Archiv - Vermischtes
Martin Bruny am Donnerstag, den
23. Juni 2005 um 12:59 · gespeichert in Flicks, Sprache, Skurriles
Ich mag synchronisierte Filme ja nicht besonders. Mir fällt dazu immer nur der Spruch ein: “Synchronisierte Filme sind die Rache der Deutschen an den Alliierten” - wer auch immer den geprägt haben mag.
Ich hab mit synchronisierten Filmen ein optisches Problem (es sieht einfach oft unnatürlich aus, wenn eine deutsche Tonspur über ner englischen läuft, und bei Dativ/A .. ne, das führt zu weit) und auch ein psychologisches, denn immerhin muss man sich doch darauf verlassen, dass der/die Übersetzer eines Films auch wirklich so nah wie möglich am Original dran bleibt/bleiben. Sicher, da muß man bedenken, dass ein englischer Satz, wiedergegeben in deutscher Sprache, einfach aus mehr auszusprechenden Buchstaben besteht, aber dennoch, ich hätte es gern doch genau so gehabt, wie es denn auch im Original gesprochen wird.
The Machinist ist ein Beispiel für einen Film, bei dem zumindest in einer Szene eine, sagen wir mal sehr freie Übersetzung gewählt wurde. Der Protagonist antwortet auf die Frage einer Kellnerin, ob er denn etwas zu verbergen habe, scherzhaft:
Er: “I’m Elvis Presley. I ran away from home to pursue my blue collar aspirations.”
Sie: “I thought you looked familiar.”
Übersetzt wurde “I thought you looked familiar” mit “Ja, das kenne ich aus eigener Erfahrung.”
Das sind dann die Momente, wo ich lieber keine deutschen Fassungen mehr hören möchte.
Martin Bruny am Mittwoch, den
22. Juni 2005 um 12:57 · gespeichert in Listen, Flicks
Wir sind wieder einmal bei Listen gelandet. Diesmal: Die Top 100 der Filmzitate, zusammengestellt vom “American Film Institute”. Wobei Konsumenten der verdeutschten Fassungen das Problemchen haben, dass ihnen die Zitate gar nicht geläufig sein werden. Mit ein bißchen Anstrengung (und einem guten Schuß Bosheit) könnte man den Originalen die deutschen Versionen gegenüberstellen - allein, wer macht sich die Mühe? (Ich nicht!)
Die Nummer 1 der Top 100 geht an Rhett Butler, der Scarlett O’Hara mit folgenden Worten ein wenig uncharmant abblitzen läßt: “Frankly, my dear, I don’t give a damn.” Seit 1939 hatte dieser Spruch einige Zeit, Kult zu werden, wie auch die Plätze 2 bis 10 aus Filmen stammen, die zumindest älter als 20 Jahre sind.
Die Top 10:
1. “Frankly, my dear, I don’t give a damn”, “Gone With the Wind”, 1939
2. “I’m going to make him an offer he can’t refuse”, “The Godfather”, 1972
3. “You don’t understand! I coulda had class. I coulda been a contender. I could’ve been somebody, instead of a bum, which is what I am”, “On the Waterfront”, 1954
4. “Toto, I’ve got a feeling we’re not in Kansas anymore”. “The Wizard of Oz”, 1939
5. “Here’s looking at you, kid”, “Casablanca”, 1942
6. “Go ahead, make my day”, “Sudden Impact”, 1983
7. “All right, Mr. DeMille, I’m ready for my close-up”, “Sunset Blvd.”, 1950
8. “May the Force be with you”, “Star Wars”, 1977
9. Fasten your seatbelts. It’s going to be a bumpy night”, “All About Eve”, 1950
10. “You talking to me?” “Taxi Driver”, 1976
Die Top 100 gibt es hier!
Martin Bruny am Sonntag, den
19. Juni 2005 um 12:55 · gespeichert in Flicks

In den Videotheken erhältlich, ein sagenhaft gefloppter Film mit Robin Williams in der Hauptrolle: The Final Cut. Der Film mag miserabel inszeniert sein, auf einem schlechten Drehbuch basieren und mit Schauspielern besetzt sein, die alle damit ihre jährliche Fehlbesetzung abgebüßt haben … allein, ich bin gegenteiliger Ansicht. Ich finde die Idee und die Umsetzung des Films genial. Ja, man kann ein paar Zeilen zum Inhalt schreiben:
In der nahen Zukunft pflanzt man den Menschen bei der Geburt den sogenannten ‘Zoe Chip’ ein, einen digitalen Speicher für Erinnerungen eines ganzen Lebens. Nach dem Tode schneidern zuständige Spezialisten kleine Filme vornehmlich aus jenen Teilen der Aufzeichnungen, die den Verstorbenen im besten Lichte erscheinen lassen. Alan Hakman ist der König dieser Cutter und bekommt dennoch Probleme, als er das gar nicht so schöne Leben des Zoe-Konzernchefs aufpolieren soll und dabei von Bürgerrechtlern wie den eigenen, bösen Erinnerungen bedrängt wird.
Genug, es geht nicht um den Plot, soll heißen, wenn man den Film nach seinem Plot bewertet, dann wird er wohl keine so gute “Note” bekommen. Wer sich aber auf die Grundidee des Films einläßt und auf die Stimmungen, die dieser Streifen zu erzeugen vermag (nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Filmmusik, komponiert von Brian Tyler), der wird eventuell doch 90 Minuten lang gefesselt sein von der Vorstellung, wie ein solcher Chip die Welt verändern könnte. Der Film beantwortet keine Fragen, ich glaube auch nicht, dass es die Aufgabe von Filmen ist, Fragen zu beantworten. Ich finds schon mal gut, wenn ein Film Fragen aufwirft, Atmosphäre, Stimmungen erzeugt. Der digitale Bilderrausch, die Vorstellung eines modernen Sin Eaters, das dunkle Setting … alles Faktoren, die Fans dieses Genres normalerweise schätzen … und doch scheint irgendetwas nicht funktioniert zu haben. Mit knapp 500.000 Dollar Einspielergebnis schaffte es der Film nicht mal in die europäischen Kinos. 500.000 Dollar, das mag wohl der Betrag sein, den George Lucas für ein paar Ersatzteile eines Darth Vader-Kostüms benötigt.
Wie auch immer. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein derartiger Flopfilm nach ein paar Jahren zum Kultfilm wird.
Martin Bruny am Samstag, den
11. Juni 2005 um 12:54 · gespeichert in Tod, Listen
Es gibt Lieder, die uns Freude am Leben vermitteln, Songs, die uns zum Weinen bringen, und dann … ja dann gibt es noch Lieder, da würde man am liebsten den Kopf in den Gasofen stecken.
I Hate Myself and Want To Die nennt Tom Reynolds, TV-Produzent in Los Angeles, sein neues Buch, in dem er die 52 deprimierendsten Lieder aller Zeiten zusammengestellt hat, darunter Hits von den Beatles, Bruce Springsteen und den Carpenters.
Reynolds listet Lieder, die nicht mit der Intention geschrieben wurden, Menschen in den Selbstmord zu treiben. Es wäre nicht schwer gewesen, dementsprechende Punksongs zu finden, auch Einschlägiges von Hardcore Trash Metal Bands ist leicht aufzutreiben. Die Kundschaft dieser Bands mag damit gut bedient sein, der Rest der Welt findet diese Songs wohl eher zum Schießen.
Die wahrlich deprimierenden Lieder sind laut Reynolds jene, die mit der Absicht geschrieben wurden, besonders echt und tiefsinnig zu sein … und es einfach nicht sind. Wenn ein solcher Song im Radio läuft, ist der Tag gelaufen …
Reynolds ordnet diese Schreckenslieder in seinem Buch 10 Kategorien zu, zum Beispiel “I was a Teenage Car Crash”, “Horrifying Remakes of Already Depressing Songs” [Musterbeispiel: “All by myself” von Celine Dion], “I’m Trying to Be Profound and Touching, But Really Suck at It” [Musterbeispiel: “The Rose” von Bette Midler], “She Hates Me, I Hate Her”,”I’m Telling a Story Nobody Wants to Hear”, “I Had No Idea That Song Was So Morbid”, “I Mope, Therefore I Am”, “If I Sing About Drugs People Will Take Me Seriously”, “Perfect Storms”.
Reynolds’ Nummer 1 wird hierzulande vermutlich niemand kennen. Das Lied handelt von einem Mann, der Weihnachten hasst. Er trifft einen kleinen Jungen, der für seine im Sterben liegende Mutter Schuhe kaufen möchte, aber zu wenig Geld hat. Der Mann gibt dem Jungen ein paar Groschen und fühlt sich auf der Stelle besser. Interpretiert wird der Song von der christlichen Rockband Newsong. Im Jahr 2000 toppte “The Christmas Shoes” die amerikanischen Adult Contemporary Charts. Das Lied erreichte eine derartige Popularität, dass ein TV-Movie mit Rob Lowe in der Hauptrolle darauf basierend gedreht wurde.
Reynolds’ größte Angst ist nun, dass im Zuge der Promotion-Arbeit für sein Buch auch just dieses Lied wieder die Charts stürmt, mal ganz abgesehen davon, dass es ein WEIHNACHTSlied ist und ohnedies jedes verdammte Jahr in der Kerzenzeit im Radio auf und abgespielt wird.
Die Top 25 der deprimierendsten Lieder liest sich wie folgt:
01. Newsong: The Christmas Shoes (2000)
02. Harry Chapin: The Shortest Story (1976)
03. Bobby Goldsboro: Honey (1968)
04. Bonnie Tyler: Total Eclipse of the Heart (1984)
05. Terry Jacks: Seasons in the Sun (1974)
06. Bloodrock: DOA (1971)
07. Billie Holiday: Strange Fruit (1939)
08. Nine Inch Nails: Hurt (1994)
09. Marianne Faithfull: Sister Morphine (1979)
10. The Jim Carroll Band: People Who Died (1980)
11. Metallica: One (1988)
12. Kenny Rogers & First Edition: Ruby, Don’t take your love to town (1969)
13. Ben Folds Five: Brick (1997)
14. Pink Floyd: Comfortably Numb (1979)
15. Don Williams: Maggie’s Dream (1984)
16. Bette Midler: The Rose (1980)
17. The Verve Pipe: The Freshmen (1997)
18. The Cure: Prayers for Rain (1989)
19. Loretta Lynn: Woman’s Prison (2004)
20. Celine Dion: All By Myself (1996)
21. Ray Peterson: Tell Laura I love her (1960)
22. Bruce Springsteen: The River (1980)
23. Neil Diamond & Barbra Streisand: You don’t bring me flowers (1978)
24. Evanescence: My Immortal (2002)
25. John Prine: Sam Stone (1972)
Martin Bruny am Samstag, den
14. Mai 2005 um 12:47 · gespeichert in Musical, Fotos, Event-Tipps
Ja, es gibt ein “musicalisches” Theaterleben abseits der großen Bühnen in Wien, unbestritten. Allerdings bestreiten einen großen Prozentsatz dieser “alternativen” “musicalischen” Aufführungen Schulen der unterschiedlichsten Art, Tanzschulen, Schauspielschulen, alles übergreifende Schulen … und da ist in den letzten Jahren ein bedenklicher Trend zu beobachten: Abschlußveranstaltungen/Abschlußprüfungen als Showevent zu verkaufen, ist an und für sich eine schöne Sache. Das Theater Akzent bietet sich da als idealer Veranstaltungsraum an … Fakt ist aber, dass die Eintrittspreise für diese Schulaufführungen von Jahr zu Jahr in höhere Dimensionen angesiedelt werden. Vorläufiger Höhepunkt war eine Abschlußveranstaltung der Performing Arts Ende April um 30 Euro. Das ist so nicht mehr akzeptabel. Wenn einmal Tickets für Schulaufführungen teurer sind als Eintrittskarten für Solo-Shows von Musicalstars, stimmt etwas nicht.
Wien hat eine wahre Vielfalt an Ausbildungsmöglichkeiten für Darsteller. Die Frage ist, WO finden diese Absolventen Arbeit? Hoffentlich nicht auf Rennbahnen, die ihre Las Vegas-Ambitionen mit kreativem Talent aufpeppen wollen. Wien ist nicht Las Vegas, schon gar nicht publikumsmäßig, und Ebreichsdorf nun schon überhaupt nicht. Wie man hört, will Frank Stronach in Kürze in Ebreichsdorf mit einer neuen Show für seine Pferderennbahn ein attraktives Nebenprogramm auf die Bühne stellen. Sein Erstversuch mit den Performing Arts Studios Vienna ist unlängst in die Hose gegangen. Die Frage ist, warum sich Musicalstars dafür hergeben sollten, das Wetten auf Pferdebahnen populär zu machen. Nö, Wien ist nicht Las Vegas.
Aber um auf das alternative “musicalische” Theaterleben zurückzukommen. Am 6. und 7. Mai gastierte das Ensemble Off-Broadway im Wiener Interkulttheater mit einem Showabend.

Leider vor nicht ausverkauftem Haus sangen sie Tunes aus derzeit in den USA angesagten Shows wie “Avenue Q”, “The Last 5 Years” oder “I love you, you’re perfect, now change”.

Schön, zu sehen, dass diese ambitionierte Gruppe immer wieder topaktuelle Musicaltrends und -hits auch in Österreich präsentiert.

Das Ensemble Broadway (Anna Bolyos, Birgit Breinschmid, Britta Steffan, Markus Jandrisits und Markus Puchberger; Band: Sara Bondi (fl), Verena Larsen (vlc), Michael Krenn (sax), Johannes Kurz jun. (p), Paul Öller (dr), Paul Schreier (b, cl, g); Gesamtleitung: Johannes G. Hauer) ist wieder am 23. September 2005, um 19.30 Uhr, im Theater am Steg in Baden zu sehen.
Gar Lustiges war heute in einer im KURIER veröffentlichten Kritik zu einer Aufführung von Mozarts “Lucio Silla” am Theater an der Wien zu lesen. Der Kritiker, Gert Korentschnig, beginnt seine Rezension mit dem Absatz:
“Sollte es noch Zweifler gegeben haben, die die Richtigkeit der Umwandlung des Theater an der Wien in ein Opernhaus in Frage stellten: Nach diesem “Lucio Silva” sollten sie bekehrt sein”.
Nun, ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es ein Skandal erster Güte ist, ein Theater wie das Theater an der Wien in einen Aufführungsort umzuwandeln, der an dreiviertel aller möglichen Spieltage einfach geschlossen bleibt. Wegen einer Aufführung sind noch lange keine Skeptiker “bekehrt”, und eine solch unsachliche Einleitung, die mit dem eigentlichen Thema der Kritik niente zu tun hat, kann man eigentlich nur als Nachtreten bezeichnen, unwürdig eines wahren Kritikers. Es ist entzückend zu beobachten, wie Herr Korentschnig seinen persönlichen Feldzug gegen die Kunstform Musical in Wien weiter fortsetzt.
Martin Bruny am Freitag, den
6. Mai 2005 um 12:42 · gespeichert in Musical, Wien, Fotos

Interaktives Theater - ich mags nicht, ich sags gleich. Ich denk mir: Würde ich auf der Bühne stehen wollen, hätte ich einen anderen Beruf gewählt, sagen wir mal: Schauspieler. Hab ich aber nicht. Ich geh gerne ins Theater, um mich zu entspannen, um zu sehen, zu beobachten und die Show zu genießen, nicht, um die Show zu machen. Interaktive Bestandteile von Shows mögen ja bei einigen Menschen beliebt sein, man denke an die Rocky Horror Show oder die Sing-along-Specials diverser Volksopernproduktionen. Dafür gibt es dankbare Kundschaft, weniger beliebt machen sich wohl Darsteller, die ganz verzweifelt darauf aus sind, ein wenig Pepp auf Kosten einiger Zuschauer in ihr Programm zu bringen. Ich erinnere mich da an peinliche Momente in Shows von Alfons Haider oder Eva Marold. Man kann das machen, sicher, aber so wird man sein Publikum oder eben Teile seines Publikums eventuell auch rasch los. Man könnte sich als Zuschauer natürlich beispielsweise Plätze wählen, wo man aus gesicherter Entfernung vor den unerwünschten interaktiven Zugriffen der Darsteller sicher ist. Auch nicht jedermanns Sache, in irgendeinem Winkerl des Theaters einzuschauen. Vorstellbar wären auch interaktive “Leo”-Zonen …

Wie ich auf dieses Thema komme … Am 5. Mai gastierte Albert Kessler mit seiner Show “ALEL” im Wiener Akzent. Ich muss gestehen, ich wusste schon vorher, dass dies eine Show mit “interaktiven Bestandteilen” werden würde - da war ich also nun, und ich war selbst schuld. Nein, ich hatte keine Lust, wie ein Schwein zu grunzen oder wie ein Huhn zu gackern. Sorry, das ist einfach nicht mein Ding. Gleichwohl habe ich registriert, dass viele Besucher die Show bereits gut kannten und begeistert mitgemacht haben. Der Touch einer Sekten-Veranstaltung kam nur eine Sekunde auf, dann driftete das Ganze in die Fröhlichkeit einer Kindershow ab. In den längeren Abschnitten, in denen keine Interaktivität gefordert wurde, konnte man sich sogar auf den Tanz (Afro, Flamenco, Oriental-Indian, Modern) und das eine oder andere Lied konzentrieren, und ja, das war wirklich ansprechend.

“ALEL” ist eine interessante Show mit Darstellern, die mit enormem Körpereinsatz alles geben, sich die Seele aus dem Leib schwitzen. Albert Kessler fungiert dabei als Autor, Komponist, Choreograph, Darsteller und Produzent. An seiner Seite agieren Brian Wimpel (ein Darsteller mit einer ganz wunderbaren Stimme), Carla Almeida, Kathrin Zurek und Stefan Trdy. Weiters wirken mit Arpad Hadnagy (Gitarre, Chorarrangements), Carlos Pino-Quintana (Bass, Orchesterarrangements), Thomas “fish” Fischdick (Percussion, Vocals, Musikalische Leitung).

Jim Libby führt Regie, kleinere Tanzeinlagen steuern Schüler und Schülerinnen der Musischulen Wien bei.

Fazit: “ALEL” ist für alle empfehlenswert, die es zulassen wollen, ihre Gefühle “die Schönen und Hässlichen, die Peinlichen und Stolzen, die Dreckigen, Erotischen, Kitschigen und vor allem die Ehrlichen” während der Show gemeinsam mit dem Darstellerteam auszuleben.

Das ist der Anspruch, den diese Show an sich selbst stellt. Wenn es den Darstellern gelingt, ein Publikum dazu zu bringen, ist der Abend gut über die Bühne gegangen.
Martin Bruny am Dienstag, den
3. Mai 2005 um 12:40 · gespeichert in Netz, Musical
Websites von Künstlern - eigentlich liegt doch nichts näher als die Auffassung, dass in unserer Zeit eine gut gestaltete Homepage für jeden Künstler eine Selbstverständlichkeit ist. Sie bietet Kontaktmöglichkeit zum Publikum, sie bietet die Chance, potentielle Arbeitgeber anzusprechen, das eigene Schaffen genau so, wie man es will, darzustellen, sie bietet die ideale Plattform zur Selbstpromotion - das heißt nun nicht, dass Darsteller, Schauspieler, Komponisten selbst in ihrer Freizeit HTML- oder sonstige ähnliche Fertigkeiten freisetzen müssten. Es gibt genug Agenturen, die das gerne übernehmen, und wer dafür nicht unbedingt Geld ausgeben will, wird mehr als einen “Fan” finden, der bereit ist, eine Homepage zu gestalten. Nötig ist nur die gewisse Einstellung, das auch zu wollen. Nötig ist dazu auch, sich nicht nur in Künstlerkreisen zu vernetzen, sondern auch mit Fans, mit Förderern, nötig ist es auch, sich nicht in den Elfenbeinturm zurückzuziehen, sondern Einblick zu gewähren, förderlich ist es mit Sicherheit, das Publikum spüren zu lassen, dass Mitarbeit erwünscht ist. Ich glaube ja, dass Künstler nach wie vor völlig unterschätzen, wie stark die Bindung zwischen ihnen und ihrem Publikum gerade auch durch Homepages werden/sein kann, wieviel Energie gerade enthusiasmierte Fans freisetzen, um für den von ihnen geschätzten Künstler zu “werben” - gratis, unverbindlich, ohne den Wunsch nach einer nennenswerten Gegenleistung. Wobei natürlich eine ins Netz genudelte Site mit ein paar Bildchen und Statements nicht so viel bringen wird wie eine vom Künstler persönlich regelmäßig upgedatete Page. Wenn ich als interessierter “Fan” damit rechnen kann, regelmäßig Neuigkeiten, vielleicht sogar exklusive Schaffenssplitter auf der Homepage vorzufinden, werde ich sie häufig aufsuchen, werde ich sie weiterempfehlen. Wenn ich als “Fan” die Möglichkeit habe, an der Gestaltung der Site in irgendeiner Form mitzuarbeiten, oder auch zum Beispiel verlinkt zu werden, wird die Bindung an Stärke gewinnen.
Ich finde es immer wieder sehr bedauerlich, wie wenige Musicaldarsteller auch nur halbwegs ansprechende Sites online stellen. Es ist oft ausschließlich Fans zu verdanken, dass man den einen oder anderen Darsteller, Komponisten, Schauspieler überhaupt ergoogeln kann. Ganze Schaffensperioden eines Darstellers etwa können mit Bildern, aufgenommen von Fans, wunderbar dokumentiert werden - wenn man das als Künstler zulässt, was jedoch nur selten der Fall ist. Schade um die vielen vergebenen Möglichkeiten. Fans kommen und gehen, entweder man versteht es, sie an sich zu binden, oder eben nicht. Früher hatte man für diesen Bindungsprozeß oft ausschließlich die Bühne, das Buch, ein Konzert. Heutzutage hat man auch die Welt des WWW und, was noch wichtiger ist, die Arbeit an der Schaffung einer eigenen Region in der Welt des WWW. Ein Künstler, der diese Welt gemeinsam mit seinen Fans errichtet, wird am Ende des Tages mit Sicherheit nicht allein dastehen.
Ein Beispiel: Bill Russell, Autor der Kultmusical “Elegies for Angels, Punks and Raging Queens” oder “Side Show” bietet eine schier unglaubliche Menge an Informationen, Bildern, Notizen, Links u.v.a.m. auf seiner Site. Für die Besucher seiner Page schreibt er ein “Gedicht des Monats”, und nicht selten kommt es vor, dass die Besucher seines Gästebuchs persönliche Mails erhalten. DAS ist Commitment, so stellt sich ein Künstler professionell, aber auch persönlich dar.
Durchaus zu empfehlen ist auch die Darsteller-Site von Paul Vaes, der derzeit als Lord Capulet im Musical “Romeo & Julia” am Wiener Raimundtheater zu sehen ist. Tagebucheintragungen, Newsletter, Links zu Berichten über sein Schaffen, eine nette Multimedia-Sektion, all das macht seine Site durchaus liebenswert.
Es ist immer wieder spannend, sich auf die Suche nach liebevoll gestalteten Websites zu machen, ich wünsche allen Lesern viel Erfolg.
Martin Bruny am Freitag, den
22. April 2005 um 16:57 · gespeichert in Musical, Wien, Fotos

Mit frenetischem Applaus und Jubel schickte Wien am 21.4.2005 die Kaiserin Elisabeth in den Sommerurlaub. Für so manch zartes Öhrchen waren der orkanartige Beifall und das hysterische Gekreische eventuell ein Touch zu viel, aber wo gefeiert wird, fallen Schranken, und bei der Lautstärke darf man froh sein, dass der dritte Rang heil geblieben ist.

Eine letzte Wiederaufnahme wird es für das Levay/Kunze-Monarchical noch geben: ab 15.9. bis zum 27.11.2005 steht die Show noch einmal am Spielplan des Theaters an der Wien. Danach versinkt diese Kultstätte in den ewigen Schlaf. Nur ab und zu, um die 50 Mal pro Jahr, soll es Aufführungen geben, ausschließlich der klassischen Musik geweihte hochpreisige Opernevents. 2006 wird aus dem Theater eine reine Mozart-Kultstätte, danach … man wird sehen.

Denken wir nicht an die dunkle Zukunft, freuen wir uns auf die Wiederaufnahme nach dem Sommer.

Martin Bruny am Sonntag, den
3. April 2005 um 16:50 · gespeichert in Musical, Sprache
Desperate Housewives, ab morgen im ORF zu sehen, wird wohl in den nächsten Monaten zum Gesprächsstoff Numero Uno all jener werden, die sich über Soaps auszutauschen pflegen. Dabei könnte man es vielleicht auch am besten belassen, aber es gibt für Musicalfans ein kleines Goodie bei dieser Serie: Die Titel der einzelnen Episoden sind großteils nach Songs von Stephen Sondheim benannt.
Die einzelnen Episoden (Episodenfolgen, benannt nach Sondheim-Songs, markiert mit einem Sternchen):
1 Pilot Episode
2 *Ah, But Underneath
3 *Pretty Little Picture
4 *Who’s That Woman
5 Come In, Stranger
6 Running to Stand Still
7 Anything You Can Do
8 Guilty
9 Suspicious Minds
10 Come Back to Me
11 *Move On
12 *Every Day a Little Death
13 *Your Fault
14 *Love is in the Air [What I Did For Love]
15 *Impossible
16 *The Ladies Who Lunch
17 *There Won’t Be Trumpets
18 *Children Will Listen
Martin Bruny am Freitag, den
25. März 2005 um 12:13 · gespeichert in Musical, Wien, Fotos

Am 24.3.2005 feierte “Jesus Christ Superstar” als konzertante Aufführung in einer Produktion der Vereinigten Bühnen Wien im Wiener Etablissement Ronacher Premiere.

Mit Weihnachtskonzerten, so der Musikalische Leiter und Dirigent Caspar Richter in einer kurzen Einführung, sei den Vereinigten Bühnen Wien schon ein alljährlicher Dauererfolg geglückt, nun sei es an der Zeit, eine neue Tradition zu initiieren: Osterkonzerte.

Die Chancen stehen gut, dass mit dieser Showproduktion tatsächlich ein Reigen an sensationellen Osterkonzerten gestartet werden konnte. Orchester und Darsteller zeigten sich in glänzender Spiellaune und zauberten mit all ihrer Kraft und Energie eine fulminante Version des Rockmusicals von Andrew Lloyd Webber auf die Bühne des Ronacher.

Die Darsteller:
Jesus: Drew Sarich
Judas: Serkan Kaya
Kaiphas: Dennis Kozeluh
Simon/Annas: Rob Fowler
Pilatus: Andrà© Bauer
Petrus: Roman Straka
Maria Magdalena: Claudia Stangl
Soulgirl/Herodes: Jaqueline Braun
Soulgirls: Tina Schöltzke, Wietske van Tongeren

Nicht vergessen sollte man bei dieser Produktion den Hinweis auf den Ton und die Tonausrüstung. Es ist spätestens jetzt bewiesen, dass man auch das Ronacher sehr gut beschallen kann. Künftige Einmieter dürfen sich vertrauensvoll an die Firma Memphis Multisound wenden, da scheint man zu wissen, wie man diesen Job effektiv erledigt.

Zwei Mal noch, am Samstag, dem 26.03.05 (15 Uhr), und Sonntag, dem 27.03.05 (11 Uhr), kann man “Jesus Christ Superstar” im Ronacher erleben. Restkarten sind bei Wien-Ticket erhältlich.
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