Archiv - Vermischtes
Martin Bruny am Mittwoch, den
17. November 2004 um 10:04 · gespeichert in Tod, Flicks
Famed composer Michel Colombier has passed away of cancer at age 65. He died peacefully at home in Santa Monica CA. He is survived by his wife Dana, three daughters Emily, Siena and Arabella, and his sister, Marie-Francoise Hoessler. There are also 3 other children from previous marriages in France, Christian, Agathe & David.
Es ist ein trauriges Jahr, in dem drei der bekanntesten Filmkomponisten von uns gegangen sind: Elmer Bernstein starb am 21. August, Jerry Goldsmith am 25. Juli, Michel Colombier am 14. November. Ihre Musik machte sie unsterblich.
Martin Bruny am Sonntag, den
14. November 2004 um 10:02 · gespeichert in Fotos

Am 13. November hat in diesem Jahr der traditionelle Wiener Adventzauber begonnen. Noch glaubt man kaum, dass bald Weihnachten vor der Tür steht, aber die Kulisse steht, das Fest kann beginnen.




Martin Bruny am Freitag, den
5. November 2004 um 10:00 · gespeichert in Fotos

Martin Bruny am Donnerstag, den
4. November 2004 um 10:00 · gespeichert in Fotos

Martin Bruny am Montag, den
25. Oktober 2004 um 09:56 · gespeichert in Literatur, Netz
Bücher über Blogs, das ist wie eine Videokassette, auf der die Vorzüge des Mediums DVD erklärt werden. Immer wieder ist es ärgerlich, ein Buch über Weblogs in die Hände zu bekommen und dann doch nur festzustellen, dass ein Autorenteam mal wieder das Phänomen “Blogging” auf etwas reduziert, was dem Ganzen nie und nimmer gerecht wird. Jüngstes Beispiel: die 1-Kilo-Schwarte “Blogs!“, herausgegeben von “Don Alphonso” und Kai Pahl. Das Buch bietet auf den ersten Seiten altbekannte Vergleiche zwischen der Journaille und den Webloggern und versucht danach, sich auf den “Inhalt” einiger Weblogs zu konzentrieren, was jedoch nichts anderes bedeutet, als dass versucht wird, Weblogeinträge krampfhaft in den Rang von Literatur zu erheben. Nun mag es durchaus Weblogs von literarischem Niveau geben, aber das Phänomen Weblogging auf diesen Aspekt einzuschränken und damit dann auch noch auf eine Lesetour zu gehen, das ist, mit Verlaub, völlig am Thema vorbeikonzipiert.
Mit Verwunderung muss man auch zur Kenntnis nehmen, dass es zwar wunderbar gestaltete Blogs gibt, die auch manchmal geradezu atemberaubendes Bildmaterial bieten, wenn es aber dann daran geht, ein Buch über Blogs zu schreiben, bringt man die hässlichsten und abstoßendsten Cover auf den Markt, die man sich nur vorstellen kann.
Martin Bruny am Montag, den
25. Oktober 2004 um 09:55 · gespeichert in Literatur, Sprache
… als Kriterium bei der Wahl zum “schönsten Wort” gilt, dann gilt vielleicht auch bald das schönste Kaffeehäferl, aus dem ein Maler beim Malen eines Bildes getrunken hat, als ausschlaggebender Faktor bei der Bestimmung des Marktwerts eines Kunstwerks.
Wenn “Habseligkeiten” “Geborgenheit” und “Liebe” sowie andere vielleicht wirklich “schöne” Worte auf die Plätze verweist, nur weil sich jemand eine reichlich konstruierte, wenn auch semantisch durchaus plausible Begründung dafür ausdenken kann, dass Habseligkeiten “schöner” als Liebe sind, dann könnte man ja auch annehmen, dass in Zeiten, die zur Befürchtung Anlass geben, dass man dereinst im hohen Alter praktisch ohne dem, was das schönste Wort ausdrückt, dastehen könnte, Geborgenheit und Liebe eben nunmal erst an zweiter und dritter Stelle kommen beziehungsweise von den Juroren gereiht werden. Es wäre kein Wunder gewesen, wenn auch “Angst” in den Top 10 gelandet wäre, eine Begründung dafür würde man sicher irgendwie basteln können.
Martin Bruny am Dienstag, den
12. Oktober 2004 um 09:43 · gespeichert in Literatur, Sprache
Man liest, dass dem Papst die Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Elfriede Jelinek ein Dorn im Auge ist. Die vatikanische Tageszeitung “L’Osservatore Romano”, das Sprachrohr des Papstes, bezeichnet Jelinek als Fahnenträgerin des “absoluten Nihilismus”. Ihre Schriftstellerei sei durch die “scharfe Unannehmlichkeit des Obszönen” gekennzeichnet. Die österreichische Schriftstellerin beschreibe eine Frauenwelt “mit Szenen roher Sexualität, die nicht auf die Emanzipierung der Frau vom Erotismus hindeuten, sondern Sex und Pathologie, Macht und Gewalt verbinden”. “Die Vereinigung der Körper, kalt und düster und von Mangel an Kommunikation und von Übergriff gekennzeichnet, führt niemals zu Zartheit, zu einer Würde der Seele, oder der Intentionen”, meinte die Tageszeitung. (siehe ORF.at)
Ganz kurz könnte man darauf antworten, dass nicht das Werk einer Rosamunde Pilcher der Realität am ehesten entspricht, sondern vielmehr das einer Elfriede Jelinek. Man könnte auch meinen, dass all die Szenen “roher Sexualität” eine künstlerische Aufarbeitung von Verbrechen sind, die nicht zuletzt durch kinderschändende Pfarrer begangen werden. Scharf und unangenehm? Ja, Gott sei Dank gibt es solche Literatur. Freilich: eine Seligsprechung erwartet sich Elfriede Jelinek nicht, keine Bange. Sex und Pathologie, Macht und Gewalt von Pfarrern, die Minderjährige mißbrauchen, und ein Mangel an Kommunikation, der dazu führt, dass diese Verbrechen erst Jahrzehnte später ans Tageslicht kommen … wen wundert es da, dass es im Leben dieser Menschen keine Zartheit mehr gibt, dass die Würde ihrer Seelen erstochen vor sich hin blutet …
Martin Bruny am Samstag, den
9. Oktober 2004 um 09:42 · gespeichert in Literatur, Pop, Castingshows

Er ist als absoluter Außenseiter in die zweite Staffel der Castingshow “American Idol” gestartet - völlig unvorteilhaft angezogen, pickelig. Eine Nerd-Brille war das, was am auffälligsten an seinem Gesicht war - was ihn durch die Audition gebracht hat, war nur eines: seine Stimme. Und das hat gereicht. Im Laufe der Show wurde aus Clay Aiken, dem unauffälligen Nerd, ein mehr oder weniger attraktiver Barry Manilow-Klon geformt. Und man könnte fast meinen, dass das den Juroren dann nicht wirklich recht war. Sie waren zwar angetan von seiner Stimme, befanden aber seine Performances als zu “musical”. Und was gibt es schließlich Verachtenswerteres für einen gestandenen Popstar als Musicalsänger. Das wissen wir ja alle spätestens seit der aktuellen Popstars-Staffel, in der Musical mit “unecht” und “Popstar” mit “real” verglichen wurde (was für ein Topfn, aber Lukas Hilbert wird schon davon überzeugt sein :-))
Doch kommen wir zurück zu Clay Aiken. In einem spannenden Run kämpfte er sich bis ins Finale von American Idol, wo er schließlich, unter reichlich dubiosen Umständen (angeblicher Ausfall von Telefonvotinganlagen), Ruben Studdard unterlag.
Mittlerweile sind fast zwei Jahre ins Land gezogen, und der “Verlierer” Clay Aiken kann nicht nur auf ein Nr.-1-Album in den USA verweisen, sondern auch auf diverse Nr.1-Singles sowie auf eine loyale und stetig wachsende Fangemeinschaft.
Am 16. November wird die junge Karriere von Aiken um eine Facette reicher, wird doch an diesem Tag sein erstes Buch “Learning to Sing: Hearing the Music in Your Life” zeitgleich mit seiner ersten Christmas CD ausgeliefert.
Martin Bruny am Samstag, den
25. September 2004 um 09:37 · gespeichert in Skurriles
Berichte von bösen Verrissen einiger Konzerte der Wiener Philharmoniker haben in den letzten Monaten die Runde gemacht. Man beschwerte sich über den unsauberen Klang des sonst so einzigartigen Klangkörpers, man zog sogar in Zweifel, das so weltberühmte Orchester tatsächlich live erlebt zu haben. Und, so unglaublich es klingt, die ärgsten Vermutungen sind wahr. Wer Eintrittskarten für Vorstellungen mit den Wiener Philharmonikern kauft, darf wahrlich nicht sicher sein, auch tatsächlich nur Wiener Philharmoniker zu hören. Ist es doch Sitte unter den hochgelobten und hochbezahlten Musikern geworden, sich Musikdoubles zu leisten, die sie im Orchestergraben vertreten, sogenannte Privatsubstitute, auch Ersatzinstrumentalisten genannt. Überspitzt formuliert geht das Ganze so vor sich: Hat ein Wiener Philharmoniker mal keinen Bock darauf, eine Vorstellung zu spielen, sagen wir mal, weil er mit einem lukrativen Auftritt mit einer anderen Orchesterformation wesentlich mehr verdient an einem Abend, ruft er einen, sagen wir mal Musikstudenten an, der für eine gewisse Summe, sagen wir mal 200 Euro pro Vorstellung, seinen Platz im Orchestergraben einnimmt.
Schön und gut, wenn das ein Mitglied des Orchesters macht, was aber, wenn mehrere auf die glorreiche Idee verfallen, nicht zu spielen, was, wenn das Orchester zunehmend aus sicher nicht unbegabten Studenten, aber eben nicht aus Mitgliedern eines weltberühmten Klangkörpers besteht. Nun, dann leidet eben der Ruf, dann sinkt die Reputation. Wir werden ja sehen, wie und ob Staatsoperndirektor Holender sicherstellen kann, daß im Haus am Ring wieder mehr auf sauberen Klang und Qualität Wert gelegt wird.
Martin Bruny am Mittwoch, den
15. September 2004 um 09:36 · gespeichert in Literatur, Sprache
Wir leben in einer Zeit der Literatur-Koffer – in Deutschland sagt man etwas stilsicherer Kanon dazu, lässt Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki eine von ihm jederzeit erklärbare und fundierte Auswahl treffen, in Österreich plant man etwas plump einen Austrokoffer, wobei die Art des Herangehens an dieses Projekt eher etwas Vollkofferartiges an sich hat. Literatur, das sollte sich vielleicht mal bei Verlagen herumsprechen, verkauft man nicht wie Schweineschmalz oder Ochsenschlepp. 5 Kilo Literatur, darfs ein bisserl mehr sein? Österreichische Literatur mit lächerlichen Slogans wie:
… das kleine Österreich ist eine kulturelle Großmacht, der »Austrokoffer« enthält 18 Bände, 5000 Seiten, 130 Autoren …
anzupreisen, wirkt vulgär und marktschreierisch, in etwa so billig wie die Kinderwebsite, die zu Promotionzwecken erstellt wurde und bunt bis zum Exzess vor sich hinstrahlt. Gänzlich zur Farce wird das Projekt »austrokoffer« durch eine Anmerkung auf der »offiziellen Website«, die sich wie folgt liest:
Nieder mit der Schlechtschreibreform! Die Texte des Austrokoffers werden sämtlich in der »alten« Rechtschreibung publiziert. Der Austrokoffer und alle Kulturmenschen sind gegen die Schlechtschreibreform.
Erstens gibt es Autoren, die sich sehr wohl der neuen Rechtschreibung bedienen, doch selbst wenn dem nicht so wäre, der Argumentationsstil, der hier benutzt wird, ist einfach nur abstoßend. Kulturmenschen, wenn man diesen schrecklichen Begriff wirklich verwenden will, definieren sich ganz bestimmt nicht über die Rechtschreibung, und mit Sicherheit haben sie keinen »Austrokoffer« nötig. »Kulturmenschen« kennen vermutlich die bedeutendsten Werke der österreichischen Literatur bereits und erfreuen sich wohl eher an Hardcover-Originalausgaben, als billige Paperback-Agglomerate zu erstehen.
Aber nun schnell weg von diesem Unwort. Was ist denn die Hauptzielgruppe des Ueberreuter-Verlags? Sind es eventuell junge Menschen, die um wenig Geld »viel Literatur« erstehen wollen? Ist es nicht auch schon jene Generation, die in der Schule zu der neuen Rechtschreibung frönenden »Nicht-Kulturmenschen« erzogen wurde. Wie dreist, einer ganzen Generation Kultur abzusprechen. Und wie lächerlich.
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