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“Wer sich nicht integrieren will, hat bei uns nichts zu suchen”

Nein, das ist nicht die Aussage eines rechtsextremen Politikers, nein, das ist kein Ausschnitt aus einer ausländerfeindlichen Zeitschrift. Das ist die Meinung von Liese Prokopp, ihres Zeichens österreichische Innenministerin, und es ist nur eine von vielen Äußerungen österreichischer Politiker in den letzten Wochen, die meiner Meinung nach dazu beitragen, dass man sich angewidert abwenden möchte. Wo sind wir denn eigentlich? Gerade in Österreich, gerade in Wien, dem Schmelzpunkt vieler Kulturen, gerade in Zeiten, da manche rechtsextreme Partei ansetzt, den Wahlkampf zur nächsten Nationalratswahl wieder über eines der unmenschlichsten aller Themen zu führen, nämlich Rassismus, Fremdenfeindlichkeit etc., muss man sich von einer Vetreterin der Regierungspartei so etwas anhören? Da fragt man sich, ob man als Wiener in einem solchen Land etwas zu suchen haben möchte.

August Diehl - der “bedeutendste deutschsprachige Schauspieler”

Was der Kultur-Channel schon 2003 proklamierte, gibt es nun ein paar Jährchen später auch in der GALA nachzulesen: August Diehl ist der bedeutendste deutschsprachige Schauspieler. Auf den Plätzen folgen: Klaus Maria Brandauer, Götz George, Bruno Ganz und Moritz Bleibtreu. Das ist das Ergebnis der Beratungen einer achtköpfigen Jury, der unter anderem die Regisseure Florian Henckel von Donnersmarck, Nico Hofmann und Hans Christian Schmid sowie Berlinale-Chef Dieter Kosslick, Constantin-Vorstand Thomas Friedl und Deutschlands renommierteste Casterin, Nessie Nesslauer, angehören. Man gratuliert.

Jacqueline Braun goes Solo

Jacqueline Braun (Foto: © Jacqueline Braun)
“Wandlungen - Where do dreams go that are never lived” nennt Jacqueline Braun ihr rund einstündiges neues Soloprogramm - Wandlungen im Leben … in der Liebe. Eine musikalische Wanderung zwischen Jazz, Blues, Cabaret und Chanson bietet die Musicalsängerin und interpretiert Songs wie “Come away with me” (Norah Jones), “Both sides now” (Joni Mitchell) oder “My friend the night” (Rogers & Hart).
Zu sehen ist die Show im theaterCercle des stadtTheaters Walfischgasse am 13. und 19. Mai, Beginn: 22:30 Uhr. Tickets zu 8 Euro können telefonisch unter der Nummer 512 42 00 reserviert werden oder online auf der Website des stadtTheaters Walfischgasse.

Videofeatures: “A Chorus Line”, “Lestat” und manches mehr

BroadwayWorld.com bietet allen Musicalinteressierten ein rund halbstündiges Videofeature über die Castpräsentation des Broadway-Revivals von A Chorus Line (Premiere: 5. Oktober 2006) und über die Premiere von “Lestat”.
Viele weitere Videofeatures lassen sich auf Broadway.com abrufen, auch hier unter anderem ein Bericht über die “Lestat”-Premiere.

“Lestat” erfolgreich gepfählt? oder die Macht der New York Times

Der Zuschauerschwund bei “Lestat”, der letzten Broadway-Versuchung von Elton John & Bernie Taupin, scheint nicht aufzuhalten zu sein. Neuerlich sank die Auslastung dramatisch und liegt nun bei 59 Prozent (minus 11,4 Prozent im Vergleich zur Vorwoche).
Was könnte man nun unternehmen? Vielleicht eine Anzeigenkampagne? TV-Spots? Gelingt es den Produzenten nicht, die Zuschauer in den ersten Wochen davon zu überzeugen, dass “Lestat” eine Show ist, die es sich zu sehen lohnt, darf sich der Gute für immer in die Gruft zurückziehen. Das ist nur eine der Schlussfolgerungen, die man aus einem hochinteressanten Artikel von Peter D. Kramer ziehen kann. Nach wie vor hat die New York Times die Macht, einem Musical das letzte bisschen Leben auszusaugen. Ist “Lestat” nur ein Beispiel von vielen oder letzten Endes vielleicht doch die Ausnahme?

Die Gewinner der 72. Annual Drama League Awards

Am 5. Mai 2006 ging im New Yorker Marriott Marquis Hotel am Times Square die 72. Annual Drama League Awards Ceremony über die Bühne. Die Gewinner:

DISTINGUISHED PRODUCTION OF A MUSICAL
Jersey Boys

DISTINGUISHED PRODUCTION OF A PLAY
History Boys

DISTINGUISHED REVIVAL OF A MUSICAL
Sweeney Todd

DISTINGUISHED REVIVAL OF A PLAY

Awake and Sing!

“Lestat” kämpft ums Überleben

Wie “United Press International” berichtet, steht es schlecht um “Lestat”, das neue Musical von Elton John und Bernie Taupin. Der Ticketverkauf läuft katastrophal. 50.000 Dollar Einnahmen pro Tag sind genau um 40.000 Dollar zu wenig, um profitabel arbeiten zu können.
Warner Bros. plant nun eine TV-Kampagne, um die schwer angeschlagene Show zu retten. Broadway-Insider sehen den letzten Vorhang für “Lestat” jedoch noch vor den Tony Awards am 11. Juni kommen.
Die Auslastung der Show vor der Premiere lag bei rund 85 Prozent. In der Woche nach den verheerenden Kritiken stürzte man auf 70 Prozent. Alles andere als ein baldiges Aus der Show wäre ein kleines Wunder. Rezensionen wie jene der Village Voice scheinen Elton John seinen ersten Broadway-Flop zu bescheren:

Schlock and Awe: A potential weapon against terrorists: Bloodsuckers who sing by Michael Feingold
Our government has invaded and destroyed Iraq, and is now casting its hawkish eye on Iran. Before we nuke Tehran, I’d like to propose an alternative target: I think our armies should invade and destroy Lestat, the new musical based on Anne Rice’s vampire novels. Saddam Hussein was unquestionably an oppressor, but he can’t have been as oppressive as two and a half hours of Lestat. The Palace Theatre, with its long history of glamorous, crowd-pleasing entertainments, is the wrong venue, this show should play Abu Ghraib or Guantà¡namo. The first act alone would induce the most hardened terrorist to confess.
Even granting the appeal (lost on me) of Rice’s wheezily verbose novels, squeezing all their complications into one draggy evening of subliterate pop-rock oatmeal is a notion only an entertainment conglomerate could love. The concept of vampires as mother-fixated homophile men with philosophic pretensions, which the show toys with in a thoroughly confusing peekaboo manner, doesn’t help either. If Sir Elton and his team had really wanted to write a musical about the walking dead, they should have made them all upper-echelon Warner executives. For performers like Hugh Panaro, Carolee Carmello, Jim Stanek, and Roderick Hill, who sing their devoted lungs out trying to make this garishly inert sucker fly, I have only sympathy. Why the excruciatingly inept actor who plays Armand has been told to use a Jose Jimenez accent is beyond my comprehension. Hello, Defense Department? Get me Secretary Rumsfeld, please. And start sharpening our stakes.

Kurier-Online: Relaunch “ohne Kultur”

Heute groß in der Printausgabe des KURIER beworben: der neue Online-KURIER. Auch beim Relaunch des KURIER-Online-Angebots bleibt eines auf der Strecke: die Kultur. “Nachrichten”, “Sport”, “Freizeit”, Interaktiv” und “Service” wurden als Hauptkategorien eingerichtet, das war’s. Schade, und auch ein völlig unlogisches Konzept, geradezu klassisch konsumentenunfreundlich. Per Klickmarathon zu Theaterkritiken, falls online überhaupt verfügbar? Wirtschaftsnews? Nach wie vor beispielgebend: derStandard.at.

10 Jahre “Rent”

Am 29. April 1996 feierte das Jonathan Larson-Musical “Rent” im New Yorker Nederlander Theatre seine Broadway-Premiere. In den Hauptrollen: Taye Diggs, Wilson Jermaine Heredia, Jesse L. Martin, Idina Menzel, Adam Pascal, Anthony Rapp, Daphne Rubin-Vega, Fredi Walker, Gilles Chiasson, Rodney Hicks, Kristen Lee Kelly, Aiko Nakasone, Timothy Britten Parker, Gwen Stewart und Byron Utley.
Bis heute sind rund 4.100 Vorstellungen über die Bühne gegangen, Jonathan Larson, der wenige Wochen vor der Premiere starb, wurde posthum für “Rent” mit dem Pulitzer-Preis und 4 Tonys, darunter in der Kategorie “Best Musical”, ausgezeichnet.
Am 24. April 2006 ging ein Anniversary-Konzert mit der Original-Cast über die Bühne. Ausschnitte aus dieser Show und Interviews mit einigen der legendären Rent-Performer gibt es auf BroadwayWorld TV.

Wien: Volkstheater goes Musical

Es hat sich herumgesprochen. Wenn ein Theater ausverkaufte Vorstellungen braucht, dann gibt es da so ein klitzekleines Wundermittel, das mit Sicherheit wirkt. Die Volksoper schwört seit Jahrzehnten drauf, das Volkstheater wirft sich im März 2007 eine ganz große Portion davon ein: MUSICAL heißt die Wunderdroge, die das Publikum anlockt, Stimmung in die Bude zaubert, Bühnentürln einen ganz neuen Sinn verleiht, die Homepageindustrie zum Erblühen bringt, die Kassen klingeln lässt und der Häme der Kritiker Zucker gibt. Angaben aus den Ankündigungen des Volkstheaters:

Cabaret
Musical
Buch von Joe Masteroff
nach dem Stück Ich bin eine Kamera von John van Druten
und Erzählungen von Christopher Isherwood
Musik von John Kander
Gesangstexte von Fred Ebb
Deutsch von Robert Gilbert
in der reduzierten Orchesterfassung von Chris Walker
Premiere: 11. März 2007

Da ist der Kit Kat Klub im Berlin der Weimarer Republik - ein etwas zwielichtiges Cabaret mit pomadisiertem Confà©rencier, der sein Publikum in drei Sprachen begrüßt: Willkommen, Bienvenue,Welcome …
Da ist der amerikanische Nachwuchsschriftsteller Cliff Bradshaw im Zug von Paris nach Berlin, der eine seltsame Begegnung mit einem übertrieben zuvorkommenden Deutschen hat, der ihm in Berlin Tür und Tor öffnet.
Da ist Sally Bowles, eine englische Sängerin, flatterhaft und liebenswert,leicht exzentrisch und auf ihre Karriere bedacht, die im Kit Kat Klub auftritt und sich in Cliff verliebt.
Und da ist das politische Klima in Deutschland, der Vormarsch der braunen Horden und Hakenkreuze.
Die brutale Gefährlichkeit des Naziterrors greift immer mehr um sich. Ein Tanz auf dem Vulkan. The show must go on. Sally Bowles bleibt in Berlin, im Cabaret. Sie hat sich für ihre Karriere entschieden. Cliff fährt nach Paris zurück. Die private Show ist zu Ende.
Das Musical basiert auf Christopher Isherwoods Episodenroman Goodbye to Berlin aus dem Jahr 1939, in dem collagenhaft die politische und moralische Auflösung Deutschlands, das dekadente Lebensgefühl der sterbenden Republik, die hektische Betriebsamkeit und die politische Ahnungslosigkeit der Menschen kurz vor der Machtübernahme Hitlers geschildert werden.
Für die Musicalfassung orientierten sich die Autoren an den Bühnenwerken Brechts und Weills.

Regie: Michael Schottenberg
Bühne: Hans Kudlich
Kostüme: Erika Navas

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