Archiv - Musical
Martin Bruny am Montag, den
26. August 2013 um 00:03 · gespeichert in Musical
Vom 2. bis 23. Februar 2014 ist Laurence Mark Wythes Musical »Tomorrow Morning – Nur noch bis morgen« in der Kulturszene Kottingbrunn bei Wien zu sehen.
Das Vierpersonenstück wurde 2006 in London uraufgeführt und war 2011 am Off-Broadway zu sehen. Die Kulturszene Kottingbrunn bringt das Stück in der Übersetzung von Daniel Große Boymann als deutschsprachige Erstaufführung.
Leading Team
Regie: Peter W. Hochegger
Musikalische Leitung: Helmut Srobel
Klavier/Korrepetition: Bernhard von Ham
Cast
John - Oliver Arno
Jack - Martin Pasching
Kat - Anja Haeseli
Catherine - Kathleen Bauer
Infos und Tickets unter: www.kulturszene.at
Martin Bruny am Donnerstag, den
15. August 2013 um 20:53 · gespeichert in Musical
Nun, das scheint schiefgegangen zu sein. Da packt man sich den Schweizer Paradeautor Dürrenmatt ins Kistchen, dazu an bekannten Musicalnamen, was man nur bekommen kann – und dann lautet die Bilanz (zur Halbzeit): 10 bis 15 Prozent weniger Auslastung beim »Besuch der alten Dame« als erwartet.
Von offizieller Seite kommend der Versuch einer Begründung:
Viele Leute scheinen eine fixe Meinung zum Schriftsteller zu haben und können sich die Umsetzung als Musical nicht vorstellen.
Kann man so sehen. Vielleicht hat aber auch einfach die Art und Weise, wie über die Show durch die Beteiligten selbst berichtet wurde, dem angestrebten Erfolg geschadet. Die alte Dame ist in der Musicalversion keine alte Dame mehr, weil das »aktueller« sei, musste man lesen beziehungsweise hören. Was genau wäre daran aktueller? Der Teeniestar, den man für die Rolle des jungen Alfred engagiert hatte, meinte vor laufender Kamera mitten in der Probenzeit, das dem Musical zugrundeliegende Stück nicht gelesen zu haben und zementierte damit das Klischee, dass Musical ohnedies nur etwas für Analphabeten sei. Was man von der Show selbst gesehen hat, war vulgäres Overacting, was man gehört hat, waren viele falsche Töne, schwammige Melodien, was man nicht fassen konnte, waren die unfassbar banalen Choreografien. Wenn man eine Show kaputtfeaturen wollte, das hat man damit ganz sicher geschafft. Dass man eine Liebesgeschichte eingebaut hat und gleichzeitig meinte, stücktreu geblieben zu sein – wie durchsichtig ist das alles? Klischee, Klischee, Klischee. Man darf auf die Reaktion in Wien gespannt sein.
Link
- Berner Zeitung: Thunerseespiele ziehen zwiespältige Zwischenbilanz
Martin Bruny am Donnerstag, den
4. Juli 2013 um 08:42 · gespeichert in Musical, Wien
Alles wird teurer, klar. Und wer es nicht glauben möchte, muss sich eigentlich nur die Ticketpreise der VBW im Raimund Theater ansehen. Sukzessive wurden sie in den letzten Jahren in ausgewählten Kategorien erhöht. Mittlerweile ist man auf einem Level angekommen, bei dem der Vorverkauf bei vielen Veranstaltungen ernsthaft in Schwierigkeiten gekommen ist. Wer bucht um 100 Euro ein Ticket, wenn der Saal ohnedies fast leer ist und man zu günstigen Resttickets kommt?
Eintrittspreise jenseits der 100 Euro sind nichts anderes als ein Eigentor. Das haben die VBW natürlich auch einigermaßen nachvollzogen, also ging man munter daran, die Plätze der Preiskategorie 1 sukzessive auszudehnen. Beispiel Raimund Theater: Waren vor dem September 2011 im Parkett die ersten vier Reihen Kategorie-1-Plätze, waren es ab 09/2011 die ersten sechs Reihen, bei »Elisabeth« sind es die ersten acht Reihen – und ab »Mamma Mia!« (siehe Sitzplan unten) 2014 werden es die ersten elf Reihen sein, wobei die erste dieser elf Reihen nun als VIP-1.Reihe gilt und zusätzlich verteuert wurde.
Die Frage bleibt offen, ob der Orchesterraum dafür auf die Größe eines Schwanzlurchs geschrumpft wird, in dem nur mehr die unzähligen »Mamma-Mia!«-Clicktracks herumgeistern werden.
Man kann wirklich froh sein, dass bei den VBW nicht auch noch die Darstellerverträge dahingehend geändert wurden, dass sie nun jeweils mit Ende Juni enden. Da würden dann nämlich Darsteller anteiligen Urlaub auch tatsächlich noch vor Ablauf dieser Frist nehmen, und wer weiß, es könnte dazu kommen, dass in einem Juni in diversen Shows nicht alle Rollen auf den Bühnen tatsächlich auch besetzt werden können. Ja, und da müssten doch dann die VBW eigentlich einen Teil des Ticketpreises zurückerstatten, nicht wahr? Aber Gott sei Dank, von solchen elenden Zuständen sind wir ja weit entfernt.




Martin Bruny am Donnerstag, den
4. Juli 2013 um 07:00 · gespeichert in Musical, Awards
Das Revival des Broadway-Musicals »Pippin« hat 22, »Kinky Boots« hat 20, »Vanya and Sonia and Masha and Spike« immerhin noch 19 und »Who’s Afraid of Virginia Woolf« 18. – Nicht Tony Awards, sondern Produzenten. Allen diesen Produktionen ist gemeinsam, dass sie bei den heurigen Tony Awards in den Kategorien Best Musical/Play; Best Revival of a Musical/Play ausgezeichnet wurden, und mithin alle ihre Produzenten.
Nachdem »Pippin« in der Kategorie Best Revival of a Musical gewonnen hatte, wurde Jonathan Reinis, der 125.000 Dollar in die Show investiert hatte, gebeten, 2500 Dollar für seinen Tony Award zu bezahlen. Und warum? Bei den Tony Awards ist es üblich, dass alle Produzenten ihre ganz eigene Trophäe bekommen, nicht nur die wichtigsten (wie bei den Oscars oder den Grammys) – allerdings müssen sie dafür bezahlen, und zwar 2500 Dollar.
2013 ist ein großartiges Jahr, denn die Produzenten des Awards haben mit dieser Masche die Möglichkeit, 250.000 Dollar einzunehmen. Und dass sie an das Geld rankommen, ist sehr wahrscheinlich. Wer würde schon auf die Chance verzichten, einen eigenen Tony im Wohnzimmerregal stehen zu haben.
Gratis bekommen nur die beiden Hauptproduzenten ihre Trophäe. 79 weitere Statuetten wären zu bezahlen (das ergibt 197.000 Dollar), und da jede Investorgruppe bzw. jedes Unternehmen bis zu vier weitere Tonys bestellen kann, ist die oben angeführte Summe von 250.000 Dollar erzielbar.
Nähere Infos in einem interessanten Artikel der New York Times –> hier.
Martin Bruny am Dienstag, den
2. Juli 2013 um 12:50 · gespeichert in Musical, Wien
Am 18. und 19. Januar 2014 zeigt »Vienna’s English Theatre Youth Ensemble« die Musicalproduktion »You’re a Good Man, Charlie Brown«. Musik, Buch und Texte stammen von Clark Gesner. Zusätzliche Musik & Texte steuerte Andrew Lippa bei, zusätzliche Dialogtexte Michael Mayer.
Aus dem Pressetext:
Based on the characters created by cartoonist Charles M. Schultz in his comic strip Peanuts, the musical You’re a Good Man Charlie Brown is a guaranteed crowd pleaser for all ages. Originally written in 1967, the musical was revised for a new run on Broadway in 1999. Follow Charlie Brown, his dog Snoopy and their band of friends, on a quest to define happiness. Sometimes it’s the simple things in life that bring the most satisfaction.
Now in its third season, the Vienna’s English Theatre Youth Ensemble aims to provide opportunities for theatre students and up-coming actors to gain experience on stage as a part of an English speaking ensemble.
Nähere Infos –> hier.
Martin Bruny am Montag, den
1. Juli 2013 um 15:34 · gespeichert in Musical, Wien
Unter dem deutschen Titel »Winnifred oder Die Prinzessin auf der Erbse« bringt das Theater der Jugend im Dezember 2013 eine Produktion auf die Bühne des Wiener Renaissancetheaters, die man vielleicht eher unter dem Titel »Once Upon a Mattress« kennt.
»Once Upon a Mattress«, ein Musical von Mary Rodgers (Musik) & Marshall Barer (Texte), feierte am 11. Mai 1959 seine Off-Broadway-Premiere und war Ende 1959 am Broadway zu sehen. 244 Vorstellungen ging das Broadway-Abenteuer gut, dann war Schluss. Carol Burnett gab in dieser Produktion ihr Broadway-Debüt. Im Broadway-Revival von 1996 waren unter anderem Sarah Jessica Parker, Lewis Cleale und Jane Krakowski zu sehen. Die Show kam auf 188 Vorstellungen und war bei den Tony Awards 1997 in der Kategorie »Best Revival of a Musical« nominiert.
Martin Bruny am Dienstag, den
25. Juni 2013 um 14:45 · gespeichert in Musical, Sprache, Skurriles

Wer hat sich mit dem Spruch »Musical? Das ist doch nur was für Analphabeten« unbeliebt gemacht? Es wäre zumindest ganz nett, wenn man keine Deppenapostrophen verwenden würde …
Martin Bruny am Mittwoch, den
19. Juni 2013 um 22:14 · gespeichert in Musical, Wien
Immer wieder interessant, wie anderssprachige Besucher die Wiener Produktion von »Legally Blonde« einschätzen. Kurt of Gerolstein (Kurt Gänzl, einer DER Operetten- und Musicalpäpste) postet in seinem Blog dazu (siehe –> hier – nach unten scrollen):
At half time, I said ‘The English-speaking world is welcome to this one. And I’ll speak French’.
Loud, strident, brainless, charmless, loud, loud … quite awful.
But someone found a sense of humour and half a tune in the interval, the orchestra and singers intermittently stopped blasting ff, the plot cheered up nicely, and this alarming representative of the Broadway musical 21st century (and of Hollywood) became quite bearable. Not the least because of the hectic efforts of the brave young cast.
So, it seems that the days are well and truly gone when America produced the quality shows, and central European works were an embarrassment.
I wonder where history will lead us next. And when. And if I’ll be around to see and hear it.
Alle »Elisabeth«-Fans sollten sich seinen Kommentar zu seinem Besuch im Raimund Theater durchlesen. Die Show hat einen Fan mehr (siehe –> hier)
Martin Bruny am Montag, den
17. Juni 2013 um 14:31 · gespeichert in Musical, Deutschland
Aus mitreißenden Songs und pointierten Dialogen haben Peter Lund und Thomas Zaufke mit »Babytalk« ein kleines Musical voll Witz und Tiefgang geschaffen, das bereits bei der Berliner Uraufführung im Jahr 2000 und zuletzt 2010 im Wiener Gloria Theater Publikum und Presse gleichsam begeisterte. »Mein Körper und ich«, der Song, in dem Charlotte mit sich selbst hadert, hat inzwischen schon Kultstatus erreicht. Im Herbst sind Tina Schöltzke (Charlotte) und Stefan Bischoff (Robert) mit der Wiener Inszenierung der Show (Katharina Dorian) in Deutschland auf Tour (Termine siehe unten).
Handlung
Seit 14 Jahren sind Charlotte und Robert schon ein Paar. Und nun ist er auf einmal da – der Kinderwunsch. Allerdings gestaltet sich die Umsetzung dieses Planes schwieriger als gedacht. Wenn nur die Fantasie nicht wäre! Charlotte fürchtet, dass überlebensgroße Pampers-Packungen ihren Wiedereinstieg in den Beruf verhindern, während Robert sich bereits zu 20 Jahren emotionalem Hausarrest verdammt sieht.
Da man solche albernen Visionen aber am besten für sich behält, schrumpfen die Gespräche zwischen Robert und Charlotte genau in dem Verhältnis, in dem die Spannung wächst: Wird es klappen? Und wenn ja – was dann?
Natürlich steht das Thema »Baby« im Mittelpunkt. Dabei geht es eigentlich gar nicht mehr nur um das Kinderkriegen, sondern auch um die Beziehung, Liebe, Einsamkeit und Zukunftsängste. »Babytalk« ist unterhaltsam und tiefgründig zugleich.
Leading Team/Cast
Buch/Songtexte: Peter Lund
Musik: Thomas Zaufke
Regie: Katharina Dorian
Sound-/Lichtdesign: Richard Redl
Darsteller: Tina Schöltzke, Stefan Bischoff
Termine
26.09.2013, Theater im Tanzhaus, Wuppertal
27.09.2013, Theater an der Niebuhrg, Oberhausen
28.09.2013, KATiELLi Theater, Datteln
29.09.2013, KATiELLi Theater, Datteln
01.10.2013, tic, Kassel
Weitere Informationen unter:
www.agenturharaldtauber.com/babytalk
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Martin Bruny am Dienstag, den
11. Juni 2013 um 12:51 · gespeichert in Musical, Wien
Am kommenden Freitag findet um 10.00 Uhr in der Kantine des Wiener Ronacher eine Pressekonferenz statt. Der Intendant der Vereinigten Bühnen Wien wird im Rahmen dieser Pressekonferenz eine neue Eigenproduktion des Unternehmens im Beisein des Komponisten vorstellen.
Klar, die Ankündigung einer Pressekonferenz als News zu bringen, das ist extrem unprofessionell. Doch es ist passiert, dieser Tage, auf Facebook und anderen Sites. Motto: Lasst uns doch mal unprofessionell sein! Und warum auch nicht, schließlich muten so manche Vorgänge im Wiener Musicalbusiness merkwürdig unprofessionell an.
Leider, leider wird es hier auf dieser Site keinen Kommentar zu dieser Pressekonferenz geben können, denn eine Einladung zur Teilnahme ist nicht erfolgt. Wir können ja ganz offen reden: Der Kultur-Channel bietet keine »Berichterstattung«, man hat hier auch eine Meinung, und ein Blog ist nicht die APA. Das mag man nicht goutieren, und das soll uns recht sein. Freilich ist es unfreiwillig komisch, dass ein Unternehmen wie die VBW tatsächlich selektiert, wen es zu Pressekonferenzen einlädt. Die Besucherscharen sind durchwegs überschaubar bei derlei Veranstaltungen, und eine Multiplikatorwirkung ist durch Beiträge, über die diskutiert wird, gegeben.
Sei’s drum. Für Freitag planen wir hier daher eine kleine Glosse rund um Fakes, Lobbyisten und Trolle zum Thema Kritik im Bereich Musiktheater. Könnte auch ganz lustig werden, fast schon ein Stoff, um ein Musical draus zu machen. [PS: Verschoben um eine Woche]
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