Martin Bruny am Dienstag, den
12. Juli 2011 um 20:53 · gespeichert in Musical, Wien, Tonträger
Vom 21. bis 24. April 2011 brachten die Vereinigten Bühnen Wien rundumerneuert Andrew Lloyd Webbers Rockoper »Jesus Christ Superstar« zur Aufführung. Nach einigen Jahren Pause, zuletzt war die Show 2007 in einem VBW-Theater zu sehen, spielte man eine halbkonzertante Version im Ronacher.
Eine Gesamtaufnahme dieser Produktion veröffentlicht das Wiener Label HitSquad Records am 19. August 2011 auf einer Doppel-CD. Warum eigentlich? Schließlich gibt es jede Menge von “Jesus”-Aufnahmen, und auch eine Wiener Version, die nur ein paar Jahre alt ist.
Ein Grund ist die großartige Interpretation des “Jesus” von Drew Sarich, ja, aber haben muss man die CD, weil Koen Schoots, der Musikdirektor der VBW und Dirigent sowie musikalische Leiter der Produktion, eine spektakuläre Version auf die Bühne gebracht hat, die bisher noch nie zu hören war, oder, wie in der Juni/Juli/-Ausgabe des Magazin “musicals” nachzulesen ist:
Großartig die neuen Arrangements von Koen Schoots. Der Musikdirektor der VBW fand die vorliegenden Fassungen für Orchester wenig befriedigend. Es gibt eine plakativ und grobschlächtig orchestrierte Fassung für 44 Musiker, mit vielen Instrumenten, die man einfach nicht hört, wenn man das Stück spielt. Und es gibt die Fassung für 11 Musiker, wobei dann die Streicher fehlen, die alleine schon für »John Nineteen Forty-One« ihre Berechtigung haben. Daher hat Schoots eine Fassung für 25 Musiker erstellt. Die Grooves kommen modernisiert, die Keyboard-Sounds moderner, die der Gitarren schmutziger. Harry Peller an der Gitarre kostete diese neuen Möglichkeiten sichtlich aus. Weiters schrieb Schoots »Funk«- Bläser-Einwürfe für »What’s the Buzz« und »Simon Zealotes«. Vieles wurde härter, unerbittlicher gespielt, als man es vielleicht gewohnt ist. Da passte auch Mischa Mangs (Judas) Rockröhre perfekt dazu: ungestümer, weniger Musical, mehr rougher Rock. Das kam der Show sehr zugute. Mang zeigte geniale Phrasierungen, doch der Superstar auf der Bühne war Drew Sarich. Er toppte seine bisherigen Leistungen als »Jesus«. Viel besser, eindringlicher kann man »Gethsemane« nicht mehr singen. In der Version von 2011 ist er eine Naturgewalt, gepeitscht vom Orchester, eine Erscheinung, die mit immenser Bühnenpräsenz und wohlüberlegter Gestik und Mimik, in jeder Sekunde souverän, was den Gesang betrifft, auch Judas zur Nebenfigur macht. Stetes Arbeiten an der Präzision gilt nicht nur für Sarich, sondern auch für das Orchester unter Koen Schoots. Für »Gethsemane« schrieb er in den Übergang der beiden Liedteile ein festgelegtes Gitarren-Delay hinein. Der letzte Akkord (As-Dur) der E-Gitarre im ersten Liedteil wird in dieser neuen Fassung als Echo-Effekt wiederholt. Das Tempo des Delays ist das Tempo des nächsten Teiles. Das Delay (oder auch Echo) ebbt langsam weg, mit der Absicht, dass nach etwa 6 bis7 Echos der nächste Einsatz vom Orchester kommt. Hören kann man das freilich nur, wenn das Publikum zwischen den Teilen ruhig ist. Wurden die beiden Teile von »Gethsemane« bei der Premiere noch durch störenden Applaus unterbrochen, war das in den Folgevorstellungen nicht der Fall, und so konnte man dann tatsächlich ein »Gethsemane« erleben, das auf der einen Seite noch dramatischer war als bisher und doch auch eine neue strahlende, melancholische Gelassenheit hatte, durch neue Synthesizer-Phrasierungen am Beginn des zweiten Liedteils [»Then I was inspired. Now, I’m sad and tired. After all, I’ve tried for three years, seems like ninety. Why then am I scared to finish what I started, What you started - I didn’t start it«]. Das Resultat: eine stärkere Dynamik zwischen der peitschenden Dramatik und dem leisen, fast abgeklärt-heiteren Ton dieser neuen Synthesizer-Passagen.
CD: Jesus Christ Superstar - Gesamtaufnahme Live
VÖ: 19.08.2011
Label: HitSquad Records
Besetzung
Jesus: Drew Sarich
Maria Magdalena: Caroline Vasicek
Judas: Mischa Mang
Herodes: James Sbano
Simon/Annas: Rob Fowler
Pilatus: Alexander di Capri
Petrus: Norbert Kohler
Kaiphas: Dennis Kozeluh
Soulgirl: Cornelia Braun, Melanie Ortner, Marle Martens
Ensemble: Angelina Markiefka, Jennifer Pöll, Barbara Schmid, Dà³ra Strà³bel, Robert D. Marx, Gernot Romic, Sebastian Smulders und Florian Theiler
Musikalische Leitung: Koen Schoots
Orchester: Orchester der Vereinigten Bühnen Wien
EAN: 9120006683258 Catalogue: 668325 Packaging: Doppel-CD
Bis Freitag kann man die gesamte Cast-CD des neuen West-End-Musicals “Ghost” auf Facebook als Gratis-Stream hören. Perfekte Werbung? Ja! Anspieltipps: Tracks 10, 11 und 18.
Martin Bruny am Dienstag, den
12. Juli 2011 um 02:19 · gespeichert in Musical, Ausbildung
Am 2. Oktober 2011 startet in Wien eine neue Talenteschmiede für Kids und Teens von 8 bis 18 Jahren in ihr erstes Semester: “The Shine Performance Company”.
Die beiden Musicaldarstellerinnen Jacqueline Braun und Lorna Dawson (Vereinigte Bühnen Wien, Dancing Stars, Sophistikids Company) leiten die Company und unterrichten im Singen, Tanzen und Schauspielen auf Englisch und Deutsch, gemeinsam mit einem Team von weiteren professionellen Tänzern, Sängern und Schauspielern.
Die Auditions für das erste Semester sind bereits fixiert: Am 11. und 18. September 2011 können sich interessierte Talente bewerben, nähere Details gibt es dazu auf der Facebook-Site der Shine Performance Company –> hier.
Der Semesterbeitrag beträgt 350 Euro, bei Interesse einfach per Mail Kontakt aufnehmen: shineperformance2011@hotmail.com
Martin Bruny am Sonntag, den
10. Juli 2011 um 22:36 · gespeichert in Musical, Fotos
Am 7. Juli 2011 ging in Kittsee die Premiere von Cole Porters Musical “Kiss me, Kate” über die Bühne. In den Hauptrollen: Andreas Lichtenberger, Ann Mandrella, Johanna Maria Kräuter, Artur Ortens, Georg Kusztrich, Gerhard Ernst und Franz Suhrada.
Bis 24. Juli ist die Show noch zu sehen. Die Fotos von der Show stammen von Andrea Martin (aufgenommen am 9. Juli). Ticketinformationen gibt es auf der Website zur Produktion (–> hier)
Martin Bruny am Sonntag, den
10. Juli 2011 um 20:09 · gespeichert in Musical, Broadway
Das Fass brachte wohl Bono von U2 zum Überlaufen, als er seine Flugshow “Spider Man: Turn Off the Dark” mit der Genrebezeichnung “Pop-Art opera” etikettierte. Seitdem reißen die Diskussionen in amerikanischen Foren nicht ab und auch die New York Times widmet dem Thema unter dem Titel “Opera? Musical? Please Respect the Difference” einen Artikel. Nachzulesen –> hier.
Martin Bruny am Montag, den
4. Juli 2011 um 02:00 · gespeichert in Musical, Wien
Fünf Mal ging die Konzertserie “Musical Unplugged” in den letzten Jahren in wechselnder Besetzung bereits über die Bühne. “Musical Unplugged 6″ findet am 27. September 2011 (Beginn: 19:30 Uhr) in der Neuen Burg Perchtoldsdorf statt.
Diesmal auf der Bühne: Stefan Bischoff, Luc Devens, Andreas Guganeder, Christof Messner, Peter Neustifter, Martin Pasching, Florian C. Reithner, Florian Schützenhofer und Jakob Semotan.
Das Programm der “Musical Unplugged”-Shows bietet unter anderem Hits von hierzulande als Klassiker geltenden Musicals wie zum Beispiel “Elisabeth”, “Mozart!” oder “Tanz der Vampire” bis hin zu Werken von Frank Wildhorn, Stephen Schwartz oder Jeanine Tesori. Mit dabei auch (Austro-)Pop-Klassiker und Abstecher in Klassik und Schlager, serviert mitunter mit einer gehörigen Portion Ironie.
Die Tickets zu “Musical Unplugged 6″ sind seit 1. Juli 2011 im Verkauf.
Martin Bruny am Freitag, den
1. Juli 2011 um 00:17 · gespeichert in Musical, Wien
… und man ihn ständig gefragt hätte, ob er denn nicht vorhabe, wieder zum ORF zu wechseln, hätte er wohl eine “notarielle Beglaubigung” angeboten, in der er festgehalten hätte, nie in seinem ganzen Leben mehr zum ORF zu wechseln. Wenn er das denn auch tatsächlich nicht vorgehabt hätte.
Der verstorbene Bürgermeister wählte in einem vergleichbaren Fall diese Vorgangsweise: Zilk ließ sich 1988 »notariell beglaubigen«, dass er kein weiteres politisches Amt anstrebe. Zilk wollte Spekulationen über eine Kandidatur als Bundespräsident oder SPÖ-Chef vorbeugen. Hätte Zilk aber Lust bekommen zu kandidieren, hätte ihm das niemand verwehren können.
Anders ist das im Fall Kathrin Zechner. Hier berichtet der KURIER:
Apropos: Das Wort ORF nimmt Zechner nicht in den Mund. Auch nicht auf mehrmaliges Fragen nach ihren Zukunftsplänen: “Ich will ,Little Big Voice’ auf die Bühne bringen - mit tollen Leuten, die man noch nicht kennt. Außerdem laufen ab September ,Woyzeck & Tiger Lillies’ und ,Sister Act’. Ich habe ein spannendes und anstrengendes, aber erfülltes VBW-Leben.”
Bis 9. August 2011 dürfte sich die Sache wohl vorläufig geklärt haben. Dann sind die ORF-Wahlen entschieden.
Martin Bruny am Donnerstag, den
30. Juni 2011 um 22:18 · gespeichert in Musical, Wien
2012 wird es eine “Elisabeth”-Produktion in Wien geben. Das bestätigt Michael Kunze auf seiner Website (–> hier). Wird Oliver Arno die Rolle als Tod spielen? Möglich. (siehe –> hier) Aber möglich ist viel.
PS
Die Bestätigung hat Michael Kunze scheinbar in einer Revision seines Postings einige Zeit später relativiert.