Martin Bruny am Samstag, den
7. Juli 2007 um 11:58 · gespeichert in Wien
Das Magna Racino versucht seit einigen Jahren auch musicalartige Elemente in sein Unterhaltungsprogramm zu integrieren, so auch im Herbst 2007. Unter dem Titel “Broadway Musical Gala” finden wir folgende Beschreibung:
Eine mitreißende Show mit den besten Songs und Szenen der Broadway Musical Hits bildet den Auftakt der Herbstsaison im Magna Racino.
Ein internationales Ensemble von Sängern und Tänzern präsentiert die Ohrwürmer aus “Phantom der Oper”, “Elisabeth”, “Grease”, “Hair” und “König der Löwen”. Eine farbenfrohe Tanz- und Musikrevue für alle Liebhaber des Musicals.
Das Magna Racino bietet dem Besucher eine geniale Kombination zwischen Showevent, Dinner und Spiel. Alles in einem angenehmen Ambiente und nur 10 Autominuten von der SCS entfernt.
Die Speisen werden auf die »Themen« des jeweiligen Wochenendes abgestimmt – dazu werden erlesene Weine namhafter Winzer aus verschiedensten Anbaugebieten angeboten. Der Eintritt für das 4-gängige Menü und das Showprogramm beträgt nur € 69,–
Für Kinder unter 14 Jahren gibt es ermäßigte Karten zum Preis von € 49.
Einlass: 19.00 Uhr
Showbeginn: 20.00 Uhr
Abgesehen davon, dass kaum ein Showtitel korrekt geschrieben wird, ist “Elisabeth” alles andere als ein “Broadway”-Musical. Und selbst wenn man darüber hinwegsieht, kann man bei der Angabe “ein internationales Ensemble” schon mal nur abraten, Geld dafür auszugeben. Die Besucherklientel dürfte dieselbe sein, die im Buchhandel zwei Meter Buch für die Stellage kauft. So für eine Show zu werben, ist völlig sinnlos.
Martin Bruny am Samstag, den
7. Juli 2007 um 07:16 · gespeichert in Wien, Skurriles
Wenn es etwas gibt, was Marie Ringler, die Kultursprecherin der Grünen Wiens, ganz offensichtlich nicht ausstehen kann, dann sind es die VBW. Es muss schwer sein, als Politikerin ein Thema zu finden, das so viel Saft hergibt, wie die Vereinigten Bühnen Wien, denn Frau Ringler presst und presst und presst und wird nicht müde zu pressen. Neueste Saftkreation ist, entsprechend der Jahreszeit, der Forbidden-Work-Cocktail. Peinlich genau listet Frau Ringler auf, wann das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien arbeitet und wann nicht. Von Jänner bis Juni 2008 zum Beispiel nicht, weil da das Queen-Spektakel “We Will Rock You” gegeben wird, “Forbidden Ronacher” braucht “nur” 20 Musiker etc. Und wie schon so oft spielt Frau Ringler das heitere Zahlenspiel. Es ist noch nicht lange her, da hat sie für 2006 einen Abgang von 3,285 Millionen Euro prognostiziert. Diesmal sind es 1,2 bis 1,5 Millionen Euro, die angeblich das spazierengehende, weil arbeitslose Orchester kosten würde. Weiteres heiteres Zahlengespiel gibt es auf der Website der Tageszeitung “Die Presse”.
UPDATE/8. Juli
Mittlerweile sind auch ORF/APA/Standard auf die gut inszenierte Sommerkomödie der Wiener Grünen eingestiegen [ORF-Artikel, Standard-Artikel], und auch in der morgen erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins Profil werden die Wiener Grünen zum Halali blasen.
Martin Bruny am Dienstag, den
3. Juli 2007 um 22:37 · gespeichert in Wien
Vom 3. September bis 17. Oktober 2007 zeigt “Vienna’s English Theatre” Stephen Temperleys “Souvenir”, ein Schauspiel mit Musik, das die berührend komische Erfolgsgeschichte von Florence Foster Jenkins erzählt, einer exzentrischen Dame der feinen Gesellschaft, die im Amerika der 1930-er Jahre eine Reihe von Wohltätigkeitskonzerten gab.
Jenkins hatte ein klitzekleines Problem: Sie konnte weder einen Ton halten noch nachsingen, hielt sich aber für eine begnadete Koloratursopranistin. Obwohl ihre Darbietung der berühmtesten Arien an akustische Tortur grenzte, waren ihre Konzerte stets von vor Lachen weinenden Fans ausverkauft und gipfelten in einem Auftritt in der Carnegie Hall.
Stephen Temperleys Bühnenstück feierte am 4. Dezember 2004 im York Theatre seine Off-Broadway-Premiere und lief da bis zum 16. Januar 2005. Judy Kaye wurde für ihre schauspielerische Leistung 2005 für einen Lucille Lortel Award in der Kategorie “Outstanding Lead Actress” nominiert. Aufgrund des großen Erfolgs am Off-Broadway übersiedelte man Ende 2005 an den Broadway ins Lyceum Theatre. Am 10. November 2005 fand die Premiere statt, bis 8. Januar 2006 lief die Produktion.
“Vienna’s English Theatre” zeigt eine Produktion des Ensemble Theatre von Cincinnati. Der Vorverkauf startet am 13. August 2007.
Martin Bruny am Montag, den
25. Juni 2007 um 11:42 · gespeichert in Wien
[mygal=habsburgische]
Am 25. Juni 2007 stellte Kathrin Zechner, die Intendantin der Vereinigten Bühnen Wien, die HauptdarstellerInnen der RONACHERmobile-Produktion “Die Habsburgischen” den Medienvertretern vor. Hier eine kurze Übersicht:
- Maria Happel: Maria Theresia
- Sigrid Hauser: Putzfrau
- Delia Mayer: Marie Louise / Margarita Teresa / Johanna / Marie-Antoinette / Sophie / Elisabeth
- Alexander Wächter: Franz I / Maximilian II / Karl VI / Leopold I / Ferdinand I / Otto / Franz Joseph
- Roman Frankl: Friedrich III / Philipp II / Albrecht I / Ferdinand III / Karl V / Franz Stefan / Ottokar v. Böhmen
- Boris Eder: Maximilian I / Rudolf II / Franz II / Ferdinand II / Leopold II / Franz Karl
- Sascha O. Weis: Rudolf I / Josef II / Phlipp I / Don Carlos / Karl I
- Raphael Kübler: Rudolf IV / Matthias / Johann Parricida / Franz Joseph / Ludwig Viktor
- Zuzana Maurery: Maria Theresia (alternierend)
Die Uraufführung der »Habsburgischen« findet am 20. Oktober 2007 im MuseumsQuartier statt.
Martin Bruny am Freitag, den
22. Juni 2007 um 11:05 · gespeichert in Wien, Event-Tipps
Seit zehn Jahren sind die Vereinigten Bühnen Wien Stammgäste auf dem alljährlich stattfindenden Donauinselfest. “Best Of Musical” ist der Titel der Show, bei der die jeweiligen aktuellen Leading Ladies & Men Musicalhits von heute (und ein paar von gestern) interpretieren.
Martin Bruny am Donnerstag, den
21. Juni 2007 um 19:05 · gespeichert in Wien, TV, Castingshows
Laut APA plant ORF-General Alexander Wrabetz eine Reihe von Herbsteventprogrammen. Ein potentieller Kandidat: eine Musical-Castingshow. Zitat aus “Der Standard”:
Musical-Castingshow, eine Sänger- und Sängerinnenbewährung rund um die leichtere Muse. Die BBC-Vorlage mit Oper war dem ORF offenbar doch zu steil. RTL beginnt im Spätsommer schon wieder seine Superstarsuche, “Starmania” lässt indes aus.
Martin Bruny am Montag, den
18. Juni 2007 um 13:02 · gespeichert in Wien
Wir schreiben das Jahr 2036. Ein kleines Grüppchen von Musicalfans gibt es noch - ein ganz kleines -, das an die Eröffnung des Ronacher glaubt und sich vor dem Etablissement versammelt hat. So ungefähr muss man sich das Ausgangsszenario vorstellen, mit dem man es bei einer Neuproduktion der erfolgreichen “Ronacher mobile”-Reihe der Vereinigten Bühnen Wien unter dem Titel “Forbidden Ronacher” zu tun hat, die Ende März 2008 im Wiener Museumsquartier Premiere feiern wird. Wer die Trademark “Forbidden Musical” kennt, weiß ungefähr, was zu erwarten sein wird. Hannes Muik (Buch) und Werner Sobotka (Regie) werden, da kann man fast sicher sein, einen der musicalischen Höhepunkte des Jahres 2008 in Szene setzen, eine satirische Revue zum Ablachen.
Aber beginnen wir am Beginn. In einer Pressekonferenz ließ Kathrin Zechner, die Intendantin der Vereinigten Bühnen Wien, heute Vormittag die Pläne für die Saison 2007/08 aus dem Sack. Das Jahr 2008 beginnt mit der ersten internationalen Produktion, die Kathrin Zechner an Land ziehen konnte: “We Will Rock You”. Für ungefähr ein halbes Jahr konnte dieses Musical aus internationalen Gewässern für das Raimund Theater gefischt werden (24. Januar 2008 bis 13. Juli 2008), bereits am 6. September 2008 geht eine neue Premiere an den Start. Und nein, es ist nicht “Rudolf”, das nun schon recht lange auf seine Wien-Premiere wartet, es ist: “Rebecca”. Das Levay/Kunze-Musical ist so erfolgreich, dass man es nach einem kleinen “Sabbatical” noch einmal in Wien an den Start schickt, in die dann dritte Saison. Frank Wildhorns “Rudolf” bleibt weiter in der Pipeline und wird “Rebecca” im Raimund Theater nachfolgen.
Das Etablissement Ronacher wird am 30. Juni 2008 mit “The Producers” eröffnet. Gezeigt wird die Broadway-Fassung mit allem Pomp und Gloria. Mel Brooks selbst wird in der heißen Phase der Premierenvermarktung dabei sein. Intendantin Kathrin Zechner ist sich des Risikos bewusst, das sie mit dieser Show eingeht, aber sie kann auf die Zustimmung eines Mannes zählen, der leider nicht mehr unter uns weilt, aber die Wiener Seele so gut wie kein anderer einzuschätzen wusste: Gerhard Bronner. Die Verträge mit ihm als Übersetzer waren so gut wie unter Dach und Fach, als er völlig unerwartet Anfang 2007 starb. Bei allen Zweifeln also, die man angesichts des Themas haben könnte, kann man auch einfach mal auf die Einschätzung Bronners vertrauen.
Ein ganz besonderes Highlight gibt es noch 2007. Unter dem Titel “Musical Forever” ist am 19. Dezember eine große Orchestergala zum 20-Jahr-Jubiläum des Orchesters der Vereinigten Bühnen Wien angesagt. 40 Mann an den Instrumenten und internationale Musicalsänger werden im Museumsquartier (Halle E) Hits und Balladen aus den letzten 20 Jahren interpretieren.
Auslastungszahlen:
Tanz der Vampire - Musical in Concert: 99,8 Prozent
Jesus Christ Superstar - Musical in Concert: 99,6 Prozent
Rebecca: 98,4 Prozent
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Auslandsproduktionen:
Elisabeth:
Japan: TOHO seit Februar 1996
Ungarn: Operettenhaus Budapest seit 1. Januar 2003
Mozart!:
Ungarn: Operettenhaus Budapest seit 22. März 2003
Japan: Imperial Theater Tokio (Toho) 19. November 2007 bis 25. Dezember 2007
Tanz der Vampire:
Deutschland: Theater des Westens seit 10. Dezember 2006
Ungarn: Pesti Hungarian Theatre Budapest: ab 30. Juni 2007
Belgien: Antwerpen, Gent 2008/09
Niederlande: 2008/09
Rudolf:
Ungarn: Operettenhaus Budapest seit 26. Mai 2006
Szeged Festival: 9. bis 12. August 2008
Martin Bruny am Donnerstag, den
14. Juni 2007 um 01:37 · gespeichert in Wien, TV, Skurriles
Aus und vorbei ist es mit der ORF-Serie “Mitten im 8en”, über der seit Wochen die Mediengeier reiherten. Eine Säule der ORF-Reform wurde also abgesäbelt, nun geht es aber munter weiter. So ist in der Tageszeitung “Die Presse” zu lesen:
Fragt man Strobl nach eventuellen Personalkonsequenzen nach »MiA«, sagt er: »Lesen Sie einmal ein Managementbuch – wäre das so, dann würde kein Mensch mehr eine Entscheidung treffen.« Dennoch wird im ORF-Umfeld schon von einem baldigen Abgang Lorenz’ gemunkelt.
Sägen an Lorenz’ Sessel
Dem ORF-Gesetz nach kann die Absetzung eines Direktors allerdings nur vom Generaldirektor initiiert werden – und braucht dann noch die einfache Mehrheit im Stiftungsrat. Bisher ist das erst einmal passiert, im Herbst 1993, als Ernst Wolfram Marboe vom damaligen Generalintendanten Gerd Bacher abberufen wurde. Als mögliche Nachfolgerin für Lorenz käme unter Umständen Musical-Intendantin Kathrin Zechner in Frage, hört man. (”Die Presse”, Print-Ausgabe, 14.06.2007)
Martin Bruny am Mittwoch, den
13. Juni 2007 um 12:38 · gespeichert in Wien, Skurriles
Ein Treff des Uwe Kröger Fanclub jüngst im Hotel Wimberger sorgt für eine (kleine) (sehr kleine) Schlagzeile in der österreichischen Zeitschrift “Der Standard”. Thomas Rottenberg schreibt in der Rubrik “Rottenbergs Boulevard”:
Um die halbe Welt für ein Bild
Sachie Endo und Sachiko Furumoto waren eigens aus Japan angereist, um Uwe Kröger nahe zu sein
Über Fans in Fanclubs zu lästern ist einfach. Und billig. Und darum tun sich meist jene Leute beim Lästern über Fanclubmitglieder groß hervor, die sich selbst stets als coole, abgeklärte und total autonom agierende Kultur-Individualisten inszenieren. Und dabei gar nicht mitbekommen, dass sie gerade dadurch ebenfalls Mitglieder einer streng homogenen, oft monothematischen Gemeinde sind.
Uncool
Egal. Denn die Vertreter von “Cool” rümpfen zwar gern ihre elitären Nasen über Musicalstars wie Uwe Kröger und ihre treue Gefolgschaft. Sie selbst würden es aber nie schaffen, Hundertschaften von Adoranten (und -innen) Jahr für Jahr zu Fanclubtreffen aus weit weg anzulocken: Heuer - am Samstag - lud Herr Kröger zum 14. Mal zum jährlichen Fan-Treff in Wien. Unter den 230 Fans waren auch Sachie Endo und Sachiko Furumoto. Die beiden Damen waren eigens aus Japan angereist, um Kröger nahe zu sein. Dass Samstagabend im Hotel Wimberger als Motto des Abends - passend zu Krögers Rolle in “Rebecca” - “very british” vorgegeben war, wirkte da dann aber fast wie eine verschenkte Chance: Zu Krögers “Phantom der Oper”-Zeiten hatten sich die Fans schließlich in opulente Ball- und Fin-de- Sià¨cle-Roben geworfen - aber vermutlich wäre Opernball und Kröger ja eh ein bisserl viel des Guten auf einmal gewesen. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD Printausgabe, 13.6.2007)