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Raimund Theater: Castpräsentation “Ich war noch niemals in New York”

Am 11. Dezember 2009 ging im Wiener Raimund Theater die Castpräsentation der Produktion “Ich war noch niemals in New York” über die Bühne. Fotos dieser Veranstaltung gibt es demnächst, hier aber zuerst einmal die Namen der Darsteller und des Leading Teams:

Cast
Lisa Wartberg: Ann Mandrella
Axel Staudach: Andreas Lichtenberger
Maria Wartberg: Hertha Schell
Otto Staudach: Peter Fröhlich
Fred Hoffmann: Andreas Bieber
Costa: Gianni Meurer
Florian: 4 Buben im Alter von 12 bis 13 Jahren

Kapitän: Andrà© Bauer
Steward: Norbert Kohler
Frau Menzel: Natalya Bogdanis
Frau Dünnbügel: Ina Wagler

In weiteren Rollen:
Sabine Mayer, Sabrina Harper, Linda Geider, Daniella Foligno, Fanny Hoffmann, Birgit Wanka, Kathleen Bauer, Lorna Dawson, Nina Janke, Max Niemayer, Kai Peterson, Patrick Schenk, Dominik Hofbauer, Nicola Gravante, Steven Seal, Manuel Stoff, Wolfgang Postlbauer, Georg Prohazka

Leading Team
Musik: Udo Jürgens
Autor: Gabriel Barylli
Co-Autor: Christian Struppeck
Musikalische Leitung: Koen Schoots
Regie: Carline Brouwer (basierend auf der Hamburger Originalproduktion, Regie: Christian Struppeck & Glenn Casale)
Choreographie: Kim Duddy (Associate: Simon Eichenberger)
Musikalische Supervision: Michael Reed
Arrangements: Michael Reed & Roy Moore
Kostüme: Yan Tax
Bühnenbild: David Gallo (Associate: Evan Adamson)
Lichtdesign: Andrew Voller
Lichtprogrammierung: Christ Hirst
Videoprogrammierung: Arjen Klerx
Ton: Matthias Reithofer
Perücken: Sjoerd Didden

Songliste (alphabetisch)
Aber bitte mit Sahne
Alles im Griff
Bleib’ noch bis zum Frühstück
Buenos Dias, Argentina
Ein ehrenwertes Haus
Gib mir deine Angst
Griechischer Wein
Heute beginnt der Rest deines Lebens
Ich war noch niemals in New York
Ich weiß, was ich will
Immer wieder geht die Sonne auf
Merci, Cherie
Mit 66 Jahren
Schöne Grüße aus der Hölle
Siebzehn Jahr, blondes Haar
Tu alles, was gut tut
Vielen Dank für die Blumen
Was wichtig ist
Wie könnt’ ich von dir gehen
Vater und Sohn
Zeig mir den Platz an der Sonne

à“lafur Arnalds: The Sky May Be Falling … But The Stars Look Good On You

Raimund Theater: Musical Christmas 2009

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Die wirklich guten Zeiten kann man nicht zurückholen, wenn sie mal Geschichte sind, das gilt auch für die traditionelle “Musical Christmas”-Serie der Vereinigten Bühnen Wien. Die Legende besagt, dass 2002 bei einer internen Weihnachtsfeier des Unternehmens der Auftritt des Orchesters so gut ankam, dass man beschloss, 2003 damit an die Öffentlichkeit zu gehen. “Musical Christmas” im Theater an der Wien wurde zum Hit. Die Karten gabs um ganz wenig Geld, nämlich um 25 Euro (beste Kategorie). Was man geboten bekam, war enorm, auch schon allein vom Aufwand her: 27 Darsteller im Chor und als Tänzer, dazu 20 Solisten (Maya Hakvoort, Lukas Perman, Marjan Shaki, Serkan Kaya, etc.) und das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien - 90 Minuten perfekter Weihnachtsstimmung, keine Pause. Man rekrutierte das Ensemble vor allem aus der damals gerade aktuellen “Elisabeth”-Produktion, das Ganze hatte Atmosphäre, die Tanzszenen hatten Drive. Die Show war eine gelungene Symbiose aus Musik, Spaß, Besinnlichkeit, Tanz und Licht - eine bezaubernde, oft verspielt zärtliche und broadwayreife Weihnachtsorgie. 2004 und 2005 gab es Varianten dieser Produktion. Die Tickets wurden teurer, man verlängerte die Show, nun gab es eine Pause zwischen zwei Akten. 2006 hatte man das Theater an der Wien als Aufführungsort nicht mehr zur Verfügung, also übersiedelte man ins Raimund Theater. Man musste sich da nicht nur den räumlichen Gegebenheiten anpassen, sondern hatte “Musical Christmas” als Geldbringer entdeckt. Bis dahin waren die jährlichen Weihnachtsfestspiele der VBW ein Hit, oft wochenlang vorher schon ausverkauft. Resultat 2006: Der Ticketpreis schnellte auf 65 Euro, man reduzierte die Cast, und zwar gewaltig. Auf der Bühne 2006: fünf Solisten und zwölf Darsteller als Chor und Tänzer. Der wahre Bringer war die neu inszenierte Version von 2006 nicht, 2007 und 2008 verweigerte man dem Publikum die weihnachtliche Musicalparade, 2009 ist eine neue Version am Start. Für das szenische Konzept und die Regie zeichnet Dennis Kozeluh verantwortlich, die Idee und musikalische Zusammenstellung geht auf das Konto von Caspar Richter. Zum Thema “Geldbringer”: Natürlich wurden die Karten wieder teurer. Für die beste Kategorie zahlt man nun 72,80 Euro, die Dauer der Veranstaltung: wie zu Beginn 2003: 90 Minuten, ohne Pause. Als Solisten mit dabei: Lisa Antoni, Carin Filipcic, Wietske van Tongeren, Claus Dam, Dennis Kozeluh, Uwe Kröger, Drew Sarich und Niran Straub. Im Ensemble: Silke Braas, Alexandra Farkic, Leigh Martha Klinger, Adrienn Krekà¡cs, Katrin Mersch, Simone Niederer, Jan Hutter, Max Niemayer, Martin Pasching, Fritz Schmid und Rory Six.

Die Tanzszenen kann man in der aktuellen Version von “Musical Christmas” als sagen wir suboptimal bezeichnen. Das ist schade. Schade vor allem deshalb, weil ein aufstrebender Tänzer wie Niran Straub mit einer etwas einfallslosen, ziemlich uninteressanten, zusammengeschustert und für viele Darsteller unvorteilhaft wirkenden und linkischen Choreographie nicht die Wirkung erzielen kann, zu der er fähig ist. Im Ensemble der Show gibt es Tänzer, Nichttänzer und ganz gute Mover. Dass darauf Liane Maynard-Schmid Rücksicht genommen hätte, ist nicht wirklich erkennbar. Rory Six wirkt schon in seinen Bühnenklamotten eher wie in einen Strampler gesteckt, als vorteilhaft gekleidet, aber ihn auch noch durch Tanzchoreos zu schicken, denen er nicht gewachsen ist und auch nicht sein muss, geht gar nicht. Hape Kerkelings “X-mas Rap” ist keine Nummer, die bei “Musical Christmas 2009″ zum ersten Mal zu sehen ist, das kennen wir schon aus den Versionen früherer Jahre. Zum ersten Mal jedoch ist eine Cast zu sehen, die amateurhaft wirkt, amateurhaft deswegen, weil entweder niemand ernsthaft in Erwägung zieht, die Choreographie mit Schwung und Elan und mit Power durchzuziehen, oder aber, und das ist meine Vermutung, weil die Sache mit der Choreo wie in der Schule bei so mancher Projektarbeit abgelaufen ist: Mach ma halt was. Vielleicht war es Zeitmangel, vielleicht stand aus Kostengründen zu wenig Probenzeit zur Verfügung. Niemand wirkt souverän, da stehen Vollprofis auf der Bühne und bewegen sich in manchen Sequenzen so, dass man meinen könnte, sie hätten nie im Leben Tanzunterricht gehabt. Dasselbe bei “Run, Run Rudolf”. Was war das? Angedeuteter Rock’n'Roll? Niran Straub ist als “Solist (Tanzsolo)” am Programmzettel angeführt. Einem Solisten hat man andere Soli auf den Leib zu choreographieren, man ist ihm auch verpflichtet, man hat ihm seinen Platz im Rampenlicht zur Verfügung zu stellen und seine Auftritte wirksam zu inszenieren. Ein junger Tänzer, den man als Tanzsolist anführt, braucht seinen “moment to shine”. Doch bei Musical Christmas 2009 bekommt man davon nicht viel mit. In einer Szene sind Alexandra Farkic & Niran Straub als Tänzer für Carin Filipcic eingesetzt, beide unvorteilhaft (mit Absicht) gekleidet. Sie spielen ein Pärchen, das einander über das Internet kennenlernt. Straub in einem Pulli mit absichtlich nerdigen, dicken fetten Brillen. Man erwartet förmlich, dass hier die Wandlung vom hässlichen Entlein zum was auch immer in Tanzform zelebriert wird, aber es passiert nichts. Man möchte ihm förmlich die Brille von der Nase grapschen, aber was soll man machen. Kein “shining moment” für Niran Straub, und das bei einem solchen Tänzer. Unverzeihlich.

Musical Christmas 2009 hat natürlich auch magische Momente, die im Gedächtnis bleiben werden - wie die Soloauftritte von Claus Dam. Mit “Gabriella’s Song” hat er ein seiner Stimme sehr dienliches Lied bekommen, und er interpretiert es wunderschön, und auch mit dem schwedischen Weichnachtslied “Betlehems Stjärna” begeistert er das Publikum. Gleich daran anschließend demonstrieren Lisa Antoni, Carin Filipcic, Fritz Schmid und Martin Pasching, was es heißt, miteinander zu singen, ein Lied zu gestalten, Nuancen in der Stimmführung erkennen zu lassen. Hört sich einfach an, scheint aber an diesem Abend nicht wirklich allen zu gelingen. “Es wird scho glei dumpa” im Arrangement von Walter Lochmann ist der stille Showstopper des Abends, der vielleicht nicht mal am meisten Applaus bekommt, weil, seien wir ehrlich, jeder als Kind mit diesem Lied, das keine Ende nehmen will, vor dem Weihnachtsbaum gefoltert wurde, bis es endlich endlich aus war und man an die Geschenke rankonnte. Und doch, wenn man sich dieser Version hingibt, die traumhaft gesungen wird, bekommt das Lied eine Tiefe, auf die sich vielleicht der eine oder andere bei Musical Christmas 2009 das erste Mal nach langer Zeit wieder einlässt.

Nicht wirklich zur Wirkung kommt Drew Sarich. Man könnte da wieder mal so seine Spekulationen anstellen. Was macht das Erfolgsrezept einer Show aus? Die Songs, die Interpreten, oder die richtigen Songs für tolle Interpreten. Tolle Interpreten, ja, sind dabei. Wunderbare Lieder, auch das haben wir. Aber ist “Believe” (aus dem Film “Polarexpress”) der richtige Song für Drew Sarich? Nicht wirklich. “Run, Run Rudolf” ist von der Inszenierung her ein Debakel, auch hier kann sich Sarich nicht wirklich vorteilhaft in Szene setzen, und “Rudolph, the Red-Nosed Reindeer” - nett, aber eine Stimme wie Sarich ist zu schade, um sie daran zu vergeuden. Wietske van Tongeren kann sich da weniger beklagen. Mà­t “It Must Have Been The Mistletoe” singt sie eines der magischsten Weihnachtslieder überhaupt, magisch nur dann, wenn es das Orchester auch zum Glitzern und Schweben bringt, und das kann Caspar Richter perfekt, wie er das bei einer Vielzahl von Songs an diesem Abend beweist. Dass Wietske van Tongeren ausgerechnet bei diesem Lied stimmliche Unsicherheiten zeigt, verzögert den Augenblick des Abhebens, aber es klappt dann dennoch ganz gut.

Stimmlich in Hochform, wie fast immer (was man auch mal sagen sollte): Carin Filipcic. Sie haucht auch dem etwas drögen “The Christmas Song” weihnachtliches Flair ein, ist kokett bei “Sleigh Ride” und strahlt auch sonst, wann immer sie auf der Bühne ist, wie ein Weihnachtsbäumchen. Wunderbar. Lisa Antoni wurde unlängst in einem Magazin als der eigentliche Shooting Star aus “Rudolf” bezeichnet, und sie wird diesem Status auch bei “Musical Christmas” gerecht. Dennis Kozeluh hat nicht nur das Regiekonzept für “Musical Christmas” bearbeitet, sondern steht auch wieder als Schaffner im “Polarexpress” seinen Mann und gemeinsam mit Claus Dam gestaltet er ein schwungvolles “Winter Wonderland”. Das Ensemble, angefangen von Jan Hutter bis zu Rory Six und Martin Pasching, stimmlich souverän und besser als so mancher Solist.

Fazit: Musical Christmas 2009 wirkt in manchen Szenen wie vor vielen Jahren, 2003, im Theater an der Wien. Der Klang des Orchesters, die Arrangements und die musikalische Leitung von Caspar Richter, wenn großartige Solisten bezaubernde Lieder singen, dann kommt wieder Weihnachtsstimmung auf. Allein wie Richter mit “First Noel” die Show startet und mit dem Arrangement von Günter Gürsch ein weihnachtliches Klangspektakel ins Theater zaubert, ist einfach großartig. Der Tanz, früher ein wichtiges Element bei Musical Christmas, ist 2009 ein Stimmungsdämpfer. Daran muss man sicher für eine Neuauflage 2010 arbeiten. Niran Straub sollte seinen “shining moment” zumindest 2010 bekommen, und die Gelegenheit dazu wird sich ja hoffentlich doch bieten.
[Besuchte Vorstellung: 7. Dezember 2009, 19:30 Uhr]

Setlist
01) The First Noel - (Ouverture, instrumental)
02) A Christmas Song (Carin Filipcic)
03) It Must Have Been The Mistletoe (Wietske van Tongeren)
04) Rudolph, The Red-Nosed Reindeer (Drew Sarich, Lisa Antoni & Ensemble)
05) Believe (Drew Sarich)
06) Sleigh Ride (instrumental, Ensemble)
07) Sleigh Ride (Carin Filipcic, Alexandra Farkic & Niran Straub)
08) My Grown Up Christmas List (Uwe Kröger - am 18.12.: Martin Pasching)
09) Christmas Lullaby (Lisa Antoni)
10) Run, Run Rudolf (Drew Sarich, Lisa Antoni & Ensemble)
11) Das Wunder der Geburt (instrumental)
12) The Little Drummer Boy (Leigh Martha Klinger & Rory Six)
13) Winter Wonderland (Claus Dam, Dennis Kozeluh)
14) I’m Dreaming Of A White Christmas (Uwe Kröger - am 18.12.: Martin Pasching)
15) Polarexpress (Dennis Kozeluh & Ensemble)
16) When Christmas Comes To Town (Lisa Antoni, Wietske van Tongeren & Ensemble)
17) X-mas Rap (Wietske van Tongeren, Drew Sarich, Dennis Kozeluh & Ensemble)
18) Gabriella’s Song (Claus Dam & Ensemble)
19) Betlehems Stjärna (Claus Dam)
20) Es wird scho glei dumpa (Lisa Antoni, Carin Filipcic, Fritz Schmid, Martin Pasching)
21) Deutsche Weihnachtslieder:
Vom Himmel hoch da komm ich her (Simone Niederer)
Fröhlich soll mein Herze springen (Katrin Mersch, Silke Braas, Adrienn Krekacs)
Es ist ein Ros entsprungen & Oh Tannenbaum (Silke Braas, Alexandra Farkic, Leigh Martha Klinger, Adrienn Krekà¡cs,
Katrin Mersch, Simone Niederer, Jan Hutter, Max Niemeyer, Martin Pasching, Fritz Schmid, Rory Six)
22) Finale: We Need A Little Christmas (alle)

Gedichte:
“Wunschzettel” - Cilli Kehsler
“Schenken” - Joachim Ringelnatz
“Weihnachten” - Hermann Hesse
“Heute tanzen alle Sterne” - James Krüss

Raimund Theater: Premiere für “Wenn Rosenblätter fallen”

Im Januar 2010 wird in Wien “Wenn Rosenblätter fallen”, ein Musical von Rory Six & Kai Hüsgen, in einer überarbeiteten Fassung als Workshopproduktion unter dem Namen “Ein Leben ohne dich” an den Start gehen. Zum Abschluss wird das Stück am 18. und 19. Januar 2010 im Raimund Theater präsentiert.

Carin Filipcic, Leigh Klinger und Rory Six werden von vier Musikern unter der Leitung von Joachim Werner begleitet.

London: Shaftesbury Theatre bietet WLAN-Untertitel

Eine neue Idee des Londoner Shaftesbury Theatre soll Menschen helfen, die Probleme haben, der Handlung von fremdsprachigen Musicals oder Opern zu folgen, weil sie den Text nicht verstehen. Das Shaftesbury bietet für einen geringen Aufpreis persönliche Untertitel über WLAN für seine Besucher an. Ein handliches Gerät mit orangenem LED-Display zeigt den Text der Aufführung Zeile für Zeile in Echtzeit. Genutzt wird dabei der konventionelle WLAN-Standard, der durch zusätzliche Übertragungswege unterstützt wird, um etwaige Ausfälle zu kompensieren.

Die Anzeige des AirScript-Geräts leuchtet nur schwach, denn andere Besucher sollen durch die Verwendung der Live-Untertitel nicht gestört werden. Hauptzielgruppe des neuen Angebots sind Touristen, die sich Aufführungen in englischer Sprache ansehen. Etwa sechs Pfund kostet die Leihgebühr für die Hilfsgeräte. Insgesamt kann das Shaftesbury 200 Empfänger versorgen. Dafür, dass die Untertitel auch tatsächlich in Echtzeit übertragen werden, sorgt ein eigener Mitarbeiter. Er gibt die Zeilen immer wieder manuell ein, um auf individuelle Unregelmäßigkeiten der Aufführung eingehen zu können.

Im Moment führt das Shaftesbury Theater das US-amerikanische Musical Hairspray auf und bietet Untertitel in Chinesisch, Deutsch, Italienisch und fünf weiteren Sprachen an. Entwickelt wurde das System von dem Unternehmen Cambridge Consultants in Großbritannien. Nun sollen Theater weltweit davon überzeugt werden, ebenfalls mehrsprachige Live-Untertitel anzubieten. [via: pressetext.de]

Der “Voiceover”-Mann (:

Grammy-Nominierung für Dolly Partons “9 to 5″

Dolly Parton at the Grand Ole Opry in Nashville.Image via Wikipedia

Am Broadway hatte Dolly Parton mit ihrer Show “9 to 5″ nicht viel Glück. Im Marquis Theatre brachte es die Produktion von April bis September 2009 auf 24 Previews und 148 Aufführungen, dann war Schluss. Der Broadway war also vielleicht das falsche Terrain für Countrystar Parton, das Platten- und CD-Business ist dafür ihre Sache, ganz und gar. Sieben Mal war sie bereits für einen Grammy nominiert und mit “9 to 5″ schafft sie es nun zur achten Nominierung, diesmal in der Kategorie “Best Musical Show Album”.

Im Juli 2009 veröffentlichte die Sängerin die Cast-CD von “9 to 5″ auf Dolly Records, ihrem eigenen Label. Produziert wurde das Werk von Stephen Oremus und Dolly Parton. Alex Lacamoire (Musikalischer Direktor der Cast-CD von “In The Heights”) fungierte als Koproduzent.

Dolly Parton hatte bei “9 to 5″ die alleinige Kontrolle, jedes Lied und jedes Wort stammen aus ihrer Feder. Belohnt wurde sie bisher mit vier Tony-Award-Nominierungen, 15 Drama Desk Awards (unter anderem in den Kategorien “Outstanding Musical”, “Outstanding Music” und “Outstanding Lyrics”) und drei Drama-League-Award-Nominierungen.

Mit welchen Konkurrenten hat es Dolly bei den Grammy Awards zu tun?

Best Musical Show Album
(Award to the Album Producer(s), and to the Lyricist(s) & Composer(s) of 51% or more of a new score. (Artist, Lyricist & Composer names appear in parentheses.))

* Ain’t Misbehavin’
Robert Sher, producer (Various, composer; Various, lyricist) (30th Anniversary Cast Recording With Ruben Studdard, Frenchie Davis & Others)
[Rhino]

* Hair
Noah Cornman, Kurt Deutsch, Joel Moss & Steve Norman, producers (Galt MacDermot, composer; James Rado & Gerome Ragni, lyricists) (New Broadway Cast With Sasha Allen, Gavin Creel & Others)
[Razor & Tie Entertainment/Ghostlight Records]

* 9 To 5 The Musical
Frank Filipetti, producer; Dolly Parton, composer; Dolly Parton, lyricist (Original Broadway Cast With Allison Janney, Stephanie J. Block, Megan Hilty & Others)
[Dolly Records/Artist2Market Distribution]

* Shrek The Musical
Peter Hylenski & Jeanine Tesori, producers; Jeanine Tesori, composer; David Lindsay-Abaire, lyricist (Original Broadway Cast With Brian d’Arcy James, Sutton Foster & Others)
[Decca Broadway]

* West Side Story
David Caddick & David Lai, producers (Leonard Bernstein, composer; Stephen Sondheim, lyricist) (New Broadway Cast with Matt Cavenaugh, Josefina Scaglione & Others)
[Masterworks Broadway]

Die Grammy Awards werden Ende Januar 2010 verliehen.

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Theater des Augenblicks: “An Evening Without … Scott Alan” (2009)

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I have cried, laughed, had goosebumps ..

Die Idee ist so einfach wie genial. Man nehme die Songs des hierzulande zwar unbekannten, aber in den einschlägigen Kreisen doch schon fast verankerten Musicalkomponisten Scott Alan und stelle sie einem interessierten Publikum in Eigeninterpretationen vor. Wenn man etwas überspitzt formulieren wollte, wäre das sozusagen die Erfüllung des Bildungsauftrags, den die VBW eigentlich seit langer Zeit vernachlässigen, sagen wir seit der Bernstein-Veranstaltungsserie, die Caspar Richter im Raimund Theater vor einigen Jahren auf die Beine gestellt hat. Damals waren die VBW in einem Hoch, die Bernstein-Konzerte waren nicht wirklich ausverkauft, und prompt wurde keine einzige mehr der wirklich kreativen und spannenden Ideen des Musikalischen Direktors der VBW in die Tat umgesetzt. Man versuchte sich in den folgenden Jahren unter der Chiffre “RonacherMobile” an Mini-Nischenprodukten, die anfangs zwar innovativ anmuteten, aber eingekauft waren, dann produzierte man selbst und das mal mehr, mal weniger am Publikum vorbei und vor allem thematisch oft meilenweit vom Genre Musical entfernt.

Natürlich haben die VBW gar keinen Bildungsauftrag, aber wer subventioniert wird, sollte doch nicht von 5 Minuten vor 12 auf 4 Minuten auf 12 all seine so hehr anmutenden Ziele über Bord werfen und in eine See stechen, auf der nur mehr das typische Kreuzfahrtpublikum an Bord bleibt und der Rest lieber freiwillig über die Reling springt. Wechseln wir also lieber von der Kreuzschiff-Metapher zum Airline-Spektakel. Gar nicht so weit hergeholt, wie es klingen mag, denn das Team von “An Evening Without …” ist schon von der Zusammensetzung her bemerkenswert. Wir haben einen Reallife-Airline-Piloten an der Gitarre (Tom Delbeke) mit einer Stimme, die an Michael W. Smith erinnert, wir haben am Cello eine Flugbegleiterin (Hana Yamazaki), die irgendwann einmal auf einem Flug von hier nach da bemerkte, wie der Pilot in Noten blätterte und dann mit ihm auf einmal ganz andere Themen zu besprechen hatte, wir haben mit Bernd Leichtfried einen erfahrenen Pianisten, Arrangeur und Musikalischen Direktor, der souverän aus Solo-Songs Quartette macht und umgekehrt, und wir haben mit Sabrina Harper, Rita Sereinig, Philipp Hägeli und Jürgen Kapaun vier Musicaldarsteller, denen man anmerkt, dass sie mit viel Herz und voller Überzeugung hinter ihrem Projekt stehen.

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Die Macher von “An Evening without …” indes gehen sogar einen Schritt weiter als anno dazumal Caspar Richter mit seinem Bernstein-Abend. Sie riskieren es, völlig unbekannte Songs oder wenig bekannte Songs von wenig bekannten Komponisten auf die Bühne zu bringen. Was man im Showbusiness darüber sagt, wenn Entertainer “neue”, dem Publikum noch nicht vertraute Songs anstimmen, ist Legende. So meinte mal Barry Manilow zu seinem “Greatest Hits”-Konzertkonzept für Las Vegas sinngemäß: Wenn du brandneue Songs spielst, gehen sie auf die Toilette, du kannst richtig zusehen, wie sie in Scharen den Saal verlassen. Gib ihnen die Hits, und sie sind glücklich.

Wenn man, was nicht so selten passiert, über eine Show in einem gewissen zeitlichen Abstand schreibt, dann kommen die stärksten Eindrücke am schnellsten wieder ins Gedächtnis. Im Fall von “An Evening Without … Scott Alan” ist das beispielsweise ein starker, souveräner und selbstsicherer Philipp Hägeli, der mir so ausdrucksstark bis dahin noch nicht aufgefallen war. Die Qualität, dem Publikum das Gefühl zu geben, dass während einer Performance nichts schiefgehen kann, das Vermögen, stark zu beginnen und sich dann zu steigern und schließlich noch eins draufzusetzen, das alles hat Hägeli an diesem Abend eindrucksvoll demonstriert, einfach fabelhaft.

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Gebettet waren die Interpretationen der Songs von Scott Alan in einen fröhlich-unterhaltenden Moderationsteil, den die Darsteller abwechselnd oder gemeinsam in ihrer “Talkecke” gestalteten. Für das amüsanteste Element, an das man sich auch Wochen danach noch erinnern kann, in diesem Teil sorgte sicher Jürgen Kapaun, der ein Talent hat, unkompliziert sympathisch in Fettnäpfchen oder verschusterte Einsätze zu stolpern, ohne dass man als Publikum das Gefühl bekommen muss, über ihn zu lachen. Man lacht einfach mit ihm.

Ein paar kleine, informative Geschichtchen über den Komponisten, ein paar Anekdoten, wie sich die Interpreten zur Truppe rund um “An Evening without … ” formten, all das leichtfüßig und charmant präsentiert und genau richtig dosiert, um das Publikum in eine gutgelaunte aufnahmefähige Stimmung zu versetzen, das ist das Erfolgsrezept dieser Show. Dazwischen eingebettet, die Songs von Scott Alan, und nach der Show: gute Stimmung.

Was man in den “Talk-Blöcken” erfährt, ist informativ und gewinnend formuliert. So würde sich der Part über den Lebenslauf von Scott Alan folgendermaßen lesen:

Sabrina Harper: Scott Alan - ein Songwriter, Jahrgang 78. Er hat schon früh zu singen und Klavier spielen begonnen, es ist überliefert, dass er seinen Eltern ziemlich auf die Nerven gegangen ist damit. Man hat dann erst später sein Talent entdeckt. Er hat Musik, Theater und Gesang studiert und wollte aber eigentlich mehr im Popbusiness Fuß fassen. Er ging mit 20 nach L. A., wo er mit und für namhafte Komponisten und Sänger wie Toni Braxton, Luther Vandross, Boyz II Men gearbeitet hat, und er hat dabei aber immer zu hören bekommen, seine Musik sei zu theatralisch, zu dramatisch, und im Popbusiness eigentlich nicht richtig am Platz. Zurück zu seinen Wurzeln, hat er begonnen, Musicalsongs zu schreiben.

Philipp Hägeli: Diese Songs hat er, als er dann genug zusammenhatte, auch begonnen aufzunehmen auf CDs, und so sind wir in Berührung gekommen mit ihm. Er hat zwei CDs herausgegeben: letztes Jahr und das Jahr davor. “Dreaming Wide Awake” und “Keys”. Dabei hat er einen schlauen Trick angewendet. Er hat die Lieder nämlich nicht selbst eingesungen, sondern er hat sie von seinen Freunden und Bekannten einsingen lassen, alles bekannte oder aufstrebende Musicaldarsteller am Broadway, wie Josh Strickland, das ist der “Tarzan” vom Broadway, oder Shoshana Bean, eine total crazy Elphaba-Sängerin - könnt ihr auf YouTube angucken. Wahnsinnige Sachen. Der Trick daran: Wenn man das von solchen Leuten einsingen lässt, kann man sich sicher sein, dass die eine oder andere Musicalhusche, wie ich es gerne nenne, sich diese CDs dann auch anhört. Wir. Ja.

Rita Sereinig: Und eine andere Möglichkeit, bekannt zu werden, ist natürlich heutzutage auch YouTube. Wir haben geyoutubed, was das Zeug hält. Scott Alan in allen Varianten, und eigentlich immer, außer seine Blogs betreffend, im “Birdland” in New York. Dort hat er mit Kollegen “Monday New Voices” ins Leben gerufen. Er performed dort seine Songs, ganz plain auf einer kleinen Theaterbar, wo’s quasi nicht um schnickschnack geht, sondern um die Songs an sich.

Jürgen Kapaun: Ein Thema, ein Punkt bei Scott Alan, der uns sehr am Herzen liegt, sind seine Texte, weil im Gegensatz zu, nein, nicht anderen Komponisten, haben seine Texte auch Inhalt. Ganz toll. Und zwar sind das alltägliche Geschichten. Es werden Szenen beschrieben, und wo können Musicaldarsteller solche Geschichte, solche Szenen besser erzählen als auf einer Bühne. Und damit wollen wir auch beginnen mit seinen Songs. Die ersten beiden heißen “Behind these walls” und “Again” und handeln beide von beendeten Beziehungen, die allerdings für einen der beiden noch nicht abgeschlossen sind.”

Wenn man zurückdenkt an den Abend im Theater des Augenblicks, erinnert man sich natürlich auch an die Cellistin Hana Yamazaki, die förmlich vor guter Laune zersprungen ist, erfüllt von ansteckender Fröhlichkeit und dennoch immer sehr konzentriert. Sie hätte wohl liebsten bei jedem Lied mitgesungen. Man erinnert sich an Rita Sereinig, die allein mit ihren Augen ganze Geschichten erzählen kann und das auch wunderbar gemacht hat. An Sabrina Harper, die ihre Songs großartig vokal gestaltet hat und ähnlich wie Philipp Hägeli einer der Felsen in der Brandung war, und an Tom Delbeke, der stimmlich an Michael W. Smith erinnert und eine sehr angenehme, klare Stimme hat. Wäre interessant, Songs des populären Künstlers der Contemporary Christian Music von ihm gesungen zu hören.

Fazit: Es war ein unterhaltsamer, sehr schöner Abend, und das Eingangszitat, das aus einer Rezension einer der CDs von Scott Alan stammt, würden wohl viele Besucher unterschreiben. Man kann auch einfach sagen: Mehr davon. Mehr Shows noch über Scott Alan und viele Nachfolgeprogramme.

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Theater des Augenblicks: “An Evening Without … Scott Alan” (2009)
[Besuchte Vorstellung: 5. November 2009]

Setlist
- Let Love begin (Alle) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Behind These Walls (Sabrina) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- Again (Philipp) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- Never Neverland (Fly Away) (Jürgen, Rita) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Surrender (Tom, Jürgen) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Hold On (Philipp) (aus “Still … Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- How Did I End Up Here? (Jürgen) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- And There It Is (Rita) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- I’m A Star (Sabrina) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Say Goodbye (Jürgen, Rita, Tom) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Blessing (Alle) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)

- It’s Good To See You Again (Jürgen) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- Home (Sabrina, Rita) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Kiss The Air (Philipp) (aus “Still … Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Now (Tom) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- His Name (Rita) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- This Time (Sabrina, Philipp) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- Goodnight (Jürgen, Tom) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- The Journey (Jürgen, Philipp, Tom) (aus “Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)
- Always (Sabrina) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- The Distance You Have Come (Alle) (aus “Keys: The Music of Scott Alan”)
- If I OWn Today (Alle) (aus “Still … Dreaming Wide Awake: The Music of Scott Alan”)

Cast
Gesang: Sabrina Harper, Rita Sereinig, Tom Delbeke, Philipp Hägeli, Jürgen Kapaun
Piano: Bernd Leichtfried
Gitarre: Tom Delbeke
Cello: Hana Yamazaki

“Rock the Ballet” - ab 2010 auf Deutschland- & Österreich-Tour

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Klassisches Ballett trifft auf Pop/Rock. Was mit der Musik von Queen (“Tanzhommage an Queen”, Volksoper Wien, 2007) schon geklappt hat, sollte auch bei den Songs von Lenny Kravitz , U2, Prince oder Michael Jackson aufgehen. Temporeiche Schrittfolgen, atemberaubende Choreografien und die unglaubliche Präzision des klassischen Balletts - das ist das Rezept der Tanz-Show “Rock the Ballet”, ein Mix aus Ballett, Modern, HipHop, Jazz und Akrobatik.

Worum gehts? Das entnehmen wir am besten der offiziellen Website zur Produktion:

Die Choreografien von Rasta Thomas, dem »Kopf der Truppe«, sind so »als würde man das Beste von Baryschnikow, Bruce Lee und Michael Jackson auf die Bühne bringen«, schwärmt »Entertainment Tonight«. »Dance at it’s best« jubelt die renommierte New York Times über dieses treibende Pulsieren aus Emotionen, Erotik und Humor. Faszinierend für Kenner und ein neues Publikum gleichermaßen, wird Tanz hier - befreit vom Korsett der Klassik - als überaus lebendig (und unwahrscheinlich sexy!) erfahrbar. Beeindruckend genug sind die technische Perfektion und die virtuose, nahezu akrobatische Körperbeherrschung der Tänzer. Und doch bilden sie nur das stabile Fundament, auf welchem in dieser Tanzrevolution die brillanten, scheinbar schwerelosen Körper eine flackernd-leuchtende, ansteckend-hitzige Glut aus Liebe, Lust und brennender Leidenschaft entfachen. Und die überträgt sich von der ersten Minute dieser außergewöhnlichen, rockigen Show als Begeisterung auf das Publikum. Wohl nirgends sonst lässt sich die Zukunft des Tanzes heute schon so mitreißend erleben wie in dieser Rock-Ballett-Show für das 21. Jahrhundert!

Die genauen Termine der Tour, die Ende Januar 2010 in Berlin beginnt und auch nach Österreich ins Wiener Museumsquartier führen wird, findet man –> hier.

Peter Kern: Kultur ist überall

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