Archiv - Vermischtes
Helden von(m) (M)orgen - die Sendung ohne Markus Spiegel / Die wahren Helden: youngblood - Hast du’s im Blut?
Die Wahrheit sämtlicher österreichischer Castingshows ist die, dass der ORF mit einer gewissen Bauernschläue regelmäßig sogenannte “eigene Formate” zimmert, die sich in null komma - es folgen 100 Stellen Null - eins von anderen wohlerprobten Castingshows internationalen Formats unterscheiden. Durch diese minimale Gendifferenz in der elften Potenz erspart sich der Sender teure Tantiemen, die er dann in Müll wie der 100. Ärzteserie wieder verpulvert. Natürlich darf man in diesem Zusammenhang nicht das Wort “Diebstahl” in den Mund nehmen. Wozu auch, Castingshows gabs schon im alten Griechenland, oder Rom. Damals mussten die Burschen und Mädels in der Reihe stehend den Mund aufmachen und dann hieß es: “Na, du hosch schiache Zähnt, di wüll i ned”, und es wurde eben ein anderer Sklave gekauft.
Schiache Zähnt waren wenigstens ein nachvollziehbares Kriterium. Das aber, was man gestern bei der ersten Folge der ersten Staffel von “Helden von morgen”, der “neuen Castingshow des ORF”, sehen konnte, war ein abstruses Nichts, es war bestenfalls eine Parodie auf eine Castingshow. Ein des Rappens sich als völlig unfähig erweisender Bursch wurde deshalb in die zweite Runde geschickt, weil man ihm seine Credibility, nämlich dass er ein zu Gewalt neigender Mensch mit einem riesigen Aggressionspotential ist, abnahm. Das ist nicht nur die Bedienung des billigsten aller Klischees, das ist einfach nur ekelhaft. Man riecht förmlich diese pseudomoralische Absicht der Sendungsgestalter, den Rapper wie ein störrisches Fohlen einzureiten, ihn so, wie es ein Rapperflüsterer machen würde, zu zähmen und dann … dann bleibt ein schlechter Rapper über und er darf gehen, seine Schuldigkeit, Sendeminuten zu füllen, hat er ja getan. Ein anderer Bursch, über den man eine lange Homestory gebastelt hat, weil er stottert (was würden Castingshows ohne all ihre Stotterer machen), vergewaltigte bei seiner Audition ein Lied und sang buchstäblich jeden Ton falsch, und auch er wurde natürlich in die nächste Runde geschickt. Ein dritter schaffte es eine Runde weiter, weil er ein “beeindruckendes” Instrument, einen Besen mit Schellen, wie auch immer dieses Ding heißt, aufzuweisen hatte.
Alle drei, und sie sollen nur stellvetretend stehen, hätten es in jeder anderen Castingshow bestenfalls in die Lachparade geschafft. Apropos Lachparade. Bei “Starmania” hatte man in der Jury mit Markus Spiegel einen Experten sitzen, der zwar immer wieder lustig und spaßig war, aber daneben auch kompetent und niemals lächerlich. In der Jury von “Helden von morgen” sitzt ein Typ, der von Sekunde 0 an nur lächerlich über den Bildschirm kommt, dazu mit Monika Ballwein ein Vocal Coach, der zwar fachlich kompetent ist, das weiß man, in der Show aber ganz und gar nicht diesen Eindruck erwecken konnte, und ein Plattenboss, der den Eindruck verstärkte, dass es sich bei diesem Format nur um eine Parodie handeln kann.
Talente gabs freilich, zum Beispiel hörte man am Ende der Show, als Vorschau auf die zweite Sendung, einen Pianoman drei Noten singen, und dann ein Brüllen eines Jurors, der Sänger sei 2 Minuten davon entfernt berechenbar zu werden. Hilfe! Markus Spiegel, übernehmen Sie!
Die wahren Helden - youngblood - Hast du’s im Blut?
Wer wirkliche Helden sehen will, und nicht das, was der ORF als Helden definieren will, weil wohl die Falco-Signation schon vor der Namensgebung feststand: Lukas Perman, Marjan Shaki und Roman Gregory setzen sich derzeit im Rahmen der Initiative “youngblood” des Roten Kreuz fürs Blutspenden ein. Und wer schon einmal erlebt hat, wie Blutkonserven einen Menschen buchstäblich wieder zum Leben erwecken können, der sollte sich eine Ruck geben und blutspenden gehen. Es tut nicht weh und hilft Leben zu retten. Das Rote Kreuz bietet als zusätzlichen Anreiz nun einen Kreativwettbewerb, bei dem man schöne Preise gewinnen kann.
Beim Kreativbewerb “youngblood” können junge Menschen ihrer Kreativität freien Lauf lassen: Einreichungen sind bis 31. Dezember 2010 in den Kategorien Plakat, Video und Musik möglich. “Ich freue mich schon auf
viele kreative Ideen und wer’s nicht im Blut hat - Blutspenden ist immer eine gute Idee,” so Jury-Mitglied Gregory.
“Mit ‘youngblood’ suchen wir kreative Köpfe, die sich mit dem Thema Blut beschäftigen, und junge Menschen mit Herz, die anderen durch ihre Blutspende helfen”, so Dr. Eva Menichetti, Leiterin der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und Burgenland. Auf die Gewinner der Kreativ-Initiative warten tolle Preise: zwei Wochen Sprachferien von EF-Sprachreisen für den Sieger (inklusive Flug, Unterkunft und Kurs der Wahl) und Snowboard-Wochenenden von JUFA für die Zweit- und Drittplatzierten. Jeder, der mitmacht, erhält ein Rotkreuz-Goodie-Bag!
Die Gewinner werden Anfang Februar von der Fachjury gemeinsam mit der Werbeagentur “The Form” bei einer exklusiven Veranstaltung in der Ottakringer Brauerei prämiert. Die Jury-Mitglieder und Stars des Musicals “Tanz der Vampire Lukas Perman und Marjan Shaki sind sich einig: “Blutspenden ist ein Zeichen von Solidarität! Wir alle gehören zusammen und müssen uns gegenseitig unterstützen. Und wer weiß, ob wir nicht auch irgendwann in die Lage kommen, dass uns jemand sein Blut schenkt.” Die Initiative wird unterstützt durch ein Promotion-Video, in dem Roman Gregory die Hauptrolle spielt. Das Video kann man auf www.blut.at/youngblood finden.
“Camp Rock” - CampBlog Vol. 3 - ohne Leidenschaft geht gar nichts
Die Vorbereitungen zur Premiere der Musicalversion von “Camp Rock” am 25. November 2010 in der Wiener Stadthalle laufen. Ein Teil der Promotion für die Show, den man nicht unterschätzen sollte, ist der “CampBlog”. Ohne Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit geht in diesem Business gar nichts, und im CampBlog Vol. 3 gibts davon etwas zu sehen, nicht nur bei den Kids, sondern auch bei der Musikalischen Leiterin. Lohnt sich also reinzuschauen.
Nähere Details zu “Camp Rock” -> hier
Link
- CampBlog Vienna @YouTube
Tänzer von morgen: Uwe Kröger als “Dancing Star”?
Kürzlich erst konnte man in der einschlägigen Presse lesen, dass der ORF als “Dancing Stars”-Macher aus seinen Fehlern gelernt habe und Profis wie Ramesh Nair beim lustigen Tanzen zu falschen Rhythmen keine Chance mehr haben würden. War die Einladung an Ramesh Nair tatsächlich ein Fehler? Interessante Einschätzung jedenfalls.
Nun, 2011 geht in Ermangelung neuer Ideen wieder mal “Dancing Stars” an den Start, dieses Mal gleich mit drei Moderatoren - der unvermeidbaren Peinlichkeits-Combo bestehend aus Mirjam Weichselbraun, Alfons Haider und Klaus Eberhartinger.
Ein Angebot zur Teilnahme, so sagt man, habe der ORF unter anderem Uwe Kröger unterbreitet. Wird Uwe Kröger nun der neue “Dancing Star”?
“Fress-Shows” und ihr Ruf
In einem deutschen Musicalforum findet derzeit eine Art “Debatte” statt, welchen Stellenwert die sogenannten “Fress-Shows” im Rahmen des Musicalgenres haben. Nun, die Sache ist ganz einfach: keinen. Schlicht und einfach deswegen, weil in 99,9 Prozent der Fälle im Rahmen von “Fress-Shows” gar keine Musicals stattfinden, es handelt sich vielmehr um Varietà©shows. Da werden dann ab und zu auch Musicalsongs geträllert, aber meistens nicht ausschließlich Musicalsongs.
Dass diese Art von Show überhaupt im Rahmen einer “Diskussion” über das schlechte Image von Musicals erörtert wird, haben wir der Entwicklung des Musicalgenres im deutschsprachigen Raum zu verdanken. Denn wenn man nun im Raimund Theater derzeit auch noch Schnittchen servieren würde, mein Gott, wen sollte es schon stören. Ältere Menschen haben ohnedies oft einen Blutzuckerspiegel, den man mit derlei kulinarischen Raffinessen vielleicht auf ein besseres Niveau heben würde.
“Fress-Shows” sind jedenfalls keine Ausprägung des Musicalgenres, es gibt sie genauso im Rahmen von Verstanstaltungen diverser Magischer Zirkel, man findet sie bei Werbeveranstaltungen für tropffreie Windeln genauso wie bei Bewerbungsversuchen der neuesten Errungenschaften auf dem Gebiet erlebnisfördernder Kondome. Wer sich als Darsteller dafür verpflichtet, tut es, weil auch damit Geld zu verdienen ist. Das ist nichts Verwerfliches, einen besonderen Platz in der Geschichte des Musicals wird man damit nicht erringen können, schlicht und einfach deswegen, weil diese Art der Veranstaltung nichts mit dem Musicalgenre zu tun hat.
Link zur “Diskussion” –> hier
Uwe Kröger: Vom Tod zum Botschafter des Wiener Gemüses
Sein Weg ist vorgezeichnet: Mit 66 wird er Professor h. c., mit 80 Kommerzialrat, und mit 95 bekommt er das Goldene Verdienstzeichen der Stadt Wien. Keine Frage, Prof. Uwe Köger in spe wird in den nächsten Dezennien mit Ehrungen überhäuft werden.
Derzeit ist er zwar noch auf Level 1, aber auch ein Titel wie “Botschafter des Wiener Gemüses” hat sicher etwas Apartes, wenn man lange genug darüber nachdenkt. Verliehen wird Kröger dieser “Titel” am 23. September 2010 im Wiener Restaurant Leupold von der “Genussregion Österreich”. Mahlzeit!
Webtipp: “Musicalausbildung Blog” der Joop van den Ende Academy, Hamburg
Seit Juni 2008 betreiben Studenten der Joop van den Ende Academy, Hamburg, einen Musicalausbildungsblog, in dem sie über ihre Erlebnisse im Zuge des Studiums berichten. Dieser Tage ist natürlich der Workshop, den Jason Robert Brown geben wird, ein Thema, aber nicht nur deswegen lohnt sich ein Klick auf die Website.
Link
- “Musicalausbildung Blog” der Joop van den Ende Academy
Sofia Coppola gewinnt den “Goldenen Löwen von Venedig”: Was sagt das “profil” jetzt dazu?
6. September 2010, wir lesen im “profil”:
… das Drama eines jungen, orientierungslosen Kino-Superstars, eine Studie des Lebens in und mit der Filmindustrie, ein Blick ins Innere der Albtraumfabrik, inszeniert von einer Regisseurin, die solche Geschichten nicht nur vom Hörensagen kennen müsste. Umso absurder nimmt sich das karge Ergebnis des Films aus, der dann doch zu schnell zur Hollywood-Klischeeschleuder geriet: “Somewhere” folgt den sinnlosen Wegen eines von allen begehrten, aber von niemandem wirklich geliebten Schauspielers (öd dargestellt von Stephen Dorff), dem das Verstellungsgewerbe, in dem er so erfolgreich ist, den Atem abschnürt - und der sich in all den hübsch fotografierten Bildern verläuft, die ihm da geboten werden. Sofia Coppolas “Somewhere” ist exakt so unbestimmt, gelangweilt und uninspiriert wie ihr Filmtitel. Wenn die Jury unter Quentin Taranatino am 11. Septenber Venedigs Goldenen Kino-Löwen 2010 verleihen wird, dürfte dieser Film keine größere Rolle spielen.
11. September 2010
Die US-Regisseurin Sofia Coppola ist beim Filmfestival in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden. Coppolas Film “Somewhere” sei einstimmig zum Sieger gewählt worden, sagte der Jury-Vorsitzende Quentin Tarantino Samstagabend. Der Streifen habe die Jury schon bei der ersten Vorführung verzaubert. “Somewhere” erzählt die Geschichte eines Filmstars, der die Leere seines Daseins durch die Augen seiner elfjährigen Tochter sieht. [Der STANDARD]
Adam Lambert LIVE @Vienna/WUK
| 22. November 2010 | ||
| 20:00 | bis | 22:00 |
Adam Lambert (geboren 1982) ist vor allem all jenen ein Begriff, die Castingshows mögen. Im Mai 2009 beendete der Sänger die 8. Staffel von “American Idol” als Zweitplatzierter und ist seitdem hart am Arbeiten an einer Weltkarriere. Er war bei “American Idol” einer der wenigen, die Stimme und Ausstrahlung hatten, aufgrund seines durchwegs exaltierten Auftretens war er der Star der Show. Lamberts Debüt-CD “For Your Entertainment” erschien im November 2009. Mit der Singleauskoppelung “Whataya Want From Me” schaffte er es in Österreich in die Top 20 der Verkaufscharts.
Dieser Tage hat Lambert die Termine für seine anstehende Europa-Tournee veröffentlicht. Mit dabei ist ein Auftritt im Wiener WUK am 22. November 2010. Die Europa-Daten im Überblick:
* November 09: Stockholm, Schweden, Debaser Medis
* November 12: München, Deutschland, Theaterfabrik
* November 14: Hamburg, Deutschland, Grünspan
* November 15: Berlin, Deutschland, Postbahnhof
* November 16: Stuttgart, Deutschland, Zapata
* November 19: Köln, Deutschland, Gloria
* November 22: Wien, Österreich, WUK
* November 23: Zürich, Schweiz, Xtra Club
* November 26: Birmingham, UK, Academy 2
* November 27: Manchester, UK, Academy 2
* November 28: Glasgow, Scotland, ABC
* November 29: London, England, Shepherds Bush




