlweise als Roman, oder als Film, aber natürlich auch als Musical, zum Thema des Religionsunterrichts machen kann, und anknüpfend an Victor Bobetskys Werk »The Magic of Middle School Musicals« könnten auch Ogrysseks Ausführungen eine Basis sein für einen fächerübergreifenden Unterricht zum Thema Musical. Sympathisch daran ist der neue Zugang, der andere Blick auf ein Musical. Es mag »bloß« eine veröffentlichte Abschlussarbeit im Rahmen eines universitären Lehrgangs sein, aber die extrem eng definierte originäre Zielgruppe (Studierende der Praktischen Theologie sowie Religionslehrer und Katecheten) kann gewiss auch auf alle am Stoff und am Musical Interessierten erweitert werden.
Tanja Ogryssek: Les Misà©rables: Buch – Film – Musical – Eine sozialtheoligische Interpretation. Lit Verlag Dr. W. Hopf, Berlin 2008. 156 S. (Paperback) ISBN 978-3-8258-1724-4. EUR 19,90
Martin Bruny am Montag, den
8. März 2010 um 14:02 · gespeichert in Rezensionen, Bücher, 2010
Für die USA ist Victor V. Bobetskys kompaktes Büchlein »The Magic of Middle School Musicals« mit Sicherheit eine kleine Bibel, gleichzeitig ein Leitfaden, wie man ernsthaft und mit Aufwand Musicals an Schulen inszenieren kann. Bobetsky skizziert ein perfektes Umfeld, in dem die »coleagues in instrumental music, visual art, dance, theatre arts, language arts und social studies« gemeinsam mit ihren Schülern an der Verwirklichung einer Musicalproduktion arbeiten. Für Leser in Europa beispielsweise, wo Projekte dieser Art zu oft eher im Reich der Phantasie angesiedelt sind, sollte man eventuell einen anderen Lesezugang wählen. Wir können bei der Lektüre erkennen, wie Amerikaner mit Musicals aufwachsen – oder wo Probleme beziehungsweise Eigentümlichkeiten der Rezeption beispielsweise auch noch im 21. Jahrhundert liegen, manchmal durchaus unerwartete, wenn Bobetsky schreibt: »There are certain musicals that may not be appropriate for middle school students anywhere. An example might be »Grease«, due to its rather salty libretto.« Oder: »I found that the musical ,Damn Yankees‘ appealed to my students because it involved baseball.« Oder: »,Annie get your gun‘ pokes fun at the names of tribal chiefs and contains lyrics and characterizations that could be considered offensive to people of Native American ancestry.« Ein solcherart gewählter Lesezugang macht Bobetskys Buch spannend, wenngleich man auch festhalten muss, dass der Autor es mit Bravour schafft, eine allgemeingültige umfassende Checklist zusammenzustellen, die alle Punkte enthält, die für die Verwirklichung einer Musicalproduktion an einer Schule notwendig sind, angefangen von der Ideenfindung, den Auditions, dem Klären der Rechte bis hin zu konkreten Mustervorlagen für die Bewerbung der Show oder Arbeitsunterlagen für die Analyse des Gesamtprojekts im Rahmen des Unterrichts. Und was ganz wichtig ist. Der Untertitel passt einfach wunderbar: Inspire your studens to learn, grow, and succeed. Ja, das geht auch mit Musicals!
Victor V. Bobetsky: The Magic of Middle School Musicals. Inspire Your Students to Learn, Grow, and Succeed. Rowman & Littlefield Education, Lanham 2009. 156 S. (Hardcover) ISBN 978-1-57886-868-1. $ 24,95
Martin Bruny am Montag, den
8. März 2010 um 14:01 · gespeichert in Rezensionen, Bücher, 2010
Katzen, ein ganzes Büchlein voller Strichkatzen. Was mag das wohl in einem Magazin zu suchen haben, das sich dem Musicalgenre widmet? Nun, diesmal gibt es insgesamt drei Buchtipps, die man am besten mit einer ganz bestimmten Leserwartung angehen sollte.
Beim ersten Buch »Katzindler – Die verkatzte Welt des Ronny Rindler« ist die Sache klar. Leseerwartung dürfen wir da gar keine haben. Es ist kein Lesetext bis auf ein kurzes Vorwort und ein kurzes Nachwort da, und doch ist die Idee, die hinter diesem Buch steckt, so skurril und auch liebenswert, dass man es zumindest mal vorstellen kann.
Ronny Rindler ist Musicaldarsteller und als solcher derzeit bei der Hamburger Ausgabe der Udo Jürgens-Show »Ich war noch niemals in New York« in der Rolle des »Costa« an Bord. Er hat Hunderte von Vorstellungen gespielt und während jeder dieser Shows ist es seine Aufgabe, in einer bestimmten dreiminütigen Szene als »Costa« so zu tun, als würde er sich Notizen machen. Was also tatsächlich tun in dieser Zeit? Nun, Herr Rindler hat sich dafür entschieden, Katzen zu zeichnen. Jede Vorstellung eine Katze. Sobald sich das unter den Kollegen herumgesprochen hatte, waren alle immer ganz wild drauf, die »Katze des Tages« sehen zu können. Eine ausgewählte Typologie an Theaterkatzen, Märchenkatzen, Politikerkatzen und was es da sonst noch an Verkatztem gibt, hat Ronny Rindler in seinem als Book on demand erschienenen Werk »Katzindler« publiziert. Da haben wir zum Beispiel den Katzibitionist, den Fidel Katztro, den Katzanweiser, die Show-Watch-Katze und wie sie alle heißen. Gar manches an Theaterinternem wird hier mit viel Sprachwitz in Strichkätzchen verpackt. Einfach süß.
Neuigkeiten rund um seine Katzen veröffentlicht der Zeichner auf der Website zum Buch www.katzindler.de, und da Web 2.0-Anwendungen wie Facebook für den Absatz auch hilfreich sind, gibt es natürlich auch eine Facebook-Group zum Buch.
In Wien könnte man dieses Konzept doch auch adaptieren. Wie wärs mit Skizzen von Zuckergussformen für Original Wiener Sachertorten? Wenn die VBW mit dem Hotel Sacher einen Exklusivvertrag abschlössen, könnte es schon bald die »Original Wiener Ich war noch niemals in New York Sachertorten« geben, nach den Skizzen von Gianni Meurer, dem Wiener »Costa«-Darsteller, und die isst man dann, natürlich, aber bitte mit Sahne.
Ronny Rindler: Katzindler – Die verkatzte Welt des Ronny Rindler. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2009. 96 S.; (Hardcover) ISBN 978-3-839-1107-82. EUR 17,90
Martin Bruny am Montag, den
8. März 2010 um 13:59 · gespeichert in Rezensionen, Bücher, 2010
Es ist eine Art Entzauberung, die man beim Lesen des Buches »Der Musical-Mann«, der Autobiografie von Friedrich Kurz, erfährt. Vor dem Lesen ist das Image des Musical-Machers intakt, die Zeit hat ihren gnädigen Mantel über Niederlagen wie den Broadway-Flop »Carrie« gebreitet. Was zählt: Er brachte »Cats«, »Starlight Express« und »Das Phantom der Oper« nach Deutschland, machte aus Hamburg eine Musicalmetropole und schrieb mit dem Stella-Konzern Geschichte. Die Erwartungshaltung an das Buch ist geprägt von der Hoffnung, mehr darüber zu erfahren, wie diese Erfolgsproduktionen Gestalt annahmen.
Nach der Lektüre bietet sich dem Leser ein entzaubertes Bild. Kurz nutzt die Chance auf Öffentlichkeit für platte Selbststilisierung. Musicaldarsteller werden nur erwähnt, wenn man sich in ihrem Glanz spiegeln kann, Regisseure, anderes kreatives Personal meist mit Zusatz eines Possessivpronomens; nicht die »kreative Arbeit« an Musicalproduktionen steht im Vordergrund, der Manager legt vielmehr viel Wert auf die Schilderung seiner Existenz im Jet Set, seiner exklusiven Flüge mit der Concorde und seines Lebens in einem New Yorker Wolkenkratzer, in dem auch Mick Jagger wohnte. Namedropping ist in diesem Buch das Salz in der Suppe – nein, es ist die Suppe. Keine der wenigen erklärenden Fußzeilen betrifft das Musicalgenre, dem Leser wird vielmehr beispielsweise erläutert, was ein »Mach« ist, also die Kennzahl der Geschwindigkeit. Dies ganz genau zu wissen, um die Exklusivität eines Flugs mit der Concorde zu verstehen, schien den Autoren wohl unvermeidbar.
Das vorliegende Druckwerk ist auf der anderen Seite ein erheiterndes Dokument geschickter Geschichtsklitterung. Natürlich »muss« man nicht ausführlich auf die Wiener Stellung im Zuge von Lloyd Webbers Siegeszug im deutschsprachigen Raum eingehen, wenn man als Deutscher »Cats« in Hamburg etabliert hat, aber … die Wiener Produktionen von »Cats« und »Das Phantom der Oper« waren nun mal Jahre vor den deutschen Erstaufführungen als deutschsprachige Uraufführungen in Wien zu sehen. Wenn man völlig losgelöst von Wien agiert haben will, warum erwähnt man Wien nicht einfach gar nicht? Stattdessen nützt Kurz sein Buch als Anlass für ein spätes, niveauloses Intendantenbashing. Die Fehde, die Kurz nach Jahrzehnten mit dieser Autobiografie in Bezug auf Peter Weck wieder aufnimmt, ist aber nur eine von vielen. Fast hat man den Eindruck, als würde der Gescheiterte nach all den Jahren der Demütigung einfach mal gern nachtreten wollen. Es ist ein klein wenig billig, wenn Kurz über Peter Weck anlässlich einer »Bambi«-Verleihung schreibt: »Am nächsten Abend sah ich dann im Fernsehen, wie Andrew den populären Preis entgegennahm. Ausgezeichnet wurde er für »Cats«. Es tat mir ein bisschen weh, dass Peter Weck aus Wien die Trophäe überreichte. Dort lief »Cats« zur selben Zeit wie in Hamburg, allerdings mit staatlicher Hilfe. […] Weck hatte später jedenfalls viel Ärger, als publik wurde, dass »Cats« in Hamburg enorme Gewinne für die Investoren und die Stadt Hamburg einfuhr, während Wien mit dem Stück riesige Verluste machte. Hier wurde nun meiner Ansicht nach einmal öffentlich, wie schlecht organisiert und wenig profitorientiert Teile der Theaterlandschaft im deutschsprachigen Raum sind. Weck war wenig später nicht mehr Intendant. Persönlich getroffen haben wir uns nie, aber er hatte in der Planungsphase von »Cats« unzählige Lügenmärchen über mich verbreitet […].« Das dann doch Ärgerliche und wenig Erheiternde solcher Passagen? Es werden bewusst Tatsachen verdreht, die Autoren gehen großzügig mit dem Zeit-Raum-Gefüge um und einiges ist, mit dem Wissensstand von heute, einfach falsch. »Cats« lief zwar einige Zeit parallel mit Hamburg, aber seine deutschsprachige Uraufführung hatte das Stück drei Jahre vor der deutschen Produktion in Wien. Dass Kurz den »Cats«-Übersetzer der Wiener Version Michael Kunze in diesem Werk mit keinem Wort erwähnt, hat seinen Grund, spricht man doch in der Fachliteratur davon, dass der Impresario sich einfach die Tantiemen von Kunzes Übersetzung sparen wollte und sie daher von einigen Mitarbeitern abkupfern ließ. Dass das subventionierte Theaterwesen in Wien für die Stadt nicht Verluste einbringt, sondern über Umwegrentabilität satte Gewinne, ist heute allgemein bekannt, zählt für Kurz aber natürlich nicht. Dass er für das Theater, in dem »Cats« in Hamburg lief, keine Miete zahlen musste, rechnet er natürlich nicht zum Kapitel »staatliche Subventionen«, kann er auch schlecht, da er ja dagegen gebetsmühlenartig immer und immer wieder wettert. Dass auch Ute Lemper einen Seitenhieb abbekommt, weil sie an dem Abend der oben erwähnten Preisverleihung zufällig »Memory« gesungen hat, spricht Bände. Kurz: »Ute Lemper […] war als 19-jähriges Talent für das Musical in Wien entdeckt worden. Später klagte sie, was für ein unmenschliches System das gewesen sei. Sie habe unglaublich hart arbeiten müssen – achtmal in der Woche auf der Bühne stehen, singen und tanzen. Mein Mitleid hielt sich in Grenzen.« Dass das Buch stilistisch mehr einer Fortsetzungsreportage für die »Bunte« oder »Das Echo der Frau« ähnelt als einer wohl überlegten und ausformulierten Buchpublikation, Schwamm drüber. Nicht umsonst steht Marcus Mockler als »Mitautor« am Cover des Buches. Schön wäre es gewesen, nicht von all dem Selbstmitleid zu lesen, das Kurz schildert, weil Robert Redford ihm seine Freundin ausgespannt hat – während er gleichzeitig eingestehen muss, selbst fremdgegangen zu sein. Wenn ihm dann schließlich in einem ausführlichen Kapitel Gott in einem Hotelzimmer leibhaftig begegnet – dann spätestens ist es zumindest für mich vorbei mit dem Versuch, verstehen zu wollen.
Fazit: Wir erfahren in diesem Buch letztendlich über die Musicals, die Friedrich Kurz nach Deutschland brachte, nicht mehr, als aus alten Zeitungsberichten und Interviews bereits bekannt war, wir erfahren nichts Konkretes über den »Verkauf« von »Stella«, keine Details. Der Schlusssatz des Buches: »Ewiger Schöpfer, erleuchte die Welt.« Es soll der Schlusschorus eines Musicals sein, das Friedrich Kurz in einigen Jahren in Deutschland zur Aufführung bringen will: »Michelangelo«. Man kann nur hoffen, dass »Der Musical-Mann« als Promotionmaschine dafür keine Fehlzündung war. Amen!
Friedrich Kurz mit Marcus Mockler: Der Musical-Mann. Er brachte Cats, Starlight Express und Das Phantom der Oper nach Deutschland – Ein steiler Aufstieg, ein tiefer Fall und eine Begegnung mit Gott, die alles veränderte. Gerth Medien, Asslar 2010. 224 S.; (Hardcover) ISBN 978-3-86591-405-7. EUR 14,95
Martin Bruny am Sonntag, den
8. März 2009 um 14:12 · gespeichert in Rezensionen, Bücher, 2009
Am Schnitt-/Berührungspunkt von Operette und Musical balanciert die Buchneuerscheinung »150 Jahre Operette in Leipzig«, herausgegeben von den Freunden und Förderern der Musikalischen Komödie Leipzig e. V. Das Gesamtkonzept für den Band und die Realisierung besorgte Leonhard Czernetzki, den Text verfasste Doris Fischer.
Leonhard Czernetzki war von 1960 bis 2001 erster Konzertmeister des Orchesters der Musikalischen Komödie/Oper in Leipzig, 1972 wurde er zum Kammervirtuosen ernannt. Er ist der Gründer und Leiter des Kammerorchesters der Leipziger Theater. Doris Fischer arbeitet als Regieassistentin, Dramaturgin, Ausstellungs- und Veranstaltungsorganisatorin, Autorin und selbstständige Musiklehrerin.
Einerseits ist »150 Jahre Operette in Leipzig« ein Bildband mit einer wahren Fülle an Abbildungen: Ölbilder, Graphitstiftskizzen, Stiche, Photos beipielsweise der Theater von innen und außen im Laufe der Jahrzehnte, Karikaturen, Zeitschriftenausschnitte, Auschnitte aus Programmheften, Autographen, Plakate, Kostümentwürfe – ein Schatz an Originaldokumenten, die Geschichte des Musiktheaters in Leipzig illustrierend und dokumentierend. So werden wohl die meisten einfach mal die 176 Seiten des Buches zuerst rein bildmäßig durchzugehen, beginnend beispielsweise bei einem Foto des »Comödienhauses«, das nach dem klassizistischen Umbau 1816/17 als »Stadt-Theater« bezeichnet wurde und ab 1868 in »Altes Theater« umbenannt wurde. Beschließen könnte man dann eine solche Bildreise mit einem Szenenfoto aus der Broadway-Revue »Show Biz« von Kay Link mit Andreas Rainer oder einem Szenenfoto aus Jerry Bocks »Der Fiedler auf dem Dach« (»Anatevka«). Atmosphärische Bilder, reproduziert in ausgezeichneter Qualität.
Textmäßig bietet das Buch einen Abriss der Aufführungsgeschichte an den Musikheatern Leipzigs, ohne sich jetzt, salopp formuliert, allzu sehr in Details zu verstricken. Der Text ist leicht lesbar (die Schriftgröße ist geradezu monumental), manchmal ist diese selbstauferlegte Detaillosigkeit freilich ein wenig schade. Die eine oder andere Anekdote wäre interessant gewesen. Was ein bisschen fehlt, sind Schnurren aus dem Theateralltag – die kleinen Krimis, die sich beim Erarbeiten von Aufführungen abspielen. Stoff dafür hätte es sicher genug gegeben, sind doch viele Stars der Zeit in Leipzig aufgetreten, wie Johannes Heesters oder Paul Hörbiger.
Ausführlicher textmäßig behandelt wird die Situation des Kulturlebens in Leipzig während des Zweiten Weltriegs, nach den Bombardements und der Zerstörung der Leipziger Theater. Die Bemühungen, das Theaterleben wieder in Gang zu bringen, die Operette in Leipzig wiederzubeleben, dieser Teil der Geschichte ist exzellent herausgearbeitet. Danach, im Kapitel »Operette und Musical im Haus Dreilinden, ab 1960 Kleines Haus, seit 1968 Musikalische Komödie«, driftet das Werk wieder leicht in Richtung Bilderbuch ab.
Das Musicalgenre spielt sich in Leipzig vor allem im Haus Dreilinden ab, dem einzigen Theater, das während des Zweiten Weltkriegs nicht bombardiert wurde. Im bis zu 1500 Sitzplätze bietenden Varietà©theater, etwas abseits der Stadt gelegen und nach der Zerstörung aller anderen Theater kurzerhand zur Behelfsstätte für Oper und Konzert umfunktioniert, konnte schon 1944 mit Carl Maria von Webers »Der Freischütz« ein neues Bespielungskonzept umgesetzt werden.
1960 nahm das neu errichtete Opernhaus am Augustusplatz (Karl-Marx-Platz) den Spielbetrieb auf. Das Haus Dreilinden wurde in »Kleines Haus« umbenannt (hatte allerdings damals 1193 Sitzplätze). Lag der Schwerpunkt hier zuerst bei der Aufführung von Opern, verlagerte sich das in späterer Zeit hin zu Operetten und musikalischen Lustspielen. 1968 erfolgte die Umbenennung in »Musikalische Komödie«. In eben diesem Theater sollte sich neben der Operette das Musical etablieren.
1965 fand mit Cole Porters »Kiss me, Kate« die erste Aufführung eines amerikanischen Musicals in Leipzig statt. Es folgten erfolgreiche Produktionen von »My Fair Lady«, »Der Mann von La Mancha« und »Cabaret«. Mit »Karambolage«, »Man liest kein fremdes Tagebuch«, zwei Musicals von Conny Odd, etablierte sich in der DDR eine eigene Musicaltradition, in Odds Fall den realsozialistischen Alltag thematisierend, oder aber das reiche Spektrum historischer Stoffe verwendend, wie im Falle von »Das Dekameronical« vom bekanntesten Musical-Komponisten der DDR, Gerd Natschinski.
In den 90er Jahren kam unter anderem »Der Kleine Horrorladen« im Kellertheater des Opernhauses zur Aufführung, während die Musikalische Komödie generalsaniert wurde. Am 20. Mai 1993 feierte in der frisch renovierten Musikalischen Komödie »La Cage Aux Folles« seine Premiere. Überhaupt waren die 90er Jahre ein erfolgreiches Jahrzehnt für das Musical. Klaus Winters Inszenierung von »My Fair Lady« (1988) brachte es im Laufe der Jahre auf über 200 Vorstellungen, »Der Fiedler auf dem Dach/Anatevka« (1991), »Sorbas« (1993), »Der Kleine Horrorladen«, »Linie 1«, »Der Zauberer von Oss«, und »West Side Story« – durchwegs Publikumserfolge. 1998 ging die Uraufführung von Tobias Künzels Musical »Elixier« über die Bühne, und auch »Evita«, »Jesus Christ Superstar« und »The Rocky Horror Show« wurden Erfolge.
Was die jüngere Vergangenheit der Operette und des Musicals betrifft, die letzten zehn, fünfzehn Jahre, so findet man im besprochenen Buch nur mehr grobe Angaben. Was definitiv fehlt, ist eine tabellarische Zusammenstellung aller aufgeführten Stücke, optimalerweise mit Premierendatum und mindestens der Anzahl der Aufführungen. Das alles hätte man recherchieren müssen – und wenn wir ganz ehrlich sind: Wenn schon Musical und Operette einen bedeutenden Stand haben in der Tradition des Musiktheaters von Leipzig, dann hätte man das auch im Titel des Buches signalisieren müssen und so vielleicht noch mehr interessierte Käufer erreichen können.
Fazit: hervorragend produziert, wunderbare Fotos aus den Archiven, sehr zu empfehlen.
Leonhard Czernetzki; Doris Fischer: »150 Jahre Operette in Leipzig«. Edition Leipzig in der Seeman Henschel GmbH & Co KG, Leipzig 2009, 176 S.; (Hardcover) ISBN 978 3 361 00649 2. EUR 25,00 www.edition-leipzig.de
Martin Bruny am Sonntag, den
8. März 2009 um 14:07 · gespeichert in Rezensionen, Bücher, 2009
»20 Jahre Folkwang Musical« – als Buchtitel klingt das zuerst einmal nicht besonders spektakulär. Und mit Begriffen wie »spektakulär« ist dieses Printprodukt, eine Idee des Studiengangs Musical der Folkwang Hochschule, die gemeinsam mit Prof. Patricia Martin und Prof. Gil Mehmert entwickelt wurde, auch nicht bewertbar – aber es ist ein wichtiges Buch für den Ausbildungssektor des Musiktheaters. Nicht etwa, weil hier geheime Erkenntnisse der Lehre preisgegeben werden, sondern weil Bücher wie dieses essentielle Marketingtools jeder Ausbildungsstätte sein sollten – und es doch so selten sind.
Irgendwann, etwa nach 20 Jahren, nach zehn Jahren, alle fünf Jahre oder aber permanent stets aktuell und umfassend online, sollte jede Schule auf diesem Gebiet darangehen, das eigene Standing möglichst öffentlichkeitswirksam darzustellen, die eigene Position schriftlich festzuhalten und beispielsweise über alle jene Produktionen Auskunft zu geben, die man gemeinsam mit den Studenten erarbeitet hat. Mit allen Studenten – auch mit jenen, die nicht die große Karriere machen, mit denen man sich als Schule nicht imagemäßig schmücken kann. Ein Buchprojekt wie das der Folkwang Hochschule holt die Studenten etwas aus dem verschulten halbanonymen Puppenstadium heraus, in dem sich doch einige von ihnen befinden, während sie studieren (und in dem so manch einer auch danach noch eine Zeit verharrt). Sucht man auf den offiziellen Websites der Musicalschulen nach Informationen über die Studenten, findet man oft erstaunlich wenig. Ab und an ergreifen die jungen Künstler selbst die Initiative und coden eigene Sites – dann allerdings kommt es gar nicht mehr so selten vor, dass diese Bemühungen von den Schulen nicht so gerne gesehen werden. Sinnvolle Begründungen dafür gibt es nicht.
Das hier besprochene Buch ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein weiterer wäre vollbracht, wenn Marketingexperten der Musicalschulen jedem einzelnen Studenten ein Plätzchen im Web zur Verfügung stellten, inklusive einer Mindestausstattung wie einem Blog und einer kleinen Einschulung, was man zu tun hat, um die Website mit Inhalt zu befüllen (oder befüllen zu lassen). Selbstvermarktung ist alles, und das Netz ist dabei heute nicht mehr wegzudenken. Die Realität sieht freilich anders aus. Sucht man auf den offiziellen Websites der Schulen unter dem Stichwort »Absolventen«, kommt man an abstruseste Angaben. Auf einmal tauchen mitten im Web Excel-Sheets zum Download auf, die nichts weiter als die Namen der Absolventen und Angaben zum Abschlussjahr enthalten. Wieder andere Lehranstalten versuchen sich mit Bilderrätseln, indem sie auf einer Site acht Passbilder und irgendwo anders die dazugehörigen Namen posten. Die seit rund 85 Jahren bestehende Folkwang Hochschule geht hier einen eigenen, guten Weg.
1989 richteten die Verantwortlichen der Folkwang den »Studiengang Musical« ein, und bereits im ersten Jahr traten die Studenten gemeinsam mit Gästen vom Broadway mit einem selbst erarbeiteten Programm an die Öffentlichkeit: »Broadway meets Musical«. Seit 1989 bietet diese Ausbildungsstätte Jahr für Jahr interessante Shows, beispielsweise »Jaques Brel Is Alive And Well And Living In Paris« (1993), »Company« (1994), »On The Town« (1995), »Into The Woods« (1998) mit Ramesh Nair als »Aschenputtels Prinz« und Cornelia Drese als »Hexe«, »The Apple Tree« (2000) mit Thomas Klotz als »Der Produzent« und Thomas Schweins als »Flip«, »Girl Crazy« (2002) mit Stefan Strara als »Danny« und Serkan Kaya als »Sam«, »Merrily We Roll Along« (2003), »How To Succeed In Business Without Really Trying« (2004), »The Wild Party« (2005), »Bat Boy« (2006), »Pinkelstadt« (»2007), »Rent« (2008) und »Into the Woods« (2009) mit Gaststar Guildo Horn als »Erzähler«.
Im Folkwang-Buch berichten am Institut Lehrende des Fachbereichs Musical über mitunter recht Amüsantes aus der Praxis, beispielsweise Bernd Paffrath (seit 2001 Lehrbeauftragter für Stepptanz): »Und es sollte eine Ausnahme bleiben, dass eine ehemalige Studentin in großer Panik eine sms (in Großbuchstaben) mit der Frage versandte: »SCHNELL. BIN AUF EINER AUDITION FÜR Anything Goes. WAS IST NOCHMAL EIN WING??? BRAUCHE EINE SCHNELLE ANTWORT.« Ich gebe zu, dass meine Antwort etwas gemein, aber der Situation durchaus angemessen ausfiel: »Ein Wing ist eine asiatische Hülsenfrucht!« Leider habe ich vergessen, ob die betreffende Person den Job doch noch bekommen hat.« Ein Thema, das in fast allen Artikeln vorkommt: die triple threats, die Alleskönner, oder anders formuliert: die drei Säulen der Ausbildung: Tanz, Gesang und Schauspiel – das, was Musicaldarsteller auszeichnet. Doch wie sehen Studenten diese Mehrfachbegabung – Segen oder Fluch? Matthias Davids, Gastregisseur an der Folkwang: »Abends nach der Probe in der nahe gelegenen Pizzeria. Meine jungen Darsteller diskutieren heftig, wie sie die zwei Versionen ihrer Bewerbungsunterlagen gestalten sollen. Ich bin irritiert – zwei? »Ja, die eine fürs Musical, die andere fürs Schauspiel«, lautet die lakonische Antwort. Bei einem Schauspielensemble empfehle es sich, die Ausrichtung des Studiums auf das Musicalgenre zu verschweigen, ansonsten verbaue man sich von Anfang an die Chance auf ein Engagement. Ich bin sprachlos. »Und was sagen eure Dozenten dazu?«, frage ich ungläubig und ernte mitleidige Blicke. »Es fängt doch hier an der Hochschule schon an.« »So mancher Schauspielschüler straft und Musicalleute bloß mit Verachtung.« »Wir gelten als die, die alles etwas, aber nichts richtig können.«« Viel hat sich verändert, und vieles so gar nicht. In recht freier Definition auch die besondere Qualität der Folkwang-Studenten. Derek Williams (Professor für Jazzdance und Choreographie) sieht den Schwerpunkt jener Absolventen, die einen Job finden, im Tänzerischen; Simone Linhof, Associate Producer bei Stage Entertainment, ortet den Ruf der Folkwang-Absolventen im Bereich der »Allrounder, Alleskönner, ohne spezielle Schwerpunktsetzung«.
Sehr klug hat die Redaktion (Dr. Wolfgang Jansen, Kommunikation & Medien, Folkwang Hochschule, Maike-Ilke Groß und Wiebke Busch) Unterhaltsames, Persönliches und Informatives gestreut, die Photos sind durchwegs erstklassig und das Design des Buchs (Henning Schlegel) ist modern-pfiffig.
Fazit: Vorbildlich und höchst nachahmenswert.
Folkwang Hochschule (Hrsg.): »20 Jahre Folkwang Musical«. Folkwang Hochschule, Essen 2009. 180 Seiten. EUR 10,–. Zu bestellen über den Online-Shop der Folkwang Hochschule: www.folkwang-hochschule.de/
Martin Bruny am Samstag, den
8. März 2008 um 14:35 · gespeichert in Rezensionen, Bücher, 2008
Alle Musicals Andrew Lloyd Webbers auf kompakten 128 Seiten im handlichen Kleinformat abgehandelt – und mehr braucht man auch nicht darüber zu wissen … so könnte man das Büchlein »Andrew Lloyd Webbers Musicals – Ein musikalischer Werkführer« von Ulrich Müller in ein paar Worten umreißen. Man würde dabei aber der Intention des Autors nicht gerecht, dem gerade diese abwertende Haltung einem/dem (finanziell) erfolgreichsten Musicalkomponisten der Gegenwart gegenüber fern liegt. Vielmehr ist Ulrich Müller um eine sachliche Haltung bemüht und definiert das gleich auf der ersten Seite des Buches in seiner Einleitung: »Um es von vornherein klarzustellen: Mein Verhältnis zu den Werken von Andrew Lloyd Webber ist durch kritische Sympathie geprägt (…) Ich sehe in diesem Interesse keinen Gegensatz zu meiner Liebe zu anderen Gattungen des Musiktheaters, von Mozart bis Wagner, von Johann Strauß, Oscar Straus und Richard Strauss bis György Ligeti und und (sic!) Karija (sic!) Saariaho.« Abgesehen von den zwei Fehlern in nur einem Satz: Wie weit ist es eigentlich gekommen in diesem Genre, dass man sich am Beginn eines Sachbuches quasi dafür entschuldigen muss, es geschrieben zu haben.
In aller Kürze sehen wir also die Musicals von Andrew Lloyd Webber abgehandelt. Man könnte sich vorstellen, dass Schüler, die sich einen raschen Überblick verschaffen wollen oder ein Referat vorbereiten, damit gut bedient sind, oder auch Musicalbesucher, die, Gott weiß wo, zum ersten Mal eine der Webber-Shows sehen und sich vorab informieren möchten. Ulrich Müller bietet zu allen Webber-Musicals die »Handlung«, einen Einblick in die »Entstehungsgeschichte und Einspielungen« sowie eine »Charakterisierung« der Werke. Das klappt ganz ausgezeichnet und ist in der Tat sehr informativ. Der Leser wird auch mit einer kurzen Biographie des Komponisten versorgt und erfährt en dà©tail, ob nun »Andrew Lloyd-Webber« oder »Andrew Lloyd Webber« beziehungsweise »Baron Andrew Lloyd-Webber of Sydmonton Court« die korrekte Schreibweise für den Namen des »Cats«-Komponisten ist – oder ob das am Ende egal ist und man alle Variationen verwenden kann.
Ein Kapitel des Buches schrieb Peter Back-Vega, Dramaturg der Vereinigten Bühnen Wien. Unter dem Titel »Andrew Lloyd Webbers Auftritt auf dem Kontinent« analysiert er, wie die Shows des englischen Komponisten von Wien aus in Europa Fuß fassten. Auf engstem Raum (acht Seiten) stellt er dar, wie, angefangen mit »Evita« und »Jesus Christ Superstar«, Webber der Grund war für eine tiefgreifende Änderung der Produktionsbedingungen an den Musicalhäusern – und letztlich indirekt auch bei den Ausbildungsmöglichkeiten für Musicaldarsteller. Back-Vega schließt seine Ausführungen mit der Erwähnung der Gründung des »Tanz-Gesang-Studios Theater an der Wien«, in dem Darsteller der ersten Webber-Jahre in Wien unterrichtet haben. Back-Vega: »Die Choreographen und Dance Captains, die in den großen Produktionen gelernt haben, bestreiten heute noch die Mehrzahl der Musical-Inszenierungen im deutschsprachigen Raum. Im Musicalbetrieb gibt es noch künstlerische Stammbäume, und wie manche ihre Wurzeln bei Jerome Robbins haben, so haben sie andere in den Musicals von Andrew Lloyd Webber.«
Man sollte noch den unrühmlichen Rest hinzufügen: Als eine der ersten Handlungen der Intendanz Rudi Klausnitzer erfolgte die Schließung des »Tanz-Gesang-Studios Theater an der Wien«, aus Kostengründen. Auch das ist eine spannende Geschichte, die man einmal ausführlich erzählen sollte.
Ein Lektor hätte dem Buch übrigens ganz gut getan, es ist eher unüblich, einen solchen Haufen an Tippfehlern auf so wenigen Seiten zu finden. Nichtsdestotrotz: Für eine allererste Einführung in die Musicals Andrew Lloyd Webbers ist dieses Büchlein durchaus empfehlenswert, einzige Ausnahme: Der Vergleich Webber–Sondheim im Kapitel »Zussammenfassung (sic!) und Ausblick« ist zu verknappt und – mag sein ungewollt – tendenziös, schlicht und einfach nicht haltbar. So wie sich dies in diesem Büchlein liest, könnte man meinen, der Ruf Sondheims wäre primär auf die Meinungsmache eines Grüppchens Intellektueller der New York Times und anderer Zeitungen zurückzuführen. Bezugnehmend auf »Pacific Ouvertures« und »Assassins« liest man auf Seite 113: »Eine solche scharfsinnige Analyse von Gesellschaft und Politik, durchaus wirkungsvoll verpackt in verschiedene Musical-Formen, erklärt zum beträchtlichen Teil auch den fast legendären Ruf Sondheims, der durch eine in den Medien höchst einflussreiche Gruppe von Intellektuellen (insbesondere in der sogenannten Qualitätspresse) verbreitet und propagiert wird (…)” Da warten wir dann doch lieber auf einen Beck’schen Band zu Stephen Sondheim – sollte je einer publiziert werden.
Ulrich Müller: Andrew Lloyd Webbers Musicals – Ein musikalischer Werkführer (unter Mitarbeit von Peter Back-Vega). Verlag C. H. Beck, München 2008, 128 S.; ISBN: 978-3-406-44814-0. € 7,90 (Paperback). www.beck.de
Martin Bruny am Samstag, den
8. März 2008 um 14:34 · gespeichert in Rezensionen, Bücher, 2008
Mit »Cats & Co.« legt Wolfgang Jansen, Theaterwissenschafter, Kulturmanager, ein profunder Kenner der Theaterlandschaft und Verfasser von zahlreichen Publikationen zum musikalischen Unterhaltungstheater, die erste Gesamtschau der Entwicklung des Musicals im deutschsprachigen Theater vor – eine Pionierleistung, ist doch der Umfang an Fachliteratur, die sich theater-, musik- oder kulturhistorisch mit der Entwicklung des Musicals in Deutschland, Österreich und der Schweiz beschäftigt, erstaunlich gering. In fast zehnjähriger Recherche wertete der Autor eine Unzahl an Unterlagen aus, seine Analysen beruhen zudem auf persönlichen Erinnerungen an Hunderte besuchte Aufführungen und auf unzähligen Gesprächen mit Darstellern, Regisseuren, Autoren und Produzenten.
Rein optisch ist »Cats & Co.« eine Wucht. Durch die Bank, von der ersten bis zur letzten Seite, faszinierende Fotos, Musicalplakate, spannende Szenenausschnitte, Porträts, rare und atmosphärische Aufnahmen aus den Anfängen des Musicals im behandelten Zeitraum bis zu den fröhlich bunten Fotos aktueller, belangloserer Shows, gedruckt auf sehr gutem Papier, jedes Foto genau beschrieben.
Das Layout detto, die einzelnen Kapitel des Buchs sind im unteren Bereich der Seiten mit jeweils einer eigenen Signalfarbe kenntlich gemacht. Wenn man ein bestimmtes Kapitel ansteuern will, muss man nicht erst mühsam nach Seitenzahlen suchen, man hat ein sehr gut durchdachtes optisches Hilfsmittel an der Hand. Gedruckt ist das Buch in Top-Qualität, auch bei der Produktion hat man nicht gespart. Softcover plus Fadenbindung, da bricht nichts, das hält, auch wenn man es aufbiegt.
Was Satz und Gestaltung betrifft, so gefallen die kleinen schmematischenTänzer-Figürchen, die das Schriftbild am unteren Seitenrand etwas auflockern, das ist alles wirklich durchdacht, leicht verspielt, die Schrifttype leicht lesbar. ABER: Wer optisch gut und übersichtlich strukturierte, in sich gegliederte Texte zum besseren Verständnis und leichtem Wiederfinden bevorzugt, ist mit “Cats & Co.” etwas weniger gut bedient. Unterteilt ist das Buch in sechs große Kapitel, die in sich nicht weiter gegliedert sind. Manchmal hat man geradezu den Eindruck, dass all die möglichen Untergliederungen beim Umbruch rausgeflogen sind, um Seiten einzusparen. Liest man das Buch, so hat man es schwer, interessante Stellen auf Anhieb wiederzufinden, Unterüberschriften fehlen hier doch sehr. Es sind 304 Seiten zweispaltiger Blocktext (natürlich durch die Vielzahl an Bildern aufgelockert), das ist eine wirklich enorme Ladung an Information.
Beginnend mit der vergessenen deutschsprachigen Erstaufführung von »Porgy and Bess« wenige Wochen nach Kriegsende in der Schweiz behandelt Jansen chronologisch die Jahre 1945 bis 1960, die sechziger, siebziger, achtziger, neunziger Jahre und Musicals nach 2000,. Insgesamt sieben kleine Listen wurden für das Buch erarbeitet, sechs davon sind Zusammenstellungen der Produktionen ausgewählter Musicalspielstätten (das Theater an der Wien in den siebziger Jahren, Schweizer Musicalaufführungen der siebziger Jahre, deutsche Musicalgroßproduktionen der neunziger Jahre, Aufführungen, die Klaus Wagner in den neunziger Jahren am Stadttheater Heilbronn herausbrachte, und eine Auflistung der Produktionen der Sommerfestspiele Amstetten in den neunziger Jahren), eine ist ein Firmenstammbaum der Stella Musical AG. Das Problem dabei ist ein wenig die Beliebigkeit. Tabellen dieser Art sind sicher nette Einsprengsel, aber relevant wäre es dann schon gewesen, statistisch ausgewertete Daten dieser Art über einen längeren Zeitraum zur Verfügung zu stellen. Auch hätte man viele Themen des Buches auf diese Art und Weise optisch etwas auflockern können, ach was, man hätte einen ganzen hochinterssanten Statistikteil für dieses Werk erarbeiten können. Freilich muss man bedenken, dass hier ganz offensichtlich der dafür nötige Aufwand im Rahmen dieses Bands zu groß gewesen wäre.
Am Ende der Lektüre hat man eine Art historischen Fleckerlteppich, der sich nicht ganz leicht zu einem Gesamtbild zusammensetzen mag. Ein stärker gegliedertes Konzept hätte es den Lesern sicher einfacher gemacht, im Text Brücken zu bauen, ABER: Wolfgang Jansens Geschichte des Musicals ist ein profundes Werk, der Autor holt aus fast jeder Epoche und aus fast jeder Spielstätte ein paar Fakten zusätzlich heraus, die so noch nicht im Rahmen einer Gesamtschau verknüpft waren. Das Buch hat seine stärksten Momente immer dann, wenn sich der Autor beispielsweise ausführlicher der Geschichte eines ausgewählten Theaters oder einer Theaterpersönlichkeit widmet, so unter anderem dem Theater des Westens unter Helmut Baumann. Hier fungiert »Cats & Co.« dann als reiche Quelle von Hintergrundinformationen – nicht nur zur Aufführungsgeschichte der behandelten Stücke, sondern auch zu den Personen vor und hinter der Bühne, Komponisten, Darstellern, Autoren, Regisseuren, Intendanten, sowie auch zur Entwicklung der Infrastruktur, die für den Aufschwung des Genres in den letzten Jahrzehnten unerlässlich war.
Die im Buch besprochenen Musicals unterzieht Jansen einer spannenden inhaltlichen Analyse. »Cats & Co.« hebt sich dadurch von anderen Werken ab, die oft einen rein handlungsbezogenen Schwerpunkt setzen.
Wolfgang Jansens Anliegen war es, nicht bloß eine Geschichte der Musicalgroßproduktionen zu skizzieren, sondern sich auch ausführlich der engagierten Sommertheater-Szene, den ambitionierten Stadttheatern und auch Freien Gruppen zu widmen, wie beispielsweise Hoffmanns Comic Teater – einer Gruppe, der Rio Reiser angehörte und für deren Produktion »ROBINSON 2000« der damals erst siebzehnjährige Reiser die Musik und einen Teil der Songtexte beisteuerte, zu einem Werk, das 1967 als erste »Beat-Oper« seine Uraufführung feierte (mit Schlagersänger Peter Horten in der Hauptrolle).
Im Anhang des Werks finden sich ein Personenregister, ein Register der Bühnenwerke, ein Quellenverzeichnis und reichhaltige Anmerkungen.
Fazit: Wolfgang Jansen bietet ein Standardwerk, das, wenn man den gegebenen Umfang in Betracht zieht, ein Optimum an Information liefert – ein Buch, das man jedem, der am Musicalgenre interessiert ist, empfehlen kann.
Wolfgang Jansen: Cats & Co. Geschichte des Musicals im deutschsprachigen Theater. Henschel Verlag in der Seemann Henschel GmbH & Co. KG, Berlin 2008, 304 S.; ISBN: 978-3-89487-584-8. € 20,50 (Softcover). www.henschel-verlag.de
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