Martin Bruny am Donnerstag, den
21. Juni 2007 um 00:39 · gespeichert in Broadway, TV, Pop
“American Idol”, die amerikanische Variante der englischen Castingshow “Pop Idol” beziehungsweise des deutschen “Deutschland sucht den Superstar”, feiert demnächst seine Off-Broadway-Premiere, und zwar als Musical.
In “Idol: The Musical” dreht sich alles um Clay Aiken, einen ehemaligen Teilnehmer von “American Idol”, der die zweite Staffel 2003 zwar nicht gewinnen konnte, dem aber als Zweitplatzierten eine Karriere sondergleichen gelungen ist. Im Jahre 2003 wurde seine Single “Bridge Over Troubled Water / This Is The Night” als bestverkaufte des Jahres mit einem Billboard Award ausgezeichnet, 2004 und 2005 folgten weitere Billboard Awards, jeweils für seine CD “Merry Christmas With Love”. 2004 wurde sie als “Best Selling Christmas Album” ausgezeichnet, 2005 als “Best Selling Christian Album”.
Einen Überblick über die Karriere von Clay Aiken bietet Wikipedia - in seinem Fall extrem ausführlich, und das hat seinen Grund. Aiken konnte durch “American Idol” eine dermaßen große, begeisterte und vor allem loyale Anhängerschaft, sprich Fans, generieren, dass der Begriff “Claymaniacs” zumindest in den USA zur Trademark avancierte. Exakt das ist auch das Thema des Musicals “Idol: The Musical”, das am 5. Juli 2007 im 45th Street Theatre mit den Previews startet. Der Inhalt der Show kurz zusammengefasst:
“There are eight of them; all belonging to the same cult-like club that meets daily in a barn that doubles as a shrine to Clay Aiken. They are actively ridiculed by the rest of Steubenville; a humiliating situation that doesn’t deter their quest for all things Clay. They are victims of A.D.D., Ritalin, their misguided obsessions and their innocent longing for their elusive ‘15 minutes.’ One of them pumps gas. One of them is home-schooled. One of them is a genius. And one of them is a basketball phenom who would rather be a Chippendales dancer. The other four have equally bizarre back-stories too complicated to tell here; but suffice it to know that the real bad-guy of the piece is a total harpy named Adrienne. She gives new meaning to the word villain. The story heats up when the mid-American leg of the ‘Idol Tour,’ starring Clay Aiken, is announced to be playing Chicago, Memphis, Louisville, Scranton, Charleston, Greensboro, Roanoke and Steubenville. Steubenville! False idols are a tricky bunch. Especially those that have lost national singing contests. Go ask Clay. I think he’ll know.”
“Idol: The Musical” wird als satirisches Musiktheaterstück angekündigt. Das Buch stammt von Bill Boland, die Musik von Jon Balcourt. Todd Ellis fungiert als Produzent der Show in Manhattan, Bill Boland übernimmt auch die Regie.
Wer nun mit dem Namen Clay Aiken gar nichts anfangen kann, findet unter dem Schlagwort “Aiken” im Kultur-Channel-Archiv eine ganze Menge an Meldungen über den Sänger, oder einfach hier klicken. Der Clip von YouTube zeigt fast schon idealtypisch, wie anders Aiken ist und wie dieses “Anderssein” frenetisch gefeiert wird. [Story]
Martin Bruny am Mittwoch, den
20. Juni 2007 um 01:04 · gespeichert in Broadway
Manchmal sind die Gesetze am Broadway ganz einfach. Bei den Tonys nix abgestaubt? Das is Pech, und aus. Jüngstes “Opfer”: “LoveMusik”, die neueste Regiearbeit von Harold Prince. Für 4 Tony Awards nominiert, keinen gewonnen. Fazit: Letzter Vorhang am 24. Juni 2007. Und wie heißt es so schön. Dereinst wird in den Geschichtsbüchern stehen: “LoveMusik: 24 Previews, 61 reguläre Vorstellungen.”
Dabei ist es eine so schöne Story, die Liebesgeschichte rund um Kurt Weill (Michael Cerveris) und seine Muse Lotte Lenya (Donna Murphy). Vielleicht ein Musical für Europa. Man wird sehen. [Story]
Martin Bruny am Dienstag, den
19. Juni 2007 um 08:45 · gespeichert in Listen, Broadway
Wie jedes Jahr veröffentlichte das Branchenfachblatt “Variety” auch in dieser Saison eine Liste der Broadway-Hits und -Flops - und jener Shows, die dazwischen liegen. Einziges Kriterium dabei: Hat die Produktion Gewinn abgeworfen oder nicht beziehungsweise war die Show ein finanzieller Verlust.
HITS
- Butley
- A Chorus Line
- A Moon For The Misbegotten
- The Vertical Hour
FLOPS
- Company
- Coram Boy
- High Fidelity
- Jay Johnson: The Two and Only
- Journey’s End
- Kiki & Herb: Alive On Broadway
- The Little Dog Laughed
- Martin Short: Fame Becomes Me
- The Pirate Queen
- The Times They Are A-Changin’
NONPROFIT:
- 110 In The Shade
- The Apple Tree
- The Coast Of Utopia
- Heartbreak House
- Losing Louie
- LoveMusik
- Translations
- Prelude To A Kiss
Martin Bruny am Montag, den
18. Juni 2007 um 13:02 · gespeichert in Wien
Wir schreiben das Jahr 2036. Ein kleines Grüppchen von Musicalfans gibt es noch - ein ganz kleines -, das an die Eröffnung des Ronacher glaubt und sich vor dem Etablissement versammelt hat. So ungefähr muss man sich das Ausgangsszenario vorstellen, mit dem man es bei einer Neuproduktion der erfolgreichen “Ronacher mobile”-Reihe der Vereinigten Bühnen Wien unter dem Titel “Forbidden Ronacher” zu tun hat, die Ende März 2008 im Wiener Museumsquartier Premiere feiern wird. Wer die Trademark “Forbidden Musical” kennt, weiß ungefähr, was zu erwarten sein wird. Hannes Muik (Buch) und Werner Sobotka (Regie) werden, da kann man fast sicher sein, einen der musicalischen Höhepunkte des Jahres 2008 in Szene setzen, eine satirische Revue zum Ablachen.
Aber beginnen wir am Beginn. In einer Pressekonferenz ließ Kathrin Zechner, die Intendantin der Vereinigten Bühnen Wien, heute Vormittag die Pläne für die Saison 2007/08 aus dem Sack. Das Jahr 2008 beginnt mit der ersten internationalen Produktion, die Kathrin Zechner an Land ziehen konnte: “We Will Rock You”. Für ungefähr ein halbes Jahr konnte dieses Musical aus internationalen Gewässern für das Raimund Theater gefischt werden (24. Januar 2008 bis 13. Juli 2008), bereits am 6. September 2008 geht eine neue Premiere an den Start. Und nein, es ist nicht “Rudolf”, das nun schon recht lange auf seine Wien-Premiere wartet, es ist: “Rebecca”. Das Levay/Kunze-Musical ist so erfolgreich, dass man es nach einem kleinen “Sabbatical” noch einmal in Wien an den Start schickt, in die dann dritte Saison. Frank Wildhorns “Rudolf” bleibt weiter in der Pipeline und wird “Rebecca” im Raimund Theater nachfolgen.
Das Etablissement Ronacher wird am 30. Juni 2008 mit “The Producers” eröffnet. Gezeigt wird die Broadway-Fassung mit allem Pomp und Gloria. Mel Brooks selbst wird in der heißen Phase der Premierenvermarktung dabei sein. Intendantin Kathrin Zechner ist sich des Risikos bewusst, das sie mit dieser Show eingeht, aber sie kann auf die Zustimmung eines Mannes zählen, der leider nicht mehr unter uns weilt, aber die Wiener Seele so gut wie kein anderer einzuschätzen wusste: Gerhard Bronner. Die Verträge mit ihm als Übersetzer waren so gut wie unter Dach und Fach, als er völlig unerwartet Anfang 2007 starb. Bei allen Zweifeln also, die man angesichts des Themas haben könnte, kann man auch einfach mal auf die Einschätzung Bronners vertrauen.
Ein ganz besonderes Highlight gibt es noch 2007. Unter dem Titel “Musical Forever” ist am 19. Dezember eine große Orchestergala zum 20-Jahr-Jubiläum des Orchesters der Vereinigten Bühnen Wien angesagt. 40 Mann an den Instrumenten und internationale Musicalsänger werden im Museumsquartier (Halle E) Hits und Balladen aus den letzten 20 Jahren interpretieren.
Auslastungszahlen:
Tanz der Vampire - Musical in Concert: 99,8 Prozent
Jesus Christ Superstar - Musical in Concert: 99,6 Prozent
Rebecca: 98,4 Prozent
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Auslandsproduktionen:
Elisabeth:
Japan: TOHO seit Februar 1996
Ungarn: Operettenhaus Budapest seit 1. Januar 2003
Mozart!:
Ungarn: Operettenhaus Budapest seit 22. März 2003
Japan: Imperial Theater Tokio (Toho) 19. November 2007 bis 25. Dezember 2007
Tanz der Vampire:
Deutschland: Theater des Westens seit 10. Dezember 2006
Ungarn: Pesti Hungarian Theatre Budapest: ab 30. Juni 2007
Belgien: Antwerpen, Gent 2008/09
Niederlande: 2008/09
Rudolf:
Ungarn: Operettenhaus Budapest seit 26. Mai 2006
Szeged Festival: 9. bis 12. August 2008
Martin Bruny am Sonntag, den
17. Juni 2007 um 12:05 · gespeichert in Filmmusical
Schön langsam laufen die Promotionmaschinen für das Blockbuster-Projekt “Sweeney Todd” auf Hochtouren, oder lassen zumindest den Eindruck entstehen, dass es bald soweit sein könnte.
Die offizielle Website ist (noch nicht wirklich) online und bietet zusammenfassend vorläufig mal einen Überblick über Kreativ-Team, Cast und “Handlung”.
“SWEENEY TODD”
DreamWorks Pictures and Warner Bros. Pictures Present
A Parkes/MacDonald and Zanuck Company Production
Produced by Richard D. Zanuck, Walter F. Parkes, Laurie MacDonald, John Logan
Executive Producer Patrick McCormick
Based on the Musical by Stephen Sondheim and Hugh Wheeler
Originally Staged by Harold Prince
From an adaptation by Christopher Bond
Screenplay by John Logan
Directed by Tim Burton
CAST:
Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Alan Rickman, Timothy Spall, Jamie Campbell Bower, Jayne Wisener and Sacha Baron Cohen
SYNOPSIS:
Johnny Depp and Tim Burton join forces again in a big-screen adaptation of Stephen Sondheim’s award-winning musical thriller «Sweeney Todd.†Depp stars in the title role as a man unjustly sent to prison who vows revenge, not only for that cruel punishment, but for the devastating consequences of what happened to his wife and daughter. When he returns to reopen his barber shop, Sweeney Todd becomes the Demon Barber of Fleet Street who «shaved the heads of gentlemen who never thereafter were heard from again.†Joining Depp is Helena Bonham Carter as Mrs. Lovett, Sweeney’s amorous accomplice, who creates diabolical meat pies. The cast also includes Alan Rickman, who portrays the evil Judge Turpin, who sends Sweeney to prison and Timothy Spall as the Judge’s wicked associate Beadle Bamford and Sacha Baron Cohen is a rival barber, the flamboyant Signor Adolfo Pirelli.
“Sweeney Todd” wird in den USA im Dezember 2007 in die Kinos kommen.
Martin Bruny am Freitag, den
15. Juni 2007 um 16:21 · gespeichert in West End, Skurriles
Manchmal geht Andrew Lloyd Webber mit Geschichten an die Öffentlichkeit, die ihm zumindest einen Tony Award als “Funniest Composer around” einbringen sollten. So meldet PLAYBILL, dass Otto, Webbers sechs Monate alte Hauskatze, des Meisters Kompositionen für das Projekt “Phantom of the Opera 2″ auf dem Gewissen haben soll:
LLoyd Webber: I was trying to write some new music; Otto got into the grand piano, jumped onto the computer and destroyed the entire score for the new Phantom in one fell swoop.”
Martin Bruny am Donnerstag, den
14. Juni 2007 um 01:37 · gespeichert in Wien, TV, Skurriles
Aus und vorbei ist es mit der ORF-Serie “Mitten im 8en”, über der seit Wochen die Mediengeier reiherten. Eine Säule der ORF-Reform wurde also abgesäbelt, nun geht es aber munter weiter. So ist in der Tageszeitung “Die Presse” zu lesen:
Fragt man Strobl nach eventuellen Personalkonsequenzen nach »MiA«, sagt er: »Lesen Sie einmal ein Managementbuch – wäre das so, dann würde kein Mensch mehr eine Entscheidung treffen.« Dennoch wird im ORF-Umfeld schon von einem baldigen Abgang Lorenz’ gemunkelt.
Sägen an Lorenz’ Sessel
Dem ORF-Gesetz nach kann die Absetzung eines Direktors allerdings nur vom Generaldirektor initiiert werden – und braucht dann noch die einfache Mehrheit im Stiftungsrat. Bisher ist das erst einmal passiert, im Herbst 1993, als Ernst Wolfram Marboe vom damaligen Generalintendanten Gerd Bacher abberufen wurde. Als mögliche Nachfolgerin für Lorenz käme unter Umständen Musical-Intendantin Kathrin Zechner in Frage, hört man. (”Die Presse”, Print-Ausgabe, 14.06.2007)
Martin Bruny am Mittwoch, den
13. Juni 2007 um 12:38 · gespeichert in Wien, Skurriles
Ein Treff des Uwe Kröger Fanclub jüngst im Hotel Wimberger sorgt für eine (kleine) (sehr kleine) Schlagzeile in der österreichischen Zeitschrift “Der Standard”. Thomas Rottenberg schreibt in der Rubrik “Rottenbergs Boulevard”:
Um die halbe Welt für ein Bild
Sachie Endo und Sachiko Furumoto waren eigens aus Japan angereist, um Uwe Kröger nahe zu sein
Über Fans in Fanclubs zu lästern ist einfach. Und billig. Und darum tun sich meist jene Leute beim Lästern über Fanclubmitglieder groß hervor, die sich selbst stets als coole, abgeklärte und total autonom agierende Kultur-Individualisten inszenieren. Und dabei gar nicht mitbekommen, dass sie gerade dadurch ebenfalls Mitglieder einer streng homogenen, oft monothematischen Gemeinde sind.
Uncool
Egal. Denn die Vertreter von “Cool” rümpfen zwar gern ihre elitären Nasen über Musicalstars wie Uwe Kröger und ihre treue Gefolgschaft. Sie selbst würden es aber nie schaffen, Hundertschaften von Adoranten (und -innen) Jahr für Jahr zu Fanclubtreffen aus weit weg anzulocken: Heuer - am Samstag - lud Herr Kröger zum 14. Mal zum jährlichen Fan-Treff in Wien. Unter den 230 Fans waren auch Sachie Endo und Sachiko Furumoto. Die beiden Damen waren eigens aus Japan angereist, um Kröger nahe zu sein. Dass Samstagabend im Hotel Wimberger als Motto des Abends - passend zu Krögers Rolle in “Rebecca” - “very british” vorgegeben war, wirkte da dann aber fast wie eine verschenkte Chance: Zu Krögers “Phantom der Oper”-Zeiten hatten sich die Fans schließlich in opulente Ball- und Fin-de- Sià¨cle-Roben geworfen - aber vermutlich wäre Opernball und Kröger ja eh ein bisserl viel des Guten auf einmal gewesen. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD Printausgabe, 13.6.2007)
In der Nacht zum Montag fand in New York die diesjährige Tony-Awards-Verleihung statt. Wer waren die großen Favoriten? Zur Erinnerung eine kleine Auflistung der Shows mit den meisten Nominierungen: “Spring Awakening” (11), “The Coast of Utopia” (10), “Grey Gardens” (10), “Legally Blonde The Musical” (7), “Mary Poppins” (7), “Coram Boy” (6), “Journey’s End” (6), “110 in the Shade” (5).
Der große Sieger der diesjährigen Awards im Bereich “Musical” heißt: “Spring Awakening”. Im Wettstreit der eher konservativen Verehrer des sagen wir mal “klassischen Musicals” und der eher modern orientierten Erneuerer, die auch an einer Rockshow wie “Spring Awakening” wieder einmal Gefallen gefunden haben, hat sich das durchgesetzt, was sich nicht gar so oft durchsetzt am Great White Way, und das alles sah man in der Saison 2006/07 in “Spring Awakening” vereint.
Mit insgesamt 8 Tony Awards ist “Spring Awakening” der große Gewinner. “Grey Gardens” konnte 3 Mal punkten, daneben wurden noch “Mary Poppins”, “Curtains” und “Company” mit Tony Awards bedacht.
Martin Bruny am Sonntag, den
10. Juni 2007 um 00:29 · gespeichert in Musical, Broadway
Am 8. November 2007 geht die Premiere des Musicals “Young Frankenstein” im New Yorker Hilton Theatre über die Bühne (Start der Previews: 11. Oktober). Bereits am 7. August startet das Tryout in Seattle. Bis 1. September steht da der Junge Frankenstein auf der Bühne des Paramount Theatre.
Die Show basiert auf dem gleichnamigen Mel Brooks-Film aus dem Jahre 1974. Das Kreativ-Team setzt sich aus denselben Künstlern zusammen, die schon “The Producers” am Broadway zum Erfolg pushten:
Mel Brooks: Buch, Musik
Thomas Meehan: Buch
Susan Stroman: Regie, Choreographie
Rovin Wagner: Set Design
William Ivey Long: Kostümdesign
Peter Kaczorowski: Lichtdesign
Jonathan Deans: Sounddesign
Doug Besterman: Orchestrierung
Patrick Brady, Glen Kelly: Musikalische Leitung
Cast
Roger Bart: Dr. Frankenstein
Megan Mullally: Elizabeth
Sutton Foster: Inga
Shuler Hensley: The Monster
Christopher Fitzgerald: Igor
Fred Applegate: Inspector Kemp