Martin Bruny am Montag, den
13. Juni 2011 um 05:02 · gespeichert in Musical, Awards
In der Nacht vom 12. zum 13. Juni 2011 gingen die diesjährigen Tony Awards im New Yorker Beacon Theatre über die Bühne. Wie erwartet, konnte sich die Show “The Book of Mormon” als eindeutiger Sieger im Musicalbereich der Awards durchsetzen. 14 Nominierungen erbrachten insgesamt 9 Tony Awards für die Show. Als “bestes Revival” ausgezeichnet, konnte “Anything Goes” insgesamt 3 Tonys abstauben.
Wer waren die Verlierer dieser Verleihung, die gänzlich leer ausgingen:
- “The Scottsboro Boys (12 Nominierungen, kein Tony Award)
- “Sister Act (5 Nominierungen, kein Tony Award)
- “Women on the Verge of a Nervous Breakdown” (3 Nominierungen, kein Tony Award)
- “Bloody Bloody Andrew Jackson” (2 Nominierungen, kein Tony Award)
- “Baby It’s You” (1 Nominierung, kein Tony Award)
- “The People in the Picture” (1 Nominierung, kein Tony Award)
Die Gewinner des diesjährigen Tony Awards:
The Book of Mormon (14 Nominierungen, 9 Tonys Awards)
- Best Musical
- Best Book of a Musical: Trey Parker, Robert Lopez, Matt Stone
- Best Original Score (Music and/or Lyrics) Written for the Theatre: Trey Parker, Robert Lopez and Matt Stone
- Best Orchestrations: Larry Hochman, Stephen Oremus
- Best Direction of a Musical: Casey Nicholaw, Trey Parker
- Best Scenic Design of a Musical: Scott Pask
- Best Sound Design of a Musical: Brian Ronan
- Best Lighting Design of a Musical: Brian MacDevitt
- Best Performance by an Actress in a Featured Role in a Musical: Nikki M. James
Anything Goes (9 Nominierungen, 3 Tony Awards)
- Best Revival of a Musical
- Best Choreography: Kathleen Marshall
- Best Performance by an Actress in a Leading Role in a Musical: Sutton Foster
Catch Me if You Can (4 Nominierungen, 1 Tony Award)
- Best Performance by an Actor in a Leading Role in a Musical: Norbert Leo Butz
How to Succeed in Business Without Really Trying (8 Nominierungen, 1 Tony Award)
- Best Performance by an Actor in a Featured Role in a Musical: John Larroquette
Priscilla Queen of the Desert: The Musical (2 Nominierungen, 1 Tony Award)
- Best Costume Design of a Musical: Tim Chappel, Lizzy Gardiner
Martin Bruny am Sonntag, den
12. Juni 2011 um 11:47 · gespeichert in Theater
Die Website “Theatre Monkey”, ein “Independent Inside Guide to London Theatre and Concert Venues”, bietet als einen Service detaillierte Beschreibungen, wie man in den einzelnen Londoner Theatern von bestimmten Sitzen aus sieht, hört, welchen Störfaktoren man ausgeliefert ist, welche Vorteile bestimmte Sitze bieten. “Best Seat Info” nennt sich die Rubrik, jeder Leser der Website, jeder Theaterbesucher ist eingeladen, durch seine eigenen Erlebnisse diese Datenbank der Eindrücke auszubauen.
Für Wiener Theater gibt es ein derartiges Projekt nicht. Ein Eindruck von einem Besuch des Musicals “Tanz der Vampire” gestern Abend, Wien, Ronacher: Platz 1, Loge 29, 1. Rang. Kategorie 3, Preis: 89 Euro. Soundmäßig ist dieser Sitz bestenfalls, aber wirklich bestenfalls Kategorie 5. Man versteht schwer, was auf der Bühne gesprochen wird, die Gesangsparts kommen sehr leise im Soundbrei zum Teil gebrochen an, extrem viele Bässe, kaum Höhen, man hat den Eindruck, dass man sich das akustische Erlebnis selbst mühsam zusammenstückeln muss. Das macht das Erlebnis ziemlich anstrengend. Sicht: bestenfalls Kategorie 4, ein Großteil des rechten Bühnenbereichs ist nicht einsehbar. Der Vorteil des Sitzes: Man ist nah am Geschehen dran und hat freie Sicht auf den Dirigenten, wenn man das möchte. Fazit: Kategorie 3 dürfte der Platz nie und nimmer sein. Eine Abstufung auf Kategorie 4 wäre notwendig. Im Musiktheater sollte man Musik auch halbwegs hören und genießen können.
Martin Bruny am Freitag, den
10. Juni 2011 um 12:13 · gespeichert in Absurditäten
Die Oberösterreichischen Nachrichten berichten über das Linzer Musiktheater, das im April 2013 eröffnet werden soll. Leider steht zu befürchten, dass die Akustik in diesem Theater ein Graus wird, jedenfalls wenn man das folgende Zitat näher durchdenkt:
Tontechniker Robert Doppler will endlich einen Linzer Theaterraum optimal beschallen. So oft musste er sich für die miserable Akustik im Großen Haus entschuldigen. Sein Minimalziel sind »die akustischen Standards des Raimundtheaters und des Ronacher in Wien”.
Ausgerechnet das Ronacher als Qualitätsstandard, ein Haus, das einen Sound hat wie ein Bahnhof? Ein Haus, das in keiner Reihe optimal klingt? Ein Haus, das im 2. Rang eigentlich den Besuchern Schmerzengeld zahlen müsste, statt Eintritt zu verlangen?
Martin Bruny am Freitag, den
10. Juni 2011 um 09:49 · gespeichert in Absurditäten
Als würde es kein anderes Thema geben, bringt der ORF gebetsmühlenartig alle paar Monate das Thema Musicalsubventionen ins Gespräch und macht sich damit zum verlängerten Arm einer eingeschworenen politischen Opposition.
Es sitzen immer nur wenige Menschen an den entscheidenden Stellen, die für die Themenauswahl verantwortlich sind. Wie wärs mit einem Feature über den Background und die Beweggründe jener Redakteure, die sich diesem Thema, das einen Neuigkeitswert wie ein “Österreich” von heute morgen hat, widmen.
Wer also die neuesten Erkenntnisse des ORF dazu hören möchte: –> hier gehts zum “Kulturjournal”: Thema “Wie viel Geld brauchen Musicals”.
Nächstes Thema vielleicht: Wie viel Fett braucht a ordentliche Wurscht oder Wie deppat muas a Voitrottel sein?
Martin Bruny am Freitag, den
10. Juni 2011 um 09:15 · gespeichert in Ausbildung
Der Fernsehsender W 24 war bei der Aufnahmeaudition der Wiener Musicalschule Performing Center Austria für das kommende Ausbildungsjahr mit dabei. Nun ist eine rund zwölfminütige Doku über diese Audition online. Zu sehen sind nicht nur Szenen des Castings, sondern auch Interviews mit Barbara Schmid, einer Absolventin des PCA, und Lukas Perman, der seine Ausbildung an der Konservatorium Wien Privatuniversität absolviert hat. Beide spielen derzeit am Wiener Ronacher in “Tanz der Vampire”.
Martin Bruny am Freitag, den
10. Juni 2011 um 08:43 · gespeichert in Musical, Deutschland
Keine Ruhe mehr scheint Bischof Heinz Josef Algermissen aus Fulda zu finden. Brachte er seine Meinung schon vor einiger Zeit recht deutlich auf den Punkt (siehe –> hier), legt er nun in einem Interview mit Osthessen-TV noch deutlicher nach:
Es ist ein dummer, saudummer literarischer Stoff. Und dass man das jetzt so hier in Fulda grade, nur weil da so ein paar Seiten in Fulda spielen, aus diesem Roman, uraufführt, in Fulda uraufführt, ist eine Geschmacksfrage. Es ist eine frivole Geschichte, die so nicht stattgefunden hat. Das wissen Historiker allesamt, und sie wird trotzdem aufgeführt. Und manche Leute, die die Glaubenssubstanz verloren haben, glauben das dann. Das ärgert mich natürlich. Hätten wir mit gläubigen Menschen allesamt zu tun, dann würd ich sagen, lasst es doch laufen. Vielleicht freuen sich viele nur an der Musik, aber der Stoff ist Unsinn.
Die Musik, hab ich noch nicht gehört, kann ganz schön sein, der Stoff ist ein frivoler Unsinn.
Martin Bruny am Dienstag, den
7. Juni 2011 um 15:23 · gespeichert in Musical, Wien, Absurditäten
Die Wiener Produktion von “Tanz der Vampire” wird mit der Dernià¨re am 25. Juni 2011 ihr Ende finden. Wie in Wien seit einigen wenigen Jahren bei den VBW üblich, befindet sich diese letzte Vorstellung einer Produktion nicht im Verkauf. Schon öfter gab es, so hört man, den Willen, den letzten Vorhang als reine Marketingparty zu feiern, die Tickets an ausgewählte Gäste und Partner zu vergeben. Hat bis jetzt nicht so wirklich geklappt, aber vielleicht ja diesmal.
Die “Fans” bekommen ihren Anteil heutzutage via Facebook (LINK). Da dürfen sie sich wie infantile Gören ausdenken, was Krolock nach dem letzten Vorhang wohl macht. Manchmal fragt man sich wirklich, wer hier als Zielgruppe definiert wurde. Wie doof muss man sein, um noch ins Musical zu dürfen?
Ein Theater lebt von seinen Besuchern, die VBW leben von ihren Besuchern. Keine Sorge, man wird es schaffen, auch noch den letzten Hardcore-Fan endgültig zu verlieren, denn so viele Megaseller wie “Tanz der Vampire” gibt es nicht, und es wird sich herausstellen, ob singende Nonnen im Zeitalter des Kirchenaustritts die Massen anlocken werden.
Martin Bruny am Dienstag, den
7. Juni 2011 um 14:41 · gespeichert in Absurditäten
Der österreichische Schauspieler Peter Kern in der FAZ, vor ein paar Wochen:
Seit drei Wochen probe ich in Frank Wedekinds »Lulu« den Dr. Goll, Lulus ersten Ehemann, am Burgtheater unter der Regie von Jan Bosse. Tagelang warte ich auf den Anruf des Intendanten, dass er sich freut, mich am Burgtheater begrüßen zu können; oder zumindest, dass er es nicht verhindern konnte. Selbst bei der Müllabfuhr kommt einmal der Chef vorbei. Auch ich möchte von seiner Liebe getragen werden. »Das können Sie an diesem Haus nicht erwarten«, hörte ich aus der Direktion. Ich habe mich dann mit einem Werbespot des Intendanten für Meinl-Kaffee getröstet und mir gedacht, ihr sollt euer Marketing haben. Daraufhin stand in meinem Vertrag: »Öffentlichkeitswirksame Stellungnahmen und Äußerungen zur Produktion ,Lulu’ und zum Burgtheater seitens des Vertragspartners (Peter Kern) dürfen erst nach Abstimmung mit dem Regisseur und der Direktion veröffentlicht werden.« [FAZ]
Der Fokus sollte bei diesem Zitat auf dem letzten Satz liegen, handelt es sich dabei doch um ein Vorgehen am Theater, das alles andere als unüblich ist. Marketing hat konkordiert stattzufinden - oder eben gar nicht. Und was heutzutage nicht alles Marketing ist. Spielt man beispielsweise einen Fischer in einem Stück über was auch immer und meint man in einem nicht abgesegneten Interview, XXXX-Fischstäbchen seien der größte Dreck auf Gottes Erdboden, was könnte da am Ende für wirtschaftlicher Schaden entstehen, wenn XXXX vielleicht gar Sponsor des Theaters ist. Heutzutage muss man Rücksicht nehmen. Armes Theater.