Martin Bruny am Freitag, den
30. November 2007 um 00:47 · gespeichert in Filmmusical
Die Filmplattform IESB.net bietet eine nette kleine Auswahl an Videos mit Ausschnitten aus der Verfilmung von Stephen Sondheims Musical “Sweeney Todd”. Neben neun Filmausschnitten gibt es auch zwei Hintergrundberichte sowie die Featurettes “The Cast”, “The Vision” und “The History”.
“Sweeney Todd” läuft am 21. Dezember 2007 in den amerikanischen Kinos an. In den Hauptrollen: Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Alan Rickman, Timothy Spall und Sacha Baron Cohen.
Link:
- IESB.net
Martin Bruny am Donnerstag, den
29. November 2007 um 12:47 · gespeichert in Castingshows
Kaum entdeckt der deutschsprachige Raum ein neues Sendungsformat für sich, wird ein Stakkato an Produktionen auf den Konsumenten runtergesendet, und zwar auf Biegen und Brechen. Man hat es vor Jahren bei den “Big Brother”-Formaten erlebt, man konnte es bei den Pop-Castingshows erkennen, auch die “Dancing Stars”-Formate bilden keine Ausnahme. Gerade aktuell: die Musical-Castingshows.
Während man in England und den USA Musical-Castingshows mit einem konkreten Ziel (gesucht wurden Besetzungen zum Beispiel für “Grease” oder “Joseph”) auf Sendung brachte, in denen die Macher/Produzenten der Show und die künftigen Stars, eventuell auch noch eine prominent besetzte Jury, im Vordergrund standen, ist in Europa die Tendenz abzulesen, dass der Moderator, warum auch immer, der Star der Sendung ist. In Österreich spielt bei “Musical! Die Show” Alfons Haider diese Rolle, in Deutschland bei “Musical Showstar 2008″ wird es Thomas Gottschalk sein.
Bereits in der zweiten Folge von “Musical! Die Show” geht der ORF zudem einen recht merkwürdigen Weg bei der Zuteilung der von den Kandidaten zu interpretierenden Songs. Es ist ja wunderbar, dass “Any Dream Will Do” aus Andrew Lloyd Webbers “Joseph” auf dem Programm steht, aber warum diesen Song Teilnehmerin Alice singen muss, ist mehr als fraglich, genausogut könnte man Werner Mai “Ich gehör nur mir” performen lassen. Eine solche Songauswahl mag bei Konzerten durchaus einen gewissen Charme haben, bei einer Musical-Show ist sie völlig sinnfrei.
Fast so sinnfrei wie der Titel einer Musical-Castingshow, die 2008 auf SAT.1 mit dem Titel “Ich Tarzan, Du Jane” gesendet wird. Zwar handelt es sich dabei weingstens um eine Show mit einem konkreten Ziel, nämlich die Hauptdarsteller für Phil Collins’ flaues Musical “Tarzan” zu finden, das im Oktober 2008 in Deutschland Premiere feiern soll, aber schon der primitive Titel macht nicht viel Hoffnung auf eine tatsächlich ansprechende Show.
Ein bisschen mehr Seriosität und etwas weniger Karneval und Pseudowitzigkeit wären vielleicht gar nicht so übel.
Martin Bruny am Donnerstag, den
29. November 2007 um 12:05 · gespeichert in Rezensionen, Theater, 2007
Es hat sich mittlerweile zur Tradition unter Kritikern entwickelt, Jason Robert Browns Musical “The Last Five Years” von der Handlung her als “zu kompliziert” abzuqualifizieren. Lang und breit erklären sie, dass es die Liebesgeschichte eines Paares ist, aber er und sie erzählen die Beziehung von unterschiedlichen Zeitpunkten startend. Er steht zu Beginn des Stücks am Anfang ihrer fünfjährigen Lebensgemeinschaft und erlebt sie chronologisch von Beginn bis zum Ende, sie steht am Anfang des Stücks am Ende der Beziehung und erlebt sie quasi im Rückwärtsschritt. Kompliziert? Nicht wirklich, aber man kann “The Last Five Years” ja sowieso auch ganz anders sehen - nämlich als Manifestation reinen Gefühls. Es sind die letzten Zuckungen eines liebenden Herzens, das im Sterben begriffen ist und wie im Schnelldurchlauf noch einmal die letzten fünf Jahre einer Beziehung kammerflimmert. “The Last Five Years” ist schließlich auch so etwas wie eine klassische “Ghost Story”, denn die beiden Hauptdarsteller sind zwar sehr oft gemeinsam auf der Bühne, aber zu verschiedenen Spielzeiten. Sie singen bis auf ein Duett in der Mitte des Stücks, bei dem sie für einen kurzen Moment tatsächlich im Raum- und Zeitgefüge des Plots aufeinandertreffen, sich berühren, küssen und sich die Ehe versprechen, nur Solo-Songs, agieren nie tatsächlich miteinander, sondern nur mit der Imagination des Partners, die durch die reale Person tatsächlich dargestellt wird, aber eben nur, um dem Zuschauer das Mitverfolgen der Handlung zu erleichtern. Hier beginnt dann der andere Zugang zur Story auch schon wieder kompliziert zu werden, und es mag sein, dass deswegen Browns Musical nie der wirkliche Publikumsrenner war, wenngleich viele der Songs längst Klassiker des modernen Musical-Repertoires sind.
Der andere Zugang, die Story zu rezipieren, wird durch die englischsprachige österreichische Erstaufführung von »The Last Five Years«, die am 22. November 2007 in der Wiener Kammeroper über die Bühne ging, perfekt umgesetzt. Das Bühnenbild zeigt einen riesigen Damenkoffer, der am Anfang geschlossen ist, sich mit den ersten Takten der Musik öffnet und eine in vier Stages gegliederte Bühne freigibt. Am Ende schließt sich der Koffer wieder. Mag sein, dass es ein Koffer ist, man kann sich das Szenario aber auch als pumpendes Herz vorstellen.
Rob Fowler als Jamie und Caroline Frank als Catherine bieten eine formidable Ensembleleistung. Wenn man möchte, kann man kann sich streiten, wer der bessere Sänger und wer der wirkungsvollere Schauspieler ist, man mag anführen, dass Rob Fowler sich mehr an die Musik Browns anschmiegt, in sie versinkt und in der Musik aufgeht, dass er mit bemerkenswert fein inszenierter Gestik und Mimik das Maximum herausholt, dass er die Wandlung des von ihm gespielten Jungautors glaubhaft und deutlich herausarbeitet und als Jamie eine der besten Bühnenleistungen seiner Karriere abliefert, doch Caroline Frank setzt ebenso berührende emotionale Höhepunkte, ihr steht die sehnsüchtige Melancholie sehr gut. Beide liefern auch köstliche Proben ihres Talents für Komik, Caroline Frank beispielsweise in der Audition-Szene, Rob Fowler als leicht Verführbarer in einer Bar. Geht man aus der Show und fragt sich, wer nun die Schuld trägt am Scheitern der Beziehung, so fällt die Antwort vielleicht gar nicht so schwer. Sie war es, sie trägt die Schuld. Sie verweigert die Kommunikation, ist nicht mitfühlend genug, teilt nicht die starken Gefühle des Jungautors Jamie, als sein erstes Buch zum Verkaufserfolg wird, ist verbittert, dass ihre eigene Karriere als Musicalsängerin so gar nicht in die Gänge kommt. Es mag sein, dass eine andere Art der Regie oder aber der Darstellung diese eindeutige Schuldzuweisung verhindert hätte, denn in den Songs selbst ist diese Art der Interpretation freilich nicht so eindeutig angelegt, aber das ist eine der größten Stärken dieses Musicals. Es genügen Nuancen, um den Zuschauer in seiner Interpretation in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen oder aber auch einfach nur Möglichkeiten der Interpretation zu bieten. Wir haben hier kein Megamusical vor uns, «The Last Five Years« ist ein äußerst feinsinnig gesponnenes Stück Musiktheater, und auch ein forderndes. Man kann sich nicht einfach im Sessel zurücklehnen und darauf warten, dass einem Affen oder Hexen um die Ohren fliegen, die Abenteuer dieses Stücks fühlt man mit dem Herzen – oder gar nicht.
Jason Robert Browns Kammermusical kann man, wenn man möchte, auch in einem Wohnzimmer ohne jegliche Deko spielen. Die Kammeroper hat eine vergleichsweise pompöse Bühnenmaschinerie entwickelt. Auf der vordersten Stage spielt sich ein Hauptteil des Geschehens auf zwei Minihebebühnen ab, die äußerst wirkungsvolle Effekte und Szenenwechsel erlauben. Für jeden der vierzehn Songs hat Duncan Hayler ein stimmiges Set Design entworfen, die Szenenwechsel erfolgen äußerst präzise und ruhig, um die Stimmung in keiner Weise zu stören. Eine logistische Herausforderung, die gelingt. Michael Schnack, der Musikalische Leiter und Pianist der Show, sitzt mit seiner Band (Gerda Breslmayr, Violine; Peter Profant, Cello 1; Boris Boho, Cello 2; Stefan Först, Bass; Kerstin Neubauer, Gitarre) auf der hintersten und vierten Stage. Sehr wirkungsvoll und durchdacht ist das Beleuchtungskonzept (Harry Michlits). In warme, helle Farben wird der jeweils im Jetzt agierende Darsteller getaucht, während der imaginierte Partner in kalte Farben getaucht wird. Satte Blau- und Rottöne dominieren das Lichtdesign, stärker ausgeleuchtet und in hellere Farben gegossen wird das Set bei den weniger traurigen Nummern wie »A Summer In Ohio«. Nur ein einziges Mal berühren sich die Hauptdarsteller, nur ein einziges Mal sehen sie sich tatsächlich an, und das ist zur Halbzeit der Show. Sensibel hat Regisseur und Choreograph Alonso Barros all die Feinheiten der Darstellungsmöglichkeiten der Songs herausgearbeitet. Ganz wunderbar, wie Rob Fowler “The Schmuel Song” spielt und mit drei verschiedenen, ganz eigenen Singstimmen als Stück im Stück interpretiert. Der Ton (Gregor Neuwirth) ist für das Parkett perfekt gemischt, lediglich am Balkon kommt das Ganze etwas dumpf daher. Wie meistens in der Kammeroper gibt es deutschsprachige Untertitel (Übersetzung: Derek Weber), die man besser nicht verfolgt, weil sie viel zu sehr ablenken und auch nicht immer den Kern der Texte von Jason Robert Brown exakt treffen – als grobes Hilfsmittel sind sie aber durchaus tauglich. Regie und Choreographie fließen in dieser Inszenierung zu einem perfekten Ganzen zusammen und machen gemeinsam mit der musikalischen Umsetzung, für die Michael Schnack verantwortlich zeichnet, “The Last Five Years” zum eindeutig besten in Wien gezeigten Musical des Jahres 2007.
The Last Five Years
Einfühlsame englischsprachige österreichische Erstaufführung in der Kammeroper
von Martin Bruny
The Last Five Years – Buch, Musik und Texte: Jason Robert Brown / Musikalische Leitung: Michael Schnack / Inszenierung & Choreographie: Alonso Barros / Ausstattung: Duncan Hayler / Licht: Harry Michlits. Darsteller: Rob Fowler (Jamie) / Caroline Frank (Catherine). Englischsprachige österreichische Erstaufführung: 22. 11. 2007, Wiener Kammeroper. www.kammeroper.
Martin Bruny am Donnerstag, den
29. November 2007 um 11:56 · gespeichert in Filmmusical
Im Frühjahr 2008, so ließ Regisseur und Choreograph Kenny Ortega die New Yorker “Daily News” wissen, werde man mit der Produktion von “High School Musical 3″ beginnen. Ortega:
We’ve got a script, we’re developing the music, and it looks like we’ve rounded up the cast. We’re looking at dates. […] I can say, we’re sort of returning to East High in the last year of the Wildcats.
Die Vorarbeiten für die Produktion von “High School Musical 3″ werden bereits im Januar 2008 starten. Diesmal wird das Endprodukt allerdings nicht im Fernsehen laufen - der dritte Teil des Teenie-Musicals wird in den Kinos an den Start gehen.
Kenny Ortega übernimmt wie schon beim ersten und zweiten Teil die Regie und Choreographie, Peter Barsocchini steuert das Buch bei. Die Hauptdarsteller: Zac Efron (Troy), Vanessa Hudgens (Gabriella), Ashley Tisdale (Sharpay), Lucas Grabeel (Ryan), Corbin Bleu (Chad) und Monique Coleman (Taylor).
Martin Bruny am Donnerstag, den
29. November 2007 um 11:43 · gespeichert in Broadway
Monatelange Verhandlungen zwischen der Vereinigung der Theaterproduzenten und der Gewerkschaft der Bühnenarbeiter führten in der vergangenen Nacht zu einer vorläufigen Vereinbarung. Eine Vereinbarung, die es den Produzenten ermöglicht, schon heute den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Die letzte Verhandlungsrunde dauerte 48 Stunden. Buchstäblich Tag und Nacht wurde über die Bedingungen einer Beendigung des Streiks diskutiert.
Bruce Cohen, Sprecher der Gewerkschaft der Bühnenarbeiter:
We’re glad there’s a deal, and everyone should go back to work and the public should go see a Broadway show.
Charlotte St. Martin, Executive Director der Vereinigung der Theaterproduzenten:
It’s a good compromise that serves our industry. What is most important is that Broadway’s lights will once again be shining brightly with a diversity of productions that will delight all theatergoers during this holiday time.
Links:
- Broadway im Streik
- Broadway, 12. November 2007: Ein Abend ganz ohne Shows
- Broadway: Vorstellungen auch für 14. November gecancelt
- Broadway: Kein Ende des Streiks in Sicht, Verhandlungen am Wochenende
Martin Bruny am Mittwoch, den
28. November 2007 um 21:52 · gespeichert in Musical
Am Sonntag, dem 9. Dezember 2007, findet im Malersaal der Grazer Oper eine “Schnuppereinführung” zu “Les Misà©rables” statt - einer Produktion, die am 15. Dezember 2007 Premiere feiern wird.
Die Musicalstars Carin Filipcic, Dagmar Hellberg, Martina Rumpf, Ina Trabesinger, Daniel Prohaska und Erwin Windegger machen mit Ausschnitten aus ihren Songs Lust auf jenes Musical, das seit seiner Uraufführung 1980 weltweit alle Aufführungsrekorde bricht. Alles Wissenswerte zum Stück erzählen der Dirigent John Owen Edwards, der Bühnenbildner Rainer Sinell und die Dramaturgen Bernd Krispin und Birgit Amlinger.
Martin Bruny am Dienstag, den
27. November 2007 um 16:58 · gespeichert in Wien
Am 21. Januar 2008 steht im Wiener Metropol zum insgesamt dritten Mal die Benefiz-Show “Musical Mamis” auf dem Programm. Mit den erzielten Einnahmen wird Babydoll unterstützt, ein Projekt am Krankenhaus Göttlicher Heiland, das Teenager, die Mütter und Väter werden, unterstützt und ihnen hilft, ihre Kinder mit Liebe und Verständnis auf die Welt zu bringen!
Auf der Bühne stehen jene Frauen, die es schaffen, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen. Es wird getanzt, gesungen und geschauspielert - alles für einen guten Zweck. 2008 mit dabei sind: Petra Kreuzer, Luzia Nistler, Andrea Malek, Romy Matin, Susanne Kirchner, Kathleen Bauer, Ann Mandrella, Susanne Ten Harmsen, Eva-Maria Scholz, Lisa Gray und Conny Zenz. Durch den Abend führt Andrà© Bauer.
Tickets gibt es ab sofort im Wiener Metropol (Loge: 32 Euro, Kat. 1: 25 Euro)
Martin Bruny am Montag, den
26. November 2007 um 22:21 · gespeichert in Tonträger, Filmmusical
Mit 35,3 Millionen Dollar an Einnahmen am Thanksgiving-Wochenende alleine und über 50 Millionen Dollar in den ersten fünf Spieltagen toppt “Enchanted”, das neue Disney-Filmmusical mit Amy Adams, James Marsden, Patrick Dempsey und Susan Sarandon in den Hauptrollen, die US-Kinocharts.
“Enchanted” ging mit 3730 Kopien ins Rennen um den ersten Platz der US Box Office-Charts. Abgeschlagen auf Rang 2 landete “This Christmas” (mit Delroy Lindo, Idris Elba, Loretta Devine und Chris Brown) mit einem Umsatz von 18,6 Millionen Dollar (Thanksgiving-Wochenende) bzw. 27 Millionen Dollar (1858 Kopien). Auf den weiteren Plätzen: “Beowolf”, “Hitman”, “Bee Movie”, “Fred Clause”, “August Rush”, “The Mist” und “No Country for Old Men”.
Der Soundtrack zu “Enchanted” ist seit 20. November im Handel. Die Songs auf der CD stammen von Alan Menken und Stephen Schwartz, den Original Score komponierte Alan Menken. Amy Adams und James Marsden (die Darsteller von Princess Giselle und Prince Edward) interpretieren vier Lieder, Carrie Underwood und Newcomer Jon McLaughlin, der damit endlich seinen Durchbruch schaffen könnte, steuern je einen Song bei.
Tracks:
01. True Love’s Kiss. Performed by Amy Adams and James Marsden
02. Happy Working Song. Performed by Amy Adams
03. That’s How You Know. Performed by Amy Adams
04. So Close. Performed by Jon McLaughlin
05. Ever Ever After. Performed by Carrie Underwood
06. Andalasia*
07. Into The Well*
08. Robert Says Goodbye*
09. Nathaniel And Pip*
10. Prince Edward’s Search*
11. Girls Go Shopping*
12. Narissa Arrives*
13. Storybook Ending*
14. Enchanted Suite*
15. That’s Amore. Performed by James Marsden
[*Original Score Composed and Produced by Alan Menken]
Martin Bruny am Sonntag, den
25. November 2007 um 02:19 · gespeichert in Filmmusical
Einen recht interessanten Promo-Clip zur demnächst in den USA anlaufenden Verfilmung von Stephen Sondheims Musical “Sweeney Todd” bietet paramount.com. Zur Information: Der Clip (ein mov.-File) ist 1 Minute und 6 Sekunden lang und 37,44 MB groß. Es empfiehlt sich, ihn mit einem Downloadmanager zu laden. Man sieht ein kurzes Interview mit Johnny Depp, Szenen mit dem Schauspieler im Tonstudio bei der Aufnahme von “Epiphany” und Ausschnitte aus der “Epiphany”-Filmszene. [Downloadlink]
Martin Bruny am Samstag, den
24. November 2007 um 11:09 · gespeichert in Theater, Theater, 2007
1985, also vor 23 Jahren,
- programmierte Alexey Pajitnov das Computerspiel Tetris;
- siegte Boris Becker als erster Deutscher und (mit 17 Jahren) jüngster Tennisspieler aller Zeiten beim Grand Slam-Turnier von Wimbledon;
- wurden die beiden Formel-1-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg sowie Daniel Küblböck geboren;
- startete in der Bundesrepublik Deutschland mit “Sat 1″ das erste private Satelliten-Fernsehprogramm;
und in Wien feierte “A Christmas Carol” in der Inszenierung des International Theatre Premiere.
Gegründet wurde das International Theatre Vienna 1974 von Marilyn Close und William Wallace, die erste Vorstellung des Theaterunternehmens fand im November 1974 in Graz statt. Man gab Noel Cowards “Blithe Spirit”. Einige Jahre zog das International Theatre Vienna als Tourneetheater durch die Lande, bis man 1980 in der Porzellangasse 8 geeignete Räumlichkeiten fand. Am 14. Januar 1980 ging mit Paul Zindels “The Effect of Gamma-Rays On Man-In-The-Moon Marigolds” die erste Vorstellung im neuen Haus des Vienna International Theatre über die Bühne. Bis heute hat das Theaterunternehmen rund 150 Stücke zur Aufführung gebracht, darunter auch Musicals wie “Into the Woods” oder “You’re a good man, Charlie Brown” - und seit 23 Jahren alljährlich: “A Christmas Carol”, von Charles Dickens.
Seit 1990 bespielt das International Theatre zusätzlich ein Kellergewölbe der Servitenkirche, ein paar Gehminuten vom Haupthaus entfernt. Rund 400 Quadratmeter ist “The Fundus” groß, ab 1994 gingen die “A Christmas Carol”-Vorstellungen hier, unter der Erde, über die “Bühne”.
“A Christmas Carol” hat sich in Wien längst zur Weihnachts-Institution entwickelt. Manche sehen die Show als Schüler im Rahmen einer “Exkursion” im Fundus und kommen dann Jahre später wieder. Es gibt auch Besucher, die sich alljährlich, ähnlich wie mit “Dinner for One” zu Silvester, in eine bestimmte Stimmung versetzen lassen wollen und “A Christmas Carol” bereits viele Male erlebt haben. Es ist fast eine Art “gemeinsames Älterwerden” dann, auch wenn nicht alle Schauspieler viele Jahre am International Theatre bleiben.
Im Fundus gibt es keine Bühne im traditionellen Sinn, in einem Halbkreis rund um einen gedachten Bühnenbereich werden Stühle aufgestellt. Rund 70 Besucher finden Platz und erleben hautnah die Geschichte von Ebenezer Scrooge, einem alten grantigen Geizhals, der in einer einzigen Nacht zunächst Besuch von seinem verstorbenen Teilhaber Jacob Marley und dann von drei weiteren Geistern erhält, die ihm schließlich dazu verhelfen, sein Leben zu ändern. 1843 veröffentlichte Dickens seine sozialkritische Erzählung, seit 1901 wurde “A Christmas Carol” viele Male verfilmt. 2009 soll ein 3D-Film mit Jim Carrey in die Kinos kommen. Robert Zemeckis wird bei dieser Produktion Regie führen. Im Fundus zeigt man eine von Jack Babb dramatisierte Version. Den Text dazu können sich beispielsweise Lehrer, die ihre Schüler auf das Stück vorbereiten wollen, von der Website des International Theatre downloaden. Selten ist man als Zuschauer näher am Geschehen dran, die Schauspieler sind im Fundus buchstäblich in Griffweite, und umgekehrt. Das gibt der Aufführung durchaus eine eigene, intime Note. Geht man die Stufen ins Gewölbe hinunter, ist es, als würde man in eine eigene Welt und Zeit abtauchen. Wer immer ein Faible hat für die englische Sprache und englisches Theater, ist bei “A Christmas Carol” im Fundus gut aufgehoben. Wer sich partout nicht in Weihnachtsstimmung versetzen kann, ab in den Fundus, nichtmal Ebenezer Scrooge könnte da hart bleiben.
A CHRISTMAS CAROL by Charles Dickens
The Fundus, November 19 to December 29, 2007
Mondays through Saturdays
All performances start at 7.30 pm.
Adapted by Jack Babb
Directed by Jack Babb
Stage Manager: Cheryl Carabelli
Lights and Sound: Cheryl Carabelli
Costumes: Gloria Sattà©l and Laura Mitchell
Properties: Laura Mitchell
Technical Director: Eric Lomas
With:
Kevin Brock (Ebenezer Scrooge)
Eric Lomas (Fred, Scrooge as a young man, Peter Cratchit, child)
Jack Babb (Narrator, Bob Cratchit, Topper)
Marilyn Close (Lady doing charitable work, Mrs. Fezziwig, Mrs. Dilber, Ghost of Christmas Present)
Laura Mitchell (Lady doing charitable work, Ghost of Christmas Past, Mrs. Cratchit, A Confused Guest)
Roxanne Carless (Narrator, A Girl Singing Christmas Carols, Belle, Martha Cratchit, Fred’s Sister in Law)
Gene De Wild (Ghost Of Jacob Marley, Mr. Fezziwig, A Lamplighter, Ghost Of Christmas Future)
Amanda Wilkins (Narrator, Fan, Tiny Tim, Fred’s Wife, Child)
International Theatre
Porzellangasse 8/Ecke Müllnergasse
1090 Wien
office@internationaltheatre.at
www.internationaltheatre.at
The Fundus
Müllnergasse 6A
1090 Wien
Karten: 01/319 62 72 oder
an der Tageskassa (Mo - Fr von 11.00-15.00)
Normalpreise: € 20.- bis 24.-
Preis für Schüler, Studenten (-26), Senioren (ab 60/65): € 14.-
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