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Archiv - News

Dynamic Pricing - das Schlaraffenland der Geldgier im Entertainment

“Dynamic Pricing” - das soll das Prinzip der Zukunft im Ticketverkauf werden. Das, was beispielsweise an der Zapfsäule bei Tankstellen per Gesetz in Österreich in einem gewissen Rahmen gehalten wird, nämlich das Anpassen des Preises mehrmals täglich, das soll nun bei Konzert- und Theatertickets - in den USA - Standard werden.

Wie würde das ablaufen? Nun, Tickets für eine Show wie, sagen wir “Woyzeck” im MuseumsQuartier, nach denen derzeit scheinbar nur wenig Nachfrage besteht, würden im Verkauf billig abgegeben werden. Schafft man es, die Nachfrage zu steigern, dann steigen auch die Preise, unter Umständen mehrmals am Tag - bis zu einer gewissen Höchstgrenze.
Konzerte oder Theaterproduktionen, die sich nicht und nicht verkaufen, werden verbilligt abgegeben, Publikumshits werden solange im Preis steigen, bis die Höchstgrenze erreicht ist oder die Nachfrage wieder sinkt.

Warum hat man ein solches Preissystem nicht schon längst eingeführt? Weil natürlich damit klar erkennbar ist, wie verzweifelt ein Produzent gerade ist, welche Shows gut laufen und welche nicht. In den USA ist allerdings die Konzertsaison des Vorjahrs derart schlecht gelaufen, dass man dies nun in Kauf zu nehmen scheint. Ticketmaster setzt auf das neue Modell, aber auch ScoreBig, ein Start-up in Hollywood, entwickelt ein Ticketverkaufssystem, das automatisch die Höhe der Preise an Angebot und Nachfrage anpasst.

In Los Angeles wurde das System mittlerweile im Theaterbereich eingeführt. Für “God of Carnage”, eine Produktion des Ahmanson Theatre mit der Original-Broadway-Besetzung (Jeff Daniels, Marcia Gay Harden, James Gandolfini und Hope Davis) hatte man zu Beginn des Verkaufs bis zu 120 Dollar zu zahlen. Diejenigen, die zuwarteten, mussten bald 200 Dollar für die besten Plätze zahlen. Nicht alle Plätze, die ursprünglich für 120 Dollar ausgepreist waren, wurden auch gekauft. Schlechte Sicht, verminderte Nachfrage - die Folge: diese Plätze gingen an die Theaterbesucher, die knapp vor der Vorstellung ihre Tickets kauften, um 49 Dollar.

Die Manager des Ahmanson Theatre verweisen auf gute Erfahrungen mit dem neuen System. Sie haben mit “God of Carnage” 7,8 Millionen Dollar Umsatz gemacht. Ohne Dynamc Pricing wären es 1,5 Millionen weniger gewesen.

Errechnet werden die jeweils aktuellen Preise von Computerprogrammen. Die Algorithmen basieren auf den laufenden Verkäufen im Onlinebereich und per Telefon, ein Zeitfaktor, wie viele Tickets in welchem Zeitraum im Vergleich zu anderen Produktionen verkauft werden, wird berücksichtigt.

Link
- Los Angeles Times: You paid how much for that ticket!?

Bachmannpreis 2011 - keine Zeit mehr für Diskussionen?

Der Bachmannpreis lebt auch, und für manche zu einem Großteil, von den oft spannenden Diskussionen der Juroren über die vorgetragenen Texte. In den letzten Jahren wurde nicht nur der Termin des Bachmannpreises laufend hin und her geschoben, weil mal eine Fußball-WM im Weg war, dann wieder sonstige Veranstaltungen, es wurde auch die Lese- und Sendezeit verkürzt.
2011 nun ist man scheinbar an einem Tiefpunkt der Diskussionskultur angekommen. Nicht nur, dass sich die Moderatorin Clarissa Stadler auch inhaltlich in die Diskussionen einbringt, was völlig entbehrlich ist, sie drängt auch ständig darauf, die Beiträge zu kürzen, die Diskussionen knapp zu halten. Sie verleiht der gesamten Veranstaltung etwas Gehetztes, was ganz und gar nicht zum Bachmannpreis passt. Morgen: Tag 2 des Lesens –> hier.

Happy Fourth of July weekend!

“Catch Me If You Can” - Wie man Cast-CDs präsentieren kann

edition-o: Lukas Perman liest “Sagen aus Österreich”

Im Herbstprogramm der edition-o findet sich unter anderem das Hörbuch “Sagen aus Österreich” von Friedl Hofbauer, gelesen von Lukas Perman.

sagen-oesterreich-hb.jpgDie 50 schönsten Sagen aller neun Bundesländer Österreichs, ausgewählt von Friedl Hofbauer.
Die alten Geschichten sind auch heute noch lebendig, und wer mit offenen Augen durch die Welt geht, findet viele Hinweise und Zeichen, in denen manch seltsame Sagengestalt oder unglaubliche Begebenheit die Jahrhunderte überlebt hat.
Drachen und Zwerge, verborgene Schätze und Schatzhüter, Nixen und Wassergeister, Hexen und Prophezeiungen: Jede Region Österreichs hat ihre eigenen Sagen seit Generationen überliefert und lebendig gehalten – bis heute!

Hörbuch für Kinder — erscheint im Herbst 2011
Audio-CD | ca. 80 Minuten | gelesen von Lukas Perman
ca. € 12,95 | ISBN 978-3-99022-015-3
Hörempfehlung: 7–11 Jahre

Ein anderer Titel, “Die Bibel für Kinder und ihre Erwachsenen”, wird von Alexander Goebel und Erich Schleyer gelesen (–> hier).

Link
- edition-o

John Malkovich - Von Unterweger zum Technobohemian

Der amerikanische Schauspieler John Malkovich ist in den Schlagzeilen des Hollywood Reporter zu finden. Als einer von Trillionen Celebrities hat nun auch er, nein, kein Parfum wie Justin Bieber, sondern eine Modelinie lanciert. Technobohemian heißt der Stil, den er populär machen möchte:

Old Europe in quality — the materials, except for some Japanese-import denim, come from Italy, where the clothes are made — Technobohemian strives for a cultivated casual look with printed button-down shirts, beautifully tailored jackets and elegant woven ties and cravats. Like their creator, the clothes are classy and distinct if slightly odd.

In Wien tritt Malkovich morgen und am Freitag als Jack Unterweger im Ronacher in der Produktion “The Infernal Comedy” auf. Tickets sind noch reichlich für beide Termine vorhanden.

file_53_5.jpgIm Shop der VBW gibt es eine DVD und eine Doppel-CD dieser Produktion. Die DVD kostet 26 Euro, die Doppel-CD 21 Euro.

Links
- The Hollywood Reporter: John Malkovich Launches New Clothing Line
- Souvenir-Shop der VBW/The Infernal Comedy

Steht das Aus für die Wiener Kammeroper schon fest?

Ein Großteil der Mitarbeiter wurde gekündigt, die Zahlungsunfähigkeit droht. Der Wiener Kammeroper steht finanziell gesehen das Aus bevor. In einer “openPetition” versucht die Direktion nun, Bundesministerin Claudia Schmied, das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und die Stadt Wien dazu zu bewegen, die Subventionskürzungen sowie die komplette Streichung aller Subventionen, die für 2012 angekündigt wurde, zurückzunehmen.

Hat das Ganze Aussicht? Wenn man sich an ähnlich anmutende Fälle wie das Kabarett Vindobona erinnert, so dürfte das Bundesministerium keinerlei Probleme damit haben, dass die derzeitige Direktion ins finanzielle Debakel schlittert und den Betrieb einstellen muss. Man muss einfach nur abwarten, wie beim Vindobona, und irgendwann, 2012, 2013 oder wann auch immer, wird man sich um den Fall kümmern, eine neue Direktion bestellen oder das Haus in eine Sauna umbauen, oder ein Erlebnis-McDonald’s draus machen lassen.

Vielleicht doch keine so schlechte Idee, zu unterschreiben –> hier.

Sommerspiele Floridsdorf: «Dame Kobold”

30. Juni 2011
19:30bis21:30

Sommertheater unter freiem Himmel – das gibt’s nicht nur in Schlossgärten und Burghöfen im Umland von Wien, sondern auch auf einem Kirchenplatz in der Bundeshauptstadt: Auf dem Kinzerplatz nahe des Erholungsparadieses Alte Donau in Floridsdorf präsentiert das Ensemble »SATYRIKER« heuer ab Donnerstag, 30. Juni, das Lustspiel »Dame Kobold« von Calderà³n de la Barca. Der schönste Platz im Norden Wiens mit der neugotischen Donaufelder Kirche als Kulisse wird heuer bereits zum 22. Mal zur Freiluftbühne.

Bei Schlechtwetter finden die Vorstellungen im benachbarten Theatersaal statt (1210, Kinzerplatz 19).

Inhalt
Wieso ist es mitten in der Nacht taghell? Warum sind die Wände plötzlich beweglich? Wie kann es sein, dass die tugendhafte Witwe Dona Angela sich in den Straßen Madrids herumtreibt, obwohl sie doch ihre strengen Brüder daheim eingesperrt haben? Und weshalb, um Gottes willen, sieht der dummdreiste Diener Cosme überall ein Gespenst, das ihn nah an den Herzinfarkt treibt? Und wieso ist überhaupt nichts so wie es scheint an diesem lauen Sommerabend?
Wenn den Besuchern heuer auf dem »schönsten Platz von Floridsdorf« einiges spanisch vorkommen wird, hat das einen guten Grund: DIE SATYRIKER präsentieren die Mantel & Degen-Komödie »Dame Kobold« des spanischen Barockdichters Calderà³n de la Barca. Da wird versteckt und intrigiert, geliebt und gefürchtet, aber am Ende geht alles mit rechten Dingen zu … oder etwa doch nicht?

Haus & Hof-Regisseur Peter W. Hochegger hat das barocke Lustspiel sprachlich entstaubt und sorgt mit einem bewährten Schauspieler-Team für spanisches Vollblut-Temperament - mit skurrilen Charakteren, aberwitzigen Verwechslungen in rasantem Spieltempo und flotten Fecht-Szenen. Und das alles mit eigens von Thomas Beinhofer komponierter Live-Musik.

Mit:
Bernhard Horn, Andreas Seidl, Peter Fernbach, Renate Dudaschek, Isabella Mach, Helmut Maierhofer, Stefanie Elias.

22. Sommerspiele Floridsdorf: »Dame Kobold« von Calderà³n de la Barca.
Premiere: Donnerstag, 30. Juni 2011, 19.30 Uhr, vor der Donaufelder Kirche, Kinzerplatz, 1210 Wien. Ausweichquartier bei Regen: Augustinus-Saal, Kinzerplatz 19, 1210 Wien.
Weitere Vorstellungen: jeden Freitag und Samstag von 2. Juli bis 13. August, 19.30 Uhr.

Karten zum Preis von 15 und 17 € erhältlich im Einkaufspitz (Optik Fuhrmann), Angerer Straße/Ecke Brünner Straße, 1210 Wien, oder an der Abendkassa ab 18 Uhr. Kinder bis 12 Jahre zahlen die Hälfte. Telefonische Vorreservierung unter Tel. 0676/ 335 93 19, eMail: bestellungen@satyriker.at, www.satyriker.at

“The Book of Mormon”: Cast-CD auf Platz 3 der BILLBOARD 200, aber …

BILLBOARD meldet einen “großen Verkaufserfolg” der Cast-CD des Musicals “The Book of Mormon”, das unlängst mit neun Tony Awards ausgezeichnet wurde. Um 200 Plätze hat sich die CD in den Charts verbessert. Nun liegt sie auf Platz drei der BILLBOARD 200, einen Platz hinter Lady Gaga (Platz 2), zwei Plätze hinter Adele (Platz 1).

61.000 Einheiten des Tonträgers wurden an den Mann und die Frau gebracht. Seit 1991 (da begann Soundscan mit der Aufzeichnung derartiger Daten) habe es einen solchen Erfolg nicht mehr gegeben. Würde man in der Geschichte des Musicals einen ähnlichen Verkaufsschlager suchen, müsste man zurück ins Jahr 1969 gehen, als “Hair” die Charts aufmischte. 13 Wochen war “Hair” damals auf Platz 1 der Charts. Ein vergleichbarer Verkaufserfolg datiert aus dem Jahr 1992, als zu Weihnachten 54.000 Exemplare von “The Phantom of the Opera (Highlights)” abgesetzt wurden.

Wunderbar also, “The Book of Mormon” auf Platz drei in den Charts, 61.000 Einheiten verkauft. Wobei - das mit dem “verkauft” stimmt ja nicht so ganz, denn der Verkaufserfolg lässt sich auf einen Marketinggag zurückführen, den sich Amazon einfallen ließ, um iTunes mal zu zeigen, dass man auch noch da ist.

“The Book of Mormon” gabs auf Amazon.com um umgerechnet rund 1,40 Euro (1,90 Dollar) als Download. Anfangs war in diesem Paket das digitale Booklet noch nicht enthalten, aber da wir Musicalfans ja so anspruchsvoll … kurzum, recht rasch gabs das ganze Package inkl. Digi-Booklet um 1,40 Euro.

Drei Tage konnte man dieses “Sonderangebot” bei Amazon downloaden. 85 Prozent der 61.000 “verkauften” Einheiten stammen aus dieser 3-Tage-Marketingaktion. Rechnet man die Kosten dieser Marketingaktion ab, die im Internet, im amerikanischen Fernsehen - doch auch diese Kosten trug … Amazon. Und diese Kosten dürften nicht gering gewesen sein. Auch während der Liveübertragung der Tony Awards lief eine Werbeeinschaltung - finanziert von Amazon. Großartig für die Produzenten der Show und das Plattenlabel Sh-k-Boom.

Bleibt die Frage, wo wir “The Book of Mormon” nächste Woche erwarten dürfen. Die Cast-CD stieg vor drei Wochen in die Charts auf Platz 31 ein mit 13.000 verkauften Einheiten und fiel dann auf Platz 124 mit 4000 verkauften Einheiten - für eine Cast-CD ein vergleichsweise guter Wert. “How to succeed …” brachte es ebenfalls auf 4000 Einheiten, danach folgten schon die Longseller wie “Wicked” und “Jersey Boys” mit Absätzen pro Woche von knapp 1000 Einheiten. “Catch Me If You Can” beispielsweise findet man auf Platz 7 mit 650 verkauften Einheiten.

Link
- BILLBOARD: Adele Reclaims No. 1 on Billboard 200, ‘Book of Mormon’ Makes History

Zwa Voitrottln live im Wiener Wurschtlprater

Die “Zwa Voitrottln” (Johannes Glück & Dieter Hörmann) geben am 23. Juni 2011 ihre ersten öffentlichen Konzerte. Zweimal werden sie auf der Bühne des Original Wiener Praterkasperl (Prater, Wurstelplatz1, in unmittelbarer Nähe vom Schweizerhaus) stehen.

Das erste Konzert findet um 19:30 Uhr statt, das zweite um 22 Uhr. Eintritt: 6 Euro, freie Platzwahl. Mit dabei auf der Bühne: Michaela Schmetterer und Caroline Zins.

Links
- Event-Ankündigung @Facebook
- Die Voitrottln auf Facebook

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