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Archiv - Vermischtes

Was wir aus Stephen Sondheims Buch “Finishing The Hat” lernen …

John Barry (1933-2011)

Er schuf Soundtracks, die Filme zum Strahlen brachten und in vielen Fällen als Meisterwerke für sich selbst standen. Blockbuster wie “Out of Africa” wurden durch seinen Score geprägt. 50 Jahre komponierte John Barry (Prendergast) Musik für Filme und wurde zu einem der stilprägendsten Künstler auf diesem Gebiet. Am 30. Januar 2011 erlag er einem Herzinfarkt.

Link
- John Barry

Theaterablenkungen

So ungefähr zweieinhalb Jahrtausende nach der Premiere habe auch ich eine Vorstellung von «Guys and Dolls” in der Wiener Volksoper besucht. Eine ausführliche Rezension über eine Show zu schreiben, die gerade noch drei Mal am Spielplan steht, das muss nicht unbedingt sein. Auch war ich ja nur als einfacher Konsument in der Show, der viel aufzuholen hat an nicht besuchten Produktionen in den letzten Jahren. Ein paar salopp formulierte Worte wären: behäbige Inszenierung, furioses Bühnenbild, extrem fad wirkender Hauptdarsteller (Herrig), entzückend Sigrid Hauser, und für alle Fans des Operettentimbres Johanna Arrouas, die nicht nur stimmlich, sondern irgendwie auch in ihrer Körperhaltung ein gewisses dominantes Maß an Operette ausstrahlt, das muss man mögen, meine ich, und erlaube mir, es nicht zu mögen in einem Musical, gar nicht. Oder sagen wir so: Die Show war einfach nicht so ganz mein Fall, als einfacher Konsument, der sich nur mal nen schönen Abend machen wollte, kann man ja pauschal so formulieren.
Worauf ich aber kommen wollte, war die Reaktion des Publikums, und da auf sagen wir einer Mikroebene, nämlich das unmittelbar mich umgebende Publikum und dann wiederum die mich umgebenden Sitznachbarn: Vermutlich liegts an mir, vermutlich bin ich zu leicht ablenkbar, kann sein, dass ich auf akustische Störungen unangemessen reagiere, und es ist ja nicht das erste Mal, dass ich darüber schreibe. Eine neue Form der Ablenkung erfuhr ich jedenfalls in eben jener Vorstellung von «Guys and Dolls”. Um diese Ablenkung zu verstehen, muss man sich Fingerkuppen vorstellen, raue Fingerkuppen, vielleicht sogar mit extrem rissiger Haut, ganz ausgetrocknet, Fingerkuppen, mit denen man an feiner Wolle fast hängenbleibt. Mein Sitznachbar hatte solche rauen Fingerkuppen, und ab einem gewissen Zeitpunkt der Show fing er an, mit seinen Fingern an seiner Anzughose zu reiben, an ihr entlangzufahren, vermutlich ein Akt der Ablenkung, Gedankenlosigkeit, der Gewohnheit. Nun sollte man annehmen, dass man dieses Entlangstreichen von rissiger Haut an weichem Anzugstoff nicht allzu laut hören kann, und laut war es auch nicht, aber dieses beständige Geräusch verstärkte sich in Minuten, Viertelstunden, Halbstunden zu einem extremen Störfaktor, dem ich machtlos ausgeliefert war. Denn was hätte ich den armen Mann bitten sollen, ohne merkwürdig zu klingen.
Wie gut, dass von einem hinteren Sitznachbarn leises Schnarchen nach vorn drang, das das beständige Reiben teilweise überlagerte. Doch dann, im Abstand von wenigen Sekunden - KLAPP - KLAPP - KLAPP -, knallten drei der recht schweren und großartig gestalteten Theaterprogramme von anderen drei Besuchern auf den Boden. Dieses dreifaltige - KLAPP - KLAPP - KLAPP - war derart befreiend, unglaublich. Mein Sitznachbar verschränkte seine Hände, der Schnarcher hinter mir war wieder munter, und ich, ich konnte wieder ohne Einschränkung «Guys and Dolls” genießen.

Affäre Haider: Lauda war gestern, Koller legt nach

Na bitte, jetzt endlich hat Alfons Haider tatsächlich die Aufmerksamkeit erreicht, die er mit dem Publicitystunt, im Entertainmentformat “Dancing Stars” mit einem männlichen Partner zu tanzen, erreichen wollte. Erreichen musste, denn es gilt nicht nur, genügend Aufmerksamkeit für die ORF-Show zu erzielen, sondern auch genügend Fahrt aufzunehmen, damit das von ihm geleitete Sommertheater in Stockerau ebenso ein wenig davon zehren kann. Da gilt es, in diesem Jahr genügend Tickets für das Musical “Sie spielen unser Lied” zu verkaufen. Möge die Übung gelingen.

Zu Niki Laudas jüngsten Äußerungen (siehe –> hier) sollte man besser kein Wort verlieren, er scheint sein Image ein wenig ramponieren zu wollen, seine Sache. Etwas gewichtiger scheinen mir da die Aussagen von Dagmar Koller zu sein, so sie tatsächlich von ihr stammen, das weiß man ja nie:

ÖSTERREICH: Alfons Haider will jetzt mit einem Mann tanzen …
Dagmar Koller: Ich find das unappetitlich, er tut uns allen nichts Gutes, auch sich selber nicht. Ich sage das ganz bewusst, obwohl ich die Ikone der Schwulen bin. Auch in ­homosexuellen Kreisen kommt das nicht gut an. Wer soll denn der Mann bei diesem Tanzpaar sein? Oder tanzt Haider mit einem Transvestiten?

ÖSTERREICH: Warum?
Dagmar Koller: Er zieht das Thema Homosexualität in die Lächerlichkeit, was schade ist. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen endlich Partnerschaften eingehen, heiraten, glücklich sein. Warum tanzt der Alfons nicht mit seiner Arigona, die ist doch hübsch und ist sogar von einem Magazin zur Frau des Jahres gekürt worden?

Link
- Österreich: Schwulen-Ikone Dagmar Koller über Haiders Ambitionen

Razzies: Die Wahl zum schlechtesten Film 2010

Bereits 31 Jahre existiert mit den “Razzies” ein ganz spezieller Preis, der die miesesten Leistungen auf dem Gebiet des Films “auszeichnet”. Für das Jahr 2010 teilen sich der Film “The Last Airbender” und “Twilight Saga: Eclipse” die Ehre, für die meisten “Razzies” nominiert worden zu sein. M. Night Shyamalans Streifen “The Last Airbender” darf auf sechs Auszeichnungen hoffen, die letzte “Twilight”-Folge ist praktisch in jeder Rubrik nominiert. Wie immer sind auch jede Menge Prominente unter den Anwärtern auf diesen ganz speziellen Preis. In diesem Jahr: Barbra Streisand, Cher oder auch Liza Minnelli.

Die Nominierten für den “Razzie-Award” 2010:

Worst Picture
- The Bounty Hunter
- The Last Airbender
- Sex & The City #2
- Twilight Saga: Eclipse
- Vampires Suck

Worst Actor
- Jack Black: “Gulliver’s Travels”
- Gerard Butler: “The Bounty Hunter”
- Ashton Kutcher: “Killers”, “Valentine’s Day”
- Taylor Lautner: “Twilight Saga: Eclipse”, “Valentine’s Day”
- Robert Pattinson: “Remember Me”, “Twilight Saga: Eclipse”

Worst Actress
- Jennifer Aniston: “The Bounty Hunter”, “The Switch”
- Miley Cyrus: “The Last Song”
- The Four «Gal Pals”: “Sex & The City #2″ (Sarah Jessica Parker, Kim Cattrall, Kristin Davis & Cynthia Nixon)
- Megan Fox: “Jonah Hex”
- Kristen Stewart: “Twilight Saga: Eclipse”

Worst Supporting Actor
-Billy Ray Cyrus: “The Spy Next Door”
- George Lopez: “Marmaduke”, “The Spy Next Door”, “Valentine’s Day”
- Dev Patel: “The Last Airbender”
- Jackson Rathbone: “The Last Airbender”, “Twilight Saga: Eclipse”
- Rob Schneider: “Grown Ups”

Worst Supporting Actress
- Jessica Alba: “The Killer Inside Me”, “Little Fockers”, “Machete”, “Valentine’s Day”
- Cher: “Burlesque”
- Liza Minnelli: “Sex & The City #2″
- Nicola Peltz: “The Last Airbender”
- Barbra Streisand: “Little Fockers”

Worst Eye-Gouging Mis-Use of 3-D
- Cats & Dogs #2: Revenge of Kitty Galore
- Clash of The Titans
- The Last Airbender
- Nutcracker 3-D
- Saw 3-D (aka Saw VII)

Worst Screen Couple / Worst Screen Ensemble
- Jennifer Aniston & Gerard Butler: “The Bounty Hunter”
- Josh Brolin’s Face & Megan Fox’s Accent: “Jonah Hex”
- The Entire Cast of “The Last Airbender”
- The Entire Cast of “Sex & The City #2″
- The Entire Cast of “Twilight Saga: Eclipse”

Worst Director
- Jason Friedberg & Aaron Seltzer: “Vampires Suck”
- Michael Patrick King: “Sex & The City #2″
- M. Night Shyamalan: “The Last Airbender”
- David Slade: “Twilight Saga: Eclipse”
- Sylvester Stallone: “The Expendables”

Worst Screenplay
- The Last Airbender
- Little Fockers
- Sex & The City #2
- Twilight Saga: Eclipse
- Vampires Suck

Worst Prequel, Remake, Rip-Off or Sequel
- Clash of The Titans
- The Last Airbender
- Sex & The City #2
- Twilight Saga: Eclipse
- Vampires Suck

Verliehen werden die Razzies am 26. Februar 2011 in Hollywoods Barnsdall Gallery Theatre, am Tag vor der “Oscars”-Show.

Link
- The Razzie Awards

“Smash” - NBC produziert TV-Musicalserie nach einer Idee von Steven Spielberg

Die ganze Welt ist “vergleet”, die ganze Fernsehwelt auf jeden Fall. An der Musical-TV-Serie “Glee” kommt man derzeit nicht vorbei, wenn man sich mit dem Thema Musical beschäftigt. Bei einem derart phänomenalen Publikumserfolg, wie ihn “Glee” aufweisen kann, muss selbstverständlich auch die Konkurrenz reagieren. Was “Glee” also für Fox TV derzeit darstellt, soll “Smash” für NBC werden. Steven Spielberg, der die Idee für die Show hatte, bekam dieser Tage für die Pilotfolge grünes Licht.

“Smash” ist von der Idee her eine TV-Serie mit jeweils 60 Minuten langen Einzelfolgen, die von einem “Making of” eines Broadway Musicals handelt. TV-Produzentin Theresa Rebeck schreibt die Show, gemeinsam mit Steven Spielberg, Darryl Frank und Justin Falvey für DreamWorks TV fungiert sie auch als Executive Producer.

Die Songs zur Show schreiben Craig Zadan und Neil Meron (”Chicago”, “Hairspray”) sowie Marc Shaiman und Scott Wittman (”Hairspray”). Shaiman und Wittman werden eigens für die Show geschriebene Songs beisteuern.

Als Regisseur ist Michael Mayer (”Spring Awakening”, American Idiot”) im Gespräch.

Alternativlos

Ja, man wird sogar bei der Wahl zum “Unwort des Jahres”, die in Deutschland stattgefunden hat, wie aus dem Nichts an den derzeitigen Wiener VBW-Musicalalptraum erinnert. Kaum ein Wort trifft es besser als … “alternativlos”. Die Musicalkrise, die hereingebrochen ist, was für eine Alternative hatte man schon in Wien bei den VBW, als in Deutschland einfach Musicals zu shoppen, angesichts der Krise war man einfach … alternativlos. Von Deutschland kommt nun die Bestätigung:

Das Unwort des Jahres 2010 heißt in Deutschland »alternativlos«. Es war der Renner unter den 1.123 Vorschlägen. »Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe«, sagte der Sprecher der Unwort-Jury, Horst Dieter Schlosser, heute in Frankfurt. Das Unwort wurde zum 20. Mal gekürt.

Das sitzt, passt und hat Ecken. Denn Alternativen zu “Ich war noch niemals ein Musical” und dem bis zu Drew Sarichs musicalgottgleichen Restyling ziemlich lau gewordenen “Tanz der Vampire” hätte es schon gegeben. Aber die Alternativen, ja, dazu hätte es ein bisschen mehr Theaterblut bedurft. Ein Weck-Ruf wäre notwendig gewesen, und so manch 80-Jähriger hätte heute noch mehr Phantasie als die geballte Management-Beamtenschaft, die derzeit rudert. Die das Boot in deutsche Wasser rudert. “Tanz der Vampire”, das hat man wenigstens noch verkaufen können, “Sister Act”, das musste man teuer einkaufen. Aber wenn es um Zahlen geht, dann, ja dann redet Herr Drozda in letzter Zeit sehr oft über das Orchester der VBW. 5 Millionen Euro koste es. Irgendwie hört man da plötzlich Alternativen in all der Aternativlosigkeit. Doch bald wird aus der Alternativlosigkeit Ahnungslosigkeit. Drozda: “Und das Orchester ist erstklassig. Meiner Meinung nach sollte es auch andernorts spielen.” Als würde das Orchester nicht schon viele Jahre “andernorts” spielen … Der schrecklichen Alternativlosigkeit ist Herr Drozda ganz und gar beim Theater an der Wien ausgeliefert. Drozda: “Aber es hat ja keinen Sinn, zehn Vorstellungen anzusetzen, wenn man nur sechs sehr gut verkaufen kann.” Wer könnte denn auch schon so töricht sein, zu denken, dass man im Theater an der Wien mehr als 6 Vorstellungen pro Monat spielen könnte. War doch NIE so. Diese Vorgehensweise ist - ganz und gar - alternativlos!

Link
derStandard.at: “Wir sind dabei, Korea zu erobern”
Manager-Magazin: Das Unwort des Jahres heißt “alternativlos”

Alfons Haider - jetzt hat er bei Perez Hilton einen Stein im Brett

Perez Hilton, Schreiber von “Hollywoods meistgehasster Website” [CBS, “The Insider”] perezhilton.com, ist ganz begeistert von Alfons Haider, der “gay TV celebrity […] - which many believe to have inspired Sacha Baron Cohen’s Brüno character”. Ein Mann, der, indem er mit einem anderen Mann tanzt, “Dancing with the Stars” “revolutioniert” - sensationell.

Nunja, auch nur ein Blogger unter vielen, könnte man meinen. Der kleine Unterschied: Perez Hilton kommt mit seiner Website auf monatlich rund 100 Millionen Besucher. Da darf sich Alfons schon über die neue Popularität freuen, und auch über die Lobesworte von Perez, die da lauten:

You guys are making history here! It’s about time that this happened in US - and STAT! We’re so thrilled for you both, and cannot wait to see you how do in the competition! Congratulations!

Hach, das Showbusiness, wuuunderbaar!

Link
perezehilton.com: Austrian Dancing With The Stars To Feature Two Men Dancing Together!

Elegies for Angels, Punks and Raging Queens: “Learning to let go”

April im Januar? Alfons Haider tanzt bei “Dancing Stars” mit einem Mann

Am 11. März 2011 startet die 6. Staffel von »Dancing Stars« im ORF. Alfons Haider wird diesmal nicht moderieren, sondern tanzen. Als sein Profi-Tanzpartner wird ein Mann fungieren.

Ich musste schon lange überlegen, denn Moderieren ist eine tolle Aufgabe, und immerhin verlasse ich ja auch eine sichere Position. Mein Ziel ist es, dem Publikum eine gute Show zu bieten. Ich freu mich auch schon darauf, in der 6. Staffel nicht mit dem Mund, sondern mit den Beinen zu kommunizieren. Auf jeden Fall sehe ich “Dancing Stars” auch als körperliche Herausforderung. [Alfons Haider]

Link
- Alfons Haider

PS: Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es sich bei diesem verzweifelten Publicitystunt doch um keinen vorgezogenen Aprilscherz handelt. Herr Haider, vorausschauend, wie er nun mal ist, will auch gleich im Vorfeld alle Kritiker dieser Farce gehörig schubladisieren, natürlich in der “homophoben Schublade”. Er meint: “Ich finde es sensationell, dass sich Generaldirektor Alexander Wrabetz und damit der ORF traut, mich mit einem Mann aufs Parkett zu schicken. (…) Es wird einen kurzen Aufschrei geben. Aber ich hoffe, dass die Neugier überwiegt.”
Also bei aller Liebe, “Aufschrei” wird es keinen geben. Wenn sich ein Moderator zum Narren machen möchte, keine Sorge, dann soll er das doch machen, wir haben ja auch zu den “Dancing Stars”-Zeiten noch Fasching. Sie werden nur leider nicht ernstgenommen werden, Herr Haider, denn auch im Tanz gibt es Regeln, und wenn Sie auf die Regeln zugunsten einiger Pressemeldungen pfeifen, dann möge Ihnen dieses kurze Windchen vergönnt sein, nur mit dem, was Sie unter “Akzeptanz von Homosexuellen” (siehe Standard –>hier) meinen, hat das alles nichts zu tun. Eher das Gegenteil ist der Fall.

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