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Archiv - Absurditäten

I’ve never been to New York, Japan 2011

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- tohostage.com

Fankult neu: Alfons Haiders “3D-Biographie”

Warum sich eine Firma, die 3D-Biographien von Künstlern anbietet, “Fan Academy” nennt, das bleibt ein Rätsel. Das Produkt, das das in England ansässige “Entertainment Marketing Services (EMS)” verkaufen möchte, ist für Hardcore-Fans aber sicherlich verlockend. Online oder auf DVD um 19,90 Euro kann man, so der Pressetext, “mit dem digitalen Alfons Haider in Kontakt treten und eine Reise durch sein Leben machen”.

Vor hemmungsloser Übertreibung schreckt man nicht zurück:

Geboten werden vom Besucher gesteuerte exklusive Interviews mit Alfons Haider, unveröffentlichtes Bild und Videomaterial, als auch eine Auslese aus seinem Pressespiegel – eine Reise durch die Zeitgeschichte Österreichs

Wer dann genug “Zeitgeschichte” getankt hat, kann für 39 Euro pro Jahr ein Abo buchen und “Alfons Haider hinter den Kulissen” erleben. Höhepunkt dieses Angebots scheint ein “SMS-Chat” mit dem Künstler zu sein. Was das ist, soll man dem folgenden Satz entnehmen können:

Alfons Haider SMS Chat – Alle Infos direkt aufs Handy und SMS senden direkt an Alfons Haider Backstage Bilder & Videos

Na viel Spaß!

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- Fan Academy: Alfons Haider - 3D Biographie Sein Leben und Wirken interaktiv
- Alfons Haider - “nackt, wie Gott ihn schuf”
- Alfons Haider Website
- Alfons Haider bloggt über “Dancing Stars”

Dancing Stars: Marika Lichter vs. Uwe Kröger

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“Dancing Stars”, das muntere Tanzen von Prominenten im österreichischen Fernsehen, geht am kommenden Freitag mit einem frischen Set an Tänzern das erste Mal auf Sendung. Die erste Folge der neuen Staffel bietet ein spannendes Aufeinandertreffen von Tänzer Uwe Kröger und Jurorin Marika Lichter.

Schon vorab liefern sich die beiden ein kleines Geplänkel via NEWS:

Am Parkett möchte man sich so gut es geht ohne Animositäten begegnen. Lichter ließ es sich aber nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass ihr ehemals bester Freund auf Wikipedia in der Liste der besten Tänzer gleich hinter Gene Kelly geführt wird. Was sie damit vermitteln will? Kröger ist Tanzprofi und steigt gegen blutige Anfänger in den Ring. - Kröger deeskaliert: “Auch Wikipedia kann sich irren, wie ich spätestens seit meiner ersten Trainingsstunde weiß. Und ich freue mich, vor der ersten “Dancing Queen” tanzen zu dürfen.” [NEWS 10/11, S. 120]

Bei der Wikipedia-Aufstellung handelt es sich nicht um eine Liste der “besten Tänzer”, sondern, alphabetisch geordnet, daher zuerst “Kelly” und bald danach “Kröger”, um eine Liste “bedeutender” Tänzer.

Wer sollte in dieser Liste geführt werden:

Die ”’Liste bedeutender Tänzer und Tänzerinnen”’ enthält solche, die Herausragendes in ihrer Disziplin geleistet haben, deren Leistung zumindest professionellem Niveau entspricht und die auch durch ihren Tanz bekannt wurden. Herausragende Leistungen sind beispielsweise gewonnene Weltmeisterschaften, die Entwicklung, Weiterentwicklung oder Einführung neuer Tanzfiguren oder eines neuen Tanzstils, Berühmtheit in ihrer Epoche, Vortänzer oder Vortänzerin eines bedeutenden Ensembles, die Gründung, Leitung oder Weiterentwicklung einer bedeutenden Tanzschule, Preise und andere bemerkenswerte tänzerische Leistungen. TänzerInnen, die in mehreren Tanzstilen Bedeutendes geleistet haben, können auch bei mehreren Tanzstilen genannt werden.

Man sieht, Uwe Kröger passt hier genauso gut hinein, wie er nicht hineinpasst. Professionelles Niveau kann man einem professionellen Musicaldarsteller nicht absprechen, welche herausragenden Leistungen er als Tänzer bisher erbracht hat, muss man Wikipedia fragen.

Link
- Wikipedia: Liste bedeutender Tänzer

VBW & Wiener Volksoper: Sie vereint die “Vielfalt”

Wir erinnern uns zurück ins Jahr 2007, als die Intendantin der VBW ein Motto gesucht hat, um die Stärke ihres Unternehmens zu charakterisieren: Gefunden wurde es in dem schwammigen und nichtssagenden Begriff “Vielfalt”.

Übersetzen würde man diese Begriffswahl als Wiener ungefähr so: “Ka Ahnung, mach ma amoi, wird scho wos dabei sei.”

Wir schreiben das Jahr 2011. Der Intendant der Wiener Volksoper, Robert Meyer diktiert der Tageszeitung “Der Standard” ins Mikro: “Die Stärke der Volksoper ist sicher die Vielfalt.” Er führt weiter aus: “Mit Operette, Oper, Musical und Ballett ist für jeden etwas dabei.”

Schön formuliert, Robert Meyer ist ja auch kein Wiener.

Link
- derstandard.at: “Unsere Stärke ist die Vielfalt”

Josef Pröll: Wie meinen?

Ein Musterbeispiel an Demagogie lieferte ÖVP-Obmann Josef Pröll dieser Tage in der Ö1-Sendung “Im Journal zu Gast”. Verteidigungsminister Norbert Darabos warf er einerseits vor, bezüglich der Infragestellung des Wehrdienstes eine »populistische Debatte auf dem Rücken der Sicherheit der Menschen in dem Land« zu treiben, andererseits meinte Pröll als Argument für einen Wehrdienst in Österreich(!) anführen zu müssen, dass die “Sicherheit Österreichs im Vordergrund” stehe. Gerade jetzt blickten alle nach Ägypten. Er spüre das, es sei ein Bedürfnis nach Sicherheit da.

Wenn in Österreich eine gewisse Politikverdrossenheit immer stärker wird, dann ist es auch auf rhetorische “Meisterleistungen” wie eben diese zurückzuführen.

Link
- ORF: “Keine Fehler mehr drinnen”

Theaterablenkungen

So ungefähr zweieinhalb Jahrtausende nach der Premiere habe auch ich eine Vorstellung von «Guys and Dolls” in der Wiener Volksoper besucht. Eine ausführliche Rezension über eine Show zu schreiben, die gerade noch drei Mal am Spielplan steht, das muss nicht unbedingt sein. Auch war ich ja nur als einfacher Konsument in der Show, der viel aufzuholen hat an nicht besuchten Produktionen in den letzten Jahren. Ein paar salopp formulierte Worte wären: behäbige Inszenierung, furioses Bühnenbild, extrem fad wirkender Hauptdarsteller (Herrig), entzückend Sigrid Hauser, und für alle Fans des Operettentimbres Johanna Arrouas, die nicht nur stimmlich, sondern irgendwie auch in ihrer Körperhaltung ein gewisses dominantes Maß an Operette ausstrahlt, das muss man mögen, meine ich, und erlaube mir, es nicht zu mögen in einem Musical, gar nicht. Oder sagen wir so: Die Show war einfach nicht so ganz mein Fall, als einfacher Konsument, der sich nur mal nen schönen Abend machen wollte, kann man ja pauschal so formulieren.
Worauf ich aber kommen wollte, war die Reaktion des Publikums, und da auf sagen wir einer Mikroebene, nämlich das unmittelbar mich umgebende Publikum und dann wiederum die mich umgebenden Sitznachbarn: Vermutlich liegts an mir, vermutlich bin ich zu leicht ablenkbar, kann sein, dass ich auf akustische Störungen unangemessen reagiere, und es ist ja nicht das erste Mal, dass ich darüber schreibe. Eine neue Form der Ablenkung erfuhr ich jedenfalls in eben jener Vorstellung von «Guys and Dolls”. Um diese Ablenkung zu verstehen, muss man sich Fingerkuppen vorstellen, raue Fingerkuppen, vielleicht sogar mit extrem rissiger Haut, ganz ausgetrocknet, Fingerkuppen, mit denen man an feiner Wolle fast hängenbleibt. Mein Sitznachbar hatte solche rauen Fingerkuppen, und ab einem gewissen Zeitpunkt der Show fing er an, mit seinen Fingern an seiner Anzughose zu reiben, an ihr entlangzufahren, vermutlich ein Akt der Ablenkung, Gedankenlosigkeit, der Gewohnheit. Nun sollte man annehmen, dass man dieses Entlangstreichen von rissiger Haut an weichem Anzugstoff nicht allzu laut hören kann, und laut war es auch nicht, aber dieses beständige Geräusch verstärkte sich in Minuten, Viertelstunden, Halbstunden zu einem extremen Störfaktor, dem ich machtlos ausgeliefert war. Denn was hätte ich den armen Mann bitten sollen, ohne merkwürdig zu klingen.
Wie gut, dass von einem hinteren Sitznachbarn leises Schnarchen nach vorn drang, das das beständige Reiben teilweise überlagerte. Doch dann, im Abstand von wenigen Sekunden - KLAPP - KLAPP - KLAPP -, knallten drei der recht schweren und großartig gestalteten Theaterprogramme von anderen drei Besuchern auf den Boden. Dieses dreifaltige - KLAPP - KLAPP - KLAPP - war derart befreiend, unglaublich. Mein Sitznachbar verschränkte seine Hände, der Schnarcher hinter mir war wieder munter, und ich, ich konnte wieder ohne Einschränkung «Guys and Dolls” genießen.

Affäre Haider: Lauda war gestern, Koller legt nach

Na bitte, jetzt endlich hat Alfons Haider tatsächlich die Aufmerksamkeit erreicht, die er mit dem Publicitystunt, im Entertainmentformat “Dancing Stars” mit einem männlichen Partner zu tanzen, erreichen wollte. Erreichen musste, denn es gilt nicht nur, genügend Aufmerksamkeit für die ORF-Show zu erzielen, sondern auch genügend Fahrt aufzunehmen, damit das von ihm geleitete Sommertheater in Stockerau ebenso ein wenig davon zehren kann. Da gilt es, in diesem Jahr genügend Tickets für das Musical “Sie spielen unser Lied” zu verkaufen. Möge die Übung gelingen.

Zu Niki Laudas jüngsten Äußerungen (siehe –> hier) sollte man besser kein Wort verlieren, er scheint sein Image ein wenig ramponieren zu wollen, seine Sache. Etwas gewichtiger scheinen mir da die Aussagen von Dagmar Koller zu sein, so sie tatsächlich von ihr stammen, das weiß man ja nie:

ÖSTERREICH: Alfons Haider will jetzt mit einem Mann tanzen …
Dagmar Koller: Ich find das unappetitlich, er tut uns allen nichts Gutes, auch sich selber nicht. Ich sage das ganz bewusst, obwohl ich die Ikone der Schwulen bin. Auch in ­homosexuellen Kreisen kommt das nicht gut an. Wer soll denn der Mann bei diesem Tanzpaar sein? Oder tanzt Haider mit einem Transvestiten?

ÖSTERREICH: Warum?
Dagmar Koller: Er zieht das Thema Homosexualität in die Lächerlichkeit, was schade ist. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen endlich Partnerschaften eingehen, heiraten, glücklich sein. Warum tanzt der Alfons nicht mit seiner Arigona, die ist doch hübsch und ist sogar von einem Magazin zur Frau des Jahres gekürt worden?

Link
- Österreich: Schwulen-Ikone Dagmar Koller über Haiders Ambitionen

Josef E. Köpplinger: Dumme Fragen, dumme Antworten

Unter dem Titel “Ich halte nichts von starken Sprüchen” ist im aktuellen PROFIL (Nr. 1, S. 94-95) ein Interview mit Josef E. Köpplinger, dem Intendanten des Klagenfurter Stadttheaters, zu finden. Leider widerlegt er sich gleich selbst:

Profil: “Ihr Vorgänger hat Martin Kusej als Regisseur früh arbeiten lassen. Wen haben Sie entdeckt und gefördert?”

Köpplinger: “(…) Wir haben mit Peter Lesiak einen Kärntner zum Musical-Star gemacht.”

Link
- Josef Ernst Köpplinger

Die Frage des Tages: Braucht Wien noch eine Opernbühne?

Oder anders formuliert: Warum macht ein Unternehmen, das als “Musicalunternehmen” gegründet wurde, nun nicht nur im Theater an der Wien, sondern auch im Ronacher sozusagen “Oper”? Gibt es keinerlei kreative Ideen, was ambitionierte Musicalproduktionen betrifft? Wäre ein Sondheim mit einer Aufführungsanzahl, die Herrn Casanova entspräche, zu ambitioniert, zu schwer, zu leicht, zu was …?

Die Links zur Frage des Tages:
- wien.at: Malkovich übt sich als Casanova
- news.at: Eine Frechheit, die Spaß macht: Probenstart für Musiktheaterstück mit John Malkovich
- wienweb.at: “Giacomo Variations”: Malkovich übt den Casanova
- oe24.at: John Malkovich als Casanova

Österreichs größter Musicalstar spielte in “allen großen Musicals im In- und Ausland”

Österreichs erfolgreichster Musicalstar Uwe Kröger gilt als renommiertester Musicaldarsteller des deutschen Sprachraums. Er spielte in allen großen Musicals im In- und Ausland und ist allen noch immer in seiner Rolle des “Tod” im Musical Elisabeth im Gedächtnis. Er agiert als Musicaldarsteller, Entertainer, Schauspieler und Moderator. Seit Dezember ist er mit seiner Soloshow “Absolut Uwe” auf Tournee und begeistert damit sein Publikum. [wien.gv.at]

Ist das nicht großartig? In allen großen Musicals im In- und Ausland? Wow. Das gibt sicher umgerechnet 33,8 Premieren pro Tag. Kompliment.

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