Archiv - Musical
Martin Bruny am Donnerstag, den
16. Februar 2006 um 14:22 · gespeichert in Musical, Wien, Fotos

Einige wenige Schlussapplausfotos der konzertanten Mozart!-Produktion der Vereinigten Bühnen Wien sind nun als Slideshow und auch als Einzelfotos bei Flickr.com abrufbar. In den nächsten Wochen werden die Archive bei Flickr auch noch um Fotos älterer Events ergänzt.
Martin Bruny am Sonntag, den
5. Februar 2006 um 14:26 · gespeichert in West End, Musical
Am 19. Februar bereits wird für Andrew Lloyd Webbers Musical “The Woman in White” der letzte Vorhang fallen. 20 Previews, 109 Vorstellungen, so wird diese Broadway-Produktion in die Statistiken eingehen. Der Grund ist leicht erklärt: In der Woche vom 23. bis 29. Jänner 2006 war das Marquis Theatre nur zu 58 Prozent ausgelastet, was Einnahmen von weniger als 493.000 Dollar ergibt.
Ein wenig jenseits von Gut und Böse begründet Andrew Loyd Webber das Aus: “There have been performances when two or more leads have been absent due to illness. I’m not sure even The Phantom of the Opera could have survived the illnesses which have beset this wonderful company.”
So leicht hätte also das Phantom baden gehen können. Interessant eigentlich.
Martin Bruny am Sonntag, den
5. Februar 2006 um 14:25 · gespeichert in Musical, Wien, Fotos, 2006

Eigentlich würde ich ja dazu tendieren, diese Site zur mozartfreien Enklave zu erklären … Aber dann gibt es doch musicalrelevante Events mit Mozartbezug, an denen man nur schwer vorbeikommt, wenn man das denn nun überhaupt möchte. Im Falle von Mozart! Musical in Concert kam ein Vorbeischwindeln eigentlich nie in Betracht. Hat es sich denn nun ausgezahlt, Prinzipien in spe aufzugeben? Ja, uneingeschränkt ja.
Die Mozart! Musical in Concert-Premiere ging am 4. Februar 2006 als überarbeitete, condensed Version der Wiener Originalproduktion von 1999 mit Einflüssen von diversen anderen Inszenierungen über die Bühne des Wiener Raimund Theaters und, wenn man so möchte, könnte man versucht sein zu prophezeien, wird dies irgendwann mal als jene Produktion gelten, mit der Rasmus Borkowski endgültig in die Liga der Leading Men Europas aufgestiegen ist. Er präsentiert einen Mozart, der auf der einen Seite in Gestik und Mimik sogar die springlebendige Performance eines Yngve Gasoy Romdal betulich wirken lässt (ohne dessen Leistung schmälern zu wollen), andererseits beweist er in manchen Szenen eine Feinfühligkeit, die, bei aller Abgebrühtheit, die man auf den Brettern dieses Theaters schon miterleben durfte, doch bemerkenswert ist. Seine Mozart!-Interpretation hat eine Verve, die ihn erstaunlich modern, stark und filigran gleichzeitig, wirken lässt. Die Kostüme, das Bühnenlicht, all das steuert ihr Übriges bei, um keine überbordende Musicalinszenierung abrollen zu lassen - man glaubt eher durch Mozarts Gefühlswelt gebeamt zu werden. Stimmlich ist im Bereich des Feintunings noch sicher Potenzial vorhanden, aber es gibt keine Stelle in dieser Aufführung, bei der man das Gefühl haben könnte, dass Borkowski unsicher ist. Man kann sich zurücklehnen und seine Performance genießen, was nicht bei allen Darstellern an diesem Abend der Fall war.
Eine Musicalperformance, so wie ich sie gerne habe, birgt in sich irgendwann, egal wann, einen Moment des Strahlens, einen Moment, da man meint, der Raum fülle sich mit Licht, mit der ganz besonderen Kraft, Darstellungskraft, Witz, Humor, unglaublichen Variationen in Gesang oder Ausdruck. Ein schönes Beispiel dafür bietet Carin Filipcic. Ihr “Gold von den Sternen” war nach einer eher blassen Performance von Harald Tauber so, als hätte jemand im Theater das Licht angeknipst, und dankbar feierte das Publikum ihr Solo mit dem stärksten und längsten Szenenapplaus - der Showstopper des Abends.
Andrà© Bauer, langjährig gedienter Elisabeth-Franzl erweckt in manchen Momenten den Eindruck, als würde er noch einmal mit seiner Sisi sprechen; Gestik, Mimik, wirken ab und an ein wenig zu deckungsgleich mit seiner Franzl-Performance. Wie auch immer, da steht ein Sänger auf der Bühne mit einer wunderbaren Stimme, und stünde mehr Einspielzeit zur Verfügung, so würde auch mehr an Eigenprofil rausspringen.
Jana Stelley legt ihre Rolle ein wenig zu Lolita-like an, so nimmt man ihr die Constanze in “Irgendwo wird immer getanzt” nicht so recht ab, ihr Duett mit Borkowski “Dich kennen heisst Dich lieben” allerdings wird zu einem der darstellerischen Highlights des Abends, leider ein wenig getrübt durch stimmliche Unsicherheiten bei Jana.
Dennis Kozeluh bietet eine pointierte, witzige Performance, immer am Punkt, im Rahmen dieser kleinen Rolle perfekt.
Uwe Kröger ist die Diva, der STAR des Abends, seine schauspielerische Leistung ist top, die Rolle des Colloredo wusste er schon immer sehr bühnenwirksam zu gestalten, daran hat sich auch in dieser Inszenierung nichts geändert. Die Szenen mit Borkowski sind vom Feinsten und voller Spannung.
Caroline Vasicek gibt ein da capo ihrer Interpretation von 1999, leider gibt die Rolle einfach nach wie vor und eher noch stärker zu wenig her, um wirklich beeindrucken zu können. In weiteren Rollen ein starkes Ensemble: Jacqueline Braun (Cäcilia Weber), Ines Hengl-Pirker (Aloysia Weber), Carmen Wiederstein (Josepha Weber), Tina Schöltzke (Sophie Weber), Oliver Mülich (Fridolin Weber); weiters: Lisette Groot, Kerstin Ibald, Noud Hell, Karsten Kammeier und Roman Straka.
Es spielt das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien unter der musikalischen Leitung von Caspar Richter. Regie & Adaption der Originalchoreographie: Doris-Marie Marlis; Kostüme: Yan Tax; Produktionsleitung: Robert Wann; Inspizienz: Hubert Auinger
Martin Bruny am Sonntag, den
5. Februar 2006 um 14:24 · gespeichert in Musical, Wien
Fast jeder von uns liebt es, sich von freudigen Ereignissen Andenken mitzunehmen, je persönlicher, desto besser, besser desto. Nichts eignet sich da mehr als zum Beispiel nette Fotos. Man zeigt die Fotos gerne Freunden, Bekannten, macht diesen wiederum Lust, das auf den Fotos Gesehene auch zu erleben … worauf ich hinauswill: Wenn Theaterunternehmen es verbieten, beim Schlussapplaus zu fotografieren, verderben sie nicht nur einem begeisterten Publikum das letzte Quentchen Freude, nämlich die Freude an einer ganz persönlichen Erinnerung, sie nehmen vielmehr auch sich selbst die Chance, an kostenlose Werbung zu kommen. Jeder Zuschauer, der ein Foto am Ende der Vorstellung knipsen möchte, ist für das Theater ein potentieller kostenloser Werbeträger. Zeigt man Freunden Fotos, sehen Freunde die Begeisterung auf den Fotos, ist der Impuls, Vorstellungen zu buchen, noch viel größer, als wenn man ihnen bloß den Nachmittagskaffee aus einem “Joseph”-Häferl serviert.
Was teilweise in den Theatern abgeht, ist sagenhaft. Da laufen aufgeschreckte Ordner wie wild durcheinander und blenden das Publikum mit ihren Taschenlampen, nur um jeden Schnappschuss zu verhindern. Auf rüde Art und Weise werden Touristen aufgefordert, ihre Filme abzugeben, Speicherchips zu löschen. Wozu? Dass es auch anders geht, hat bis zuletzt das Theater an der Wien bewiesen. Ein Grund mehr, diesem schönen Musicalhaus nachzutrauern.
Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass das Theater an der Wien wieder in ein Musicalhaus umgewidmet werden muss.
Martin Bruny am Freitag, den
3. Februar 2006 um 11:19 · gespeichert in Musical, Theater, 2006

Vom 27. Januar bis 2. Februar 2006 stand das Konservatorium Wien ganz im Zeichen karibischer Rhythmen. Als deutschsprachige Erstaufführung (deutsche Übersetzung: Johannes Glück) wurde “Once On This Island” gegeben – ein Tanzmusical, basierend auf dem Roman “My love, my love: Or The Peasant Girl” von Rosa Guy. 1990 feierten Lynn Ahrens und Stephen Flaherty (”Lucky Stiff”, “Ragtime”, “Seussical”, “A Man Of No Importance”) mit dieser karibischen Musicalversion von Hans Christian Andersens Märchen von der kleinen Seejungfrau ihren ersten großen Broadway-Erfolg (8 Tony-Nominierungen, 1 Drama Desk Award-Nominierung und der Theatre World Award für die Darstellerin LaChanze). Im New Yorker Booth Theatre stand die Show vom 2. Oktober 1990 bis 1. Dezember 1991 am Spielplan und brachte es auf insgesamt 19 Previews und 469 reguläre Aufführungen.
“Once On This Island” läuft auf zwei Handlungsebenen ab. Auf der kleinen karibischen Insel “Juwel der Antillen” tobt ein Sturm. Geschichtenerzähler versuchen ein verängstigtes Kind mit einem Märchen zu beruhigen (Handlungsebene 1) – sie erzählen von Ti Moune, einem armen Bauernmädchen, das Daniel, einem Jungen der Upperclass, nach einem Autounfall das Leben rettet und sich rettungslos in ihn verliebt. (Handlungsebene 2) In der strengen Zweiklassengesellschaft dieser Insel der Dritten Welt haben die beiden keine Chance, aber hey, wir sind ja mitten drin in einem Märchen. Auftritt: die Götter der Erde, des Wassers, der Liebe und des Todes. Sie lenken das Schicksal der jungen Liebenden und senden Ti Moune auf eine Reise, die die Kraft ihrer Liebe auf die Probe stellt. Am Ende bleibt es dabei, die beiden haben tatsächlich keine Chance. Daniel heiratet Andrea, ein Mädchen seiner eigenen Gesellschaftsschicht. Kein schmalziges Happyend, vielmehr ein sinnlich-poetisch-verklärendes: Die Götter verwandeln Ti Moune in einen Baum, der fortan über die Nachkommen Daniels wacht. Das kleine verängstigte Mädchen schläft friedlich ein.
Ahrens/Flaherty haben es mit ihrem Musical geschafft, eine kleine karibische Soundmärchenwelt zu kreieren, in die man nur zu gerne eintaucht. Story und Musik finden einen direkten Weg ins Herz der Zuschauer, die bilderreiche, poetische Sprache ist primär darauf ausgerichtet, Emotionen auszulösen. Text, Rhythmik, Licht und Performance verbinden sich zu einem karibischen Rauscherlebnis, musicalische Ekstase erster Güte.
Das große Plus der Produktion des Konservatoriums Wien: Mit großem Aufwand wurde aus den vorhandenen Mitteln ein perfektes Umfeld für dieses Musicalmärchen geschaffen wurde. Hier haben Sam Madwar (Bühnenbild), Barbara Jan (Licht), Doris Richter (Kostüme) sowie Wilhelm Galli und Karin Neuhold (Maske), Wolfgang Groller (Regie) und Ricarda Regina Ludigkeit (Choreografie) Großartiges vollbracht. Die Bühne strahlt, die Ausstattung und Requisiten sind funktionell und blendend durchdacht. Thomas Faltin (Gitarre), Vera Rausch (Reed), Günther Schiebeck (Bass), Laurinho Bandeira (Percussion) und Peter Uwira (Keyboard, Musikalische Leitung) liefern den Sound, auf dem die Darsteller wie auf Wolken tanzen.
Auf der Bühne zu erleben: Studenten des 2. und 3. Jahrgangs des Konservatoriums Wien: Oliver Arno, Rainer Bräuer, Irena Flury, Andrea Frohn, Donja Golpashin, Elisabeth Heller, Otto Jaus, Peter Kratochvil, Birgit Radeschnig, Nicole Radeschnig, Richard Schmetterer, Elisabeth Sikora, Daniela Sukop, Bernhard Viktorin und Nadine Zeintl. Ein kunterbunter Haufen Talent in völlig unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Nehmen wir Oliver Arno als Beispiel. Er hat im Sommer 2005 bei den Thuner Seespielen in Schönberg/Boublils “Miss Saigon” die Rolle des “Chris” (Zweitbesetzung) verkörpert, im Sommer 2006 wird er in der Schweizer Neuinszenierung von Levay/Kunzes “Elisabeth” als Zweitbesetzung Rudolf zu sehen sein. Im Internet ist er unter www.oliver-arno.com vertreten. Arno ist ein gutes Beispiel dafür, wie man sich heutzutage professionell an den Job eines Musicaldarstellers herantastet. Sein Solo “Andere Frauen” als Daniel in “Once On This Island” liefert er mit seinem angenehmen Broadway-Bariton sehr gefühlvoll.
Jedes der jungen Talente spielt in “Once On This Island” mehrere Rollen, die Hauptrollen wurden doppelt besetzt, was die Vielseitigkeit zusätzlich auf die Probe stellt. Ein Teil des Charmes der Aufführungen von Musicalstudenten ist das zu fühlende Spannungsfeld zwischen noch Amateur oder “in Ausbildung befindlich” und bereits vorhandenem bzw. ausgeprägtem Professionalismus: Man merkt, wie die Darsteller ihre Grenzen testen, ihre Rollengestaltung manchmal selbstbewusst, manchmal noch unsicher von einer zur anderen Vorstellung verändern. Bei manch einem ist erkennbar, dass es noch einiges auf dem Gebiet der Stimmbildung oder des Tanzes zu lernen gilt, aber was beeindruckt, ist die Spielfreude und die Gesamtleistung des Ensembles, da wäre es fast unfair, beispielsweise eine Nadine Zeintl oder eine Irena Flury hervorzuheben, die die Rolle der Ti Moune sehr ausdrucksstark geben, oder eine Elisabeth Heller, die als “Mama” clever besetzt ist – Peter Kratochvil als “Tonton”, Rainer Bräuer als Armand und Richard Schmetterer als Papa Ge, Gott des Todes, nicht zu vergessen. Otto Jaus sollte man einmal eine etwas größere Rolle anvertrauen, könnte auch ganz schön spannend sein. Bernhard Viktorin überzeugt tänzerisch. Eine eindrucksvolle Vorstellung des jungen Ensembles!
Martin Bruny am Dienstag, den
31. Januar 2006 um 14:26 · gespeichert in Musical, Wien, Deutschland

Ins Wiener “Planters” lud Marika Lichter am 30. Januar Vertereter der heimischen Medien, um die Musicalgala Best of Musical 2006 zu präsentieren. Filmausschnitte aus den Originalproduktionen “König der Löwen”, “3 Musketiere”, “Mamma Mia”, “Elisabeth”, “Dirty Dancing” u. v. a. m. gaben einen Vorgeschmack darauf, was vom 31. März bis zum 2. April in der Wiener Stadthalle zu sehen sein wird.
Als Höhepunkt sang Uwe Kröger, der auch die Gala moderieren wird, in Kostüm und Maske aus dem “Phantom der Oper”, das er auch in Essen ab 14. Mai verkörpern wird.

Kröger: “Ich bin so froh, dass unsere Show neben München, Frankfurt, Köln, Stuttgart und Leipzig auch in Wien zu sehen sein wird. Gestern hatte ich die letzte Vorstellung von “3 Musketiere” in Berlin und heute schon den ganzen Tag Proben für “Mozart in Concert”, ab 4. Februar im Raimundtheater zu sehen.”
Martin Bruny am Sonntag, den
22. Januar 2006 um 14:49 · gespeichert in Musical, Broadway
Kritiker können eine Theaterproduktion versenken, vielleicht nicht in Wien, aber im Land der ungebremsten Möglichkeiten ist das kein Problem. Jüngstes “Opfer”: Elton Johns neues Musical “Lestat”, das in San Francisco anlässlich der Try-outs fast nur Hohn und Spott ernten konnte, was die Kritiken betraf. Das lässt für einen angestrebten Broadway-Start nichts Gutes erhoffen, daher haben die Produzenten nun vorerst mal die Notbremse gezogen. “Warner Brothers” teilte Elton John mit, er möge sich doch ein paar neue Lieder einfallen lassen. Die Kritiker fanden die Musik einfach “banal”.
Noch ist nicht alles verloren. Dracula, Frankenstein, Lestat, sie mögen es nicht einfach haben am Musicalparkett der USA, aber vielleicht schafft es Elton John dennoch, die Show so zu überarbeiten, dass er damit überzeugen kann. Idealerweise zuerst einmal die Produzenten.
Was meint der Meister selbst dazu? Letzte Woche noch ließ einer seiner Agenten der Presse ausrichten: “Es hat ne Zeit lang gedauert, bis wir “Aida” hinbekommen haben, aber schließlich und endlich hat es funktioniert, und wenn “Lestat” nicht gleich abgeht wie ne Rakete, woran wir aber dennoch glauben, so haben wir ja immerhin “Billy Elliot”. So oder so, Sir Elton wird wieder mal groß am Broadway auftrumpfen.”
Martin Bruny am Donnerstag, den
19. Januar 2006 um 14:54 · gespeichert in Musical, Tonträger
Nach langer Zeit hat das Branchenfachblatt BILLBOARD wieder einmal eine Top 15 der derzeit erfolgreichsten Broadway-CDs veröffentlicht, die sich wie folgt liest:
TOP BROADWAY ALBUMS
1. WICKED
2. MAMMA MIA!
3. RENT: THE BEST OF: HIGHLIGHTS FROM THE ORIGINAL CAST ALBUM
4. RENT ORIGINAL CAST ALBUM
5. THE PHANTOM OF THE OPERA: HIGHLIGHTS (CAST ALBUM)
6. MONTY PYTHON’S SPAMALOT
7. THE PHANTOM OF THE OPERA (CAST ALBUM)
8. HAIRSPRAY
9. AVENUE Q: THE MUSICAL
10. DIRTY ROTTEN SCOUNDRELS
11. LES MISERABLES: HIGHLIGHTS (OBC)
12. THE WOMAN IN WHITE
13. THE LION KING
14. THE PRODUCERS
15. ANNIE
Listen sind ja immer was Nettes, aber wie gut verkauft sich die Nummer 1 der TOP BROADWAY ALBUMS? Von “Wicked” gingen im Bewertungszeitraum ca. 8300 Stück über den Ladentisch. Keine dieser CDs schaffte mit diesen Verkaufszahlen den Sprung in die BILLBOARD TOP 200.
Martin Bruny am Donnerstag, den
19. Januar 2006 um 14:53 · gespeichert in Broadway, Awards
Am 26. Februar 2006 werden im Londoner Hilton die diesjährigen Laurence Olivier Awards vergeben. Eine exklusive Auswahl an Musicals teilt sich die Chance auf einen der begehrten Theaterpreise. “Billy Elliot” führt mit 9 Nominierungen knapp vor “Guys and Dolls”, das nicht zuletzt mit Ewan McGregor als Staraufputz glänzen konnte. Hier eine Liste, die aich ausschließlich auf die nominierten Musicals beschränkt. Eine Liste aller nominierten Produktionen ist hier abrufbar.
Billy Elliot - The Musical
01) Best New Musical (book/lyrics: Lee Hall, music: Elton John)
02) Best Actress in a Musical (Hadyn Gwynne)
03) Best Actor in a Musical (James Lomas, George Maguire/Liam Mower)
04) Best Performance in a supporting role in a Musical (Tim Healy)
05) Best Director (Stephen Daldry)
06) Best Theatre Choreographer (Peter Darling)
07) Best Lighting Design (Rick Fisher)
08) Best Set Design (Ian MacNeil)
09) Best Sound Design (Paul Arditti)
Guys and Dolls
01) Outstanding Musical Production (music/lyrics: Frank Loesser, book: Jo Swerling/ Abe Burrows)
02) Best Actress in a Musical (Jane Krakowski)
03) Best Actress in a Musical (Jenna Russell)
04) Best Actor in a Musical (Douglas Hodge)
05) Best Actor in a Musical (Ewan McGregor)
06) Best Theatre Choreographer (Rob Ashford)
07) Best Lighting Design (Howard Harrsion)
08) Best Sound Design (Terry Jardine/Chris Full)
Acorn Antiques - The Musical
01) Best New Musical (music/lyrics: Victoria Wood)
02) Best Actress in a Musical (Julie Walters)
03) Best Performance in a supporting role in a Musical (Celia Imrie)
The Big Life
01) Best New Musical (book/lyrics: Paul Sirett, music: Paul Joseph)
02) Best Performance in a supporting role in a Musical (Tameka Empson)
HMS Pinafore
01) Outstanding Musical Production (book: Herbert Appleman, music: Arthur Sullivan)
02) Best Performance in a supporting role in a Musical (Scarlett Strallen)
Martin Bruny am Montag, den
16. Januar 2006 um 14:56 · gespeichert in Musical, Wien

Thornton Wilder schrieb sein Drama “Unsere kleine Stadt” 1938 bei Zürich, in Rüschlikon. Bereits im März 1939 erlebte das Stück seine deutschsprachige Erstaufführung in Zürich. Aber erst 1946, nach dem Zweiten Weltkrieg, kam es mit beispiellosem Erfolg auf deutschsprachige Bühnen. 1938 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, wurde “Unsere kleine Stadt” eines der erfolgreichsten Werke im Stückekanon des 20. Jahrhunderts; eine Zeitlang war es allgegenwärtig auf den Spielplänen der Bühnen und auf den Lektüreplänen der Schulen.
“Auf den ersten Blick scheint das Stück eine Art Milieustudie über ein Dorf in New Hampshire zu sein. Genauer betrachtet ist es jedoch eine Meditation über die Schwierigkeit - wie es im Stück heißt -, das Leben zu verstehen, während man lebt.” (Thornton Wilder)
Der Inhalt des Werks ist an und für sich leicht wiederzugeben: Der Alltag der neuenglischen Kleinstadt steht im Zentrum des ersten Aktes, im zweiten sind es Liebe und Ehe der Nachbarskinder Emily Webb und George Gibbs. Der dritte Akt schildert das Begräbnis Emilys; sie ist bei der Geburt ihres zweiten Kindes gestorben. Ihr Jedermann-Schicksal erleben die Menschen als Gegenwart, für Spielleiter und Publikum indes ist das Geschehen bereits Vergangenheit. Im Zusammenspiel der unterschiedlichen Zeitebenen artikuliert sich so ein Gleichnis von der Vergänglichkeit menschlicher Existenz. Der toten Emily ist es vergönnt, einen einzigen Erdentag, ihren zwölften Geburtstag, noch einmal erleben zu dürfen. Danach kehrt sie freiwillig und tief verunsichert von ihrem posthumen Ausflug zu den Toten zurück. Sie hat mitansehen müssen, wie sich ihre Familie im Alltag gleichsam verzettelt hat. Die Menschen haben zwar zufrieden und glücklich, aber blind gelebt; der Einmaligkeit ihrer Existenz sind sie sich nie bewußt geworden. “Begreifen die Menschen jemals das Leben, während sie’s leben - jeden, jeden Augenblick?” fragt Emily. “Nein”, entgegnet der Spielleiter. “Die Heiligen und die Dichter vielleicht - bis zu einem gewissen Grade.”
Als Musicalversion bringt Produzent, Schauspieler, Sänger und Musical-Abteilungsleiter des privaten Vienna Konservatorium Michael Perfler Thornton Wilders Drama vom 25. bis 28. Jänner 2006 auf die Bühne des Wiener Theater Brett. Seine Gedanken über die Bedeutung von Thornton Wilders Werk formuliert er folgendermaßen: “Jede Generation prägt ihre eigenen Werte, ihre eigene Kultur. Wir sollten auch endlich voneinander lernen und uns zuhören, uns respektieren, die Alten von den Jungen und umgekehrt. Vieles, das unter dem Deckmantel der “pädagogischen Maßnahmen”, der Erziehung, der Gesellschaft, der einseitig orientierten Interessensgemeinschaften, als Norm, dargestellt und uns eingeimpft wird, ist Ursache dafür, dass wir zumeist noch den Rest unseres Lebens daran leiden, oder zumindest lange Zeit nachdem unsere Kindheit plötzlich vorbei ist. Einen Ausweg müssen wir selber finden. Doch liegt gerade unsere ganze Hoffnung bei der Jugend, der nächsten Generation. Sie hat die beste Chance zu leben verdient! Vielleicht gelingt es gerade der Unvoreingenommenheit, dem Idealismus und der Spontaneität der Jugend, den rücksichtslosen, wirtschaftlichen Bestrebungen der Gesellschaft und dem abgeklärten Denken der Erwachsenen die Augen zu öffnen, um gemeinsam daran zu glauben, was für die reale Welt keinen berechenbaren Faktor darstellt; Träume, Liebe, glücklich sein.”
Regie bei dieser Produktion führt Dunja Tot. Wie ist sie an die Realisierung des “Musicals” herangegangen: “Das Drama ist 1938 erschienen, in einer Zeit, als in Europa schon der Krieg tobte, in Amerika aber noch die Illusion der “heilen, unantastbaren, unveränderlichen Welt” herrschte. Alte Werte versuchte man zu behalten, trotz der Warnung von außen. Nach kurzer Zeit, als Amerika an dem Krieg teilnahm und junge Menschen in dem Krieg Leben verloren haben, war diese Welt zu Ende. Nach dem Krieg, in den 50-er Jahren, in der Zeit des Wiederaufbaus Europas und des wirtschaftlichen Aufschwungs Amerikas, hat man in den USA versucht, alte Werte wieder zu beleben und zu erhalten. Man hat versucht, jungen Menschen die Illusion einer geschützten, ewigen Ordnung zu vermitteln, wo Gott, Fleiß und Familie im Alltag die wichtigste Rolle spielten. Doch die Veränderungen sind schon spürbar, besonders in der Musik. Neue Generationen verlangen nach anderen Rhythmen, nach anderen Werten, sie sehnen sich nach einer anderen Welt. Das war der Grund, warum ich mich entschlossen habe, das Stück in die 50-er- und Anfang der 60-er Jahre zu versetzen und als Musical, mit der Musik aus dieser Zeit, zu inszenieren. Weil gerade diese Epoche anfängt, die Fragen zu stellen und für die Ideen zu kämpfen, die uns noch heute beschäftigen.”
Thorsten Kugler, einer der Darsteller des Vienna Konservatoriums, über die Songs des vermusicalten Dramas: “Das Stück ist gespickt mit Musik-Stücken aus den 50-er, 60-er und 70-er Jahren, z. B. “Lolipop”, “Blue Velvet”, “Somewhere over the rainbow”.
Auch abseits der großen Musicalbühnen ist viel los. Reinzuschauen lohnt sich. Viel Spaß dabei!
Thornton Wilder: “Unsere kleine Stadt” / Theater Brett, 25.-28. Jänner 2006 um 20.00 Uhr, Preis: Euro 16,-/12,- / 29. Jänner 2006: Arbeitsgespräch über das Stück mit Publikum, Darstellern, Regie, usw. Preis: Euro 3,50 / Karten: Theater Brett, 6., Münzwardeingasse 2, Tel. 587 06 63, Fax. 586 91 55, theaterbrett@EUnet.at, http://www.theaterbrett.at
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