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Archiv - Juli, 2009

Lachhaft: Wie Stephen Kings US-Verleger Wucherpreise argumentiert

“Under the Dome” ist der Titel des neuesten Werks von Bestsellerautor Stephen King, das am 10. November 2009 in den USA veröffentlicht wird.

Um neben den Millionen noch ein paar Extradollar abzustauben, überlegte sich Kings Verleger “Simon & Schuster” eine ganz besondere Strategie: Veröffentlichen wir doch für die “Fans” eine Special Edition und verlangen wir doch mal dafür ne Stange Geld, sagen wir 200 Dollar (statt 20,95 Dollar).

Die Special Edition wird in einer Auflage von 1500 Exemplaren gefahren, das ergibt insgesamt einen Betrag von rund 300.000 Dollar. Den Gewinn daraus teilen sich Verlag und Autor.

So weit, so gut. Gegen die Profitgier kann man nicht viel argumentieren. Im Musicalbereich sind Veranstalter auch sehr innovativ geworden und verkaufen seit ein paar Jahren die besten Plätze des Hauses um völlig überteuerte Spezialpreise, und erst jüngst hat man in dieser “Jenseits von Gut und Böse”-Kategorie am Broadway noch eine weitere eingeführt: Die mittigsten Plätze im Saal, na, da kann man doch glatt nochmal was draufschlagen.

Was aber gar nicht geht, ist Folgendes. Um ihren 200-Dollar-Preis zu argumentieren, gab Susan Moldow von Simon & Schuster zu Protokoll:

This is fighting back against the disappearance of the book as an object.

Und das, liebe Frau Moldow, ist wohl das lächerlichste, was man bei einer Buchveröffentlichung eines Autors wie Stephen King sagen konnte.

Link
The Wall Street Journal: Stephen King’s Newest Book “Under the Dome”: The $200 Edition

„Gustav Klimt“ – die Sommerfestspiele Gutenstein, ein Erlebnis

Ich bin ja kein großer Freund von dem, was man “Sommertheater” nennt. Nicht, weil die Produktionen unbedingt so schlecht wären, nein nein, das Ganze findet nur eben meistens im - Sommer statt, bei Sonne, hohen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit … all das begeistert viele “Sommermenschen”, und als deren genaues Gegenteil wäre ich ganz bestimmt ein begeisterter Besucher aller Wintertheater, nur gibt es da nicht allzu viel, was man direkt mit dem, was man so allgemein als “Sommertheater” bezeichnet, vergleichen könnte. Ein sogenanntes “Wintertheater” existiert zwar tatsächlich, beispielsweise das “Wintertheater Freilichtbühne Herdringen”, aber viel mehr davon müsste es geben. Ein Thrillermusical im verschneiten Prater, das wärs doch, oder eine verzweifelte Vampirliebe in den Katakomben Wiens?

Wie auch immer, glückliche Umstände und ein rasanter Autolenker (Gutenstein-Wien in 34 Minuten!) verhalfen mir dieser Tage zu einem Besuch der “Festspiele Gutenstein”, wo seit dem 2. Juli und noch bis 9. August gespielt wird. Im nun zweiten Jahr dieser neuen Festspiele, die die “Raimundspiele Gutenstein” abgelöst haben, steht wie im Vorjahr (”Tutanchamun”) eine Uraufführung” auf dem Programm, nämlich “Gustav Klimt”.

Gutenstein, das ist bemerkenswert, kann mit bekannten Namen aufwarten: André Bauer (”Gustav Klimt”), Lucius Wolter (”Franz Matsch”), Harald Tauber (”Kolo Moser”, “Alter Professor”), Thomas Smolej (”Ernst Klimt”, Ensemble), Sabine Neibersch (”Emilie Flöge”), Barbara Obermeier (”Helene Flöge”), Lisa Habermann (”Mizzi Zimmermann”, Ensemble), Dana Harbauer (”Genius”) sowie Manauela Gager, Catherine Seraphim, Stefan Bischoff und Georg Leskovich, sie alle sind im Theatergeschäft bekannte Namen, sei es auf Musical-, Kabarett- oder anderen Theaterbühnen, sei es, dass sie bereits arriviert sind oder gerade von Musical- und Schauspielschulen aus ihren Weg machen.

“Gustav Klimt”, das Musical, erzählt zum einem Gutteil die Karriere des Malers aus einer privaten Perpektive im Spiegel seiner Lebensmenschen, sei es nun sein Bruder Ernst Klimt, oder seine diversen Geliebten.

Die Malerei als eigentliches Thema eines Musicals zu nehmen, ist interessant und der spannendste Aspekt dieser Produktion, gleichzeitig aber auch relativ gewagt, vieles müsste man erklären, damit das Publikum, das nicht mit der Biographie des Künstlers vertraut ist, die Zusammenhänge versteht. Bei “Gustav Klimt” werden die Gründe, warum Klimt malte, wie er malte, entweder im Spiegel seiner Konkurrenten, Kontrahenten und Partner gezeigt oder es wird versucht, dies durch eine speziell eingeführte Kunstfigur, genannt “Genius”, zu vermitteln, auf die wir noch zu sprechen kommen.

Viele Zuschauer kommen sicher tatsächlich mit der Erwartung in die Show, etwas über die Beweggründe zu erfahren, die Klimt dazu gebracht haben, seine bekanntesten Werke zu schaffen. Ob sie diesbezüglich befriedigt die Vorstellung verlassen, ist die Frage. Woher beziehen die Besucher am Ende die Hauptinformationen über den Künstler und Menschen Klimt. Ist es die Musik, sind es die Texte und Dialoge? Vermutlich bleibt nicht viel mehr hängen als ein optischer Eindruck. Denn rein optisch hat die Show einige starke Momente. Vor allem im zweiten Akt werden Bilderlandschaften, komponiert aus den bekannten Werken Klimts, auf Vorhänge und Bühnenwände projiziert, die optisch beeindrucken. Nicht alles ist diesbezüglich geglückt, denn wie es bei Lichtspielen so ist: wo viel Licht, ist auch viel Schatten, und in den wirft man die Darsteller im zweiten Akt bei jedem Schritt, den sie aus dem sehr klein geratenen Lichtspot treten, der für sie gerade noch übrigbleibt, um nicht die Projektionsfestspiele allzu sehr zu stören. Es irritiert manchmal ein wenig, wenn ein Großteil der Darsteller fast im Halbdunkel spielt.

Ein großes Problem dieser Aufführung ist die gesprochene Sprache. Schon André Bauers erster Satz, den er im Rahmen der ihm gegebenen Möglichkeiten mit ein wenig Dialektfarbe besprüht: “Und ihr, scheißts euch net an”, zeigt die Richtung. Nämlich die falsche, in die man bei diesem Aspekt in dieser Inszenierung gegangen ist. Dialekt macht man richtig, oder man lässt es ja bleiben, denn man erreicht mit “falsch gesprochenem” Dialekt nicht nur nicht das Ziel, sondern schafft das Gegenteil: emotionale Entfremdung des Publikums vom dargestellten Charakter. Statt dass man ihn durch richtig eingesetzten Dialekt menschelnder gestaltet, skizziert man eine Kunstfigur, die durch Pseudodialekt gebrochen wird. Freilich ist die Frage, ob das Regisseur Dean Welterlen überhaupt auffallen konnte. Wie kann man nur auf die Idee kommen, André Bauer oder Lucius Wolter im Wiener Dialekt sprechen zu lassen. Das ist nicht nur fahrlässig, das ist fast schon ein bewusstes Lächerlichmachen von Darstellern, die damit vor einer nicht lösbaren Aufgabe stehen. Thomas Smolej hat es da naturgemäß etwas leichter. Der unter anderem am Wiener Simpl spielende Darsteller & Regisseur weiß, wie man mit dem gesprochenen Wort fein justieren kann. Das Simpl ist nicht zuletzt auch eine präzise Schule verschiedenster Dialektspielarten. So ist es auch kein Wunder, dass der von Smolej gespielte Ernst Klimt von den Herren am natürlichsten rüberkommt, natürlich neben einem bei “Klimt” wirklich groß aufspielenden Harald Tauber, der hier in jeder, auch der kleinsten Rolle eine glaubhafte Spiellust erkennen lässt.

Kein Mensch kann nachvollziehen, warum André Bauer zu 95 Prozent Hochdeutsch spricht und dann 5 Prozent hochdeutsch gefärbte unnatürlich wirkende Dialektfremdkörper einwirft (bei Lucius Wolter sind es vielleicht 1 bis 2 Prozent). Sicher kann man hier mit Standesunterschieden argumentieren, die man so zum Ausdruck bringen will, aber wird dieses Ziel auch erreicht? Nein, zu kopflastig wäre das gedacht und geplant.

Was die Melodien „Gustav Klimts“ betrifft, so kommt man sich bei einigen der Melodiekonstrukten Gerald Gratzers wie beim Tontaubenschießen vor. Wir haben da einige süße kleine Täubchen (Melodien, die hoch in die Luft steigen - könnten), aber wenn es so richtig ans Abheben geht, werden sie abgeknallt, und zwar in diesem Fall vom Komponisten selbst.

Bei Gratzer scheint die Regel zu gelten, dass eine Melodie nicht einfach einfach sein darf, das Prinzip aus einer einfachen Melodie mittels Steigerungen ein schönes Ganzes zu arrangieren, ist für ihn scheinbar tabu. Die meisten der Songs, beispielsweise “Entfesselt und pur”, das Duett von Genius und Gustav, haben durchaus einprägsame Refrains, aber was davor und danach abgeht, zerstört den melodischen Wohlklang und auch gleich jegliche Erinnerung an den Refrain.

Vollends werden die Melodiekonstukte bei der Figur des Genius problematisch. Genius ist in die Show integriert, um quasi die heimlichen oder wahren Beweggründe Klimts für seine Art, Kunst zu leben, durch Tanz und Lieder zum Ausdruck zu bringen. Nicht schlecht wäre es da zum Beispiel gewesen, wenn man die Chance gehabt hätte, Dana Harbauer, die diese Figur tänzerisch wunderschön verkörpert, auch akustisch zu verstehen. Geht aber nicht, weil die Tonanlage in Gutenstein entweder schlecht ist, oder aber vom Tontechnikteam (Tonmeister: Roland Milleret, Erich Fahringer, Tontechnik: Roland Tscherne, Sounddesign: Niki Neuspiel) einfach nicht richtig justiert wurde. Die Stimmen klingen hallig, bahnhofshallenmäßig, extrem schwer verständlich. Gerade bei einem solchen Stück, wo nicht alles selbsterklärend ist wie sagen wir bei ner simplen Vampir-Story, ist es wichtig, die Leute auch akustisch zu verstehen, wenn sie singen.

In Foren wurde die Theorie aufgestellt, dass man auf verschiedenen Plätzen im Zelt unterschiedlich hört. Schlecht! Das ist keine Erklärung, das ist die Beschreibung eines schlechten Istzustands. Meine Sounderlebnisse stammen aus der Gegend des Cercles, also in jener Kategorie, wo dem Theater unter dem Strich am meisten Einnahmen bleiben sollten, folglich sollte auch eine gewisse Priorität des Sounddesigns oder eben der Tontechnik in diesem Bereich liegen. Das geht, beispielsweise mit kleinen Zusatzboxen, keine Frage.

Was bei Genius aber am meisten irritiert: Die Figur ist schon an und für sich sehr abstrakt angelegt, ihr werden sehr abstrakte Texte (so verständlich) in den Mund gelegt, und sie muss beim angesprochenen Lied (”Entfesselt und pur”) teilweise (bis auf den Refrain) sehr abstrakte Melodiefetzen mit extrem hohen, verstörenden Tönen reproduzieren. Dass da das Publikum aussteigt, liegt auf der Hand. Geht man einen Schritt weiter, stellt sich grundsätzlich die Frage, was für einen Vorteil eine Figur wie Genius hat. Im Falle „Gustav Klimt“ ist sie eigentlich nur Beiwerk, zierendes und zierliches, durchaus auch bezauberndes Beiwerk, aber nicht mehr. Alle wesentlichen Beweggründe des Malers für seine entscheidenden Karriereschritte lassen sich aus den Interaktionen mit den tatsächlich existierenden Figuren des Stücks ableiten. Hätten sich die Autoren der Show stärker darauf konzentriert, im Realen zu bleiben, und nicht ins Halbmystische, Pseudopsychologische abzugleiten, hätte aus diesem Musical noch wesentlich mehr werden können. Beweggründe eines Malers so zu malen, wie er malt, das lässt sich auch in Solosongs ausdrücken, wofür muss man da mit Krampf ein ballettartiges Element in die Show einbauen?

Zurück zu Gratzers Musik. Der Komponist kann natürlich auch anders. “Leinwand und Farb”, das Duett von Ernst Klimt und Helene Flöge, ist von der Melodie her sehr einfach gebaut, angenehm zu hören - aber leider völlig nichtssagend textmäßig. “Wir verschmelzen wie Leinwand und Farb”, das wäre auch schon die Aussage gewesen, die Handlung kommt völlig zum Stillstand. Ernst Klimt heiratet also Helene Flöge. Aber wer ist Ernst Klimt, welche Bedeutung hat er? Viele Chancen, das darzustellen oder rauszufinden werden weder dem Schauspieler noch dem Publikum gegeben, wenig später liegt Ernst Klimt auch schon am Boden und stirbt kurz danach. Statt all die Bedeutung, die Ernst für Gustav gehabt hat, aus dem direkten Interagieren der zwei Darsteller abzuleiten, übernimmt zunehmend „Genius“. Damit ist auch der Drive im 1. Akt aus dem Stück, der zu einem Teil aus der dynamischen Kraft des Zusammenspiels von Smolej und Bauer entstanden ist. André Bauer versinkt in Folge ein wenig in der Routine der von ihm üblicherweise porträtierten Figuren, was so weit führt, dass man in einer Szene an Tonfall und Gestik fast meinen könnte, den Franzl aus “Elisabeth” auf der Bühne zu sehen. So kommt es dann auch, dass man in den Kritiken zur Show das übliche über André Bauer lesen konnte, was nicht ganz fair ist, weil er sehr starke Szenen hat. Die Tanzszenen des Genius jedenfalls wirken, so schön sie auch für sich sind, etwas aufgesetzt. Sieht man sich nur einzelne Szenen des Stücks beispielsweise auf YouTube an, kann man einem Interessierten, der noch nicht in der Show war, nur schwer erklären, was das alles eigentlich soll. Man bekommt es sofort mit knietief formulierten Musicalklischees zu tun.

Grassers Meisterstück für „Gustav Klimt“ ist der Song “Nur dich liebe ich wirklich”, gesungen von André Bauer – eine einfache Melodie ohne Verschnörkselungen, eine simple, liebevolle Ballade, eigentlich eine klassiche Popballade, die auch im Radio, in einem ansprechenderem Arrangement und ohne all das recht billig wirkende Synthesizer-Beiwerk, Chancen haben könnte.

Und so geht es stil- & arrangementmäßig kunterbunt zu in dieser Show. Da klingt manches fast wie für ein Esoterik-Musical hergrichtet, dann gehts wieder fast discomäßig daher, Walzer und Pop, auch völlig wirr ist die Auswahl der “Instrumente”, wobei man bei den gegebenen akustischen Verhältnissen nicht auszusagen vermag, ob bei der Herstellung des Playback-Bands auch echte Instrumente verwendet wurden oder ob alles aus der guten alten Synthiefabrik gezogen wurde.

Die Songtexte sind zum Teil banal: “Ich bin so frei, ich muss dir sagen, dass ich mich fadisier, und drum verrat ich dir, jetzt und hier, die Kunst ist in Wien ein erschlaffendes Glied”, singt Kolo Moser (Harald Tauber), und man muss in der Musicalgeschichte wohl ziemlich lange suchen, um eine noch abturnendere Metapher zu finden, abgesehen von der extremen Dichte an unnötigen Füllworten, die nur vorhanden sind, um im Takt sprechsingen zu können.

Das größte Problem vieler der Liedtexte ist die Metapherndichte und dadurch eine gewisse Unergiebigkeit an konkreten Aussagen, die man aus den Songs für den Fortgang der Handlung ableiten kann, gekoppelt mit ab und an patscherten Formulierungen, die das Ganze banaler klingen lassen, als es sein müsste. So singt Emilie (Sabine Neibersch, und wohl die ausdrucksstärkste Sängerin des Abends) in ihrem Lied “Wie kann denn Gift so süß sein”: “Wie kann ich hinsehn, wie kann ich wegsehn, was macht dieser Mann mit mir? Weg von hier … Wie die Lust ihn rafft … Wie verwerflich, schert sich nicht um Moral … Will ich auch einmal … Lieber sterb ich. Wie kann denn Gift so süß sein, will ich dieses Feuer spürn. Kann Gift süß sein, könnt ich durch ihn jeden Anstand und Würde verlieren? Will ich sie auch die Freiheit, die er sich einfach nimmt am Körper spürn. Ich will seinen Mund, seine Hände …” Ein Lied mit einem großartigen Refrain, einem nicht sehr geglückten Text und auch hier wieder mit dem Versuch, es durch kompositorische Spielereien etwas “komplizierter” zu gestalten als notwendig.

Was die Choreographien betrifft, so geht durch diese Show eine Bruchlinie. Auf der einen Seite eine durchaus gelungene Choreographie für die ballettartig in Szene gesetzte Kunstfigur Genius (auch wenn man sie grundsätzlich in Frage stellt). Auf der anderen Seite die eingestreuten Choreos für die Hauptdarsteller und das Ensemble. Gerade da merkt man, dass man nicht etwas aufzwingen sollte, was nicht natürlich wirken kann. Man hat das mit André Bauer schon einmal bei einer Musical-Christmas-Spielserie im Raimund Theater gemacht. Er musste kleine Steps zu einem Song einüben und ihn so spielerischer wirken lassen. Die erzielte Wirkung war eher “merkwürdig”. Die Steps waren da, aber es hatte etwas Aufgesetztes, Bemühtes. Das liegt nun nicht ausschließlich am Darsteller, sondern auch am Choreographen, der seine Ideen an den Fähigkeiten des Darstellers feinjustieren muss. Mitunter hat Cedric Lee Bradley Choreos entworfen, die, statt die Wirkung einer Szene zu unterstützen, Fragen aufwerfen. Beispielsweise die Eiffelturm-Szene im zweiten Akt, in der „Gustav Klimt“ einen großen künstlerischen Erfolg feiert. Er hat mit seinem Werk “Philosophie” bei der Pariser Weltausstellung eine Auszeichnung gewonnnen, und was macht er: Er turnt und verrenkt sich auf einem Gerüst, das den Eiffelturm symbolisieren soll. Dass das dennoch eine der besten Szenen des Stücks ist, liegt an den phantastischen Projektionen in dieser Szene, am Lied, denn “Oben, ganz oben” ist eine recht fetzige, fast discoorientierte schnelle Nummer und auch daran, dass Bauer den Song packend interpretiert. Das einzig Störende ist die Choreographie, die in keiner Weise unterstützend, sondern eher ablenkend wirkt.

Dass trotz all der Kritik am Ende der Show nicht das Gefühl entsteht, man habe einen sinnlosen Abend erlebt, liegt zum Teil am optischen Overkill, der im 2. Akt wohl keinen unbeeindruckt lässt, zum anderen liegt es an Darstellern wie Wolter, Bauer, Neibersch und Smolej, die Leben in ein Regiekonzept tragen, das doch ein bisschen mehr auf Wirkung hätte erarbeitet werden sollen. Auch Manuela Gager und Stefan Bischoff bringen ein wenig Schwung als Klimt-Groupies (Serena und August Lederer), letztlich behält man diverse Einzelszenen in guter Erinnerung, aber was fehlt, ist die vereinende, sichtbare Handschrift des Regisseurs, der für die vielberüchtigte Continuity hätte sorgen müssen. Er hätte beispielsweise auch einen Aspekt herausarbeiten müssen, den wohl nur die wenigsten Zuschauer überhaupt mitbekommen: Vom Beginn der Show bis zum Ende erleben wir 37 Jahre im Leben Klimts. Mögen wir doch alle so unscheinbar altern wie die Darsteller in diesem Musical.

In Zeiten wie diesen das allerwichtigste: “Gustav Klimt” ist ein Musical. Es ist keine Nummernrevue der Zillertaler Alpenspätzler oder von Jürgen Drews. Das Thema ist interessant, bei Musik, Texten und Handlung könnte man noch feilen, aber bei welcher Show kann man das nicht. Gutenstein ist bald vielleicht ein kleines niederösterreichisches Idyll, in dem die Kunstform Musical sich noch erhalten konnte, denn auch 2010 wird dort eine Uraufführung stattfinden, während wir in Wien wohl bei Harald Junkeschem Tralalala im musikalischen Gewand eines Kärntner Liedermachers schunkeln - sollen. Aber man muss nicht bei allem dabei sein!

MUSIKLISTE GUSTAV KLIMT
(die in Großbuchstaben geschriebenen Titel sind auf der ab dieser Woche erhältlichen Cast-CD zu hören)

1 OUVERTÜRE
2 „DAS SELBE WIEN – EINE NEUE WELT“ - Gustav, Franz, Ernst
3 „ENTFESSELT UND PUR“ - Genius, Gustav
4 “WIE LEINWAND UND FARB’“ - Ernst, Helene
„Gratulation der Tradition“ - Ensemble
5 „DIE KUNST IN WIEN IST WIE EIN ERSCHLAFFENDES GLIED“ - Kolo
6 „WIE KANN DENN GIFT SO SÜSS SEIN“ - Emilie
Reprise Entfesselt und pur: „Das ist nicht mehr uns’re Welt“ - Genius
7 „DEINE WELT“ - Gustav, Mizzi
8 „NUR DICH LIEBE ICH WIRKLICH“ - Gustav
9 „WIR KÖNNEN ES BESSER“ - Emilie, Helene, Gustav, Franz, Ernst, Kolo
Das Versprechen 1 – „Am Totenbett“ - Gustav, Ernst
„Der Zorn sticht in dein Herz“ - Genius
10 “WARUM NUR” – Gustav
Das Versprechen 2 – „Beim Malen“ - Gustav
11 „DER ZEIT IHRE KUNST, DER KUNST IHRE FREIHEIT“ – Gustav, Kolo, Genius, Ensemble
12 „WIE GENIAL“ - Ensemble, Gustav, Genius
13 „JA, JA“ – Serena und August Lederer
14 „SO ZU LIEBEN“ – Emilie, Helene
Was wahre Kunst ist, sagen wir! – Die Professoren
15 „NUR BEI DIR“ – Gustav, Emilie
16 „OBEN, GANZ OBEN“ - Gustav
17 „WIE EIN SCHATTEN IM NEBEL“ – Mizzi
„Was verstehst denn du von der Liebe…“ – Genius, Gustav, Emilie
18 „IM RAUSCH ALLER SINNE“ – Franz, Genius
19 „WEITER, WEITER, JETZT UND IMMER“ – Genius, Gustav, Emilie, Ernst, Franz, Mizzi.
20 „MEINE FREIHEIT WARST SCHON IMMER DU“ – Gustav, Emilie

Leading Team
Künstlerische Leitung: Ernst Neuspiel
Musik: Gerald Gratzer
Buch/Producer: Niki Neuspiel
Buch/Lyrics/ Regieassistenz: Sissi Gruber
Lyrics: Birgit Nawrata
Regie: Dean Welterlen
Choreografie: Cedric Lee Bradley
Musikalische Einstudierung: Herwig Gratzer
Bühnenbild: Edi Neversal
Kostüm: Uschi Heinzl
Maske: Monika Krestan
Lightdesign: Richard Frank

Cast
Gustav Klimt: André Bauer
Emilie Flöge: Sabine Neibersch
Helene Flöge: Barbara Obermeier
Franz Matsch: Lucius Wolter
Ernst Klimt: Thomas Smolej
Mizzi Zimmermann: Lisa Habermann
Genius: Dana Harbauer
Kolo Moser: Harald Tauber
Wilhel von Hartel: August Breininger

ENSEMBLE DAMEN
Manuela Gager
Theresa Huprich

ENSEMBLE HERREN
Stefan Bischoff

VORSTELLUNGSTERMINE
Sa. 25. Juli 19:30
So. 26. Juli 18:00 Fam.vorstlg.
Fr. 31. Juli 19:30
Sa. 01. August 19:30
So. 02. August 18:00 Fam.vorstlg.
Fr. 07. August 19:30
Sa. 08. August 19:30
So. 09. August 18:00 Fam.vorstlg.

“Frühling für Hitler” - der flickr-Fotostream des Admiralspalasts

Der Admiralspalast Berlin hat bei flickr ein Account - unter anderem gibt es da auch ein paar interessante Backstage-Fotos zu “The Producers”. Zum Fotostream gehts –> hier

David Foster/Carole Bayer Sager/Richard Page: “Thankful”

Niko Formaneks “weitwinkel.at” - Porträtfotografie & etwas mehr

Unter “weitwinkel.at” bietet Fotograf Niko Formanek nicht nur Proben aus seinem Schaffen als professioneller Fotograf, sondern auch allgemeine Infos zum Thema Fotografie, Fototipps, Links zu interessanten Beiträgen und vieles mehr.

Interessant auch beispielsweise für Schauspieler, Sänger, Darsteller im weitesten Sinne, die Sed Cards benötigen. Beispiel-Porträts gibt es auf der Site unter anderem von:

Otto Jaus –> hier
Thomas Borchert –> hier
Vincent Bueno –> hier
Lisa Antoni –> hier

“The Producers” - auch in Berlin ein Flop?

Laut “Der Westen” konnte Mel Brooks’ Musical “The Producers” trotz (wie in Wien) euphorischer Kritiken auch in Berlin letztendlich der Produzenten Erwartung nicht erfüllen.

Sonntag fiel der letzte Vorhang: Nach zwei Monaten gab Andreas Bieber gemeinsam mit dem Ensemble des Musicals „The Producers” seine letzte Vorstellung im Berliner Admiralspalast. Nach Wien zu Beginn des Jahres ist das hoch dekorierte Broadway-Stück von Mel Brooks auch in der deutschen Hauptstadt gescheitert. (…)

Zum Artikel gehts –> hier

Ein Abschlussbild zur Berliner Produktion gibt es im Fotostream des Admiralspalasts bei flickr –> hier

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Lieber Duden!

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eben den neuen Duden “Rechtschreibung, 25. Auflage (2009)” als Download erstanden. In Ihrer Anleitung zur Installation schreiben Sie:

“Nachdem Sie die Archivdatei entpackt haben, finden Sie im Verzeichnis ’software’ ein Installationspaket, das die eigentliche Software enthält. Im Verzeichnis ‘daten’ befinden sich die Wörterbuch- bzw. Lexikondaten. Der Installationsvorgang besteht aus insgesamt 2 Schritten. Als erstes wird die Office-Bibliothek installiert. Danach starten Sie das Programm und fügen den erworbenen Wörterbuch- oder Lexikontitel Ihrem Buchbestand hinzu.

Der von Ihnen angeführte Ordner “daten” ist im von Ihnen bereitgestellten Downloadpaket allerdings leer.

Jeder Versuch, ein “Buch” zu installieren, endet mit einer Fehlermeldung. Ich habe das auf 2 unabhängigen Systemen getestet.

Die Fehlermeldung: “Die Installationsdateien PC_BIB.INF und PC-BIB.INF konnten weder im Verzeichnis … noch … gefunden werden.” Dies übrigens auch, wenn ich zu jenem Ordner umleite, in dem diese beiden Dateien liegen.

Ich ersuche Sie, mir eine funktionierende Installationsanleitung zukommen zu lassen bzw. ein korrektes Downloadpaket.

Mit freundlichen Grüßen,
Martin Bruny
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Ronacher: Probenbeginn für den “Tanz der Vampire”

Foto: VBW/Alexander Ch. Wulz
Zwölf Jahre nach der Uraufführung (4. Oktober 1997) bringen die Vereinigten Bühnen Wien im Herbst 2009 Roman Polanskis Musical “Tanz der Vampire” wieder nach Wien, diesmal nicht ins Raimund Theater, sondern ins Ronacher.

Am 16. September 2009 geht’s los, die steht die Premiere der Wiener Fassung 2009 in der Regie von Cornelius Baltus am Programm.

Am 20. Juli 2009 begannen die musikalischen Proben zur Show. Intendantin Kathrin Zechner begrüßte das Ensemble, das allerdings noch nicht ganz vollzählig war, und freute sich, den Startschuss für die Proben zu geben: mit dabei unter anderem Marjan Shaki (”Sarah”), Lukas Perman (”Alfred”) und Gernot Krannner (”Professor Abronsius”). Anfang August, wenn die szenischen Proben beginnnen, stoßen dann auch “Graf Krolock” Thomas Borchert und der Rest der tanzenden Vampire dazu.

Foto: VBW/Alexander Ch. Wulz

TANZ DER VAMPIRE
Täglich außer Mittwoch um 19:30 Uhr und Sonntag um 18:00 Uhr im RONACHER, Seilerstätte 9, 1010 Wien
Infos und Tickets unter www.musicalvienna.at, www.wien-ticket.at
WT Wien Ticket +43 (1) 588 85

MIKA ist zurück mit “We Are GOLDEN”

Und wie Perez Hilton, der populärste Klatschblogger dieses Universums, schreibt, der Song “We Are GOLDEN” ist “epic. Huge. Massive. And, of course, happy!”

Zu hören gibt es den Song vorab und exklusiv als Stream –> hier

The Eternal Moonwalk

–> http://eternalmoonwalk.com/

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