Martin Bruny am Samstag, den
26. August 2006 um 22:42 · gespeichert in Musical, Tonträger
Nach 6.137 Vorstellungen war für “A Chorus Line” am 28. April 1990 am Broadway Schluss. Seit der Premiere am 21. Mai 1975 war die Show zum Lebens-Soundtrack schlechthin für angehende Musicaldarsteller geworden, lange Zeit war das Musical von Michael Bennett (Choreographie/Regie), James Kirkwood/Nicholas Dante (Buch), Marvin Hamlisch (Musik) und Edward Kleban (Texte) die am längsten am Broadway laufende Produktion - bis “Cats”, “The Phantom of the Opera” und “Les Misà©rables” kamen und “A Chorus Line” auf den vierten Rang verwiesen. Freilich ist “A Chorus Line” nach wie vor das am längsten am Broadway laufende “American Musical”.
2006 kommt Marvin Hamlischs Kultmusical zurück. Derzeit laufen die Try-outs in San Francisco, Broadway-Premiere ist am 18. September 2006.
Bereits im August fanden im Skywalker Sound Studio in Marin County, Kalifornien, die Aufnahmen zur Cast-CD statt. Ein Bonus-Track, “The Overture That Never Was”, interpretiert von Marvin Hamlisch an zwei Pianos, sowie die bisher nicht aufgenommene Nummer “And” werden exklusiv bei iTunes als Download erhältlich sein. “A Chorus Line - The New Broadway Cast Recording” wird von Davis Caddick, Marvin Hamlisch und Jonathan Tunick für Masterworks Broadway produziert und ist ab 3. Oktober erhältlich.
Einen kleinen Filmbericht über die Aufnahmesessions bietet Broadway.com.
Martin Bruny am Mittwoch, den
23. August 2006 um 22:46 · gespeichert in Musical, Wien, Tonträger
Am Mittwoch (23. August 2006) strahlt der TV-Sender ATV einen Bericht über die Studioaufnahme der englischsprachigen Vorab-Single für das neue Levay/Kunze-Musical “Rebecca” aus. Interpretiert wird das Lied von Disco-Queen Gloria Gaynor. Zu sehen ab 19:45 Uhr in Hi Society.
Martin Bruny am Sonntag, den
20. August 2006 um 22:49 · gespeichert in Event-Tipps

Sie war eine der größten Blues-Sängerinnen aller Zeiten: Billie Holiday, 1915 in Philadelphia, USA, als Eleanora Fagan Gough geboren. Ihr Leben: eine Tragödie. Im Alter von zehn Jahren wird sie vergewaltigt, mit zwölf jobbt sie als Putzhilfe in einem Bordell - und als Prostituierte. Alkohol, Drogen, Zuhälter, unglückliche Lieben, gewalttätige Männer - ihr persönliches Schicksal wird durch eine rassistische Gesellschaft gefördert, aus der Farbige weitgehend ausgeschlossen waren.
Ganz anders ihre Karriere. Mit 15 beginnt sie in Clubs aufzutreten, wird von John Hammond entdeckt, singt mit Jazzgiganten wie Benny Goodman, Lester Young, Count Basie und Artie Shaw, bevor sie ihre Solokarriere startet. Als eine der ersten Jazzsängerinnen tritt sie mit weißen Musikern auf und überwindet damit Rassenschranken. Trotz dieser Vorreiterrolle muss sie weiterhin Hintereingänge benutzen. Auf der Bühne verwandelt sie sich in “Lady Day” mit der weißen Gardenie im Haar. 1939 singt sie erstmals den Song “Strange Fruit”, der eindringlich die Lynchjustiz an Schwarzen thematisiert. “God bless the child”, von Billie Holiday komponiert, wird zum Klassiker. Die Künstlerin leidet unter ihrer Diskriminierung als Schwarze. Vor allem auf Tour mit gemischten Bands machen sie und die schwarzen Musiker täglich entwürdigende Erfahrungen. Ihren größten Triumph erlebt sie 1944 in der Metropolitan Opera in New York, wo sie als erste Jazz-Sängerin gefeiert wird. Billie nimmt im Laufe ihrer Karriere ca. 350 Songs auf, 1954 absolviert sie mit Leonard Feathers eine erfolgreiche Europatournee.
Sie war dreimal unglücklich verheiratet, Anfang der vierziger Jahre wird sie heroinabhängig. Die Sucht bringt sie immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Mehrfach verhört und verhaftet scheitern Entziehungsversuche immer wieder. Holiday wird um ihre beträchtlichen Einkünfte betrogen und verarmt. Mit nur 44 Jahren stirbt sie unter entwürdigenden Umständen in einem New Yorker Krankenhaus an Hepatitis.

Die amerikanische Jazzsängerin und Schauspielerin Carole Alston erzählt in ihrer Show “Billie Holiday - Tribute To A Blue Lady” die Lebensgeschichte der großen Blues- und Jazzlegende der 30er und 40er Jahre. Begleitet von einer 6-köpfigen Live-Band interpretiert sie vom 8. September bis 11. Oktober 2006 in Vienna’s English Theatre Billie Holidays berühmteste Songs und zaubert die Atmosphäre der Jazzclubs der 30er Jahre auf die Bühne.
Carole Alston, geboren in Washington, D. C., studierte Schauspiel, Gesang und Tanz. Nach Abschluss des Studiums übersiedelt sie nach Europa. Auf ihren ersten Auftritt im Stadttheater Bern folgen Engagements in Paris, Berlin, Karlsruhe, Graz und Wien. In Wien ist sie unter anderem an der Volksoper, im Konzerthaus und im Musikverein zu sehen. Sie spielt die Kate in Cole Porters “Kiss me, Kate”, die Anita in Leonard Bernsteins “West Side Story” und Maria Magdalena in A. L. Webbers “Jesus Christ Superstar”.
Seit 1988 unterrichtet sie Jazz Dance an der Ballettschule der Wiener Staatsoper. In Wien inszeniert, choreographiert und spielt sie 2000 die Rolle der Nell in Fats Wallers “Ain’t Misbehavin’”, 2006 ist sie in der Wiener Kammeroper ein weiteres Mal in “Ain’t misbehavin’” zu erleben. Neben klassischer und zeitgenössischer Musik (Mezzosopran) singt Carole Alston immer wieder Jazz, Gospels and Blues.
Ein musikalischer Streifzug durch das Leben von “Billie Holiday - Tribute To A Blue Lady” von und mit CAROLE ALSTON: 8. September bis 11. Oktober 2006; täglich außer Sonntag, um 19:30 Uhr. Karten: Vienna’s English Theatre/Josefsgasse 12/1080 Wien. Tageskassa: Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr; Tel.: 01/402 12 60-0/tickets@englishtheatre.at; www.englishtheatre.at
Martin Bruny am Montag, den
14. August 2006 um 22:50 · gespeichert in Musical
Digitale Downloads sind unter Musicalliebhabern eher umstritten. Zu schlecht sei die Qualität der angebotenen Files, zu viel Information gehe verloren, wenn man keine Booklets zur Verfügung hat.
Wie auch immer, dieser Tage schlossen Universal Music und Andrew Lloyd Webbers Really Useful Group einen Deal über 10 Millionen Pfund ab. Man einigte sich darauf, dass Universal den gesamten Songkatalog des Komponisten digital verwerten darf. Ein Argument, das ins Treffen geführt wird: Nun können auch die unzähligen “heimlichen” Fans von Sir Andrew zuschlagen. Die Armen hätten bisher bittere Entbehrung leiden müssen, weil ein Nachfragen in einem Plattengeschäft nach “Cats” oder “Joseph” - nein, also das wäre für sie unheimlich peinlich gewesen. Dank Universal können sie sich nun im geschützten Bereich ihrer Wohnung klammheimlich Webbertunes auf ihren iPod runterladen.
Im Programm von Universals digitaler Musicalinitiative werden auch Ringtones & Realtones sein, der größte Nepp seit der Erfindung von Mobiltelefonen. Ein Realtone wird 1,50 Pfund kosten. In Zukunft werden also die Anonymen Webbersüchtigen ein Massenouting initiieren können, mit dem Phantom der Oper, einer mieselsüchtigen Katze oder wem auch immer - und wo auch immer, in der U-Bahn, der Schnellbahn, beim McDoof oder an anderen öffentlichen Orten. Lloyd Webber immer und überall, danke Universal!
Martin Bruny am Sonntag, den
13. August 2006 um 22:56 · gespeichert in Musical, Wien, Tonträger

So wie bereits bei “Romeo & Julia” wird es auch für das Musical Rebecca vorab eine englischsprachige radiotaugliche Single geben, mit der die Vereinigten Bühnen Wien die neue Sylvester Levay/Michael Kunze-Show in die Charts pushen wollen. Interpretiert wird die Vorab-Single von der “Queen of Disco” Gloria Gaynor, die mit Hymnen wie “I will survive” oder “I am what I am” in die Musikgeschichte eingegangen ist.
Gloria Gaynor wird Ende August in einem New Yorker Studio “The Power of a Woman in Love”, die englische Version von “Die Stärke einer liebenden Frau”, aufnehmen.
Martin Bruny am Freitag, den
11. August 2006 um 23:14 · gespeichert in The Soundtrack of My Life

Im Vorjahr ging eine kleine Serie des Kultur-Channels an den Start: “The Soundtrack of My Life” - Lieder vorzustellen, zu benennen, die das Leben von ausgewählten Künstlern verändert hat, Songs, die sie mit einem ganz besonderen Ereignis oder einer bestimmten Gefühlslage untrennbar verbinden, das ist das Ziel dieser Serie.
Als Erster nach seinem Soundtrack befragt: Lukas Perman. Auch Pia Douwes und David Rott präsentierten ihren persönlichen Soundtrack.
Heute spricht Frank Wildhorn über den Soundtrack seines Lebens. Am Tag nach der Uraufführung von “Rudolf” am Budapester Operettenhaus konnte ich mit dem Komponisten ein Interview führen. Der Großteil unseres Gesprächs ist in der aktuellen Ausgabe (August/September) des Magazins “musicals” zu finden. Die beiden Statements zu Frank Wildhorns “Soundtrack” sind auch als Audio-Downloads abrufbar.
Kultur-Channel: “Frank, wie klingt der Soundtrack Ihres Lebens?”
Frank Wildhorn: “Well if someone said ‘What is the soundtrack to my life’ I would say it’s Rachmaninoff. That’s who I love the most. Rachmaninoff, Debussy, Tchaikowski - in that world, from that world. But - like Duke Ellington always said - there’s only two kinds of music: Done very well and not as well. And you can take any clasical composer or any pop-composer, and there is is your favorite work from theirs and maybe work that you don’t like as much. So I try to be open to every kind of music. You know I grew up in black music, that is my background. I was always the white guy in the black band growing up and certainly I have had 500 recordings of my songs, 350 of them are probably black. Stevie Wonder is the genius of all geniuses to me, I love Stevie Wonder, I love Marvin Gaye, I love Billy Joel, I love Elton John. You can find music in anything that I would love. I love Lerner & Loewe, Rodgers & Hammerstein, Andrew Lloyd Webber; Kander & Ebb, I love the Doobie Brothers, I love Traffic, I love The Beatles, I think you know, unbelievable. I try to really be open to all kinds of things, I love country music, I love Linkin Park.” [Audio-Download]

Kultur-Channel: “Haben Sie ein ganz spezielles Lieblingslied?”
Frank Wildhorn: “‘The long and winding road’. If you ask me today, ‘The long and winding road’. Well if you ask me what’s the first song of my wedding - I’m getting married to Brandi Burkhardt, who plays Emma on the new ‘Jekyll & Hyde’ record, that’s been touring. We’re getting married and if you ask me what’s our first song, it’s Elton John’s ‘Your song’. So you know, different songs for different days. But ‘The long the winding road’. You know on the Beatles Record “The Number Ones” the last three in a row are ‘Hey Jude’, ‘Let it be’ and ‘The long and winding road’. From a pop standpoint you hear those three songs back to back to back and you go ‘What am I doing?’ That’s like listening to Rachmanioff’s greatest hits. I listen to that and go ‘What am I doing?” Or Bernstein’s ‘West Side Story’. Unbelievable. I mean - to me - if that came out today it would be the freshest most amazing thing you’ve ever heard. Combination of pop music, classical, latin, big band - all that stuff. I’m a fan, I try to be a fan.” [Audio-Download]
Martin Bruny am Dienstag, den
8. August 2006 um 23:18 · gespeichert in TV, Castingshows
Deutschland sucht den Superstar, aber erst wieder nächstes Jahr. Schließlich muss der aktuelle mal wieder richtig vergessen werden. Schon heuer sucht Österreich ein neues Sternlein. Die dritte Staffel der Castingshow Starmania ist seit heute on air, oder besser: im Netz. Was die Vermarktung betrifft, geht der ORF nämlich neue Wege. Die gesamte erste Castingrunde wird seit dem 7. August 2006 im Netz “gesendet” oder besser: gestreamt. Aufgeteilt auf Portiönchen von jeweils 2 Stunden kann man die 2486 Kandidaten bei ihrem ersten Vorsingen erleben, und natürlich die Juroren Monika Ballwein, Eberhard Forcher und Markus Spiegel. Ihren Kommentaren zuzuhören ist in den meisten Fällen dieser ersten Runde fast unterhaltsamer als so manche Darbietung des einen oder anderen potentiellen Sternleins. Im Gegensatz zu DSDS hat die österreichische Jury keinen Platzhirsch wie Dieter Bohlen zu bieten, es geht allgemein ein bisserl pssst zu. Die Kandidaten werden nicht erschossen und stranguliert, sie werden von Markus Spiegels ungeduldigem Schnaufen sanft wieder nach draußen befördert. Wenn Radiomoderator Eberhard Forcher ganz böse ist, dann betont er das doch vorhandene Potential der Kandidaten. Monika Ballwein grantelt vor sich hin, wenn die Herren der Schöpfung mit Hinblick auf die Vermarktung der Sendung dann doch den einen oder anderen männlichen Kandidaten in die zweite Runde lotsen, obwohl sie wohl jetzt schon weiß, dass da nichts draus wird. “Tits & Ass”, ja, aber, na egal …
Noch bis 8. August, 18 Uhr, sind die ersten 59 Kandidaten “on stream”, und viel düfte aus diesem Pool nicht ins Finale kommen. Vielleicht W27, aber wer kann das schon sagen?
Nach der ersten Runde ist nicht Schluss, nein, es werden alle Castingrunden ungeschnitten im Netz gesendet - ein Never-Ending-Leider-Nein, das für gute Unterhaltung sorgen wird, soviel verspricht schon der erste Tag. Und hier geht es zum Stream.
Martin Bruny am Dienstag, den
8. August 2006 um 23:17 · gespeichert in Netz
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Martin Bruny am Dienstag, den
8. August 2006 um 23:15 · gespeichert in Musical, Wien

Wenn Musicalstars Solokonzerte geben, kann man nie wissen. Einige meinen außerhalb ihres gewohnten künstlerischen Wirkungsfelds beweisen zu müssen, wie mies doch eigentlich Musicals sind, wie schlecht die letzte Show war, in der sie gespielt haben und wie viel lieber sie doch weiß der Geier was singen, sei es Jazz, Rock, Soul, Blues, Samba oder selbstgestrickte Liederware von der Stange, egal, nur bitte keine Musicals. Dann ruft ihr Agent an, und husch husch sieht man sie wieder in der jüngst erst verschmähten Rolle. Man mag sich fragen, wie sehr muss der/die Ärmste doch leiden, aber so ist das eben. Nun, über Musicals zieht Maya Hakvoort in ihrer Soloshow “Maya goes solo”, mit der sie derzeit durch Österreich und Deutschland tourt, keineswegs her, doch dann gibt es da diesen einen Moment - aber dazu später.
Die Musicals, in denen Maya Hakvoort in den letzten Jahren zu sehen war, sind die schlechtesten nicht: “Elisabeth”, “Jekyll & Hyde”, “Les Misà©rables”, “Die drei Musketiere”, “Chicago”, “Blutsbrüder”, “Aspects of love”, “There’s no Business like Showbusiness”, “Gaudi”, “Catherine” und “Evita”.
Am Silvestertag des Jahres 2004 startete die Künstlerin im Theater an der Wien ihre Solo-Karriere - eine Schiene, die sie seit der Derniere von “Elisabeth” Ende 2005 forciert. Mitte 2005 ist ein Livemitschnitt des Silvesterkonzerts im Theater an der Wien unter dem Titel “Maya goes solo” als CD erschienen.
Zoomen wir uns ins Wiener Theater Metropol, wir schreiben den 29. April 2006. Der Saal ist praktisch ausverkauft. Das Konzert beginnt mit einer Lautsprecherdurchsage: “Meine Damen und Herren, Ladies and Gentlemen, Mesdames et Messieurs, bitte begrüßen Sie mit mir Aaron Wonesch am Klavier und die wunnnderbaaare Maya Hakvoort.” Es ist die Stimme von Dennis Kozeluh, als “Konserve” - bei aller Liebe, wer lässt sich per Konserve als “wunderbar” ankündigen? Das ist ein stimmungsmäßiges No-no. Ich kann mir viele Intros vorstellen, aber per lobhudelnder Konserve?
“Maya goes solo” ist eine Art von Biographical. Die Künstlerin plaudert über einige Stationen in ihrem Leben, über ihre Familie, ihre Leidenschaften, dazwischen eingestreut interpretiert sie thematisch passende Lieder, beispielsweise widmet sie “Papa can you hear me” (”Yentl”; Michel Legrand/Alan & Marilyn Bergman) ihrem Vater. Maya Hakvoorts Stärke sind die Wohlfühlballaden, nicht die “Bigger than Life-Ballads” mit Mörderfinish, sondern Lieder, die zum Träumen einladen, Songs, die keiner extremen Vokalakrobatik bedürfen, die durch eine perfekte Symbiose von metaphernreichem Text, verträumter Musik, wohltuender Stimme und Piano (musikalischer Showbegleiter: der famose Aaron Wonesch am Klavier) strahlen, Songs wie beispielsweise Claire Hamills “You take me breath away”, eines der Highlights des Abends, oder “Sweet life/It’s a long way up” - Kompositionen von Barry Manilow, die er anlässlich seiner legendären Showserie “Barry Manilow Live On Broadway” als Medley aufgenommen hat - Lieder, die auf Mayas CD nicht zu hören sind, die man sich live dann doch nicht entgehen lassen sollte. Maya Hakvoorts Songauswahl an sich ist zum Teil tatsächlich wunderbar. Lieder von Jason Robert Brown (”Stars and the moon”) verzaubern immer, mit Burt Bacharach (”Wives and Lovers”) kann nicht viel schiefgehen, auch Jonathan Larsons “Seasons of love” oder Stephen Sondheims “Our time” sind perfekt für das Hakvoortsche Verzauberungspotential. Sehr schön ihr “Gold von den Sternen” (Levay/Kunze), weniger geglückt dann Versuche, mit brasilianischem Flair (Bossa-Nova-Medley) Schwung in die Bude zu bringen sowie Mördershowstopper wie “Don’t rain on my parade” oder “Defying Gravity” in das Haakvoortsche Interpretationspotential einzutunen. Aber die Künstlerin hat für diese Songs und auch beispielsweise für jazzige Titel eine Leidenschaft, und so ist es letztendlich durchaus interessant, ihre Versionen dieser Songs mal zu hören.
Es gibt einen Moment, ganz spät in der Show, schon im Zugabenteil, da singt der Musicalstar doch noch jenes Lied, das, ob sie es will oder nicht, ihr Lebenslied ist: “Ich gehör nur mir”. Es ist ein Zauber, der von der Kombination Lied/Interpretin ausgeht. Wenn “die Hakvoort” “Ich gehör nur mir” singt, dann klickt es. Ihre Fans geraten außer Rand und Band, sind kaum mehr zu bändigen. Fast hat man jedoch den Eindruck, Hakvoort ist nur mehr eine Kaiserin wider Willen. Im Mittelteil des Songs persifliert sie die schauspielerische Leistung, mit der sie dem Instrumentalteil vor dem Finish so viel an Intensität verliehen hat. Denn seien wir uns ehrlich, Maya Hakvoort punktete nie mit einem grandiosen Schlusston, wie etwa Pia Douwes, bei ihr war es die Gesamtperformance von “Ich gehör nur mir”, die immer stimmig, intensiv und berührend war. In ihrer Soloshow nun macht sie sich darüber lustig: “Da lieg ich dann am Boden, und weine. Und alle denken: wie dramatisch, wie dramatisch. Das brauch ich alles nicht mehr machen, weil ich gar keine Flügel mehr hab” - zwei, drei Lacher, kippt die Stimmung? Nein, auf die Fans ist Verlass, ein gutes Finish und der Saal tobt wieder. Ein Lied wie “Ich gehör nur mir”, das Publikum und Künstler aufs Engste aneinander bindet, per Persiflage abzumurksen, das hat auch Tradition unter Musicalstars, ich erinnere an Bruno Grassini und Thomas Borchert. Es ist aber ein Zeichen großer Entertainer, dem Publikum das zu geben, was es mit den “Hits” verbindet, vielleicht wird auch Maya Hakvoort das einmal noch stärker berücksichtigen. Mit “Ich gehör nur mir” hat sie einen Song an der Hand, den man so leicht als Trademark verwenden könnte. Instrumental beispielsweise als Auftritts- und Abgangslied, ohne auf peinliche Konserven zurückgreifen zu müssen, während der Show als unvergessliches Highlight. Es hilft nichts, dieses Lied nicht zu singen oder stimmungsmäßig zu meucheln, genausowenig wie ein Barry Manilow “I write the songs” seinem Publikum vorenthalten würde, egal, ob er es nun zum 100.000. Mal oder 200.000. Mal singt.
“Maya goes solo” ist, bei aller Kritik, eine unterhaltsame Show des sympathischen “Elisabeth”-Stars, mit vielen Highlights. Und wer weiß, vielleicht wird sie ihre Schatten los und schafft es demnächst wieder “Ich gehör nur mir” so zu singen, dass man den Song auch tatsächlich genießen kann.
Martin Bruny am Samstag, den
5. August 2006 um 23:19 · gespeichert in TV
Am vergangenen Wochenende, so berichtet die Zeitschrift “TV-Media”, wurde in den Studios Potsdam-Babelsberg die Pilotfolge einer neuen ORF-1-Vorabend-Sitcom aufgezeichnet. Unter dem Titel “Mitten im Achten” blödeln einige Topkomiker Österreichs wie Gerold Rudle, Verena Scheitz, Christoph Fälbl oder Max Schmiedl. Mit an Bord auch Lukas Perman.
Worum geht es in der geplanten Sitcom? “Die durchgeknallten Bewohner des Bezirks gewähren - egal ob im Kaffeehaus oder in der WG - einen ungeschminkten, humorvollen Einblick in ihren Alltag.
“Mitten im Achten” basiert auf einer holländischen Vorlage (”Samen”, dt.: “Beisammen”). Wenn die Pilotfolge die Verantwortlichen des ORF überzeugt, werden im Herbst vermutlich 100 Folgen zu je 30 Minuten produziert. Drehzeit: 3 Monate. Gesendet wird dann täglich eine Folge, um den schwachen ORF-1-Vorabend zu pushen.
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