Martin Bruny am Dienstag, den
14. Juni 2011 um 23:04 · gespeichert in Musical, Wien
Frage: Ich bin auf einem Forum auf einen Beitrag gestoßen der kritisiert, dass, hier im Speziellen die VBW, seit einigen Jahren die Dernià¨re nicht zum öffentlichen Verkauf freigeben. Begründet würde dies Laut dem Posting damit dass die Dernià¨re für die Künstler und deren Familien sei. Weiters wurde angemerkt dass sich aber viele “Promis” dort tummeln die vermutlich für ihre Karte nichts zahlen mussten, und das finden einige unfair, die sich um die regulären Preise Karten kaufen würden. Dass dann auch noch Wartelisten schlampig geführt würden und die Verteilung der Karten erst 2 Wochen davor erfolgen würde, setzte dem noch laut Verfasser die Krone auf. Was hältst du von dieser Handhabe der Situation und dem Umgang mit treuen Fans?
Michael Kunze: Da ich keinen Einblick habe in die Kartenvergabe bei derartigen Events, kann ich dazu direkt auch nicht Stellung nehmen. Ich bin immer dafür, möglichst viele Tickets zum freien Verkauf zu geben - schon deshalb, weil die an wirklich interessierte Besucher gehen. Freikartenbesucher sind kein gutes Publikum. [Storyarchitekt]
Großen Eindruck hat bei vielen Zusehern der diesjährigen Tony Awards beispielsweise die Schlussnummer hinterlassen. Sie wurde von Lin-Maunel Miranda (”In The Heights”) während der Live-Übertragung getextet und von Tony-Präsentator Neil Patrick Harris “gerappt”. Der Text:
We straightened things out in the opening number, Ellen Barkin and John Benjamin Hickey took home awards for their hilarious performances in THE NORMAL HEART.
Daniel Radcliffe kicked some butt, and we were so elated
Even Voldemort was sad he wasn’t nominated
Norbert Leo Butz sang and danced and tried to catch ya, comin’ atcha,
Chasing Trey and Casey ‘cause they nabbed a Tony statue
Commencing in the Chattanooga station
From the grand imagination of the Kander-Ebb collaboration
It takes a lot for a recipient to humble me
But everybody cried for gorgeous Nikki James, the bumblebee
Andrew Rannells sang «I Believe†and he landed it
So well now he’s Mitt Romney’s V.P. candidate
All across the country, from the north and to the south
They’re saying Brooke’s a hottie with a crazy potty mouth
John Larroquette brought an eloquent mood to the room
I’m still imagining him at home in his Fruit-of-the-Looms
SPIDER-MAN and Mary-Jane gave us perspective here
They sang a ballad, we didn’t need protective gear
Patina Miller nun sang «Raise Your Voice†with cheer
And MEMPHIS is relentless, they’re performing every year
THE NORMAL HEART won, Larry Kramer made us weep
And WAR HORSE dazzled us with a theatrical sweep
Sutton Foster never lost her knack
For talking smack
And tapping a full-on assault attack
I’m awesome, Hugh Jackman, take that
Go ahead and roll the credits if you need to
I’m out of control, I’m on a roll, this is my Tonys speed-through
ANYTHING GOES took the best revival prize in stride
We didn’t see it, we were singing «Side By Side By Side.â€
McDormand loves her job, Sutton Foster won again
Paul Shaffer sang and suddenly it started raining men
Mark Rylance runs at fences, he’s won the Tony twice
That guy can do it all, his follow-up is «Fanny Bryce.â€
Norbert Butz and MORMON swept the floor,
Won even more awards than WAR HORSE
Par for the course,
Someone get a car for the horse
And in the final analysis, what survives tonight?
Theater, because it’s what we live, we’re changing some lives tonight
And theater thrives because we live to give it, so to speak
This ain’t reality TV, this is eight shows a week
Every chorus member that you saw tonight tappin’
Had to make miracles happen
For a chance to see you clappin’
And applauding in the audience. What’s next? Who knows?
Anything goes. Now go see a motherfucking Broadway show.
Thank you, good night.
Martin Bruny am Dienstag, den
14. Juni 2011 um 02:14 · gespeichert in Absurditäten
In neun Kategorien konnte das Musical “The Book of Mormon” bei den diesjährigen Tony-Awards Preise gewinnen, in vierzehn Kategorien war die Show nominiert.
Erste Reaktion der Produzenten: Sie erhöhten die Ticketpreise. Das teuerste Ticket in der Non-Premium-Kategorie kostet nun 155 Dollar. Eine Erhöhung um 13 Dollar.
Noch schöner wirds in der Thanksgiving-Woche, da kosten die teuersten Non-Premium-Tickets dann 175 Dollar. Sitze in der Mitte des Saales kosten 182 Dollar und werden nur paarweise verkauft.
Premium-Tickets kosten 302 Dollar unter der Woche und 352 Dollar von Freitag bis Sonntag.
Es ist, das ist Fakt und steht nicht zur Diskussion, Abzocke wie bei Mel Brooks’ “The Producers”. Brooks erhöhte die Ticketpreise allerdings nur um 9 Dollar. “The Book of Mormon” toppte dieses Abzockspiel.
Martin Bruny am Montag, den
13. Juni 2011 um 05:02 · gespeichert in Musical, Awards
In der Nacht vom 12. zum 13. Juni 2011 gingen die diesjährigen Tony Awards im New Yorker Beacon Theatre über die Bühne. Wie erwartet, konnte sich die Show “The Book of Mormon” als eindeutiger Sieger im Musicalbereich der Awards durchsetzen. 14 Nominierungen erbrachten insgesamt 9 Tony Awards für die Show. Als “bestes Revival” ausgezeichnet, konnte “Anything Goes” insgesamt 3 Tonys abstauben.
Wer waren die Verlierer dieser Verleihung, die gänzlich leer ausgingen:
- “The Scottsboro Boys (12 Nominierungen, kein Tony Award)
- “Sister Act (5 Nominierungen, kein Tony Award)
- “Women on the Verge of a Nervous Breakdown” (3 Nominierungen, kein Tony Award)
- “Bloody Bloody Andrew Jackson” (2 Nominierungen, kein Tony Award)
- “Baby It’s You” (1 Nominierung, kein Tony Award)
- “The People in the Picture” (1 Nominierung, kein Tony Award)
Die Gewinner des diesjährigen Tony Awards:
The Book of Mormon (14 Nominierungen, 9 Tonys Awards)
- Best Musical
- Best Book of a Musical: Trey Parker, Robert Lopez, Matt Stone
- Best Original Score (Music and/or Lyrics) Written for the Theatre: Trey Parker, Robert Lopez and Matt Stone
- Best Orchestrations: Larry Hochman, Stephen Oremus
- Best Direction of a Musical: Casey Nicholaw, Trey Parker
- Best Scenic Design of a Musical: Scott Pask
- Best Sound Design of a Musical: Brian Ronan
- Best Lighting Design of a Musical: Brian MacDevitt
- Best Performance by an Actress in a Featured Role in a Musical: Nikki M. James
Anything Goes (9 Nominierungen, 3 Tony Awards)
- Best Revival of a Musical
- Best Choreography: Kathleen Marshall
- Best Performance by an Actress in a Leading Role in a Musical: Sutton Foster
Catch Me if You Can (4 Nominierungen, 1 Tony Award)
- Best Performance by an Actor in a Leading Role in a Musical: Norbert Leo Butz
How to Succeed in Business Without Really Trying (8 Nominierungen, 1 Tony Award)
- Best Performance by an Actor in a Featured Role in a Musical: John Larroquette
Priscilla Queen of the Desert: The Musical (2 Nominierungen, 1 Tony Award)
- Best Costume Design of a Musical: Tim Chappel, Lizzy Gardiner
Martin Bruny am Sonntag, den
12. Juni 2011 um 11:47 · gespeichert in Theater
Die Website “Theatre Monkey”, ein “Independent Inside Guide to London Theatre and Concert Venues”, bietet als einen Service detaillierte Beschreibungen, wie man in den einzelnen Londoner Theatern von bestimmten Sitzen aus sieht, hört, welchen Störfaktoren man ausgeliefert ist, welche Vorteile bestimmte Sitze bieten. “Best Seat Info” nennt sich die Rubrik, jeder Leser der Website, jeder Theaterbesucher ist eingeladen, durch seine eigenen Erlebnisse diese Datenbank der Eindrücke auszubauen.
Für Wiener Theater gibt es ein derartiges Projekt nicht. Ein Eindruck von einem Besuch des Musicals “Tanz der Vampire” gestern Abend, Wien, Ronacher: Platz 1, Loge 29, 1. Rang. Kategorie 3, Preis: 89 Euro. Soundmäßig ist dieser Sitz bestenfalls, aber wirklich bestenfalls Kategorie 5. Man versteht schwer, was auf der Bühne gesprochen wird, die Gesangsparts kommen sehr leise im Soundbrei zum Teil gebrochen an, extrem viele Bässe, kaum Höhen, man hat den Eindruck, dass man sich das akustische Erlebnis selbst mühsam zusammenstückeln muss. Das macht das Erlebnis ziemlich anstrengend. Sicht: bestenfalls Kategorie 4, ein Großteil des rechten Bühnenbereichs ist nicht einsehbar. Der Vorteil des Sitzes: Man ist nah am Geschehen dran und hat freie Sicht auf den Dirigenten, wenn man das möchte. Fazit: Kategorie 3 dürfte der Platz nie und nimmer sein. Eine Abstufung auf Kategorie 4 wäre notwendig. Im Musiktheater sollte man Musik auch halbwegs hören und genießen können.
Martin Bruny am Freitag, den
10. Juni 2011 um 12:13 · gespeichert in Absurditäten
Die Oberösterreichischen Nachrichten berichten über das Linzer Musiktheater, das im April 2013 eröffnet werden soll. Leider steht zu befürchten, dass die Akustik in diesem Theater ein Graus wird, jedenfalls wenn man das folgende Zitat näher durchdenkt:
Tontechniker Robert Doppler will endlich einen Linzer Theaterraum optimal beschallen. So oft musste er sich für die miserable Akustik im Großen Haus entschuldigen. Sein Minimalziel sind »die akustischen Standards des Raimundtheaters und des Ronacher in Wien”.
Ausgerechnet das Ronacher als Qualitätsstandard, ein Haus, das einen Sound hat wie ein Bahnhof? Ein Haus, das in keiner Reihe optimal klingt? Ein Haus, das im 2. Rang eigentlich den Besuchern Schmerzengeld zahlen müsste, statt Eintritt zu verlangen?
Martin Bruny am Freitag, den
10. Juni 2011 um 09:49 · gespeichert in Absurditäten
Als würde es kein anderes Thema geben, bringt der ORF gebetsmühlenartig alle paar Monate das Thema Musicalsubventionen ins Gespräch und macht sich damit zum verlängerten Arm einer eingeschworenen politischen Opposition.
Es sitzen immer nur wenige Menschen an den entscheidenden Stellen, die für die Themenauswahl verantwortlich sind. Wie wärs mit einem Feature über den Background und die Beweggründe jener Redakteure, die sich diesem Thema, das einen Neuigkeitswert wie ein “Österreich” von heute morgen hat, widmen.
Wer also die neuesten Erkenntnisse des ORF dazu hören möchte: –> hier gehts zum “Kulturjournal”: Thema “Wie viel Geld brauchen Musicals”.
Nächstes Thema vielleicht: Wie viel Fett braucht a ordentliche Wurscht oder Wie deppat muas a Voitrottel sein?
Martin Bruny am Freitag, den
10. Juni 2011 um 09:15 · gespeichert in Ausbildung
Der Fernsehsender W 24 war bei der Aufnahmeaudition der Wiener Musicalschule Performing Center Austria für das kommende Ausbildungsjahr mit dabei. Nun ist eine rund zwölfminütige Doku über diese Audition online. Zu sehen sind nicht nur Szenen des Castings, sondern auch Interviews mit Barbara Schmid, einer Absolventin des PCA, und Lukas Perman, der seine Ausbildung an der Konservatorium Wien Privatuniversität absolviert hat. Beide spielen derzeit am Wiener Ronacher in “Tanz der Vampire”.
Martin Bruny am Freitag, den
10. Juni 2011 um 08:43 · gespeichert in Musical, Deutschland
Keine Ruhe mehr scheint Bischof Heinz Josef Algermissen aus Fulda zu finden. Brachte er seine Meinung schon vor einiger Zeit recht deutlich auf den Punkt (siehe –> hier), legt er nun in einem Interview mit Osthessen-TV noch deutlicher nach:
Es ist ein dummer, saudummer literarischer Stoff. Und dass man das jetzt so hier in Fulda grade, nur weil da so ein paar Seiten in Fulda spielen, aus diesem Roman, uraufführt, in Fulda uraufführt, ist eine Geschmacksfrage. Es ist eine frivole Geschichte, die so nicht stattgefunden hat. Das wissen Historiker allesamt, und sie wird trotzdem aufgeführt. Und manche Leute, die die Glaubenssubstanz verloren haben, glauben das dann. Das ärgert mich natürlich. Hätten wir mit gläubigen Menschen allesamt zu tun, dann würd ich sagen, lasst es doch laufen. Vielleicht freuen sich viele nur an der Musik, aber der Stoff ist Unsinn.
Die Musik, hab ich noch nicht gehört, kann ganz schön sein, der Stoff ist ein frivoler Unsinn.