Archiv - Absurditäten
Martin Bruny am Freitag, den
13. August 2010 um 22:23 · gespeichert in Absurditäten

Wir haben Sommer, klar, das Sommerloch ist mittlerweile ein Riesenmoloch, nichts zum Abschieben mehr hier, außer einem Elefanten in Schönbrunn, die Unterrichtsministerin im Ausland, die Wiener Grünen eigentlich nur mehr ein Fall für Elizabeth T. Spira, die Wiener Wahlen auch noch entfernt. Es tut sich nichts auf den Wiener Theaterbühnen, die Marketingabteilungen urlauben, die Darsteller schicken ganz liebe Facebookgrüße aus Kazikistan, Swasiland oder Lesotho, Ankündigungen neuer Produktionen, ach das kommt dann im September, wer will da jetzt schon was drüber wissen (ein großer Irrtum).
Wien ist im Sommer scheintot, wenn, ja wenn da nicht ein TV-Magazin zum Potentialhalali blasen würde. TV-Media sucht das heimische (was immer das ist) männliche (das lässt sich definieren) Talent (naja) mit dem größten Potential (oho, wer darf da wählen, Kartenleger, Theaterdirektoren, Schauspiellehrer, Seher).
Zur Auswahl hat man als potentieller Wähler der heimischen Jungstars mit dem “größten Potential” folgende Herren: Oliver Rosskopf, Michael Pascher, Matthias Mamedof, David Heissig, Michael Steinocher, Julian Loidl, “Julian Lohmann” und Laurence Rupp.
Gegen keinen der Darsteller ist etwas zu sagen, sicher lässt sich für jeden ein Grund finden, warum er im TV-Media-Startopf gelandet ist, aber die Auserwählten haben auch nichts gemein. Sie stammen innerhalb des Schauspielgenres aus völlig unterschiedlichen Galaxien, die von Billigsdorfer-Deppenserien wie Soko Kitzbühel und Soko Filzpantoffel bis hin zu qualitätsvollen Schauspielproduktionen reichen. Klar, keiner hats immer leiwand, und jeder muss Geld verdienen, auch mal mitten im Achten, aber dennoch: Wie wurde die Auswahl getroffen und bis wann ist man ein “Talent”?
Ein anderer Punkt: das Wahlprozedere. Wie haben zur Zeit ein interessantes Zwischenergebnis, das da lautet:
01) Oliver Rosskopf - 61,5 Prozent
02) Michael Pascher - 33,8 Prozent
03) Matthias Mamedof - 1,4 Prozent
04) David Heissig - 0,9 Pozent
05) Michael Steinocher - 0,7 Prozent
06) Julian Loidl - 0,7 Prozent
07) “Julian Lohmann” - 0,5 Prozent
08) Laurence Rupp - 0,4 Prozent
Wow! 61,5 Prozent für Oliver Rosskopf. Das wäre ja fast so, als würde man Klaus Maria Brandauer gegen, keine Ahnung, den Wurzelsepp antreten lassen, einen ähnlich triumphalen Vorsprung würde man da erwarten. Sieht man sich die Wahlmodalitäten etwas näher an, stellt man fest, dass jeder Wähler beliebig viele Stimmen abgeben kann. Natürlich will niemand behaupten, dass Oliver Rosskopf ne super große Familie und einen besonders geilen Fanclub haben muss. Er ist halt einfach “bekannt”, anders lässt sich dieser Vorsprung nicht erklären, wie auch.
Natürlich könnte man auch ein kleines Experiment starten und jeden Leser des Kultur-Channels auffordern, doch 30 Mal jeden Tag für “Julian Lohmann” zu stimmen. Der Witz dabei wäre, dass man für jemanden stimmen würde, den es gar nicht gibt. Denn “Julian Lohmann” schreibt sich eigentlich Julian Looman, und ganz ehrlich, wenn man schon ein Talent mit dem größten Potential sucht, könnte man auch den Namen richtig schreiben.
Link
- TV-Media: “Neue Männer braucht das Land”
- Oliver Rosskopf - er zählt auf euch
- Michael Pascher @Wikipedia
Martin Bruny am Mittwoch, den
11. August 2010 um 09:59 · gespeichert in Absurditäten
Wien-Ticket, 2005 als Tochterunternehmen der VBW-Kulturmanagement- und Veranstaltungs GesmbH., der Wiener Stadthalle - Betriebs- und Veranstaltungs GmbH sowie der Wien Holding GmbH gegründet, hat sich jüngst einen Relaunch verpasst und sieht nun schick aus. Reicht aber nicht, denn wer www.wien-ticket.at ansurft, möchte da ja gerne Tickets kaufen und sich nicht am Design erfreuen. Und das ist manchmal gar nicht so einfach.
Fallbeispiel “Wildhorn & Friends”. Ein Konzert mit Linda Eder, Pia Douwes, Thomas Borchert sowie Frank Wildhorn, das am 4. Oktober 2010 im Raimund Theater stattfindet. Offizieller Verkaufsstart: 11. August 2010. Anruf bei Wien-Ticket: Die Tickets werden ab 10 Uhr im System sein.
10 Uhr: über www.wien-ticket.at ist das Konzert nicht im System, Anruf bei Wien-Ticket zwecklos, nach 10 Minuten wird man vom System rausgeschmissen.
11 Uhr: über www.wien-ticket.at ist das Konzert nicht im System
14 Uhr: über www.wien-ticket.at ist das Konzert nicht im System
16 Uhr: über www.wien-ticket.at ist das Konzert nicht im System
19 Uhr: über www.wien-ticket.at ist das Konzert nicht im System
——>hurra, ein Zwölfer, gegen Mitternacht ist die Show ins System eingespeist worden, nun kann fleißig gebucht werden.
Die Lösung: Einklinken in die alte, nicht gerelaunchte Verkaufsoberfläche: https://order.wien-ticket.at/online/index.php3?shopid=7
Hier ist die Veranstaltung anwählbar und buchbar. Natürlich sind die besten Plätze und die günstigsten weg, aber das Phänomen kennen wir ja, denn alle Karten kommen ja erst gar nicht in den Verkauf.
Martin Bruny am Freitag, den
25. Juni 2010 um 23:39 · gespeichert in Musical, Absurditäten
Kaum hat man am Broadway alle Awards unters Schauspielervolk gebracht, könnte man meinen, dass die “echte” Awards-Zeit ausbricht. Jetzt sind die Fans dran. Wobei “Fan” ist in diesem Fall leicht untertrieben, Bütü-Schlampe sagt man nicht, und überhaupt, in Zeiten der Krise ist es doch wunderbar, wenn Fans sich Awards und Verehrungs-Sites quasi “aus den Fingern” saugen. Ja, “saugen” ist das richtige Stichwort. Es geht um Jim Steinmans Musical “Tanz der Vampire”, und da wiederum um ausschließlich eine Figur: Alfred. Der liebe Fredi hats den Fans angetan. Vorbei die Zeiten, als es für queer Herbert eine eigene Site gab, jetzt gehts ein wenig gesitteter zu.
Der Infotext zu den “Alfred”-Awards lautet:
Under this rather pompous title I’m putting the results of a detailed Alfred reviewing I’ve been doing with my friend who is also a great Alfred enthusiast. We have compared our favourite Alfred actors in a great deal of categories related to various parts of appearance, voice, acting etc. Actually at the moment only the Looks part is complete, but we did find a great many categories already there. So we decided who is, in our opinion, the best in each category, sometimes also who is the second best when more than one seemed to be particularly distinguished in that area. I’m going to post the results here as separate posts illustrated by photos or videos whenever possible.
I apologise for the very limited number of actors involved, should it annoy anyone. We don’t have that many Alfred actors we truly approve of and love, and of course only wanted to limit ourselves to those who we appreciate as Alfred. And even among them some people are harder to find pictures of (especially as Alfred) than others, which limited our ability to make comparisons. So with a few exceptions, we’re mostly limited to the Hungarian Alfreds (not that it’s new in this blog… I swear I do my best to be versatile). I’d like to note that we didn’t always focus on specifically Alfred-like qualities especially in the looks category, and Alfred pictures are not always the best way to illustrate the matter but I may use personal pictures as well. As all of the pictures should be extremely pretty, I trust this will not be a problem to my readers.
The entries on this subject will be posted whenever I feel like it, and links to individual entries will be added into this post.
Alfred Awards: Looks
Best Hair: Là¡szlà³ Sà¡nta
Runner-up for Best Hair: Aris Sas
Best Eyebrows: àdà¡m Pà¡sztor
Runner-up for Best Eyebrows: Gernot Romic
Most Beautiful Eyes: àdà¡m Pà¡sztor
Eyes That Look the Best With Make-Up: Gyuri Mihà¡lka
Most Sinful Eyes: Tibor Hà©ger
Most Beautiful Mouth: Tibor Hà©ger (and take two)
Most Alfred-Like Mouth: Gyuri Mihà¡lka
Most Perfect Face: àdà¡m Pà¡sztor
Most Beautiful Smile: àdà¡m Pà¡sztor
Most Engaging Smile: Gyuri Mihà¡lka
Most Inviting Smile: Tibor Hà©ger
Sweetest Smile: Là¡szlà³ Sà¡nta
Most Beautiful Neck: Gyuri Mihà¡lka
Most Beautiful Neck, runner up: Gernot Romic
Bevor hoffentlich die angemessene Sprachlosigkeit Platz greift, noch ein paar Links dazu:
- Die “Alfred”-Awards
- Ein Blog für Alfred
- Tagged/actor: gernot romic
Martin Bruny am Donnerstag, den
10. Juni 2010 um 12:27 · gespeichert in Absurditäten
35 Krügel im Schatten, die Hitze liegt über der Stadt, da kann es schon mal vorkommen, dass man auszuckt. Manche sind ohnedies Profis im ungeflegten Umgang, manche wissen es einfach nicht besser.
Nehmen wir Maya Hakvoort, die in der neuesten Augabe von NEWS Werbung für die Stockerauer Produktion von “Victor/Victoria” machen möchte und dann bei einem Statement wie folgt anlangt:
Maya Hakvoort: “Die Österreicher sind ihrer Zeit nicht gerade voraus. In einem burgenländischen Dorf findet es vermutlich niemand toll, wenn eine Transe über die Straße geht.”
Unterschätzt mir die Burgenländer nicht! Aber wäre es nicht schön, wenn im Rahmen solcher Interviews auch mal über die Musik gesprochen werden würde? Immerhin handelt es sich um eine Musiktheaterproduktion und nicht um die neueste Folge der ORF-Sendungen “Schauplatz” oder “Thema”.
Herbert Fechter und Marika Lichter liefern den Infight des Jahres. Der Prozess Lichter gegen Kröger wurde dieser Tage auch im Zuge des zweiten Verhandlungstages zu keinem Ende gebracht. Dominic Heinzl berichtet darüber in seiner Sendung “Chili”, die es –> hier als Stream gibt. Und ist es nicht bemerkenswert, wie Herbert Fechter, ganz Gentleman, Marika Lichter mit einem Geier vergleicht, der in den Eingeweiden seines Opfers herumstochern will.
Herbert Fechter: “Es ist so viel negative Energie von Seiten der Marika da dahinter, es ist wie ein Geier, der versucht, das Wild zu erlegen und zu zerfleischen und sie, sie weidet sich förmlich in diesen … offenbar hat sie nix anderes zu tun.”
Marika Lichter kontert via NEWS:
Marika Lichter: “Ich sehe das emotionsfrei. Ich möchte das, was mir zusteht. Uwe tut mir leid, denn er ist erstmals arbeitslos.”
Martin Bruny am Samstag, den
22. Mai 2010 um 15:19 · gespeichert in Absurditäten
In aller Kürze:
… dem Musicalpublikum, das oft nur auf gefällige Berieselung aus ist …[K2/kultur in centrope über “Eine wilde Party”]
Verallgemeinernd, unrichtig, Humbug, Klischee. What next? Frauen an den Herd? Resultiert aber vielleicht aus dem Umstand, dass die Autorin –> dieses Artikels keine Ahnung vom Musicalgenre hat? Könnte man auch so mir nichts dir nichts ableiten. Generell scheint es um den Bereich Musical in eurer Redaktion schlecht bestellt zu sein. Eure Frau Rathhammer hat wiederholte Male die “West Side Story” als die erste Musicalproduktion am Stadttheater Baden bezeichnet. Nun kaut die liebe Frau Steininger an stumpfen Klischeehalmen. Schön langsam wirds peinlich. Es gibt ein Musical abseits des Schwachsinns am Raimund Theater. Es kommt nicht darauf an, ob man vor 10, 50 oder 1200 Leuten spielt, wenn es um Qualität geht. Man sollte das vielleicht auch mal zur Kenntnis nehmen.
Martin Bruny am Mittwoch, den
12. Mai 2010 um 00:00 · gespeichert in Netz, Skurriles, Castingshows, Absurditäten
Castingshows sind im Trend, nach wie vor, keine Frage. Man kann Talentwettbewerbe dieser Art perfekt planen, das passiert meistens in England und in den USA bei Formaten wie “Pop Idol” oder “American Idol”, wo Künstler tatsächlich Karrieren aus ihrer Teilnahme an solchen Shows ziehen können.
Oder man macht es wie der ORF. Da scheitert man zuerst schon mal am Titel für eine neue Sendung dieser Art. Im Hause am Küniglberg hat man ein Konzept am Start mit der Bezeichnung “Helden von morgen”. Bitte? Helden? Das Wort “Held” gibt es heutzutage eigentlich nur mehr in Verwendung a) rückblickend auf die Helden der Geschichte, b) für all die liebgewonnenen Superhelden, angefangen von Spider- über Super- bis X-Men und c) abwertend im Dialekt als “Na ihr seids Helden”. Das Wort könnte vielleicht gerade noch in einem Text von Falco vorkommen, als sarkastische Bezeichnung für eine Loser-Generation, aber ernsthaft, HELDEN? Was soll der Gewinn einer solchen Show sein? Der Titel “Held”? Selten so gelacht. Bekommt man dann Superkräfte und darf die neuen U-Bahnlinien eröffnen? Wird man dann so glorios vom ORF unterstützt wie Oliver Wimmer es derzeit wird, der Gewinner der letzten im ORF gelaufenen Pop-Castingshow? Lange nichts von ihm gehört … zum Beispiel im Radio.
Als Mentoren scheinbar fix: Wolferl Ambros und Rainhard Fendrich. Bitte? Was sollen diese Austropopper der 80er Jahre unseren “Helden” des 21. Jahrhunderts beibringen? Wie man es schafft, NICHT mehr vom einzig relevanten Popsender des Landes, Ö3, gespielt zu werden? Was will uns der ORF damit sagen? Dass die beiden jetzt doch wieder gespielt werden (sollten) und man es sich überlegt hat, doch wieder auch österreichische Popmusik zu spielen, mit deutschsprachigen Texten, außer das ewig gleiche Lied von Herbert Grönemeyer im Wecker? Christina Stürmer, die Vera Russwurm des Austropops? Was will man uns damit sagen? Soll sie den Kandidaten beibringen, wie man mit Nonsens-Texten das Publikum zwei Jahre lang an der Nase herumführen kann und dann in der Versenkung verschwindet? Wie man als österreichische Popsängerin seine Sprachfärbung beinhart abschaben muss, damit man, keine Ahnung, wie ein nicht real existenter Deutscher mit Hybridsprachfärbung klingt, einfach dialektlos - stillos?
TV-Media textet in der jüngsten Ausgabe: “Casting-Start” kommende Woche. Na hoffentlich gibt es bis dahin eine kleine Website, damit unsere “Helden von morgen” rechtzeitig erfahren, wo man sich auf ein erstes Plauscherl mit Ambros, Stürmer und Fendrich treffen kann.
Martin Bruny am Mittwoch, den
28. April 2010 um 11:48 · gespeichert in Absurditäten
“Cats” ist die Mutter aller Musicals. [Maik Klokow im Interview mit WELT ONLINE am 20. April 2010]
Und die Griesnockerlsuppe ist die Mutter aller Suppen.
Martin Bruny am Samstag, den
24. April 2010 um 17:59 · gespeichert in Musical, Wien, Absurditäten
Marketing ist alles, vor allem beispielsweise in einem so umkämpften Markt wie jenem der Tonträger. Stellen Sie sich vor, sie haben eine Hitshow am Laufen, nennen wir sie “Der Keks des Dracula” - irgendeinen Namen muss sie ja haben. Jeden Abend steht sie am Spielplan eines rustikalen Etablissements und sie beschließen, eine Cast-CD machen zu lassen oder sie lassen zu, dass jemand eine macht, ist ja völlig egal. Sie haben jedenfalls ein Interesse daran, an dieser CD, vielleicht sogar Doppel-CD, zu verdienen.
Was machen Sie? Ein Weg wäre es, nichts zu machen, und bumsti ist die CD einfach irgendwann mal da. Ein paar Fanatiker werden schon jeden zweiten Tag anrufen und fragen, wann sie erscheint - und dies dann brühwarm in zwei Trilliarden Foren mit vier Quantilliarden Smileys verziert posten. Nicht, dass Sie davon viel haben, weil a) diese Foren nicht sooo populär sind, wie viele meinen, und b) in den Foren ohnedies meist dieselben Leute aktiv sind. Das liegt vielleicht an den manchmal teilweise paramilitärischen Strukturen, die einige dieser Foren durchziehen, manchmal, bei einigen Darstellerforen, kann man nicht umhin, fast so etwas wie faschistoide Züge festzustellen, wenn die “Forenfeinde” an virtuelle Pranger gestellt werden, wenn Hausmütterchen die Pseudojuristen des Forums mimen und laienhaft zusammengestümmelte juristische Phrasen in ihre Postings knallen, ohne Sinn und Verstand, wenn zensiert und mundtot gemacht wird, was gegen die “Linie” läuft. Da könnte man fast Angst bekommen. Andererseits - meistens lacht man einfach nur und denkt sich seinen Teil.
Sinnvoller wäre es natürlich, wenn Sie in Ihrem Interesse handeln würden, um das vorhandene Basisinteresse an dieser Castaufnahme zu verstärken. Angenommen, Sie haben so etwas wie einen Musicalclub am Laufen. Ja, vielleicht wäre es dann nicht unklug, öfter als ein Mal darauf hinzuweisen, dass eine CD erscheinen wird, Sie könnten vielleicht sogar einige Einzelheiten der Produktion featuren. Wir wissen doch, dass es da allerlei Interessantes geben würde. Sie könnten auf YouTube Interviews mit, keine Ahnung, beispielsweise den Produzenten, den Sängern, egal was, posten. Fast alles wäre von Interesse, es muss nur mal online gestellt werden. Sie könnten vielleicht exklusiv vorab einen Track der CD streamen, das würde Ihnen für Ihre Website Hits bringen.
Eines ist übrigens sicher: Eine oder zwei Wochen vor, vielleicht auch erst drei Stunden nach der Veröffentlichung der CD wird sie im Netz sein. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Da können Sie dann die Verbrecher verfluchen, die sich an “Ihrem” Eigentum vergangen haben, sicher auch mit einiger Berechtigung, aber verhindern werden Sie es nicht können. Da gilt es im Vorhinein dafür zu sorgen, dennoch genug abzusetzen. Sie können jetzt einfach nichts tun und darauf vertrauen, dass Musicalliebhaber sich garantiert die physischen CDs kaufen werden.
Sie können es aber auch beispielsweise wie Olafur Arnalds machen, dessen neue CD “… and they have escaped the weight of darkness” in zwei Wochen erscheinen wird - und die seit gestern bereits illegal im Netz zu finden ist (wie er auf Twitter mit einigem Sarkasmus, nicht mal böse, festgestellt hat). Er hat vorgesorgt und die CD mit Bonustracks nun vorzeitig über iTunes freigeschaltet, und er liefert auch die physische CD mit diversen Bonustracks und einer DVD aus, er produziert zusätzlich eine Vinyl-Edition, kurz: Er MACHT etwas. Etwas MACHEN und nicht einfach abwarten, das wäre schon mal ein Ansatz. In Zeiten von Mailinglisten und Websites ist es nicht so wahnsinnig schwer, Infos und Goodies unter die Leute zu bringen. Man muss natürlich motivierte Mitarbeiter haben. Denn wenn alles schiefläuft, kann man sich mit ein paar Grantscherben auch ein blühendes Geschäft verderben.
Ein Beispiel? Nun, sprechen wir wieder von unserer Hitshow “Der Keks des Dracula”. Der Vorverkauf läuft wunderbar. Etwaige Unregelmäßigkeiten beim telefonischen Vorverkauf, über die auf irgendwelchen obskuren Blogs im Kommentarfeld gepostet wurde, werden von Mitarbeitern des Hauses im internen Musicalforum prompt als bloße “Gerüchte” hingestellt. Aber es gibt dann eben auch Erfahrungen, die man tatächlich erlebt hat. Wenn man beispielsweise zwei Sitzplätze für je 29 Euro im wunderbaren Etablissement für Mai telefonisch bestellen möchte und als Antwort bekommt, dass es solche Plätze dann doch erst frühestens Ende Juni, keinesfalls aber schon im Mai gibt, was soll man da schon machen? Man sieht halt vorsichtshalber selbst im Netz nach - und wird bereits am 3. Mai fündig. Zwei Tickets nebeneinander, je 29 Euro, wären buchbar. Aber was solls, als Geschenk gibt es ja auch diverse andere Theaterprouktionen am Wunschzettel, alles kein Problem.
Martin Bruny am Freitag, den
23. April 2010 um 23:55 · gespeichert in Absurditäten
Vampire sind in. Wer sich derzeit eine Story rund um ein paar Blutsauger zusammenbastelt, hat vermutlich schon gewonnen. Den Verdacht könnte man auch bei “Dracula Story” haben, einer Produktion der Burgarena Finkenstein, die ab 7. August 2010 gezeigt werden soll.
Die offizielle Website zur Show (–> hier) ist derzeit ein ziemliches Chaos. Als einziger “Darsteller” ist bis jetzt der Promi-Prinz “Dr. Mario-Max Schaumburg-Lippe bekanntgegeben worden, die Seitennavigation funktioniert großteils nicht.
Wer hat die “Dracula Story” geschrieben, die offensichtlich auf Bram Stokers Roman beruht? Wer führt Regie? Wer hat die Musik komponiert? Was macht es für einen Sinn, drei Trillionen Plakatentwürfe auf eine Website zu knallen, aber keine Basisinfos? Wieso sind “die Darsteller” “eine Klasse für sich”, wenn es bis auf einen noch gar keine gibt?
Fragen über Fragen.
Martin Bruny am Mittwoch, den
21. April 2010 um 20:44 · gespeichert in Absurditäten
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