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Filmtipps, aktuelle Lesung & neues Audiobook von Robert Stadlober

Schon ein wenig alt, aber trotzdem interessant, Filmtipps des österreichischen Schauspielers Robert Stadlober auf –> sevenload.de

Live ist Stadlober bei der Styriarte, den steirischen Festspielen, am 5. und 6. Juli zu sehen, wo er im Rahmen der “langen Nacht des Meeres” “Die Meuterei auf der Bounty« erzählt. [Styriarte]. Aus weiteren bekannten Werken der “Meeresliteratur” lesen Rainer Hauer, Tobias Moretti, Heilwig Pfanzelter und Wolfgang Kaven.

Ganz neu am Markt: Robert Stadlober liest “Die Reifeprüfung” (siehe Link rechts), einen Roman von Charles Webb, 1967 mit Dustin Hoffman verfilmt.

Frühstücken mit Kathi Zechner

“Frühstück bei mir” nennt Claudia Stöckl ihre wöchentliche Radioshow auf Ö3. Vergangenen Sonntag war die Intendantin der Vereinigten Bühnen Wien zu Gast. Wer die Statements nachhören möchte: podster.de hat sie als Podcast, Download etc. parat —> zum Podcast.

“Wicked in Rock” - Kerry Ellis singt “Queen”ed-up “Defying Gravity”

Am 7. Juli 2008 erscheint mit Kerry Ellis‘ “Wicked in Rock” die Single-CD einer der beliebtesten Londoner “Elphabas”. Queen-Gitarrist Brian May übernahm die Produktion der Scheibe.

Erhältlich wird die Single-CD unter anderem beim Londoner Cast-Records-Spezialisten “Dress Circle” sein. Freilich ist die CD längst im New Yorker Gershwin Theatre im Verkauf und auch bei iTunes/USA ist sie erhältlich. Wenn man die Produktion mit einem Wort beschreiben wollte, wäre das wohl: bombastisch. “Wicked meets Queen” hat durchaus Hitpotential.

Tracklisting:
1. Defying Gravity
2. I`m Not That Girl
3. No One But You

Über die Entstehung des Tonträgers schreibt Brian May auf seiner Site:

Well, I’d been working with Kerry for a long while in odd moments … from the very first moments when I heard her sing for us, I knew she was one a million … she truly is … I made a commitment to her that somehow I would help her make a Kerry Ellis record.
And we were always looking for material to record which would really suit her voice and special talents. When I saw Wicked, even before Kerry was in it - I immediately had a feeling about “I’m Not That Girl” … very touching … and I couldn’t wait to see Kerry sing it … But I thought that, on the whole,the music of Wicked was quite difficult to assimilate, unless you went back and saw the show lots of times (which I did!) … so I hit on the idea of trying to make versions of the songs for Kerry which would make use of her wonderful range of emotion, and at the same time make the songs more accessible to people outside the Musical Theatre world. In the beginning, I didn’t think we could do “Defying Gravity” at all … it was too complex and hard to unravel … but I became obsessed with it, did my own arrangement, which was designed to make the song hit home without the context of the show …. and as soon as Kerry began singing on the track I’d roughed out, we knew we were on to something great! Our friend Steve Sidwell did a great job orchestrating too … and Taylor Hawkins on drums … well, what can you say?!!!
Well, I don’t know if we will do any more Wicked songs this way … but I think we have found a style. Glad you like it ! And, in five months’ time when Kerry has conquered Broadway, hopefully we will get the chance to finish the whole album. [brianmay.com]

Zitat der Woche/2 zum Thema Geschichtsfälschung

Österreich: “”The Producers” war in New York eine Zeit lang ein solch unglaublicher Hit, dass Tickets offiziell um mehrere Hundert Dollar verkauft wurden.”

Susan Stroman: “Das war eine verrückte Zeit. Wir spielten in einem relativ kleinen Theater, doch die Nachfrage war gewaltig. Schwarzhändler nutzten das aus. Also beschlossen die Produzenten, die Preise selbst anzuheben, um das Geld nicht den Schwarzhändlern zu überlassen.” [Österreich, 28. Juni 2008]

Ach soooooo war das. —-> XXX

Zitat der Woche: Ioan Holender zum Wiener Ronacher

Kurier: “Am Montag öffnet das umgebaute Ronacher mit der “Producers”-Premiere. Musical in Wien war immer eines ihrer liebsten Angriffsziele.”

Holender: “Intendantin Kathrin Zechner wäre dumm gewesen, wenn sie die Chance zum Umbau des Ronacher nicht genutzt hätte. Ich gehe nicht davon aus, dass das Ronacher in Zukunft genauso nicht spielt wie das Theater an der Wien.” [KURIER, 29.6.2008]

Wien: EM versus Kultur - Staatsoper K. o.

Der Direktor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, hat die heutige Ballettvorstellung der Wiener Staatsoper abgesagt. Als Grund wird das Finale der EM angegeben - und die erwartete Auslastung von nur 30 Prozent.

Dazu wären einige kleine Anmerkungen zu ergänzen. Es ist nicht irgendeine Ballettvorstellung, die abgesagt wurde, es handelt sich um “Die Bajadere” (Choreographie: Vladimir Malakhov).

Es gibt ja in diversen Vergnügungsbetrieben die Einstellung “also unter drei Besuchern spiel i sicher ned”. Gegessen. Die Respektlosigkeit dem Besucher gegenüber mag etwa bei Kinos nicht gar so krass zu beurteilen sein. Wenn ich aber eine Karte für die Staatsoper kaufe, mich Monate auf dieses Ballett freue und dann hören muss, dass die Vorstellung wegen eines FUSSBALLSPIELS abgesagt wird, dann lässt das doch einiges auf die Einstellung des Direktors seinem Publikum gegenüber schließen.

Kultur versus Fußball. K. o. in der ersten Runde. Der Gegner wirft das Handtuch.

Wien: Elton John - Wucherpreise schrecken Publikum ab

Vor nur rund 5000 Fans gab gestern Elton John in der Wiener Stadthalle ein Konzert. Vorbei die Zeiten, als die Stadthalle bei den Gigs des Engländers ausverkauft war, vorbei die Zeiten, als 16.000 zu seinen Shows in die Stadthalle kamen. Kein Wunder bei den Ticketpreisen:

Kategorie 1: 315,50 Euro
Kategorie 2: 221,90 Euro
Kategorie 3: 188,90 Euro
Kategorie 4: 155,90 Euro
Kategorie 5: 111,90 Euro

380.000 Euro an Gage reicher, düste der Meister unmittelbar nach dem Konzert zur nächsten Show weiter. Er kommt sicher bald wieder, vielleicht verdoppeln sich die Ticketpreise dann wieder innert kürzester Zeit.

Broadway: 26 neue Musicalprojekte am Start

Eine kleine Zusammenstellung von 26 Broadway-Musicals, die zum Teil noch 2008 ihre Premiere feiern oder aber auch erst gerade entwickelt werden:

2008

[TITLE OF SHOW]
* Lyceum Theatre
* Erste Preview: 5. Juli / Premiere: 17. Juli
* Regisseur: Michael Berresse
* Cast: Jeff Bowen, Hunter Bell, Susan Blackwell, Heidi Blickenstaff, Larry Pressgrove
* Musical von Bowen & Bell über das Entstehen eines Musicals

GODSPELL
* Theatre: NN
* Erste Preview: Juli / Premiere: August
* Regisseur: Daniel Goldstein / Choreograph: Christopher Gattelli
* Cast: Gavin Creel
* Revival der Show von Stephen Schwartz und John-Michael Tebelak

A TALE OF TWO CITIES
* Al Hirschfeld Theatre
* Erste Preview: 19. August / Premiere: 18. September
* Regisseur: Warren Carlyle / Choreograph: Warren Carlyle
* Cast: NN
* Musical von Jill Santoriello nach dem Klassiker von Charles Dickens

BILLY ELLIOT
* Imperial Theatre
* Erste Preview: 17. September / Premiere: 16. Oktober
* Regisseur: Stephen Daldry / Choreograph: Peter Darling
* Cast: David Alvarez, Trent Kowalik and Kiril Kulish
* US-Premiere des Musicals von Elton John/Lee Hall

13
* Bernard B. Jacobs Theatre
* Erste Preview: 16. September / Premiere: NN
* Regisseur: Jeremy Sams / Choreograph: Christopher Gattelli
* Cast: NN
* Broadway-Premiere des neuen Musicals von Jason Robert Brown und Dan Elish

PAL JOEY
* Studio 54
* Erste Preview: 11. November / Premiere: 11. Dezember
* Regisseur: Joe Mantello / Choreograph: Graciela Daniele
* Cast: NN
* Ein Revival der Roundabout Theatre Company eines Klassiker von Richard Rodgers/Lorenz Hart (neue Fassung des Buchs: Richard Greenberg)

SHREK
* Broadway Theatre
* Erste Preview: 8. November / Premiere: 14. Dezember
* Regisseur: Jason Moore / Choreograph: Josh Prince
* Cast: Brian d’Arcy James, Chester Gregory II, Sutton Foster, Christopher Sieber, John Tartaglia und Kecia Lewis-Evans
* Musical nach dem bekannten Kinofilm von Jeanine Tesori/David Lindsay-Abaire

VANITIES
* Theatre: NN
* Erste Preview: Herbst 2008
* Premiere: NN
* Regisseur: Judith Ivey / Choreograph: Dan Knechtges
* Cast: Lauren Kennedy, Sarah Stiles und Anneliese van der Pol
* Neues Musical von Jack Heifner (Buch) und David Kirshenbaum (Musik und Texte), basierend auf der Komödie aus dem Jahre 1976

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2009

THE STORY OF MY LIFE
* Theatre: NN
* Erste Preview: Dezember 2008 / Premiere: Januar 2009
* Regisseur: Richard Maltby, Jr.
* Cast: NN
* Broadway-Premiere eines kanadischen Musicals von Neil Bartram (Musik) und Brian Hill (Buch) über einen Schriftsteller, der nach Hause zurückkehrt, um beim Begräbnis eines Jugendfreundes die Grabrede zu halten

WEST SIDE STORY
* Theatre: NN
* Erste Preview: 13. Februar 2009
* Premiere: NN
* Regisseur: Arthur Laurents / Choreograph: Joey McKneely (nach Jerome Robbins)
* Cast: NN
* Das fällige Bernstein-Revival

NICE WORK IF YOU CAN GET IT
* Theatre: NN
* Erste Preview: Februar 2009 / Premiere: März 2009
* Regisseur: NN / Choreograph: NN
* Cast: Harry Connick, Jr.
* Eine neue Musical Comedy von Joe DiPietro mit Songs von George und Ira Gershwin über einen Playboy auf Long Island

9 TO 5: THE MUSICAL
* Theatre: NN
* Erste Preview: Frühjahr 2009 / Premiere: NN
* Regisseur: Joe Mantello
* Choreograph: Andy Blankenbuehler
* Cast: Allison Janney, Stephanie J. Block, Megan Hilty and Marc Kudisch
* Alte und neue Songs von Dolly Parton, basierend auf dem gleichnamigen Film von Patricia Resnick

DANCIN’
* Studio 54
* Erste Preview: 17. April 2009 / Premiere: NN
* Regisseur: Graciela Daniele
* Cast: NN
* Ein Revival der Roundabout Theatre Company einer Show von Bob Fosse

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IN THE WORKS

BIG TIME
* Douglas Carter Beane (Buch), Douglas J. Cohen (Musik/Texte), Christopher Ashley (Regisseur), Robert Ahrens (Produzent)
* Erstmals 2005 aufgeführtes Musical über zwei Schwestern auf einem von Terroristen gekaperten Schiff

BRIGADOON
* Rob Ashford (Regisseur), John Guare (Neues Buch), Ostar Productions und Liza Lerner (Produzenten)
* Revival der Show von Alan Jay Lerner und Frederick Loewe

BRUCE LEE: JOURNEY TO THE WEST
* Bartlett Sher (Regisseur), Elephant Eye Theatrical (Produzent), Dou Dou Huang (Choreograph)
* Ein Martial-Arts-Musical von David Yazbek und David Henry Hwang

CATCH ME IF YOU CAN
* Marc Shaiman (Musik, Texte), Scott Wittman (texte), Terrence McNally (Buch), Jack O’Brien (Regisseur), Jerry Mitchell (Choreograph)
* Basierend auf dem gleichnamigen Film

FATHER OF THE BRIDE
* Rick Elice und Marshall Brickman (Buch)
* Basierend auf dem gleichnamigen Film

HOUDINI
* Danny Elfman (Musik), David Yazbek (Texte), Kurt Andersen (Buch), Jack O’Brien (Regisseur)
* Ein Musical über den legendären Entfesselungskünstler

LEAP OF FAITH
* Alan Menken (Musik), Glenn Slater (Texte), Janus Cercone (Buch), Taylor Hackford (Regisseur)
* Basierend auf dem gleichnamigen Film

MERRY-GO-ROUND
* Richard M. Sherman und Robert B. Sherman (Musik und Texte), Paul Butler und Fred Fox, Jr. (Buch), Andy Belling (Regisseur), Larry Sousa (Choreograph), Bob Mackie (Kostüme), Jack Stein & JNS Entertainment (Produzenten)
* Zeitreisemusical, eine Mischung aus “A Christmas Carol” und “It’s a wonderful life”

NERDS://A MUSICAL SOFTWARE SATIRE
* Erik Weiner und Jordan Allen-Dutton (Buch, Texte), Hal Goldberg (Musik), Philip Wm. McKinley (Regisseur)
* Eine “Musical Software Satire”

PURE COUNTRY
* Steve Dorff (Musik, Texte), John Bettis (Texte), Rex McGee und Peter Masterson (Buch), Peter Masterson (Regisseur), Sean Curran (Choreograph)
* Basierend auf dem gleichnamigen Film

MANDELA/APARTHEID MUSICAL
* Zindzi Mandela (Buch), Welcome Msomi (Idee), Routh/Frankel/Baruch/Viertel Group und PSE Broadway LLC (Produzenten)
* Apartheid-Musical

WISHFUL DRINKING
* Tony Taccone (Regisseur), Carrie Fisher (Darstellerin), Jonathan Reinis (Produzent)
* Solo-Show, basierend auf Carrie Fishers Leben und Karriere

THE WIZ
* Des McAnuff (Regisseur),
* Neue Produktion des Charlie Smalls/William F. Brown-Musicals basierend auf L. Frank Baums “The Wonderful Wizard of Oz

Bachmannpreis 2008

So kam ich zu einem Musicalzirkus, der mich auf Tournee durch halb Europa schickte. Ich spielte im Halbdunkel des Bühnenhintergrundes naive Melodien. Es fühlte sich an, als würde man mich allabendlich die korrekte Reihenfolge der Buchstaben im Alphabet abhören und mir dafür auch noch begeistert applaudieren.
Ich hatte einen Job, der mir Monat für Monat vierstellige Zahlen auf das von Ines sachkundig geprüfte Girokonto spülte. Was ich noch immer nicht hatte, war die Befriedigung über das Gefühl, es versucht zu haben, es gefunden zu haben.
Doch liebte ich es, wenn ich in den frühen Morgenstunden zurückkam, hoffnungslos übernächtigt, nach wochenlangem Aufenthalt in einem Nightliner riechend, mich ungeduscht neben Ines auf das Bett streckte … [”Der Tod ist ein Postmann mit Hut”, Romanauszug, Martin von Arndt, Stuttgart]

Der Bachmannpreis wurde im Jahre 2008 einer radikalen Neuausrichtung unterzogen. Nicht nur wurde das Literaturfestival auf zwei Tage gekürzt, es wurde auch der Austragungsmodus neu inszeniert. Der vorlesende Autor sitzt nun auf einem Sesselchen vor einem Tischchen abseits der Jury. Nach dem Vortrag darf er dann, begleitet vom Moderator, auf einem Sesselchen im Kreis der Kritiker Platz nehmen. Was das bringen soll? Nichts, ganz genau gar nichts. Auch gar nichts bringt es, dass Moderator Dieter Moor seine Rolle als die eines Confà©renciers gestaltet, der aktiv ins Geschehen eingreift. Es bringt keinen informativen Mehrwert, es bringt nicht mehr Spannung, es lenkt eher ab und trägt Trivialität in ein Format, das Kritikern und Autoren vorbehalten war. Moor fordert von den weiblichen Kritikern bei einem der Texte die “weibliche” Sichtweise. Was hat der Mann Glück, dass er es in diesem Jahr nur mit sehr moderaten Kritikerinnen zu tun hat, die diese machohafte Geste, auch wenn sie vermutlich so nicht mal gemeint war, aber extrem ungeschickt formuliert wurde, wohlwollend ertragen und mit ganz leisen Pointen Dieter Moor klar machen, was sie von seiner Idee halten.

EM 2008: Unschickliche Zungenküsse/Teil 2

Foto: Martin BrunyEigentlich ist es ja zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Wie schon vor einigen Tagen erwähnt, forderte der österreichische Werberat den sofortigen Stopp der Plakatkampagne «Life is a Game!”, die von gantnerundenzi für den Wettenanbieter bet-at-home.com entwickelt wurde. Stein des Anstoßes war das Zungenspiel zwischen einem Fan der deutschen Nationalmannschaft und einer Österreicherin.

In der Begründung der Jury hieß es, dass das Sujet den «ethischen Grundsätzen der Werbung” widerspreche. Werbung im öffentlichen Raum habe «auf die Zielgruppe der Kinder Rücksicht zu nehmen”. «Ungewollte Nachahmeffekte” könnten hervorgerufen werden, so der Werberat.

Mittlerweile sind wir einen Schritt weiter (siehe auch STANDARD). Der Auftraggeber legte Einspruch ein, es kam zu einer nochmaligen Beurteilung des Werbeplakats, und die sieht folgendermaßen aus:

Der Österreichische Werberat fordert das Unternehmen und die Agentur auf, für zukünftige Werbemassnahmen im öffentlichen Raum mehr Sensibilität walten zu lassen und auf die Gefühle von Teilen der Bevölkerung mehr Rücksicht zu nehmen. Auf Grund des ‘Ablaufdatums’ des Plakats wird der Stopp zurückgezogen, gleichzeitig wird aber an den Auftraggeber appeliert, Printanzeigen mit dem gleichen Sujet abzuändern oder durch neue zu ersetzen.

Weiters heißt es, …

… das Plakat verstoße eindeutig gegen die allgemeinen Werbegrundsätze und des Selbstbeschränkungskodex sowohl gegen die allgemein anerkannten guten Sitten und bedient sich einer sexuell anstößigen Darstellung. Der Argumentation der beabsichtigen Polarisierung muss Effekthascherei auf Kosten von Gefühlen von großen Teilen der Gesamtbevölkerung entgegen gehalten werden. Dies entspricht nicht dem Selbstverständnis der im Werberat vertretenen Organisationen in bezug auf positiv wirtschaftliches Agieren und muss aufgrund der Notwendigkeit der Selbstregulierung hart verurteilt werden.

Werfen wir einen Blick in die Seelenwelt der “großen Teile der Bevölkerung”, das ist ganz einfach, wir werden auf der Website des Österreichischen Werberats fündig, wo die Volksseele brodelt:

Mein 11jähriger Sohn und seine Schulkollegen stehen jeden Tag in der Straßenbahnstation vor diesem Plakat und ich muß sagen, ich empfinde es als außerordentlich störend und auch bedenklich, dass unsere Kinder und Jugendlichen tagtäglich mit derlei obszönen und unschönen Darstellungen eines Kusses geprägt und reizüberflutet werden.

Da ich eine Leih-Oma bin, finde ich es nicht sinnvoll, dieses Plakat öffentlich zu zeigen, da die Kinder dazu neigen, alles nachzumachen was sie von den Eltern, Medien, Plakaten usw. sehen.

Schließe mich der Beschwerde über die Aufdringlichkeit der Nahaufnahme eines Zungenkusses an.
Die zwei genießen es, doch kein Grund diese Intimität der Gesellschaft aufzudrücken!!!!
Voyeuristisch und max. aufdringlich! Unterbinden Sie bitte derartige Werbung! D A N K E !!!!!

Meine Mutter hat mir erzählt wie ihr Enkerl zu Besuch kam ihr ein Busserl gibt
und plötzlich spürte sie voller Entsetzen die Zunge des Kindes in Ihrem Mund. Es ist schon sehr bedenklich wohin die weitere Entwicklung unserer Kinder mit solchen Werbeeinflüssen hinführen soll. Der Verfall der Moral und Ethik in unserer Gesellschaft, hat schon solche Dimensionen angenommen und ich empfände es sehr wünschenswert, diese Einflüsse auf unsere Kinder zu verhindern.

Man muss sich angesichts solcher Postings fragen, ob diese besorgten Eltern auch Firmen wie DM und anderen Drogeriemärkten Briefe zukommen lassen, in denen sie den Verkaufsstopp von Kondomen in den normalen Geschäftsräumlichkeiten fordern. Andererseits ist jetzt schon eher verständlich, dass es auch heutzutage eine Vielzahl von Kindern gibt, die nicht von ihren Eltern, sondern von Dr. Sommer aufgeklärt werden.

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