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Archiv - Vermischtes

Nadine Beiler singt Frank Wildhorns “Something to believe in”

Welcher österreichische Sänger bzw. welche Sängerin bekommt schon mal die Chance, ein Lied von Komponist Frank Wildhorn interpretieren zu dürfen. Nun, beispielsweise Nadine Beiler, Starmania-Siegerin des Jahres 2007. Auf ihrer ersten Solo-CD “Komm doch mal rüber” (Veröffentlichungsdatum: 25. Mai 2007) findet sich der Song “Was wir sind”. Dabei handelt es sich um die deutsche Version von “Something to believe in”, einem Lied, das Linda Eder 1997 erstmals für ihre Solo-CD “It’s time” aufgenommen hat. Im Booklet zu “It’s time” schreibt Linda Eder über “Something to believe in”:

One of my greater worries over the last three years has been that someone else would record this song before I got the chance. It was written at the same time as the material for my last album “AND SO MUCH MORE” (remember that “batch” thing) but I had no place on that album. I close every performance with that piece, because I like what it says, and because my soul just loves that song

Was mich am meisten an Beilers Version (zu hören als Stream auf ihrer Website) stört, sind diese wirklich ekelhaft billigen Synthesizer im Refrain. Wenn man kein Geld hat für Streicher, was ja keine Schande ist, dann bitte, um Himmels Willen, wenigstens nicht dieses Puppendigiquatschorchester. Es macht jedes Lied zur Lachnummer, egal, was sonst noch zu hören ist.
Beiler tritt mit dieser Nummer, ob sie will oder nicht, gegen Linda Eder an (Eders Version ist auf YouTube zu sehen). Songs von Frank Wildhorn leben von der Interpretation. Man kann alles aus ihnen machen. Ein schlechter Sänger macht Schlager draus, ein guter Sänger unvergesslichen Pop, Linda Eder Pop/Gospel-Crossover vom Feinsten.
Beilers “Was wir sind” wurde am 4. Mai 2007 als Singleauskopplung veröffentlicht. Am 18. Mai 2007 stieg sie auf Platz 15 der Austria Top 75 ein, konnte sich danach aber platzmäßig nicht mehr verbessern. Am 22. Juni 2007 ist sie noch auf Platz 43 zu finden.
Beilers Interpretation ist nett, aber hinterlässt keinen Eindruck. Gefühlsmäßig eine Nullnummer. Zusätzlich störend sind Probleme, die sie mit ihrer Artikulation hat - all das scheint am Produzenten vorbeigegangen zu sein. Schade um die vertane Chance.

Thommie Walsh (15.3.1957–16.6.2007)

Im Alter von 57 Jahren ist Musicaldarsteller, Tänzer und Choreograph Thommie Walsh vergangenen Samstag an Lymphknotenkrebs gestorben.
Sein Broadway-Debüt gab Thomas J. Walsh 1973 als Tänzer in Cy Colemans & Dorothy Fields’ Musical “Seesaw”, seinen Durchbruch schaffte er 1975 in der Uraufführung von Michael Bennetts “A Chorus Line”, in der er die Rolle des Bobby kreierte. Es sollte sein letztes Broadway-Engagement als Darsteller sein. Nach zwei Jahren verließ er die Show, um sich einer Karriere in der Schallplattenindustrie und als Choreograph zu widmen.
Als Choreograph wurde Thommie Walsh mit insgesamt zwei Tony Awards ausgezeichnet: 1980 für «A Day in Hollywood/A Night in the Ukraine” und 1983 für «My One and Only”. Bei beiden Shows war Broadway-Star Tommy Tune sein Partner. Für seine Choreographie des Maury Yeston-Musicals “Nine” wurde Walsh 1982 für einen Tony Award nominiert.
Walsh führte bei der Uraufführung des Off-Broadway-Musicals “Lucky Stiff” Regie, arbeitete als Choreograph für Soloshows von Broadway-Stars (Donna McKechnie, Priscilla Lopez, Chita Rivera, Sandy Duncan und Barbara Cook), übernahm in weiterer Folge auch Choreographien für Tourproduktionen (”Best Little Whorehouse in Texas”, 2001) und Nachtclubs. In den letzten Jahren arbeitete er als Grundstücksmakler in Manhattan, New York. [Quelle: New York Times]

England: Casting-Joseph stürmt die Charts

Wer suchet, der findet. Andrew Lloyd Webber hat auf BBC one 11 Wochen lang einen neuen Hauptdarsteller für sein Musical “Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat” gesucht und in Lee Mead schließlich gefunden. Kaum war das Finale vorbei, sind der Herr und sein Joseph ab ins Tonstudio, um (für eine gute Sache: “Children In Need”) die erste (Benefiz-)Single des Musicalstars in spe aufzunehmen. Man entschied sich, nicht wirklich schwer zu erraten, für “Any Dream Will Do” und nahm bei der Gelegenheit auch gleich noch “Close Every Door” auf (gemeinsam mit dem Zweitplatzierten Keith Jack und dem Drittplatzierten Lewis Bradley).

“Any Dream Will Do” - will das heutzutage noch jemand hören? Musical-Castingshows, ein Werkzeug des Teufels oder Box Office Gold? Im Rennen um die Nummer 1 der britischen Charts der kommenden Woche liegt “Any Dream Will Do” momentan rund 1500 verkaufte Einheiten hinter der derzeit Erstplatzierten Rihanna und ihrem Song “Umbrella”, der seit fünf Wochen an der Spitze der Hitparade liegt.

Gennaro Castaldo, Pressesprecher von HMV:

It’s no surprise that Lee should be vying to top the singles charts this week when you consider the massive TV audience that tuned in regularly to watch Joseph and how dedicated the programme’s fans were to its contestants. It follows that if people made the effort to phone in their votes, there’s every chance they’d also be happy buying this song, especially as it supports Children In Need. Our stores are reporting that it’s mainly parents coming in with their kids that are buying the single.

ORF plant Musical-Castingshow

Laut APA plant ORF-General Alexander Wrabetz eine Reihe von Herbsteventprogrammen. Ein potentieller Kandidat: eine Musical-Castingshow. Zitat aus “Der Standard”:

Musical-Castingshow, eine Sänger- und Sängerinnenbewährung rund um die leichtere Muse. Die BBC-Vorlage mit Oper war dem ORF offenbar doch zu steil. RTL beginnt im Spätsommer schon wieder seine Superstarsuche, “Starmania” lässt indes aus.

“American Idol” schafft es an den Off-Broadway - als Musical

“American Idol”, die amerikanische Variante der englischen Castingshow “Pop Idol” beziehungsweise des deutschen “Deutschland sucht den Superstar”, feiert demnächst seine Off-Broadway-Premiere, und zwar als Musical.

In “Idol: The Musical” dreht sich alles um Clay Aiken, einen ehemaligen Teilnehmer von “American Idol”, der die zweite Staffel 2003 zwar nicht gewinnen konnte, dem aber als Zweitplatzierten eine Karriere sondergleichen gelungen ist. Im Jahre 2003 wurde seine Single “Bridge Over Troubled Water / This Is The Night” als bestverkaufte des Jahres mit einem Billboard Award ausgezeichnet, 2004 und 2005 folgten weitere Billboard Awards, jeweils für seine CD “Merry Christmas With Love”. 2004 wurde sie als “Best Selling Christmas Album” ausgezeichnet, 2005 als “Best Selling Christian Album”.

Einen Überblick über die Karriere von Clay Aiken bietet Wikipedia - in seinem Fall extrem ausführlich, und das hat seinen Grund. Aiken konnte durch “American Idol” eine dermaßen große, begeisterte und vor allem loyale Anhängerschaft, sprich Fans, generieren, dass der Begriff “Claymaniacs” zumindest in den USA zur Trademark avancierte. Exakt das ist auch das Thema des Musicals “Idol: The Musical”, das am 5. Juli 2007 im 45th Street Theatre mit den Previews startet. Der Inhalt der Show kurz zusammengefasst:

“There are eight of them; all belonging to the same cult-like club that meets daily in a barn that doubles as a shrine to Clay Aiken. They are actively ridiculed by the rest of Steubenville; a humiliating situation that doesn’t deter their quest for all things Clay. They are victims of A.D.D., Ritalin, their misguided obsessions and their innocent longing for their elusive ‘15 minutes.’ One of them pumps gas. One of them is home-schooled. One of them is a genius. And one of them is a basketball phenom who would rather be a Chippendales dancer. The other four have equally bizarre back-stories too complicated to tell here; but suffice it to know that the real bad-guy of the piece is a total harpy named Adrienne. She gives new meaning to the word villain. The story heats up when the mid-American leg of the ‘Idol Tour,’ starring Clay Aiken, is announced to be playing Chicago, Memphis, Louisville, Scranton, Charleston, Greensboro, Roanoke and Steubenville. Steubenville! False idols are a tricky bunch. Especially those that have lost national singing contests. Go ask Clay. I think he’ll know.”

“Idol: The Musical” wird als satirisches Musiktheaterstück angekündigt. Das Buch stammt von Bill Boland, die Musik von Jon Balcourt. Todd Ellis fungiert als Produzent der Show in Manhattan, Bill Boland übernimmt auch die Regie.

Wer nun mit dem Namen Clay Aiken gar nichts anfangen kann, findet unter dem Schlagwort “Aiken” im Kultur-Channel-Archiv eine ganze Menge an Meldungen über den Sänger, oder einfach hier klicken. Der Clip von YouTube zeigt fast schon idealtypisch, wie anders Aiken ist und wie dieses “Anderssein” frenetisch gefeiert wird. [Story]

August Rush: Moving at the Speed of SOUND - ein Kinohit im Anrollen?

So mancher Filmtrailer ist besser als der Film selbst. Wollen wir mal hoffen, dass das bei “August Rush” (siehe Filmtrailer auf YouTube) nicht der Fall ist. Einige Faktoren sprechen für einen guten Film, zumindest zwei. Der eine: Robin Williams, der andere: Jonathan Rhys Meyers. Aber vielleicht stiehlt Freddie Highmore auch den beiden die Show, wusste er doch schon im Blockbuster “Finding Neverland” an der Seite von Johnny Depp zu begeistern. Filmstart in den USA: 19. Oktober 2007, der Inhalt kurz gefasst:

“August Rush” tells the story of a charismatic young Irish guitarist (Jonathan Rhys Meyers) and a sheltered young cellist (Keri Russell) who have a chance encounter one magical night above New York’s Washington Square, but are soon torn apart, leaving in their wake an infant, August Rush, orphaned by circumstance. Now performing on the streets of New York and cared for by a mysterious stranger (Robin Williams), August (Freddie Highmore) uses his remarkable musical talent to seek the parents from whom he was separated at birth.

Barbra Streisand in Wien - ohne Sichteinschränkung (mit viel Glück)

Barbra Streisand gibt sich am Donnerstag die Ehre und noch hat jeder die Chance, dabei zu sein beim ersten Wien-Konzert der Diva. Der Veranstalter des Events, “Rock and More”, schafft es doch tatsächlich durch unprofessionelles Verhalten nicht nur Journalisten zu vergraulen mit Nichtbeantwortung von Interview-, Pressekarten- und sonstigen Anfragen, wie man hört, nein, nun gibt es bei OE-Ticket Eintrittskarten zum Preis von 172 und 286 Euro mit Sichteinschränkung. Nichts gegen Barbra, aber das ist einfach zu lustig, um nicht erwähnt zu werden. Viel Spaß jedenfalls allen Streisand-Fans beim Konzert.

Broadway Saison 2006/07: Hits & Flops

Wie jedes Jahr veröffentlichte das Branchenfachblatt “Variety” auch in dieser Saison eine Liste der Broadway-Hits und -Flops - und jener Shows, die dazwischen liegen. Einziges Kriterium dabei: Hat die Produktion Gewinn abgeworfen oder nicht beziehungsweise war die Show ein finanzieller Verlust.

HITS
- Butley
- A Chorus Line
- A Moon For The Misbegotten
- The Vertical Hour

FLOPS
- Company
- Coram Boy
- High Fidelity
- Jay Johnson: The Two and Only
- Journey’s End
- Kiki & Herb: Alive On Broadway
- The Little Dog Laughed
- Martin Short: Fame Becomes Me
- The Pirate Queen
- The Times They Are A-Changin’

NONPROFIT:
- 110 In The Shade
- The Apple Tree
- The Coast Of Utopia
- Heartbreak House
- Losing Louie
- LoveMusik
- Translations
- Prelude To A Kiss

STATUS NOT YET DETERMINED
- Curtains
- Deuce
- Dr. Seuss’ How The Grinch Stole Christmas
- Frost/Nixon
- Grey Gardens
- Inherit The Wind
- Legally Blonde
- Les Misà©rables
- Mary Poppins
- Radio Golf
- Spring Awakening
- Talk Radio
- The Year Of Magical Thinking

LAST SEASON’S HOLDOVERS UPDATED
The Drowsy Chaperone - HIT
The Lieutenant of Inishmore - FLOP
The Wedding Singer - FLOP
TARZAN - STILL UNDETERMINED

Andrew Lloyd Webbers Katze killt “Phantom”-Sequel

Manchmal geht Andrew Lloyd Webber mit Geschichten an die Öffentlichkeit, die ihm zumindest einen Tony Award als “Funniest Composer around” einbringen sollten. So meldet PLAYBILL, dass Otto, Webbers sechs Monate alte Hauskatze, des Meisters Kompositionen für das Projekt “Phantom of the Opera 2″ auf dem Gewissen haben soll:

LLoyd Webber: I was trying to write some new music; Otto got into the grand piano, jumped onto the computer and destroyed the entire score for the new Phantom in one fell swoop.”

Wenn “Die Presse” spekuliert …

Aus und vorbei ist es mit der ORF-Serie “Mitten im 8en”, über der seit Wochen die Mediengeier reiherten. Eine Säule der ORF-Reform wurde also abgesäbelt, nun geht es aber munter weiter. So ist in der Tageszeitung “Die Presse” zu lesen:

Fragt man Strobl nach eventuellen Personalkonsequenzen nach »MiA«, sagt er: »Lesen Sie einmal ein Managementbuch – wäre das so, dann würde kein Mensch mehr eine Entscheidung treffen.« Dennoch wird im ORF-Umfeld schon von einem baldigen Abgang Lorenz’ gemunkelt.

Sägen an Lorenz’ Sessel

Dem ORF-Gesetz nach kann die Absetzung eines Direktors allerdings nur vom Generaldirektor initiiert werden – und braucht dann noch die einfache Mehrheit im Stiftungsrat. Bisher ist das erst einmal passiert, im Herbst 1993, als Ernst Wolfram Marboe vom damaligen Generalintendanten Gerd Bacher abberufen wurde. Als mögliche Nachfolgerin für Lorenz käme unter Umständen Musical-Intendantin Kathrin Zechner in Frage, hört man. (”Die Presse”, Print-Ausgabe, 14.06.2007)

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