Martin Bruny am Sonntag, den
6. Februar 2011 um 00:01 · gespeichert in Musical
Am 8. Juli 2011 findet im Rahmen der Sommerspiele Stockerau die Uraufführung des Gospel-Musicals “Jordan” statt. Für diese Produktion sind noch einige Solo- und Ensemblerollen (weiblich und männlich) zu besetzen.
Martin Bruny am Samstag, den
5. Februar 2011 um 23:01 · gespeichert in Theater
BÜHNE: Ulli Maier, warum sind Sie nie längere Zeit an einem Haus geblieben? Ulli Maier: Ich wusste nicht, dass es so lange Wanderjahre werden würden. Aber ich habe definitiv Schwierigkeiten mit Eheverträgen am Theater, wo du am Besetzungszettel erfährst, dass du vorkommst. Der Beruf verlangt Fluktuation, nur so komme ich auf neue Gedanken. Ich muss wissen, ob ich das Stück mag, das jeweilige Theater, ob ich Lust auf den Regisseur habe. Es ist anstrengend, es ist risikoreich und beziehungsfeindlich. Ich habe viel Zeit in Flugzeugen verbracht und die Gagen in Wohnungen gesteckt, um mir einen Anflug von Privatleben zu ermöglichen. Zur Zeit genieße ich es, in Wien zu sein. Alexander Pschill: Das hat mich sehr beeindruckt, was du gesagt hast. Ich komme mir jetzt wie ein Beamter vor, der täglich im 13A sitzt und “in die Schule” fährt. [BÜHNE Nr. 2; Februar 2011, S. 43]
PROFIL: Haben Sie eigentlich Hobbys? Gert Voss: Nein, mein Beruf ist meine Leidenschaft. So ein Aquarium daheim zu haben, um das ich mich kümmere - das kann ich mir nicht vorstellen. So etwas macht man doch nur, weil man anderswo einen Mangel hat. Man freut sich schon während der Arbeit darauf, dass man abends die Korallen im Aquarium reinigen wird. PROFIL: Ein Hobby hat man, wenn einen der Beruf nicht ausfüllt? Gert Voss: Vermute ich mal, obwohl es sicher ganz tolle Ärzte gibt, die nebenbei leidenschaftliche Briefmarkensammler sind. Aber das ist nichts für mich. [PROFIL Nr. 5, 31. Januar 2011, S. 91]
Martin Bruny am Samstag, den
5. Februar 2011 um 15:54 · gespeichert in Sprache, Absurditäten
Ein Musterbeispiel an Demagogie lieferte ÖVP-Obmann Josef Pröll dieser Tage in der Ö1-Sendung “Im Journal zu Gast”. Verteidigungsminister Norbert Darabos warf er einerseits vor, bezüglich der Infragestellung des Wehrdienstes eine »populistische Debatte auf dem Rücken der Sicherheit der Menschen in dem Land« zu treiben, andererseits meinte Pröll als Argument für einen Wehrdienst in Österreich(!) anführen zu müssen, dass die “Sicherheit Österreichs im Vordergrund” stehe. Gerade jetzt blickten alle nach Ägypten. Er spüre das, es sei ein Bedürfnis nach Sicherheit da.
Wenn in Österreich eine gewisse Politikverdrossenheit immer stärker wird, dann ist es auch auf rhetorische “Meisterleistungen” wie eben diese zurückzuführen.
Martin Bruny am Samstag, den
5. Februar 2011 um 14:57 · gespeichert in Musical
Jim Steinmans Musical “Tanz der Vampire” feiert 2011 seine Russland-Premiere. In St. Petersburg steigt im September 2011 die Premiere. Kentaur, der schon die Kostüme und das Bühnenbild für die “Tanz der Vampire”-Produktionen in Ungarn, Belgien und Wien erarbeitet hat, ist in dieser Funktion auch bei der russischen Produktion dabei.
“Tanz der Vampire” ist ab September 2011 auch in Finnland zu sehen (siehe –> hier)
In einer “Late Night Show” am 27. August 2011 (Beginn not sooo late um 20:30 Uhr) präsentieren Solisten der Produktion Highlights aus verschiedenen Musicals.
Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Weitere Infos –> hier
Musikalische Leitung: Franz Josef Breznik
Inszenierung: Robert Herzl
Bühne und Kostüme: Manfred Waba
Choreographie: Rosita Steinhauser
Besetzung
Caroline Athanasiadis / Patricia Nessy / Elisabeth Schwarz / Franziska Stanner / Julia Tiecher / Dessislava Valeva-Filipov / Nina Weiss // Beppo Binder / Franz Födinger / Chris Goetten / Robert Herzl / Gernot Kranner / Darius Merstein-MacLeod / Chris Murray / Artur Ortens / Aris Sas / Walter Schwab / Zoltan Tombor / Stephan Wapenhans / Christian Zmek
Aufführungstermine
6., 10., 19., 26. und 28. August, sowie am 2. September 2011, Beginn: 19:30 Uhr
Martin Bruny am Dienstag, den
1. Februar 2011 um 08:45 · gespeichert in Musical, Wien
Der Wiener Wohnpark Alt-Erlaa ist in Sachen Jugendmusical seit Jahren sehr engagiert. Im Februar 2011 steht mit “Crazy-Musical” die nächste Show (für Musicalfans ab acht Jahren) am WFC-Podium in Alt-Erlaa auf dem Programm.
Martin Bruny am Montag, den
31. Januar 2011 um 14:44 · gespeichert in Flicks
Er schuf Soundtracks, die Filme zum Strahlen brachten und in vielen Fällen als Meisterwerke für sich selbst standen. Blockbuster wie “Out of Africa” wurden durch seinen Score geprägt. 50 Jahre komponierte John Barry (Prendergast) Musik für Filme und wurde zu einem der stilprägendsten Künstler auf diesem Gebiet. Am 30. Januar 2011 erlag er einem Herzinfarkt.
Martin Bruny am Sonntag, den
30. Januar 2011 um 09:40 · gespeichert in Rezensionen, Theater, 2011
Wiens Off-Theater bietet derzeit eine Fülle an interessanten Shows. Eine davon: «Der Untergang des Hauses Usherâ€, eine Produktion des Schubert Theaters, die noch ein Mal, heute, am Sonntag, dem 30. Januar (Beginn: 19:30 Uhr), am Spielplan der Bühne steht (Infos zum Theater, siehe –> hier).
«The Fall of the House of Usherâ€, eine Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe, erschien erstmals 1839 in «Burton’s Gentleman’s Magazine†und 1840, nochmals überarbeitet, in der Sammlung “Tales of the Grotesque and Arabesque”.
Die Geschichte faszinierte Filmemacher und Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts gleichermaßen. Von 1928 bis 2008 entstanden nicht weniger als elf Verfilmungen, mindestens acht Vertonungen sind bekannt, darunter Werke von The Alan Parsons Project, Claude Debussy, Philip Glass oder Art Zoyd.
Das Schubert Theater zeigt eine atmosphärisch sehr dichte Sprechtheaterversion der Kurzgeschichte von Poe. Nicht nur die Bühne wird bespielt, der ganze Theatersaal ist Schauplatz, draußen vom Hof rütteln die Geister an der Tür, reißen sie auf, und bei Minusgraden wird das Grauen dann auch durch entsprechende Kälte spürbar. Schon vor Beginn des Stücks bringen pulsierende Lichter, Bühnennebel, Projektionen und Synthesizer-Sounds das Publikum in die passende düstere Stimmung.
Ann-Kristin Meivers, Linda Gondorf und Jasmin Sarah Zamani erarbeiteten für das Schubert Theater die Dramatisierung des Poe-Textes, eine stimmige Sache aus einer Serie an Monologen, sehr düster, bedrückend, Dialoge im eigentlichen Sinne gibt es in dieser Gespenstermär keine. Die Geschehnisse werden dem Zuschauer gefiltert durch die subjektive Perspektive des Erzählers geschildert, die Monologe des Roderick Usher kann man sich, wenn man möchte, ebenfalls gefiltert duch die Wahrnehmung des Erzählers vorstellen. Oder auch nicht, eine von vielen interpretierbaren Leerstellen, die sowohl die Kurzgeschichte als auch die dramatisierte Version auszeichnen - man weiß nie wirklich, was real ist.
Ein nicht unwichtiger Faktor, diese Wirkung zu unterstützen, ist die Soundkulisse, die Fabian Gräf erarbeitet hat. Düstere Klänge, Soundeffekte (Gewitter, Regen, Schreie) helfen, das unbestimmte niederdrückende Gefühl zu verstärken, das dieses Stück auszeichnet. Ein Gefühl, das Christoph Hackenberg als Erzähler beziehungsweise Jugendfreund Roderick Ushers von Sekunde 0 an stimmig nährt und pflegt, wenn er mit seiner Laterne im vom Bühennnebel erfüllten Saal sich den Weg durch den Zuschauerraum zur Bühne bahnt, und von den toten, wie leere Augenhöhlen starrenden Fenstern des Hauses Usher erzählt.
Benedikt Grawe spielt Roderick Usher, der von seinem Jugendfreund so beschrieben wird:
Sicherlich noch nie hatte sich ein Mensch in so kurzer Zeit so schrecklich verändert wie Roderick Usher! Nur mit Mühe gelang es mir, die Identität dieser gespenstischen Gestalt da vor mir mit dem Gefährten meiner Knabenjahre anzuerkennen. Doch war seine Gesichtsbildung immer schon merkwürdig gewesen, so hatte nun eine übertriebene Entwicklung genügt, das Antlitz seiner Züge derart zu verändern, dass ich nicht mal sicher wusste, ob er es wirklich war.
Was mich vor allem verblüffte, ja entsetzte, war die jetzt gespenstische Blässe der Haut; das jetzt überirdische Strahlen des Auges. Das seidige Haar hatte ein eigentümliches Wachstum entfaltet, und wie es da so seltsam wie hauchzarter Altweibersommer sein Gesicht umspielte, hatte ich Schwierigkeiten, dies arabeskenhaft verschlungene Gewebe mit dem einfachen Begriff Menschenhaar in Beziehung setzen.
Bleichgeschminkt gibt Grawe den Zustand zwischen Entrücktheit, Depression, Verwirrtheit und frostigem Erstarren seiner Figur bis hin zum völligen Wahn überzeugend. Die Inszenierung hat durchaus gewollt etwas Voyeuristisch-Sinnliches. Es geht nicht zuletzt um eine detaillierte Beschreibung des Roderick Usher, seines Geisteszustands, aber auch seines Äußeren. Er ist damit fast immer im Fokus des Geschehens, wenngleich der Erzähler ungleich mehr Text hat. Lena Sophie Lehmann als Schwester Ushers bringt ein faszinierendes zusätzliches Fünkchen Irrsinn in die Produktion. Wenn die lebendig Begrabene am Ende des Stücks aus der klirrenden Kälte barfuß in den Saal geistert, das Bühnenblut an ihren Armen, ihren Händen und in ihren Haaren dicklich glänzt, ihr Kleid blutdurchtränkt - da ist der Horror- oder Gespenstergeschichtenfan dann schon ordentlich bedient.
“Der Untergang des Hauses Usher” - eine kleine feine Produktion, die in rund einer Stunde dem Publikum wohltuendes Gruseln lehrt. Es ist Off-Theater, das mit bescheidenen Mitteln auskommen muss, aber dies durch Phantasie wettmacht. Fehlendes üppiges Bühnenbild wird durch Projektionen und ein Spiel mit dem Bühnenvorhang wettgemacht, die Kostüme sind stimmig, das Licht gespenstisch. Wohliges Gruseln ist garantiert.
Darsteller
Benedikt Grawe (Roderick Usher), Christoph Hackenberg (Erzähler), Lena Sophie Lehmann (Madeline Usher), Alexander E. Fennon (Hausarzt/Projektion)
Leading Team
Regie und Konzept: Ann-Kristin Meivers
Textfassung: Ann-Kristin Meivers
Dramaturgie: Linda Godorf/Jasmin Sarah Zamani
Musik/Sound: Fabian Gräf
Bühne: Bernard Roschitz
Kostüm/Maske/Ausstattung: Jasmin Sarah Zamani
Martin Bruny am Samstag, den
29. Januar 2011 um 21:36 · gespeichert in Musical, Wien
Alljährlich überraschen die Vereinigten Bühnen Wien mit einer neuen Variante ihrer Ticketpreisgestaltung. Die Tendenz, die sich aus den bisherigen Entwicklungen ablesen lässt, ist eine eindeutige: Das Niedrigpreissegment wurde Schritt für Schritt minimiert, der Einstiegspreis in das Theatererlebnis Musical wurde sukzessive erhöht, die Anzahl der billigeren Eintrittskarten minimiert.
Der neueste Coup: Musicalfans, die sich von ihrer Mitgliedschaft beim VBW-eigenen «Musicalclub†erhoffen, günstiger ins Theater zu kommen, werden in Zukunft als unterste Latte für einen Sitzplatz, den sie über das Restplatzkartenkontingent 30 Minuten vor der Vorstellung beziehen, statt 11 Euro nun 18 Euro bezahlen müssen.
Was hier passiert, ist nichts anderes als eine schrittweise Angleichung der österreichischen Preisstruktur beim Ticketverkauf an den deutschen. Gefördert werden Familien mit einem Family-Ticket, Schüler, Studenten, Lehrlinge und Präsenzdiener, die, zumindest laut dem derzeitigen Stand der VBW-Website nach wie vor auch ab Februar 11 Euro bezahlen werden, und schließlich gibt es auch sonst noch wie in Deutschland das, keine Ahnung, Hochseeschifffahrtsermäßigungsticket, das Valentinstagssupergeschenkticket, das Vollmondticket und was man sich noch so einfallen lassen wird.
Das Fazit bleibt: Eine weitere massivie Ticketpreiserhöhung hat stattgefunden.