Martin Bruny am Samstag, den
15. Januar 2011 um 16:59 · gespeichert in Musical, Wien, Theater
Mit seine Autobiographie “War’s das?” tourt Peter Weck derzeit durch alle deutschsprachigen Medien. Ein sehr ausführliches Gespräch mit dem Schauspieler, Regisseur und Intendanten bietet die ZDF-Sendung “Volle Kanne”, die online –> hier abrufbar ist.
Martin Bruny am Samstag, den
15. Januar 2011 um 00:31 · gespeichert in Musical
Was die Vereinigten Bühnen Wien als “die” Musicalproduzenten des Landes nicht schaffen, das verwirklicht seit Sontag, dem 9. Januar 2011, die Initiative “wir sind bühne.musical” des Niederösterreichischen Musikschulmanagements.
An eben diesem Tag fand der erste Workshop zu Stephen Sondheims “Zustände wie im alten Rom” (”A Funny Thing Happened on the Way to the Forum”) in der Anton Stadler Musikschule in Bruck unter der Leitung von Luzia Nistler statt. Marlene Hiess, Daniel Schmidt, Werner Haas und Thomas Wenk sind aus der Anton Stadler Musikschule bei dieser Produktion mit dabei. Sie und alle anderen Darsteller werden innerhalb von zehn Monaten gemeinsam mit Luzia Nistler und anderen Profis das Stück erarbeiten. Vorläufer für dieses Projekt war vor zwei Jahren »Pippin«, die Show von Stephen Schwartz, die im Mostviertel bei sechs ausverkauften Aufführungen Erfolge feierte.
Das Musical von Stephen Sondheim fügt sich thematisch in die Landesausstellung »Erobern Entdecken Erleben« 2011 im Römerland Carnuntum ein und wird am 22. Oktober 2011 in Bruck Premiere feiern; danach ist “Zustände wie im alten Rom” auch noch an zwei weiteren Aufführungsorten zu sehen.
Das Wichtigste: Die Schüler werden erkennen, dass es außer schwachsinnigen Compilation-Musicals auch tatsächlich Shows mit Hirn gibt. Phänomenal. Wien bleibt zwar weiterhin die Sondheim-freie Zone, aber wer weiß, was sich demnächst noch ergeben könnte.
Martin Bruny am Dienstag, den
11. Januar 2011 um 09:32 · gespeichert in Musical, Wien
Im nicht sehr idyllischen Neu Marx, dem ehemaligen Schlachthofareal, das es schwer hat, als “moderner Wirtschaftsstandort für Medien, Forschung und Technologie” ein neues Image zu gewinnen, wird Ende 2011 Andrew Lloyd Webbers “Cats” in der Tourversion, die derzeit in Hamburg Station macht, zu sehen sein.
Das zumindest ist der Plan, eine offizielle Bestätiging dafür gibt es noch nicht. Das Vorhaben also ist, die Show vom 22. Oktober 2011 bis 15. Januar 2012 in Neu Marx, Wien, zu zeigen, in einem Theaterzelt, das 1800 Zuschauer fasst. Ab 10. Februar ist der “Cirque du Soleil” auf ebendiesem Gelände zu sehen.
Martin Bruny am Dienstag, den
11. Januar 2011 um 09:20 · gespeichert in Castingshows
Am 11. März 2011 startet die 6. Staffel von »Dancing Stars« im ORF. Alfons Haider wird diesmal nicht moderieren, sondern tanzen. Als sein Profi-Tanzpartner wird ein Mann fungieren.
Ich musste schon lange überlegen, denn Moderieren ist eine tolle Aufgabe, und immerhin verlasse ich ja auch eine sichere Position. Mein Ziel ist es, dem Publikum eine gute Show zu bieten. Ich freu mich auch schon darauf, in der 6. Staffel nicht mit dem Mund, sondern mit den Beinen zu kommunizieren. Auf jeden Fall sehe ich “Dancing Stars” auch als körperliche Herausforderung. [Alfons Haider]
PS: Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es sich bei diesem verzweifelten Publicitystunt doch um keinen vorgezogenen Aprilscherz handelt. Herr Haider, vorausschauend, wie er nun mal ist, will auch gleich im Vorfeld alle Kritiker dieser Farce gehörig schubladisieren, natürlich in der “homophoben Schublade”. Er meint: “Ich finde es sensationell, dass sich Generaldirektor Alexander Wrabetz und damit der ORF traut, mich mit einem Mann aufs Parkett zu schicken. (…) Es wird einen kurzen Aufschrei geben. Aber ich hoffe, dass die Neugier überwiegt.”
Also bei aller Liebe, “Aufschrei” wird es keinen geben. Wenn sich ein Moderator zum Narren machen möchte, keine Sorge, dann soll er das doch machen, wir haben ja auch zu den “Dancing Stars”-Zeiten noch Fasching. Sie werden nur leider nicht ernstgenommen werden, Herr Haider, denn auch im Tanz gibt es Regeln, und wenn Sie auf die Regeln zugunsten einiger Pressemeldungen pfeifen, dann möge Ihnen dieses kurze Windchen vergönnt sein, nur mit dem, was Sie unter “Akzeptanz von Homosexuellen” (siehe Standard –>hier) meinen, hat das alles nichts zu tun. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Martin Bruny am Sonntag, den
9. Januar 2011 um 21:40 · gespeichert in Theater
Alfred Dorfer: Ich persönlich halte es auch für nicht zeitgemäß, dass während der Vorstellung etwas konsumiert wird. Das war in den 1980er Jahren gut, man wollte keine Hochkultur machen, jeder bezahlte das gleiche, egal wo er sitzt. Man isst, trinkt und raucht dabei. Letzteres ist heute ja nicht mehr vorstellbar. Das war damals ein Trend, aber der ist vorbei. Auch beim jungen Publikum sieht man, dass sie einen fixen, gemütlichen Sitzplatz wollen und Theateratmosphäre bevorzugen. [-> orf.at]
Martin Bruny am Samstag, den
8. Januar 2011 um 10:08 · gespeichert in Pop
Es ist noch nicht lange her, da galt der Eurovisions Song Contest als Karrierekiller. Österreich konnte in den letzten Jahren mit wenig interessanten Nummern entsprechend wenig Punkte bei diesem Pop-/Schlager-/Peinlichkeitsfestival ergattern. Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends schickte man Manuel Ortega, Alf Poier, Tie Break, Global Kryner und Eric Papilaya. Punkten konnte davon nur Alf Poier mit einer Kabarettnummer, die es immerhin auf Rang 6 schaffte. 2008 bis 2010 schmollte man am Küniglberg und verzichtete auf eine Teilnahme.
Dabei war dieses erste Jahrzehnt gar nicht so peinlich, jedenfalls nicht so peinlich wie die 1990er Jahre, als Österreich Simone, Thomas Forstner, Tony Wegas, Petra Frey, Stella Jones, George Nussbaumer und Bettina Soriat (mit einem Song, in dem die Zeile “Beim Sex bist du so schnell wie Raumschiff Enterprise” noch das Unvergesslichste war) oder Bobbie Singer entsandte. Platz 10 war die beste Platzierung, die Österreich in diesem Jahrzehnt erreichen konnte, und einen letzten Platz mit dem Nevergreen “Venedig im Regen” von Thomas Forstner gabs auch.
Wie auch immer, 2011 soll alles anders werden. Ö3, immer schon ein guter Nachmacher, machte sich auf und inszenierte im Stile eines Stefan Raab eine Hatz auf den Hit für Düsseldorf. 30 Acts wurden in einer Vorauswahl gefunden, bis zum 31. Januar gilt es nun, 20 davon zu eliminieren. Das macht man am besten, wenn man beim ORF eine Show inszeniert, mit einer SMS-Abstimmung, bei der jede einzelne dieser SMS 20 Cent kostet. Am 25. Februar rittern dann die verbliebenen Kandidaten in einer Live-Show gegeneinander. Für den Sieger heißt es ab nach Düsseldorf.
Mit dabei sind, wie der “Standard” schreibt (–> hier), “alte Hasen” wie Louie Austen und “Newcomer” wie Matara und Lana Gordon. Wieso Lana Gordon eine “Newcomerin” sein sollte, weiß wohl nur der “Standard”, aber Musical war ja noch nie die Stärke dieses Mediums.
Hier im Kultur-Channel sind wir ausnahmslos alle für Oliver Wimmer. Seine Nummer “Let Love Kick In” ist heutig, sie ist cool und sie ist von jeder Peinlichkeit Marke Alf Poier Lichtjahre entfernt. Wer Oliver Wimmer zum Song Contest schicken möchte, muss also 20 Cent investieren und eine SMS schicken an: 0820 600 300. Als Message einfach “4″ eintragen, und schon könnte es was werden mit dem Oliver in Düsseldorf.
Ehrlicherweise muss man dazu noch sagen, dass das Ganze auch eine reine Abzockaktion des ORF sein könnte, denn: die Endreihung und damit die Entscheidung über den Einzug in die Finalshow hängt nur zur Hälfte von den Stimmen der Zuschauer und zur Hälfte von den “Präferenzen der Ö3-Jury” ab. Schlimm, wenn man als Künstler von den Präferenzen einer Ö3-Jury abhängig ist, aber was soll man machen.
Oliver Wimmer, ab nach Düsseldorf: SMS mit dem Text “4″ an 0820 600 300
Martin Bruny am Mittwoch, den
5. Januar 2011 um 10:19 · gespeichert in Absurditäten
Unter dem Titel “Ich halte nichts von starken Sprüchen” ist im aktuellen PROFIL (Nr. 1, S. 94-95) ein Interview mit Josef E. Köpplinger, dem Intendanten des Klagenfurter Stadttheaters, zu finden. Leider widerlegt er sich gleich selbst:
Profil: “Ihr Vorgänger hat Martin Kusej als Regisseur früh arbeiten lassen. Wen haben Sie entdeckt und gefördert?”
Köpplinger: “(…) Wir haben mit Peter Lesiak einen Kärntner zum Musical-Star gemacht.”
Martin Bruny am Montag, den
3. Januar 2011 um 00:05 · gespeichert in Musical, Broadway, Wien
Gute Dinge soll man im Auge behalten, wie zum Beispiel Frank Wildhorns Musical “Wonderland”. 2010 feierte die Show ihre Premiere im Straz Jr. Center for the Performing Arts in Tampa, Florida, und übersiedelte dann nach Houston. Am 5. Januar 2011 geht eine überarbeitete Version des Musicals an den Start, und zwar erneut im Straz Jr. Center, diesmal sind die bis 16. Januar 2011 angesetzten Vorstellungen Previews für eine geplante Broadway-Produktion.
Ein paar Details zu den durchgeführten Änderungen:
Coming out of Tampa and Houston, it became very clear that the story had to be totally about Alice. There were too many stories before. Once they got that fixed, it brought a lot of clarity. Basically, they got rid of the clutter. [Judy Lisi, Präsidentin des Straz Center]
The first time the material was handed to me and Jack it had about 15 different stories. Now it’s Alice’s story and she’s like an arrow all the way through. We like to say our story is inspired by and completely unfaithful to Lewis Carroll. His story is about a Victorian child and the power of her imaginary world. Ours is about a modern woman with a particular problem, the problem being that she is alienated from whatever her true source is, and she has to find that. [Gregory Boyd, Regisseur von “Wonderland”]
Der weitere Zeitplan: Am 21. März 2011 beginnen die Previews am Broadway im 1611 Zuschauer fassenden Marquis Theatre, am 17. April soll die Broadway-Premiere steigen.
Martin Bruny am Donnerstag, den
30. Dezember 2010 um 11:14 · gespeichert in Musical, Broadway
Verletzte, Hauptdarsteller, die das Handtuch werfen, Pannen, Absagen … das Schicksal meint es nicht gut mit der Cast, den Produzenten & dem Leading Team des Musicals “Spider-Man: Turn Off the Dark”.
Nun werfen sich ein paar Broadway-Veteranen in die Diskussion, aber nicht für Julie Taymor - im Gegenteil:
«They should put Julie Taymor in jail for assaultâ€, schrieb Adam Pascal (”Rent”) auf Facebook. Alice Ripley (”Next to Normal”) twitterte erst kürzlich: «Does someone have to die?â€
Das nächste Problem der Show könnte Hauptdarsteller Reeve Carney werden. Er scheint, berichten mehrere Quellen, Stimmprobleme zu bekommen und etwa sein Solo “Boy falls from Sky” längst nicht mehr gut liefern zu können.
Was zwar eine Unsitte ist, aber bei einer derart überdimensionierten Preview-Phase wie bei “Spider-Man” auch schon wieder verständlich: Die Medien veröffentlichen ihre ersten Kritiken, und auch die fallen nicht positiv aus. So liest man auf Bloomberg:
A few good songs would help, in which department the show is sorely lacking. Like most rock stars, Bono and The Edge haven’t a clue about writing for the theater. Many of the numbers are fragments and none offers much psychological insight into character. Tellingly, the ones that work best — «Rise Above†and «Deeply Furious†— belong to Arachne, who also gets the title song, a lame item indeed.
Auf Gawker ist zu lesen:
The real problem of director Julie Taymor and U2’s unwieldy catastrophe is that it is really, truly horrendously and unfixably bad down to its bones. The book is a travesty, the music is lazy and awful — it’s like listening to the scraps left on the floor after U2 recorded “Hold Me, Thrill Me, Kiss Me, Kill Me” — and the actors, including the voice-cracking lead Reeve Carney, are just not up to the vague, sloppy task set before them. If every flying element worked pretty much perfectly, as it did when I saw it, the show is still one of the worst things, if not the worst, I’ve ever seen on Broadway.
Dass das Publikum derzeit wie verrückt Tickets für Previews dieser Show kauft - man muss das verstehen. Der Thrill, bei einem Spektakel dabei zu sein, bei dem die Chance groß ist, live ein Unglück zu erleben … das war schon in der Antike ein Erfolgsrezept, und das ist bei einem Formel-1-Rennen ebenfalls kein unwesentlicher Faktor. Die Frage ist, was das in dem einen Fall noch mit Sport und in unserem Fall mit dem Musicalgenre zu tun hat. Doch vielleicht setzt die Löwen-Julie hier neue Maßstäbe, und “Spider-Man: Turn Off the Dark” wird die erste Las-Vegas-Show, die ihr Try-out am Broadway hatte.