Das tragische Ende von Corey Haim
… wird sich wohl Gernot Kranner gedacht haben, als er an die in der KLEINEN ZEITUNG beschriebene Verwirklichung einer Verwurstungsidee des Steinmanschen Musicalerfolgs “Tanz der Vampire” ging. Gemeinsam mit dem Fleischer seines Vertrauens designte der Vampirjäger von Krolocks Gnaden Vampir-Würste. Und wer weiß, ob man die dann nicht auch noch 2017 essen wird können, wenn im Ronacher … was auch immer läuft.
Mit Knoblauch und Chili gegen Vampire
Der gebürtige Fohnsdorfer und “Tanz der Vampire”-Darsteller Gernot Kranner hat in seiner spärlichen Freizeit gemeinsam mit Fleischermeister Helmut Sattler kürzlich zwei neue würzige Produkte erfunden. “Wir haben wurstige Sargnägel und die original Vampirjäger-Wurst erfunden. Mit viel Knoblauch und Chili”, schmunzelt Kranner. Fleischer Sattler freut sich. “Dieses Produkt ist einzigartig und schmeckt toll.” Wann die Wurst auf den Markt kommt, ist noch nicht fix. [KLEINE ZEITUNG]

Liebes K2-Team,
bei aller Liebe zu eurem Engagement in Sachen Kultur - Baden ist nicht erst im 21. Jahrhundert von der Musicalmuse wachgeküsst worden. Selbst wenn ihr euch weiter beharrlich weigert, anzuerkennen, dass die liebe gute alte Musicaltante “West Side Story” eben nicht das erste im Stadttheater Baden (heißt jetzt übrigens “Bühne Baden”, aber Schwamm drüber) gespielte Musical ist, es wird nicht richtiger, wenn ihr das nun alle paar Monate wiederholt.
Frau Rathmanner, sicher eine sehr rührige Frau eures Redaktionsstabs, übersieht beharrlich unter anderem folgende Musicalproduktionen, die in der Vergangenheit im Stadttheater Baden über die Bühne gegangen sind: «Evitaâ€, «Jesus Christ Superstarâ€, «Hairâ€, «Les Misà©rablesâ€, «The Scarlet Pimpernelâ€, «The George Gershwin Storyâ€, «Irma la Douceâ€, «Pinocchioâ€, «High Societyâ€, «Cabaretâ€, «Hello, Dolly!â€, «Funny Girlâ€, «Der Mann von La Mancha†…
Link zur Falschberichterstattung –> hier
Zusammenfassend, aus Beobachtungen und Schilderungen, könnte man als Argumente, warum die Sex-Aktion in der Secession mit Kunst nichts zu tun hat, und sei es auch nur durch die sie begleitenden, aber geduldeten Umstände, anführen: Kunst ist nicht per se diskriminierend. Bei keiner Form der Kunst muss man darauf achten, dass ja sechs Mal mehr Frauen als Männer “eingelassen” werden, um das Happening zu einem solchen werden zu lassen. Wenn sich Frauen in diesem Sinne instrumentalisieren lassen wollen, ist das eine Sache, das im Rahmen eines Kunstprojekts zu fördern, ist wieder eine andere. Diskriminierend soll das Projekt auch auf eine andere Art und Weise sein: Ältere Menschen scheinen ausgeschlossen zu sein, zumindest berichtet das Ulrich Weinzierl in der WELT (nachzulesen –> hier).
Auf eine ganz schiefe Ebene begeben sich übrigens die Befürworter der Aktion, wenn sie den Gegnern eine gewisse “Rechtslastigkeit” unterstellen. Das sind Totschlagargumente, die mit Kultur nichts mehr zu tun haben. Fassen wir also zusammen: In der Secession wurde ein Puff “installiert”, das untertags besichtigt werden kann, mit viel Glück findet man vielleicht gebrauchte Kondome, wenn sie nicht in den, Zitat, “silbernen Mülleimern” gelandet sind, nächtens treiben es Männer bis zu einem gewissen Alterslimit im geforderten erotischen Outfit mit willigen Frauen im Namen der Kunst. Wunderbar. Nichts für ungut, aber die 90.000 Euro Förderung wären in Haiti besser angelegt, um auch mal untergriffig zu werden.

Also wirklich, der oarme Bua. Da begleitet man Marika Lichter zur Premiere des Filmmusicals “NINE”, ist Musicaldarsteller und blond und muss sich von einer Zeitungs-Klatschtante nicht nur als Hengst, pardon “Pferd im Stall von Marika Lichter” bezeichnen lassen, sondern auch noch als Kröger-Nachfolgemodell. Um ausgerechnet Stefan Reil als “nächsten Uwe Kröger” zu apostrophieren, da muss man schon ein bisserl wenig vom Musical Ahnung haben, und vor allem von Stefan Reil. Immerhin ist er nicht gerade einer Ausbildungsstätte für hoffnungsvolle Jungtalente entsprungen, sondern kann auf eine ganze Reihe von Produktionen zurücksehen, unter anderem “Hallo Steward! Boeing Boeing, andersrum”, eine herrliche Klamotte, die im Palais Nowak vor wenigen Wochen zu sehen war. Aber “demnächst”, so der KURIER, tritt er ja an der Wiener Volksoper in “Hello Dolly” auf, also eigentlich heißt das ja “Hello, Dolly!” und mit “demnächst” prägt der KURIER halt eine eigene Zeitvorstellung, denn demnächst gibts keine Dolly an der Volksoper, das dauert schon noch ein Wengerl. Schlimm, was heute an Boulevardberichterstattung in Zeitungen wie dem KURIER geboten wird.
Nicht unlustig ist die Debatte, die es in der österreichischen Medienlandschaft derzeit zur Aktion “Secession goes Puff” gibt. Da aber ja nun ein Schweizer Künstler auf die Idee kam, die Secession zum zügellosen Sex anzumieten, kommen nun auch die Schweizer Medien ins Spiel. So schreibt “suedostschweiz.ch”:
Swingerclub-Installation von Schweizer Künstler entrüstet Wiener
Hohe Wellen schlägt seit dem Wochenende die neue Ausstellung von Christoph Büchel in Wien: Der 44-jährige Schweizer Künstler bespielt das Untergeschoss der Secession mit einem echten Swingerclub.
Wien. – Tagsüber werden jene Besucher, die sich für das Beethovenfries interessieren, durch die leeren Räumlichkeiten geschickt (Jugendliche ausgenommen), in der Nacht läuft im «Element6» Normalbetrieb, wie Secessions-Pressesprecherin Urte Schmitt-Ulms der APA bei einem Lokalaugenschein erklärte.
Der Künstler ist bekannt dafür, dass er in seinen Rauminstallationen und Projekten reale Gesellschaftszustände inszeniert und soziale Situationen in den Kunstraum transportiert. So installierte er etwa vor einigen Jahren in Kassel ein Solarium, einen Billig-Supermarkt und ein Wettbüro im Fridericianum.
Die Einnahmen aus den Eintrittspreisen kommen dem «Verein der kontaktfreudigen Nachtschwärmer» zu, der für die Dauer der Ausstellung von der Kaiserstrasse in die Secession gezogen ist.
Die ausgelöste öffentliche Diskussion ist intendiert: So spielt Büchel auf jenen Aufruhr an, den Gustav Klimt einst mit seinem Beethovenfries ausgelöst hat. Dieses sei heute kein Skandal mehr, so die Pressesprecherin der Secession, die Installierung eines Swingerclubs in den Räumlichkeiten der Secession hingegen sei der damaligen Situation ähnlich. (sda)
Skandal? Ach bitte, die ganze Aktion ist so auf Skandal angelegt, dass es natürlich keinen gibt. Es ist eher eine Peinlichkeit für die Stadt Wien, dass sie offensichtlich nicht in der Lage ist, dort steuernd einzugreifen, wo man schon überlegen sollte, ob es nicht Sinn machte. Aber wie schon berühmte Vorbilder hat Ursula Stenzel ihre Händchen in Unschuld gewaschen, da sind wir uns ganz sicher, bevor sie das Ansuchen um Genehmigung (einer Förderung) unterschrieben hat.
Ein bisschen dreist ist es freilich schon, den Namen Gustav Klimts quasi als Rechtfertigung ins Spiel zu zerren. Das Beethovenfries mit Gruppensex in Beziehung zu setzen ist allerdings schon wieder so lustig, dass man vielleicht drüber lachen sollte. Und wie wärs mit einem Fleshmob äh Flashmob in der Secession, um einfach mal über all diese “Realitäten” zu lachen, in bunten Narrenkostümen mit ganz langen Nasen, von wegen Phallus und so, man muss den Leuten dann ja was bieten.
Was zunächst ein bisschen zu sehr nach Ranschmeiße an ein hoffentlich endlich mal junges Publikum (auf Arte!) aussieht, ergibt bei längerem Zuschauen durchaus Sinn: Die großen Jungs mit ihren großen Sprüchen auf ihren kinderradkleinen BMX-Bikes - in diesem Bild steckt das ganze Paradox der Pubertät. Ochsenknecht zeigt dabei sogar echten Mut zur Selbstentblößung und setzt sich in einer Szene nackt aufs Rad (den Tipp, den ihm sein Vater, der “Männer”-Darsteller Uwe Ochsenknecht, dazu gab, kann man auf Blogspot nachlesen).
Konsequent und deutlich weitergehend als bei seiner Theaterinszenierung versetzt Calis also die Geschichte ins Heute, Sprüche und Flüche eingeschlossen, ohne ganz auf den Originaltext zu verzichten. Manchmal schneidet er die unterschiedlichen Jargons scharf gegeneinander, etwa wenn Melchior zu Wendla sagt: “Du siehst so beschissen gut aus”, und Wendla mit Wedekind antwortet: “Gestern Nacht, da hab ich kein Auge zugemacht. Da hat es ganz doll in mir gebrannt.” [SPIEGEL: Biker und Fighter]
Frühlings Erwachen. Am Montag, 22.2., um 22.25 Uhr auf Arte, Wiederholungen am 27.2. um 14.30 Uhr und am 7.3. um 9.55 Uhr
Den internationalen “Girl’s Day” gibt es nun ja schon seit geraumer Zeit. Am 22. April 2010 wird endlich auch auf diesem Terrain ein Sieg der Gleichberechtigung zu vermelden sein, dann nämlich findet im Wiener WUK erstmals ein Burschentag statt.
Dieses Angebot richtet sich an Burschen und junge Männer von 14 bis 24 Jahren mit mehr oder weniger Unterstützungsbedarf. Es wird die Möglichkeit geben im pflegerischen, sozialen und pädagogischen Bereich Erfahrungen zu sammeln und eigene Fähigkeiten zu entdecken. Genaue Informationen und Anmeldemöglichkeit gibt es ab Anfang März 2010. Das detaillierte Programm ist ab 4. März 2010 auf www.wuk.at zu finden.
Wer Musicalnews & -berichte, abseits vom Mainstream, sucht, speziell im deutschsprachigen Raum, hat es nicht gar so leicht. Nicht, dass es nicht genügend Seiten gäbe (wobei, eigentlich gibt es gar nicht so viele), allerdings ist der Content auf eben jenen Sites oft sehr dürftig. Unzählige Blogs werden gestartet und liegen nicht selten nach zwei oder drei Beiträgen brach. Das macht natürlich keinen Sinn. Blogs leben davon, dass sie täglich oder zumindest wöchentlich “befüllt” werden. Dass sich da Websites mit einer Heerschar an freiwilligen Zulieferern leichter tun, ist klar, in Relation aber zu den 1-Mann/Frau-”Unternehmen” wäre die Bewertung dann doch wieder eine andere.
Musicalblogs, die als 1-Mann/Frau-Unternehmen geführt werden, haben einen Vorteil: Sie können sich leichter auf Nischen spezialisieren, eine ganz spezielle Themenauswahl treffen und dann je nach zur Verfügung stehender Zeit etwas ausführlicher oder überblicksmäßig mal häufig und mal sporadisch interessanten, durchaus auch subjektiv formulierten Content bieten. Wenig interessant sind Sites, die nichts anderes machen als Pressetexte zu kopieren, auch das gibt es, und wenig interessant sind die Fankiddie-Sites, die vor allem in der Schublade “Schwärmerei” gut aufgehoben sind.
In meine Bookmarkliste hab ich mir in letzter Zeit die folgenden drei Blogs eingetragen:
- Musical Awakening
- Musicalinfo.at
Wer weitere Tips hat, einfach einen Kommentar posten.