Martin Bruny am Samstag, den
31. Juli 2010 um 08:33 · gespeichert in Musical
Am 03. Februar 2011 geht die österreichische Erstaufführung des Boubil/Schönberg-Musicals “Miss Saigon” über die Bühne des Stadttheaters Klagenfurt. Die Rolle des als US-GI Chris wird Carsten Lepper übernehmen. Probenstart ist Mitte Dezember. Regie führt Matthias Davids.
Stadttheater Klagenfurt: Miss Saigon (Österreichische Erstaufführung)
Musical in zwei Akten
Zum Inhalt
Der amerikanische GI Chris verliebt sich während seiner Stationierung in Saigon in die Nachtclubtänzerin Kim. Ihre Liebesbeziehung wird jäh unterbrochen, als der Vietcong die Stadt erobert und alle amerikanischen Soldaten abgezogen werden. Zurück bleibt Kim, die einige Zeit später ihren Sohn Tam zur Welt bringt. In seiner Heimat versucht Chris, das Trauma des Krieges sowie den Verlust seiner »Miss Saigon« zu verarbeiten, indem er eine andere Frau heiratet. Als er jedoch erfährt, dass Kim ihm einen Sohn geboren hat, macht er sich mit seiner Frau Ellen auf die Suche nach Mutter und Kind. Als Kim erkennt, dass es für sie keine gemeinsame Zukunft mit ihrem ehemaligen Geliebten in Amerika geben kann, gibt es nur noch einen Ausweg. Zumindest für Tam soll sich so ihr amerikanischer Traum verwirklichen.
Musik: CLAUDE-MICHEL SCHÖNBERG
Gesangstexte: RICHARD MALTBY JR. und ALAIN BOUBLIL
Basierend auf den originalfranzösischen Gesangstexten von ALAIN BOUBLIL
Zusätzliches Material von RICHARD MALTBY JR.
Deutsche Übersetzung: HEINZ RUDOLF KUNZE
Orchestrierung: WILLIAM DAVID BROHN
Premiere 3. Februar 2011
Musikalische Leitung: Michael Brandstätter
Regie: Matthias Davids
Choreographie: Melissa King
Bühne: Hans Kudlich
Kostüme: Magali Gerberon
Lichtgestaltung: Michael Grundner
Choreinstudierung: Günter Wallner
Dramaturgie: Heiko Cullmann
Chor des Stadttheaters Klagenfurt
Kärntner Sinfonieorchester
Londoner Originalproduktion von CAMERON MACKINTOSH
Die Übertragung des Aufführungsrechtes für Österreich erfolgt in Verabredung mit Josef Weinberger Ltd im Namen von Music Theatre International und Cameron Mackintosh Ltd.;
Bühnenvertrieb für Österreich: Josef Weinberger Wien, Ges.m.b.H.
Einführungsmatinee 23. Januar 2011; Moderation Heiko Cullmann; Bühne
Martin Bruny am Dienstag, den
27. Juli 2010 um 22:14 · gespeichert in Musical, Deutschland
“Songs For A New World”, “13″, “The Last Five Years”, “Urban Cowboy”, “Parade” - das sind nun wahrlich nicht die letzten bombigen Smashhits des Broadways, und Jason Robert Brown, ihr Schöpfer, wird sich noch keinen Reichtum mit seinen Musicals verdient haben bis jetzt. Aber wenn Reichtum auch das ist, was man mit jedem Musical als “Ruf” dazugewinnt, dann hat der Musiker und Komponist schon viel geschafft.
Trotzdem, man tut JRB sicher nichts Gutes, und es ist ein wenig ärgerlich, wenn man ihn als “den” Erfolgskomponisten des Broadways verkauft, und schön langsam könnte man auch aufhören, von einem “Newcomer” zu reden.
Lassen wir einfach mal die Fakten sprechen:
- “Parade”, Musik und Texte von JRB, kann auf 39 Previews und 85 Vorstellungen (1998/1999) verweisen.
- “Urban Cowboy”, eine Show, für die JRB einige Songs geschrieben hat, leitete er am Broadway als Musikalischer Direktor, und er war als Arrangeur verantwortlich. Die Show brachte es auf 25 Previews und 60 Vorstellungen (2003).
- “13″, Musik und Texte von JRB, waren 22 Previews und 105 Vorstellungen gegönnt (2008/09).
Und das war sie, die bisherige Broadwaykarriere von Jason Robert Brown. Seine beiden Shows “Songs For A New World” und “The Last Five Years” waren ausschließlich am Off-Broadway zu sehen. Und auch da waren die Laufzeiten, sagen wir überschaubar:
- “Songs For A New World”: 11. Oktober bis 5. November 1995
- “The Last Five Years”: 3. März bis 5. Mai 2002
Was also Ralf Schaedler dazu veranlasst, auf der Website seiner Firma RE:PRESENT Jason Robert Brown wie folgt zu biographieren, wir werden es nie erfahren:
Jason Robert Brown zählt im internationalen Musiktheater-Business zu den erfolgreichsten Komponisten und Autoren. Seine Konzerte in der »Royal Albert Hall« in London sind innerhalb weniger Stunden ausverkauft - Songs wie »Stars and the Moon« gehören mittlerweile zum Standard-Repertoire eines jeden Musical-Darstellers. Der New Yorker Komponist feiert mit »Songs For A New World«, »13«, »The Last Five Years« oder »Parade« weltweit nicht nur auf dem Broadway riesengroße Erfolge. »Parade« - die Geschichte um den jüdischen Fabrikanten Leo Frank - erhielt 1999 einen Tony Award.
Kurzum: Jason Robert Brown ist der große Newcomer im modernen Musical. Fern der großen Musiktheater kennen ihn allerdings noch zu wenige.
Jason Robert Brown hat diese Schmeicheleien nicht nötig. Musicalliebhaber schätzen seine Werke, gleich, ob sie nun Hits am Broadway waren oder nicht, aber ja, es ist eine tolle Sache, dass Jason Robert Brown im September in Deutschland auftreten wird, eine Profi-Master-Class geben und sich auch für Musicalstudenten Zeit nehmen wird. Ein guter Start für “RE:PRESENT” wird es hoffentlich werden. In einem Konzert am 20. September im Hamburger Operettenhaus werden gemeinsam mit Jason Robert Brown Musicaldarsteller wie Pia Douwes und Willemijn Verkaik auf der Bühne stehen. Sicher ein Highlight des Jahres. Nähere Infos –> hier
Martin Bruny am Dienstag, den
20. Juli 2010 um 18:57 · gespeichert in Musical, Wien, Deutschland
Uwe Kröger und sein Manager Herbert Fechter gehens an. Die Konzertoffensive des Musicalsängers und seines Managers verlagert sich 2010 auch auf das Thema Weihnachten. Neben den bereits von den VBW für Wien angekündigten “Musical Christmas”-Konzerten veranstaltet, jetzt wirds scheinbar rechtlich etwas komplexer, das “Deutsche Theater in München in Kooperation mit Fechter Management” eine “Produktion der Vereinigten Bühnen Wien”, also “Musical Christmas”, am 13. Dezember 2010 auch im Freistaat Bayern.
Wundern dürfen wir uns vielleicht ein bisserl bei der Ankündigung auf der Website des Deutschen Theaters, dass der Begriff “Orchester der Vereinigten Bühnen Wien” nicht erwähnt wird, und so schön und begehrt bekannte Namen auch sein mögen bei der Tradition der musicalischen Weihnachtskonzerte der VBW, sie sind im Prinzip nichts anderes als Sternspitzer im Rahmen eines festlichen Konzerts, bei dem das Orchester die Glanzlichter setzt.
Das Konzert in München (mit oder ohne VBW-Orchester, man weiß es nicht), wird 1 Stunde und 40 Minuten dauern und eine 20-minütige Pause inkludieren. Tickets gibt es ab 29 Euro (bis 69 Euro). Neben Uwe Kröger, dessen Management als Mitveranstalter auftritt, auf der Bühne: Rasmus Borkowski, Dennis Kozeluh, Wietske van Tongeren, Carin Filipcic, Caroline Vasicek sowie ein Gesangs- und Tanzensemble.
Martin Bruny am Samstag, den
10. Juli 2010 um 18:29 · gespeichert in Musical, Wien, Event-Tipps
3. Dezember 2010
19:30
bis
21:30
Wie Caspar Richter es in seiner Abschiedsrede am Ende von “Musical Forever 2″ bereits angedeutet hat, gibt es auch 2010 wieder “Musical Christmas”, die beliebte Weihnachtskonzertserie der Vereinigten Bühnen Wien.
Es ist eine Tradition, und Traditionen soll man pflegen. 2010 auf der Bühne: Caroline Vasicek, Rasmus Borkowski, Dennis Kozeluh, Uwe Kröger, Carin Filipcic und Wietske van Tongeren. Unterstützt werden die Darsteller von einem Gesangs- und Tanzensemble
Begleitet werden die Sänger vom Orchester der Vereinigten Bühnen unter Leitung von Koen Schoots.
Termine
3. Dezember 2010, 19:30 Uhr
4. Dezember 2010, 15:00 Uhr und 19:30 Uhr
5. Dezember 2010, 18:00 Uhr
18. Dezember 2010, 15:00 Uhr und 19:30 Uhr
Tourneefassung
Graz: 8. Dezember 2010 LISTHALLE um 20:00
Klagenfurt: 9. Dezember 2010 MESSEARENA um 20:00
Kempten: 10. Dezember 2010 BIG BOX um 20:00
Innsbruck: 12. Dezember 2010 CONGRESS, Saal Tyrol um 20:00
München: 13. Dezember 2010 DEUTSCHES THEATER um 20:00
Amstetten: 15. Dezember 2010 SPORTHALLE um 20:00
Martin Bruny am Freitag, den
9. Juli 2010 um 10:32 · gespeichert in Awards
Ein Word-File, das 67 Seiten umfasst, kann man sich von der offiziellen Website der “Emmy Awards” (–> hier) downloaden, 67 Seiten voller Nominierungen für die 62. Emmy Awards, die am 29. August 2010 verliehen werden, in einem Kategoriendschungel, wo sich für jede nur denkbare kreative Leistung eine geeeignete Kategorie findet.
Interessant sind die Emmy-Awards unter anderem auch deshalb, weil man oft Namen von alten Bekannten in Bereichen des Nominierungsdschungels wiederfindet, wo man normalerweise nicht gesucht hätte. So ist beispielsweise Anna Hathaway bei den diesjährigen Emmys in der Rubrik “Outstanding Voice Over Performance” für “The Simpsons • Once Upon A Time In Springfield” im Rennen. Sie lieferte in dieser Folge die Sprechstimme von Prinzessin Penelope.
Oder nehmen wir “Glee”, jene Musical-Miniserie, die im Moment in den USA ihren großen Moment hat und deren Erfolg wohl darauf beruht, dass die Zuschauer eigentlich noch immer nicht glauben können, was sie da zu sehen bekommen. “Glee” macht all das, was man als Bestandteile von schlechten Musicals identifizieren würde, im wirklichen Leben. Posing, unglaubwürdige, lächerliche Dialoge, das “Vermusicaln” von allem, was heilig und lächerlich ist, Klischees, Pathos, getarnt als nicht wirklich brauchbare Ironie … Ein Erfolg, der einzig auf einer “Ich kanns nicht glauben, was ich seh, aber ich muss es nochmal sehen”-Einstellung beruht. Für 19 Emmys ist “Glee” nominiert. Wow, das ist natürlich ein Fressen für die Schlagzeiler des Genres. Zwei dieser 19 Awards könnten an die Hairstylisten der Serie gehen, denn in der Kategorie “Outstanding Hairstyling For A Single-Camera Series” ist “Glee” gleich zwei Mal vertreten. Weitere zwei Awards könnte es für “Outstanding Makeup For A Single-Camera Series (Non-Prosthetic)” geben, aber ja, auch in den wichtigen Kategorien ist “Glee” vertreten.
Getoppt werden diese 19 Nominierungen nur von den 24 Nominierungen, die Steven Spielbergs Miniserie “The Pacific” erhalten hat. Das AMC-Drama »Mad Men« (17 Nominierungen), die NBC-Comedy »30 Rock« (15 Nominierungen) und die ABC-Sitcom »Modern Family« (14 Nominierungen) sind die weiteren Spitzenreiter bei den Nominierten.
Wirklich interessante und relevante Nominierungen gibt es natürlich auch. So wurden Bruce Ricker und Clint Eastwood in der Kategorie “Outstanding Children’s Nonfiction Program” für die Dokumentation “Johnny Mercer: The Dream’s On Me” nominiert, eine hervorragend erabeitete Doku über das Leben und das Schaffen von Johnny Mercer.
Martin Bruny am Montag, den
5. Juli 2010 um 22:23 · gespeichert in Musical, Wien
Als am 27. Juni 2010 nach einem rund zweistündigen Musicalkonzert des Orchesters der Vereinigten Bühnen Wien unter seinem Dirigenten Caspar Richter und mit den Stars des Unternehmens alles gesungen und gespielt und auch schon vieles gesagt war, betrat Kathrin Zechner die Bühne, die Intendantin der VBW, und richtete das Wort an ihren Angestellten und das Publikum:
Kathrin Zechner: “Es ist dein Abschied Caspar, es ist dein Abend. Ich bedanke mich trotzdem vorher einmal beim wunderbaren Orchester, es kann nicht oft genug gesagt werden. Ich bedanke mich bei Jerome und ich bedanke mich bei den wunderbaren Künstlern, die diesen Abend mit uns gestaltet haben. Danke euch.
Über den Caspar ist heute schon so viel gesagt worden, das Konzert spricht eigentlich seine Sprache, also ich werde mich kurz halten. Caspar, als ein Lübecker auf eine Steirerin traf, das war nicht einfach. Ich gebs ehrlich zu, aber für mich ist das Schlussresümee: Du bist wie Lübecker Marzipan - eigen im Geschmack, aber großartig. Caspar Richter ist wirklich eine herausragende Persönlichkeit, mit der es sich trefflich streiten lässt. Wir haben uns unseren Respekt voreinander hart erarbeitet, aber auch fröhlich erlacht, wir hatten auch viel Spaß. Sie haben ja heute bei “Conga” und anderen Momenten erlebt: Der Mann hat auch Humor, was mir bei Norddeutchen eher fremd war. Er hat Humor, er hat definitiv Humor, und das hat die Reise mit diesem strengen, kämpferischen, leidenschaftlichen Mann sehr viel leichter gemacht, und ich neige mein Haupt vor dir, Caspar.
Caspar ist, wie wir schon gehört haben, aus Lübeck über Berlin nach Wien gekommen, und er hat sieben großartige Aufgaben, Eigenschaften, die ich ihnen nochmal darbringen möchte: Er hat dieses Orchester geformt, er ist also unser Orchester-Vater.”
Caspar Richter: “Erzieher!”
Kathrin Zechner: “Erzieher. Erzieher, sigst, so hots immer angfangn: I sog es is da Vota, des is mit Herz und Ding. Er sagt: “Erzieher!” Das wäre erst Punkt zwei bei mir. Er hat das Orchester ständig trainiert und herausgefordert, das heißt, die, die schon lange dabei waren, hat er trainiert, erzogen, und die, die neu dazukamen, ebenso. Er ist ein großer Förderer des Orchesters und der Mitglieder des Orchesters gewesen. Und wirds auch noch bleiben. Er hat als Musikalischer Leiter unendlich viele Premieren gemacht, bei mir fast alle, fast alle, möcht ich sagen. Er war einfach von Anfang an, so sehr wir uns zusammenraufen mussten, und es auch getan haben, die Nummer 1, und wir haben alle unseren großen Premieren gemacht. Nicht nur die “Rebecca” zum Beispiel, auch “Romeo und Julia”. Er hat eine Bandbreite gezeigt, die, glaube ich, auch eine Befruchtung war von ihm aus der Klassik, aber auch von diesen großartigen Musikern, die nicht nur Klassik mit sich bringen, sondern auch Pop, Rock und Jazz, also ich glaub, das war auch ein gegenseitiges Befruchten und Zusammenraufen, und so haben wir wunderschöne Premieren miteinander erlebt. Er ist aber auch, man glaubt es kaum, Diplomat. Diplomat zwischen nicht immer einfachen Sängern, nicht immer einfachen Musikanten, nicht immer einfachen Intendanten, nicht immer einfachen Regisseuren, nicht immer einfachen Sounddesignern. Er musste das ja alles zusammenführen. Und dafür schaust du eigentlich heute ganz fit aus. Er hat, wie du selber schon gesagt hat, mit mir gemeinsam viele wunderschöne Konzerte von Bernstein, über Christmas, über Jubiläumskonzerte, Donauinselfest gestaltet. Das war uns beiden gemeinsam wichtig, dass wir eben nicht nur die klassischen Musicals herausbringen, sondern auch viel mit dem Orchester auf die Beine stellen, eben unsere Konzertreihe, die wir nicht mehr missen können. Und, er ist reiselustig. Er hat viele Gastspiele gemacht, auch mit mir, ob es Japan war oder Italien, wir haben wunderbare Gastspiele gemacht.”
Caspar Richter: “In Peking waren wir 2000 und waren die Ersten, die in Peking Musicalkonzerte gemacht haben. Das war schon toll.”
Kathrin Zechner: “Ich hab die Chinesen kennengelernt, die sind nicht einfach. Also auch die hast du verzaubert. Wunderbar, Und, was für uns alle besonders wichtig ist, er hat immer auch die jungen Künstler gefördert, ob das im Orchester war oder [zu Thomas Borchert] … Thomas, du warst auch mal jung?… Also er hat junge Künstler, viele davon, wenn ich die Marjan anschau oder den Lukas, die Carin etc., er ganz viele tolle, großartige Leute, die jetzt unter den V.I.P.s unseres Sängerensembles hier stehen, gefördert, und was mich *nicht* überrascht hat, er geht in Pension, und hat nicht nur uns gesagt, dass er uns zur Verfügung steht weiterhin, sondern macht gleich wieder einen Sprung, nach Brünn als Generalmusikdirekter der Oper in Brünn, das heißt, du machst zwei Wochen Urlaub und gibst gleich wieder Gas, und wir werden mit diesem Konzert, das hat das Orchester auch mitgetragen, Caspar nach Brünn begleiten und dieses Konzert, das sie hier gesehen haben, in Brünn aufführen, damit wir die Ära Caspar Richter in Brünn würdig einläuten.”
Thomas Drozda betrat daraufhin die Bühne, sprach drei komma fünf oder ein wenig mehr Sätze und überreichte Caspar Richter den Ehrenring des Theaters an der Wien, von einem Vertreter des Orchesters wurde Caspar Richter zum Ehrendirigenten des Orchesters der VBW ernannt, Kathrin Zechner schließlich überreichte Richter einen Dirigentenstab der VBW. Damit war die Ära Caspar Richter (nicht ganz, aber doch) zu Ende.
Diesen Schlussworten und den Überreichungszeremonien vorangegangen war eine Rede Caspar Richters an sein Publikum, aber auch an das Unternehmen VBW, die Musiker des Orchesters der VBW und an alle Kollegen. Sie enthält ein paar sehr bemerkenswerte Schlussworte an das “jetzige Team der Vereinigten Bühnen Wien”, ein abschließendes Statement, das durchaus interpretierbar wäre, aber das soll jeder für sich entscheiden:
Caspar Richter: “So, jetzt ist es aber an mir, ein paar Worte zu sagen, mit fällt es ein bissl schwer langsam, in mir rumort es ganz schön, ich konnte schon seit drei, vier Nächten fast überhaupt nicht schlafen, weil es mir immer bewusster wird, dass es zwar heute noch nicht zu Ende ist, aber am nächsten Wochenende, da dirigiere ich noch zwei Mal “Tanz der Vamopire” und dann verabschiede ich mich von den Vereinigten Bühnen Wien. Und das ist nicht nur ein Abschied von den Vereingten Bühnen, sondern von Wien überhaupt.
Ich bin 1982 nach Wien gekommen, damals von Berlin aus, auf Wunsch meines Lehrers und Mentors Lorin Maazel, der damals
Staatsoperndirektor wurde. Er hat mich nach Wien mitgenommen. Ich habe an der Staatsoper gearbeitet und danach hat mich sofort die Volkoper gekrallt, da war ich dann auch noch engagiert. Ich war Orchesterchef der Volksoper und Dirigent der Staatsoper. Irgendwann hab ich dann mal meinen Vertrag richtig gelesen, und da war noch eine dritte Aufgabe, die ich überhaupt nie wahrgenommen habe. Ich hab sie auch gar nicht geglaubt. Ich war Musikalischer Berater des Burgtheaters. Ja, fragen Sie mich nicht, ich habe nie einen Schritt in dieses Theater gesetzt. Kurz bevor Herr Peymann kam, hab ich dann einfach mal in der Direktion angerufen und gefagt, was ich zu tun hätte. Da hat mir damals Herr Benning gesagt: “Wissen Sie, Herr Richter, vergessen sie das Ganze. Morgen kommt der Herr Peymann, der hat eh was ganz anderes vor.” Jedenfalls, ich hab einmal telefoniert, das muss ich sagen, aber, wie gesagt, das war eine sehr schöne Aufgabe … [Gelächter im Publikum] … also nicht das.
Der Herr Fröhlich hat ja schon vorhin erzählt, wie ich zufällig zum Musical kam, aber im Leben gibt es keine Zufälle. Dann war ich bei Professor Weck Musikalischer Leiter von diesem wunderbaren Orchester, vor dem ich mich jetzt mal wirklich verneigen möchte.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch bei anderen Menschen bedanken, die mir sehr wertvoll sind. Es wird nicht so lange dauern, obwohl ich eine ganze Liste hätte. Erstmal hab ich damals angefangen mit zwei wunderbaren Kollegen, die auch heute hier im Saal sind, das ist der Herr Manz und Walter Lochmann. Ich glaube, auf dem Musicalsektor sind wir das längstgediente oder Dienst habende oder hattende Terzett, das es jemals gab. Immerhin, wir haben also auch fast 20 Jahre zusammen gearbeitet, ich bin der letzte, der hier noch übriggeblieben ist. Dann möcht ich mich sehr bedanken bei unseren drei Intendanten, die ich erleben durfte. Professor Weck habe ich schon erwähnt. Rudi Klausnitzer, mit dem ich auch so manche Sachen durchgefochten habe, aber wir haben sehr viele schöne Sachen auf die Beine gestellt, und natürlich Kathi Zechner. Frau Zechner hat mit vor allem die Möglichkeit gegeben, auch die Konzerttätgkeit zu intensivieren, und wir haben sehr schöne Sachen gemacht, was dem Orchester auch zugute kam, sich als Orchester zu verstehen. Zu diesem Zweck bin ich ja auch damals angetreten und habe gesagt: “Wenn ich das mache, dann möchte ich aus diesem Musicalorchester die Philharmoniker des Musicals machen.” Und ich glaube, das ist uns auch gelungen.
Bedanken möchte ich mich auch vor allem bei unserem damaligen, also letzten Generaldirektor Häußler, der mir sehr viel beigestanden hat, der mir sehr viel ermöglicht hat und dem ich sehr verbunden bin, und ich wünsche dem jetzigen Team der Vereinigten Bühnen sehr viel Erfolg und sehr viel Glück, und besinnen Sie sich auch auf die Werte, die wir selber in uns haben, nämlich unsere Kreativität, aber das tun Sie sowieso. Wir brauchen einfach wieder richtige Kreationen von uns heraus, und ich weiß, dass das kommt. Und da wünsche ich Ihnen sehr viel Glück. Das ist unsere Einmaligkeit gegenüber allen anderen Häusern auf der ganzen Welt, das hat Wien immer ausgezeichnet, und das bleibt auch so und davon bin ich auch fest überzeugt. Und wenn ich irgendwie helfen kann, steh ich zur Seite.
Nicht vergessen möchte ich auch die vielen vielen wunderbaren Sänger, Solisten, Ensemblemitglieder und Tänzer, also wenn ich das jetzt alles aufzähle, bin ich bis morgen früh hier, aber das waren wirkich tolle Erlebnisse. Und diese Zeiten, und es waren wirklich 23 Jahre, mit einer kleinen Pause, aber ich war schnell wieder da, war für mich die größte Zeit, die längste Zeit, die ich je in einem Theater verbracht habe. 23 Jahre ist ja wirklich eine ganze Generation praktisch. Das wird auf ewig in mir bleiben. Das wird ein ganz ganz wichtiger, wenn nicht bis jetzt sogar der wichtigste Punkt, der wichtigste Eindruck und die wichtigste Zeit in meinem Leben bleiben und sein und ich werd es auch nie vergessen.
Weiterhin möchte ich mich noch bei meiner Familie bedanken, die immer sehr viel Geduld mit mir hatte mit meinen blöden Ideen, und ich muss mich auch bei diesem wunderbaren Orchester … Ich hatte auch ein paar Zeiten, wo ich nicht so nett war, wo wir uns ein bisschen gestritten haben, aber das kommt in einer guten Ehe immer vor und wir vertragen uns ja heute, wie man sieht, ja doch glänzend, und das Ergebnis is das wichtigte. Was bei mir immer das wichtigste war, war die Qualität, nie das Persönliche, davon war ich überzeugt. Ich weiß auch, dass mein Nachfolger, Koen Schoots, das wunderbar führen wird, er ist aus dem selben Holz geschnitzt wie ich und ich wünsche ihm sehr viel Glück damit. Er hat ein wunderbares Orchester. Er wird es weiterführen und wird es weiter erweitern, und ich glaube, das wird eine tolle Sache. Ich wünsche Ihnen alles Gute!
Ein letztes Werk gibt es noch, das hat jetzt mit dem Musical gar nix zu tun, es hat eher mit den Weihnachtskonzerten zu tun, an denen ich sehr gehangen habe, und die auch Gott sei Dank, wie ich gehört habe, weitergeführt werden. Da freu ich mich sehr drauf, wenn ichs dann mal hören kann … nämlich ein Song aus einem Film. Dieser Film ist einer meiner Lieblingsfilme, handelt von einem Dirigenten. “Wie im Himmel”, ein schwedischer Film. Da gibt es einen wunderbaren Song, der heißt “Gabriella’s Song”. Der Text am Ende des Liedes betrifft mich sehr: “With my Joy of living, I am who I am, see me strong and see me free […] and my life belongs to me. […] I shall feel that I have lived my life!”
Selbstverständlich gibt es auch über das musikalische Programm jenes Abends viel zu sagen - ein Programm, das zwischen Genie und Wahnsinn, Posing und Ekstase, Pannen und Berührendem pendelte. Mehr dazu demnächst.
Martin Bruny am Sonntag, den
4. Juli 2010 um 23:37 · gespeichert in Netz, Musical
Georgia Stitt hat es geschafft. Wer immer auf die Idee kommt, illegal Noten der Werke der Komponistin downloaden zu wollen, wird es schwer haben. Nicht, weil sie so unbekannt oder unbeliebt ist, nein, sie hat viel Mühe und Zeit investiert, um illegales Downloaden ihrer Werke zu unterbinden. Nun muss man wissen, dass es in den USA und weltweit Dutzende, wenn nicht Hunderte Netzwerke, Foren und Groups gibt, die sich darauf spezialisiert haben, Noten von bekannten Werken zum “Tausch” bereitzustellen. Um diesen Missstand zu beenden, wurde Geogia Stitt zur wahren Guerillakämpferin in Sachen Copyright. In jedes Forum, dessen sie gewahr wurde, loggte sie sich ein und schrieb jeden einzelnen User persönlich per Mail an mit der Aufforderung, sämtliche Tauschaktivitäten zu unterlassen. Das mag sich aufwendig anhören, und das ist es auch, doch letztlich, und davon berichtet sie oft und gerne (zum Beispiel –> hier), hat es sich gelohnt, aus moralischer, aber auch in finanzieller Hinsicht.
Georga Stitt nun ist mit einem Mann verheiratet, der sich dieses Verhalten seiner Frau einige Zeit lang angesehen hat und dann beschloss, ihre Strategie zu übernehmen. Jason Robert Brown, Komponist von Musicals wie “Songs For A New World”, “Parade” oder “The Last Five Years”, loggte sich, gesagt getan, eines Tages in eines der beliebtesten jener Tauschforen ein, gab im Suchfeld der Site seinen Namen ein - und staunte nicht schlecht, als er über 4000 Treffer als Ergebnis zurückbekam. 4000 User suchten und tauschten Noten seiner Werke. Demjenigen User, der im Ergebnisfeld ganz oben stand, der also erst kürzlich einen Tauschhandel abschließen wollte, schrieb er die folgende Mail:
Hey there! Can I get you to stop trading my stuff? It’s totally not cool with me. Write me if you have any questions, I’m happy to talk to you about this. jason@jasonrobertbrown.com
Thanks,
J.
Und er ließ es nicht bei der einen Mail bewenden, sukzessive arbeitete er sich durch das Forum und schrieb User für User an. Manche reagierten verdutzt, entschuldigten sich, manche gingen in die Offensive, wie ein Teenager, der justament nicht einsehen wollte, dass ausgerechnet Jason Robert Brown nun in ihrem Lieblingsforum fast alle User davon abgebracht hatte, seine Werke zu tauschen. Brenna, ihr Name, schrieb an Jason Robert Brown:
Alright, “Mr. Brown” I have a problem and that problem is your fault. I need the sheet music to “I’d Give It All For You” but thanks to your little stunt, I can’t get it. And I cannot just go to the store and buy it. My parents don’t support my theatre all that much and they won’t buy it for me. And I need it pronto. If you’re actually Jason Robert Brown, what can you do to help me with my situation?
Und da wollen wir uns nun ausklinken mit den Zitaten, denn der Komponist hat die gesamte Korrespondenz zwischen ihm und Brenna online gestellt, auf seiner Website, und das, das ist wirklich lesenswert. (zum Artikel gehts –> hier)
Martin Bruny am Samstag, den
3. Juli 2010 um 19:54 · gespeichert in Musical, Wien, Event-Tipps
26. Juli 2010
19:30
bis
21:30
Am 26., 27. und 28. Juli 2010 (Beginn 19:30 Uhr) gastieren die Vienna Swing Sisters & The Moods mit Markus Richter im Wiener Theater am Spittelberg. Zu sehen ist die Erfolgsrevue “Rum and Coca Cola! - A Tribute to The Andrew Sisters”.
Inhalt:
Das Hütchen mit dem schwarzen Netzschleier keck in die Stirn gedrückt, schicke Bluse und engen Rock zurechtgerückt: Lisa Jakob, Stephanie Lang und Susanne Fanny Rader schlüpfen nicht nur optisch in die Rollen der temperamentvollen LaVerne, Maxene und Patty Andrews. Mit dem authentischen Sound der 1940er, begleitet von ihrer Band »The Moods« und »Bing Crosby« Markus Richter, beschwören sie die »Golden Era of Swing« herauf. Wer sie so einmal erlebt hat, stimmt gern mit ein: »Bei mir bist du schön …«
Cast
Lisa Jakob, Stephanie Lang, Susanne Fanny Rader und Markus Richter
Leading Team/Band
Herbert Swoboda: Piano
Martin Treml: Bass
Herwig Wagner: Drums
Wolfgang Lesky: Texte und Szenen
Markus Richter: Musikalische Gesamtleitung
Martin Bruny am Freitag, den
2. Juli 2010 um 21:54 · gespeichert in Musical, Theater, Pop
Marsala Rypka: What five people would you invite to dinner?
Barry Manilow: I’d invite Jesus and ask him if he really existed. I believe that during that time, there were probably many people named Jesus and they all had the same kind of ideas of one God, being kind to people, and forgiveness — everything our current Jesus is supposed to have spoken about. I would ask if he really walked on water and returned from the dead, if there really was an Immaculate Conception, and all the rest that people believe today in order to stop everyone from killing one another (which we do anyway).
I’d invite Hitler and ask why he hated me and my family and all of the Jewish people. Why did he do what he did? And then after dinner, I’d kill him.
And I’d invite my musical heroes like Judy Garland. Judy was the world’s greatest entertainer. I’ve always loved singers who also act. Judy was that, so was Sinatra. The greats crawl into the lyrics they’re singing. When I started, I had to do that. I wasn’t a real singer and I didn’t know shit about performing. My strength isn’t my voice or my looks; it’s that I communicate the story of the song to the audience.
I’d invite Harold Arlen, who wrote over 500 songs including the 1938 classic «Over the Rainbowâ€, and George Gershwin. They were the greatest composers of the 20th century.
I’d also invite Laura Nyro, one of pop music’s most innovative songwriters.
I’d like to spend an evening with all of them. I’d want them to talk about their experiences, their beliefs, who they were inspired by and share some funny anecdotes. I’d pick songs and ask how they came about, what made them think of that melody, or how were they able to strip away all their walls and be so honest on stage. Oh, I’d kill for a dinner like that. [Luxury Las Vegas Magazine]