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Archiv - Vermischtes

Musicalfans - uncool, aber loyal?

Ein Treff des Uwe Kröger Fanclub jüngst im Hotel Wimberger sorgt für eine (kleine) (sehr kleine) Schlagzeile in der österreichischen Zeitschrift “Der Standard”. Thomas Rottenberg schreibt in der Rubrik “Rottenbergs Boulevard”:

Um die halbe Welt für ein Bild

Sachie Endo und Sachiko Furumoto waren eigens aus Japan angereist, um Uwe Kröger nahe zu sein
Über Fans in Fanclubs zu lästern ist einfach. Und billig. Und darum tun sich meist jene Leute beim Lästern über Fanclubmitglieder groß hervor, die sich selbst stets als coole, abgeklärte und total autonom agierende Kultur-Individualisten inszenieren. Und dabei gar nicht mitbekommen, dass sie gerade dadurch ebenfalls Mitglieder einer streng homogenen, oft monothematischen Gemeinde sind.

Uncool

Egal. Denn die Vertreter von “Cool” rümpfen zwar gern ihre elitären Nasen über Musicalstars wie Uwe Kröger und ihre treue Gefolgschaft. Sie selbst würden es aber nie schaffen, Hundertschaften von Adoranten (und -innen) Jahr für Jahr zu Fanclubtreffen aus weit weg anzulocken: Heuer - am Samstag - lud Herr Kröger zum 14. Mal zum jährlichen Fan-Treff in Wien. Unter den 230 Fans waren auch Sachie Endo und Sachiko Furumoto. Die beiden Damen waren eigens aus Japan angereist, um Kröger nahe zu sein. Dass Samstagabend im Hotel Wimberger als Motto des Abends - passend zu Krögers Rolle in “Rebecca” - “very british” vorgegeben war, wirkte da dann aber fast wie eine verschenkte Chance: Zu Krögers “Phantom der Oper”-Zeiten hatten sich die Fans schließlich in opulente Ball- und Fin-de- Sià¨cle-Roben geworfen - aber vermutlich wäre Opernball und Kröger ja eh ein bisserl viel des Guten auf einmal gewesen. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD Printausgabe, 13.6.2007)

Tony Awards 2007 - Triumph für “Spring Awakening”

In der Nacht zum Montag fand in New York die diesjährige Tony-Awards-Verleihung statt. Wer waren die großen Favoriten? Zur Erinnerung eine kleine Auflistung der Shows mit den meisten Nominierungen: “Spring Awakening” (11), “The Coast of Utopia” (10), “Grey Gardens” (10), “Legally Blonde The Musical” (7), “Mary Poppins” (7), “Coram Boy” (6), “Journey’s End” (6), “110 in the Shade” (5).

Der große Sieger der diesjährigen Awards im Bereich “Musical” heißt: “Spring Awakening”. Im Wettstreit der eher konservativen Verehrer des sagen wir mal “klassischen Musicals” und der eher modern orientierten Erneuerer, die auch an einer Rockshow wie “Spring Awakening” wieder einmal Gefallen gefunden haben, hat sich das durchgesetzt, was sich nicht gar so oft durchsetzt am Great White Way, und das alles sah man in der Saison 2006/07 in “Spring Awakening” vereint.

Mit insgesamt 8 Tony Awards ist “Spring Awakening” der große Gewinner. “Grey Gardens” konnte 3 Mal punkten, daneben wurden noch “Mary Poppins”, “Curtains” und “Company” mit Tony Awards bedacht.

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Music and Lyrics

Ein kleiner interessanter Dialog aus dem Hollywoodfilm “Music and Lyrics”:

Alex Fletcher: “It doesn’t have to be perfect. Just spit it out. They’re just lyrics.”

Sophie Fisher: “… just lyrics …”

Alex Fletcher: “Lyrics are important. They’re just not as important as melody.”

Sophie Fisher: “I really don’t think you get it.”

Alex Fletcher: “You look angry. Klick your pen.”

Sophie Fisher: “A melody is like seeing someone for the first time. The physical attraction. Sex.”

Alex Fletcher: “I so get that.”

Sophie Fisher: “Then, as you get to know the person, that’s the lyrics. Their story, who they are underneath. It’s the combination of the two that makes it magic.”

Neue Homepages braucht die Welt

Deborah Sasson
Eine Meldung auf OpenPR.de macht auf die “moderne Website” der Klassik- und Opernsängerin Deborah Sasson aufmerksam. Problem Nummer 1: Surft man auf die Site, kann es schon mal vorkommen, dass man sich der Gefahr eines Gehörsturzes aussetzt, denn man wird von “heftigem Gesang” begrüßt. Kommt natürlich immer drauf an, auf wie laut man gerade die Audioeigenschaften seines PCs getuned hat - wie auch immer, optimal ist das Intro nicht. Ansonsten ist die Site eher unspektakulär, aber klar strukturiert mit einem etwas merkwürdigen Header und einer etwas gewöhnungsbedürftigen Schriftwahl, vor allem bei den Überschriften. Deborah Sasson ist lange im Geschäft. Leider hat sie nur 5 Hörbeispiele auf ihrer Site als Stream, das ist etwas wenig.

Tomas Tomke
Einen Relaunch seiner Website hat Tomas Tomke ins Netz gestellt. Der Absolvent der Konservatorium Wien Privatuniversität ist demnächst in der Bad Hersfelder Produktion von “Les Misà©rables” zu sehen. Was Multimedia-Inhalte angeht, wird man auf Tomkes Site, die in dieser Version erst wenige Tage im Netz ist, schon jetzt gut versorgt. Beispielsweise mit einem witzigen Backstage-Video über die Proben in Bad Hersfeld. Per YouTube sind auch VideoTagebücher abrufbar, per Google-Video die vollständige Diplomprüfung von Tomas Tomke, aufgenommen 2006 im Leonie-Rysanek-Saal der Konservatorium Wien Privatuniversität - Web-2.0-mäßig gut positioniert, layoutmäßig im Grungesstil, der nach wie vor sehr beliebt ist und auch gut wirkt.

Tony Awards 2007 - die Nominierungen

Wie jedes Jahr mit Spannung erwartet, wurden heute die Tony-Awards-Nominierungen bekannt gegeben. Mit 11 Chancen auf einen Award setzte sich das Musical “Spring Awakening” an die Spitze der nominierten Shows. Die komplette Liste der nominierten Shows:

Name der Show/Anzahl der Nominierungen
Spring Awakening - 11
The Coast of Utopia - 10
Grey Gardens - 10
Curtains - 8
Legally Blonde The Musical - 7
Mary Poppins - 7
Coram Boy - 6
Journey’s End - 6
110 in the Shade - 5
Inherit the Wind - 4
LoveMusik - 4
Radio Golf - 4
Company - 3
Frost/Nixon - 3
A Chorus Line - 2
Heartbreak House - 2
The Little Dog Laughed - 2
Talk Radio - 2
The Apple Tree - 1
Butley - 1
Deuce - 1
High Fidelity - 1
Jay Johnson: The Two and Only! - 1
Kiki and Herb Alive on Broadway - 1
Martin Short: Fame Becomes Me - 1
A Moon for the Misbegotten - 1
Translations - 1
The Year of Magical Thinking - 1

Verliehen werden die Tony Awards in genau 26 Tagen, am 10. Juni 2007.

Kyrre Kvam “Mitten im 8en”

Okay, Kyrre Kvam hätte sich vielleicht einen etwas besseren Start der ORF-Sitcom “Mitten im 8en” gewünscht, in der er heute, am 9. Mai 2007, als Veeti, der finnische Raumausstatter auftaucht, aber man kann nicht alles haben. Es hat doch auch was, wenn immerhin der Vizekanzler einer Republik persönlich die Absetzung einer Fernsehserie verlangt. Ich frag mich ja dieser Tage des Öfteren, was passiert wäre, wenn Wilhelm Molterer in Zeiten Mundls in der Regierung gesessen wäre. Schwamm drüber. Für alle Kvam-Fans also: Mitten im 8en, ORF1, 19:20 Uhr.

Queen-Gitarrist Brian May zum Thema Castingshows

It’s actually an appalling lowering of standards, this whole TV-dominated culture. I promise you will never find us on some panel bullying and ridiculing young performers. [Story]

Holland: “Evita” verzweifelt gesucht - Pia Douwes sucht mit

Im Herbst geht in Holland eine Musical-Castingshow über die Bühne, die eines zum Ziel hat: eine neue “Evita”.
Man mag nun zu diesem Trend stehen, wie man will, er scheint sich jedenfalls wie ein Virus über die ganze Welt zu verbreiten: Hauptrollen in neuen Musicalproduktionen werden immer öfter per TV-Casting besetzt.
Nun gut, das holländische Castingformat, das eine Hauptdarstellerin für Andrew Lloyd Webbers “Evita” sucht, kann jedenfalls mit einer sehr attraktiven und stimmgewaltigen Diva aufwarten: Pia Douwes wird mitbestimmen, wer gut genug ist, eine ihrer Nachfolgerinnen zu werden. [Story]

Jason Robert Browns Sound-Blog: “Songs for a New World in utero”

Jason Robert Browns Website hat sich in den vergangenen Monaten zu einer lebendigen Austauschplattform zwischen dem Komponisten und all jenen entwickelt, die sich für seine Musik interessieren. Bei manchen Anfragen platzt ihm schon mal der Kragen, woraufhin er sich dann gleich ein paar Mal dafür entschuldigt und verspricht, ein besserer und geduldigerer Mensch zu werden. Meistens dreht es sich dabei um die Frage, ob die Reihenfolge der einzelnen Lieder bei seinem Musical “Songs for a New World” eine zufällige sei oder von ihm tatsächlich beabsichtigt.
Wie auch immer, von seinem Musical “Songs for a New World” hat er auf seiner Website in der Rubrik “Weblog” einige Demos online, die er 1992-1994 mit Billy Porter und Kristine Zbornik aufgenommen hat: “King of the World” und “”Surabaya-Santa”.

Gescheiterte Superstars - eine Runde Trauer

“Deutschland sucht den Superstar” ist zu Ende, gewonnen hat Mark Medlock. Fest eingespannt in Dieter Bohlens Hitfabrik kann er sich zumindest ein paar einschlägige Charthits erwarten, viel mehr wird es wohl nicht werden. Traditionellerweise wird im Rahmen der Berichterstattung über Castingshows auch immer wieder auf das Schicksal der Sieger der vorherigen Staffeln eingegangen. Da heißt es für Alexander Klaws fest gegen eventuell aufkommende Tränen anzukämpfen, ist er doch laut “Kölner Stadt-Anzeiger” “von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, in der Berliner Inszenierung des Musicals »Tanz der Vampire«.” Fazit der Kölner Zeitung: “Superstars sehen anders aus.”
Genau das ist das Problem mit Castingshows, mit dem Traum vom Popstar: Wer’s nicht schafft, glaubt dann halt “wenigstens bei einem Musical unterzukommen”. Genau das macht die gescheiterten Popstars dann meist auch zu nichts anderem als zu völlig unbrauchbaren Musicaldarstellern, die am Anfang ihrer vermeintlichen Musicalkarriere noch als Zuschauerlockvögel mit bunten Federn eingesetzt werden, aber bald schon in Vergessenheit geraten. Es ist ärgerlich, dass man das Musicalgenre mit diesem Vorgehen auf ein Niveau bringt, das es nicht verdient hat. Sicher gibt es Ausnahmen, gerade das amerikanische Format “American Idol” bringt immer wieder interessante Leute an die Öffentlichkeit, die zwar nicht die Fernsehshow für sich entscheiden, aber nach ihrem frühen Ausscheiden Rollen in Broadway-Produktionen oder Filmen ergattern können. Musterbeispiel dafür ist Jennifer Hudson (”Dreamgirls”). Freilich war sie dem Musicalgenre schon vor “American Idol” verbunden, und ganz ehrlich, eine Jennifer Hudson ist mit dem, was bei “DSDS” ausgesiebt wird, nicht annähernd vergleichbar.
Fakt ist, dass Castingshows dem Image des Musicalgenres als ernstzunehmender Kunstform Schaden zufügen können. “Du taugst nix für eine Karriere als Popstar, versuchs mal beim Musical” - eine gängige Formulierung im Rahmen von Castings. Es ist eine Art Abqualifizierung, die die wahren Verhältnisse wahnwitzigerweise umkehrt. Denn es sind die ausgebildeten Musicalsänger, die am Theater Entertainment der Spitzenklasse bieten und nicht geklonte Möchtergernstars, die in 90 Prozent der Fälle schon wenige Monate nach dem Start ihrer Karriere wieder dort gelandet sind, wo sie vorher waren.

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