Martin Bruny am Montag, den
23. Januar 2012 um 15:30 · gespeichert in Musical, Wien
In einem Artikel in der neuesten Ausgabe des Magazins »profil« (siehe –> hier) bringt Redakteurin Karin Cerny einige interessante Informationen zum Thema »Vereinigte Bühnen Wien« ans Tageslicht, so schildert sie etwa, wie, ihren Recherchen zufolge, die Wahl Kathrin Zechners zur Intendantin 2004 über die Verbindung SPÖ – Renate Brauner – Michael Häupl erfolgt sein soll. Und ebenfalls, wie sich ihr Abgang, der, so Cerny, »nicht freiwillig« erfolgte, abgespielt hat.
Details gibt es auch über die Bewerber für den Posten, für den Kathrin Zechner zuletzt ein Jahresgehalt von »250.000 Euro (exklusive Prämien)« bezogen hat. profil:
»Insider sagen dem heimischen Entertainer Alfons Haider aufgrund fehlender internationaler Kontakte wenig Chancen auf den Job nach. Auch Schauspielerin Marika Lichter, ebenfalls mit Renate Brauner befreundet, oder Musicalstar Uwe Kröger, die sich beworben haben, werden nicht als Favoriten gehandelt. Unter den internationalen Bewerbungen sei, wie man hört, vor allem eine Alternative problematisch: jemand, der mit dem deutschen Unterhaltungsindustrie-Giganten Stage Entertainment eng verbunden wäre. Der Hamburger Konzern dominiert schon jetzt den deutschsprachigen Markt – ein verstärkter Einfluss auf Wien wäre für die Unabhängigkeit der VBW gefährlich.«
Aber es wäre nicht Wien, würde es sich bei dieser Wahl nicht ohnedies, zumindest theoretisch, um eine reine Juxwahl handeln, eine Wahl, die man halt ausschreiben muss, weil uns nix erspart bleibt, aber machen tun wir doch eh, was mir wolln, oder?
profil: Kulturstadtrat Mailath-Pokorny meinte jüngst in dem Wochenmagazin NEWS, dass der neue Musical-Chef nicht aus der Liste der Bewerber kommen müsste. Drozda: Tatsächlich ist es formal richtig, dass wir uns auch für jemanden entscheiden könnten, der sich formal nicht beworben hat. Es wäre nur ein seltsamer Vorgang und würde alle desavouieren, die das Prozedere ernst genommen und seitenlange interessante Konzepte erarbeitet haben, wenn man jemand anderen suchen würde.
Viele Worte, dabei wäre doch die Antwort so einfach: »Nein, das wird definitiv nicht der Fall sein.« Oder?
Obwohl, der neue Intendant wird de facto ohnedies nicht viel mehr entscheiden können. Man hat ja Zeit. Drozda:
Ich gehe davon aus, dass im Februar eine Entscheidung fällt. Wir stehen zwar nicht unter Druck, weil wir intern so gut aufgestellt sind, dass wir einstweilen auch ohne Intendanz auskommen könnten. Nichtsdestotrotz gibt es eine Reihe von Entscheidungen, bei denen ich die neue Leitung einbinden möchte. Es soll ja nicht so sein, dass jemand kommt und vor vollendeten Tatsachen steht. Und die Programmierung der nächsten zwei, drei Jahre womöglich gar nicht mehr beeinflussen könnte.
Martin Bruny am Montag, den
23. Januar 2012 um 14:33 · gespeichert in Musical, Wien
Die Volksoper Wien hat derzeit einen Lauf, was Musicals betrifft, Musicals, die sich dem, was man überhaupt allgemein unter dem Begriff »Musical« subsumieren könnte, nicht von unten, vom Seichten nähern, sondern Musicals, die, wie etwa »Candide«, filigrane Schnittmengen von zum Beispiel Oper und Operette bilden. Wenn man Musicals spielt an der Volksoper, wird, zumindest derzeit, nicht darum gefeilscht, ob man sich eine Harfe etwa gerade noch leisten kann oder nicht doch lieber den Pausenraum mit bunten Lampions neu dekoriert, den Billeteuren lustige Kostüme schneidern lässt und die Hauptdarsteller in Societysendungen einkauft, man spielt, zumindest hat man als Zuschauer den Eindruck, in einer dem Stück bestmöglichen Variante. Musical – Musik, liegt eigentlich ja auf der Hand (sollte man meinen).
Nach der großartigen Produktion von Sondheims »Die spinnen, die Römer!” feierte gestern Bernsteins »Candide«-Premiere. Es war eine viel bejubelte Vorstellung, es war ein bedeutender Abend in vielerlei Hinsicht. Will man Musicals in Wien sehen, muss man derzeit in die Volksoper.
Wer verstehen will, warum es eine solche Unerträglichkeit ist, was die Vereinigten Bühnen Wien als ehemaliger Musicaldominator derzeit (auf eine bessere Zukunft darf man hoffen) an »Musicals« auf die Bühne knallen, muss in die Volksoper kommen. DAS ist Musik, auch so kann »Musical« klingen.
Man sollte sich das nicht entgehen lassen. Drei Vorstellungen sind noch angesetzt: am 24., 26 und 29. Januar 2012. Zum Ticketverkauf gehts –> hier.
Mehr über »Candide« dann in »musicals« in der April/Mai-Ausgabe 2012.
Candide
A Comic Operetta in two acts (1956)
Konzertfassung von 1993
Musik: Leonard Bernstein
Gesangstexte: Richard Wilbur
Zusätzliche Gesangstexte: Stephen Sondheim, John La Touche, Dorothy Parker, Lillian Hellman und Leonard Bernstein
Deutsche Erzähltexte: Loriot
Konzertante Aufführung in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Besetzung
Erzähler: Robert Meyer
Candide: Stephen Chaundy
Cunegonde: Jennifer O´Loughlin
Old Lady: Kim Criswell
Pangloss/Martin: Morten Frank Larsen
Governor: Otoniel Gonzaga
Vanderdendur/RagotzkyJeffrey Treganza
Paquette: Beate Ritter
Maximilian/Captain: Steven Scheschareg
Junkman/Tsar Ivan: Karl Huml
Alchemist/Sultan Achmet: Andrew Johnson
Cosmetic Merchant/1. Inquisitor: Frederick Greene
Doctor/Stanislaus/2. Inquisitor: Thomas Plüddemann
3. Inquisitor/Bearkeeper: Heinz Fitzka
Dirigent: Joseph R. Olefirowicz
Choreinstudierung: Michael Tomaschek
Chor und Orchester der Volksoper Wien
Martin Bruny am Sonntag, den
22. Januar 2012 um 14:42 · gespeichert in West End, Musical
Tim Rice kann mit Andrew Lloyd Webbers Plänen, eine Hauptrolle für seine Neuproduktion der Rockoper »Jesus Christ Superstar” per Castingshow zu vergeben (siehe –> hier), nichts anfangen. Er meint dazu:
“I’ve had several meetings with Andrew and said that I don’t want this done, but now it appears it’s been signed and sealed. Andrew wants to rehash things all the time, but I really don’t think Superstar needs that tasteless reality television treatment. Those shows are relentlessly downmarket, which is fine if the show is a lightweight bit of fluff. I am fully behind an arena show, but I just don’t think you need another television series to do that.” [rte.ie]
Martin Bruny am Samstag, den
21. Januar 2012 um 23:59 · gespeichert in Event-Tipps
28. März 2012
20:00
bis
22:00
73 Jahre ist Peter Kraus vor ein paar Tagen geworden, sechs Jahrzehnte Showbusiness hat er in den Beinen, 1957 erschien seine erste Single: »Tutti Frutti«. »Professor« ist er noch keiner, aber das »Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien« hat er natürlich, und der Professorentitel … wird schon noch kommen.
Wien-Premiere am 28. März 2012
2012 geht Peter Kraus auf große Tournee. »Für immer in Jeans« ist das Motto seiner neuesten Revue, mit der er am 28. und 29. März sowie am 18. und 19. Mai in der Halle F der Wiener Stadthalle gastieren wird, gemeinsam mit der Peter Kraus All Star Band, Special Guests wie zum Beispiel Musicaldarstellerin Barbara Endl (im Sommer in Röttingen im Musical »Romeo & Julia« zu sehen), und einem Tanzensemble, unter anderem mit Marvin Dietmann (ebenfalls in Röttingen in »Romeo & Julia« zu sehen). In 40 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Kraus spielen: Songs, verpackt in kleine Szenen, ein revueartiger Blick zurück in die 50er Jahre, aber auch neue Lieder stehen am Programm.
Leading Team
Regie: Thomas Smolej
Choreografie: Sabine Bartosch
Choreografie-Assistenz: Marvin Dietmann
Produktion: Semmel Concerts GmbH//Fechter Management & Verlag GmbH
Special Guests
Mike Kraus, Andy Lee Lang und Barbara Endl
Ensemble
Marco Maurer, Marvin Dietmann, Thomas Huber (Swing); Anna Carina Buchegger, Anna Weghuber und Beatrix Gfaller
Hey guys, Equity has just announced that our lovely OLC’s royalties problem is now resolved! The cast will be signing a new agreement very soon, so the time has come to close this petition. Thank you all so much the past week for your support—long live Les Mis. :)
Michael Ball, einer der Betroffenen, meint:
Look, it isn’t a large amount of money we are talking about. In fact, it is very little, but it is the principle of the thing, as much as anything. I mean, I tend to believe that on a cast album the singers are quite an integral part. [The Telegraph]
Martin Bruny am Freitag, den
20. Januar 2012 um 14:58 · gespeichert in Kult
Apollo Theatre, New York, January 19, 2012
Perfekter Puzzlestein im Wahlkampf Obamas. »Let’s stay together«, in Zeiten der Krise. In Österreich hört man dagegen Statements wie »Her mit dem Zaster« (–> hier).
Martin Bruny am Mittwoch, den
18. Januar 2012 um 13:11 · gespeichert in TV
So prüde ist man nicht mal in den USA. Kaum, dass Kathrin Zechner all ihre »Castingfinessen« für das ORF-Erfolgsformat »Dancing Stars« einer nicht allzu interessierten Öffentlichkeit präsentiert hat, muss sie sich schon vorwerfen lassen, den ORF in Negativschlagzeilen manövriert zu haben. Eine ehemalige Pornodarstellerin darf doch nicht in einer Familienshow auftreten. Das Töchterlein könnte die Mama fragen, was denn ein Porno ist.
kath.net formuliert es so:
Im ORF-Gesetz ist sogar von einem Bildungsauftrag die Rede.
Tschuldigung? »Dancing Stars« und Bildungsauftrag? Bildungsauftrag generell? Das Schulfernsehen wurde längst abgeschafft, nicht mal an den legendären ORF-Russischkurs kann sich heute noch jemand erinnern, Kultur-TV wurde großzügig in weitere Kanäle ausgelagert. Wo ist das Problem?
Martin Bruny am Mittwoch, den
18. Januar 2012 um 11:07 · gespeichert in Musical, Wien
Die Bewerbungsfrist ist abgelaufen. 33 Interessenten haben ihre Konzepte für eine dringend notwendige Sanierung der VBW, was die programmatische Ausrichtung betrifft, eingereicht. Was ist die Reaktion des Generaldirektors Thomas Drozda? Er meint:
“Wir haben im Grunde genommen keinen Zeitdruck.”
Wieso eigentlich?
- Weil sich ohnedies nichts ändern wird?
- Weil ohnedies wie bisher die Inhalte nicht vom Musicalintendanten bestimmt werden, mit dem Thomas Drozda, siehe Abschlusspressekonferenz zur Ära Zechner, bei den wöchentlichen Meetings zu 90 Prozent NICHT über Musicals gesprochen hat.
- Weil nur ein Büroleiterposten vergeben wird?
Fragen über Fragen …
———–
Die Online-Plattform “thatsMusical.de” (Dominik Lapp) zitiert ebenfalls den Standard, meint aber, dass “laut Informationen des Standard” 28 Männer und 5 Frauen ihre Bewerbungen eingereicht hätten. Der Standard hat jedoch hat lediglich eine APA-Meldung übernommen, textgleich. Ein manchmal nicht unwesentliches Detail bei so mancher Meldung.