Ein Zwillings-Schwesternpaar gewinnt eine Kreuzfahrt. Dort lernen die beiden einen Mann kennen, doch dann …
Das nenn ich eine saubere Inhaltsangabe. “doch dann” … herrlich. Ein paar Fragen hätten wir noch, bevor wir unsere Kreuzfahrt buchen. Was solls denn sein? Eine Komödie, ein Musical? Im Untertitel lesen wir “Eine musikalisch-amouröse Kreuzfahrt”. Scheint also Musik zu geben. Arrangiert hat die Fritz Fischer, aber wer hat sie komponiert?
Immerhin kennnen wir die Aufführungsdaten: 29. Mai, 1. Juni und 2. Juni.
Die Roth Zwillinge als Hauptdarstellerinnen. Nichts für ungut, aber sollte man da nicht vielleicht zur Sicherheit die Website der beiden Damen und vor allem die Hörproben aus ihrer neuesten CD verlinken? Nicht, dass am Ende wer enttäuscht ist. Bitte also für Hörproben –> hier entlang. Ein Hinweis noch, die Site ist mit Flash gebaut worden. Damit schließt man zwar, keine Ahnung, ich glaube mehr als 50 Prozent aller Internetuser aus, aber manche mögen das ja, dieses Flashige.
PS: Leider können wir diese Ankündigung nicht mit einem netten Foto illustrieren, da die Fotos auf der Website des Theaters so geschickt eingebaut wurden, dass man sie nur mit Tricks runterkopieren kann. Aber es sind ja eh nur drei Vorstellungen …
Schlimm, wenn man bei den Bands von Personen aus der schauspielenden Zunft immer als erstes und fast ausschließlich über ebendiesen bekannten Typen spricht. Haken wir es also ab: Robert Stadlobers Band Gary hat ein neues Album gemacht. Und fortan lasse man die Indie-Töne sprechen.
Auch wenn man nach dem 2002 erschienenen Debüt “The Lonely Cnorve Machine” und den diversen Umbesetzungen und Selbstauflösungsgedanken nicht mehr viel von Gary erwartet hatte, wird man nun eines Besseren belehrt: Gary spielt wieder als eine Band. Und diese will es nicht wissen, sondern hat etwas zu singen - aus dem Bauch und Herzen heraus.
Selbst wenn man es bei einem Albumnamen wie “One Last Hurrah For The Lost Beards Of Pompeji” nicht auf Anhieb antizipieren mag, so steckt hinter diesem Titel doch ein großer Batzen Indierock der poppig charmanten Sorte. Da fällt man gerne mal mit der Refrain-Tür in den Song und singt man auch nicht um den heißen Brei herum. Unbeschwert und losgelöst, heiter bis wolkig und immer charmant geschröddelt erklingen hier 12 Songs, die in einer Pavement-Tradition und Sebadoh-Schule stehen und dieses Album so zu einer auf Tonträger gepressten Herzensangelegenheit machen. Gary sind also keine musikalische Eintagsfliege. Gary sind: Astrid Noventa, Rasmus Engler und Mensch und Musiker Robert Stadlober. [tonspion.de]
“Will you”, das brandneue Lied von Gary, gibt es als Gratis-Download –> hier
Gary sind derzeit auf Deutschland- und Österreich-Tour. Die aktuellen Termine gibt es –> hier. Der nächste Wien-Termin: 2 Juni 2010 im Flex.
[Dramen_erwachen], so lautete der Titel der Abschlusspräsentation des 2009 erstmals vom proScript Verlag sowie von der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz und dem Kinder- und Jugendtheater Dschungel Wien ausgeschriebenen Literaturwettbewerbs “Jugend_schreibt_Theater”, die dieser Tage im Dschungel des Wiener Museumsquartiers über die Bühne ging.
Im Prinzip, profan formuliert, ein Castingwettbewerb, nur nicht für Popsternchen, sondern dann doch eine Stufe seriöser für junge Dichter im gesamten deutschsprachigen Raum auf dem Gebiet des Sprechtheaters, wobei mit “jung” nicht erstpublizeirende “Jung”dichter um die 30 gemeint sind, sondern tatsächlich “jung” zu verstehen ist. Die Jury, bestehend aus Vertretern der drei Initiatoren sowie der jungen Autorin Sophie Reyer, konnte aus Einsendungen von jungen Leuten im Alter zwischen 13 und 19 Jahren wählen. 1300 Schulen, Bildungs-, Kultur- und Jugendeinrichtungen wurden angeschrieben. Das Resultat: 42 eingesandte Stücke, aus denen vier ausgewählt wurden. Auszüge daraus wurden am 4. Mai szenisch im Wiener Dschungel aufgeführt.
Die Ausgangsbasis: Eine recht schlichte Anweisung:
Schick uns deine Texte für die Bühne bitte so:
â— Szenen bis fertige Stücke in deutscher Sprache
â— Bitte nur getippte Texte (Schreibmaschine oder Computer min. 12 pt.)
â— Mindestens 5 Seiten im Format DIN A4
â— Keine Originale, da wir Texte nicht zurücksenden können
â— Texte per E-Mail bitte in der Anlage (Attachment)
â— Bitte keine Gruppenarbeiten
Ein paar nützliche Tipps für dich:
â— Schreibe deinen Text als Dialog (direkte Reden)
â— Lass nicht mehr als 5 Personen auftreten
â— Wähle nicht mehr als 3 Schauplätze
â— Mache kurze Anmerkungen, die die Situation beschreiben
Die Gewinne:
1. bis 3. Preis:
Dein Stück wird im DSCHUNGEL WIEN – Theaterhaus für junges Publikum aufgeführt, und du wirst zur Uraufführung nach Wien eingeladen! Der proScript Verlag unterstützt dich bei der Arbeit an neuen Theatertexten.
Ein wenig unspektakulär ging der Abend von Veranstalterseite an den Start. Die Rede des Verlagsrepräsentanten - etwas unsicher. Man sei froh, die jungen Talente gefunden zu haben, bevor man sie an, ja, da habe ich ihn nun nicht wirklich verstanden. Meinte er “an die Prosa verliere” oder “an die Großen [Verlage] verliere”? Möglich und wahrscheinlich ist beides. Ehrlich währt am längsten: Man sei bei diesem Wettbewerb ganz ohne Sponsoren ausgekommen, so der Verlagsrepräsentant weiter. Nachsatz: “Allerdings nicht ganz freiwillig.” Lachen im Publikum. Obwohl - eigentlich eine traurige Sache, wenn man einen solchen Wettbewerb ins Leben ruft und die Sache dann virtuell und real etwas versandet.
Unter den Jungdichtern beispielsweise Irene Diwiak. Sie, Jahrgang 1991, gewann schon 2008 mit 16 Jahren den Literaturwettbewerb “sprichcode” mit ihrem Text “Wir Genies”. 2008 ging auch der erste Preis der Jugendliteraturwerkstatt Graz an die junge Autorin. “Die Super-Maschine”, ein Text, den Diwiak mit 12 Jahren verfasst hat, ist im WWW nachlesbar (—> hier). “Die Stiegenkirche” hat sie mit 11 Jahren geschrieben (–> hier nachzulesen), auch “Der Glückszehner” ist online verfügbar (—> hier). 2010 war sie schon beim Grazer “Drama Slam” mit “Die Gefahr” erfolgreich. Ihr Siegertext für [Dramen_erwachen]: “Die Anderen”.
Auszug aus “Die Anderen”
Wir spielen so ein Spiel, das heißt “die Anderen kommen.” Wir trainieren für den Notfall, wenn die Anderen kommen. Weil die Anderen nicht da sind, noch nicht, muss immer eine Hälfte von uns die Anderen spielen und die andere Hälfte uns und das ist gar nicht so leicht, weil wir immer wissen müssen, ob wir jetzt wir sind oder die Anderen und wenn wir die Anderen sind, halten wir trotzdem zu uns und verlieren absichtlich.
Nicht alle der Jungautoren sind im Netz so ergiebig zu googeln. Charlotte Spitzner ist 15 Jahre alt - Anfang 2009 publizierte sie ihre Kurzgeschichte “Die offene Tür” [Online nachzulesen –> hier]. Ihr Siegertext heißt “Svenja”: Svenja wird im Klassenzimmer aufgefunden - tot. Ihr wurde die Halsschlagader durchgeschnitten. Im Rückblick erzählt sie die Geschichte und die ihrer Umgebung. Authentische und schonungslose Einblicke in jugendliche Gedanken- und Gefühlswelten.
Timo Kocielnik, mit 19 Jahren der “Senior” unter den Jungautoren, meint auf Facebook zum Wiener “Dramen_erwachen”:
Timo Kocielnik hat mit 4 Leuten Wien gecrusht! Wien = Random/Gestern um 10:41
Facebook, WWW, ganz sein Thema: In “Geek”, seinem Beitrag zu “Dramen_erwachen”, sehen wir vier Internetsüchtler, wie sie vor ihren Laptops sitzen und fressen: Infos, Chips, Zuckerl und virtuelle Zuneigungen. Ein konzertierter Alptraum von Bits und Bytes in Rausch und Bogen. Kocielniks Facebook-Profil ist offen zugänglich. Das WWW - Brillantin brutal.
Laura àlvarez, geboren 1992, liefert mit der Geschichte um das gefühllose Mädchen Valentina die perfekte Vorlage für eine gelungene, gefühlvolle und einprägsame Inszenierung. Hier passt alles zusammen. Die Reduktion an Themen vom ersten Stück “Die Anderen” (Irene Diwiak) bis zum vierten (”Valentina”) ist wohltuend spürbar. Die Hektik des WWW, wie Timo Kocielnik sie atemberaubend in “Geek” schildert, ist in diesem Stück nicht existent, auch die Gewalt der “Anderen”, das Schrille, Nervenzerfetzende ist nicht mehr da, und auch die Geschwätzigkeit, die Charlotte Spitzner so gekonnt mit “Svenja” eingefangen hat, ist nicht das Thema. Es ist eine Zweierbeziehung (+ Mutter), die sie schildert. Valentina lernt einen Mann kennen. Er liegt auf seinem Handtuch, sie nähert sich, verführt ihn auf gewisse Weise nicht zuletzt - mit Literatur, er schenkt ihr vielleicht das, was sie verloren hat: Gefühle.
Teilweise waren es viele Inhalte, die im Laufe des Abends in letztlich wenig Zeit untergebracht werden mussten, schnelles Sprechtempo war die Folge, das bei “Valentina”, dem vierten Stück, auf einmal angenehm sich verlangsamte. Ein poetischer Text, der sich sanft in einzelne Szenen unterteilen lässt, mit einem gefühlvollen Ende und Höhepunkt, da untermalt von gut gewählter Musik, mäandrierend zwischen Zuversicht und Hoffnungslosigkeit und am Ende doch vielleicht: Überzeugung.
Für jedes Stück schufen die Schauspieler Johanna Orsini-Rosenberg, Maria Spanring, Yvonne Zahn, Florian Hackspiel und Markus Schöttl eine ganz eigene Atmosphäre. Teils als szenische Lesungen angelegt, teils durchgespielt waren hier engagierte Schauspieler zu erleben, die den Texten Leben eingehaucht haben. Die szenische Einrichtung besorgte Yvonne Zahn.
Was nun unbedingt notwendig ist? Mehr Leben auf der Verlagssite von proScript. Ja, es kostet Zeit, Leben auf eine Site zu bringen, genauso wie es Zeit kostet, Sponsoren für einen Literaturwettbewerb zu finden. Leichter könnte das aber eben mit einer gelungenen Internetpräsenz von Erfolg gekrönt sein. Einen “Newsflash” zu posten, der aus vier Zeilen besteht und ausschließlich die Namen der Gewinner und den Titel der Werke enthält, wird zu wenig sein. Es ist junge Literatur, lebendige Literatur, das sollte man auch online spüren.
Mit der Aufführung am 4. Mai startete auch die Ausschreibung für 2010. Jugendliche von 13 bis 19 Jahren sind aufgerufen, Theaterstücke in deutscher Sprache zu schreiben und bis zum Donnerstag, dem 30. September 2010, an office@proscript.at zu mailen. Die Infos dazu bietet proScript –> hier
[Dramen_erwachen]/Die Stücke
»Valentina« von Laura àlvarez (Jg. 1992)
»Die Anderen« von Irene Diwiak (Jg. 1991)
»Geek« von Timo Kocielnik (Jg. 1990)
»Svenja« von Charlotte Spitzner (Jg. 1994)
Martin Bruny am Donnerstag, den
6. Mai 2010 um 01:59 · gespeichert in Theater
22 Previews, 16 reguläre Vorstellungen und zumindest mal vier Nominierungen für die begehrten Tony Awards (Original Score, Featured Actor Stephen Kunken, Lighting Design und Sound Design), damit wird die Broadwayproduktion “Enron”, die auf dem Finanzskandal aus dem Jahre 2001 beruht, in die Geschichte eingehen. Erfolg wird diese erste Laufzeit allerdings keiner mehr, denn am 9. Mai 2010 ist Schluss. [theatermania.com]
Rupert Goold, der Regisseur des Stückes, meint zur Schließung:
The really sad thing about the play’s closure is that, in directing it, I was really influenced by American showbiz and the Broadway musical, while Lucy [Prebble, the writer] was drawing on all the current great American TV drama. The Broadway cast felt that the text was really American, too – it didn’t feel as if we were bringing an English play over to the Americans.
And it’s sad that there was no consensus among audiences – some people, like the New York Times critic Ben Brantley, clearly found it problematic, but a lot of people raved about it.
Maybe it was a generational thing – in London, we were lucky to play to younger audiences. It’s a loud, fun, rock’n'roll show, so perhaps some people found that a little aggressive. It’s just a shame that now more New Yorkers won’t get a chance to decide for themselves. [guardian.co.uk]
Martin Bruny am Donnerstag, den
6. Mai 2010 um 00:29 · gespeichert in Musical
Hat ein bisschen gedauert, aber nun scheint die Cast für die diesjährige Show des Musical Sommer Amstetten endgültig zu stehen. Die Meldung vom Februar 2010 ergänzend (siehe –> da) hier also nun die Cast von “The Full Monty”:
JERRY LUKOWSKI: Otto Jaus
DAVE BUKATINSKY: Frank Winkels
ETHAN GIRARD: Julian Looman
MALCOLM MacGRGOR: Rory Six
HAROLD NICHOLS: Claus Dam
NOAH “HORSE” T. SIMMONS: Eddie Jordan
NATHAN LUKOWSKI: N.N.
PAM LUKOWSKI: Anita Holm
GEORGIE BUKATINSKY: Carin Filipcic
VICKI NICHOLS: Jacqueline Braun
JEANETTE BURMEISTER: Betty Vermeulen
BUDDY “KENO” WALSH: N.N.
TEDDY SLAUGHTER: Martin Pasching
ESTELLE GENOVESE: Abbie Guilding
ENSEMBLE: Teri Huprich, N. N.
Martin Bruny am Dienstag, den
4. Mai 2010 um 22:57 · gespeichert in Musical, Event-Tipps
19. Juni 2010
17:00
bis
18:00
Uwe Kröger verschlägts nach Simmering. Am 19. Juni 2010 spielt er sein Soloprogramm “Absolut Uwe” live am EBS Gelände (EBS Gelände, Haidequerstraße 7, A-1110 Wien), mit einer für die Jahreszeit etwas merkwürdigen Beginnzeit: 17 Uhr.
Als Gast dabei: Pia Douwes. Der Eintritt ist frei.
Das Kabarett Simpl und die Gebhardt-Produktion suchen Talente für alle möglichen und unmöglichen Produktionen im Bereich der Unterhaltungskünste. Allen Talenten zwischen 8 und 80, Einzelpersonen und Gruppen, Schwer- und Leichtgewichten wird eine Möglichkeit geboten, ihr Können vor Publikum unter Beweis zu stellen – ohne Zugangsbeschränkung und ohne Jury im herkömmlichen Sinne (Uwe wird nicht anwesend sein). Jede/jeder, die/der sich anmeldet, darf direkt auf die Bühne! Das Publikum bestimmt, was gefällt! Moderiert werden die einzelnen Showabende von Stefano Bernardin und Bernhard Murg.
Spielregeln
# Teilnahmeberechtigt sind alle Talente im Alter von 8 bis 80 und darüber.
# Anmeldung unter www.vindo.at
# Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit, zur moralischen und lautstarken Unterstützung zwischen 0 und 50 Freunde mitzubringen. Eintrittspreis pro Person Euro 7.- (freie Platzwahl)
# Ein Auftritt dauert mindestens 2 Minuten und maximal 10 Minuten.
# Das Publikum darf jederzeit und ungehemmt (mit den in der Theaterwelt bekannten Mitteln: Applaus, Pfeifen, Lachen, Buhen, peinliche Stille, Standing Ovations etc.) Freude oder Unmut, Zustimmung oder Ablehnung äußern, muss aber der Darbietung auf jeden Fall 2 Minuten Gehör schenken. Sollte dann wider Erwarten der Unmut eindeutig überwiegen, wird die/der Darbietende vom Moderator höflichst gebeten, den Vortrag zu beenden.
# Der Wettbewerb findet in 3 Kategorien statt: Wort, Musik und diverse andere Unterhaltungskünste.
# Pro Abend treten zwischen 10 und 18 Künstlerinnen und Künstler auf. Unabhängig von der Länge der Darbietung werden die Siegerinnen und Sieger in der jeweiligen Kategorie des jeweiligen Abends erst am Schluss der Veranstaltung mittels eines echten Applausometers gekürt.
# Die jeweiligen Gewinnerinnen oder Gewinner der einzelnen Abende laden wir im Herbst zu einer Finalrunde ein, die im Rahmen einer Fernsehaufzeichnung im Vindobona stattfinden wird.
Termine
Folgende Castingtermine im Wiener Vindobona wird es geben:
Martin Bruny am Montag, den
3. Mai 2010 um 12:20 · gespeichert in Musical, Awards
Wenn eine der vielen Award-Jurys beschließt, den Preis für das “beste Musical” lieber stecken zu lassen, dann ist das für das Image des Musicalgenres zumindest nichts Positives. Diese Entscheidungen kommen vor, man muss sie nicht verstehen, man könnte auch davon ausgehen, dass Jurys das an Material bewerten, was vorhanden ist, und aus dem Vorhandenen das Beste zum Sieger küren.
Wie auch immer, der New York Drama Critics’ Circle Award für das “beste Musical” der vergangenen Saison wird nicht vergeben, das wurde am 30. April publik. Interessanterweise wird auch kein Preis in der Kategorie “best Foreign Play” verliehen. An sich keine Tragödie, gerade dieser Preis wird alle paar Jahre lieber nicht verliehen als an Produktionen, die die für die Jury notwendigen Kritierien nicht erfüllen. Die Gewinner der letzten Jahre in der Kategorie “bestes Musical” hießen: “Billy Elliot” (2008/09), “Passing Strange” (2007/08), “Spring Awakening” (2006/07) und “The Drowsy Chaperone” (2005/06).
Die New York Drama Critics’ Circle Awards werden seit 1936 vergeben und sind nach dem Pulitzer-Preis die zweitälteste Auszeichnung für Theaterproduktionen. Die Jury setzt sich aus 22 Kritikern zusammen, rekrutiert aus Tageszeitungen, Magazinen, und Websites aus dem Großraum New York.
Gratulation an diejenigen Produktionen und Personen, die in diesem Jahr nicht leer ausgingen:
Best Play: The Orphans’ Home Cycle, by Horton Foote
Special Citation: The Lincoln Center Festival for visionary international programming
Special Citation: Viola Davis for sustained achievement
Emerging Talent Special Citation: Annie Baker for Circle Mirror Transformation and The Aliens
Martin Bruny am Sonntag, den
2. Mai 2010 um 20:47 · gespeichert in Musical, Wien
Nonnen als Hauptdarsteller eines Musicals, das gibt es bald auch in Wien. Zwar ist es nicht eine Produktion des aktuellen Nonnen-Musical-Wahnsinns “Sister Act”, aber genau genommen sieht man in Wien vom 12. Mai bis zum 5. Juni 2010 die bessere Show: “Non(n)sens” (im Original “Nunsense”) aus der Feder von Dan Goggin.
“Nunsense” feierte am 12. Dezember 1985 seine Uraufführung off-Broadway am Cherry Lane Theatre und übersiedelte dann ins Douglas Fairbanks Theatre. Insgesamt 3672 Vorstellungen machten es nach “The Fantasticks” zur zweiterfolgreichsten Off-Broadway-Show aller Zeiten.
Doch nicht nur am Off-Broadway wurde “Nunsense” zum Smash. Das Stück wurde in 26 Sprachen übersetzt und in mehr als 6000 Inszenierungen weltweit zum Phänomen. Mehr als 25.000 Frauen wurden als “Nonnen” besetzt, darunter bekannte Namen wie Edie Adams, Maxine Audley, Kaye Ballard, Honor Blackman, Pat Carroll, Peggy Cass, Phyllis Diller, Sally Struthers, Louise Gold, Maggie Fitzhugh und JoAnne Worley.
Vier Outer Critics Circle Awards konnte “Nunsense” abstauben, unter anderem die Auszeichnungen für bestes off-Broadway Musical, bestes Buch und beste Musik.
Handlung
Aufgrund eines unglücklichen Kochunfalls in einer Klosterküche müssen 48 Nonnen ihr Leben lassen. Doch nicht genug damit die Trauer zu bewältigen, stehen die letzten 5 überlebenden Ordensschwestern nun vor einem großen finanziellen Problem, denn wie sollen sie 48 Beerdigungen bezahlen. Der Verkauf von selbst fotografierten Postkarten bringt nicht die erhofften Gewinne und so müssen die Damen zu drastischeren Maßnahmen greifen und organisieren eine schrille Benefizveranstaltung, wo jeder der Damen ihr komisches, individuelles Showtalent unter Beweis stellt.
Non(n)sens
Cast
Irene Budischowsky: Schwester Maria Hubert
Anna Sophie Krenn: Schwester Maria Leo
Sandra Högl: Schwetser Robert Anna
Michaela Mock: Mutter Oberin
Eva Reinold: Schwester Maria Amnesia
Leading Team
Regie: Georg Mittendrein
Musikalische Leitung: Franz Alexander Langer
Kostüme: Ingrid Sulzenauer
Choreographie: Anna Sophie Krenn
Assistenz: Nicole Spröte
Assistenz & Ton: Matthias Gerstl
Beleuchtung: Franz Reindl
Martin Bruny am Samstag, den
1. Mai 2010 um 19:05 · gespeichert in Musical, Theater
Als Brigitte Fassbaender 1992 am Tiroler Landestheater Alban Bergs “Lulu” inszenierte, hätte sie wohl kaum gedacht, dass sie im Jahr 2010 ein Musical gleichen Namens schreiben würde. Die Idee stammt von Regisseur und Choreograph Pierre Wyss, ein Komponist war bald gefunden: Stephan Kanyar, der bereits ein erfolgreiches “Frankenstein”-Musical geschrieben hat.
Als Vorlage dient mit Frank Wedekinds “Erdgeist und Die Büchse der Pandora” die Geschichte einer schillernden Frauenfigur der Weltliteratur – Lulu. Sie ist sprichwörtliche Kindfrau und Femme fatale, Unschuld und Verführerin, arglose Naive und gefährliches Tier, Projektionsfläche für männliche Sehnsüchte und Begierden. Lulu eilt von einem Mann zum nächsten. Ihrem beispiellosen Aufstieg zur Gattin des Chefredakteurs Dr. Schön folgt ein atemloser Abstieg, der mit ihrem Tod durch den Frauenmörder Jack the Ripper endet.
In einer revuehafte Erzählweise mit eindringlichen Liedern, lasziven Tangos und ironischen musikalischen Kommentaren zeigt “Lulu – das Musical” nicht nur das Schicksal einer Frau mit ihrem kompromisslosen Anspruch auf ein intensives Leben, sondern auch das bizarre Tableau einer bürgerlich-verlogenen Gesellschaft, in der Heuchelei höher geschätzt wird als lustvolles Begehren.
“Lulu” ist eine bekannte Geschichte, durch Wedekind und Berg, hier im Musical ist die Rolle des Jack beziehungsweise Erzählers neu definiert. Ich versuche zunächst, die emotionale Ebene des Charakters und sein Verhältnis zu Lulu gemeinsam mit dem Regisseur und dem Kreativteam zu erarbeiten. [Theaterzeitung]
Stephan Kanyar und Brigitte Fassbaender zur Musik:
Die Musik ist geprägt von einem eigenständigen Zugriff, kraftvoll und schmissig. Es gibt viele musikalische Ohrwürmer. Nicht alltäglich ist die durchkomponierte Form - und die Tatsache, dass “Lulu - das Musical” durchgereimt ist, mit Raffinesse und auch Ironie. Musical kann mehr sein als seichte Samstagabendunterhaltung. Das Wunderbare an Musilk ist, dass sie den Zuhörer treffen und berühren kann, ohne eine Verständnisebene dazwischen zu schalten. Das fordert Aufrichtigkeit in der Emotion, dann ist es niemals Kitsch. [Theaterzeitung]
Lulu – Das Musical
Musik: Stephan Kanyar
Texte: Brigitte Fassbaender
Nach einer Idee von Pierre Wyss, basierend auf dem Schauspiel von Frank Wedekind
Uraufführung am Samstag, 15. Mai 2010, 19.30 Uhr, Großes Haus
Musikalische Leitung: Michael Mader
Inszenierung: Pierre Wyss
Choreographie: Enrique Gasa Valga
Bühne: Helfried Lauckner
Kostüme: Michael D. Zimmermann