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Broadway: “Young Frankenstein” klinkt sich aus Umsatzstatistik aus

Jeden Montag gibt es nachmittags die neuesten Umsatzstatistiken aller Broadwayshows. Veröffentlicht werden Auslastungszahlen, durchschnittliche Ticketpreise und einiges mehr - alles wichtige Daten, um beurteilen zu können, ob eine Show gut läuft oder nicht. Alle Produktionen sind in dieser Statistik vertreten, nur eine Ausnahme wird es geben: “Young Frankenstein”.

Den Produzenten ist es freigestellt, ihre Umsatzzahlen zu melden. Gesammelt wird das Datenmaterial von der League of American Theaters and Producers sowie der Variety. Zur Verfügung gestellt werden die Zahlen von den Theaterbesitzern.

Die Entscheidung, keine Daten zu “Young Frankenstein” zu veröffentlichen, wird am Broadway mit gemischten Gefühlen aufgenommen, ebenso wie die Preispolitik, was die Tickets für die Show betrifft. Eintrittskarten zu Preisen bis zu 450 Dollar sorgten für Unmut, auf der anderen Seite meint Robert F. X. Sillerman, Produzent von “Young Frankenstein”:

Every producer I’ve queried about this has said, “Hosannas to you”. Every one of them has unilaterally applauded the idea. [New York Times]

“Idiot!” “Oberlehrer!” “Vollkoffer!” Marika Lichter sorgt für Rummel im Raimund Theater

Etwas hitzig ging es nach der Wiederaufnahme von “Rebecca” im Wiener Raimund Theater am 6. September 2007 in der Garderobe des 1. Rangs zu. Heftig wurde diskutiert, das eine oder andere Schimpfwort ist gefallen. Was war passiert?

Marika Lichter gab an jenem Abend ihr Debüt als Mrs. Van Hopper in Sylvester Levays & Michael Kunzes Musical “Rebecca”. Am Ende der Vorstellung, beim Schlussapplaus wurden alle Darsteller eifrig gefeiert - bis auf eine: Marika Lichter. Sie wurde von einigen Zuschauern unüberhörbar ausgebuht.

Warum? Interessante Frage. Es gibt dafür eigentlich keinen Grund, ihre Leistung an diesem Abend hat keinen Buhruf verdient. Dennoch musste jeder, der mal ab und zu einen Blick in die einschlägigen Musicalforen dieses Landes wirft, exakt damit gerechnet haben. Zu viele Hinweise hatte es dafür gegeben, dass Carin Filipcic-Fans die Ablöse ihres Lieblings nicht ohne Aktionen hinnehmen würden. Mich interessiert die Frage, ob Filipcic nun von sich aus ihren Vertrag nicht mehr verlängert hat (wovon ich ausgehe) nicht wirklich. Tatsache ist, dass man nicht den Rollennachfolger ausbuhen kann, nur weil man gern hätte, dass die Urbesetzung erhalten bleibt. Da sollte man doch lieber dabei bleiben, sich in den einschlägigen Kindergartenforen auszutoben.

Marika Lichter hatte das Pech, an diesem Abend ganz offensichtlich indisponiert zu sein. Sie konnte sich kaum bewegen, es fiel ihr offensichtlich schwer, auch nur einen Schritt zu machen. Hier hat (wenn das der Fall war), und das muss man leider sagen, das Theatermanagement versagt. Man darf einen Darsteller, der ganz offensichtlich indisponiert ist, nicht ohne Ankündigung auf die Bühne lassen. Wenn vor der Vorstellung durchgesagt wird, dass eine Darstellerin trotz Verletzung ihren Auftritt absolvieren wird, hat sie schon von Beginn an das Wohlwollen der Zuschauer auf ihrer Seite, nur bösartige Menschen brächten es übers Herz, einen Darsteller, der trotz Verletzung spielt, auszubuhen.

Mein Respekt gehört daher an diesem Abend Marika Lichter, die trotz allem tapfer auch die Buhrufe durchgestanden hat. Zwei Anmerkungen noch zuletzt: Für Uwe Kröger hat man nun endlich den Schlusston des vorletzten Liedes “Manderley in Flammen”, den er in der vergangenen Saison diverse Male nicht mehr treffen konnte, in erreichbare Dimensionen transponiert. Sauber getroffen hat er ihn dennoch nicht. Wurde er ausgebuht? Nein, natürlich nicht. Auch Carin Filipcic war in der Vorstellung. Was mag sie sich wohl beim Schlussapplaus gedacht haben.

Stadthalle Wien: Premiere von »Carmen Cubana – A latin Pop Opera«

Carmen Cubana2006 feierte “Carmen Cubana”, ein Musical von Kim Duddy (Buch) sowie Martin Gellner und Werner Stranka (Musik), im Rahmen des Musicalsommers Amstetten seine Uraufführung. Die Produktion lief derart erfolgreich, dass 2007 eine Tourneeversion entwickelt wurde. Die Premiere dieser Fassung der “Latin Pop Opera” stieg am 21. August 2007 in München, am 13. September 2007 findet die Wien-Premiere von “Carmen Cubana” in der Stadthalle, Halle F, statt. (Link zur Premierenkritik)

Musikalisch gesehen ist “Carmen Cubana” eine moderne Pop-Oper mit Melodie-Zitaten des berühmten Vorgängers und neuen Kompositionen im Spannungsfeld Latin/R&B/Pop und Klassik. Am Anfang stand die Idee, Bizets Carmen mit modernen Arrangements zu einem für ein Musicaltheater spielbaren Stück umzugestalten. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Werk, den immer größer werdenden Respekt vor Bizets Genie, und der teilweise unmöglichen und auch unnötigen Entkopplung von Komposition und Arrangement, ergab es sich den Stoff von Prosper Mà©rimà©e auf gleiche Art und Weise zu nutzen, wie es schon Bizet vor 130 Jahren getan hat.
In der Partitur Carmens stehen die Musikstücke spanischen Charakters oft recht unvermittelt neben dem normalen operngemäßen Musikidiom im Stil des damals vor allem in Frankreich in Literatur, Musik und Malerei charakteristischen Realismus. Realitätsfragmente, die den Ort der Handlung beschreiben und die musikalische Interpretationen Bizets sind, der selbst nie in Spanien war.
Carmen CubanaDas wohl bekannteste Lied, die “Habanera” etwa, entstammt nicht der kompositorischen Ausbeute eines inspirierenden Aufenthalts des Komponisten in Cordoba, sondern von einem Besuch der Bibliothek des Pariser Conservatoire, in der Bizet die vom Mexikaner Sebastià¡n Yradier (demselben, der “La Paloma” komponierte) erdachte Melodie fand. - Um übrigens endlich, nach dem zehnten Versuch, eine, der scheinbar recht anstrengenden Diva genehmen Auftrittsarie auf den Leib geschrieben zu haben.
Der Weg von Mexiko nach Kuba ist jedoch kürzer als der nach Spanien. Die Habanera wird im R&B Stil des Jahres 2006 wiederbelebt. Carmen meets Beyoncà©. Escamillio, der kubanische Superstar, erobert mit seinem Latin-Pop die Charts. Die “Fiesta del Fuego” in Santiago de Cuba wird mit Salsa und Merengue Rhythmen gefeiert.

Kim Duddy über die Entstehung der “Pop Opera”:

Als ich die Novelle von Prosper Mà©rimà©e zu lesen begann, dachte ich, ich hätte das falsche Buch erwischt. Es
las sich wie eine trockene archäologische Abhandlung, die langsam spannender wurde, als sie sich zu einer Erzählung über einen verlorenen Mann und seine tragische Begegnung mit einem Zigeunermädchen namens Carmen entwickelte. Die Bilder seines Schicksals in Carmens Händen waren so lebendig, dass ich dem Buch fast geantwortet hätte. Wie soll man sie beschreiben? Ein verführerisches Hexenwesen, mit animalischen Instinkten, ohne Angst, für die die Kunst der Verführung gleichzeitig Freude und Mittel zum Zweck ist. Eine Frau, die eher sterben würde, als sich selbst untreu zu werden. Eine Frau, die allein im Hier und Jetzt lebt, mit Verantwortung einzig für sich selbst. Ein weiblicher Don Juan. Und das alles bis jetzt ohne Musik. Ich wusste,
dass ich versuchen wollte, diese Frau lebendig zu machen.
George Bizets »Carmen« ist eine der schönsten und sicherlich auch eine der meist gespielten Opern der Welt. Mit Carmen Cubana möchte ich den Geist dieser Oper erhalten, einige Original Melodien verwenden, aber dabei einen einzigartigen Sound schaffen – für unsere Carmen, die in Kuba spielt. Der Hintergrund unserer Geschichte ist Kuba im Sommer 1994. 32.000 Kubaner versuchen mit Booten nach Miami zu flüchten. Unsere Carmen ist einer dieser Menschen. Das Floß mit ihr, ihrer Familie und Freunden
kentert. Sie werden von der Küstenwache aufgegriffen und auf den Stützpunkt Guantanamo Bay in Kuba gebracht. Dies war der Anfang, Menschen in der Basis festzuhalten. Für mich ist dies ein heißes Thema, vor allem wenn man bedenkt, was aus dem Stützpunkt geworden ist.
Auf Kubanischem Boden, festgehalten von Amerikanern, so hatte sich Carmen den amerikanischen Traum nicht vorgestellt. Sie weiß, dass sie keine Gefangene sein kann und plant, ungeachtet der Gefahr, ihre Flucht und entdeckt dabei Jose, einen schüchternen, pflichtbewussten Corporal.

Carmen Cubana - a latin pop opera
Nach der Novelle von Prosper Mà©rimà©e und der Oper »Carmen« von George Bizet

Kreativteam
Buch: Kim Duddy
Musik: Martin Gellner & Werner Stranka
Regie & Choreographie: Kim Duddy
Musikalische Leitung Martin Gellner & Werner Stranka / Beat 4 Feet
Dt. Buch: Mike Majzen
Bühne: Walter Vogelweider
Kostüme: Robert Schwaighofer
Lichtdesign: Andrew Voller
Tondesign: Andreas Frei
Produzent: Peter Fröstl / mc events & musicpromotions Gmbh
Produktionsleitung: Ulrike Bruckner / mc events & musicpromotions Gmbh

Cast
Carmen: Lana Gordon
Joe: Rob Fowler
Escamillo: Ruben Heerenveen
Lilas Pastia: Walter Reynolds
Francesca: Kudra Owens
Mercedes: Jacqueline Braun
Rum: Dennis Le Gree
Sergeant Cooper: Alvin Le-Bass
Morales: Pehton Quirante
Chuck: Steven Seale
Sam: Dominik Hofbauer
Jimmy: Andras Simonffy
Gabriella: Kenia Bernal Gonzales
Rum’s Girl: Michelle Marier
Rum’s Girl: Karen Henry
Rum’s Girl: Ines Hengl-Pirker
Rum’s Girl/Dance Captain: Lorna Dawson
Alicia: Laura Fernandez
Margarite: Carla Weissmann
Cousin Carlos: Brian Carmack
Juan: Hugo Cortes
Barato: Jose Wanderley

Band
Gitarre: Martin Gellner (Musical Director), Ariel Ramirez, Pedro Tagliani
Bass: Peter Schönbauer, Mathias Petereit
Keyboards: Martin Payr, Bernie Eder
Drums: Shayan Fathi, Florian Holoubek

Tickets & Termine
WIEN, Stadthalle Halle F 13.9. bis 22.9. 2007

Links
- carmencubana.com
- MySpace-Site von “Carmen Cubana”
- mc events & musicpromotions GmbH

MTV goes Musical & zeigt Broadway-Version von “Legally Blonde”

MTV geht neue Wege, was den Bereich Musical betrifft, und sendet die Broadway-Version des Musicals “Legally Blonde”. Noch im Laufe des September wird eine Vorstellung der Show im Palace Theatre aufgezeichnet, bereits im Oktober 2007 wird gesendet. Was für ein Glück für die Produzenten von “Legally Blonde”, denn nach einem starken Sommer beginnt das Musical leicht zu schwächeln. Der Vorverkauf für September und Oktober ist schwächer als erwartet, der Vorverkauf fürs nächste Jahr ebenso.

Sind nun alle happy, dass ein Broadway-Musical auf dem Clip- & Switchkanal Numero uno gesendet wird? Nicht wirklich. Nehmen wir die Schauspieler. Besonders viel bekommen sie nicht für die Aufzeichnung ihrer Darbietung - aus ihrer Sicht - bezahlt. Und noch sind, so hört man, die Verhandlungen bezüglich der Gagen nicht unter Dach und Fach.

Letztlich ist niemand so ganz glücklich, schreibt Michael Riedel in seinem Artikel für die New York Post und zitiert dabei einen nicht namentlich genannten Interviewpartner:

This is all about promoting the show for the long term. Actors are always complaining that they don’t make enough money for this or that. But the longer the show runs, the more money everybody makes.

Für die Produzenten von “Legally Blonde” ist es einerseits ein später Triumph. Bei den Tony Awards im vergangenen Juni wurde die Show nicht in der Kategorie “Bestes Musical” nominiert. Die bittere Folge: kein Auftritt bei der Live-Übertragung der Awards im TV. Und dennoch, andererseits sind nicht alle Produzenten sicher, dass es richtig ist, Broadway-Shows im Fernsehen zu zeigen. Einige befürchten, viele könnten nun nicht mehr bereit sein für etwas zu bezahlen, das sie im TV gratis sehen können.

ORF: Musical! Die Show - Es geht los

Am 28. September beginnt für die neue ORF-Sendung “Musical! Die Show” die heiße Phase. Im Max Reinhardt Seminar
(Palais Cumberland, 1140 Wien, Penzingerstraße 9) beginnen die Auditions. Nähere Infos unter musical.orf.at. Aus dem Pressetext:

Ihre große Leidenschaft ist das Musical. Sie lieben die Bühne und überzeugen mit ausdrucksstarker Stimme, schauspielerischem Können und fundierten Tanzkenntnissen: Das wollen wir sehen! Der ORF gibt jungen Künstlern die Chance, ihr Talent vor einem Millionenpublikum unter Beweis zu stellen.

Kommen Sie zu unseren Auditions: Gesucht werden charismatische Persönlichkeiten, die das 18. Lebensjahr (geboren am 30. September 1989 oder früher) bereits vollendet haben und deren Lebensmittelpunkt in Österreich liegt. Gute Deutschkenntnisse sind Voraussetzung.

Sind Sie daran interessiert, schon in ein paar Monaten im Scheinwerferlicht einer österreichischen Bühne zu stehen?
Dann sollten Sie für die Audition Folgendes vorbereiten:
» eine Ballade
» eine Uptempo-Nummer
» Noten für den Korrepetitor

Auditions-Termine: 28., 29. und 30. September 2007 ab 9.00 Uhr

UPDATE 21.11.2007
Einen Bildbericht von der Präsentation von “Musical! Die Show” gibt es –>hier<--.

Wien: Ramesh Nair auf der Suche nach neuen “Sophistikids”

Die “Sophistikids” sind ein gemeinnütziger Verein zur Förderung junger Talente in den Bereichen Tanz, Gesang und Schauspiel - eine Gruppe 8- bis 21-jähriger Kinder und Jugendlicher, die es sich zur Leidenschaft gemacht hat, bereits im frühen Alter auf der Bühne zu stehen.

Gemeinsam mit professionellen Musicaldarstellern, die den jungen Künstlern alle Tricks und Kniffe beibringen, studieren die Kids jedes Jahr eine abendfüllende Show ein, die am Ende der Saison zur Aufführung kommt. Einmal jährlich nehmen die Sophistikids mit den erlernten Choreographien an den Meisterschaften im Musical-/Showdance teil und sind für Events, Galas sowie für private Feiern als Showeinlage zu buchen.

Das Sophistikids-Team
Ramesh Nair (Künstlerische Leitung)
Monika Gabriel (Organisation, Administration)
Sabrina Gabriel (Organisiation, Sponsoring, Marketing)
Nicola Feik (Regieassistenz)
Anna Behne (Gesang und musikalische Einstudierung)
Lorna Dawson (Choreographie)
Jacqueline Braun (Schauspielcoaching)

Auditions für die Saison 2007/08
Für das nächste Musical-Projekt der “Sophistikids”-Company sucht Ramesh Nair, künstlerischer Leiter und derzeit Choreograph von “Highschool Musical”, frische Musicaltalente von 8 bis 21 Jahren.
Die Auditions dafür finden am 9. und 16. September 2007 in der Zeit von von 11 bis 17 Uhr im Margit Manhardt Tanzstudio (Neubaugasse 38, 1070 Wien) statt.
Vorzubereiten sind 2 Songs (Halbplayback auf CD oder Noten sind mitzubringen), ein Monolog oder ein Gedicht. (Tanzkeidung nicht vergessen!)

Schubert Theater Wien: “V.I.P Opera - Vienna International Pocket Opera”

V.I.P. OperaManchmal hört man ein Lied und weiß, dass man ein Konzert des Interpreten eben dieses Liedes besuchen muss. Nehmen wir die “Vienna International Pocket Opera”. Auf ihrer Website hat die Gruppe eine ganze Reihe von Soundbeispielen, so unter anderem auch den Song “how does is feel”. Dauer: 1 Minute und 24 Sekunden, und doch sind diese paar Sekunden vermutlich für den einen oder anderen Anreiz genug, sich ein Konzert der “Vienna International Pocket Opera” zu geben.

Was hat man sich unter der “Vienna International Pocket Opera” eigentlich vorzustellen? Ein Ausschnitt aus dem Pressetext des Ensembles:

In Wien - einer Weltstadt der Musik - lohnt es sich, als Gast an einem Abend in die Oper, am nächsten in ein Musical und am folgenden noch in einen Jazzclub zu gehen. Wer das alles in einem haben möchte, und noch dazu einzigartig dargebracht, erlebt am besten die »V.I.P.Opera« live.
Die Vienna International Pocket Opera besteht aus nur vier Musikern, auch wenn man manchmal doppelt so viele zu hören meint. Tenor, Geige, Horn und Klarinette. Punkt. Was die vier Herren im Frack ohne Hilfsmittel auf die Bühne zaubern, ist schlicht
unglaublich. Von der Königin der Nacht bis zu den Blues Brothers, von Operette als Samba bis zu fetzigen Alpinmusikklängen reicht der Schwindel erregende Reigen. Sie hören Trompeten, Posaunen, Balalaikas oder Drum Beats allein mit der Stimme erzeugt, sind Zeuge eines Mafia Begräbnisses oder Gast bei »The Queen«.
Großes Musiktheater mit kleinstem Aufwand ist das Konzept der Pocket Opera. Virtuosität, Witz und Spielfreude werden Sie verzaubern.

V.I.P. OperaBei “V.I.P Opera - Vienna International Pocket Opera” handelt es sich um:

Peter Hofmann (Horn)
Erich Steinkogler (Klarinette, Saxophon)
Max Volt (Tenor, Percussion)
Azzi Finder (Violine).

Die nächsten Auftrittstermine der Gruppe finden im Wiener Schubert Theater statt, und zwar am 8., 9. und 12. September, am 5., 6., 19. und 20. Oktober sowie am 16. und 17. November 2007, jeweils um 19:30 Uhr.

Tickets:
Einheitspreis: 12 Euro (ermäßigt 10 Euro)
Schubert-Theater
Währinger Straße 46; 1090 Wien
Telefon: 0676 - 44 34 860
E-Mail: schuberttheater@gmx.at

Links:
- Schubert Theater
- Vienna International Pocket Opera

Wikipedia und die Fanclubs am Beispiel “Elisabeth”

In letzter Zeit häufen sich wieder einmal die Diskussionen rund um Wikipedia. Politischen Parteien in Österreich wurde vorgeworfen, Einträge zu “schönen”. Das freilich gibt es auch im Bereich Musical. Ein schönes Beispiel ist der Eintrag zum Musical “Elisabeth”. Hier findet sich die Formulierung: “Den Stuttgarter Max gab Michael Flöth wie kein anderer.” Das ist natürlich schön für Herrn Flöth, dass seine Fans so hinter ihm stehen und gleich eine Bewertung in den Artikel einfließen lassen. Für den Ruf von Wikipedia ist es schlecht. Denn erstens haben solch wertende Formulierungen in einem “Lexikonartikel” nichts verloren, und zweitens ist die Formulierung Nonsens, weil jeder ein gutes Stück Unverwechselbarkeit einbringt.

Wer möchte, kann versuchen, diese typische Fanclubformulierung zu tilgen, allein, es wird nicht gelingen. Die Änderung wird augenblicklich rückgängig gemacht. Wikipedia ist eben ein “Weblexikon” wie kein anderes.

Update
6 Stunden später: Der Artikel wurde nun korrigiert.

Heavy Chanson & Evita: Lucy McEvil im 3raum-Anatomietheater

Lucy McEvil als Evita; Foto: Mario LangDerzeit läuft im Wiener 3raum-Anatomietheater die Satire “Evita Peron” mit der Wiener Diseuse Lucy McEvil in der Hauptrolle sowie Andreas Erstling (Ibiza), Hubsi Kramar (Peron), Elisabeth Prohaska (Mutter) und Tamara Stern (Krankenschwester).

Autor der “schwarzen Komödie”, die 1971 uraufgeführt wurde, ist der Schriftsteller, Dramatiker und Zeichner COPI (Raul Damonte Botana, 1939-1987). COPI zeichnet “Evita” als selbstsüchtige, hasserfüllte Person, die ein neues Leben beginnen möchte.

Der Inhalt des Stücks: Evita hat sich mit ihrem Mann, Präsident Peron, dem Vertrauten Ibiza, ihrer Mutter und ihrer Krankenschwester eingeschlossen. Sie gibt vor, schwer krebskrank und dem Tode nahe zu sein. Wenn sie stirbt, soll sie ein Staatsbegräbnis erhalten. Eben jenes Staatsbegräbnis soll ihr Weg in die Freiheit sein. Evita heckt eine raffinierten Plan aus, um mit Hilfe ihres in der Schweiz gehorteten Geldes in ein neues Leben starten zu können, befreit von ihrem verhassten Mann und dem Amt, welches ihr zur Bürde geworden ist. Sie ermordet gemeinsam mit Ibiza die Krankenschwester, der sie zuvor ihr Kleid angezogen hat. Die tote Krankenschwesterr wird entsprechend geschminkt und bekommt Evitas Perücke. Der wirklichen Evita zum Verwechseln ähnlich, soll sie einbalsamiert und den wartenden, trauernden Volksmassen präsentiert werden, bevor sie endgültig begraben wird …

Lucy McEvil; Foto: Inge PraderNeben ihrer Hauptrolle in der Satire “Evita Peron” (die im Übrigen eine gesunde Dosis Gegengift für all jene ist, die Andrew Lloyd Webbers Musicalversion der Lebensgeschichte von Evita Peron schon auswendig runterjodeln können) gibt Lucy McEvil mit ihrer Band (Martin Kratochwil am Klavier, Günther Schiebeck am Bass und Georg Mauerhofer an den Drums sowie am Vibrafon) von September bis Dezember 2007 (Premiere: 14. September, 22 Uhr) eine Reihe von Solokonzerten, die man nicht missen sollte, gilt sie doch als eine der derzeit schillerndsten Persönlichkeiten in der Sparte “Heavy Chanson”.

Mit viel Lust und Können machen sich Lucy McEvil und ihre drei Musiker über Neues, Altes und Eigenkompositionen her. Country als Bossa Nova verkleidet, Wienerlieder mit gelungenem Facelifting, Chansons, die plötzlich nach Punk riechen, Schubert, mal ohne Pathos und minimalistisch aufbereitet … und vieles mehr. Zu hören unter anderem: Bearbeitungen von Randy Newmans “Political Science” sowie “Lonely At The Top”, weiters Lieder von Rainer Werner Fassbinder (”Karneval”) und Hans Magnus Enzensberger (”In 10 Sekunden ist alles vorbei”), die von Peer Raben vertont wurden. Aus der Wiener Chansonriege sind Hugo Wieners “Wie man eine Torte macht”, Gerhard Bronners “Das Chesterfield Girl”, Andrà© Hellers “Mein Freund Schnuckenack” und Helmut Qualtingers “Des Wean des is a oide Frau” mit an Bord. Auch Vertonungen von Erich Kästners “Barlied” und Friedrich Holländers “Stroganoff” sind eingeplant, neben Eigenkompositionen von Martin Kratochwil mit Texte von Stephan Eibel Erzberg.

Lucy McEvil; Foto: Inge PraderLucy McEvil hat in ihrem Programm die uralten Themen Tod und Eros auf dem musikalischen Seziertisch. Der Tod verliert den Kopf und das Flittchen fängt an darüber nachzudenken. Konzerte von ihr sind eine spannende Mischung aus ganz leisen, bis hin zu komisch burlesken Liedern über den Tod, das Sterben, die Lust und das Begehren.

Lucy McEvil & Band
Klavier Martin Kratochwil
Bass: Günther Schiebeck
Drums & Vibrafon: Georg Mauerhofer
3raum Anatomietheater; 1030 Wien, Beatrixgasse 11
14. September, 19. Oktober, 16. November und 14. Dezember 2007, jeweils um 22 Uhr
Karten: 15 Euro/ 12 Euro erm.
Reservierung unter: 0650 / 323 33 77 oder www.3raum.or.at

Evita Peron
3raum Anatomietheater; 1030 Wien, Beatrixgasse 11
noch bis 20. September, Mittwoch bis Samstag
Karten: 18 Euro/12 Euro erm.
Reservierung unter: 0650 / 323 33 77 oder www.3raum.or.at

Links:
- Lucy McEvil
- 3raum-Anatomietheater
- Martin Kratochvil
- Der “Falter” über Lucy McEvil
- Zur Geschichte des 3raum-Anatomietheaters

USA: “Variety” zerfetzt neues Disney-Musical “The Little Mermaid”

“The Little Mermaid”, das ist der Titel des neuesten Musicalausflugs der Firma Disney - eine Bühnenmusicalversion des erfolgreichen Zeichentrickfilms aus dem Jahre 1989, der weltweit 211 Millionen Dollar eingespielt hat. Disney kann einen Erfolg brauchen, die heydays der großen Musicaltriumphe am Broadway liegen schon etwas zurück:

“Beauty and the Beast” zum Beispiel, das dreizehn Jahre am Broadway lief, obwohl es von den Kritikern nicht gerade geliebt wurde.
“Aida” geriet zum ersten Disney-Fiasko. Die Tryout-Version von Atlanta wurde nicht nur verrissen, sie wurde geradezu vernichtet. Eine überarbeitete Version konnte sich fünf Jahre am Broadway halten. “The Lion King” sollte einer der Höhepunkte der Disney-Musicals bis dato werden, “Tarzan” einer der größten Flops.

15 Millionen Dollar investiert Disney in “The Little Mermaid”, derzeit laufen die Tryouts in Denver; die Broadway-Premiere wird im November 2007 stattfinden. Für “The Little Mermaid” hat sich Disney Francesca Zambello an Bord geholt, eine weltweit angesehene Regisseurin, die in Wien für “Rebecca” (Inszenierung) verantwortlich zeichnete. Für ihre Arbeit an “The Little Mermaid” erhielt sie vom Branchenfachblatt VARIETY ausschließlich eines: vernichtende Kritik. Zitate aus der Kritik der “Variety”, verfasst von David Rooney, seines Zeichens Chief Theater Critic, lesen sich wie folgt:

While director Francesca Zambello is new to Broadway, her opera and musical productions elsewhere have been lauded for their balance of spectacle with emotional detail. But by choosing frequent opera-world collaborators, set designer George Tsypin and costumer Tatiana Noginova, Zambello has allowed emotion, charm and enchantment to be drowned in a sea of bewilderingly over-stylized designs.

Doug Wright’s book for “Mermaid” joins the dots well enough but it constantly struggles against the visual conception, which distracts from the story’s essence and makes it hard for the audience to lose themselves in the underwater environment. Wright’s work in “I Am My Own Wife” and “Grey Gardens” showed his connection to maverick personalities, so this tale about letting children step out into the world, make mistakes and follow their own path should be a good fit. Yet, that comes through only perfunctorily, despite Boggess’ committed performance and crystalline vocals. And much of the humor falls flat.
What’s surprising is how underwhelming the movie’s most delightful numbers are here. The joyous calypso frolic “Under the Sea” and gloriously romantic “Kiss the Girl” are wonderful songs but Zambello has compromised both with chaotic presentation, not helped by Stephen Mear’s uninteresting choreography. (”Under the Sea” would have been a more obvious scene-setting opener than the ho-hum sea chanty “Fathoms Below,” expanded from a few throwaway bars in the film.) “Part of Your World” fares better despite Boggess being stuck in a plastic cave for most of it.

Aside from some neat transitions early on between above and below sea, the show generally is most persuasive when Tsypin’s clutter is cleared away, leaving the gorgeous color palette and delicate strokes of Natasha Katz’s lighting to take the descriptive lead. Despite Zambello’s much-quoted creative choice of “no water, no wires,” it’s the simple wire work of Prince Eric’s near-drowning in the storm or Ariel’s underwater transformation from mermaid to human that come closest to engendering a sense of wonderment.

As for “Mermaid’s” Broadway prospects, the strength of the property might help it stay afloat awhile, especially with tourist traffic. But if Disney Theatrical chief Thomas Schumacher’s aim in enlisting Zambello and team was to develop another eye-popping theatrical event to transcend the kid-fare label, he needs to keep fishing.

Begonnen hat die Disneys Tragödie, so Michael Riedel in der “New York Post”, schon bei “The Lion King”. Ab da holten sich die Zeichentrickgurus für ihre Musicals zunehmend Künstler an Bord, um aus Cartoons Musicalkunstwerke zu bauen. Man legte Wert auf einen besonderen künstlerischen Touch. Als Regisseur für “Tarzan” heuerte man den angesehenen Set Designer Bob Crowley an, der durch seine Arbeit als Set Designer bei seriösen Bühnenwerken (und “Aida”) berühmt wurde. Bei “Mary Poppins” führte Richard Eye Regie, der ehemalige Leiter des National Theater von London. Was bei “The Lion King” (Regie: Julie Taymor) geklappt hat, funktioniert seither nicht mehr.

Die Broadway Division von Disney wurde vom ehemaligen Disney CEO Michael Eisner gegründet. Eisner, ein Theaterfreak von Kindestagen an, beaufsichtigte jedes Detail bei der Entwicklung von “Beauty and the Beast” und “The Lion King”. Robert Iger, sein Nachfolger, hat, so sagt man, nicht ganz diese Leidenschaft für das Theater. Mit Flops wie “Tarzan” ruiniert man sich die eigene Erfolgsstory und das Image - genau davor hat Iger am meisten Angst. Im Herbst wird es Billigticket-Aktionen für “The Lion King” und “Mary Poppins” geben. Sollte dann noch “The Little Mermaid” floppen, könnte es das gewesen sein mit der Disney-Erfolgsstory am Great White Way, oder wie ein bekannter Produzent meint:

I doubt we’re going to see a lot more Disney shows after “Mermaid”. I just don’t think this is really Bob Iger’s bag.

Quellen:
- Variety
- New York Post

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