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Archiv - Castingshows

MTV sucht Stars, “American Idol” beendet Auditions, Clay Aiken macht nochmal Sir Robin

MTV sucht Stars
“Starmaker” ist der Titel eines neuen Castingshowformats, das der Fernsehsender MTV im Winter 2008/09 auf Sendung schicken wird. Sean “Diddy” Combs (auch bekannt als Diddy, P. Diddy, Puff Daddy oder Puffy, früher auch Bad Boy) wird persönlich die Auditions im Musicians Institute (MI) in Hollywood abhalten. Zu gewinnen gibt es einen Plattenvertrag mit Bad Boy Records. Zugelassen sind alle nur denkbaren Musikgenres.

“American Idol” beendet Auditions für nächste Staffel
Mittlerweile finden in Meadowlands, außerhalb New Yorks gelegen, diese Woche die letzten Auditions für die nächste Staffel von “American Idol” statt. 3000 potentielle Kandidaten stellten sich ab 7 Uhr früh an, um der Jury vorzusingen. Der Start der neuen Staffel ist für Januar 2009 angesetzt.

Clay Aiken macht nochmal Sir Robin
Ab 19. September 2008 gibt “American Idol”-Fastgewinner Clay Aiken eine Zugabe als Sir Robin in der Broadwayfassung von Monty Python’s “Spamalot”. Vier Monate wird er auf der Bühne stehen, am 4. Januar 2009 ist dann Schluss (vorerst).

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SOS-musikland.at - Mehr Musik aus Österreich im Rundfunk

Die Situation in Österreich ist folgende. Entweder man wird als “Pop-Künstler” auf Ö3 gespielt, dann hat man Chancen, vom frischproduzierten Tonträger halbwegs relevante Mengen absetzen zu können, einigermaßen bekannt und schließlich von Ö3 “unabhängig” zu werden - oder man wird nicht gespielt, und dann wars das für die meisten auch schon wieder.

Österreich hat zwar Privatsender, verglichen aber mit der Reichweite von Ö3 sind das Peanuts. Neben dem Rundfunk gibt es natürlich das Fernsehen, aber hier stehen die Chancen für Newcomer, ihre Songs vorstellen zu können, ohne zuerst einmal nackt um den Stephansdom laufen zu müssen, schlecht. Es gibt keine Popsendungen, es gibt nur mehr Castingshows. Und auch eine Castingshow zu gewinnen, bedeutet nicht, dass man im ORF gespielt wird. Bestes Beispiel dafür: Vincent Bueno, dessen erste Single “Sex Appeal” im ORF wohl auf einer Liste des Unspielbaren gelandet ist.

Beim Radiosender Ö3 entscheidet seit einigen Jahren eine Art “internes Gremium” darüber, was gespielt wird oder nicht. Es reicht schon lange nicht, Ö3 einfach zu bemustern, oft ist Lobbying notwendig, um seinen Schützling auf die Playlist zu bekommen. Es gibt Leute, die in diesem Zusammenhang auch schon mal das Wort “beknien” verwenden, auch wenn selbiges nichts nützt. Und die Chancen von Plattenfirmen, bereits produziertes österreichisches Material auf Sendung zu bekommen, sinken von Jahr zu Jahr. Einerseits entdeckt Ö3 gerne neue internationale Talente, andererseits entdeckt es auch gerne nationale Talente, die dann auch schon mal ohne Plattenvertag nonstop so lange laufen, dass man sie nicht mehr hören kann. Nonstop ist das Credo von Ö3. Wenn man am Morgen vom “Ö3-Wecker” geweckt wird und wochenlang, ohne Übertreibung, innerhalb von 60 Minuten mindestens zwei Mal dieselbe Chartsschnulze made in USA hört, fragt man sich, wer sich hier keine Gedanken gemacht hat.

1990 betrug der Gesamtanteil von Musik aus Österreich im ORF-Radio 27 Prozent. Bis 2007 sank dieser Prozentanteil auf 16,4 Prozent. Rechnet man Signations, Werbung und Hintergrundmusik heraus, sind es heute nur mehr 14,5 Prozent.

Nein, es geht nicht darum, mehr Österreicher hören zu wollen, egal, wie gut oder schlecht sie sind, es geht darum, dass Talente die Chance bekommen, im Radio gespielt zu werden. Mehr Musik aus Österreich im Rundfunk ist auch die Devise einer neu geschaffenen Plattform, die vom Kultur-Channel unterstützt wird. Jeder kann mitmachen!

Link
SOS-musikland.at

ORF setzt weiter auf Castingshows - Starmania 4 ab Oktober auf Sendung

Ab 17. Oktober 2008 geht die 4. Staffel der ORF-Castingshow “Starmania” auf Sendung. ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz dazu:

Die Neuauflage von Starmania ist nicht nur das Zurückgreifen auf ein bewährtes Format, sondern logische Konsequenz der vorangegangenen Ausgaben. Alle “Starmania”-Staffeln waren höchst erfolgreich und alle haben den Österreichischen Musikmarkt belebt. Die Zeit ist reif, ein blutaufgefrischtes “Starmania” mit neuen Talenten zu präsentieren.

Zu sehen ist Starmania 4 im ORF1-Hauptabendprogramm, produziert werden 14 Folgen.

Legally Blonde: TV-Casting pusht Broadway-Show

Legally Blonde (musical)Image via WikipediaTV-Castingshows für Musicals können, wenn man sie halbwegs gescheit aufzieht, durchaus positive Nebenwirkungen auf Musicals haben. Ein Beispiel dafür ist das MTV-Format “Legally Blonde The Musical: The Search for Elle Woods”, das seit 2. Juni 2008 in den USA ausgestrahlt wird.

Mittlerweile konnte Ghostlight Records von der Cast-CD 100.000 Exemplare absetzen, auch die Broadway-Show profitiert vom TV-Casting: Lag die Auslastung am 1. Juni noch bei 58,2 Prozent, kletterte sie bis 15. Juni auf 73,8 Prozent.

Zemanta Pixie

“Celebrity Rehab” - Reality-Wahnsinn mit “Jekyll & Hyde”-Darsteller Sebastian Bach

Am 10. Januar 2008 startete der amerikanische Sender VH1 die nächste Stufe mitten im Reality-Wahnsinn: “Celebrity Rehab with Dr. Drew”. Prominente werden dabei beobachtet, wie sie ihre Suchtkrankheiten bekennen und behandeln lassen. Fast könnte man von einem Castingshow-Spin-off sprechen, war doch bei der ersten Staffel dieser Show Jessica Sierra dabei, Teilnehmerin der vierten Staffel der US-Castingshow “American Idol”. Weiters ließen sich behandeln: der Schauspieler Daniel Baldwin, Model/Schauspielerin Brigitte Nielsen, der ehemalige Kinderstar Jeff Conway u. a. m.

Mittlerweile ist die zweite Staffel von “Celebrity Rehab” in Planung. Voraussichtlich mit dabei: Aaron Carter (Bruder des Backstreet-Boys-Sängers Nick Carter), Heidi Fleiss und Sebastian Bach, Leadsänger von Skid Row und ehemaliger “Jekyll & Hyde”-Darsteller in der Broadway-Produktion des Frank-Wildhorn-Musicals.

Reality-Check: Castingshow versus Audition

Seit dem Aufkommen der Musical-Reality-Shows, wie man die durch die Bank im deutschsprachigen Raum fehlgeschlagenen Versuche, Musical-Castingshows im TV zu veranstalten, bezeichnet, stellt sich eine Frage: Wie sehr unterscheiden sich TV-Castingshows von realen Auditions? Immer wieder wird davon gesprochen, wie arm die Kandidaten im Fernsehen sind, was sie sich nicht alles anhören müssen, man erzählt von Stand-by-Psychiatern, die zur mentalen Erstversorgung mit gesprächstherapeutischen Defibrillatoren bereitstehen. Die Showjuroren werden gegeißelt, wenn sie ihrerseits mal wieder einen der Kandidaten medial durchgewurschtet haben. Aber mal ehrlich? Ist diese geschützte Pseudocasting-Werkstätte tatsächlich vergleichbar mit der Realität, mit dem, was ausgebildete Darsteller Audition für Audition erleben? Werfen wir doch mal ein paar Seitenblicke auf den Audition-Alltag aus dem Blickwinkel einiger Darsteller.

Stellen Sie sich vor, Sie sind ausgebildeter Musicaldarsteller, haben an einer renommierten Musicalschule ihren Abschluss gemacht, können auf Hauptrollen-Engagements in großen Musicals verweisen und finden sich plötzlich bei einer Audition mit folgendem Statement konfrontiert: “Bitte bewerben Sie sich nie wieder bei uns.” Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in dieser Branche und ein Großmogul des Business setzt Sie auf seine berühmt-berüchtigte schwarze Liste. Es bleiben Ihnen natürlich diverse Möglichkeiten: Kleinproduktionen und das Auswandern beispielsweise. Eines ist klar: Castingshows im Fernsehen sind Pipifax verglichen mit dem, was Musicaldarsteller in ihrem Beruf tagtäglich erleben.

Wir alle kennen die klassische Audition-Situation. Eine schöne Bühne, ein Klavier, ein Korrepetitor, Licht und das Leading Team im Theatersaal. Man hat ein Lied vorbereitet, eventuell mehrere. Am Ende der Audition ein knappes “Danke. Wir melden uns bei Ihnen.” - eine klassische Situation bei einer realen Audition, in etwa Standard (mit ein paar schmückenden Beiwörtern) bei Fernsehcastingshows, es sei denn Scherzkandidaten singen vor, aber die sind an dieser Stelle nicht mehr erwähnenswert.

Die Realität kann aber auch folgendermaßen aussehen: ein relativ kleiner, stickiger Raum, keine Bühne, ein Leading Team von 25 Leuten, von denen die meisten nichts unmittelbar mit der Auswahl zu tun haben. Grelles, unvorteilhaftes Licht. Sie beginnen mit ihrem Song - und 5 der 25 Zuhörenden stehen auf, verlassen den Raum, demonstrieren damit, dass sie nicht wirklich Interesse an Ihrer Audition haben.

Oder folgende Situation: Sie singen für eine Hauptrolle vor, haben einen beeindruckenden Lebenslauf, können auf erfolgreiche Shows mit den Produzenten, für die Sie gerade vorsingen, verweisen, hören aber vom Regisseur: “Na schaun wir mal, ob Sie auch wirklich etwas können oder nur ein schönes Gesicht haben.” Wozu dann überhaupt ein Lebenslauf, wenn ihn ohnedies niemand ernst nimmt. Eine der Erfahrungen, die man als Darsteller macht: Man hat nicht unbedingt Vorteile, wenn man mehr gemacht hat. Man reiht sich stets mit den Anfängern ein. Wo ist die Steigerungsmöglichkeit? In einem normalen Beruf sieht man bei der Bewerbung auch auf das bisher Erreichte und stellt dann fest: qualifiziert oder nicht qualifiziert. Sich einen “Namen” machen, das wäre eine Möglichkeit. Aber im Musicalbusiness ist das nicht leicht. Die Anzahl der Leute, die sich einen “Namen” gemacht haben, wird, nicht ohne Grund, oft auf eine einzige Person eingeschränkt. Da haben es die Kandidaten bei Castingshows besser: Mit ihnen fiebert ein Gutteil der Nation mit, sie haben die Chance, von Null zum “Star” zu werden - für eine gewisse Zeit.

Wenn Sie es schon als Bewerber für eine Hauptrolle nicht ganz einfach haben, kann es Sie noch schlimmer erwischen, nämlich dann, wenn Sie als Tänzer für eine Ensemblerolle vorsingen. Sie haben 16 Takte, um ihr Gesangstalent zu demonstrieren. Das ist doch genau der richtige Zeitpunkt für eine Pinkelpause, meinen da einige Leute aus dem Leading Team. Also ehrlich, Tänzer muss man sich doch nun nicht anhören.

Auch was die Songauswahl betrifft, sollte man sich nichts vormachen. Wundern Sie sich nicht, wenn man zu lachen beginnt, wenn Sie einen Song vom „falschen“, gerade nicht genehmen Komponisten anstimmen, seien Sie froh, wenn nicht gleich alle den Raum verlassen.

Es gibt Auditions, da ist man sicher, wirklich voll im Rennen zu sein. Zur Vorbereitung bekommt man einen ganzen Packen an Material, man studiert die Songs ein, meint sich laut offizieller Ausschreibung als der richtge Typ für die Rolle, doch plötzlich, vor Beginn des Auswahlprozesses, gibt es neue Noten, und zwar für 20 Leute exakt nur 10 Kopien. Selbstverständlich unterstützt man sich gegenseitig, wundert sich aber doch ein wenig über die mangelnde Professionalität. So hockt man sich mit den Konkurrenten zusammen und bemerkt … dass plötzlich völlig andere stimmliche Voraussetzungen gefragt sind. Da steht doch tatsächlich ein hohes D in den Noten. Im bisher zur Verfügung gestellten Material und laut Ausschreibung war die höchste Stelle ein hohes A. Blöde Sache, denkt man sich: “Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich gar nicht erst hergekommen.” Andere haben freilich größeres Pech. Sie sind von weit her auf ihre Kosten eigens angeflogen. Doch nicht genug damit: Beim Callback befindet man sich in “bester” Gesellschaft, im wahrsten Sinne des Wortes. So gut wie alle Darsteller, die in den letzten beiden Jahren im gesamten deutschsprachigen Raum Hauptrollen gespielt haben, egal welcher Art, sind anwesend - und singen für dieselbe Rolle vor: von Stimme, Aussehen, Statur und Alter VÖLLIG unterschiedlich - klein, groß, dick, dünn, blond, schwarz. Bei 6 aus 45 sind die Chancen auf den Jackpot fast größer. Als Darsteller fühlt man sich so, als würde man in einem Zirkus vorgeführt werden, andererseits drängt sich die Frage auf, ob da das Leading Team denn überhaupt die Hausaufgaben gemacht hat, die notwendig gewesen wären, um eine passende Auswahl durchführen zu können, ohne Leuten abzusagen, die ohnedies nie ins Konzept gepasst hätten. Als Darsteller gibt man sich immerhin auch viel Mühe, sich entsprechend den Rollenbeschreibungen vorzubereiten. Nicht immer freilich klingt das, worauf man sich einzustellen hat, logisch: Da gibt es immer öfter so wunderbare Angaben wie: “Spielalter: 20″. Was heißt das? Oder “Spielalter: 21″. Was soll man sich darunter vorstellen. Man spielt nicht 19, 20, nicht 22, nein 21?

Es kann nicht ärger kommen? Aber sicher doch. Stellen Sie sich vor, Sie haben tatsächlich Glück und bei einer vier Tage dauernden Audition sind Sie jeden Tag einer der Favoriten. Von Mitgliedern des Leading Teams bekommen Sie nach Ihrem Vorsingen bei gemeinsamen Zigarettenpausen im Beisein auch ihrer Mitkonkurrentinnen das beste Feedback. Großartig sind Sie, wirklich toll. Ihre Kollegin neben ihnen verfällt gerade, bricht in Tränen aus. Auch sie hat doch gerade vorgesungen. — Richtig, eigentlich stehen alle da, weil sie den Job wollen, ihre Miete zahlen müssen. Zeugt es da von einer besonders professionellen Einstellung, wenn sich Mitglieder des Leading Teams mit Darstellern verbrüdern? Ist es nicht vielmehr so, dass Leading Team und Kandidaten sich nicht mischen sollten, dass ein knappes “Danke, Sie hören von uns” zwar hart, aber fair ist. Wer schützt junge Darsteller vor falschen Komplimenteverteilern? Wer schützt sie dann am Ende, wenn aus einem anfänglichen “Alle in diesem Raum wollen, dass du die Rolle bekommst” doch nur ein “Wir sind uns alle einig geworden, dass du es nicht bist” wird - mit einer Begründung, die so ausfallen könnte: “Die Stimme passt doch nicht.” 4 Tage lang Topfavorit, dann passt die Stimme doch nicht? Im Land der unmöglichen Möglichkeiten sind Darsteller vor solchen Zuständen geschützter, da wäre eine solche Vorgehensweise unter Umständen sogar klagbar. Mündliche Zusagen werden dort nicht leichtfertig gemacht. Es geht nicht etwa darum, “künstlerische Entscheidungen” anzuzweifeln, es geht um eine gewisse Fairness. Wenn man ganz offensichtlich jemand gefunden hat, der in den Raum gekommen ist und - wow - wieso bestellt man dann alle anderen noch zu weiteren Vorsingen, schürt Hoffnungen, bietet dann Absagen, die menschlich gesehen untragbar sind wie “Die Stimme passt nicht”, wo doch das Leading Team eben noch der Meinung war, es sei so toll gewesen. Wieso kein Feedback, das man verstehen kann, das dabei hilft, es beim nächsten Mal besser zu machen, oder wenn es schon nicht dazu gedacht ist, zu helfen, dann doch Feedback, das nicht die künstlerische Qualität des Vorsingenden grundsätzlich in Frage stellt.

Andererseits, diejenigen, die eine Absage bekommen, können ja noch froh sein, denn die Fälle mehren sich, da Künstler nicht mal das bekommen. Sie gehen zu einer Audition und hören nie wieder etwas von der Produktion. Leute mit Galgenhumor laufen dann schon mal rum und erzählen, wie toll das doch sei, man müsse wohl nach wie vor im Rennen sein, denn Absage, nein, eine Absage habe man ja nie erhalten.

Manchmal wird Darstellern ganz klar der Eindruck vermittelt, dass Auditions zu Fließbandgeschichten werden. Bei Callbacks ist keine Zeit mehr, mit dem Material zu arbeiten, weil beim Final Call über 130 Leute den Job wollen. Man bekommt zwar jede Menge Material, das man auch einstudieren muss, aber kann dann davon praktisch nichts präsentieren. Auditions nehmen manchmal so etwas wie “Superstar”-Charakter an. Wir suchen die, die wir mögen, aber nicht die, die in die Rollen passen. Womit wir wieder am Beginn wären. Was ist der Unterschied zwischen Castingshows und der Realität.

Andrew Lloyd Webber bei “American Idol”

Kein Song aus “Joseph”, kein Lied aus “Whistle down the wind”, den naheliegendsten Musicals für eine Pop-Castingshow, dafür gleich zwei Lieder aus “The Phantom of the Opera”, die erste Version von “Memory”, gesungen von einem Bursch mit Dreadlocks, Kandidaten, die nicht wussten, was die Lyrics eigentlich bedeuten, die sie interpretieren sollten. Auf Sir Andrew Lloyd Webber wartete einiges an Arbeit in den Workshops für den ihm gewidmeten Themenabend von “American Idol”. Gut gelungen ist zweifellos David Archulettas Pop-Version der Diva-Hymne “Think of me”, in einer solchen Version könnte der Song sogar in den Chars punkten. Die Frage ist, wer wandert diesmal in die Bottom 3 - und für wen war es der letzte Auftritt.

Update/24. April 2008
38 Millionen Stimmen wurden bei dieser Runde ausgezählt, am wenigsten Stimmen hat Carly Smithson bekommen, sie ist damit ausgeschieden. Das Thema der nächsten Woche: Neil Diamond. Die verbliebenen 5 Teilnehmer werden mit Diamond an ihrer Performance arbeiten und seine Songs interpretieren.

Think of me, David Archuleta
Memory, Jason Castro
Jesus Christ Superstar, Carly Smithson
You must love me, Brooke White
One Rock & Roll too many, Syesha Mercado
The Music of the Night, David Cook

Sämtliche Auftritte sind bei iTunes in Topqualität als Video und Audio downloadbar. Den Downloadlink findet man auf der Website von American Idol.

Musical-Castingshows, wofür eigentlich?

Vielleicht wäre es am besten, man würde mit deutschsprachigen Castingshows mal für ein paar Jahre aussetzen, das trifft insbesondere auf Musical-Castingshows mit ihrer oft unausgegorenen Konzeption zu und der zum Teil dadurch bedingten Unscheinbarkeit der Kandidaten. Kann sich jemand heute noch an irgendeinen der Ausgeschiedenen von “Ich Tarzan, Du Jane!” oder “Musical Showstar 2008″ erinnern?

Das Konzept der Gottschalk-Show beispielsweise scheint vor allem darauf zu beruhen, den einzigen Star der Show, nämlich Gottschalk selbst, so wenig wie möglich zu beanspruchen. So geht denn auch heute schon das Finale über die Bühne. Bei kolportierten 40.000 Euro Auftrittshonorar für Gottschalk vielleicht eine kluge Entscheidung.

Was die Musical-Showstars des ZDF machen werden mit ihrem Titel, ist eine Frage, die Gottschalk nicht beantworten kann, nicht mehr, denn wenn das Publikum Kandidaten zu Siegern kürt, die für die ursprünglich als Siegesprämie ausgeschriebenen Rollen in “Starlight Express” nicht geeignet sind, haben sie eben Pech gehabt. Da macht uns Sat.1 viel weniger vor (beziehungsweise mehr), denn am Ende wählt zwar das Publikum die Bottom 2, also die beiden Letztplatzierten, die Jury hat es jedoch in der Hand, ihre Favoriten bis zum bitteren Ende immer wieder durchzuboxen, denn sie entscheidet letztlich, wer wirklich gehen muss. Jeder Cent, den man also dafür an Telefongebühren ausgibt, ist vergeudet.

Was bei Gottschalks Format gefallen kann, sind die Stargäste, die auf eine gewisse Weise zeigen, was Musical auch sein kann. Was Musical weniger ist, zeigte ebenfalls Gottschalk am Anfang seiner letzten Show: Da rollten die Kandidaten (zum Teil) über die Bühne, während sie von ausgebildeten Tänzern in Grund und Boden getanzt und performt wurden. Das sind dann wohl die Szenen in Familienalben, wo man Jahre später sagt: “Mei, warst du da putzig.”

Sinnigerweise laufen heute die Castingshows auf ZDF und Sat.1 zum Teil parallel. Man wird sehen, wer davon profitieren kann. Gottschalk ist jedenfalls zuschauermäßig mit seinem Format weiter im Sinkflug. 3,34 Millionen sahen die zweite Liveshow, nur 0,87 Millionen der 14- bis 49-Jährigen (6,6 Prozent Marktanteil).

Eigentlich bräuchten wir ja Musical-Castingshows gar nicht. Die äußerst erfolgreiche Castingshow “American Idol”, die derzeit als erfolgreichstes TV-Abendprogramm mit Staffel 7 in den USA am Start ist und eigentlich Pop- oder Soulstars sucht, beweist, dass Musicalsuperstars ihren Weg finden, auch gerne über Pop-Castingshows (während umgekehrt so manches “Musical Idol” dann doch eher “Pop Idol” werden möchte). Eine kleine Übersicht, welche Teilnehmer der 7 Staffeln von “American Idol” letztlich (für eine bestimmte Zeit) im Musicalgenre gelandet sind, würde in etwa so aussehen:

Season 1 (2002)
Tamyra Gray (4. Platz):
November 2004: Broadway - “Bombay Dreams”
Mai 2007: Broadway - “Rent”

Justin Guarini (2. Platz)
2003: “From Justin to Kelly” (TV-Musical)

Kelly Clarkson
(1. Platz)
2003: “From Justin to Kelly” (TV-Musical)

Season 2 (2003)
Josh Strickland (Vorrunde)
2005: Regional Theatre - “Rent”
2006: Broadway - “Tarzan”

Vanessa Olivarez (12. Platz)
2004: Toronto - “Hairspray”

Clay Aiken (2. Platz)
2008: Broadway - “Spamalot”

Season 3 (2004)
Amy Adams (10. Platz)
2005: US-Tour - “Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat”

Jennifer Hudson (7. Platz)
2006: “Dreamgirls” (Filmmusical)

LaToya London (4. Platz)
2006: Chicago - “The Color Purple”
2006-2008: US-Tour - “The Color Purple”

Diana DeGarmo (2. Platz)
2005: San Jose - “West Side Story”
2006: Broadway - “Hairspray”
2006: US-Tour - “Brooklyn: The Musical”
2006-2007: Broadway - “Hairspray”

Fantasia Monique Barrino (1. Platz)
2007: Broadway - “The Color Purple”
2010: “The Color Purple” (Filmmusical, in Planung)

Season 4 (2005)
Constantine Maroulis (6. Platz)
2006: Broadway - “The Wedding Singer”
2007: Off-Broadway - “”Jacques Brel is Alive and Well and Living in Paris”

Anthony Fedorov (4. Platz)
2007: Off-Broadway - “The Fantasticks”
2008: US-Tour - “Simply Ballroom”

Vonzell Solomon (3. Platz)
2008: US-Tour - “Simply Ballroom”

Season 6 (2007)
LaKisha Jones (4. Platz)
2008: Broadway - “The Color Purple”

Kein Wunder also, dass Andrew Lloyd Webber nächsten Dienstag und Mittwoch die Hauptattraktion bei “American Idol” sein wird. In der aktuellen Staffel sind noch die Top 6 an Bord. Am 22. April 2008 werden David Archuleta, Jason Castro, David Cook, Syesha Mercado, Carly Smithson und Brooke White Songs des Komponisten interpretieren. Am Set der Las Vegas-Produktion von “The Phantom of the Opera” im Venetian Hotel stand Webber den Kandidaten mit Tipps zur Verfügung. Für wen diese Musical-Ausgabe der letzte Auftritt war, erfahren die Zuschauer am 23. April, live auf Fox. Ob dann das “American Idol 2008″, das in 6 Wochen mit Hilfe von geschätzten 75 Millionen telefonisch und per SMS abgegebenen Stimmen gewählt wird, auch im Musicalgenre landet, bleibt abzuwarten.

Weiter kein Hit: Gottschalks “Musical Showstar 2008″

Thomas Gottschalks Eingangsstatement bei der ersten Live-Show von “Musical Showstar 2008″ am 9. April 2008 war bezeichnend:

Seit ich das erste Mal eine Muppets-Show gesehen habe, war es mein größter Wunsch, einmal eine Sendung mit einem Live-Orchester zu moderieren.

Damit sollte er die Message der Sendung gut zusammengefasst haben, denn es war eine Show der Abstrusitäten, bei der man zwar durchaus Musical geboten bekam, aber nicht gerade vom Feinsten. Wer schon immer die schrägsten Plattitüden, die sich Darsteller antrainieren können, sehen und hören wollte, war gut bedient.

Das Ziel der Show, Neubesetzungen der Rollen “Rusty” und “Pearl” zu finden, wurde nicht verfolgt, hingegen bediente man Zielgruppen und konnte am Ende wohl vor allem eines feststellen: Die Zuschauer ab 50 waren an Bord und voteten für einen Opernsänger, der keine Chance hat, eine der Rollen zu spielen, die Gruppe der Girlies bis 14 war nicht dabei, und so erwischte es Kandidat Kaj Binder (und Navina Heyne). Sie bekamen nicht genügend Anrufe, um auch beim nächsten Mal Lieder singen zu dürfen, die großteils nicht zu ihrem Typ passen oder aber ungeeignet für ihre Stimmen sind.

Quotenmäßig sieht es etwas besser für Gottschalk aus: 3,51 Millionen Zuschauer waren dabei, das entspricht einem Marktanteil von 11,3 Prozent beim Gesamtpublikum. Mit 930.000 Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren erreichte Gottschalk einen Marktanteil von 7,1 Prozent.

ZDF-Casting “Musical Showstar 2008″ floppt

Die von Thomas Gottschalk moderierte Musical-Castingshow “Musical Showstar 2008″ schwächelt weiter, mit zunehmender Tendenz. Bei der zweiten Folge waren nur mehr 1,97 Millionen (1. Folge: 2,23 Millionen) Zuseher dabei, was einem Marktanteil von 7,4 Prozent bedeutet. Die Hauptzielgruppe, die 14- bis 49-Jährigen, haben sich großteils ausgeklinkt: 0,49 Millionen Zuseher konnten erreicht werden, das entspricht einem Marktanteil von 5.1 Prozent.

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