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“Goldene Venus” für MG-Sounds “Vienna Symphonic Lounge”

Mit der CD “Vienna Symphonic Lounge - A Trip to the Core” haben die MG-Sound-Masterminds Martin Böhm & Ludwig Coss gemeinsam mit den Wiener Symphonikern eine völlig neue, zeitlose, intime Musik entstehen lassen - auf der Basis von bekannten Literaturstücken. Statt einfach populäre Klassikmotive mit coolen Beats zu unterlegen, wurde ein sehr intelligenter, einfühlsamer Zugang gewählt, der nicht nur Lounge-Lover mit Delay-Ketten und Filterflows umspült, sondern auch eingefleischte Klassikfans überzeugt.

Die Stücke auf dieser CD sind Fantasien. Wohlklingende, friedliche Musik, die dem in der Moderne so oft ignorierten Streben der Klassik nach Harmonie, Schönheit und Vollendung Rechnung trägt. Die Stücke werden nicht zerstört, sondern Martin Böhm & Ludwig Coss und die Wiener Symphoniker wagen den Versuch, sie mit äußerstem Respekt und viel Inspiration von ihrer alten Form zu lösen und in ihrer ewig kosmischen Substanz spürbar zu machen.

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Belohnt wurde dieses neue Konzept nicht nur mit einem hervorragenden Verkaufserfolg, sodass im Herbst 2010 eine zweite CD mit den Wiener Symphonikern erscheinen wird, sondern auch mit einer Auszeichnung auf dem Gebiet des innovativen Verpackungsdesigns. Im Rahmen der CCA-Gala 2010 vergab der Creativ Club Austria eine Auszeichnung in Gold an MG-Sound für das Verpackungsdesign der “Vienna Symphonic Lounge”-CD. Für “A Trip to the Core” verwendete MG-Sound eine eigens entwickelte und geschützte Variante der “Jakebox”.

Das auffälligste Merkmal der “Jakebox” ist die gefaltete “Kralle”, welche das Medium hält und auf eine besondere Art und Weise wiedergibt. Beim Öffnen entfaltet sich diese Kralle und präsentiert die Disc zur Entnahme, beim Schließen verschwindet der Datenträger wieder sicher in der Hülle. Die “JakeBox” kommt im Gegensatz zum bekannten Digipak, ganz ohne Kunststoff aus. Besonders pfiffig auch das gestanzte Cover, das man durch Austausch von Einlageblättern selbst indiviuell gestalten kann. Ein Hingucker, den man sich mal ansehen und natürlich anhören sollte.

Akustische Kostproben gibt es auf der Website zur CD —> hier

Fundstücke: Strange Entertainment

Premierenmitschnitt von “Ich war noch niemals in New York” demnächst im Handel

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Fix hat man diesmal agiert und bereits die Premierenvorstellung (17. März 2010) der Udo-Jürgens-Nummernrevue “Ich war noch niemals in New York” auf Tonträger gebannt. Alle Songs der Wiener Fassung werden darauf vertreten sein. Erscheinungstermin: demnächst.

In der Zwischenzeit jubelt man bei Stage Entertainment, ist doch “Ich war noch niemals in New York” der erste Auslandsexport des Unternehmens. Stage Entertainment Deutschland Chef Johannes Mock-O`Hara betont die besondere Bedeutung für sein Unternehmen:

Erfolgreiche Eigenproduktionen sind für uns als Musicalproduzenten in mehrfacher Hinsicht spannend: Neben der künstlerischen Freiheit brauchen wir keine Tantieme an andere Lizenzgeber zu zahlen. Im Gegenteil: Dank eigener Lizenzvergabe wie jetzt bei ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK ergibt sich für uns eine zusätzliche Einnahmequelle. Dies bestärkt uns in unserem strategischen Ziel, unser Musical-Portfolio neben internatonalen Hit-Shows auch künftig durch eigene Entwicklungen zu ergänzen. [UnitedNetworker.com]

The Olivier Awards 2010: Triumph für “Spring Awakening”

Späten Erfolg gab es bei den diesjährigen “Olivier Awards” für die längst abgesetzte West-End-Produktion des Rockmusicals “Spring Awakening”.

Gleich vier Preise gingen an die Show von Duncan Sheik und Steven Sater. Aneurin Barnard wurde als “Best Actor in a Musical (”Spring Awakening”)” ausgezeichnet, Iwan Rheon bekam den Preis als “Best Supporting Performance in a Musical or Entertainment (Spring Awakening”)” zugesprochen und Brian Ronan entschied die Kategorie “Best Sound Design (”Spring Awakening”)” für sich. Der Hauptpreis in der Kategorie Musical: “Best New Musical” ging ebenfalls an “Spring Awakening”.

Die Preisträger

Best Actress
Rachel Weisz: A Streetcar Named Desire (Donmar)

Best Actor
Mark Rylance: Jerusalem (Jerwood Theatre Downstairs at the Royal Court jetzt: Apollo)

Best Actress In A Supporting Role
Ruth Wilson: A Streetcar Named Desire (Donmar)

Best Actor In A Supporting Role
Eddie Redmayne: Red (Donmar)

Best New Play
The Mountaintop: atori Hall (Trafalgar Studios 1)

Best New Comedy
The Priory: Michael Wynne (Jerwood Theatre Downstairs at the Royal Court)

Best Musical Revival
Hello Dolly! (Open Air)

Best New Musical
Spring Awakening (Novello)

Best Entertainment
Morecambe: Tim Whitnall (Duchess)

Best Actress In A Musical Or Entertainment
Samantha Spiro: Hello Dolly! (Open Air)

Best Actor In A Musical Or Entertainment
Aneurin Barnard: Spring Awakening (Novello)

Best Supporting Performance In A Musical Or Entertainment
Iwan Rheon: Spring Awakening (Novello)

Best Director
Rupert Goold: Enron (Jerwood Theatre Downstairs at the Royal Court jetzt: Noel Coward)

Best Revival
Cat On A Hot Tin Roof (Novello)

Best Theatre Choreographer
Stephen Mear: Helly Dolly! (Open Air)

Best Lighting Design
Burnt By The Sun: Mark Henderson (Lyttelton)

Best Set Design
Jerusalem: Ultz (Jerwood Theatre Downstairs at the Royal Court jetzt: Apollo)

Best Costume Design
Priscilla, Queen Of The Desert - The Musical: Tim Chappel und Lizzy Gardiner (Palace)

Best Sound Design
Spring Awakening: Brian Ronan (Novello)

The Audience Award For Most Popular Show
Wicked (Apollo Victoria)

Outstanding Achievement In An Affiliate Theatre
The Royal Court for Cock at the Jerwood Theatre Upstairs

Best New Opera Production
The Royal Opera’s Tristan Und Isolde (Royal Opera House)

Outstanding Achievement In Opera
Nina Steme: Tristan Und Isolde (Royal Opera House)

Best New Dance Production
Goldberg: The Brandstrup Rojo Project, Roh2 (Royal Opera House)

Outstanding Achievement In Dance
Rambert Dance Company

“Me and My Dick” - Überraschungserfolg in den BILLBOARD Cast-CD-Charts

Woche für Woche veröffentlicht das US-Branchenfachblatt BILLBOARD Charts in den verschiedensten Kategorien, sei es Jazz, Pop, Soul, Klassik, Hörbücher … Für das Musicalgenre gibt es eine Auflistung all jener Cast-CDs, die sich Woche für Woche in den Staaten am besten verkaufen.

Die Cast-CD-Charts dieser Woche sind recht interessant, beispielsweise für alle “Phantom”-Fans, denn Andrew Lloyd Webber konnte sich mit “Love Never Dies” natürlich an die Spitze der Charts setzen, aber mit 7000 abgesetzten Einheiten (davon 2400 Downloads) kann der Meister nicht wirklich zufrieden sein. Sicher wird sich das ändern, wenn die Show auch am Broadway startet.

Die Sensation der dieswöchigen Charts ist aber auf Platz 10 zu finden: “Me and My Dick”. Diese kaum bekannte Produktion schaffte den Sprung in die Charts letzte Woche auf Platz 11 und ist mit exakt 400 Downloads in dieser Woche in den Top 10 zu finden.

Und ja, es geht in der Show genau um das, was der Titel aussagt. Produziert wurde “Me and My Dick” von Studenten der Universität von Michigan. In der Hauptrolle ist Joey Richter zu erleben, als junger Mann, der Gespräche mit seinem Penis, gespielt von Joe Walker, führt. Die Show ist in voller Länge auf YouTube zu bestaunen, und, wieder ja, es lohnt sich, denn sie ist voller Sprachwitz und die beiden Darsteller sind ungemein unterhaltend. Wer die ganze Show sehen möchte: Zur Übersichtsseite mit einer Auflistung aller Einzelszenen bei YouTube gehts —> hier

Die Cast-CDs gibts als Download bei iTunes –> hier

Me and My Dick
Musik/Texte: A. J. Holmes, Carlos Valdes, Darren Criss
Buch: Brian Holden, Matt Lang, Nick Lang, Eric Kahn Gale

Charts der Woche: Top Cast Albums
01. Love Never Dies
02. Wicked
03. Jersey Boys
04. The Lion King
05. Spring Awakening
06. Mamma Mia!
07. In the Heights
08. Mary Poppins
09. Annie (OBC) und The Phantom of the Opera: Highlights (Gleichstand)
10. Me and My Dick
11. Rock of Ages
12. Hair (2009)
13. Next to Normal
14. Avenue Q
15. Finian’s Rainbow

Update
Auch BILLBOARD selbst berichtet recht ausführlich über den Charts-Erfolg des Musicals –> hier

Performing Arts Studios Vienna: Grad noch beim Casting und dann schon im … ORF

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Vom 26. bis 28. März 2010 gehen im Wiener Performing Center Austria die Auditions für den nächsten Jahrgang der Performing Arts Studios Vienna über die Bühne. Tanz, Gesang und Schauspiel, das sind die drei Disziplinen, in denen sich Talente, die ihre Berufsausbildung an der Wiener Musicalschule beginnen wollen, beweisen müssen. Eine Berufsausbildung, die im besten Fall den jungen Talenten dabei hilft, Starqualitäten zu entwickeln.

Damit das Ganze in diesem Jahr noch ein wenig spannender, aufregender und um einen Touch interessanter wird, filmt der ORF das Aufnahmeverfahren für eine Casting-Doku, die im Rahmen der Vorabendsendung “Frühlingszeit” am 29. und 30. März 2010 ausgestrahlt wird.

Der erste “Frühlingszeit”-Beitrag wird Auszüge aus dem Audition-Ablauf, die Zwischenentscheidungen, Statements dazu sowie Reaktionen darauf und natürlich das mit Spannung erwartete Ergebnis zeigen. In einem zweiten Beitrag, am Tag darauf, kommt die Jury zu Wort. Das Team des Performing Center Austria wird erklären, worauf es bei der Einschätzung der Kandidaten besonders achtet und was wirklich wichtig und entscheidend ist.

Wer sich vorab informieren möchte, wie eine Aufnahmeaudition der Performing Arts Studios Vienna abläuft, lädt sich am besten ein PDF von der Website des Instituts, in dem alles sehr ausführlich beschrieben wird. Zum Download gehts —> hier

Die Voraussetzungen
* Alter zwischen 17 und 23 Jahren
* Musikalität und stimmliche Eignung
* Bewegungstalent (gute Ballettvorkenntnisse)
* Schauspielerische Begabung
* Bühnenausstrahlung
* professionelle Einstellung
* Beherrschung der deutschen Sprache

Das Anmeldeformular zur Audition kann man sich –> hier runterladen, weiterführende Infos finden sich –> hier.

Kooperation des Monats: Mit dem “Nordsee-Menü to go” ab ins Raimund Theater

Im neuen “musicals”, das Anfang April 2010 erscheint, wird in der Rubrik “Buchrezensionen” anlässlich einer Buchneuerscheinung eine Kooperation der Vereinigten Bühnen Wien mit dem Hotel Sacher angeregt. Doch wie so oft ist das Leben noch viel lustiger als jeder Spaß. So meldet eben die APA unter dem Titel “Das New York Menü zum Musical Hit “Ich war noch niemals in New York”":

Die mitreißenden Hits von Udo Jürgens und das Menü bei NORDSEE
Zum Start des Musicals mit den Kultsongs eines der größten österreichischen Entertainer bringt NORDSEE zwei spezielle Menüs im New York Style. Parallel verlost NORDSEE viele Sofortgewinne, Tickets oder Ermäßigungen und Fanpackages sowie als Hauptpreis drei Mal New York Dinner & Music Evenings für je zwei
Personen.

Robert Jung, Country Manager von NORDSEE Österreich freut sich über die Kooperation mit dem Raimund Theater: “Meer, Urlaubsfeeling, Fernweh aber auch die pure Lebenslust - das ist der gemeinsame Nenner für die Kooperation zwischen NORDSEE und dem Raimund Theater. NORDSEE steuert mit zwei speziellen Menüs die richtige Verpflegung bei! Wir bieten im Rahmen unserer Kooperation mit den Vereinigten Bühnen in allen unseren Filialen in Österreich das “New York Seafood” als Hauptgericht im Restaurant und das “New York Menu” als praktisches “Menü to go”.

Die New York Menüs zum Musical kommen von NORDSEE

Egal, ob als “Reiseverpflegung” vor dem Musicalabend oder danach - an 40 Standorten in ganz Österreich gibt es von 8. März bis 18. April das “New York Seafood” (Garnelen und Calamares mit Megafrites dazu Cocktail und BBQ Sauce um Euro 6,95) oder das “New York Menu” bestehend aus einem Bremer mit Megafrites und BBQ Sauce um nur Euro 3,95.

Bis 18. April: Das NORDSEE-Gewinnspiel “Ich war noch niemals in New York” Jedes Los gewinnt! 15 % Ermäßigung auf Tickets für “Ich war noch
niemals in New York” ab Juni und bis zur Sommerpause sowie im September.

NORDSEE verlost außerdem drei Mal New York Dinner & Music Evenings für je zwei Personen d.h. Dinner im NORDSEE Restaurant in der Kärntnerstraße, Transfer zum Raimund Theater und einzigartigem “Meet & Greet” mit den Hauptdarstellern, sechs Mal zwei Tickets, zehn Fanpackages bestehend aus je einem “Ich war noch niemals in New York”-Bademantel, Kaffeetasse, Badeente und “Rette Mich” T-Shirt des Erfolgsmusicals. Die Lose erhalten Musicalfans gratis in jeder
NORDSEE-Filiale oder unter www.nordsee.at. Karten sind über www.musicalvienna.at, telefonisch über Wien Ticket 01/588 85 oder an den Tageskassen der Vereinigten Bühnen Wien nach Vorweis des Gewinnloses buchbar.

Ich würde zur olfaktorischen Abrundung noch eine Kooperation mit Wrigley empfehlen und, allerdings betrifft das nur rein persönliche Traumata, eine Kooperation mit Tannalbin. Und dann gehts ab zum Schunkeln ins Raimund Theater.

Budapest: Premiere für “Rebecca”

copyright:

“Rebecca”, das Musical von Sylvester Levay und Michael Kunze, basierend auf einem Roman von Daphne du Maurier, feierte am 18. März 2010 seine Ungarn-Premiere im Rahmen des renommierten Budapester Frühlingsfestivals (19. März bis 5. April 2010).

Die Show folgt damit den anderen Musical-Exporten der Vereinigten Bühnen Wien wie “Elisabeth” (seit 1996), “Mozart!” (seit 2003), “Tanz der Vampire” (seit 2007) und “Rudolf” (seit 2006) nach Ungarn.

In der Regie von Attila Bà©res ist die Show 2010 mindestens 40 Mal zu sehen, weitere Vorstellungen sind für die Spielzeit 2010/2011 in Planung.

copyright: Budapester Operettenhaus

Seine Uraufführung feierte “Rebecca” am 26. September 2006 im Wiener Raimund Theater. Bis zur Dernià¨re am 30. Dezember 2008 sahen weit über 500.000 Besucher die Show. 2008 erlebte “Rebecca” Premieren in Tokio, Moskau (Workshop) und Helsinki, 2010 sind weitere Produktionen in Tokio, Nagoya und Osaka sowie Kouvola (Finnland) geplant - und 2011 steht das Musical in St. Gallen auf dem Spielplan.

Im Herbst 2009 fand ein erstes Reading für eine englischsprachige Version des Musicals in London statt. Ob und wann es zu einer Premiere am West End oder am Broadway kommen wird - lassen wir uns überraschen.

Nichts mehr im Griff - auf dem sinkenden Schiff?

Anlässlich der Wien-Premiere der Udo-Jürgens-Show “Ich war noch niemals in New York”, die in ebendiesen Minuten im Raimund Theater über die Bühne geht, strahlte der ORF eine altbekannte, aber etwas aufgefrischte Doku über die Erfolgsgeschichte des Musicalgenres in Wien aus. Lustigerweise setzte ja der richtige Musicalboom in Wien natürlich genau in dem Augenblick ein, in dem für die meisten, die sich als die wahren Experten bezeichnen, das Musical zu sterben begann, nämlich mit dem Einzug des Megamusicals in Gestalt der Webberschen Erfolgsshows wie “Cats” oder “Das Phantom der Oper”.

Was wäre das doch für eine wunderbare Musicalwelt gewesen, hätte es diese Webberschen Shows nicht gegeben. Wir hätten sicher 90 Prozent weniger Musicalschulen, aus Holland würden wir nur Käse kennen, und an der Volksoper würde man vielleicht nach wie vor ohne Mikros singen. Fällt uns sonst noch was ein? Naja, man hätte Heinz Sichrovsky, einen der “geliebten” Wiener Theaterkritiker, für die zuerst der Teufel und danach gleich das Musical kommt, in ebendieser alten, etwas aufgefrischten Sendung vielleicht nicht so viel Platz eingeräumt. Wunderbar sind seine Ausführungen ja aber dennoch, wunderbar um ihres skurrilen Moments, wenn er meint:

Ich halte das Musical für eine kurzfristige, lukrative Verirrung der Kulturgeschichte. Sowas wie die Glockenhose oder die Vogelgrippe. Kurze Zeit verdient jemand sehr gut daran, in kurzer Zeit wird’s das nicht mehr geben. Ich glaube, dass in 20 Jahren das Musical als Form gar nicht mehr existieren wird. Ich muss hinzufügen, ich bezweifle, dass es das Musical überhaupt jemals gegeben hat.
“My Fair Lady” ist meines Erachtens die letzte erstklassige Operette, die geschrieben wurde, “West Side Story” ist ein bedeutendes Opernwerk. Es kam dann der Verfall mit Lloyd Webber, der das Ganze zu einer Maschinerie, zu einer Industrie gemacht hat, der auf eine sehr kalte, professionelle Art Gefühle herzustellen versucht hat. Das ist dann wunderbar gegangen eine Zeit lang. Nur – wenn der fünfte, sechste und siebte Lloyd Webber beginnt Gefühle herzustellen, werden die halt nicht mehr professionell und sehr schlecht und sehr maschinell und ein Wegwerfprodukt

Schön ist, dass Herr Sichrovsky offenbar ein begeisterter Belletristik-Fan ist. In einem seiner für NEWS geschriebenen Artikel bezeichnete er das “Libretto” für die Udo-Jürgens-Show “Ich war noch niemals in New York” als “brillant”. Es ist davon auszugehen, dass Heinz Sichrovsky genau in diesen Minuten der optischen, tänzerischen und gesanglichen Umsetzung des “brillanten” Librettos gebannt lauschen wird, und es sei ihm von Herzen gegönnt.

Aber wie ist das nun, hat es tatsächlich nie ein Musical gegeben? Wurde das Publikum etwa betrogen und hinterrücks mit operettenunterspickten Pseudo-Opern zugedröhnt? Interessant ist die Tatsache, dass man in bezug auf “Ich war noch niemals in New York” Aussagen hört wie das sei “broadwayreif”. Hat jemals schon ein Zuschauer nach dem Besuch einer Vorstellung der Wiener Staatsoper Statements abgegeben wie “Das war …reif?” Wie siehts mit Besuchern des Wiener Burgtheaters aus?

Irgendwas läuft da schief im Staate VBW. Aussagen wie “Nichts mehr im Griff - auf dem sinkenden Schiff” auf beliebten Social-Network-Plattformen lassen erahnen, wohin der Weg führt, den die Frau Kapitän der VBW eingeschlagen hat. Am Ende hat Sichrovsky doch noch recht. Unglaublich!

Kritiken
- TT.com: Kitsch-Orgie und Retro-Charme: Udo-Jürgens-Musical in Wien
- Marler Zeitung: Udos Evergreens begeistern Wien
- KURIER: Udo-Jürgens-Musical: Bejubelter Retrokitsch
- Kleine Zeitung: Jubel um “Ich war noch niemals in New York”
- APA.OTS: Musikalische Seereise: Udo Jürgens-Musical im Raimundtheater
- wienweb.at: Jubel um “Ich war noch niemals in New York”
- puls4.com: Premierenfeier von `Ich war noch niemals in New York`
- derStandard.at: Hitfabrik auf dem Musicaldampfer
- Die Presse.com: Mitreißendes Jürgens-Musical
- WienerZeitung.at: Alter Wein in jungen Schläuchen
- Neues Volksblatt: Mit Udo von Hit zu Hit
- Ahlener Zeitung: Udos Evergreens begeistern Wien
- musicalvienna.at: Galapremiere ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK
- Der neue Merker: WIEN / Raimundtheater: ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK (17. März 2010)
- KURIER: Julian Fritz - Für Udo auf die Bühne
- York Blog: Ich War Noch Niemals in New York
- Wien Holding: Eine Kreuzfahrt mit Pfiff
- Salzburger Nachrichten: Eine Telenovela wird durch Hits geadelt

Warum Musical nicht überall funktioniert … Teil 1

Castingshows, und zwar Castingshows, die nicht speziell Musicaltalente suchen, genau diese Formate sind es, die oft den sudden death von singwilligen Staranwärtern bedeuten, wenn sie Lieder aus Musicals interpretieren und das auch noch dazu genau so, wie sie es im Theater machen würden oder aus ihrem “Alltag” auf der Theaterbühne gewohnt sind.

Beispiele gibt es unzählige. Bei “Starmania” sind ausgebildete Musicalsänger der Reihe nach durchgeflogen, weil sie mit der einstudierten Theatralik im falschen Umfeld auftrumpfen wollten. Ein Powersong aus, sagen wir “Jekyll & Hyde”, im schwarzen Unterleiberl, in einem nackten Studio, ohne Orchester, ohne Theateratmosphäre, das war der Untergang für einen recht bekannten Musicalsänger, und zwar erst unlängst in der deutschen Show “Unser Star für Oslo 2010″. Noch ist das File online. Vielleicht nicht schlecht, als Beispiel dafür, wie und was man nicht machen sollte. Zum Video gehts –> hier

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