Home RSS Go RED Go BLACK

Archiv - Musical

“The Wild Party” - da geht was ab an der Konservatorium Wien Privatuniversität

wp1.jpg
An der Konservatorium Wien Privatuniversität scheinen in der Abteilung Musikalisches Unterhaltungstheater derzeit spannende Umstellungen im Gang zu sein. Nehmen wir als Beispiel die Aufführungen der Musicalabteilung. Lange Zeit gab es die Möglichkeit, den ersten Jahrgang der Ausbildungsstätte im Laufe der ersten Monate eines Jahres im Rahmen einer kleinen Show zu erleben. Diese Shows, meistens Revuen, waren ohne Ausnahme sehenswert. Manches Mal wurde etwas prominenter auf die Aufführungen verwiesen, manchmal eher zurückhaltender, aber man wusste fast immer Bescheid und konnte so einen Jahrgang vom ersten öffentlichen Auftreten innerhalb des Studiums bis zur Diplomshow vier Jahre später im Auge behalten. 2010 ist man von diesem Prinzip abgegangen und hat eine “geheime” Aufführungssession in den institutseigenen Proberäumen abgehalten. Keine Ankündigung, kein Newsletter. Schade, ist doch das Vermitteln von Aufführungspraxis unter möglichst realitätsnahen Bedingungen ein blendend gewähltes Ziel des Konservatoriums. Die Show des ersten Jahrgangs intern abzuhalten, kommt ein wenig so rüber als wären a) die Neuen so schlecht, dass man sie extern nicht zeigen kann b) die finanziellen Mittel so knapp, dass man sie streichen musste, wobei da auch c) die Streichung der Show des 4. Jahrgangs mit ins Spiel kommt. Denn ab 2010 gibt es am Konservatorium zwar eine sogenannte Bachelor-Show, die entweder die klassische Revue ist, die man bisher gewohnt war, dann aber die Einzelperformances, die für die Abschlussprüfungen immer einstudiert und von den Studenten individuell gestaltet werden konnten, ersatzlos ablöst. Natürlich könnte sich auch d) die Meinung des einen oder anderen durchgesetzt haben, dass man ja ohnedies nur im ersten Jahr am Kons genügend Zeit “zum Lernen” zur Verfügung hat und es nur gut sei, dass es nicht durch Aufführungen gestört wird - was aber andererseits kein Argument ist, weil es ohnedies eine Aufführung gegeben hat, nur eben unter Ausschluss der Öffentlichkeit, daher also doch eher a) bis b). Wie auch immer, es scheint sich also was zu tun am Konservatorium, und es scheint darauf hinauszulaufen, dass die neuen Studenten im Rahmen ihrer Ausbildung zwei Shows weniger die Möglichkeit haben, sich - nach außen - zu präsentieren. Aber vielleicht kommt auch alles anders - oder mehr Zeit “zum Lernen”?

wp4.jpg

Blendend präsentieren konnte sich die Abteilung Musikalisches Unterhaltungstheater jedenfalls vom 26. Mai bis 1. Juni 2010 mit der Aufführung von Andrew Lippas Musical “The Wild Party” (zum Inhalt der Show siehe –> hier). Im Vorfeld wurde in einer Kulturpostille Lippas Werk als für das Genre “nicht unbedingt typisch” bezeichnet: Man würde in dieser Show, die am 24. Februar 2000 ihre Off-Broadway-Premiere gefeiert hat, Gewalt, Sex, physische und psychische Härte zu sehen bekommen. Oh Gott oh Gott, ob man das dem typischen Musicalfan, der sich nur “berieseln” lassen möchte, vorsetzen darf, so die ungefähr ableitbare Frage? Man konnte beim Lesen des Artikels fast den Eindruck bekommen, Musical sei die Löwingerbühnenfraktion des Musikalischen Unterhaltungstheaters, Andrà© Rieu wäre dagegen fast schon ein Goth der Unterhaltungsmusik. Was waren gleich noch mal die Themen von Shows wie “Rudolf”, “Rebecca”, “Jekyll & Hyde”, “West Side Story” und wie sie alle heißen? Verwechseln wir den Begriff Thema mit der Umsetzung? Aber nehmen wir das alles nicht so ernst, die Autorin zitiert ja auch Alexandra Frankmann-Koepp mit dem Satz: “”The Wild party” ist kein Mainstream-Musical, aber es ist toll.” - was für eine “fast” gefährlich verwirrende oder verwirrte Aussage. Am Off-Broadway war die Party im Manhattan Theatre Club übrigens nach 54 Vorstellungen am 9. April 2000 wieder vorbei. So viel zum Thema Reality-Check. So viel man nämlich auch von Lippas Show halten mag, könnte man sie auch als Musical bezeichnen, in dem sich eifersüchtige Männer prügeln und besaufen beziehungsweise diesen Eindruck erwecken, während sie tatsächlich singen und tanzen. So ganz war sich da die Kritik, was die Beurteilung der Show betrifft, nicht einig. Letzten Endes vielleicht doch nur eine Art Mainstream mit etwas besserer Musik?

Geht man davon aus, um wieder zum Anfangsstatement zurückzukommen, dass man an der Konservatorium Wien Privatuniversität Musicals unter anderem deshalb aufführt, um die Studenten an eine gewisse Realitätsnähe (hier allerdings, was die Arbeit am Theater betrifft) zu gewöhnen, dann, müsste man meinen, ist wohl eines der wichtigsten Ziele, auch den “Castingprozess” für eben diese Shows nicht so zu gestalten, als würde man sich in einer Märchenwelt à  la Alice’s Wonderland befinden. Das Casting als kleiner Reality-Check, damit wird man im Alltag draußen, außerhalb der Schule, rasch konfrontiert, und wenn man vier Jahre lang in all den Schulproduktionen nur die kleinsten Rollen bekommen hat, dann stellt man sich mit Sicherheit schon lange vorher Fragen.

wp3.jpg

Natürlich ist man an einer Musicalschule etwas limitiert. Man hat all jene Studenten mit Rollen zu versorgen, die gerade eingeschrieben sind. Entscheidet man sich dafür, dass es wichtiger ist, ein bestimmtes Musical aufzuführen, als ein Musical zu finden, das man mit dem vorhandenen Potential aufführen kann, dann ist ein solcher Castingprozess etwas tricky (dafür die Wahl der Show unkomplizierter) - mitunter kann es vorkommen, dass man Rollen zu besetzen hat, die von den abteilungseigenen Studenten unmöglich alle abgedeckt werden können. Interessanterweise setzt das Konservatorium in letzer Zeit auf recht tanzbetonte Stücke. Ein Ruf als tanzorientierte Ausbildungsstätte indes wäre neu, auch wenn es vor ein paar Jahren Ansätze gab mit der kurzfristigen Verpflichtung eines Choreographen, der einen irren Kick in einen der Jahrgänge brachte. Doch in diesem Jahr greift ein anderer Ansatz verstärkt: das abteilungsverbindende Element, wir lieben ja alle das Schlagwort Vernetzung. Auf der Bühne sehen wir nicht nur die Studenten der Abteilung Musikalisches Unterhaltungstheater, sondern auch Kollegen aus der Abteilung Ballett: Yi Yi Wang (mit einem fantastischen Tanzsolo im 2. Akt: “Jackies letzter Tanz”), Anna Schumacher, Kyra Chlebowski, Yue Yating und Manaho Shimokawa durchmischen sich mit dem Musical-Ensemble, und tatsächlich ist ihre virtuose Körperbeherrschung stellenweise so fesselnd, dass sie von den dagegen teilweise und fallweise abfallenden guten Movern der Musicalabteilung ablenken. Nur ein Problem gibts, oder zwei. Es ist nicht immer ganz der Rhythmus, den die Balletttänzer gewohnt sind, und: ist das Musicalgenre nicht jene Disziplin, die auf drei Fundamenten aufbaut: Gesang, Schauspiel … und Tanz? Wie auch immer, besser, man erkennt Defizite im eigenen Potential und versucht diese mit Talenten aus anderen Abteilungen bühnenwirksam zu kaschieren, als man blamiert sich auf offener Bühne. Die Tanzszenen bleiben allerdings vergleichsweise der Schwachpunkt der Aufführung. Gerade Glanznummern wie der Titelsong “Die wilde Party” leben von mehreren parallel ablaufenden Tanzeinheiten. Da matchen sich normalerweise mehrere Formationen, da liefert das Ensemble dazu eine perfekt auszuckende Tanzeinheit, das alles kann man nicht machen, wenn das Potential der einzelnen Studenten dafür (jetzt noch) nicht ausreicht. Die Lösung ist das rasche Übergehen in eine immer noch sehr wirksame Gruppenchoreographie, in der wieder die Kollegen aus der Ballettabteilung abtanzen, als wäre der Leibhaftige hinter ihnen her, während einige andere vergleichsweise spazierentanzen. Insgesamt gesehen aber kommen Szenen wie “Der Juggernaut” gut rüber.

wp6.jpg

Realitätsnähe scheint allerdings auch bei der Besetzung einer der Hauptrollen nicht ganz oben auf der Liste gestanden zu haben. Martina Lechner (3. Jahrgang) für die Rolle der Queenie zu besetzen, ist eine etwas eigenwillige Interpretation von Realitätsnähe. Da geht es nicht einfach darum, wie gut oder schlecht sich die Studentin macht, denn sie macht ihre Sache gut, sie passt einfach nicht in die Rolle. Weder Stimme noch Optik, und auch nicht die Art, wie sie sich zu bewegen imstande ist. Ist das für Martina Lechner eine große Belastung, sieht sie das anders? Man weiß es nicht. Man kann aber definitiv sagen, dass sie ihr Bestes gibt - und kann im Übrigen jegliche weitere Kritik unterlassen. Ihre Alternativbesetzung Miriam Mayr dagegen ist eine Queenie, vom ersten Moment an. Sie muss sich da nicht erst viel erarbeiten, sie hat das gewisse Etwas, das man sich nicht anschminken kann. Es hat auch etwas mit Körperhaltung, Körpersprache zu tun, das reicht bis hin zu Maske und Kostüm, das bei der einen Darstellerin ein harmonisches Ganzes ergibt und bei der anderen nicht. Mayr hat jetzt vielleicht (noch) nicht die Mörderstimme, aber ihre Interpretation der Queenie ist vielschichtig, sie hat eine ausdrucksstarke Mimik und kann der von ihr dargestellten Figur eine gewisse Tiefe verleihen, wobei es noch ein bisschen intensiver hätte sein können beispielsweise bei “Maybe I like it that way”, dessen zweideutige Eindeutigkeit ein wenig verloren geht.

Wunderbar Lena Brandt, die als Kate auf der Bühne steht. Spielt sie mit Martina Lechner ist ihr erstes Erscheinen auf der Bühne wie ein Bombeneinschlag, so als wäre der Broadway mitten im Leonie-Rysanek-Saal eingefahren, so verschieden wirken die Welten, die hier aufeinanderprallen. Im Zusammenspiel mit Miriam Mayr ist das ein vorzügliches Theatererlebnis. Lena Brandt ist vortrefflich bei Stimme, ihr “Juggernaut” ist sicher eines der Highlights des Abends.

wp2.jpg

Sie ist aber nicht der einzige Volltreffer. Laura Hempel beispielsweise, die als Mae die durchgeknallte Freundin von Eddie, dem Boxer, gibt, entspricht in ihrem Auftreten genau dem, was sie laut Rollenbeschreibung sein soll: klein, beknackt und süß. Bei ihr passt alles, Schauspiel, Gesang, Tanz, eine perfekte Rolle, ein Glücksfall. Auch Konstantin Zander als Boxer Eddie ist vom Typ her gut besetzt und schauspielerisch übezeugend, nur mit einer noch sehr belegten Stimme mit dabei. Als Lesbe Madelaine True verkauft Petra Straussova ihre große Solonummer “Eine altmodische Love-Story” schauspielerisch blendend, stimmlich okay.

Sind viele der Charaktere vom Buch her gut herausgeabeitet, so gibts dann auch noch die kleineren und ganz kleinen Partien wie Phil und Oscar, gespielt von Timo Verse und Sebastian Brandner. Timo Verse punktet mit guter Stimme, wo er die Chance bekommt, aber im Gegensatz zu den meisten “Typen” in “The Wild Party” sind Phil und Oscar fast statistenhafte Rollen, dasselbe trifft auf Max zu, gespielt von Johannes Sorgner. Er steht als “Partygast” als einziger Student des 1. Jahrgangs der Abteilung Musikalisches Unterhaltungstheater auf der Bühne, hat eine kleine Gesangseinlage im Titelsong “Die wilde Party” und zeigt dabei, dass er Stimme mit Potential und eine natürliche, sympathische Bühnenpräsenz hat, vermutlich gut tanzen kann und ein kleiner großer vielversprechender Strahler ist - und das ist ja letztlich für eine Show, in der der 1. Jahrgang normalerweise gar nicht antritt, sehr viel.

wp5.jpg

In den männlichen Hauptrollen sind Oliver Liebl als Black und Christoph Messner als Burrs zu sehen. Messner ist in der Rolle eine Wucht, da steht jemand auf der Bühne, dem man gerne zusieht und in den man auch Vertrauen hat, dass er imstande ist, alles richtig zu machen. Da muss man nicht mitzittern, ob ein Ton richtig sitzt, sondern man freut sich am Variantenreichtum des Ausdrucks in jeder Beziehung, da versteht man vor allem auch jedes Wort, da sieht so gut wie nichts aufgesetzt aus, ein irrer Körpereinsatz fasziniert, das passt - mit Sicherheit die überragende Leistung im Rahmen der Show. Mit Oliver Liebl ist die Rolle einerseits nicht wirklich vom Konzept her ideal besetzt, aber die Gründe, warum Black so besetzt ist, und nicht anders, liegen auf der Hand. Schauspielerisch war Liebl auf einem guten, aber nicht beeindruckenden Niveau, stimmlich ebenso. Was er ausstrahlt, ist eine gewisse Selbstsicherheit, und am Rest arbeitet er noch.

Interessant das Bühnenbild, das einerseits aus eher leichten Elementen wie Tisch, Bett, Couch besteht und auf der anderen Seite ein schweres Hebe-Element aufweist, das eine andere Ebene der Handlung auf die Bühne trägt und dessen Heben und Senken an zwei wesentlichen Punkten des Musicals stehen. So spiegeln sich die Schwere der Themen und die manchmal vorhandene Leichtigkeit des Scores im Bühnenbild. Schön gemacht, wenn das die Idee dahinter war. Verantwortlich für das Bühnenbild ist Timo Verse, Student des 2. Jahrgangs (und in der Rolle des Phil auf der Bühne).

Die Inszenierung (Alexandra Frankmann-Koepp), die auf der Amstettener Fassung der Show von Hannes Muik und Werner Sobotka beruht, bietet an die zwei Stunden Top-Unterhaltung ohne jegliche Länge, nur ein Punkt stört: die Crux mit der Statisterie. Viele der Studenten haben, wenn sie nicht gerade ein Solo zu singen haben, die Aufgabe, Partygäste zu mimen. Sie tun das mitunter wie Karpfen, mit weit aufgerissenen Mündern - und hemmungslos übertriebener Gestik. Das ist ein Schwachpunkt, denn das lenkt vom Geschehen ab, zerreißt die Schärfentiefe, die eigentlich aufgebaut werden sollte, mit dem Fokus auf den Solisten und dem unscharfen Bereich der Statisterie.

Andrew Lippa verwendet für die Kompositionen in seiner Show zeitgenössische Stile, zitiert gleich mit dem ersten Ton des Scores Duke Ellingtons Jungle-Style mit seinem typischen Growling, und auch Kurt Weill ist ihm ein Begriff, andererseits bleibt er diesen Stilen nicht treu, sondern durchmischt Elemente der 1920er- bis 1990er-Jahre kunterbunt, bringt zum Jazz auch den Rock, R&B und Pop. Das spiegelt sich beispielsweise auch bei den Arrangements der Cast-CD aus dem Jahre 2000, wenn da im Opener “Queenie Was A Blonde” auf einmal E-Gitarren Verwendung finden. In der Version des Konservatoriums (Musikalische Leitung, Arrangements: Peter Uwira) sind keine E-Gitarren zu hören, den Bruch hat man sich erspart, und das ist gut so. Die Band hat ein Alt- und Tenorsaxophon sowie Klarinette und Querflöte (alle: Lisi Steiger) zur Verfügung, weiters am Klavier Peter Uwira, am Kontrabass Sebastian Küberl und am Schlagwerk Gerfried Krainer. Einziges Manko beim Schlagwerk, wofür der Schlagwerker nichts kann: In den Momenten, in denen die E-Drums auch tatsächlich wie kleine Plastikdöschen klingen, weil sie nunmal manchmal, nicht immer, so klingen, hinterlassen sie einen schlechten Eindruck. Aber ökonomische- und Platzgründe … ok. Die Band spielt um ihr Leben und bringt den aufregenden Vibe der Musik, die sexuelle Spannung bis hin zum dramaturgischen Höhepunkt großartig auf den Punkt.

Fazit: Zwei Stunden beste Unterhaltung auf für eine Schulproduktion sehr hohem Niveau mit einem beeindruckenden Christof Messner, und einer wunderbar spielenden Lena Brandt.

Leading Team
Buch, Musik und Liedtexte: Andrew Lippa
Original-Arrangements: Michael Gibson
Deutsche Übersetzung: Wolfgang Adenberg
Bearbeitung: Hannes Muik, Werner Sobotka
Musikalische Leitung, Arrangement: Peter Uwira
Regie, Produktionsleitung: Alexandra Frankmann-Koepp
Choreographie: Marcus Tesch
Dancecaptain: Astrid Nowak
Stage Combat: Mel Stein
Bühne: Timo Verse
Lichtdesign: Dulcinea Jan
Kostümdesign, Inspizienz, Requisite: Doris Richter
Kostüme: Kostümhaus Lippitsch
Konsultantin: Alexandra Fitzinger
Maske: Wilhelm Galli, Regina Tichy
Technische Koordination: Ernst Wilfinger
Bühnenmeister: Harald Lindermann
Bühnenbildbau: Stefan Michelfeit
Ton: Markus Urban, Florian Bogner
Verfolger: Vera Ledel
Garderobe: Heike Portisch

Band
Alt-, Tenorsaxophon, Klarinette, Querflöte: Lisi Stiger
Klavier: Peter Uwira
Kontrabass: Sebastian Küberl
E-Drums, Percussion: Gerfried Krainer

Cast
Queenie: Martina Lechner (3)* 27.05./29.05./01.06./Miriam Mayr (3) 26.05./28.05./31.05.
Burrs: Christof Messner (3)
Kate: Lena Brandt (3)
Black: Oliver Liebl (2)
Madelaine: Petra Straussova (3)
Oscar: Sebastian Brandmeir (2)
Phil: Timo Verse (2)
Eddie: Konstantin Zander (2)
Mae: Laura Hempel (2)
Nadine: Andreja Zidaric (2)
Dolores: Caroline Zins (2)
Sam: Florian Stanek (2)
Max: Johannes Sorgner (1)
Jackie: Yi Yi Wang (als Gast)**
Rose: Anna Schumacher (als Gast)**
Peggy: Kyra Chlebowski (als Gast)**
Babe: Yue Yating (als Gast)**
Ellie: Manaho Shimokawa (als Gast)**
Chor: Tanja Petrasek (1)(Franziska Kemna (1)/Salka Weber (1)/Alixa Klemm (1)/Dieter Hörmann (1)/Manuel Heuser (1)/Manuel Walcherberger (1)
* (3): Jahrgang, in dem sich der/die Studierende befindet
** Studierende(r) der Abteilung Ballett

Eine andere Meinung zur Show gibts –> hier, und eine nochmals andere, geschrieben von Sascha Sautner, wird in der nächsten Ausgabe von “musicals” erscheinen (August/September 2010).

“Nach der Krise” - Otto Jaus im Simpl

plakat_krise.jpg“Nach der Krise”, so lautet der Titel der neuesten Revue des Wiener Kabarett Simpl.

Am 7. September 2010 feiert die Show von Michael Niavarani und Albert Schmidleitner Premiere, und nun stehen auch die Darsteller fest, die für diese Produktion engagiert wurden: Neu dabei unter anderem Otto Jaus, der derzeit noch den Pezi in Johannes Glücks Puppen-Musical “Krawutzi Kaputzi” (Palais Nowak) spielt und im Sommer in Amstetten im Strip-Musical “The Full Monty” zu sehen sein wird.

Weiters bei “Nach der Krise” dabei: Veronika Polly, Claudia Rohnefeld, Alexandra Schmid, Bernhard Murg und Ernst Vokurek. Die Confà©rence hält Ciro de Luca, Regie führt Hannes Muik.

ÖVP-”Kultursprecher” Franz Ferdinand Wolf: Ist der Mann neu oder nicht vom Fach?

Einen weiterer Problemaspekt für Wolf ist die Rentabilität von großen Häusern, wie beispielweise der Vereinigten Bühnen Wien. Diese großen Häuser sind, so der ÖVP-Kultursprecher, “schweinsteuer” und es sei fraglich, ob man die knappen Mittel wirklich dafür verwenden sollte. Obwohl er die Neue Oper Wien nicht antasten möchte, kritisiert er das Ronacher. Überall auf der Welt wären Musicals gewinneinbringend, “warum Musical hier (Anm.: in Wien) subventioniert wird, konnte mir noch niemand erklären”. [derstandard.at]

Lieber Herr Wolf, das erklären Ihnen und allen Interessierten seit mittlerweile mindestens 23 Jahren ununterbrochen, und durchaus schlüssig, die verschiedensten Repräsentanten der Vereingten Bühnen Wien. Ein Buchtipp, damit auch Sie es endgültig verstehen: Theater an der Wien: 40 Jahre Musical.

Flaherty & Ahrens live in Australia 2009

A 5 minute over view of the 2009 “Broadway to Australia” concert series taken in Melbourne, Sydney & Hobart August 2009.

“A Musical Night” - Musical goes Blasorchester mit Werner Mai und Eva Klikovics

3. Juli 2010
20:30bis23:30

musical-night-plakat.pngEs ist schon ein paar Jährchen her, dass der ORF ein Castingformat mit dem Titel “Musical! Die Show” an den Start geschickt hat. Im Herbst/Winter 2007 traten ein paar hoffnungsvolle junge Leute an, um sich den Titel “Musicalstar” zu holen. Rückblickend kann man sagen, dass viele der “Verlierer”, wie so oft bei Castingshows, im Geschäft besser Fuß fassen konnten als so mancher “Gewinner”.

Bernhard Viktorin (auf Platz 10 bei “Musical! Die Show”) beispielsweise spielt derzeit an den Wiener Kammerspielen (”Sugar”), davor war er unter anderem am Wiener Metropol in “Go West” zu sehen, im Juli 2010 übernimmt er in der Schweiz die Rolle des “Giorgio” im Musical “Die Schwarzen Brüder”.

Markus Neugebauer, bei “Musical! Die Show” auf Platz 9 platziert, war als “Joseph” in der Wiener Stadthalle zu sehen, er wurde von den VBW für “Rudolf” ans Raimund Theater engagiert und hat nun in Stuttgart bei “We Will Rock You” ein Engagement.

Alice Macura war 2008 bis 2010 im Musical-Evergreen “Elisabeth” als Zweitbesetzung “Elisabeth” und “Fräulein Windisch” in Berlin und im Rahmen einer Tourproduktion zu sehen. Bei der ORF-Castingshow landete sie auf Platz 8.

Nazide Aylin (bei “Musical! Die Show” auf Platz 7) konnte man seit der ORF-Castingshow in “Aida” (Amstetten), “West Side Story” (Graz) und “Sweeney Todd” (Stadttheater Klagenfurt) erleben.

Alexander Donesch, auf Platz 6 bei der Castingshow des ORF gelandet, war unter anderem am Wiener Metropol bei der Produktion “Müllers Büro” zu sehen, bei diversen Inszenierungen im Dschungel Wien, in München bei Dietrich Grönemeyers Musical “Der kleine Medicus”, in Staatz bei der Open-Air-Version von Andrew Lloyd Webbers “Joseph”, im Sommer 2009 bei der Uraufführung des modernen Singspiels “Kleider machen Leute” in Wilfersdorf. Im Sommer 2010 spielt er beim Sommertheater in Parndorf. Gegeben wird “Die Zähmung der Widerspenstigen” von William Shakespeare.

Eva Klikovics, bei “Musical! Die Show” auf Platz 2 gelandet, war 2010 in Bozen in der Produktion “Ein Käfig voller Narren” zu sehen und wird im Sommer 2010 bei einer Musicalshow auf Burg Forchtenstein mitwirken. 2008 war sie im Ensemble des Musicals “In Nomine Patris” in München dabei und 2009 in Produktionen am Wiener Metropol (”Charley’s Tante”), auf Burg Forchtenstein und am Stadttheater Baden (”Hair”).

Vincent Bueno, der Sieger und “Musicalstar”, macht seit seinem Gewinn dasselbe, was er vorher gemacht hat: Er pendelt eifrig zwischen den verschiedenen Welten des Showbusiness, ist mal als Streetdancer in Aktion, mal als Musicaldarsteller (”La Cage Aux Folles”, Stockerau; “Jesus Christ Superstar”, Museumsquartier Wien; “West Side Story”, Bühne Baden). Seiner Solo-CD “Step By Step”, erschienen bei MG-Sound 2009, war nicht der übergroße Erfolg beschieden (höchste Platzierung in den österreichischen Charts: Platz 55), am 12. Juni 2010 ist Bueno in der Ankerbrotfabrik mit einer Liveshow zu sehen - der Eintritt ist frei.

Nicht alle aus den Top 10 von “Musical! Die Show” sind auch tatsächlich schon im Showgeschäft gelandet, so hat man von der auf Platz 5 platzierten Simone Fetz nicht mehr viel gehört. Gudrun Ihninger (sie belegte Platz 3) studiert derzeit am Franz Schubert Konservatorium in Wien und war im März dieses Jahres in einer Schulproduktion als “Sally Bowles” (”Cabaret”) auf der Bühne.

Werner Mai, der bei der Castingshow des ORF auf Platz 4 gelandet ist, hat sich nach dem Castingwahnsinn einerseits auf seine berufliche Ausbildung zum Physiotherapeuten konzentriert und tritt andererseits bei Showveranstaltungen als Sänger auf. So ist er gemeinsam mit Eva Klikovics am 3. Juli (Beginn: 20:30 Uhr) bei einer Open-Air-Veranstaltung mit dem Titel “A Musical Night” gebucht. Musicalmelodien wurden für dieses Event von Kapellmeister Johann Kausz für das Blasorchester des Musikvereins Deutschkreutz bearbeitet.

Der Musikverein Deutschkreutz besteht aus rund 50 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die sich mit Begeisterung der Blasmusik widmen und in den letzten Jahren immer wieder spannende Konzertprojekte auf die Bühne gebracht haben. Der Verein wurde im Jahr 1973 gegründet und steht unter der musikalischen Leitung von Major Johann Kausz (von Beruf Militärkapellmeister bei der Gardemusik Wien).

Die geplante Setlist von “A Musical Night”:

1. Teil
Ouverture (»Tanz der Vampire«) instrumental
Für Sarah (»Tanz der Vampire«) Werner Mai
Nie gesehn (»Tanz der Vampire«) Duett
Draußen ist Freiheit («Tanz der Vampire”) Duett
Tamo Daleko («Coming home”) Eva Klikovics
I’ll be home (»Coming home«) Duett
All that Jazz (»Chicago«) Eva Klikovics
Can you feel the love tonight (»The Lion King”) Werner Mai
The Winner takes it all («Mamma Mia!”) Eva Klikovics
I want to break free («We Will Rock You”) Werner Mai
Ouverture («The Wizard of Oz”) instrumental
Somewhere over the rainbow («The Wizard of Oz”) Eva Klikovics
Durch das Dunkel der Welt (»Aida«) Werner Mai
Written in the Stars (»Aida«) Duett
Der letzte Tanz (»Elisabeth«) Werner Mai

2. Teil
Come on (Jingle-Version – kurz) instrumental
Intro von «Jesus Christ Superstar” (»Jesus Christ Superstar«) instrumental
I don’t know how to love him («Jesus Christ Superstar”) Eva Klikovics
Jesus Christ Superstar (»Jesus Christ Superstar«) Werner Mai
Warum kannst du mich nicht lieben (»Mozart«) Werner Mai
Gold von den Sternen («Mozart”) Eva Klikovics
Mut zur Tat («Rudolf”) Werner Mai
Vertrau in uns (»Rudolf«) Eva Klikovics
So viel mehr («Rudolf”) Duett
Grease – Ouverture («Grease”) instrumental
Hopelessly devoted to you («Grease”) Eva Klikovics
Summer Nights («Grease”) Duett
You’re the one that I want («Grease”) Duett
Come on - Instrumental (Bandvorstellung) instrumental
Selections from Hair («Hair”) Duett
Ich war noch niemals in New York (»Ich war noch niemals in New York«) instrumental
Udo Jürgens-Medley (»Ich war noch niemals in New York«) instrumental

Ticketbestellungen und nähere Infos per Mail: office@musikverein-deutschkreutz.at

Hunter Ryan Herdlicka im Interview - wie Stephen Sondheim sein Leben veränderte

Hunter Ryan Herdlicka, derzeit in der Broadway-Produktion von Stephen Sondheims “A Little Night Music” in der Rolle des Henrik zu sehen, im Interview. Im Mai 2009 hat der 23-Jährige seine Ausbildung beendet. Voller Energie gings nach New York zu seiner ersten Audition: “A Little Night Music”. Zwei Wochen später engagierte ihn Stephen Sondheim. Im Gespräch mit Jessica Lewis erzählt er unter anderem von der Erarbeitung seiner Rolle und seinen Erfahrungen mit der “A-Liga” der Broadway-Stars.

Jessica Lewis: Tell me how A Little Night Music came into your life.

Hunter Ryan Herdlicka: It was actually an incredible experience. I graduated school in the last week of May 2009. Feeling ambitious, I sold almost everything I owned, packed up the rest and moved to New York into a sublet. I then went on my very first audition - A Little Night Music. Two weeks later I had the part. I’d never done any auditions! I did a callback for Trevor and the producers and then Sondheim came in two days later to listen to me sing. And that was it. I found out the next day I had the job. It’s like a fairytale story. I’d never gone on an audition…it was incredible.

Jessica Lewis: I would imagine that working with such an iconic combination for any actor would be thrilling, and for a newcomer even more so. What was the most significant thing you learned from working with this talent?

Hunter Ryan Herdlicka: You know, I was never star struck. I think that when you’re a part of a company, it just takes away that hierarchy. We had a really well-established company, and I always felt like it was truly an ensemble cast. After all, there are about eight leads in the show. That said, there were - and still are - those moments every once in a while that hit me…where it’s like “Oh my gosh, I’m seeing Angela Lansbury rehearsing a song and rehearse with a script and figure out where the laughs are.” That’s where it’s just fascinating. It’s fascinating to see celebrities and theater legends in rehearsal and it reminds you that they’re just like us. They’re regular people, regular artists, and we’re all the same. I guess I learned a lot of things from Catherine and Angela but I think the biggest thing I’ve learned is about being generous with your time and your energy. They’re both so encouraging and so supportive. Especially Angela. She’s always there to teach and encourage and to talk about her experiences in life as an actress because she wants to pass that along to us, this younger generation, for when she retires. There are not a lot of people left of her class and caliber and she wants to pass those traits and traditions along. She doesn’t want certain things to be forgotten.

Link
- BroadwayWorld.com: Hunter Ryan Herdlicka im Interview

Also sprach Koen Schoots

Ich hab‘ ein Händchen für das Musical. Und ich mag es! Dabei bin ich ein Einzelgänger. Meist mögen die Musicalleute die Oper nicht und umgekehrt. Ich denke dagegen, was verbindet zum Beispiel ,Cats‘ mit ,Traviata‘? Beide stehen an der Grenze der Perfektion. Und es ist eine Gnade, beide Werke dirigieren zu können.

Manchmal ist es nervig, wenn sich die Presse auf die Hauptdarsteller stürzt, als ob die allein das Stück machen. Dabei ist der Dirigent die Seele des Abends, er bestimmt, wie eine Aufführung fließt. Das wird oft zu wenig wahrgenommen.

Link
NÖN: Musical oder Oper – die Qualität zählt!

Hans Peter Janssens - der Krolock von Antwerpen trifft Thomas Borchert

Vor ein paar Tagen hatte Thomas Borchert, Wiens Krolock, Besuch eines Kollegen aus Belgien. Hans Peter Janssens (”Les Misà©rables”, London) besuchte die Wiener Version von Roman Polanskis “Tanz der Vampire”, um ein paar Eindrücke aufzunehmen für seine Vobereitung auf die Rolle des Krolock, die er in der Produktion von Antwerpen demnächst spielen wird. Auf seiner Homepage gibt es das typische Meet & Greet-Foto mit Thomas Borchert–> hier

Broadway: Isn’t it rich? Aren’t they a pair? Bernadette Peters & Elaine Stritch als Retterinnen der kleinen Nachtmusik?

Angela Lansbury und Catherine Zeta-Jones sind die Stars des aktuellen Broadway-Revivals von Stephen Sondheims “A Little Night Music”. Am 20 Juni laufen die Verträge der beiden Darstellerinnen aus, der letzte Vorhang wurde schon angekündigt, doch nun das “Gerücht”: Übernehmen die Broadway-Legenden Bernadette Peters & Elaine Stritch und bescheren dem Musical im Walter Kerr Theatre ein paar weitere fabulöse Vorstellungen? Playbill berichtet über dieses Gerücht –> hier

West Ends “Les Misà©rables” setzt auf Teenie-Idol Nick Jonas

Nicholas Jerry Jonas Miller (Nick Jonass), Lon...Image via Wikipedia

Als einer der Jonas Brothers ist Nick Jonas zumindest bei den Teenies dieses Universums ein Weltstar, nun zieht er im Londonder West End ein.

Als 10-Jähriger war Nick Jonas vor ein paar Jahren in der Broadway-Produktion von “Les Misà©rables” in der Rolle des Gavroche zu sehen. Als Marius wird Nick Jonas am 21. Juni 2010 im Queens Theatre antreten. Die derzeit laufende Tour der Jonas Brothers wurde für diesen Coup, der ganz neue, junge Publikumsschichten ins Theater bringen wird, ab- beziehungsweise unterbrochen.

Produzent Cameron Mackintosh über Nick Jonas:

I went up to him at the closing night party in New York and told him he was terrific and hoped that one day he would return to play Marius. We’ve been in touch a lot and, of course, since then he has become this world-famous star. He and his father and I agreed that it would be great if he came and played Marius here in London. He has bent over backwards to fit it all into his schedule.

Reblog this post [with Zemanta]

« zurueck · vor »