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“High School Musical”: New-York-Reading fixiert

Wer nun denkt, dass Disney mit “High School Musical” bald eine weitere Show am Broadway laufen hat, irrt. Es war 2003, als eine Musiktheaterproduktion mit dem Titel “High School Musical” Premiere feierte. Der Autor der Show: Paul Cozby. Sein Musical handelt von High-School-Schülern, die ein Musical mit dem Titel “Cyranose” auf die Bühne bringen wollen. Die Charaktere der Show, die Handlung, sie gleicht Disneys Version der Story frappant.
Cozby brachte sein Werk zum ersten Mal 2004 in Fort Worth, Texas, als vollwertige Bühnenproduktion zur Aufführung. Disneys “High School Musical” wurde im Januar 2006 im amerikanischen TV gesendet.
Es kommt, was kommen musste: Cozby klagt Disney. Dem Branchenfachblatt PLAYBILL diktierte Cozby ins Mikro: “I was just very surprised. The plot elements are just very similar. If you put the two works side by side, the similarities are remarkable - obviously beginning with the title.”
Cozbys Anwalt, Charles Baker von Porter & Hedges LLC aus Houston, hat ein Ziel: “Stop all use of both the “mark” and stop all productions.”
Am 21. Mai 2007 geht in New York ein Reading von Cozbys “High School Musical” über die Bühne. Wie der Prozess gegen Disney ausgeht, bleibt abzuwarten. [Playbill, nymag]

Performing Arts Studios Vienna: “The Next Generation”

Studentenshows an Musicalschulen werden unterschätzt. Generell. Das soll nicht heißen, dass diese Aufführungen nicht gut besucht sind, oft ist das Gegenteil der Fall und sie sind hoffnungslos ausverkauft. Gemessen an der Bedeutung, die diese Produktionen jedoch haben, werden sie dennoch unterschätzt. In Zeiten des Internet, wo Platz auf Websites ja nun wirklich nicht eine Frage der Kosten ist, wenn es um den einen oder anderen Artikel mehr geht, finden sich erstaunlich wenig Berichte im Netz über beispielsweise Abschluss-Shows von Musicalschulen. All die Online-Medien, die sich auch oder vor allem mit Musicals beschäftigen, würden sich doch anbieten, sollte man meinen. Ist es wirklich so reizvoll, nur über Big-Budget-Produktionen zu schreiben?
Warum sollte man auch über Studentenshows berichten? Nun, man hat die Chance, Talente zu erleben, bevor sie Karriere machen. Nicht, dass jedem Talent überhaupt eine Karriere vergönnt, nicht, dass der eine oder andere nicht ohnehin schon während seines Studiums längst von großen Bühnen engagiert worden ist, aber eine Performance im Rahmen des Studiums hat immer einen ganz eigenen Charme. Man sieht bei einem Abschlussjahrgang oft völlig unterschiedliche Levels und fragt sich ab und an, ob die Studenten, die ihre Abschluss-Show bringen, tatsächlich in ein und demselben Jahrgang sein können, aber so ist das eben. Vielleicht hatte mal jeder das Ziel, Musicalstar zu werden und entdeckt dann, dass er vielleicht doch besser nicht auf der Bühne, sondern im Theatermanagement (im weiteren Sinn) besser aufgehoben ist. Schaden wird ihm/ihr eine Ausbildung sicherlich auch dann nicht.
Wie auch immer, vom 30. April bis 2. Mai 2007 ging im Wiener Theater des Augenblicks die diesjährige Abschluss-Show der Performing Arts Studios Vienna über die Bühne. Im Gegensatz zu “1070 Wien”, der Produktion des Vorjahres, bei der es sich um ein eigens für diesen Zweck von Michael Schnack komponiertes Musical handelte, zeigten die neun Absolventen dieses Jahres eine Nummernrevue. Auf dem Programm (siehe unten) standen bekannte und ein paar weniger bekannte Songs aus “Fame”, “Elisabeth”, “The Scarlet Pimpernel” u. v. a.

Das Leading-Team der Produktion:

Gestaltung und Musikalische Leitung: Michael Schnack
Choreographien: Sabine Arthold & Ramesh Nair
Maske & Haare: headquarters
Kostümdesigns: Gabriele Tinodi
Bauten: Sandor Coti
Produktionsleitung: Eva Tatzber
Licht: Tommy Tatzber
Ton: Vienna Sound Vienna Light

Die Absolventen:
Caroline Ciglenec, Manuela Gager, Kerstin Löcker, Lydia Nassal, Alexander Moitzi, Lydia Nassall, Barbara Schmid, Nina Tatzber, Barbara Wanasek und Robert Weixler

Unterstützt wurden die Absolventen von Darstellern des 2. Jahrgangs:
Nicola Gravante, Daniela Lehner, Raphaela Pekovsek, Stefanie Riedelbauch, Gernot Romic, Isabel Trinkaus, Anna Weghuber und Melanie Maier

Alexander Moitzi & Nina Tatzber; Copyright: Bernhard Fritsch

Es hat immer schon Abschlussjahrgänge an den Performing Arts und anderen Musicalschulen gegeben, die durch das eine oder andere ganz besonders große Talent geprägt waren. Überragend im aktuellen Abschlussjahrgang der Performing Arts: Alexander Moitzi. Schon bei »Musical Christmas«, der Weihnachtsshow der Vereinigten Bühnen Wien im Dezember 2006, war er aufgrund seiner Präzision, Ausstrahlung und Grazie herausragend. Sein tänzerisches Talent konnte er auch im Abschlussprogramm “The Next Generation” voll ausspielen, beispielsweise in sehr schön choreographierten (Sabine Arthold) Szenen aus »The Lion King«. Zusammen mit seinen gesanglichen und schauspielerischen Fähigkeiten, die er beispielsweise bei »Suddenly Seymour« (»Little Shop of Horrors«) oder “Time Warp” (”The Rocky Horror Show”) zeigen konnte, bietet er ein künstlerisches Gesamtpackage, um das sich jede Bühne reißen müsste.

Manuela Gager; Copyright: Bernhard Fritsch

Wenn Moitzi als tänzerisch überragend hervorsticht, so trifft dasselbe auf dem Gebiet des Gesangs auf Manuela Gager zu. Ihr “Jemand wie du” aus “Jekyll & Hyde” war makellos schön und ausdrucksstark, auch «Your Daddy’s Son« aus »Ragtime« – wunderbar gesungen.
Das Programm der Performing Arts war eine bunte Mischung aus Musicalknallern aller Richtungen. Das meiste hat funktioniert, bei der einen oder anderen Nummer ging die Rechnung nicht ganz auf. Frank Wildhorn wird ja immer nachgesagt, er würde oft nur einfache Popmelodien schreiben. Mag sein, dass vieles davon Pop ist, einfach zu bringen muss es dennoch nicht sein. »Into the fire« aus »The Scarlet Pimpernel« braucht einfach mehr als vier Studenten und ein Playback. Robert Weixler als Percy war in dieser Szene nicht zu beneiden, auch seine drei Kollegen konnten ihm nicht helfen, der Szene jene Wucht zu verleihen, die sie braucht. »The Scarlet Pimpernel« scheint ein Knackpunkt dieser Produktion gewesen zu sein, denn auch Barbara Schmid war etwas, sagen wir einsam bei »Now when the rain falls« (»The Scarlet Pimpernel«), dafür viel besser bei »Maybe this time« (»Cabaret«).
Insgesamt war »The Next Generation« eine äußerst unterhaltende Show. Die Performing Arts haben, im Gegensatz zum Vorjahr, wieder verstärkt das tänzerische Element betont, was sich wohl auch aus dem Umstand ergibt, dass man mit Moitzi einen Mann in der Truppe hat, dem man das eine oder andere Tanzsolo einfach choreographieren musste, weil es sonst ewig schade gewesen wäre.

Barbara Wanasek; Copyright: Bernhard Fritsch

Neben Moitzi und Gager werden sicher auch andere Darsteller aus diesem Abschlussjahrgang ihren Weg machen, beispielsweise Barbara Wanasek, die ein kleines bisschen an Bette Midler erinnert hat in ihrer Shownummer »Blow, Gabriel Blow« (»Anything Goes«), oder auch Gernot Romic (Duettpartner von Caroline Ciglenec bei »Friendship« (»Anything Goes«)), aber das ist noch Zukunftsmusik, denn er hat als Student des 2. Jahrgangs seine Abschluss-Show noch vor sich.
Wer den weiteren Weg der Absolventen der Performing Arts verfolgen will, auf der Homepage der Musicalschule werden die Engagements regelmäßig upgedatet. Die nächste große Produktion ist »High School Musical« – zu sehen im Herbst in der Wiener Stadthalle.

»The Next Generation« – die Songs

Hard Work (»Fame”)

Staging: Schnack
Gesamtes Ensemble

Fame (»Fame”)
Choreographie: Arthold
Carmen: Tatzber / Ensemble: Lager, Gravante, Lehner, Pekovsek, Riedelbauch, Romic, Schmid, Trinkaus, Wanasek, Weghuber / Booth: Löcker, Maier, Moitzi, Nassall, Weixler

Dance: ten; Looks:three (»A Chorus Line”)
Staging: Nair
Val: Ciglenec

Into the fire (»The Scarlet Pimpernel”)
Choreographie: Nair
Percy: Weixler / Kämpfer: Gravante, Moitzi, Romic

Now when the rain falls (»The Scarlet Pimpernel”)
Staging: Schnack
Barbara Schmid

Wenn ich dein Spiegel wär’ (»Elisabeth”)

Staging: Schnack
Rudolf: Moitzi / Elisabeth: Löcker / Zofe: Nassall

Mayerling (»Elisabeth”)
Choreographie: Nair
Rudolf: Moitzi / Totentänzer: Ciglenec, Maier, Pekovsek, Schmid, Tatzber / DerTod: Gravante

Ich gehör’ nur mir (»Elisabeth”)

Elisabeth: Löcker

White boys (»Hair”)
Choreographie: Nair
Ciglenec, Maier, Nassall, Pekovsek, Schmid, Tatzber, Wanasek

Aquarius/Let the sunshine in (»Hair”)
Choreographie: Arthold
Gager / Ensemble: Gravante, Lehner, Löcker, Moitzi, Riedelbauch, Romic, Trinkaus, Weghuber, Weixler / Booth-Chor: Ciglenec, Maier, Pekovsek, Schmid, Tatzber, Wanasek

Zuhaus (»Die Schöne und das Biest”)
Staging: Schnack
Belle: Nassall

Circle of life (»The Lion King”)

Choreographie: Arthold / Staging: Schnack
Rafiki: Wanasek, gesamtes Ensemble, Tanz: Schmid, Moitzi

Shadowland (»The Lion King”)
Choreographie: Arthold
Ciglenec, Maier, Pekovsek, Schmid, Moitzi, Tatzber

Totale Finsternis (»Tanz der Vampire”)
Staging: Schnack
Sarah: Löcker, Krolock: Weixler / Booth: Gager, Gravante, Lehner, Nassall, Riedelbauch, Romic, Trinkaus, Wanasek, Weghuber

Tanz der Vampire (»Tanz der Vampire”)
Choreographie: Arthold
Gesangsensemble: Gager, Trinkaus, Weghuber, Gravante, Moitzi / Tanzensemble: Lehner, Maier, Nassall, Pekovsek, Riedelbauch, Schmid, Tatzber, Wanasek / Booth-Chor: Ciglenec, Löcker, Romic, Weixler

Stepping out with my baby
Choreographie: Nair
Nassall, Moitzi / Ensemble: Ciglenec , Lehner , Maier , Pekovsek , Riedelbauch , Schmid , Tatzber

Jemand wie du (»Jekyll & Hyde”)
Lucy: Gager

Friendship (»Anything goes”)
Staging: Nair
Reno: Ciglenec, Moonface: Romic

Blow, Gabriel, blow (»Anything goes”)
Choreographie: Nair
Reno: Wanasek, Ensemble: Gravante, Lehner, Trinkaus, Gager, Nassall, Romic, Riedelbauch, Weghuber / Booth-Chor: Löcker, Moitzi, Pekovsek, Schmid, Tatzber, Weixler

Suddenly Seymour (»Little Shop of Horrors”)
Choreographie: Nair, Staging: Schnack
Tatzber, Moitzi / Girls: Lehner, Trinkaus, Weghuber

Maybe this time (»Cabaret”)
Schmid

Your Daddy’s Son (»Ragtime”)

Staging: Eisenberg
Sarah: Gager

Over at the Frankenstein Place (»The Rocky Horror Show”)
Staging: Schnack
Brad: Romic, Janet: Schmid, Riff-Raff: Moitzi, Magenta: Tatzber, Columbia: Nassall

Time Warp (»The Rocky Horror Show”)

Choreographie: Arthold
Riff-Raff: Moitzi, Magenta: Tatzber, Erzähler: Weixler, Columbia: Nassall / Gesamtes Ensemble

Seasons of love (”Rent”)
Ensemble

Die Wiener Kammerspiele als Operettenhochburg mit Musicalstars

Als “Kammermusical” möchte Viktor Gernot gerne die Produktion der Ralph Benatzky-Operette “Im Weißen Rössl” rezipiert wissen, die im Februar 2008 in den Wiener Kammerspielen ihre Premiere feiern wird. Operette bleibt Operette, würd ich mal sagen. Gegen eine gute Operette ist ja an und für sich nichts zu sagen. In der Wiener Volksoper läuft zur Zeit Kurt Weills Operette “Der Kuhhandel”, und das sollte man sich nicht entgehen lassen. Eine Operette in den Kammerspielen ist mal was Neues. Leading-Team und Cast setzen sich zu einem Großteil aus Musical-Profis zusammen. Viel kann da nicht schiefgehen.

Leading-Team
Regie: Werner Sobotka
Bühnenbild: Hans Kudlich
Kostüme: Elisabeth Gressel
Musikalische Leitung: Christian Frank
Choreografie: Ramesh Nair

Cast
Josepha Vogelhuber, Wirtin zum »Weißen Rössl«: Eva Maria Marold
Leopold Brandmeyer, Zahlkellner: Viktor Gernot
Wilhelm Giesecke, Trikotagenfabrikant: Toni Slama
Ottilie, seine Tochter: Caroline Vasicek
Dr. Otto Siedler, Rechtsanwalt: Boris Eder
Sigismund Sülzheimer: Martin Niedermair
Professor Dr. Hinzelmann: Christian Futterknecht
Klärchen, seine Tochter: Ruth Brauer-Kvam
Der Kaiser Franz Joseph II.: Kurt Sobotka
Der Piccolo: Joe Ellersdorfer
Kathi Weghalter, Briefträgerin und Präsidentin des Jungfrauenvereins: Martina Moharitsch

Drama League Awards 2007 - die Gewinner

Am 11. Mai wurden die Gewinner der Drama League Awards 2007 bekannt gegeben. Die Liste der Preisträger liest sich wie folgt:

Distinguished Production of a Play
The Coast of Utopia

Distinguished Production of a Musical
Spring Awakening

Distinguished Production of a Revival—Play
Journey’s End

Distinguished Production of a Revival—Musical

Company

Distinguished Performance Award
Liev Schreiber, Talk Radio

Distinguished Achievement in Musical Theatre Award
John Kander & Fred Ebb

Julia Hansen Award for Excellence in Directing
Michael Mayer (Spring Awakening)

Unique Contribution to the Theatre Award
Broadway Cares/Equity Fights AIDS

Lucille Lortel Award 2007 an “Spring Awakening”

Lucille Lortel (1900-1999) war eine amerikanische Schauspielerin und Theaterproduzentin, die ganz sicher in Erinnerung bleiben wird, wurde doch ein Award nach ihr benannt, der seit 1986 jedes Jahr an die besten Off-Broadway-Produktionen vergeben wird. Hinter den Lucille Lortel Awards stehen drei Organisationen: die League of Off-Broadway Theatres and Producers, die Lucille Lortel Foundation und der Theatre Development Fund.
2007 gingen die Preise an folgende Shows:

Outstanding Play
- Stuff Happens; Written by David Hare; Produced by The Public Theater

Outstanding Musical
- In the Heights; Book by Quiara Alegrà­a Hudes, Music and Lyrics by Lin-Manuel Miranda; Produced by Kevin McCollum, Jeffrey Seller, and Jill Furman
- Spring Awakening; Book and Lyrics by Steven Sater, Music by Duncan Sheik; Produced by Atlantic Theater Company, in association with Tom Hulce and Ira Pittelman

Outstanding Revival
- Two Trains Running; By August Wilson; Produced by Signature Theatre Company

Outstanding Solo Show
- No Child; Written and Performed by Nilaja Sun; Produced by Scott Morfee, Tom Wirtshafter and Epic Theatre Center

Outstanding Director
- Daniel Sullivan, Stuff Happens

Outstanding Choreographer
- Andy Blankenbuehler, In the Heights

Outstanding Lead Actor
- Peter Francis James, Stuff Happens

Outstanding Lead Actress

- Gloria Reuben, Stuff Happens

Outstanding Featured Actor
- Arthur French, Two Trains Running

Outstanding Featured Actress
- Sherie Rene Scott, Landscape of the Body

Outstanding Scenic Design

- Derek McLane, The Voysey Inheritance

Outstanding Costume Design

- Gregory Gale, The Voysey Inheritance

Outstanding Lighting Design

- Kevin Adams, Spring Awakening

Outstanding Sound Design
- Martin Desjardins, columbinus

Weitere Auszeichnungen
Lifetime Achievement Award: Kevin Kline
Playwrights’ Sidewalk Inductee: Christopher Durang
Outstanding Body of Work: Classical Theatre of Harlem
Edith Oliver Award for Sustained Excellence: Rick Sordelet

Special Award Star Denotes Recipient Actors’ Fund Of America

“Spring Awakening” gewinnt New York Drama Critics’ Circle Award

Am 7. Mai 2007 wurden die Gewinner der diesjährigen New York Drama Critics’ Circle Awards bekannt gegeben. In der Kategorie “Best Musical” konnte Duncan Sheiks Show “Spring Awakening” punkten.
Alle Kategorien im Überblick:

Best Play: The Coast of Utopia, by Tom Stoppard
Best American Play: Radio Golf, by August Wilson
Best Musical: Spring Awakening, by Duncan Sheik and Steven Sater
Special Citation: The Broadway revival of Journey’s End

Kyrre Kvam “Mitten im 8en”

Okay, Kyrre Kvam hätte sich vielleicht einen etwas besseren Start der ORF-Sitcom “Mitten im 8en” gewünscht, in der er heute, am 9. Mai 2007, als Veeti, der finnische Raumausstatter auftaucht, aber man kann nicht alles haben. Es hat doch auch was, wenn immerhin der Vizekanzler einer Republik persönlich die Absetzung einer Fernsehserie verlangt. Ich frag mich ja dieser Tage des Öfteren, was passiert wäre, wenn Wilhelm Molterer in Zeiten Mundls in der Regierung gesessen wäre. Schwamm drüber. Für alle Kvam-Fans also: Mitten im 8en, ORF1, 19:20 Uhr.

Wien: Massive Ticketpreiserhöhungen bei “We Will Rock You” im Raimund Theater

Es gab mal eine Zeit, da war es für Musical-Hardcorefans noch leistbar, fast jeden Tag ins Theater zu gehen - wird es vielleicht bald mal heißen. Zumindest, was das Raimund Theater betrifft. So manch Musicalfan leistete sich hunderte Vorstellungen seiner Lieblingsshow. Einer der Gründe: Stehplätze gab es in den Theatern der Vereinigten Bühnen Wien um wohlfeile 2,5 Euro.
2008 zieht die Queen-Show “We Will Rock You” ins Raimund Theater ein - und ein anderer Wind. Es gibt bei den Tickets Preissteigerungen um bis zu 500 Prozent. So kostet ein Stehplatz nun nicht mehr 2,5, sondern 15 Euro.
Sollen wir es gleich das Barbra-Streisand-Syndrom nennen, das hier bei den Kalkulationen mitgespielt haben könnte? Barbra treibt es natürlich etwas weiter, sie nimmt gleich 125 Euro für Plätze, auf denen man maximal die Live-Übertragung ihrer Show auf Vidiwalls erkennen kann.
Mir persönlich ist es ja gleich, Stehplatz ist nicht mein Ding. Man sieht im 2. Rang schlecht, die Luft ist schlecht. 2,5 Euro, ja, da kann man notfalls damit leben. 15 Euro ist gleichzusetzen mit einem Sperren der Stehplätze, denn sie sind das Geld nicht mehr wert. Das gleiche gilt für Sitze mit eingeschränkter Sicht. Hier steigt der Preis um 100 Prozent von 10 Euro auf 20 Euro. 10 Euro sind Sitze mit eingeschränkter Sicht wert, immer mit dem Risiko verbunden, dass man, wenn man Pech hat, auch tatsächlich fast gar nichts sieht. 20 Euro sind diese Plätze nicht wert. Insgesamt ist die massive Preiserhöhungspolitik deutlich im Billigpreissegment angesiedelt und widerspricht allem, was in den vergangenen Jahrzehnten in Wien von der Politik im Kulturbereich verwirklicht wurde. Aber vielleicht hat es ja auch ein Gutes, und die jungen Leute gehen wieder verstärkt in die Burg, in die Volksoper oder ins Volkstheater - zu Preisen, die sich nicht an Verhältnissen orientieren, die es in Wien nicht gibt.

Die Preise im Überblick (in Euro, Mo-Do):
Kategorie Preis alt/neu
Gelb 72 / 78
Blau 67 / 72
Rot 59 / 60
Orange 45 / 46
Grün 23 / 30
Rosa 10 / 20
Stehplätze 2,50 / 15

Die Preise im Überblick (in Euro, Fr +Sa Abendvorstellungen):
Kategorie Preis alt/neu
Gelb 95 / 98
Blau 88 / 90
Rot 69 / 78
Orange 53 / 62
Grün 25 / 52
Rosa 10 / 20
Stehplätze 2,50 / 15

Mit “We Will Rock You” zieht auch ein anderer Spielplan ins Raimund Theater ein. Es gibt keinen Schließtag, und am Samstag und Sonntag sind durchgehend zwei Vorstellungen pro Tag angesetzt. Die Nachmittagsvorstellungen sind preislich etwas günstiger als die Abendvorstellungen am Wochenende (90/84/72/56/42/20/15).

Update, 21. Mai 2007: Mittlerweise wurden die meisten Montage aus dem Ticketsystem von Wien-Ticket eliminiert. Auch von den Doppelvorstellungen am Sonntag findet man ab Februar keine mehr. Da man weitere Änderungen wohl nicht ausschließen kann, ist es besser, den aktuellen Stand entweder telefonisch bei Wien-Ticket zu erfragen oder im Netz nachzusehen.
Update, 28. Mai 2007: Nun wurden auch die Ticketpreise etwas gesenkt. Stehplätze kosten nun 10 Euro, statt 15 Euro. Die ursprüngliche 10-Euro-Kategorie, die auf 20 Euro gehoben wurde, kostet nun 15 Euro.

Queen-Gitarrist Brian May zum Thema Castingshows

It’s actually an appalling lowering of standards, this whole TV-dominated culture. I promise you will never find us on some panel bullying and ridiculing young performers. [Story]

Holland: “Evita” verzweifelt gesucht - Pia Douwes sucht mit

Im Herbst geht in Holland eine Musical-Castingshow über die Bühne, die eines zum Ziel hat: eine neue “Evita”.
Man mag nun zu diesem Trend stehen, wie man will, er scheint sich jedenfalls wie ein Virus über die ganze Welt zu verbreiten: Hauptrollen in neuen Musicalproduktionen werden immer öfter per TV-Casting besetzt.
Nun gut, das holländische Castingformat, das eine Hauptdarstellerin für Andrew Lloyd Webbers “Evita” sucht, kann jedenfalls mit einer sehr attraktiven und stimmgewaltigen Diva aufwarten: Pia Douwes wird mitbestimmen, wer gut genug ist, eine ihrer Nachfolgerinnen zu werden. [Story]

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