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Archiv - September, 2007

Max Reinhardt Seminar: Romeo und Julia ballroom aspects (Premiere)

3. Oktober 2007
20:00bis22:00

“Romeo und Julia” ballroom aspects
3. und 4. Oktober 2007

nach William Shakespeare
Übersetzung: Erich Fried
Regie: Steffen Jäger
Bühnenbild: Sabine Freude - Choreographie: Anja Kolmanics
Kostümbild: Aleksandra Kica - Komposition: Christian Friedrich
Es spielen: Nikolaus Barton, Sophia Freynhofer,
Anne Grabowski, Sebastian Graf, Gustav Koenigs,
Lisa Mies, Stefanie Philipps

RegiestudentInnenproduktion des
Max Reinhardt Seminars in Kooperation
mit dem Mozarteum Salzburg

Informationen und Kartenbestellungen unter:
Tel.: +43 1 71155-2802
und an der Abendkassa
Zeit & Ort der Veranstaltung
03. Okt. von 20:00 bis 22:00
Arenabühne
Penzingerstraße 9
1140 Wien

Am Max Reinhardt Seminar wird Shakespeares Liebestragödie
in einen barocken Festsaal verlagert. Das Verona der Inszenierung
ist vom Bandenkrieg zerfressen, ein düsterer Ort, in dem sich
alte Männer schlachten, eine lebensfeindliche Welt,
aus der ein Paar von Liebenden entspringt.
Zwischen Mafia und Drogensumpf, zwischenFamilienhierarchie
und Jugendkult eröffnet sich für Romeo und Julia ein Drahtseilakt,
ein Hürdenlauf, an dessen Ende sie sich in den Selbstmord treiben -
getrieben werden. Julia ist erst vierzehn Jahre alt und kennt
am Anfang des Stückes nur den Elfenbeinturm, in dem ihre Eltern sie
halten. Romeo hadert mit seiner Existenz in diesen blutigen
Zeiten und hofft, seine Erlösung in der Liebe, in der Verschmelzung zu finden.
Alle Figuren suchen Lebensfähigkeit und Identität inmitten von Wut und Zerstörung.

Broadway: 4-1=3 - Keine Broadway-Premiere für “Lone Star Love”

Der Musicalherbst am Broadway wird immer schwächer - rein quantitativ betrachtet. Drei potentielle Long-runs (”The Little Mermaid”, “Lone Star Love” und “Young Frankenstein”) und ein Weihnachts-Musical (”Dr. Seuss’ How the Grinch Stole Christmas! The Musical”) sollten Premiere feiern, nun hat sich eine Show vorzeitig verabschiedet. “Lone Star Love” schmeisst das Handtuch nach schlechten Kritiken beim Try-out in Seattle.

So schreibt beispielsweise der “Seattle Post-Intelligencer” über die Show:

As a display of bits and pieces, “Lone Star Love” is sharp. As a musical comedy, it’s dull. “LSL” is at the 5th Avenue Musical Theatre before opening on Broadway. But, truly, this pokey, moseying production — more an old-fashioned operetta than a contemporary musical — is not right for $110-a-ticket Manhattan.

Die “Seattle Times” schreibt:

The whole shebang now lasts 2 hours and 45 minutes. And that’s just too much love, Lone Star or not.

6,5 Millionen Dollar haben die Produzenten in die Show investiert, am 3. Dezember 2007 hätte die Show im Belasco Theatre starten sollen. Wann und ob die Geldgeber nun eine Broadway-Premiere wagen, ist offen. Jedenfalls nicht im Herbst 2007.

Konzert-Café “Schmid Hansl”: Wien im ROSENstolz (Eröffnungskonzert)

4. Oktober 2007
20:00bis22:00

Tausend Rosen! Abgesänge auf das Wienerlied gibt es zahlreiche. Oft wurde das Wienerlied verschmäht, ja sogar totgesagt. Raunzen ist fixer Bestandteil der Wiener Seele. Tausend Rosen! Das Wienerlied lebt weiter. Unverdrossen. Bereits zum siebenten Mal versammeln sich beim Schmid Hansl daher auch heuer alle, die in der (Wiener) Szene Rang und Namen haben. Von 4. bis 27. Oktober lassen sie beim gleichnamigen Festival „Wien im Rosenstolz“ erblühen. Eine Uraufführung, zwei Geheimtipps, drei neue Programme und viele schräge Töne sind kräftige Lebenszeichen. Was dennoch nicht fehlen darf: Ein bisserl Melancholie, ein bisserl Grant, ein bisserl trunkene Verliebtheit. Tausend Rosen! Das g’hört dazu. Mit Augenzwinkern allerdings. Das ironische Spiel mit der Tradition, um in der Zukunft zu retten, was noch zu retten ist, liegt dem Wiener im Blut. Umso mehr den Protagonisten dieses Wienerlied-Festivals, allen voran den beiden Wienerlied-Erneuerern, dem „alten Jazzer“ Karl Hodina und dem philosophischen Extremschrammler Roland Neuwirth.

Links
- Wien im Rosenstolz

Kulttour: Showblock der Vereinigten Bühnen Wien

Seit dem 21. September läuft “Kulttour”, das Kulturfestival der Wien Holding, das in der nächsten Woche auch ein paar Musicalevents bringt.

So präsentieren die Vereinigten Bühnen Wien beispielsweise am kommenden Mittwoch, dem 26. September um 15 Uhr im Festzelt vor dem Rathaus bei freiem Eintritt einen ca. 20-minütigen Showblock mit Highlights aus dem Musical “Rebecca”. Mit dabei sind Uwe Kröger, Wietske van Tongeren, Susan Rigvava-Dumas, Kerstin Ibald und Carsten Lepper.

Weiters gibt es für je eine Vorstellung von “High School Musical” und “Rebecca” Ermäßigungen von 50 Prozent. Einen Überblick über die einzelnen Angebote bietet wien.gv.at.

Cenario: Ansichtssache Reloaded

10. Oktober 2007
20:00bis22:00

Ansichtssache Reloaded

Hannes Muik und Caroline Frank mit eigenen Liedern und Texten über die großen Themen im Leben Liebe, Tod und was Zorros und Prinzessinnen damit zu tun haben.
10. Oktober 07 / 20.00 Uhr
www.cenario.at
Tiefer Graben 22, 1010 Wien

“Die Weberischen”: Von der “musikalischen Komödie” zur “Oper”

Medien haben es nicht leicht. Und wenn man es schon nicht leicht hat, dann kann man es sich doch wenigstens ein wengerl leichter machen. Also: Das Burgtheater macht “Theater”, die Staatsoper macht “Oper”, die Vereinigten Bühnen Wien machen “Musical” - na geht doch. Freilich nicht immer. Die Vereinigten Bühnen Wien haben beispielsweise ihre Produktion “Die Weberischen” jedenfalls nie als “Musical” bezeichnet. Die genaue Bezeichnung lautete “Musikalische Komödie”, ab und an auch “Bänkelsang”. Von den Medien freilich wurde die RonacherMobile-Show, die am 28. August 2006 im Wiener Museumsquartier ihre Premiere feierte, fast durchgehend als “Musical” rezipiert. Nicht etwa, weil sie auch nur die geringste Ähnlichkeit hatte mit dem, was man gemeinhin als Musical bezeichnen würde, sondern vermutlich einfach deswegen, weil die Vereinigten Bühnen Wien als Produzenten fungierten.

Nun übernimmt die Wiener Volksoper das Stück 2008 in ihr Repertoire, und, nicht vergessen —- volksOPER —-, schwupps mutieren “Die Weberischen” in der Berichterstattung am gloriosen 20. September 2007 zum ersten Mal zu einer Opernproduktion. So notiert der Standard in seinem Artikel “ORF 2008: Sex and the Küniglberg”:

Am 1. Oktober startet das vierteljährliche Büchermagazin “les.art”. Ansonsten viel Oper: Ring des Nibelungen, Romeo und Julia, Idomeneo, Die Weberischen.

Die Weberischen

Arena Wien: Rufus Wainwright

23. November 2007
20:00bis22:00

Rufus Wainwright live im Großen Saal der Wiener Arena, 19:00 Uhr (Einlass), Beginn der Show: 20 Uhr

Pressetext
Mit “Release the Stars”, seinem fünften Album in einer Dekade, gelingt es Rufus Wainwright, diejenige Intimität auf Platte zu bannen, die er seit jeher mit seiner Musik anstrebt. Dazu vollbringt er es, seine klangliche Palette auf ein völlig neues Terrain zu hieven. Er hat die Messlatte seit seinem “Want Two” (2004) noch ein gutes Stück höher gelegt. Ja, es wirkt fast schon so, als stünde er mit diesem Album plötzlich mitten in der Metropolitan Opera von New York City, nur um während einer ausverkauften Vorstellung (sagen wir, “Aida”!) Intimitäten auszutauschen, die allerdings alle Anwesenden mithören dürfen. Das Album zerberstet förmlich vor ausgefallenen Klängen, und doch sind sie alle perfekt zu einem Teppich verknüpft, auf dem Wainwright seine Performance als Kommentator, Bekenner und Hauptdarsteller präsentieren kann.
www.rufuswainwright.com

Karten sind auf www.musicticket.at, im Musicticket-Shop (Skodagasse 25, 1080 Wien), bei Ö-Ticket (01/96096 oder www.oeticket.com), in allen Filialen der Bank Austria, Ermäßigung für Bank Austria Club-Mitglieder unter www.clubticket.at, www.megacard.at, (01/24924) oder (050505-15) sowie bei wienXtra-Jugendinfo (01/1799 und www.wienxtra.at) erhältlich.

Karten außerdem erhältlich bei Ticket Online unter www.ticketonline.at oder telefonisch 01/88 0 88 und in allen TO Vertriebsstellen.

Theater Längenfeldgasse: Maya Hakvoort - In my Life (Premiere)

12. Oktober 2007
19:30bis22:00

Maya Hakvoort - IN MY LIFE
PREMIERE des neuen Soloprogrammes am Freitag, 12.10.2007

Zusatzveranstaltung am 13.10.2007: Theater Längenfeldgasse, Längenfeldgasse 13 - 15, 1120 Wien

Pressetext
Endlich ist es da! Die beliebte Sängerin und Musical-Star Maya Hakvoort präsentiert ihr neues Soloprogramm. Nach großen Erfolgen in Europa und Japan wandelt Maya Hakvoort nun zum zweiten Mal auf Solopfaden - mit dem persönlichsten und intimsten Programm, das sie je geschrieben hat. Premiere ihrer neuen Show “In My Life” ist am 12. Oktober 2007 im Theater Längenfeldgasse in Wien. “In My Life” ist ein Streifzug durch Maya Hakvoorts Leben mit persönlichen Geschichten über ihre musikalischen Wurzeln und Inspirationen. Das Programm enthält vor allem aber Lieder, die sie durch ihr Leben begleitet haben und zeigt auch die humorvolle Seite der Künstlerin. Erleben Sie einen bunten und abwechslungsreichen Abend! Tatkräftige Unterstützung bekommt Maya Hakvoort von Aaron Wonesch am Klavier und von Stefan Huber bei der Regie. Für die Kreation der Outfits zeichnet Star-Designer Thang de Hoo verantwortlich.

Tickets

Wiener Stadthalle: Carmen Cubana, a latin pop opera

Am 13. September 2007 feierte das Musical “Carmen Cubana” in der Halle F der Wiener Stadthalle als Tourproduktion seine Wien-Premiere.

In Anlehnung an die Novelle von Prosper Mérimée und Georges Bizets Oper erzählt das Stück die Geschichte der verführerischen Carmen, projiziert die ursprünglich in Sevilla spielende Handlung jedoch auf Kuba und den US-Stützpunkt Guantánamo.
1994 versuchen mehr als 30.000 Kubaner, mit Booten nach Miami zu flüchten. Unter ihnen ist Carmen, die in Amerika als Sängerin Karriere machen will. Das Floß mit ihr und ihrer Familie kentert, sie werden von amerikanischen Soldaten verhaftet und mit anderen Flüchtlingen nach Guantánamo gebracht. Dort verführt sie den schüchternen Soldaten Joe (bei Bizet José), der ihr schließlich aus Liebe zur Flucht verhilft. Zurück auf Kuba verlässt Carmen Joe und lässt sich mit dem Pop-Sänger Escamillo ein, um ihren Traum von der großen Bühne, Berühmtheit und Luxus zu verwirklichen.

“Carmen Cubana” überzeugt am meisten, wenn Bühnenpersönlichkeiten wie Walter Reynolds (Lilas Pastia), Alvin Le-Bass (Sergeant Cooper) oder Dennis Le Gree (Rum) performen. Nehmen wir als Beispiel das groovige “Nothing is for free”, gesungen von Dennis Le Gree - ein Highlight von “Carmen Cubana”. In solchen Momenten hebt das Musical ab und erreicht Qualitäten einer perfekten R’n'B-Show. Hier verlassen sich Beat For Feat auf ihre wahre Stärke: auf das Redesign von Grooves & Sounds. Musterbeispiel für gutes Redesign: “L’amour est un oiseau rebelle”, die berühmte Arie aus Georges Bizets “Carmen”, die auf einer der populärsten Habaneras, “El arreglito”, beruht. Für ein paar Sekunden bauen Beat For Feet da eine Rhythmussequenz ein, die den Weg hätte weisen können und zeigt, was alles möglich gewesen wäre, um dann zwar in eine gute groovige Version einzumünden, aber letztlich doch eher konventionelle Neubearbeitung. “Habanera” hätte etwas wirklich Großartiges werden können innerhalb von “Carmen Cubana”, so ist immer noch ein stimmiges Redesign herausgekommen.

Carmen Cubana

Nicht immer ganz glücklich sind die Versuche geraten, opernhafte Elemente in diese Latin Pop Opera zu flechten. Weder hat Lana Gordon in dieser Hinsicht bestechende Qualitäten, noch passen gesynthesizerte Violinverwaberungen in den dominierenden Latin Rhythm Sound von “Carmen Cubana”. Das könnte man schon machen, aber dann müssten echte Streicher her und eine andere Carmen, die auch klassisch geschult ist. In diesen Passagen klingt Gordon seltsam dünn. Manche Zitate aus Bizets “Carmen” sind nett gemeint, aber letztlich im Rahmen des Gebotenenen dann doch eher Schnickschnack. Musterbeispiel: “Lena”, eine schöne, groovige Nummer, ein wenig im Earth, Wind & Fire-Stil, die kein “Carmen”-Zitat nötig gehabt hätte. Keine schlechte Idee wäre es übrigens gewesen, anzumerken, welche Songs tatsächlich neu für die Show geschrieben beziehungsweise welche Zitate für die einzelnen Songs verwendet wurden. Ein idealer Platz für diese Infos wäre das Programmheft gewesen.

Punkten kann “Carmen Cubana” vor allem auch mit Balladen, selbst wenn diese teilweise zu sehr zu Whitney-Houston-Soundalikes gestaltet wurden. “The Rose Song”, gesungen vom souveränen Rob Fowler, hat seine Qualitäten ebenso wie “If I had to do it all again”, sehr schön von Lana Gordon interpretiert, auch wenn man hier Whitney Houston fast schon mitsingen hört.

Carmen Cubana

Der größte Minuspunkt der Produktion sind die Dialoge. Wenn man die Darsteller bei den in englischer Sprache performten Songs besser versteht als bei den in deutscher Sprache gesprochenen Dialogen, ist etwas schiefgegangen. Es wirkt manchmal so, als würden die Musicalsänger nicht einmal wissen, was die Worte, die sie aufsagen, bedeuten. Sie betonen falsch, haben eine völlig kervehrte Satzmelodie und rauben sich selbst auf diese Weise jeglichen dramatischen Effekt. So wirkt “Carmen Cubana” in den Dialogszenen manchmal wie eine Schüleraufführung. Schade. Das “burst out in song”-Phänomen wird hier in ein “burst out in dialogue”-Phänomen transferiert. Vielleicht hätte man ein bisschen radikaler sein müssen und eine gänzlich englischsprachige Version produzieren sollen. Wenn dann noch, wie in der Schlussszene, die Regie danebengreift, hat das Konsequenzen. Joe ersticht Carmen, ohne dass diese Szene tatsächlich effektvoll gestaltet wurde. Fast hat man den Eindruck, dass sich Regisseurin Kim Duddy an diesem tragischen Ende vorbeischwindeln wollte, um die gute Laune nicht zu massakrieren. Ein paar Sekunden später ist die Show auch schon vorbei und das Publikum ratlos, bis dann eine schmissige Zugabe den Showkarren wieder auf Touren bringt.

Hervorragend und mitreißend die Tanzszenen, bei denen Kim Duddy in ihrer Funktion als Choreographin ihre Qualitäten voll ausspielen kann. Man spürt die Energie des Ensembles, und das könnte theoretisch sogar ansteckend sein, allerdings sind wir in Wien, und da sitzt man doch eher auf seinem Sesselchen und schaut anderen beim Tanz zu. Aus dem Tanzensemble hervorstechend: José Wanderley. Er ist in den meisten Szenen purer Tanz, wie man es sehr selten erlebt. Sprühend im Ausdruck und äußerst präzise, ein Ausnahmetalent. Am Schluss hält es an doch niemanden in den Sitzen: Standing Ovations!

Carmen Cubana

Für eine Tourproduktion sind die Kulissen sehr ordentlich und multifunktional ausgefallen, Andrew Follers Lichtdesign sorgt für viel Abwechslung und interessante Nuancen.

“Carmen Cubana” ist in der Halle F der Wiener Stadthalle zu sehen. Die Halle F dient seit Anfang 2006 als Alternativlocation zur großen Halle D der Wiener Stadthalle. Bietet die Halle D bis zu maximal 16.000 Besuchern Platz, hat man in der Halle F für rund 2000 Zuschauer eine Showbühne geschaffen, die wenig bekanntere Pop- und Rock-Acts heutzutage füllen können. Sicher ist diese Halle auch für Musicals geeignet, allein man müsste zwei Dinge beachten. Der Ton müsste besser ausgesteuert werden. Wie, ist mir als Konsument egal. Von einer modernen Halle erwarte ich mir, dass der Sound glasklar ist und nicht schlechter als im Happel-Stadion. Ich möchte keinen Hall bei Sprechszenen und keine Trommelfellverletzung bei den Songs (insofern enthalte ich mich beim Sounddesigner von “Carmen Cubana”, Andreas Frei, der Stimme).
Zweitens müsste die Ticketpreisgestaltung adaptiert werden. Sowohl die ganz rechte als auch die ganz linke Tribüne sind zumindest in den ersten Reihen Positionen mit Sichtbehinderung. Diese Plätze der teuersten Kategorie zuzuordnen, ist fahrlässig. Man hat in den ersten Reihen eine “Säule” vor sich, und wenn man Pech hat, einen Fotografen, der tatsächlich glaubt, direkt an der Bühne stehen zu müssen. Das ist, mit Verlaub, eine Zumutung, vor allem, wenn man weiß, welche Anweisungen Fotografen erhalten. Sitzt man ganz rechts beziehungsweise ganz links, hat man auch keine Möglichkeit, die ganze Tiefe der Bühne zu erfassen. Man nimmt also alles bruchstückhaft auf. Da müssen sich die Verantwortlichen sicher mal Gedanken machen, ob das Sinn macht, den vollen Preis abzukassieren.

Carmen Cubana

Fazit: Alle, die bei Tourproduktionen normalerweise mit allergischen Reaktionen zu kämpfen haben und die eine oder andere dieser Shows schon mal fluchtartig verlassen haben, können sich an “Carmen Cubana” vielleicht kurieren. Das Level ist recht hoch, die Darsteller zwar keine Household Names, aber immer für eine Überraschung gut. Und, was nicht unwesentlich ist: Nach all den Dramen, die man in Wiener Musicals oft geboten bekommt, ist man am Ende dieser Show mit Sicherheit besser gelaunt als am Anfang.

Carmen Cubana - a latin pop opera
Nach der Novelle von Prosper Mérimée und der Oper „Carmen“ von George Bizet

Kreativteam
Buch: Kim Duddy
Musik: Martin Gellner & Werner Stranka
Regie & Choreographie: Kim Duddy
Musikalische Leitung Martin Gellner & Werner Stranka / Beat 4 Feet
Dt. Buch: Mike Majzen
Bühne: Walter Vogelweider
Kostüme: Robert Schwaighofer
Lichtdesign: Andrew Voller
Tondesign: Andreas Frei
Produzent: Peter Fröstl / mc events & musicpromotions Gmbh
Produktionsleitung: Ulrike Bruckner / mc events & musicpromotions Gmbh

Cast
Carmen: Lana Gordon
Joe: Rob Fowler
Escamillo: Ruben Heerenveen
Lilas Pastia: Walter Reynolds
Francesca: Kudra Owens
Mercedes: Jacqueline Braun
Rum: Dennis Le Gree
Sergeant Cooper: Alvin Le-Bass
Morales: Pehton Quirante
Chuck: Steven Seale
Sam: Dominik Hofbauer
Jimmy: Andras Simonffy
Gabriella: Kenia Bernal Gonzales
Rum’s Girl: Michelle Marier
Rum’s Girl: Karen Henry
Rum’s Girl: Ines Hengl-Pirker
Rum’s Girl/Dance Captain: Lorna Dawson
Alicia: Laura Fernandez
Margarite: Carla Weissmann
Cousin Carlos: Brian Carmack
Juan: Hugo Cortes
Barato: Jose Wanderley

Band
Gitarre: Martin Gellner (Musical Director), Ariel Ramirez, Pedro Tagliani
Bass: Peter Schönbauer, Mathias Petereit
Keyboards: Martin Payr, Bernie Eder
Drums: Shayan Fathi, Florian Holoubek

Broadway-Herbst 2007: Sprechtheater dominiert

Es wird ein quantitativ schwacher Broadway-Musicalherbst werden. Fast scheint es so, als wollte sich niemand mit dem “jungen Frankenstein” und der “kleinen Meerjungfrau” anlegen. In Ruhe mal abwarten, wie sie sich machen, lautet wohl die Devise. Nur vier Musicalpoduktionen gehen bis 31. Januar 2008 an den Start:

“Young Frankenstein” startet am 8. November im Hilton Theatre, und wenn man Berichten Glauben schenken mag, dann könnte Mel Brooks wieder ein Hit gelingen. Megan Mullally, Sutton Foster, Fred Applegate, Roger Bart und Shuler Hensley sind die Stars dieser Show. Am 10. September 2007 startete um 10 Uhr morgens der Vorverkauf im Hilton Theatre, und zu diesem Zeitpunkt warteten schon 150 bis 200 Leute darauf, ihre Tickets kaufen zu können. Ein paar hatten gar vor dem Theater übernachtet.

“The Little Mermaid” geht am 6. December im Lunt Fontanne Theatre ins Rennen. Alan Menken und Glen Slater steuerten zu dieser Show, die auf dem gleichnamigen Film beruht, 11 brandneue Nummern bei, Newcomer Sierra Boggess spielt Ariel, die kleine Meerjungfrau. In weiteren Rollen: Sean Palmer und Sherie Rene Scott. Francesca Zambello führt Regie.

Aber vielleicht sind es nicht diese “programmierten” Blockbuster, die sich durchsetzen werden.

Mit “Lone Star Love” geht am 3. Dezember im Belasco Theatre ein Außenseiter ins Rennen, den man nicht unterschätzen sollte. “Lone Star Love” ist die Übertragung von Shakespeares “Die lustigen Weiber von Windsor” ins Texas zur Zeit des Sezessionskriegs (1861-1865). In den Hauptrollen: Broadwaystar Robert Cuccioli (”Jekyll & Hyde”, “On the Twentieth Century”, “Les Misérables”), Hollywoodstar Randy Quaid (”Brokeback Mountain”, “Hard Rain”, “Texasville”, “Fool For Love”, “Midnight Express”, “The Last Picture Show”), Broadwaystar Dee Hoty (”Footloose”, “The Best Little Whorehouse Goes Public”, “The Will Rogers Follies”).

Ein sicherer Hit für die Weihnachtszeit ist “Dr. Seuss’ How the Grinch Stole Christmas! The Musical”, das von 9. November bis 6. Januar 2008 im St. James Theatre bis zu 15 Mal die Woche zu sehen ist.

Diesen vier Musicalproduktionen stehen 15 Sprechtheaterpremieren gegenüber. Eine kurze Auflistung liest sich wie folgt:

Premieren
“Mauritius,” Okt. 4
“Rock ‘n’ Roll,” Nov. 4
“The Farnsworth Invention,” Nov. 14
“The Seafarer,” Nov. 15
“August: Osage County,” Nov. 20
“Is He Dead?” Nov. 29
“The 39 Steps,” Jan. 10
“November,” Jan. 17

Revivals
“The Ritz,” Okt. 11
“Pygmalion,” Okt. 18
“A Bronx Tale,” Okt. 25
“Cyrano de Bergerac,” Nov. 1
“Cymbeline,” Dez. 2
“The Homecoming,” Dez. 9
“Come Back, Little Sheba,” Jan. 24

Wer musicalmäßig längerfristig vorplanen möchte, kann sich den 17. Septemer 2008 vormerken. Die Plakate am Broadway kündigen schon jetzt eine große Premiere an: “Billy Elliot”, das Musical von Elton John und Lee Hall, startet an diesem Tag im Imperial Theatre.

Links:
- New York Daily News
- msnbc.com

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