Martin Bruny am Sonntag, den
4. September 2011 um 22:38 · gespeichert in Musical, Wien
Man könnte auf verschiedene Arten einen kleinen Beitrag zum Thema Sponsoring von Musicalproduktionen beginnen. Zum Beispiel könnte man anmerken, dass es Theater geben mag, die für Fensterfolien derzeit eventuell mehr Geld ausgeben als kleine Theaterprojekte wie das “Vienna Theatre Project” für ganze Produktionen (siehe –> hier).
Aber bleiben wir positiv. Das “Vienna Theatre Project” wird Anfang Oktober 2011 in Wien Jason Robert Browns Musical “The Last Five Years” auf die Bühne des Theaters Drachengasse bringen. So viel steht fest. Was nun das Set Design betrifft, die Gestaltung der Bühne, so wäre da ein Betrag von 1000 Pfund noch finanzierungsbedürftig.
In Zeiten, in denen Sponsoring-Initiativen im Internet reichlich vertreten sind, hat das Vienna Theatre Project “we fund” gewählt, um die fehlenden 1000 Pfund aufzutreiben. Jeder kann zum Sponsor werden, ab 10 Pfund (Pfund, da “we fund” in England beheimatet ist) ist man dabei, bezahlt wird via Paypal.
Um 10 Pfund bekommt man als Gegenleistung schon recht viel, nämlich “ewige Dankbarkeit”, und ist das nicht was Nettes? Wer mehr in das Unternehmen investiert, kann seinen Namen im Programmheft eindrucken lassen, und nach oben hin werden die Goodies dann natürlich immer verlockender.
Mitmachen lohnt sich. Warum es sich lohnt? Weil es vielleicht mehr Sinn macht, Musicals eigenständig und basierend auf eigener Kreativität zu verwirklichen, als zur Filiale von deutschen Billigketten zu werden. Aber das mag nur meine Meinung sein, so wie mein kleiner Beitrag auch nur ein symbolisches Zeichen ist. Würden sich noch andere Musicalbegeisterte finden, die Zeichen setzen möchten, hätte das Vienna Theatre Project sicher nichts dagegen.
Martin Bruny am Sonntag, den
4. September 2011 um 13:24 · gespeichert in Musical, Wien
Am Samstag, den 3. September 2011, fand im Wiener Ronacher die Fotoprobe von “Sister Act” statt, jenem Musical, das am 15. September Wien-Premiere feiern wird.
Gespielt wurden vier Szenen: “Fabelhaft, Baby”, “Ich mach sie kalt”, “Singt hinauf zum Himmel” und “Sonntagmorgenfieber”.
Die Fotografin Isabell Schatz war bei der Fotoprobe dabei und hat einige Aufnahmen für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt. In ihrem Blog gibts weitere Fotos und einen Bericht von der Fotoprobe und dem Shooting nach der Veranstaltung. Zum Blog von Isabell Schatz gehts –> hier.
Martin Bruny am Donnerstag, den
11. August 2011 um 16:59 · gespeichert in Musical, Wien
Im Juli 2011 ist Felix Rotholz, der Ehemann und Manager von Brigitte Neumeister, gestorben. Die beiden waren seit 1976 verheiratet und unzertrennlich. Brigitte Neumeister wird daher erst mit Anfang nächsten Jahres in die “Sister Act”-Produktion der Vereinigten Bühnen Wien einsteigen.
Bis dahin und auch bei der Premiere im September übernimmt die alternierende Erstbesetzung: Dagmar Hellberg.
Martin Bruny am Donnerstag, den
11. August 2011 um 07:44 · gespeichert in Musical, Wien
… betitelt “oe24.at” einen Artikel und schreibt über ein Musical, ein Sprechstück mit diversen anderen Elementen und eine Revue, nachzulesen –> hier. Und natürlich sind es ausschließlich Produktionen der Vereinigten Bühnen Wien. Ein Vermerk “Infomercial” fehlt übrigens, oder “Falschomercial” – denn wenn das der Musicalherbst wäre, dann Gute Nacht!
Ein Trend im Herbst und Winter 2011/12: meist völlige Ideenlosigkeit, was die Produktion neuer Stoffe betrifft: In Klagenfurt spielt man etwa “My Fair Lady” und die “West Side Story”, in Salzburg “The Sound of Music”, in Baden “Sweet Charity”, in Graz “Der Mann von La Mancha” und “Gigi”. Viel wird da nicht in die Entwicklung neuer, spannender Musicalstoffe investiert.
Wie schön, dass sich da Innsbruck mit “Shylock!” (Mai 2012) an Neues herantraut, und in Klagenfurt steht mit “King Kong” (April 2012) zumindest eine österreichische Erstaufführung auf dem Programm.
Martin Bruny am Samstag, den
30. Juli 2011 um 00:29 · gespeichert in Musical, Wien
Die Kirche scheint geradezu darüber zu jubilieren, dass Michael, der Bruder des Kardinals Christoph Schönborn, demnächst eine Wiener Musicalproduktion mit seinen schauspielerischen Fähigkeiten krönen wird. Nun berichtet auch “Der Sonntag”, die Zeitung der Erzdiözese Wien, über “Sister Act”.
Besonders entzückend die folgende Passage:
Auf die »Gretchenfrageâ€, wie er es mit der Religion habe, meint er: »Ich habe heute meine Rolle in der Franziskanerkirche geübt … Ich bin gläubig, aber nicht praktizierend.â€
Ein paar offene Punkte gibt es aber bezüglich Michael Schönborn noch zu klären. In einem Interview mit dem Magazin “News” vor einigen Wochen meinte er, er habe in den achtziger Jahren in Musicalproduktionen mitgewirkt, in einem Interview mit dem ORF einige Zeit später sagte er, er habe noch nie in einem Musical mitgewirkt. Da müsste man sich dann doch auf eine Linie einigen.
Etwas merkwürdig auch eine Passage eines Interviews mit dem KURIER vom 24. Juli 2011: Da meinte Schönborn:
Ich habe neulich bei der Probe erfahren, dass der Monsignore doch irgendwie musikalisch tätig wird, da hat es mich doch ein wenig aus der Kurve getragen. Und jetzt erinnere ich mich an meine alten Zirkustage [er war einmal ein Clown und Fakir], da besagt das Gesetz, wo auch immer man herunterfliegt, steige auf und übe, so lange, bis du es kannst.
Nunja, es ist wohl nicht gar so unüblich, dass man als Mitwirkender in einem Musical sich auch musikalisch betätigen muss, die Frage ist: Auditions? Hat man da nur das Vaterunser gecheckt? Oder wars wurscht?
In einem Beitrag, betitelt “Stop Telling Me What to Think About Your Show: A Manifesto of Love and Annoyanceâ€, beschäftigt sich die Bloggerin Laura Motto (vulgo Lucky) mit Durchsagen, die vor Beginn von Theateraufführungen über Band in den Theatersaal eingespielt werden oder auch live von der Bühne kommen.
Heutzutage ist man es ja gewohnt, dass man daran erinnert wird, sein Handy auszuschalten, ja, auszuschalten, nicht auf lautlos zu stellen – nur um dann während der Show dennoch eine nette Sitznachbarin zu haben, die einen “ganz bedeutenden” Song live per Handy “übertragen” muss, oder eine SMS nach der anderen live aus dem Theater schicken muss.
In den USA scheinen sich belehrende Durchsagen in letzter Zeit zu häufen, so beispielsweise erlebte Laura Motto eine Preview des neuen Duncan Sheik/Steven Sater-Musicals «The Nightingale” und bekam als Intro die Warnung, dass man eine Show zu sehen bekäme, die noch nicht fertig sei. Es sei nicht erwünscht, dass man darüber bloggt, tweetet oder sich anders online darüber äußert.
Motto meint dazu:
I understand the value of the preview process, and it’s our blog’s policy to play by the rules: We generally don’t post reviews until previews have ended. But besides just being a total drag, the announcements, I couldn’t help but feel, infringed on something really basic: They wrecked the magic.
Musicals, like opera, require the suspension of disbelief in ways that almost no other kind of entertainment does. Preshow lectures don’t do much to preserve that. They took me out of the moment and distracted me from the work. And there was a more sinister implication, too: That the audience is not capable of fairly judging a show on its own.
Die Frage, die Motto stellt: Wenn sie für ihr Ticket bezahlt, wer kann ihr das Recht absprechen, ihre Meinung zu äußern, egal wie und egal wo.
Wir alle kennen die ungeschriebenen Regeln, dass man eine Show nicht vor der Premiere bespricht, aber wenn es denn ohnedies ungeschriebene Regeln sind, die für Journalisten gelten, die im Auftrag für ein Medium schreiben und nicht für ihre Tickets bezahlen, wenn es denn Regeln sind, die nur die befolgen, die sie befolgen wollen, warum müssen sich dann alle derartigen Schmafu vor der Show anhören?
Und was ist so positiv an all den falschen Lobgesängen, die man oft von unmittelbar oder mittelbar Involvierten über jede besuchte Show hört, was ist so großartig an jenen entsetzlichen Lobgesängen, die sie dann in Magazine, Foren und sämtliche meinungsbildenden Online-Medien einschleusen. Ein bisschen mehr Wahrheit wäre angebracht.
Martin Bruny am Dienstag, den
19. Juli 2011 um 01:20 · gespeichert in Netz, Musical, Wien, Skurriles
In Stockerau wird derzeit das Musical “Sie spielen unser Lied” gegeben, scheinbar mit überschaubarem Publikumserfolg. Der Vorverkauf für die Mittwochvorstellung hat sich am Dienstag wie folgt bei Wien-Ticket präsentiert:
Wer also die Show sehen möchte: –> hier kann man Tickets käuflich erwerben.
Uwe Kröger wird auf Facebook vermutlich von den üblichen Fans fest gegendert und auch noch gleich zum Regisseur, nein, tschuldigung, zur RegisseurIn erklärt. (LINK) Und eine Person mag das sogar. Wunderbar?
Und zum krönenden Abschluss präsentiert sich unser aller kathweb im Impressum als dem “Web” seit 1947 angehörig. (LINK) Gratulation!
Martin Bruny am Montag, den
18. Juli 2011 um 18:09 · gespeichert in Musical, Wien
Erdacht, geplant, erledigt. Auch der Laie Schönborn ist nun zum Thema der Katholischen Presseagentur (kathweb) geworden. Ein bisserl hats ja gedauert, aber heute haben sie sich getraut.