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Martin Bruny am Samstag, den
22. Dezember 2007 um 00:29 · gespeichert in Wien, Fotos, Theater, 2007
Zwanzig Jahre gibt es nun das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien, und da man immer feiern sollte, wenn sich ein Anlass bietet, gingen vom 19. bis 21. Dezember 2007 im Wiener Museumsquartier drei Shows mit dem Titel “Musical Forever” über die Bühne.

Mit der Wahl des Veranstaltungsorts haben sich die Produzenten keinen großen Gefallen getan hat. Der Bau (die ehemaligen Reitstallungen) ist relativ ungeeignet für Events dieser Art. Sicher, man bekommt eine große Menge an Leuten unter, aber nur die Zuschauer in den vorderen Reihen haben etwas von der Show, hinten wird das Ganze uninteressant. Das betrifft beispielsweise den Ton. Er wurde für die vorderen Sitzreihen optimiert, hinten, auf den billigen Plätzen, nahm man ihn als viel zu leise wahr, der Vergleich macht sicher. Er wirkte so wie der Sound auf alten Videobändern, die man sich auf alten Videorekordern mit verschmutztem Tonkopf anhört. Dumpf und unklar. Wie zum Hohn hängen in der ganzen Halle bis hinten an den Wänden Lautsprecherboxen - allerdings wurden sie nicht in das Soundsystem integriert, die Musik kam ausschließlich von ganz vorne, und das ist in einem sich derart weit nach hinten und oben ziehenden, schlauchartigen Raum fatal. Zu den Vereinigten Bühnen Wien gehört auch das Theater an der Wien, und genau da hätte man die drei Shows spielen müssen. Da gibt es keine Ausreden, das Theater an der Wien wird kaum bespielt, Termine hätten sich finden lassen müssen. Im Theater an der Wien hätte man zumindest für etwas mehr Menschen akzeptablen Ton garantieren können. Und auch eine akzeptable Sicht, denn von hinten erkannte man nicht mal mehr die Darsteller, die man ohnedies schon kaum hörte.

Die Wahl des Programms war bieder. Caspar Richter, Michael Pinkerton und Werner Sobotka wählten den Mainstream, bis auf wenige Ausnahmen, manchmal war man ganz offensichtlich geradezu gezwungen, bestimmte Songs reinzunehmen, um Stars wie Maya Hakvoort und Pia Douwes in einem Stück “unterzubringen”, so dufte Hakvoort aus “Elisabeth” die “Irrenhausballade” singen und Douwes gab “Ich gehör nur mir”. “Ich gehör nur mir” als Duett zu bringen, wäre wesentlich prickelnder gewesen, sinnvoller, aber auch mit ein wenig mehr Vorbereitungszeit verbunden. Eine solche Version wäre aber dem Abend angemessen gewesen.

Uwe Kröger musste sich bei den drei Shows wie ein Verurteilter in einem “Murmeltier”-Film vorkommen, den man Abend für Abend zum Schafott führt. Bei keinem seiner Songs war er fehlerfrei, jedes Lied war ihm sichtlich eine Qual. Als Sänger versagte er im Rahmen dieser Produktion völlig. “Die Musik der Dunkelheit” (”Das Phantom der Oper”) zerstörte er mit schiefen Tönen, den “letzten Tanz” (”Elisabeth”) sang er fast nur auf einer Tonhöhe, “Wie kann es möglich sein” (”Mozart!”) killte er mit einem für ihn an diesen Tagen nicht erreichbaren Schlusston. Bei aller Liebe: Das kann man nicht machen. Wenn man weiß, dass man indisponiert ist, muss man die Konsequenzen ziehen. Da funktionieren auch keine Argumente mehr wie “Toll, dass er so ein Profi ist und den Abend gerettet hat.” Freilich war Kröger wie gewohnt charmant bei der Anmoderation der ersten Titel, und beim Weihnachtsmedley am Ende zeigte er allen, wer der Entertainer im Star-Ensemble ist, als er mit kleinen Gesten fröhliche Stimmung in die Halle zauberte. Diese Kunst beherrschen gute Entertainer. Das kann ein Alexander Goebel aus dem Effeff, und auch Kröger ist darin sehr gut.

Pia Douwes sang ausschließlich Standardware wie “Memory” und “Macavaty” aus “Cats”, “Ich gehör nur mir”, “All that Jazz” (”Chicago”). Schade, dass man sich die Chance entgehen ließ, einen ihrer in den letzten Jahren so raren Wien-Auftritte etwas interessanter zu gestalten. Warum nicht ein Song aus “Freudiana” - aber Caspar Richter und sein Team beschränkten sich darauf, die Ouverture aus diesem unterschätzten Musical zu spielen. Selbstverständlich war Douwes bei ihren Songs makellos, die Choreographie (Ramesh Nair) bei “All that Jazz” grandios.

Thomas Borchert und Carin Filipcic lieferten ihre Songs solide, abgesehen von “Ich bin Herr im Haus” (”Les Misà©rables”), das den Charme einer Schulaufführung hatte, Susan Rigvava-Dumas gab ein sensationelles “All by myself” (Eric Carmen) und ein gewohnt perfektes “Rebecca”. Die Überraschung des Abends war Lukas Perman, der am ehesten das umsetzen durfte, was man von einer solchen Gala erwartet hatte. Er sang mit “Warum kannst du mich nicht lieben” aus “Mozart!” und “Close every door/Any dream will do” (”Joseph”) - Songs, die nicht zu seinem Standardrepertoire gehören, er gab als Solo-Interpret “Just the way you are” (Billy Joel) und spielte dabei Saxophon, gemeinsam mit Marjan Shaki interpretierte er schließlich auch noch “You’re the one that I want”.
“Warum kannst du mich nicht lieben” war neben “All by myself” von Susan Rigvava-Dumas rein von der Interpretation her eines der Highlights der Show. Mit seiner reinen Popstimme, die so gar nichts Operettenglucksig-knödelndes an sich hat, und einer wahrhaft glaubhaften Interpretation gab Lukas Perman einen sensationellen “Mozart”. Marjan Shaki mit “Nur für mich” aus “Les Misà©rables” und “Somebody to love” (Queen), Maja Hakvoort mit “Kuss der Spinnenfrau” - das wäre, was das Konzept der Songauswahl betrifft, ein guter Standard gewesen. Dann wäre aus diesem zweifellos sehr schönen und unterhaltenden Abend, bei dem auch das Orchester mit Instrumentalnummern seine Qualität bewies, tatsächlich ein Event geworden, an das man sich noch lange erinnert hätte.
“Musical Forever - Das Beste Aus Zwanzig Jahren Musical”
1.Akt:
1. Ouverture aus “Freudiana” - Orchester
2. Sei hier Gast aus “Die Schöne und das Biest” - Alle
3. Memory aus “Cats” - Pia Douwes
4. Macavity aus “Cats” - Maya Hakvoort, Pia Douwes & Ensemble
5. Nur für mich aus “Les Misà©rables” - Marjan Shaki
6. Ich bin Herr im Haus aus “Les Misà©rables” - Thomas Borchert, Carin Filipcic & Ensemble
7. Phantom der Oper aus “Das Phantom der Oper” - Uwe Kröger & Pia Douwes
8. Die Musik der Dunkelheit aus “Das Phantom der Oper” - Uwe Kröger
9. Leroy Anderson Medley (Buglers Holiday, Clarinet Candy, Fiddle Faddle) - Orchester
10. Nimm mich wie ich bin aus “Jekyll & Hyde” - Thomas Borchert & Maya Hakvoort
11. Dies ist die Stunde aus “Jekyll & Hyde” - Thomas Borchert
12. Close every Door / Any Dream will do aus “Joseph” - Lukas Perman & Ensemble
13. Leonard Bernstein
Lonely town aus “On the town” - Thomas Borchert
I can cook too aus “On the town” - Carin Filipcic
Somewhere aus “West Side Story” - Susan Rigvava-Dumas
Conga aus “Wonderful town” - Orchester
14. Irrenhausballade aus “Elisabeth” - Maya Hakvoort
15. Der letzte Tanz aus “Elisabeth” - Uwe Kröger & Ensemble
16. Ich gehör nur mir aus “Elisabeth” - Pia Douwes
2.Akt
1. Musical Chairs - Orchester
2. Pop-Medley
Somebody To Love - Marjan Shaki & Ensemble
Just The Way You Are - Lukas Perman
All by Myself - Susan Rigvava-Dumas
3. Totale Finsternis aus “Tanz der Vampire” - Thomas Borchert, Marjan Shaki & Ensemble
4. Hier in Wien aus “Mozart” - Ensemble
5. Wie kann es möglich sein aus “Mozart” - Uwe Kröger
6. Gold von den Sternen aus “Mozart” - Carin Filipcic
7. Warum kannst du mich nicht lieben wie ich bin aus “Mozart” - Lukas Perman
8. Kuss der Spinnenfrau aus “Kuss der Spinnenfrau” - Maya Hakvoort
9. ESCAPADES aus “Catch me if you can” - Orchester
10. All That Jazz aus “Chicago” - Pia & Ensemble
11. Liebe aus “Romeo und Julia” - Marjan Shaki , Lukas Perman & Ensemble
12. Siehe da, sie liebt aus “Romeo und Julia” - Carin Filipcic
13. You’re the one that I want aus “Grease” - Marjan Shaki, Lukas Perman & Ensemble
14. Rebecca aus “Rebecca” - Susan Rigvava-Dumas & Ensemble
15. Wenn ich einmal geh aus “A Chorus Line” - Alle
Zugabe: Weihnachtslieder-Medley
Ensemble: Katharina Annà¡, Sabrina Harper, Esther Hehl, Iris Morakis, Simon Eichenberger, Steven Seale, Ingolf Unterrainer, Ronnie Wagner
Konzept und Zusammenstellung: Caspar Richter/Michael Pinkerton/Werner Sobotka
Musikalische Leitung: Caspar Richter
Regie: Werner Sobotka
Choreographie: Ramesh Nair
Licht: Gustav Vychron
Sound: Erich Dorfinger
Martin Bruny am Freitag, den
21. Dezember 2007 um 00:50 · gespeichert in Wien, Fotos






Martin Bruny am Donnerstag, den
20. Dezember 2007 um 23:46 · gespeichert in Tod, Musical, Wien, Sprache, Skurriles
Es war einmal ein Brötchen. Wir in Österreich sagen ja Semmel dazu. Das Brötchen, von dem wir reden, war keine normale Semmel, es war eine Kaisersemmel, der absolute Star unter den Brötchen. Vor vielen Jahren, als es in einer berühmten Bäckerei mit traditionsreicher Geschichte kreiert wurde, sorgte es Furore. Wenn der Bäcker seine Brötchen aus dem Ofen hob und sie heiß und duftend auf der Palette in den Korb rutschten, warteten die Kunden schon sehnsüchtig auf ihre Kaisersemmeln. Einige hätten sich fast umgebracht, wenn sie nicht mehrmals wöchentlich ihr Semmerl bekommen hätten. Sie schrieben dem Bäcker Briefe, in denen sie damit drohten, sich mit Kandisin das Leben zu nehmen - alles, nur um an ihre Brötchen zu kommen.
Der gute Ruf der Brötchen sprach sich schnell herum, und der Bäcker konnte sich bald aussuchen, wo er seine Backkünste vollbrachte. Schnell wurde seine ganz spezielle Kaisersemmel in Gourmet-Umfragen zur europaweiten Nummer 1 gewählt, und das viele Jahre hintereinander.
Eines Tages passierte dem Bäcker ein Missgeschick. Eine ganze Partie an Brötchen geriet ihm zu dunkel. Die Semmeln waren bestellt, er musste liefern, keine Chance, die Kunden zu vertrösten. Voller Sorge beobachtete er, wie die ganze Lieferung ein wenig zu dunkel geratener Kaisersemmeln an die Kunden verkauft wurde. Und siehe da: Niemand beschwerte sich. Alle waren zufrieden. Niemand wollte sein Geld zurück. Ein schwerer Stein fiel dem Bäcker vom Herzen. Niemals sollte ihm das nochmals passieren, schwor er sich und ließ seinen Backofen generalüberholen.
Lange Zeit ging alles wieder glatt, auch wenn sich der Bäckermeister immer wieder eingestehen musste, nur noch mit viel Glück an seinen ehemaligen Standard heranreichen zu können. Ab und zu kam es vor, dass eine ganze Partie an Brötchen tiefdunkel aus dem Ofen kam. Mittlerweile dachte er freilich nicht mehr daran, die Brötchen etwa wegzuwerfen, nein, er verwendete nun in der Auslage ganz spezielles Licht, um seine Brötchen künstlich heller aussehen zu lassen. Wow, das klappte echt gut. Als das Ganze immer schlimmer wurde und seine Brötchen immer dunkler, engagierte er eine Marketingagentur und präsentierte seine Ware in speziellen designten Körben mit der Aufschrift “Die besten Kaisersemmeln Europas - seit 20 Jahren”. Die Kunden waren begeistert. “Die besten Kaisersemmeln”, das war genau das, was sie wollten. Sie dachten sich zwar manchmal, dass diese Semmeln doch ziemlich verbrannt, zumindest aber zu dunkel waren, aber hey, es waren immerhin “die besten”. Irgendwann begannen sie sich zu fragen, ob nicht die anderen, hellen Brötchen die schlechten, und die dunklen die wirklich guten wären. Wenn sie die Semmeln ihren Freunden servieren wollten, lehnten diese zwar schon lange es ab, so etwas auch nur kosten zu wollen, aber die Fans der “besten Kaisersemmel” blieben ihrem Brötchen treu, selbst auf Kosten so mancher Freundschaft. Sie gründeten Clubs, organisierten Brötchen-Verkostungsabende und luden den Bäcker zu Vorträgen über die Kunst des Brötchenbackens ein.
Eines Tages verbrannten dem Bäcker seine Brötchen völlig. Sie waren nicht mehr dunkel, sie waren kohlrabenschwarz. Was sollte er machen? “Da musst du durch”, sagte er sich, “die fressen doch eh alles, was ich mache.”
Und ist er nicht gestorben, so bäckt der Bäckermeister auch heute noch seine Kaisersemmeln, die besten in ganz Europa.
Martin Bruny am Freitag, den
14. Dezember 2007 um 23:11 · gespeichert in Castingshows
Würde es auch einen Sieger der vierten Folge von “Musical! Die Show” geben und nicht nur eine Verliererin, dann wäre es für mich Werner Mai. Einfach deswegen, weil er am wenigsten Fehler gemacht hat. Einfach, weil ihm die im Vergleich zu den anderen Kandidaten völlig überzogene Kritik durch die Juroren nichts anhaben kann.
“Gold von den Sternen” aus “Mozart!” musste er performen, ein Lied, das normalerweise eine Frau singt. Zusätzlich hätte man auch gerne noch mehr Körpereinsatz gehabt. Das ist völliger Humbug, denn kaum würde er das geben, käme als Retourkutsche die Anmerkung, unmotivierte Musicalgesten doch zu unterlassen. Werner Mai, das muss jeder bemerkt haben, der dem Auftritt Aufmerksamkeit widmete, hat das Lied dargestellt. Damen und Herren, wir sind im Fernsehen, da bedient man sich anderer Mittel als im Theater, und entweder weiß Werner Mai das gut für sich zu nützen oder er macht es intuitiv richtig. Manche schaffen mit ihren Augen, was andere gar nicht schaffen.
Mai ist der klassische Underdog, den es in den meisten Castingshows gibt. Nicht immer gewinnen sie den Wettbewerb, aber sie machen die Show, und oft auch Karriere. Insofern muss man sich um Mai keine Sorgen machen.
Nazide kopierte Jennifer Holliday (nicht Melanie, wie Alexander Goebel meinte), sie kopierte Gesten, sie kopierte sogar die Art und Weise, wie die legendäre Holliday sich den Song zu eigen machte. Natürlich scheiterte Nazide mehr als deutlich, ihre Stimme, die sonst so ausdrucksstark wirkt, kam bei “And I am telling you” sehr sehr schwach rüber. Wenn jemand tatsächlich mal Jennifer Holliday gehört und gesehen hat, dann weiß er, wie unverwechselbar diese Darstellerin ist. Holliday grunzt vor Verzweiflung, sie schreit, sie ächzt, sie stöhnt, sie LEBT den Song. Kopieren war der falsche Weg. Wer einfach nur kopiert, fühlt nicht.
Ansonsten ist zur Show nicht viel zu sagen. Vincent Bueno kann tanzen, das wissen wir alle, stimmlich schien er indisponiert. Ein Graus waren die Darbietungen von Eva (”Holding out for a hero”) und Gudrun (”Bohemian Rhapsody”).
Alexander, der einen Falco-Song gab, als “wunderbar” zu bezeichnen (Fuhrmann), halte ich für blanken Hohn. Text vergessen, wieder falsch gesungen, klassisches Overacting - DAS ist also Musical?
Entzückend wie immer Caroline Vasicek als Gastjurorin, die am Ende der Show aufgewühlter schien als die Kandidaten selbst.
Raus musste Nazide. “And I am telling you” aus “Dreamgirls” ist eine einsame Song-Liga, die nur ganz wenige Ausnahmekünstlerinnen in Angriff nehmen. Nazide wurde “And I am telling you, I’m not going” zum Verhängnis. Zu 80 Prozent ist diese Entscheidung der Liedwahl durch den ORF zuzuschreiben. Wie auch immer, sie musste gehen.
Martin Bruny am Donnerstag, den
13. Dezember 2007 um 19:40 · gespeichert in Listen, Flicks, Filmmusical
Seit 1944 kürt die Hollywood Foreign Press, die aus rund 100 internationalen Journalisten besteht, jedes Jahr die besten Kinofilme und Fernsehsendungen. Heute wurden die Nominierungen für diese begehrten Auszeichnungen, die Golden Globes, bekanntgegeben. Auf insgesamt vier Nominierungen brachte es “Sweeney Todd”, John Travolta darf sich für “Hairspray” Chancen auf einen Preis ausrechnen, und mit “Enchanted” konnten Alan Menken und Stephen Schwartz zumindest eine Nominierung ergattern. Verliehen werden die Golden Globes 2008 am 13. Januar 2008 im Beverly Hilton in Hollywood.
Die “musicalrelevanten” Nominierungen:
Sweeney Todd
Best Motion Picture - Musical Or Comedy
Best Performance by an Actress in a Motion Picture - Musical or Comedy (Helena Bonham Carter)
Best Performance by an Actor in a Motion Picture - Musical Or Comedy (Johnny Depp)
Best Director - Motion Picture (Tim Burton)
Hairspray
Best Performance by an Actor In A Supporting Role in a Motion Picture (John Travolta)
Enchanted
Best Original Song - Motion Picture: “That’s How You Know” – Music By: Alan Menken; Lyrics By: Stephen Schwartz
Martin Bruny am Montag, den
10. Dezember 2007 um 22:41 · gespeichert in Castingshows
Vielleicht muss man es mir erklären, als wäre ich sechs Jahre alt. Kann sein. Also. Im ORF läuft eine Show zum Thema Musical. Die Kandidaten werden von der Jury dieser Show immer wieder dazu ermuntert, die Rollen, die sie mit ihren Liedern transportieren, auch zu spielen. Nun will es der Herr Zufall, oder wer immer dafür verantwortlich ist, dass einer der Kandidaten, Werner Mai, in der nächsten Sendung das Lied “Gold von den Sternen” zu singen hat, aus dem Musical “Mozart!” (ein Lied, das Wolferl singt, wäre ja auch eine zu logische Wahl gewesen, eh kloa). Im Musical singt diesen Song Baronin von Waldstätten. Hm. Ist das eine Umdeutung? War sie eine der ersten Drag Queens der Geschichte und erleben wir mit Werner Mais Interpretation eine wunderbare Neuinterpretation? Fragen über Fragen.
Nazide darf “And I’m telling you” aus “Dreamgirls” singen. Was das Thema Fehlbesetzung betrifft, stellen die Sendungsverantwortlichen damit ohnedies alles in den Schatten. Mehr geht einfach nicht.
Nehmen wir also zur Kenntnis, dass diese Sendung mit Musicals im engeren Sinn nichts zu tun hat. Es ist Starmania mit Musicalsongs, nicht mehr und nicht weniger.
Martin Bruny am Sonntag, den
9. Dezember 2007 um 12:42 · gespeichert in Listen, Flicks, Filmmusical
Alljährlich kürt das National Board Revue die besten Filme des Jahres. Man kann, wenn man möchte, das als ersten Fingerzeig in Richtung Oscars verstehen, interessant ist es allemal. Dieses Jahr findet sich auch eine Musicalverfilmung unter den Top 10 des Jahres: Tim Burtons “Sweeney Todd”. Tim Burton konnte auch die Kategorie “Best Director” mit “Sweeney Todd” für sich entscheiden.
Top Ten Films (In alphabetischer Reihenfolge)
THE ASSASSINATION OF JESSE JAMES BY THE COWARD ROBERT FORD
ATONEMENT
THE BOURNE ULTIMATUM
THE BUCKET LIST
INTO THE WILD
JUNO
THE KITE RUNNER
LARS AND THE REAL GIRL
MICHAEL CLAYTON
SWEENEY TODD
Martin Bruny am Sonntag, den
9. Dezember 2007 um 01:58 · gespeichert in Castingshows
Geld an sich ist keine Motivation. Geld ist abstrakt. Niemand erbringt Höchstleistungen, um Geld zu erhalten. Das merkt man der Sendung “Musical! Die Show” an. 50.000 Euro bekommt der Sieger. Super. Fragt man die Leute, was sie mit dem Geld machen würden, ist eine der Standardantworten: “Weiß nicht” oder “Mal sehen” oder “Vielleicht auf eine Musicalschule in Deutschland gehen”.
Genau so “klingt” dann auch die Show. Die dritte Folge war uninspiriert, sowohl, was die Performances der Kandidaten, als auch die musikalische Aufbereitung der Songs betrifft. Wildhorns “This is the moment” aus “Jekyll & Hyde” zimmerte man zu einem musikalischen Torso, bewusst ignorierend, dass der Song nichts anderes macht, als auf einen Höhepunkt hinzusteuern. Das wäre das Ziel gewesen, ein sehr konkretes.
Das Finale von “This is the moment” einfach zu kappen, ist andererseits bezeichnend für eine Sendung, in der man einen jungen Sänger, nennen wir ihn Vincent, als Traumtänzer in der Figur des Phantoms der Oper durch die Szenerie tapsen lässt. Das war mehr ein Raoul-Crossover als ein Phantom, da war nichts, aber auch gar nichts von dem da, was diese Rolle definiert, bis auf die Maske.
Hauptsache die Requisitenabteilung ist ausgelastet. Man hat sogar eigens die Songcontest-Abteilung angezapft und für Nazide den berühmt-berüchtigten Ventilator angeworfen. Kein Wunder, dass ihre “Totale Finsternis” dann wie Schlager für Angeschlagene geklungen hat.
Das waren die schlechten Aufritte, der Rest war dann wirklich ganz schlecht, wobei da nur einige der Teilnehmer tatsächlich etwas dafür konnten und es immer wieder interessant ist, wie unterschiedlich die Jury ihre Wertungen handhabt. Es gibt tatsächlich Teilnehmer, die rein vom Gesang her jeden Song in den Sand setzen dürfen und trotzdem von Sendung zu Sendung mehr Lob einsacken, mit dem Argument, dass das Schauspiel ja so toll war.
Andere bekommen Tanznummern, obwohl sie in der Realität nie für solche Rollen vorsingen würden, sie werden gelobt, weil sie sich das “getraut” haben. Leute, die tatsächlich Charisma haben, eine Ausnahmestimme und Potential, landen in dem, was man in den USA bei American Idol “bottom 2″ nennen würde.
Allerliebst die Erklärung von Alice für ihr Ausscheiden. Sie meinte, sinngemäß, das unbekannteste Lied bekommen zu haben - wir reden von “Mackie Messer” aus der Dreigroschenoper. Wow, das ist tatsächlich kreativ. Der wahre Grund liegt meiner Meinung ganz woanders. Die Verantwortlichen für die Arrangements wollten sich wieder mal in der Kunst des Grenzwertigen üben und verpassten der Nummer einen Swing-Rhythmus. Nun ist “Mackie Messer” nicht gerade die einfachste Nummer, und es wäre für Alice schon schwer genug gewesen, sie halbwegs gut über die Bühne zu bekommen. Dann aber das Ganze auch noch zusätzlich als Swing interpretieren zu müssen, ist einfach lächerlich. Wie lautet schnell noch das Motto der Show? Im Übrigen ist auch die Auswahl des Stücks grenzwertig, denn die Dreigroschenoper ist nunmal ein Theaterstück mit Musik, wogegen ja nichts einzuwenden ist, aber gibt es nicht genug “reine” Musicals?
Martin Bruny am Samstag, den
8. Dezember 2007 um 10:19 · gespeichert in Listen, Awards
Am 10. Februar 2008 werden zum insgesamt 50. Mal die Grammys verliehen. Aus allen Tonaufnahmen, die vom 1. Oktober 2006 bis 30. September 2007 erschienen sind, kürt die National Academy of Recording Arts and Sciences in über 100 Kategorien Sieger. Am Freitag wurden die Nominierungen bekanntgegeben. Aus “Musical”sicht sind davon relevant:
Best Musical Show Album
* A Chorus Line
David Caddick, producer (Marvin Hamlisch, composer; Edward Kleban, lyricist); (2006 New Cast Recording With Various Artists); [Masterworks Broadway]
* Company
Tommy Krasker, producer (Stephen Sondheim, composer/lyricist); (2006 Cast Recording With Raàºl Esparza & Others); [Nonesuch Records/PS Classics];
* Grey Gardens
Steven Epstein, producer (Scott Frankel, composer; Michael Korie, lyricist); (Original Broadway Cast With Christine Ebersole, Mary Louise Wilson & Others); [PS Classics]
* Spring Awakening
Duncan Sheik, producer; Duncan Sheik, composer; Steven Sater, lyricist (Original Broadway Cast With Jonathan Groff, Lea Michele & Others); [Decca Broadway]
* West Side Story
Nick Patrick, producer (Leonard Bernstein, composer; Stephen Sondheim, lyricist); (Vittorio Grigolo, Hayley Westenra, Connie Fisher & Others); [Decca Broadway]
Best Compilation Soundtrack Album For Motion Picture, Television Or Other Visual Media
* Across The Universe
Various Artists; [Interscope Records]
* Dreamgirls
Various Artists; [Music World Music/Sony Urban Music/Columbia/Sony Music Soundtrax]
* Hairspray
Various Artists; [New Line Records]
* Love
(The Beatles); [Apple Records/Capitol Records]
* Once
Glen Hansard & Marketa Irglova; [Canvasback/Columbia/Sony Music Soundtrax]
Best Song Written For Motion Picture, Television Or Other Visual Media
* Falling Slowly (From Once)
Glen Hansard & Marketa Irglova, songwriters (Glen Hansard & Marketa Irglova); Track from: Once; [Canvasback/Columbia/Sony Music Soundtrax; Publisher: Copyright Control]
* Guaranteed (From Into The Wild)
Eddie Vedder, songwriter (Eddie Vedder); Track from: Into The Wild; [J Records; Publisher: Monkey Wrench]
* Love You I Do (From Dreamgirls)
Siedah Garrett & Henry Krieger, songwriters (Jennifer Hudson); Track from: Dreamgirls; [Music World Music/Sony Urban Music/Columbia/Sony Music Soundtrax; Publishers: Miroku Music/Williamson Music/Black Chick Music Publishing, SKG Songs]
* The Song Of The Heart (From Happy Feet)
Prince Rogers Nelson, songwriter (Prince); Track from: Happy Feet; [Warner Sunset/Atlantic; Publishers: Controversy Music/Universal Music Corp.]
* You Know My Name (From Casino Royale)
David Arnold & Chris Cornell, songwriters (Chris Cornell); Track from: Carry On; [Suretone/Interscope Records; Publishers: Disappearing One/EMI April Music/UA Music/New Columbia Pictures Music, Thrust/Magnum Music/Bucks Music/United Lion Music/Colpix Music]
Traditional Pop Vocal Album
* Call Me Irresponsible - Michael Bublà©; [143 Records/Reprise]
* Cool Yule - Bette Midler; [Columbia]
* Trav’lin’ Light - Queen Latifah; [Verve]
* Live In Concert 2006 - Barbra Streisand; [Columbia]
* James Taylor At Christmas - James Taylor; [Columbia]
* Cool Yule - Bette Midler ; [Columbia]
Weiters erwähnenswert: In der Kategorie “Best Pop Intrumental Performance” nominiert: Dave Koz mit “Over the Rainbow” aus seiner CD “At The Movies” [Capitol Records]; in der Kategorie “Best Jazz Vocal Album” hat Patti Austin mit ihrer CD “Avant Gershwin” [Rendezvous Entertainment] Chancen auf den Sieg.
Martin Bruny am Freitag, den
7. Dezember 2007 um 00:23 · gespeichert in Wien, Fotos, 2007

Ein Musical nach Arthur Schnitzlers “Reigen” zeigte der aktuelle Abschlussjahrgang der Abteilung Musikalisches Unterhaltungstheater der Konservatorium Wien Privatuniversität Wien am 6. Dezember im Leonie-Rysanek-Saal des Konservatoriums.

Rainer Bräuer, Dea Andrea Frohn, Donja Daniela Golpashin, Elisabeth Heller, Peter Kratochvil und Richard Schmetterer sangen Lieder aus “Chicago”, “Songs for a New World”, “The Act”, “Parade”, “Gigi”, “Spring Awakening” und “Sweet Charity” sowie “El Tango De Roxanne” (”Moulin Rouge”), “Wenn du lachst” (Juli), “I’m still standing” (Elton John & Bernie Taupin), “Swing” (Louis Prima), “That Smile” (”It’s only Life” - John Bucchino), “Don’t let the sun go down on me (Elton John & Bernie Taupin) und spielten sechs Szenen aus dem “Reigen”. Von einer Nummernrevue zu sprechen wäre in diesem Fall nicht angebracht, vielmehr handelt es sich um ein klug durchdachtes und konzipiertes Stück Musiktheater. Mehr dazu in der Februar/März 2008-Ausgabe von “musicals”.

Die weiteren Vorstellungstermine: 7. Dezember, 10. Dezember und 11. Dezember. Alle Shows sind bereits ausverkauft, es gibt allerdings Restkarten 15 Minuten vor jeder Vorstellung.

Leading Team
Regie: Erhard Pauer
Musikalische Leitung: Lior Kretzer
Raum: Erhard Pauer, Ernst Wilfinger
Kostüm: Mimi Zuzanek
Choreografie: Marcus Tesch
Lichtdesign: Barbara Dulcinea Jan
Technische Leitung: Werner Eichelberger
Technische Koordination: Ernst Wilfinger
Bühnenmeister: Harald Lindermann
Ton: Martin Laumann, Michael Schmidt, Hannes Motal
Bühnenbild: Stefan Michaelfeit
Produktionsleitung- und Assistenz: Michaela Riedl-Schlosser
Inspizienz: Doris Richter
Musik
Vienna C@lling Muppets Band Reloaded:
Lior Kretzer, Manuel Brunner, Alfred Kern, Gerfried Krainer

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