Martin Bruny am Montag, den
11. September 2006 um 21:39 · gespeichert in Event-Tipps
Ab 22.9.2006 steht das Rockmusical HAIR auf dem Spielplan von “Musical Güssing“. In den vergangenen drei Jahren sahen 14.000 Zuschauer die Musicals “Grease”, “Les Misà©rables” und “Footloose”. Heuer steht der Musical-Klassiker “Hair” auf dem Programm.
Zwei der Darsteller, Nicole Kracher und Florian Resetarits, wurden erst unlängst als beste Nachwuchsdarsteller des Burgenlandes geehrt und erhielten das “Rot-Goldene Brettl”. Für einen zweiwöchigen Workshop wurde im August 2006 die amerikanische Opernsängerin und Gesangspädagogin Martha Jane Howe nach Güssing geholt. Sie hat sowohl gesanglich als auch interpretatorisch mit den jungen Talenten gearbeitet. Unterstützt wird das Ensemble auch von der ungarischen Korrepetitorin und Pädagogin Klara Papp. Regie führt auch heuer wieder Marianne Resetarits, die Gesamtleitung liegt in den Händen von Josef Naray.
“Musical Güssing” ist in etwa gleichzusetzen mit der “Kulturvereinigung Güssing”. Unter diesem Namen werden seit mehreren Jahren Musicals produziert, unter anderem “Elisabeth”, “Cats”, “Jesus Christ Superstar”, “Grease”, “Les Misà©rables” und “Footloose” sowie Eigenproduktionen wie “Hugo Hugo” oder “Einmal Eden einfach”.
Das Ensemble:
Berger: Florian Resetarits
Claude: Andrà s Koczor
Sheila: Ramona Tomisser
Dionne: Bianca Haubenhofer
Hud: Tamà s Hompok
Woof: Istvà n Auer
Jeanie: Nicole Kracher
Crissy: Valentina Resetarits
Fiona (Leni): Anita Janitschek
Die “Supremes”: Eva Zankl, Susanne Dunst, Sandra Zankl
Steve: Klaus Dragosits
Walter: Attila Szilvà gyi
Ronny: Zoltà n Kutnyà nszky
Karl Heinz/VaterII: Paul Deutsch
DirektorII/VaterI: Gerhard Krammer
Leata: Jennifer Pammer
Paul: Klaus Deutsch
Hiram: Sebastian Berger
Peter: Peter Trobits
Soldat I: Roman Wagner
Soldat II: Là szlo Kiss
Suzannah: Eva Novak
Mary: Anna Trobits
Linda: Sarah Glatter
Natalie: Stephanie Roth
Diane: Victoria Fandl
The Tribe: Theresa Ditzer, Barbara Grandits, Corinna Kroboth, Sophie Kubec, Judith Raber, Anja-Patrizia Wendzel
Martin Bruny am Donnerstag, den
7. September 2006 um 21:44 · gespeichert in Theater
Am 28. September 2006 geht in Wien die Uraufführung von Sylvester Levays & Michael Kunzes Musical “Rebecca” über die Bühne. Für die Regie verantwortlich: Francesca Zambello.
Auch eines der nächsten Projekte der vielbeschäftigten Regisseurin nimmt nun Form an: “The Little Mermaid” aus dem Hause Disney. Wieder mal eine Adaption eines Zeichentrickfilms für die Musicalbühne. Die Filmvorlage stammt aus dem Jahr 1989, die Bühnenversion wird im Juni 2007 am “Denver Center for the Performing Arts” starten.
Für die Choreographie der Show wurde Stephen Mear angeheuert, weiters wurden verpflichtet: George Tsypin (Scenic Design), Tatiana Noginova (Costume Design) und Natasha Katz (Lighting Design). Das Buch zur Show stammt von Doug Wright, die Songs steuern Alan Menken, Glen Slater und Howard Ashman bei.
Nach den Try-outs in Denver geht’s natürlich an den Great White Way, und so wird Francesca Zambello mit einem Disney-Musical ihr Broadway-Debüt geben. Disneys Theatrical Productions President Thomas Schumacher ist jedenfalls schwer begeistert von Zambello, seit er 1996 an der Oper von San Francisco ihre Inszenierung von Borodins “Fürst Igor” gesehen hat, eine Produktion, in der seine langjährige Freundin, die Opernsängerin Lauren Flanigan, engagiert war.
Alan Menken hat für die Bühnenversion der Meerjungfrau jede Menge neuer Titel komponiert, zusätzlich zu jenen fünf, die in der Zeichentrickversion zu hören waren. Die Original-Filmsongs werden gänzlich neu bearbeitet, ausgebaut. Die Texte von Howard Ashman (1951-1991) überarbeitet Glen Slater.
Derzeit aus dem Hause Disney am Broadway zu sehen: “Beauty and the Beast”, “The Lion King” und “Tarzan”. “Mary Poppins”, eine Koprodukion von Disney mit Cameron Mackintosh, feiert am 16. November 2006 seine Broadway-Premiere. Mit “The Little Mermaid” rückt der Broadway dann im nächsten Jahr ein Stück näher an das Horrorszenario der “klassischen Musicalfans”: Mit fünf Shows am Great White Way ist Disney drauf und dran, sich den Traum vom eigenen Themepark in New York zu erfüllen: Broadwayland.
Martin Bruny am Montag, den
4. September 2006 um 21:46 · gespeichert in Musical, Wien, Event-Tipps

Zwischen allen Stühlen
Das Wiener Kabarett Simpl hat sich in den letzten Jahren mit seinen Produktionen zum interessanten Theatertummelplatz für Auch-Musicaldarsteller entwickelt. Am 7. September startet das Simpl mit der kabarettistischen Revue “Zwischen allen Stühlen” in die neue Saison. In der von Michael Niavarani und Albert Schmidleitner geschriebenen Revue sind auf der Bühne und im Kreativteam viele bekannte Namen zu finden.
Darsteller:
Sigrid Hauser, Angelika Niedetzky, Alexandra Schmid, Markus Mitterhuber, Bernhard Murg, Thomas Smolej, Herbert Steinböck und Thomas M. Strobl. Conference: Herbert Steinböck
Kreativteam:
Musikalische Leitung: Christian Frank
Choreografie: Cedric Lee Bradley
Bühnenbild: Markus Windberger und Petra Fibich
Kostüme: Gaby Rajtora
Regie: Dolores Schmidinger
“Zwischen allen Stühlen” ist ein Programm über falsche Wahlentscheidungen, verhaute Pisatests, 13 mal verheiratete Jungfrauen, über Ewiggestrige und immer Fortschrittliche, über 6 falsche Lottozahlen mit richtiger Zusatzzahl, über mieses Wetter am Traumstrand und andere Höhepunkte, denn es gibt nichts Richtiges im falschen Leben und nichts Falsches im richtigen Leben.

Krawutzi Kaputzi - Strengstes Jugendverbot
Ab 16. Oktober im Simpl zu sehen: Krawutzi Kaputzi - Strengstes Jugendverbot, ein Sozialdrama mit: Pezi, Minki, Großvati, Helmi, Drache Dagobert, Mimi, Habakuk, Kasperl, Tintifax, Zwerg Bumsti und vielen anderen Helden aus unserer Kindheit.
Eines Nachts schweißgebadet aus einem Alptraum erwacht: Was ist aus den Helden meiner Kindheit geworden? Was aus Pezi, dem Bären? Dem Großvati? Der Minki? Was ist aus Fips geworden und was aus Helmi? Wo ist der Drache Dagobert und wo der Kasperl höchstpersönlich? Hat Fortuna es gut gemeint mit ihnen? - Krawutzi Kaputzi!!
Einfach war es nicht, aber nach langen Recherchen ist es gelungen, sie alle aufzuspüren und zu einem einmaligen und sensationellen Bühnenauftritt im Kabarett Simpl zu bewegen. Manch einer hat sich geziert, andere haben nur auf die Gelegenheit gewartet.
Soviel sei verraten: Pezi hat sein Boku-Studium noch immer nicht abgeschlossen, umso mehr kennt er sich aus bei den Frauen. Großvati hat zwei Schlaganfälle hinter sich, und da er erst mit 60 begonnen hat für seine Pensionsversicherung einzuzahlen, steht er noch immer in seinem Geschäft. Minki, die graue Maus, ist die fescheste Katz von Meidling. Fips ist beruflich erfolgreich und schwul, aber niemand in seiner Umgebung weiß von dem einen noch von dem anderen.
Darsteller:
Susanne Altschul, Claudia Rohnefeld, Sigrid Spörk, Roman Frankl, Otto Jaus, Ronald Seboth und Roman Straka.
Kreativteam:
Puppenbau: Erika Reimer
Puppentraining: Bodo Schulte
Bühnenbild und Puppenentwurf: Markus Windberger und Petra Fibich
Musikalische Leitung: Erwin Bader
Buch und Musik: Johannes Glück
Regie: Werner Sobotka
Martin Bruny am Samstag, den
2. September 2006 um 21:51 · gespeichert in TV
Ihre TV-Sitcom “Will & Grace” mag zwar abgesetzt worden sein, aber so ganz trennen möchte sich Megan Mullally alias Karen Walker nicht von dieser Show. Letzten Sonntag hat die Schauspielerin einen Emmy für ihre Darstellung der Martini schlürfenden Sekretärin Karen Walker bekommen, und schon ist sie voller phantatsischer Pläne. Eine Broadway-Show möchte sie schreiben, basierend auf “Will & Grace”: “Karen: The Musical”. Mullaly: “I think it’s hilarious. It’s so, like, wrong. You’re never supposed to keep (your old character) going. But, see, that’s what makes me want to keep doing it.”
Martin Bruny am Samstag, den
2. September 2006 um 21:49 · gespeichert in Skurriles
Eine neue Tageszeitung ist in Österreich an den Start gegangen, “ÖSTERREICH!”, so der sinnige Name, herausgegeben von Wolfgang Fellner, der mit mehr als einem Dutzend Zeitungsgründungen seit Jahrzehnten erfolgreich im Business ist. Wie es halt so üblich ist, braucht eine neue Zeitung vor allem am Beginn schön täglich eine knackige Schlagzeile. Im Fall von “ÖSTERREICH” lautet die Schlagzeile des zweiten Erscheinungstages: “Oper plant Coup: Netrebko in Musical”. Wiens Staatsopern-Direktor Ioan Holender würde gerne, so “ÖSTERREICH”, für seine letzte Spielzeit Anna Netrebko und Rolando Villazon als Stars einer Produktion des Musicals “West Side Story” gewinnen.
Selten so gelacht, Herr Holender. Uns ist allen noch die unglückselige Einspielung dieses Musicals mit Josà© Carreras & Kiri Te Kanawa in Erinnerung, wo der Wohlklang der Stimmen an der Glaubwürdigkeit derselben zerbrach. Gerne wird über die “West Side Story” gesagt, sie sei ja “eigentlich” eine “amerikanische Oper”, ich sehe das nicht so. Ich würde gerne Musicalstimmen hören, wenn ich eine Produktion der “West Side Story” besuche, und ich würde gerne Darsteller sehen, die auch altersmäßig noch halbwegs mit den Rollenvorgaben im Einklang sind.
Nun, Herr Holender hat, wie jüngst, als er über die Vereinigten Bühnen Wien philosophierte und meinte “die Soße aus Musical und Oper funktioniere nicht”, wieder mal ein paar Leute amüsiert, das ist ja auch etwas. Vielleicht gibt es nach seiner Karriere als Operndirektor ein neues künstlerisches Zuhause für ihn im Simpl.
Martin Bruny am Donnerstag, den
31. August 2006 um 21:56 · gespeichert in Theater

Am 29. August 2006 ging im Wiener Künstlerhaus die Premiere von Peter Kerns neuestem Theaterstück “Liebesgesänge 1-2″ über die Bühne. In den Hauptrollen: Oliver Rosskopf (Java, ein Mörder), Andreas Bieber (Lucien, ein Sexualverbrecher), Miriam Goldschmidt (Altstar), Heinrich Herki (Aufseher/Ehemann) und Günter Bubbik (Coco/Beppo).

“Liebesgesänge 1″ ist ein zirka 15 Minuten kurzes Stück, frei nach Motiven des einzigen Kurzfilms von Jean Genet “Un chant d’amour”, geschrieben von Peter Kern, das gänzlich ohne Worte auskommt, nur aus Geräuschen, Percussion, Gesten, Körperflüssigkeiten, grellem Licht, Sirenen, Sex und Gewalt besteht. Den “Sound” erzeugen zwei Musiker (Toomas Täht: Schlagzeug; Miroslav Mirosavljev: Gitarre), die hoch oben in der Szenerie sitzen. Gespielt wird auf engstem Raum. In einer Gefängniszelle eingesperrt sehen wir drei Männer. Alle drei werden vom Gefängniswärter auf verschiedenste Weise missbraucht, gedemütigt, geschändet; einer der Gefangenen, er kann dem Gefängniswärter nicht mehr sexuell dienlich sein, da er völlig weggetreten die meiste Zeit nur mehr zuckend am Boden vor sich hin röchelt, wird von seinem Peiniger erschossen. Wir steigen mitten in einen typischen Tag der Gefangenen ein, die sich zwar nicht abgefunden haben mit ihrem Schicksal, aber teilweise schon so abgestumpft sind, dass sie die vom Gefängniswärter gewünschten Opferhaltungen, sexuellen Gesten bis hin zu gutturalen Lauten automatisch ausführen beziehungsweise sich an den Qualen, die ihre Mitgefangenen erleiden, aufgeilen. Die Szenerie ist brutal, die Geräusche unangenehm, die Handlung hart und sehr realistisch gespielt, wobei dennoch gewisse Grenzen nicht überschritten werden, freilich wird bei weitem ein realistischeres und sexuell expliziteres Szenario gespielt, als dies etwa an den staatlichen Bühnen normalerweise der Fall ist. Andererseits bewegt sich die Inszenierung im Rahmen des bereits auf Bühnen Stattgefundenen.

“Liebesgesänge 1″ endet unwirklich. Der von Andreas Bieber verkörperte Gefangene stößt die Gefängnismauern um, aus der engen Gefängniszelle wird eine Art Strandlandschaft, man hört ein viel angenehmeres Geräusch: Meereswellen. Die Entspannung nach 15 Minuten purer Qual ist körperlich spürbar und perfekt in Szene gesetzt. Andreas Bieber singt das Lied “Die großen weiten Vögel” (Text: Ingrid Caven, Musik: Peer Raben, bearbeitet von M.Mirosavljev). Nahtlos geht es über in “Liebesgesänge 2″. Was sich dann abspielt, wird auf der “dieTheater”-Seite wie folgt beschrieben:
In einem Wiener Beisl sitzt ein berühmter alter Filmstar, umgeben von einem Haufen Zeitungsausschnitten und gesammeltem Abfall des Alltags. Hier liegt ihre Seele, gesammelt und aufbewahrt, verstaubt und getreten. Sie sitzt oft mit ihrem Mann hier und wartet, dass Leute vorbeikommen, die sie erkennen und bewundern, aus vergangenen Tagen. Sie hat in den 60-iger und 70-iger Jahren Hauptrollen in über 60 Filmen gespielt. Heute wurde der Wirt zu Grabe getragen und die Stimmung der beiden ist getrübt. Selbst der Kellner ist heute zu Hause geblieben; niemand da, der bedient. Ihr Ehemann zapft sich das Bier selber. Wieder sind es die alten Geschichten, die sie bewegen. Wie geizig der Moser war, dass er lieber auf Reisen gewesen ist, als dass er Texte gelernt hätte.
Zwei junge Männer, Java, ein Mörder, und Lucien, ein Sexualverbrecher, verirren sich in das Lokal, und damit tritt die Gegenwart in das Leben unseres Altstars. Die Lebensgeschichten der Jungen werden geprägt von Lust und Hass, von Flucht und Durst. Niemand ist da, der sie bedient. Der Junge schreit nach dem Ober und der Star bittet doch um mehr Respekt. Ein Generationskonflikt bahnt sich an. Doch der Konflikt hat keine Chance. Denn unser junges Paar stellt keine Fragen mehr. Die Jungen sehen die Gunst der Stunde: ein Beisl ohne Wirt, zwei alte Reiche ohne Glück?
So fangen sie ein Spiel von Schuld und Sühne an. Die Jungen sind die Schuld und die Alten können endlich rächen, was sie solange am Leben gehalten hat. Dabei entdecken die Jungen, dass die Welt aus Dreck und Zeitungsausschnitten besteht und die Alten nur das Werkzeug und die Handlanger der Lügen waren. Die beiden Alten wartend auf Zuneigung und Bewunderung erkennen nicht die Gefahr. Die Jungen lassen die Alten spielen. Jetzt darf der Altstar wieder singen. Irgendwann ersticken die Jungen an dem Dreck, der sie umgibt. Die Alten decken sie mit ihrem Müll, den Geschichten von Ordnung, Recht, Zusammenleben und Lügen zu.
Liebe in allen ihren Facetten, Masochismus, Sadomasochismus, Homosexualität, Voyeurismus, Verzweiflung - Java und Lucien singen gemeinsam (”Scheiss mich zu”; Text: Peter Kern, Musik: M.Mirosavljev, gesungen von Andreas Bieber und Oliver Rosskopf), sie verletzen sich, schlagen sich, geilen sich auf, lieben sich. “Each man kills the thing he loves” singt der Altstar (Text: Oscar Wilde, Musik: Peer Raben, bearbeitet von M.Mirosavljev, gesungen von Miriam Goldschmidt) und stellt damit das Motto des Abends. Lucien, der Masochist, braucht den Schmerz, um sexuelle Erfüllung zu finden (”Ich bin die Hure an der Bar”; Text: M. Enzensberger, Musik: Peer Raben, bearbeitet von M.Mirosavljev, gesungen von Andreas Bieber). Andreas Bieber spielt Lucien mit bemerkenswertem Körpereinsatz und Intensität, Oliver Rosskopf lernt im Laufe des Stückes als dominanter Java seinem Lucien nicht nur die begehrten körperlichen Qualen zu bereiten. Er fordert von Lucien einen Mord als Liebesbeweis, er deckt Luciens Lebenslüge auf, würgt, stranguliert ihn - schneidet ihm bei lebendigem Leib sein Herz aus dem Körper, inszeniert als orgiastischer, verzweifelter Höhepunkt - Java selbst stirbt, vergiftet vom Altstar und ihrem Diener. Übrig bleibt der Altstar, vergeblich nach der längst verlorenen Liebe der Fans gierend.
Peter Kern hat mit “Liebesgesänge 2″ ein packendes Drama geschrieben und inszeniert, mit Zitaten von Edmund White, Jean Genet und Werner Schwab. Er lässt seinen Text um Rassismus und Medienhohn kreiseln, speist diese Themen aber nur als Absurditätsbrocken in die Handlung ein.
Es wäre schön, wenn Andreas Bieber bald wieder die Herausforderung (Sprech-)Theater annehmen würde. Er beweist auch in dieser faszinierenden Rolle, dass er nicht auf die Rolle des Musicalhäschens reduzierbar, sondern ein charismatischer Vollblutschauspieler ist. Oliver Rosskopf wird seinen Weg hoffentlich auch weiter am Wiener Theater finden. Miriam Goldschmidt glänzt verstörend in diesem Schauspiel, das zwar in einem Wiener Kaffeehaus spielt, aber so gar nichts Wienerisches an sich hat - andererseits, so absurd und morbid wie dieses Stück, das ist dann vielleicht doch das Wienerische an Kerns “Liebesgesängen”.

Songs:
“Die großen weiten Vögel”
Text: Ingrid Caven, Musik: Peer Raben, bearbeitet von M. Mirosavljev
gesungen von Andreas Bieber
“Scheiss mich zu”
Text: Peter Kern, Musik: M.Mirosavljev, gesungen von Andreas Bieber
“Each man kills the thing he loves”
Text: Oscar Wilde, Musik: Peer Raben, bearbeitet von M. Mirosavljev, gesungen von Miriam Goldschmidt
“Ich bin die Hure an der Bar”
Text: M. Enzensberger, Musik: Peer Raben, bearbeitet von M. Mirosavljev, gesungen von Andreas Bieber
“Gehen sie nicht, sie fallen nur”
Text: Peter Kern, Musik: M. Mirosavljev, gesungen von Günter Bubnik, Miriam Goldschmidt und Toomas Thät
Eine Verein Kulturpolizei i. Gr. - Produktion
Geschäftsführung: Peter Kern
Produktionsdurchführung: Theater Kulturpolizei, im gemeinnützigen Auftrag
Regie: Peter Kern
Regieassistenz: Wilma Calisir
2. Regieassistent: Josef Prenner
Bühnenbild & Kostüm: Peter Baur, Jakob Neulinger
Bühnenbildassistent: Waltraud Brauner
Schlagzeug: Toomas Täht
Toningenieur: Baltasar Fischer
Gitarre: Miroslav Mirosavljev
Fotografin: Caroline Heider
Grafik, Flyer, Plakat: Elisabeth Laimer
Presse CD/Programm CD: Wolfgang Makula
Pressearbeit: Mag. Bina Köppl
“Liebesgesänge”, zu sehen von 29.08. bis 08.09. und 19.09. bis 23.09.06. Ticketreservierungen direkt auf der Homepage von dieTheater.
Martin Bruny am Montag, den
28. August 2006 um 21:59 · gespeichert in Pop, Awards
In der Nacht zum Montag wurden in den USA die Emmys, die Fernseh-Oscars, verliehen. Die 58. “Annual Emmy Awards” konnten mit zumindest einer Riesenüberraschung aufwarten. Die Kategorie “Outstanding Individual Performance In A Variety Or Music Program” entschied Barry Manilow für sich. Folgende Sendungen waren nominiert:
Barry Manilow: Music And Passion (PBS/Stiletto)
Television in association with Serpent Productions and PJM Productions; Barry Manilow, Performer
The Colbert Report (Comedy Central/Central)
Productions with Busboy Productions and Spartina Productions; Stephen Colbert, Host
The Late Late Show With Craig Ferguson (CBS)
Worldwide Pants Incorporated; Craig Ferguson, Host
Late Show With David Letterman (CBS)
Worldwide Pants Incorporated; David Letterman, Host
The 59th Annual Tony Awards (2005) (CBS)
White Cherry Entertainment; Hugh Jackman, Host
Eine Überraschung ist der Emmy für Manilow deshalb, weil Konkurrenten wie David Letterman fast täglich auf der Mattscheibe zu sehen sind, während es sich bei “Music and Passion” um den Mitschnitt eines Las-Vegas-Konzerts des Performers handelt. Musikshows gegen Comedyformate und täglich gesendete Talkshows wie jene David Lettermans, da hatte sich Manilow nicht viele Chancen ausgerechnet.
Die diesjährige Auszeichnung ist Manilows zweiter Emmy-Gewinn. 1977 wurde das erste einer ganzen Reihe von Manilow-TV-Specials mit einem Fernseh-Oscar in der Kategorie “Best Special of the Year” ausgezeichnet. Die von ABC produzierte Show sahen damals über 37 Millionen Zuschauer in den USA.
Manilow war bei den Emmys 2006 auch als Performer zu erleben. Im Rahmen einer Ehrung für den legendären Fernsehmoderator Dick Clark interpretierte er “American Bandstand”, die Titelnummer eines Fernsehformats, das Dick Clark Jahrzehnte im amerikanischen Fernsehen präsentiert hat.
Barry Manilows nächste CD “The Greatest Songs of the Sixties” erscheint Mitte Oktober.
Die Preisträger in allen restlichen Kategorien sind hier abrufbar: Emmy-Awards 2006/Die Gewinner
Martin Bruny am Sonntag, den
27. August 2006 um 22:41 · gespeichert in Event-Tipps

Das sireneOperntheater entstand aus der Zusammenarbeit der Autorin Kristine Tornquist und dem Komponisten Jury Everhartz im Jahr 1998.
Oper zu machen ist im großen Betrieb der Opernhäuser zu einer schwer beweglichen Immobilie geworden. Die beiden Künstler sehen dagegen die Notwendigkeit, Opern so flexibel und risikofreudig zu erfinden und zu produzieren, wie es in den großen Zeiten der Oper gang und gäbe war und in anderen Kunstfeldern heute selbstverständlich scheint.
2004 produzierte das sireneOperntheater “das Krokodil” (nach Dostojewskis skurriler Kurzgeschichte) und den Kurzopernabend “7 Operellen” (in Zusammenarbeit mit je sieben österreichischen Autoren und Komponisten). 2006 stand die Monooper “Das Tagebuch der Anne Frank” von Grigori Frid im Wiener Jugendstiltheater auf dem Programm.
Das jüngste Projekt “Circus” feiert am 6. September 2006 um 20.00 Uhr im Wiener Jugendstiltheater seine Premiere. Besetzt ist das Stück mit einer fast echten Zirkuskapelle, etwas Streicher, Holz, kräftiges Blech, kleines Schlagwerk und Orgelpositiv. Der Zirkusdirektor Baßariton, die Tiere/die Artisten Solistenquartett (SATB). Die immer wieder verblüffende, schnell ihren Duktus wechselnde Zirkusmusik trudelt einem immer heilloseren Ende entgegen, überstürzt sich immer mehr, bis sie sich gewissermaßen selbst überholt - im Moment der Katastrophe. Die das Stück abschließende große Verwandlung im magischen lieto fine wird die große Struktur erst entbergen, die als Modell der ganzen Partitur zugrunde liegen soll. Trotz formal strenger Anlage und Materialwahl soll die Musik ihr Formideal in den Gegebenheiten der Bühne finden.
Aufführungstermine: 6., 8., 9., 12., 19. und 21. September 2006 jeweils um 20.00 Uhr im Jugendstiltheater am Steinhof, Wien 14, Baumgartner Höhe 1, im Gelände des Otto Wagner Spitals. Tickets sind unter der Telefonnummer 0681 102 120 36, unter sirene@sirene.at, bei ÖTICKET oder an der Abendkassa erhältlich (Einheitspreis: 18 Euro; ermäßigt für Patienten und Angestellte des Otto Wagner-Spitals, Schüler, Studenten, Pensionisten, Alleinerzieher, Sozialhilfeempfänger, Kollegen, Ö1-Club, Kurier-Club: 12 Euro).
Martin Bruny am Sonntag, den
27. August 2006 um 22:39 · gespeichert in Event-Tipps

Seit drei Jahren erfreuen sich die Veranstaltungen der “Vox Pannonica” im burgenländischen Oberwart wachsender Beliebtheit. Mit dem Musical “Csaterberg” ist dem künstlerischen Leiter Christian Kolonovits heuer ein besonderer Coup gelungen. Österreichs “Pop-Urgesteine” Willi Resetarits, Schiffkowitz und Wolfgang Ambros lassen die alten Songs aus der Zeit von “Csaterberg” wieder auferstehen. Gemeinsam mit “Dancing Star” Marika Lichter und Burgtheatermimin Barbara Horvath lassen sie ihre südburgenländische Vergangenheit wieder aufleben. Mit von der Partie weiters Musical- und Volksopernstar Gernot Kranner und “Kaisermühlen Blues”-Liebling Christoph Fälbl sowie das Savaria Symphonieorchester.
Csaterberg, ein kleines Landgasthaus, war in den späten 60er und 70er Jahren das “Mini-Woodstock Österreichs”. Hier verdienten sich Künstler, die später den Austropop entscheidend mitprägten, wie Boris Bukowski, Schiffkowitz und STS ihre ersten musikalischen Lorbeeren. “Csaterberg” ist als Zeitreise, die ein Stück Jugendkultur mit ihren Hits wie “When a man loves a woman”, “Speedy Gonzales” oder “Let’s twist again” wieder auferstehen lässt, konzipiert.
Der Inhalt der Show ist schnell erzählt: Zwei Männer treffen einander nach vielen Jahren in einem Wirtshaus im Südburgenland wieder. In ihrer Erinnerung werden die Bilder von damals, ihre Hoffnungen, Wünsche und Träume wieder lebendig: Ihre gemeinsame Band, mit der sie durch das Burgenland tingelten, die Liebe zu demselben Mädchen und das für sie alles entscheidende große Abschlusskonzert auf dem Csaterberg. Und der Unfall, der das Schicksal aller Beteiligten so tragisch veränderte …
Premiere: 16. September 2006, 20.00 Uhr. Weitere Termine: 22., 23., 29., 30. September 2006, 6., 7. Oktober 2006, jeweils 20.00 Uhr im Messezentrum Oberwart. Karten unter office@foxtours.at.
Martin Bruny am Samstag, den
26. August 2006 um 22:45 · gespeichert in Musical
“Der Meister und Margarita” aus der Feder von Michail Afanasjewitsch Bulgakow, das ist der Stoff, aus dem Musicals gemacht werden können, denkt sich Andrew Lloyd Webber.
Den Inhalt des 510 Seiten starken Romans könnte man in wenigen Worten so zusammenfassen: “Der Teufel persönlich stürzt Moskau in ein Chaos aus Hypnose, Spuk und Zerstörung. Die Heimsuchung für Heuchelei und Korruption trifft alle - ausgenommen zwei Gerechte … Bulgakows Hauptwerk ist, in der Tradition von Goethes “Faust”, Dostojewskis “Die Brüder Karamasow” und Thomas Manns “Doktor Faustus” längst ein Klassiker der literarischen Moderne.”
Lloyd Webber: “After six months of agonising about what I should write next I am going to attempt the impossible. I am going to see if I can turn Mikhail Bulgakov’s extraordinary novel The Master and Margarita into a stage musical or, more probably, an opera … I know it has been done many times before but never, that I am aware of completely in music … I am very aware that this will be almost certainly the most ambitious undertaking I have ever embarked upon. It will therefore almost certainly falter and will depend on who my collaborators are. At the moment I have not approached anyone.”
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