Archiv - Vermischtes
Martin Bruny am Samstag, den
10. März 2007 um 14:53 · gespeichert in Skurriles
Der 10. März 2007 wird wohl als jener Tag in die Geschichte eingehen, an dem der Wiener Staatsoperndirektor Ioan Holender den wahren Grund für die Theatermisere unseres Landes via “Österreich” aufgedeckt hat. Des Rätsels Lösung lautet:
“Politiker, Journalisten oder vermeintliche Promis pilgern zu Premieren und beanspruchen Freikarten. Die Folge: Gut besuchte Theater gehen bankrott. Karteneinnahmen sind aber wichtig für den Erhalt.”
Nein, nein, diese Sätze, die eigentlich so sinnvoll sind wie: “Morgen ist Sonntag, übermorgen ist Montag, es ist aber wichtig, dass jeden Tag die Sonne aufgeht”, diese Sätze also sind nicht aus irgendeinem Zusammenhang gerissen. Sie stehen genau so in der wunderbaren Tageszeitung “Österreich” vom 10. März 2007 auf Seite 21. Holender darf da täglich über Gott und die Welt plaudern und hat wohl keinen Endredakteur exklusiv zur Verfügung gestellt bekommen, der auch etwas Zusammenhang aus dem Zeichenkonvolut zu kitzeln imstande ist.
Was also wäre die Lösung? Premieren gehen ohne Journalisten, Politiker und “vermeintliche Promis” über die Bühne. Na, das passiert ohnedies recht oft. Allzu viele Politiker verirren sich nicht wirklich oft ins Theater. Journalisten würden sicher auch Events finden, die eine gewisse Berichterstattung zu schätzen wissen und die “vermeintlichen Promis”, die haben auch so genug Partys mit Gratisbuffet. Wenn DANN “gut besuchte Theater” nicht bankrott gehen, na das wär es doch wert.
Nur, wieso gehen eigentlich gut besuchte Theater bankrott? Ein einziger Premierenabend reicht dafür schon? Okay, wenn wir vom Theater an der Wien sprechen, dann vielleicht, denn da geht der Vorhang nur ein paar Mal pro Jahr auf, aber sonst?
Aber es ist ein so schönes Zitat, das muss man gleich noch einmal bringen:
“Politiker, Journalisten oder vermeintliche Promis pilgern zu Premieren und beanspruchen Freikarten. Die Folge: Gut besuchte Theater gehen bankrott. Karteneinnahmen sind aber wichtig für den Erhalt.”
Ja, die Theater haben es nicht leicht, immer diese Schmarotzer.
Martin Bruny am Mittwoch, den
7. März 2007 um 14:54 · gespeichert in Flicks, Musical, Pop
Am 25. Juni 2007 beginnen die Dreharbeiten zu “Mamma Mia!”, der Verfilmung des gleichnamigen Musicals der Popgruppe ABBA. Mit an Bord ist Meryl Streep.
Nun konnte noch ein weiterer bekannter Name gebucht werden: Seine Herrlichkeit 007 a. D. vulgo Pierce Brosnan.
James, pardon, Pierce wird in “Mamma Mia!” die Rolle des “Sam” spielen und hat damit die Chance, sich an ABBA-Hits wie “S.O.S.” zu beweisen.
Dem Branchenfachblatt VARIETY diktierte der Schauspieler ins Mikro: “I said yes right away because it meant working with Meryl Streep. Secondly, I saw the show with my family in London, and found it just so wonderfully happy and joyful, and so pitched in time forever in the 1970s. What a kick in the pants, to be able to go off and spend time with Meryl on some Greek island, singing ABBA songs.” [Story]
Martin Bruny am Dienstag, den
6. März 2007 um 14:56 · gespeichert in Musical, TV, Pop
Die Performing Arts Studios Vienna bringen im Herbst 2007 eines der erfolgreichsten TV-Musicals der Geschichte als Bühnenversion nach Wien: Disneys “High School Musical”.
Ursprünglich rein fürs Fernsehen konzipiert, lief der Film zum ersten Mal am 26. Jänner 2006 im amerikanischen TV und war ab da nicht mehr zu stoppen. Der Soundtrack zum Film wurde die erfolgreichste CD 2006 in den BILLBOARD-Charts. Bühnenversionen der unterschiedlichsten Art laufen derzeit in den USA bzw. sind in Planung. So gibt es eine Konzert-Tour, eine Bühnenmusical-Version, auch ein High School Musical On Ice wird es geben. Sequels sind ebenfalls in Planung.
Die Performing Arts Studios Vienna bringen ihre Produktion in Zusammenarbeit mit einem neuen Sponsor, der die Einzelheiten dieser Produktion am 26. März 2007 in einer Pressekonferenz präsentieren wird. Aufgeführt wird die Show ausschließlich von den Studenten der Performing Arts Studios Vienna.
Martin Bruny am Sonntag, den
4. März 2007 um 14:58 · gespeichert in Musical, TV
In eine der aktuellsten Folgen der Zeichentrickserie “The Simpsons”, die heute in den USA ausgestrahlt wird, wurde ein Cameo-Auftritt von Broadway-Legende Stephen Sondheim eingebaut. Ein kurzer Ausschnitt aus “Yokel Chords” ist derzeit auf tv.com online. Um ihn zu sehen, muss man auf der rechten Seite unter das Werbefenster scrollen. Sondheim hat seinen Auftritt selbst synchronisiert. Weitere Gaststars in dieser Episode: Peter Bogdanovich (Psychologist), Andy Dick (Himself), James Patterson (II) (Himself) und Meg Ryan (Dr. Swanson).
Update:
Der ganze “Auftritt” Sondheims ist auf “Something Old, Nothing New” zu finden.
Martin Bruny am Freitag, den
23. Februar 2007 um 15:37 · gespeichert in Flicks, Event-Tipps
Maestro Ennio Morricone wird im Dezember 2007 in der Wiener Stadthalle gastieren. Das ist für Freunde der Filmmusik, die sich von den unverschämtem Eintrittspreisen (ab 54 Euro) nicht abschrecken lassen, sicher eine Frohbotschaft. Für die profil-ausgabe vom 19. Februar geruhte Morricone Herrn Thomas Migge einige Fragen zu beantworten, durchaus sehr launig, wie anhand von drei kleinen Zitaten demonstriert werden soll:
profil: Wo komponieren Sie? Hier in Ihrer geräumigen Wohnung hoch über dem römischen Verkehrschaos?
Morricone: In meinem Studio, hier am Schreibtisch.
profil: Nicht am Klavier?
Morricone: Nur die Ohrfixierten komponieren am Klavier.
profil: Das hört sich nach Kritik an.
Morricone: Richtig! Das soll es auch sein.
profil: Man schenkte mir eine CD mit einem Soundtrack aus einem Harry-Potter-Film. Ohne den Film zu sehen, hört sich die Muik wie absolute Musik aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an. Teilen Sie diese Einschätzung?
Morricone: Darin kann ich nichts Schlimmes entdecken. Soundtracks werden von verschiedenen Faktoren bestimmt. Und wenn ein Leitmotiv neoromantisch zu sein hat, dann ähnelt es neoromantischer Musik. Wie hieß der Typ: Harry Popper?
profil: Potter!
profil: Gibt es eine Filmmusik, die Sie noch gern schreiben würden?
Morricone: Nein.
[profil, 19. Februar 2007, S.94ff.; das ganze Interview ist auch online zu finden]
Martin Bruny am Freitag, den
2. Februar 2007 um 15:25 · gespeichert in Netz, Musical
Zumindest, was die Vermarktung des Entstehungsprozesses ihres Musicals “Manikins” betrifft, sind Robert Gray und Christian Calcatelli sehr kreativ. Sie haben sich vorgenommen, eine Show innerhalb von 80 Tagen zu schreiben.
Tag 1 war der 11. Januar 2007, die Deadline wurde mit 31. März 2007 fixiert. Auch der Premierentermin steht bereits fest: August 2007, im Rahmen des Edinburgh Fringe Festivals.
Als gemeinsamer Arbeitsplatz der beiden fungiert das Internet, präsentiert werden alle Schritte des Schaffensprozesses auf MySpace, der Social Networking Plattform. Videos, MP3, tagebuchartige Elemente, Postings, News, all das wird man via MySpace geliefert bekommen. Auch eine Musical Website existiert bereits: Musicaloven, auf YouTube haben die beiden einen keinen Clip gepostet, und eine Blog-Site ist zumindest mal eingerichtet.
Derzeit scheinen sie noch am Plot zu tüfteln. Zitat aus einem Posting vom 20. Januar: “It’s true, we are in the process of wrapping up the story by identifying and fixing our sub-plots and characters. This has taken 20 days so far and may take another 5 or so to complete. But it’s aboslutely necessary to move on!”
Jede Menge also noch zu tun, aber bei dem Motto, das sich die beiden gewählt haben, kann ja nichts schiefgehen: “Between our lives and our dreams, there’s a risk to take!”
Martin Bruny am Sonntag, den
28. Januar 2007 um 16:19 · gespeichert in Musical, Theater, Skurriles
Roland Geyer, der Intendant der Oper im Theater an der Wien, muss lustig drauf gewesen sein, als er den Journalisten der Kronen Zeitung folgenden Satz ins Mikrofon diktierte:
“Wir bekommen 21,5 Millionen Euro, die Volksoper hingegen 33 Millionen Euro. Da müssen wir verhandeln.” [Kronen Zeitung, 28. Januar 2007, S. 34]
Na, das denke ich auch. Die Volksoper, das sollte man nicht vergessen, hat nicht 100, 200 oder sogar mehr Schließtage pro Jahr, so wie das Theater an der Wien in seiner post-Musical-Ära. Das sollte man bei Subventionen durchaus berücksichtigen und diese für die Oper im Theater an der Wien eventuell auf 5 bis 10 Millionen Euro zurückdrehen.
Martin Bruny am Samstag, den
20. Januar 2007 um 16:46 · gespeichert in Netz, Pop
Wie man MySpace als Marketingtool verwenden kann, beweist unter anderem der amerikanische Sänger Gavin Mikhail. Geboren in Nashville, Tennessee, bedient Mikhail die Soft-PopRock-Schiene. Zwei CDs hat er am Markt. 2003 veröffentlichte er “My Personal Beauty Needs”, 2006 “Like Normal People Do”. Zu beziehen sind die Tonträger bzw. Files wahlweise über iTunes, CD Baby oder aber auch direkt über Gavins MySpace-Site.
Um Gavins Musik unter die Leute zu bringen, gibt es eine eigene “Gavin Mikhail Promotions”-Page auf MySpace. Zum einjährigen MySpace-Jubiläum hat Mikhail seine ganz persönliche Statistik gepostet, und das liest sich nicht uninteressant:
Profile views:
on 1/17/06… 7
on 1/17/07… 601,137
Total Plays:
on 1/17/06… 15
on 1/17/07… 1,874,395
Friends:
on 1/17/06… 2
on 1/17/07… 122,105
and… drum roll please…
MySpace Artist ranking (Int’l):
on 1/17/06… 3,267,025
on 1/17/07… 330
Martin Bruny am Mittwoch, den
17. Januar 2007 um 16:47 · gespeichert in Netz
Nach wie vor ist es für viele Menschen ein großes Problem, sich ein Häuschen im Internetz zu bauen. Das ist für die meisten nicht wirklich ein Problem, nicht jeder ist davon abhängig, sich selbst vermarkten zu müssen. Anders verhält es sich bei all jenen, die im weitesten Sinne einer künstlerischen Tätigkeit nachgehen. Um davon auch leben zu können, muss man erstmal jemanden finden, der das, was man “produziert”, auch “konsumieren” will. Sonst wird das nix werden. Und das Netz ist geradezu ideal, sich zu präsentieren oder auch entdeckt zu werden.
Die klassische Website
Oft läuft das auf eine klassische “Website” hinaus. Nun ist es noch immer so, dass ein solches Vorhaben die meisten abschreckt, weil das Ganze manchmal mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist. Man braucht Webspace, man braucht eine Domain, und man braucht jemanden, der die Website codet. Da hilft es auch nichts, wenn die Kosten für all diese Faktoren, insbesondere jene für den Künstler, der das Webdesign entwirft, sinken, und zwar in-den-keller-mäßig.
Webdesign kostet heute praktisch nichts mehr, wenn man die Situation derzeit mit jener von vor sechs oder sieben Jahren vergleicht. Genauer gesagt kostet immer mehr immer weniger. Ein Flash da, ein paar Schneeflöckchen dort, das Menü vielleicht ein wenig flippiger. Dem Kunden ist es egal, wie man das alles in eine Site codet und mit welchem Aufwand es verbunden ist, Hauptsache, es funktioniert und schaut cool aus, oder edel oder spacig oder wie auch immer. Da aber eine solche Site auch gepflegt werden muss, laufend mit aktuellen Inhalten interessant gestaltet werden muss, vielleicht ein paar neue Fotos hier und da, ist die Anfangseuphorie bald schon verflogen. Ab und zu werden ein paar neue Texte online gestellt, meist ohne Rücksicht auf Stil und Rechtschreibung - die coole Website von gestern wird zur Webnekropolis, die immer weniger Besucher anlockt. Aber das muss nicht sein. Denn wir haben ja:
MySpace
MySpace bietet die Möglichkeit, ohne allzu viel Zeitaufwand eine Art virtuelle Visitkarte ins Netz zu stellen, die durchaus schon das ist, was man Web 2.0-kompatibel bezeichnen könnte und in dem Augenblick, da man einige der vielen Features auch tatsächlich nützt, zu weit mehr als einer bloßen Visitkarte wird. Gemeint ist damit, dass Audioelemente, Videoelemente und reichlich Möglichkeiten an interaktiven Gadgets in das MySpace-Tool integriert werden können. HTML-Kenntnisse muss man nicht unbedingt haben, auch wenn das im 21. Jahrhundert nie wirklich schaden kann. Innerhalb kürzester Zeit kann jeder Künstler Folgendes online stellen:
1) Biographische Daten
2) Kontaktdaten
3) Infos zum Management
4) Audiodateien
5) Videodateien
6) Bilder
7) Newsletter
Innerhalb kürzester Zeit kann man sich Netzwerken anschließen oder aber eigene Netzwerke gründen. MySpace ist eines der derzeit besten Vermarktungstools, abgesehen von all dem Schrott, der sich da sonst abspielen mag, um den man sich ja aber nicht kümmern muss.
Nur keine Fansites
Was man nicht machen sollte, ist dieses mächtige Tool von anderen managen zu lassen, vor allem nicht von “Fans”. Man beraubt sich selbst damit der Chance, interessante Kontakte zu schließen und Möglichkeiten wahrzunehmen, die man, gefiltert duch die Wahrnehmung eines Fans, sonst vermutlich nicht mal zu Gesicht bekommen würde.
Wer absolut keine Lust hat, sich online zu präsentieren, sollte es lieber ganz lassen. Von “offiziellen” Websites im Netz erwartet man, dass sie einen direkten Bezug zum Künstler haben. Nichts ist uninteressanter als eine Website, die von einem “Fan” im Namen des Künstlers gemanagt wird. Es muss zumindest eindeutig hervorgehen, wer hinter der Site steckt; bei Angabe von Mailkontaktmöglichkeiten sollte klar hervorgehen, in wessen Mailbox die elektronische Post schließlich landet.
Nochmal MySpace
Um die Dimensionen dieses Tools begreiflich zu machen: Gegründet wurde MySpace im Jahre 2003. Bis zum Januar 2007 richteten sich 150 Millionen Menschen ein Account ein. Woche für Woche kommen rund 500.000 neue Mitglieder dazu. Natürlich gibt es auf MySpace Spinner, aber die Welt ist voller Spinner, warum also nicht auch MySpace.
Es gibt auch Abstruses. So findet man auf MySpace auch Jonathan Larson. Wer sich ein wenig mit Musicals auskennt, weiß, dass der “Rent”-Komponist seit Jahren tot ist. Auf seinem “Profile” gibt es unter anderem zwei Digitalanzeigen. Die eine ist ein Countdown, der bis zu seinem Todestag runterzählt, die andere zählt rauf zu seinem Geburtstag. In 17 Tagen wäre Jonathan Larson 47 Jahre alt geworden.
Auch hier bei MySpace gibt es das Problem, dass manche Accounts nicht von den Künstlern selbst gepflegt werden, sondern von “Fans” oder vom Management. Das ist lieb und nett, aber nicht Sinn der Sache. Wie auch immer, MySpace ist DAS Netzwerk für Sänger, Bands und ganz allgemein für Künstler. Vielleicht sieht man sich.
[Teil 2 von “Hilfe, ich bin bald Star und will ins Internetz” demnächst. In Teil 2 wird sich alles um Blogs drehen.]
Martin Bruny am Dienstag, den
16. Januar 2007 um 16:50 · gespeichert in Literatur, Listen, Sprache
125 Schriftsteller wählten ihre 10 Lieblingsbücher, genaugenommen wählten sie:
- The Top Ten Books of All Time
- The Top Ten Books by Living Writers
- The Top Ten Books of the 20th Century
- The Top Ten Mysteries
- The Top Ten Comedies
Das Ganze gibt es als Buch unter dem Titel “The Top Ten: Writers Pick Their Favorite Books” zu kaufen.
Die gemeinsame Top 10 dieser 125 Autoren hat “TIME” dieser Tage veröffentlicht, und die liest sich wie folgt:
1. Anna Karenina by Leo Tolstoy
2. Madame Bovary by Gustave Flaubert
3. War and Peace by Leo Tolstoy
4. Lolita by Vladimir Nabokov
5. The Adventures of Huckleberry Finn by Mark Twain
6. Hamlet by William Shakespeare
7. The Great Gatsby by F. Scott Fitzgerald
8. In Search of Lost Time by Marcel Proust
9. The Stories of Anton Chekhov by Anton Chekhov
10. Middlemarch by George Eliot
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