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Archiv - Juni, 2007

England: Casting-Joseph stürmt die Charts

Wer suchet, der findet. Andrew Lloyd Webber hat auf BBC one 11 Wochen lang einen neuen Hauptdarsteller für sein Musical “Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat” gesucht und in Lee Mead schließlich gefunden. Kaum war das Finale vorbei, sind der Herr und sein Joseph ab ins Tonstudio, um (für eine gute Sache: “Children In Need”) die erste (Benefiz-)Single des Musicalstars in spe aufzunehmen. Man entschied sich, nicht wirklich schwer zu erraten, für “Any Dream Will Do” und nahm bei der Gelegenheit auch gleich noch “Close Every Door” auf (gemeinsam mit dem Zweitplatzierten Keith Jack und dem Drittplatzierten Lewis Bradley).

“Any Dream Will Do” - will das heutzutage noch jemand hören? Musical-Castingshows, ein Werkzeug des Teufels oder Box Office Gold? Im Rennen um die Nummer 1 der britischen Charts der kommenden Woche liegt “Any Dream Will Do” momentan rund 1500 verkaufte Einheiten hinter der derzeit Erstplatzierten Rihanna und ihrem Song “Umbrella”, der seit fünf Wochen an der Spitze der Hitparade liegt.

Gennaro Castaldo, Pressesprecher von HMV:

It’s no surprise that Lee should be vying to top the singles charts this week when you consider the massive TV audience that tuned in regularly to watch Joseph and how dedicated the programme’s fans were to its contestants. It follows that if people made the effort to phone in their votes, there’s every chance they’d also be happy buying this song, especially as it supports Children In Need. Our stores are reporting that it’s mainly parents coming in with their kids that are buying the single.

ORF plant Musical-Castingshow

Laut APA plant ORF-General Alexander Wrabetz eine Reihe von Herbsteventprogrammen. Ein potentieller Kandidat: eine Musical-Castingshow. Zitat aus “Der Standard”:

Musical-Castingshow, eine Sänger- und Sängerinnenbewährung rund um die leichtere Muse. Die BBC-Vorlage mit Oper war dem ORF offenbar doch zu steil. RTL beginnt im Spätsommer schon wieder seine Superstarsuche, “Starmania” lässt indes aus.

“American Idol” schafft es an den Off-Broadway - als Musical

“American Idol”, die amerikanische Variante der englischen Castingshow “Pop Idol” beziehungsweise des deutschen “Deutschland sucht den Superstar”, feiert demnächst seine Off-Broadway-Premiere, und zwar als Musical.

In “Idol: The Musical” dreht sich alles um Clay Aiken, einen ehemaligen Teilnehmer von “American Idol”, der die zweite Staffel 2003 zwar nicht gewinnen konnte, dem aber als Zweitplatzierten eine Karriere sondergleichen gelungen ist. Im Jahre 2003 wurde seine Single “Bridge Over Troubled Water / This Is The Night” als bestverkaufte des Jahres mit einem Billboard Award ausgezeichnet, 2004 und 2005 folgten weitere Billboard Awards, jeweils für seine CD “Merry Christmas With Love”. 2004 wurde sie als “Best Selling Christmas Album” ausgezeichnet, 2005 als “Best Selling Christian Album”.

Einen Überblick über die Karriere von Clay Aiken bietet Wikipedia - in seinem Fall extrem ausführlich, und das hat seinen Grund. Aiken konnte durch “American Idol” eine dermaßen große, begeisterte und vor allem loyale Anhängerschaft, sprich Fans, generieren, dass der Begriff “Claymaniacs” zumindest in den USA zur Trademark avancierte. Exakt das ist auch das Thema des Musicals “Idol: The Musical”, das am 5. Juli 2007 im 45th Street Theatre mit den Previews startet. Der Inhalt der Show kurz zusammengefasst:

“There are eight of them; all belonging to the same cult-like club that meets daily in a barn that doubles as a shrine to Clay Aiken. They are actively ridiculed by the rest of Steubenville; a humiliating situation that doesn’t deter their quest for all things Clay. They are victims of A.D.D., Ritalin, their misguided obsessions and their innocent longing for their elusive ‘15 minutes.’ One of them pumps gas. One of them is home-schooled. One of them is a genius. And one of them is a basketball phenom who would rather be a Chippendales dancer. The other four have equally bizarre back-stories too complicated to tell here; but suffice it to know that the real bad-guy of the piece is a total harpy named Adrienne. She gives new meaning to the word villain. The story heats up when the mid-American leg of the ‘Idol Tour,’ starring Clay Aiken, is announced to be playing Chicago, Memphis, Louisville, Scranton, Charleston, Greensboro, Roanoke and Steubenville. Steubenville! False idols are a tricky bunch. Especially those that have lost national singing contests. Go ask Clay. I think he’ll know.”

“Idol: The Musical” wird als satirisches Musiktheaterstück angekündigt. Das Buch stammt von Bill Boland, die Musik von Jon Balcourt. Todd Ellis fungiert als Produzent der Show in Manhattan, Bill Boland übernimmt auch die Regie.

Wer nun mit dem Namen Clay Aiken gar nichts anfangen kann, findet unter dem Schlagwort “Aiken” im Kultur-Channel-Archiv eine ganze Menge an Meldungen über den Sänger, oder einfach hier klicken. Der Clip von YouTube zeigt fast schon idealtypisch, wie anders Aiken ist und wie dieses “Anderssein” frenetisch gefeiert wird. [Story]

Tony-Awards-Nachbeben: Aus für “LoveMusik”

Manchmal sind die Gesetze am Broadway ganz einfach. Bei den Tonys nix abgestaubt? Das is Pech, und aus. Jüngstes “Opfer”: “LoveMusik”, die neueste Regiearbeit von Harold Prince. Für 4 Tony Awards nominiert, keinen gewonnen. Fazit: Letzter Vorhang am 24. Juni 2007. Und wie heißt es so schön. Dereinst wird in den Geschichtsbüchern stehen: “LoveMusik: 24 Previews, 61 reguläre Vorstellungen.”
Dabei ist es eine so schöne Story, die Liebesgeschichte rund um Kurt Weill (Michael Cerveris) und seine Muse Lotte Lenya (Donna Murphy). Vielleicht ein Musical für Europa. Man wird sehen. [Story]

August Rush: Moving at the Speed of SOUND - ein Kinohit im Anrollen?

So mancher Filmtrailer ist besser als der Film selbst. Wollen wir mal hoffen, dass das bei “August Rush” (siehe Filmtrailer auf YouTube) nicht der Fall ist. Einige Faktoren sprechen für einen guten Film, zumindest zwei. Der eine: Robin Williams, der andere: Jonathan Rhys Meyers. Aber vielleicht stiehlt Freddie Highmore auch den beiden die Show, wusste er doch schon im Blockbuster “Finding Neverland” an der Seite von Johnny Depp zu begeistern. Filmstart in den USA: 19. Oktober 2007, der Inhalt kurz gefasst:

“August Rush” tells the story of a charismatic young Irish guitarist (Jonathan Rhys Meyers) and a sheltered young cellist (Keri Russell) who have a chance encounter one magical night above New York’s Washington Square, but are soon torn apart, leaving in their wake an infant, August Rush, orphaned by circumstance. Now performing on the streets of New York and cared for by a mysterious stranger (Robin Williams), August (Freddie Highmore) uses his remarkable musical talent to seek the parents from whom he was separated at birth.

Barbra Streisand in Wien - ohne Sichteinschränkung (mit viel Glück)

Barbra Streisand gibt sich am Donnerstag die Ehre und noch hat jeder die Chance, dabei zu sein beim ersten Wien-Konzert der Diva. Der Veranstalter des Events, “Rock and More”, schafft es doch tatsächlich durch unprofessionelles Verhalten nicht nur Journalisten zu vergraulen mit Nichtbeantwortung von Interview-, Pressekarten- und sonstigen Anfragen, wie man hört, nein, nun gibt es bei OE-Ticket Eintrittskarten zum Preis von 172 und 286 Euro mit Sichteinschränkung. Nichts gegen Barbra, aber das ist einfach zu lustig, um nicht erwähnt zu werden. Viel Spaß jedenfalls allen Streisand-Fans beim Konzert.

Broadway Saison 2006/07: Hits & Flops

Wie jedes Jahr veröffentlichte das Branchenfachblatt “Variety” auch in dieser Saison eine Liste der Broadway-Hits und -Flops - und jener Shows, die dazwischen liegen. Einziges Kriterium dabei: Hat die Produktion Gewinn abgeworfen oder nicht beziehungsweise war die Show ein finanzieller Verlust.

HITS
- Butley
- A Chorus Line
- A Moon For The Misbegotten
- The Vertical Hour

FLOPS
- Company
- Coram Boy
- High Fidelity
- Jay Johnson: The Two and Only
- Journey’s End
- Kiki & Herb: Alive On Broadway
- The Little Dog Laughed
- Martin Short: Fame Becomes Me
- The Pirate Queen
- The Times They Are A-Changin’

NONPROFIT:
- 110 In The Shade
- The Apple Tree
- The Coast Of Utopia
- Heartbreak House
- Losing Louie
- LoveMusik
- Translations
- Prelude To A Kiss

STATUS NOT YET DETERMINED
- Curtains
- Deuce
- Dr. Seuss’ How The Grinch Stole Christmas
- Frost/Nixon
- Grey Gardens
- Inherit The Wind
- Legally Blonde
- Les Misérables
- Mary Poppins
- Radio Golf
- Spring Awakening
- Talk Radio
- The Year Of Magical Thinking

LAST SEASON’S HOLDOVERS UPDATED
The Drowsy Chaperone - HIT
The Lieutenant of Inishmore - FLOP
The Wedding Singer - FLOP
TARZAN - STILL UNDETERMINED

Vereinigte Bühnen Wien 2008: Fishing for “The Queen”, Sabbatical für “Rebecca”, riskante “Producers” und witziges Verbotenes

Kathrin Zechner

Wir schreiben das Jahr 2036. Ein kleines Grüppchen von Musicalfans gibt es noch - ein ganz kleines -, das an die Eröffnung des Ronacher glaubt und sich vor dem Etablissement versammelt hat. So ungefähr muss man sich das Ausgangsszenario vorstellen, mit dem man es bei einer Neuproduktion der erfolgreichen “Ronacher mobile”-Reihe der Vereinigten Bühnen Wien unter dem Titel “Forbidden Ronacher” zu tun hat, die Ende März 2008 im Wiener Museumsquartier Premiere feiern wird. Wer die Trademark “Forbidden Musical” kennt, weiß ungefähr, was zu erwarten sein wird. Hannes Muik (Buch) und Werner Sobotka (Regie) werden, da kann man fast sicher sein, einen der musicalischen Höhepunkte des Jahres 2008 in Szene setzen, eine satirische Revue zum Ablachen.

Aber beginnen wir am Beginn. In einer Pressekonferenz ließ Kathrin Zechner, die Intendantin der Vereinigten Bühnen Wien, heute Vormittag die Pläne für die Saison 2007/08 aus dem Sack. Das Jahr 2008 beginnt mit der ersten internationalen Produktion, die Kathrin Zechner an Land ziehen konnte: “We Will Rock You”. Für ungefähr ein halbes Jahr konnte dieses Musical aus internationalen Gewässern für das Raimund Theater gefischt werden (24. Januar 2008 bis 13. Juli 2008), bereits am 6. September 2008 geht eine neue Premiere an den Start. Und nein, es ist nicht “Rudolf”, das nun schon recht lange auf seine Wien-Premiere wartet, es ist: “Rebecca”. Das Levay/Kunze-Musical ist so erfolgreich, dass man es nach einem kleinen “Sabbatical” noch einmal in Wien an den Start schickt, in die dann dritte Saison. Frank Wildhorns “Rudolf” bleibt weiter in der Pipeline und wird “Rebecca” im Raimund Theater nachfolgen.

Das Etablissement Ronacher wird am 30. Juni 2008 mit “The Producers” eröffnet. Gezeigt wird die Broadway-Fassung mit allem Pomp und Gloria. Mel Brooks selbst wird in der heißen Phase der Premierenvermarktung dabei sein. Intendantin Kathrin Zechner ist sich des Risikos bewusst, das sie mit dieser Show eingeht, aber sie kann auf die Zustimmung eines Mannes zählen, der leider nicht mehr unter uns weilt, aber die Wiener Seele so gut wie kein anderer einzuschätzen wusste: Gerhard Bronner. Die Verträge mit ihm als Übersetzer waren so gut wie unter Dach und Fach, als er völlig unerwartet Anfang 2007 starb. Bei allen Zweifeln also, die man angesichts des Themas haben könnte, kann man auch einfach mal auf die Einschätzung Bronners vertrauen.

Ein ganz besonderes Highlight gibt es noch 2007. Unter dem Titel “Musical Forever” ist am 19. Dezember eine große Orchestergala zum 20-Jahr-Jubiläum des Orchesters der Vereinigten Bühnen Wien angesagt. 40 Mann an den Instrumenten und internationale Musicalsänger werden im Museumsquartier (Halle E) Hits und Balladen aus den letzten 20 Jahren interpretieren.

Auslastungszahlen:

Tanz der Vampire - Musical in Concert: 99,8 Prozent
Jesus Christ Superstar - Musical in Concert: 99,6 Prozent
Rebecca: 98,4 Prozent
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Auslandsproduktionen:

Elisabeth:
Japan: TOHO seit Februar 1996
Ungarn: Operettenhaus Budapest seit 1. Januar 2003

Mozart!:
Ungarn: Operettenhaus Budapest seit 22. März 2003
Japan: Imperial Theater Tokio (Toho) 19. November 2007 bis 25. Dezember 2007

Tanz der Vampire:
Deutschland: Theater des Westens seit 10. Dezember 2006
Ungarn: Pesti Hungarian Theatre Budapest: ab 30. Juni 2007
Belgien: Antwerpen, Gent 2008/09
Niederlande: 2008/09

Rudolf:
Ungarn: Operettenhaus Budapest seit 26. Mai 2006
Szeged Festival: 9. bis 12. August 2008

Rebecca:
Skandinavien: Herbst 2008

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“Sweeney Todd” - “Official Site Coming Soon”

Sweeney Todd - Johnny Depp
Schön langsam laufen die Promotionmaschinen für das Blockbuster-Projekt “Sweeney Todd” auf Hochtouren, oder lassen zumindest den Eindruck entstehen, dass es bald soweit sein könnte.

Die offizielle Website ist (noch nicht wirklich) online und bietet zusammenfassend vorläufig mal einen Überblick über Kreativ-Team, Cast und “Handlung”.

“SWEENEY TODD”
DreamWorks Pictures and Warner Bros. Pictures Present
A Parkes/MacDonald and Zanuck Company Production
Produced by Richard D. Zanuck, Walter F. Parkes, Laurie MacDonald, John Logan
Executive Producer Patrick McCormick
Based on the Musical by Stephen Sondheim and Hugh Wheeler
Originally Staged by Harold Prince
From an adaptation by Christopher Bond
Screenplay by John Logan
Directed by Tim Burton

CAST:
Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Alan Rickman, Timothy Spall, Jamie Campbell Bower, Jayne Wisener and Sacha Baron Cohen

SYNOPSIS:
Johnny Depp and Tim Burton join forces again in a big-screen adaptation of Stephen Sondheim’s award-winning musical thriller “Sweeney Todd.” Depp stars in the title role as a man unjustly sent to prison who vows revenge, not only for that cruel punishment, but for the devastating consequences of what happened to his wife and daughter. When he returns to reopen his barber shop, Sweeney Todd becomes the Demon Barber of Fleet Street who “shaved the heads of gentlemen who never thereafter were heard from again.” Joining Depp is Helena Bonham Carter as Mrs. Lovett, Sweeney’s amorous accomplice, who creates diabolical meat pies. The cast also includes Alan Rickman, who portrays the evil Judge Turpin, who sends Sweeney to prison and Timothy Spall as the Judge’s wicked associate Beadle Bamford and Sacha Baron Cohen is a rival barber, the flamboyant Signor Adolfo Pirelli.

“Sweeney Todd” wird in den USA im Dezember 2007 in die Kinos kommen.

Andrew Lloyd Webbers Katze killt “Phantom”-Sequel

Manchmal geht Andrew Lloyd Webber mit Geschichten an die Öffentlichkeit, die ihm zumindest einen Tony Award als “Funniest Composer around” einbringen sollten. So meldet PLAYBILL, dass Otto, Webbers sechs Monate alte Hauskatze, des Meisters Kompositionen für das Projekt “Phantom of the Opera 2″ auf dem Gewissen haben soll:

LLoyd Webber: I was trying to write some new music; Otto got into the grand piano, jumped onto the computer and destroyed the entire score for the new Phantom in one fell swoop.”

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