Martin Bruny am Donnerstag, den
21. Oktober 2010 um 20:13 · gespeichert in Musical, Wien
Der “Transport Media Award” für den Monat Oktober 2010 geht an Swatch, die Vereinigten Bühnen Wien und das Stadion Center.
Die VBW konnten mit ihrer Werbung für das Musical “Tanz der Vampire” auf einer Wiener Straßenbahn punkten. Die Mediaagentur und die Grafikabteilung der VBW verpassten einem ULF ein Total-Branding mit den Vampir-Sujets. (siehe Foto –> hier) Die Kampagne wurde in Kooperation mit LG Electronics gestaltet.
Der Jahres-”Transport-Media-Award” wird im Rahmen einer Veranstaltung Anfang des Jahres 2011 verliehen – gewählt wird das beste Sujet aus allen Monatssiegern. Der Transport Media Award ist eine Initiative der Plattform Out of Home, Gewista, buswerbung.at und 3M.
Es ist in diesen Tagen faszinierend zu beobachten, wie viel negative Energie von Michael-Jackson-Fans ausgehen kann. Sie werden nicht müde, sich zum Teil unflätig in diversen Foren zu äußern. Zu äußern in Bezug auf eine Theaterproduktion, die im Dezember 2010 erst ihre Premiere feiern wird.
Interessant ist es, mitzuerleben, wie Menschen, die Michael Jackson nie persönlich kennengelernt haben, ihre eigenen Probleme in diese für die Öffentlichkeit von Michael Jackson selbst modellierte Kunstfigur projizieren. Wie sie sich auf Facebook, in Foren und auf andere Weise absprechen, konzertierte Mailwellen in die Welt setzen - und das alles nur, um die von ihnen so verstörend vereinnamte Person zu “beschützen”. Wovor? Das wissen wir nicht, denn worum es hier geht, ist die Produktion eines Theaterstücks.
Schon aus Prinzip wird es daher auf dieser Site jede Menge News über “Becoming Peter Pan” geben, heute zum Beispiel das finale Plakatmotiv der Produktion. Die Freiheit der Kunst hat Vorrang.
Martin Bruny am Dienstag, den
19. Oktober 2010 um 08:52 · gespeichert in Musical, Wien, Theater, Pop
Michael Niavarani: Haben Sie an Ihrer Karriere gezielt gearbeitet, oder hat die Liebe für Ihre Arbeit zu Ihrer Karriere geführt? Drew Sarich: Ich wusste schon mit 6, als ich Neil Diamond: “Hot August Night Live” hörte, dass ich kein Anwalt werden wollte. Ich habe mit 7 angefangen, im Chor zu singen. Mit 11 entdeckte ich die Gitarre UND das Theater. Hausaufgaben haben zum Zeitplan einfach nicht gepasst.
MN: Haben Sie noch ein großes Ziel (welches?), oder reicht Ihnen Ihr momentaner Status? DS: Ich glaube, dass kein Künstler jemals zufrieden sein kann. Man sehnt sich schon immer nach Abwechslung. Momentan sind meine Ziele Erfahrungen. Ich würde gern mit meiner Musik auf Tournee gehen. Ein paar Monate das Rock & Roll Leben führen. Ich würde gerne eine Kochschule besuchen, Fallschirmspringen, und vielleicht eine Kunstaustellung mit meinen Werken organisiere
MN: Wovor haben Sie mehr Angst: Vor dem Vorgang des Sterbens oder vor der Tatsache, dass sie danach tot sind? Warum? DS: Der Vorgang. Ich bin kein Fan von Schmerz. Ich hasse auch die Idee, dass jemand mein Leben irgendwie aufräumen müsste. Sobald ich weg bin, kann ich mir nur vorstellen, dass mir alles ziemlich wurscht ist.
MN: Aus irgendeinem Grund (die gute Fee) müssen Sie sich zwischen diesen beiden Lebensweisen entscheiden: 1) Sie werden steinreich (mehrere Milliarden Euro) und bleiben sterblich. 2) Sie müssen mit 700 Euro im Monat auskommen und werden unsterblich. Wie entscheiden Sie sich und warum? DS: Da ewige Leben kommt mir ziemlich lang vor. Gib mir 88 Jahre und Geld, um das Leben mit meiner Familie zu genießen, und ich werde nicht jammern.
MN: Ihr Kind hat einen Mord begangen. Sie haben die Möglichkeit, alle Indizien verschwinden zu lassen. Würden sie das tun? DS:Ich glaube, dass man Verantwortung für seine Taten übernehmen muss. Ich hoffe, ich erziehe meine Kinder so, dass sie das Leben eines anderen Menschen über alles respektieren. Dann stellt sich diese Frage nicht.
Martin Bruny am Montag, den
18. Oktober 2010 um 22:45 · gespeichert in Rezensionen, Tonträger, 2010
Liveaufnahmen sind ein heißes Thema, es gibt sie ja heute kaum wirklich, also die “ehrliche”, echte Liveaufnahme, die, bei der man das hört, was man im Theater oder im Konzertsaal, der Konzerthalle hört, gehört hat, hören kann. Wer heutzutage eine Liveaufnahme auf den Markt bringt, hat sich meist in einem Tonstudio akustisch rundumerneuern lassen. Da wird alles rausgefiltert, was irgendwen stören könnte, der Applaus abgedämpft, die Stimmung zerstört, nur um ein Kunstprodukt dann an der Hand zu haben, das alles andere als “live” klingt. Bei Liveaufnahmen von Musicals hat man, selbst wenn der Sänger auf der Bühne mal wieder Mist baut, mal wieder erkältet oder was auch immer ist, am Ende zumindest den Orchesterpart kostengünstig im Kasten, der Rest ist reparierbar mit einigen Sondersitzungen im Tonstudio des Vertrauens.
Da ist es doch geradezu eine erfrischende Abwechslung, wenn eine Live-DVD auf den Markt kommt, die tatsächlich “live” wirkt und ist. Die DVD “Musical Meets Jazz” bietet einen Mitschnitt jenes Benefizkonzerts, das am 16. Oktober 2009 im Festsaal der Wartburg für das stationäre Hospiz »Sankt Elisabeth« Eisenach über die Bühne ging. Als Veranstalter fungierte der Caritasverband für das Bistum Erfurt e. V. im ökumenischen Geist in Eisenach, die Solisten waren Chris Murray und Armin Kahl, unterstützt von Constanze Eschrig, Sylvia Weisheit, Hannes Schauz am Flügel und der Wolf Friedrich Big Band Jena. Mit einem Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Live-DVD soll das Hospiz in Eisenach weiter unterstützt werden.
“Musical Meets Jazz” lautete das Motto des Abends, und es war tatsächlich ein “Aufeinandertreffen” von Welten. Die Big Band spielte Jazz, und bei einer Nummer, “Fly Me To The Moon”, fand das Treffen von Jazz (Big Band) und Musical (Chris Murray) auch tatsächlich statt. Im Verlauf des weiteren Abends wurden die beiden Solisten Murray und Kahl am Flügel, großteils ohne Big Band, begleitet, und das war durchaus eine gute Entscheidung.
Chris Murray interpretierte einige der Big Shots der Musicalszene wie “Das Mädchen von früher” (”The Scarlet Pimpernel”), “Jung, schön und geliebt” (”Evita”), “Dies ist die Stunde” (”Jekyll & Hyde”), “Der unmögliche Traum” (”Der Mann von La Mancha”), “Musik der Nacht” (”Das Phantom der Oper”) oder “Gethsemane” (”Jesus Christ Superstar”). Murray erwies sich dabei als sehr passionierter Sänger, da war jeder Ton ein Treffer, wenngleich Mimik und Gestik sehr ähnlich waren - von Lied zu Lied. Dass dies etwas zu sehr auf der Aufnahme auffällt, liegt zum Teil daran, dass aus Kostengründen mit nur einer einzigen Kamera aufgezeichnet wurde. Vor Ort hatte man gewiss einen ganz anderen Eindruck.
Armin Kahl hat sich ein paar leichtfüßigere Titel für seinen Programmpart gewählt wie “Wer ich wirklich bin” (”Tarzan”) und ein paar echte Songperlen wie “Old Red Hills of Home” (”Parade”), “Lonely House” (”Street Scene”) oder “Barrets Lied” (”Titanic”). Mit “Surprise” hat er sich eher einen Bärendienst erwiesen, denn das kommt zwar blendend gesungen, aber “Surprise” (”A Chorus Line”) ohne Tanzeinlage ist … sagen wir ungewöhnlich.
Den Mantel des Schweigens breiten wir lieber mal über die Performances der Damen des Abends und darüber, wie die Band wirkt. Wer die DVD käuflich erwerben sollte, was ich hiemit empfehle, möge sich seine eigene Meinung dazu bilden.
Martin Bruny am Freitag, den
15. Oktober 2010 um 20:42 · gespeichert in Theater, Absurditäten
Zeit für ein Outing. Mein Name ist Martin Bruny und ich bin Michael-Jackson-Fan - schon länger als ich mich mit Musicals beschäftige. Ich kenne die Szene der Jackson-Fans aus eigener Erfahrung - die guten als auch die bösen Seiten. Für Michael Jackson jedenfalls galt, und das ist unbestreitbar, dass er nie destruktiv dachte und Kunst auf seine Art und Weise, in Tanz und Musik auf einzigartige Weise schuf.
Ganz sicher nicht in Michael Jacksons Sinn ist das Vorgehen einiger “heutiger” Jackson-Fans, die, weil sie eine Ankündigung von Nikolaus Habjans Puppen- und Schauspiel “Becoming Pater Pan” auf dieser Website (–> hier) gelesen haben, nun den Schöpfer dieser Show mit nennen wir es ruhig Schmähbriefen zuspammen. Nur um das etwas klarer darzustellen: “Becoming Peter Pan” ist ein Theaterstück, das noch nicht Premiere hatte, das nicht vorgibt, etwas zu sein, was es nicht ist, weil es einfach noch selbst nicht einmal so hundertprozentig weiß, was es sein wird. Beim Schubert Theater wiederum handelt es sich um ein kleines Wiener Theater, das nur deswegen existiert, weil ambitionierte Theaterleute ihr Herzblut in dieses Haus investieren und immer wieder großartige Produktionen herausbringen. Gerade Nikolaus Habjan beispielsweise ist es in den vergangenen Jahren am Schubert Theater gelungen, sich mit seiner innovativen Art des Puppentheaters einen Ruf zu erarbeiten.
Worüber regen sich die “Fans” denn nun auf? Konkret scheint es um die folgende Passage der Ankündigung zum Stück zu gehen, in der die künstlerische Umsetzung des Theaterstücks beschrieben wird:
Michael Jacksons Biografie rollt sich in diesem fiktivem Epilog neu auf. Seine eigene Geschichte und die Originalerzählung «Peter Pan†bilden die Grundlage. Michael Jackson hat selbst dafür gesorgt, dass sein Leben «zur größten Show auf der Welt†wurde. Es gibt unzählige verschiedene Versionen seines Lebens. Wie sein großes Vorbild, der Zirkusdirektor Phineas Taylor Barnum, hat auch er bewusst sein Leben zur fiktiven Geschichte gemacht. Der Konflikt der sich daraus ergibt, dass diese übermächtige künstliche Version seiner selbst ein Eigenleben entwickelt, ist ein großes Thema des Stücks. Was bleibt zurück vom ursprünglichen Menschen, der sich selbst neu erschaffen hat?
Das zweite große Thema ist die Konfrontation und der Stellenwert von Michael Jacksons Kindheit und seiner Weigerung erwachsen zu werden. Ganz genau wie sein Vorbild Peter Pan, lehnt es Jackson konsequent ab Verantwortung zu übernehmen und erwachsen zu werden. Ganz genau wie bei Peter Pan sind die Konsequenzen daraus Einsamkeit und Isolierung. Jacksons Kindheit wird in dem Stück lebendig, es findet ein direkter Dialog zwischen Jackson selbst und seinem kindlichen Alter Ego statt.
Die «Peter Panâ€-Geschichte dient als Rahmen und wird immer wieder zitiert. Wie bei Peter Pan hat auch Michael Jacksons Schatten in dieser Version ein Eigenleben. Dieser wird mittels Videoprojektion dargestellt und repräsentiert das perfekte Ebenbild aus der
Vergangenheit, das mittlerweile auch ohne den Menschen Jackson selbst weitertanzt.
Das Stück wird in englischer Sprache gespielt, um die Kunstfigur Michael Jackson möglichst authentisch aufleben zu lassen. Es sollte jedoch möglich sein, dem Stück auch ohne große Englischkenntnisse folgen zu können.
Das wars. Und das ist ein Grund, sich aufzuregen? Ist das ein Grund, wenn es überhaupt je einen geben sollte, eine konzertierte Aktion gegen einen Künstler zu starten? Die gute Nachricht für Nikolaus Habjan und das Wiener Schubert Theater: Wir leben in Wien, und da gilt für Vorfälle dieser Art immer noch: Ned amoi ignorieren. Es handelt sich bei all den Protesten, die im Theater eingelangt sind, um Mails von Mitgliedern eines oder mehrerer Fan-Foren, die sich untereinander abgesprochen haben. Mögen sie in ihren Foren die Sache ausdiskutieren.
Fazit: Freuen wir uns auf eine interessante und, davon bin ich überzeugt, großartige Produktion Nikolaus Habjans und des Wiener Schubert Theaters.
Martin Bruny am Donnerstag, den
14. Oktober 2010 um 21:18 · gespeichert in Absurditäten
“Musical Christmas”, das war von der ursprünglichen Idee her eine feierlich prunkvolle und vor allem stimmungsvolle Präsentation des Orchesters der Vereinigten Bühnen Wien, basierend auf einer Idee von Caspar Richter, Michael Pinkerton und Wolfgang Hülbig. Jeder, der in den Anfangsjahren eine der Produktionen gesehen hat, wird sich an jenen Moment erinnern, da kurz vor Beginn der Show der Vorhang hochgezogen wurde und man auf der Bühne das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien sitzen sah. Nun, das alles ist lange her - und alle drei Entwickler dieser grandiosen Idee sind heute nicht mehr als Mitarbeiter der VBW tätig.
2003, im Premierenjahr von “Musical Christmas”, zauberten die VBW eine fulminante und opulente Weihnachtsshow auf die Bühne des Theater an der Wien. 27 Darsteller im Chor und als Tänzer, dazu 20 Solisten (Maya Hakvoort, Lukas Perman, Marjan Shaki, Serkan Kaya, etc.) und das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien – 90 Minuten perfekter Weihnachtsstimmung, keine Pause (Tickethöchstpreis: 25 Euro).
2004 und 2005 gab es Varianten dieser Produktion. Die Tickets wurden teurer, man verlängerte die Show, nun gab es eine Pause zwischen zwei Akten.
2006 hatte man das Theater an der Wien als Aufführungsort nicht mehr zur Verfügung, also übersiedelte man ins Raimund Theater. Man musste sich da nicht nur den räumlichen Gegebenheiten anpassen, sondern hatte «Musical Christmas†als Geldbringer entdeckt. Bis dahin waren die jährlichen Weihnachtsfestspiele der VBW ein Hit, oft wochenlang vorher schon ausverkauft. Resultat 2006: Der Ticketpreis schnellte auf 65 Euro, man reduzierte die Cast, und zwar gewaltig. Auf der Bühne 2006: fünf Solisten und zwölf Darsteller als Chor und Tänzer. Der wahre Bringer war die neu inszenierte Version von 2006 nicht, 2007 und 2008 verweigerte man dem Publikum die weihnachtliche Musicalparade.
2009 ging eine runderneuerte Variante der Show an den Start. Für das szenische Konzept und die Regie zeichnete Dennis Kozeluh verantwortlich, die Idee und musikalische Zusammenstellung ging auf das Konto von Caspar Richter. Zum Thema «Geldbringerâ€: Natürlich wurden die Karten wieder teurer. Für die beste Kategorie zahlte man nun 72,80 Euro, die Dauer der Veranstaltung: wie zu Beginn 2003: 90 Minuten, ohne Pause. Als Solisten mit dabei: Lisa Antoni, Carin Filipcic, Wietske van Tongeren, Claus Dam, Dennis Kozeluh, Uwe Kröger, Drew Sarich und Niran Straub. Im Ensemble: Silke Braas, Alexandra Farkic, Leigh Martha Klinger, Adrienn Krekà¡cs, Katrin Mersch, Simone Niederer, Jan Hutter, Max Niemayer, Martin Pasching, Fritz Schmid und Rory Six.
2010 nun gehen die VBW neue Wege. Man zeigt “Musical Christmas” im Wiener Ronacher und verlangt für Karten der besten Kategorie 65 Euro. Solisten gibt es diesmal sechs: Rasmus Borkowski, Dennis Kozeluh, Wietske van Tongeren, Carin Filipcic, Caroline Vasicek und Uwe Kröger. Ein Ensemble wird dabei sein, die Namen wurden allerdings noch nicht bekanntgegeben. Das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien wird im Wiener Ronacher live dabei sein.
Erstmals wird es 2010 auch eine Tourversion der Show geben. Nähere Informationen dazu sind sehr spärlich. Im Zeitalter der Transparenz ist das verdächtig. Und vielleicht hat das ja einen Grund. Mal überlegen: Karten für die Tourversion gibt es bei Ö-Ticket –> hier. Nun nennt sich die Veranstaltung plötzlich “A Musical Christmas featuring Uwe Kröger”. Liest man sich die neueste Ausgabe des Musicalmagazins “musicals” durch, stößt man auf eine interessante Passage:
Jetzt kommt die traditionelle Weihnachtsshow am 13. Dezember 2010 erstmals nach Deutschland ins Deutsche Theater München. Mit dabei sind Stars wie Uwe Kröger, Rasmus Borkowski, Dennis Kozeluh, Wietske van Tongeren, Carin Filipcic, Caroline Vasicek sowie ein Gesangs- und Tanzensemble, das Orchester wird als Playback eingespielt.
Das Orchester wird als Playback eingespielt? Ist das so? Warum steht das nirgendwo? Gilt das nur für Bayern oder auch für die Tourtermine in Österreich? Was für eine Farce. “Musical Christmas” ohne das Orchester live auf der Bühne? Glaubt Herbert Fechter, der für diese Fassung der Show verantwortlich ist, dass etwa die Steirer schon so besoffen in die Show kommen, dass sie das fehlende Orchester auf der Bühne gar nicht erst bemerken? Wie kann es sein, dass man für die Halbplayback-Show teilweise mehr bezahlt als für den Real Deal in Wien? Wo soll das Ganze hinführen? Reicht es irgendwann mal, wenn Harry Peller sein “Ave Maria” am Kamm bläst und Uwe Kröger dazu freundlich lächelt, weil er mal wieder einen guten Ton für ein nettes Gesicht geopfert hat? Man sollte zumindest so ehrlich sein und in den Ankündigungen zur Show explizit vermerken, ob ein Orchester auf der Bühne sein wird, oder ob das Unternehmen Fechter einen Halbplayback-Abend für teures Geld verkauft. Vielleicht reicht es ja dann auch einfach, die CD zur Show, die rechtzeitig vor Weihnachten erscheinen wird (Titel: “Musical Christmas 2010″), zu kaufen.
Musical Christmas
Wien
3. Dezember 2010, 19:30 Uhr
4. Dezember 2010, 15:00 Uhr und 19:30 Uhr
5. Dezember 2010, 18:00 Uhr
18. Dezember 2010, 15:00 Uhr und 19:30 Uhr
Tourneefassung
Graz: 8. Dezember 2010 LISTHALLE um 20:00
Klagenfurt: 9. Dezember 2010 MESSEARENA um 20:00
Kempten: 10. Dezember 2010 BIG BOX um 20:00
Innsbruck: 12. Dezember 2010 CONGRESS, Saal Tyrol um 20:00
München: 13. Dezember 2010 DEUTSCHES THEATER um 20:00
Amstetten: 15. Dezember 2010 SPORTHALLE um 20:00
Martin Bruny am Dienstag, den
12. Oktober 2010 um 22:55 · gespeichert in Listen, Musical
Zum ersten Mal wurde Mark Seibert von den Lesern des Musicalmagazins “musicals” zum Darsteller des Jahres gewählt (18 Prozent aller Stimmen). Auf Platz 2: Thomas Borchert (13 Prozent). Uwe Kröger, Dauergewinner früherer Jahre, muss sich heuer mit Platz 3 begnügen (12 Prozent). Jan Ammann (11 Prozent) und Drew Sarich (8 Prozent) vervollständigen die Top 5.
Beste Darstellerin wurde Willemijn Verkaik vor Femke Soettenga, Elisabeth Hübert, Wietske van Tongeren und Lisa Antoni.
Zum Lieblingsmusical kürten die “musicals”-Leser als sogenannte “neue” Produktion “Tanz der Vampire” (Wien) und als Long-Run: “Tarzan” (Hamburg).
Eine Liste der Gewinner seit 1992 bietet “musicals” –> hier.
Martin Bruny am Samstag, den
9. Oktober 2010 um 11:41 · gespeichert in Musical, Wien
Braucht Wien zwei Musicalbühnen? Wie soll es mit den Vereinigten Bühnen Wien weitergehen? Was sind Ihre Pläne für das Musical?
Diese Fragen stellte die Tageszeitung KURIER den Kultursprechern alle jener Parteien, die bei der am Sonntag stattfindenden Wien-Wahl antreten:
Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ): Mit dem Theater an der Wien als einem der erfolgreichsten Opernhäuser Europas und zwei gut gebuchten Musical-Bühnen läuft es bei den Vereinigten Bühnen derzeit ganz hervorragend und ich kann mir nur eine Fortsetzung dieser Situation wünschen.
Franz-Ferdinand Wolf (ÖVP): Es sind tiefgreifende Strukturreformen notwendig, damit der jährliche Subventionsbedarf, der derzeit bei gut 40 Millionen Euro (ohne Investitionen in Bau und Gebäude) liegt, nicht weiter steigt. Musical rechnet sich überall auf der Welt. Nur in Wien ist die Sparte ein Defizitbringer. Also: Wenn schon Musical im kommunalen Theaterverbund, dann wenigstens kostendeckend.
Marco Schreuder (Die Grünen): Wenn die Grünen mit der SPÖ verhandeln, werden wir eine unabhängige ExpertInnen-Kommission verlangen, die sich Fördermodelle anderer Städte ansiehet, Vergleiche anstellt und Vorschläge unterbreiten soll. Denn es ist tatsächlich nicht einsehbar, warum eine - natürlich legitime und beliebte - Kunstform woanders ohne öffentliche Mittel auskommt, aber in Wien mit Millionen-Subventionen gefördert wird. Außerdem muss überprüft werden, ob Wien tatsächlich zwei hoch subventionierte Musical-Bühnen braucht. Musicals sind ein Erbe aus der Zilk/Pasterk-Zeit. Mittlerweile hat aber jede mittelgroße Stadt eine Musical-Bühne und der touristische Mehrwert ist viel geringer geworden. Die Vereinigten Bühnen brauchen daher besonders in der Musical-Sparte einen völligen Neustart.
Heidemarie Unterreiner (FPÖ): Alle Tendenzen weisen darauf hin, dass Wien in Zukunft nicht zwei Musical-Bühnen braucht. Es muss eine seriöse Evaluierung der Entwicklung der Musical-Bühnen in Wien stattfinden. Über eine sinnvolle Nutzung der beiden zur Verfügung stehenden Musical-Bühnen soll eine breite und offene Diskussion geführt werden.
Michael Tscharnutter (BZÖ): Absetzung der Intendantin sofort. Langweilige Produktionen vor leeren Sälen, wie bei den “Producers” und niveaulose Aufführungen wie bei “Tanz der Vampire” prägen das Bild. Das Ronacher ist renovierungsbedürftig. Auf der ganzen Welt werfen Musical-Produktionen Gewinne ab, nur in Wien sind sie kostspielig. Wien muss die VBW auflösen und völlig neu - unter privatwirtschaftlichen Gesichtspunkten - aufbauen.
Didi Zach (KPÖ): Es gibt, so meine ich - wie ja auch in der vorigen Antwort schon angedeutet -, Kunst und Kultur jenseits von “Tanz der Vampire”, “Elisabeth” & Co. Und vor allem glaube ich, dass es in Wien Probleme gibt, die schneller und dringender einer Lösung zugeführt werden müssen, als die Frage des strategischen Konzepts der Vereinigten Wiener Bühnen.
Martin Bruny am Dienstag, den
5. Oktober 2010 um 00:46 · gespeichert in Musical, Wien
“Wildhorn & Friends”, das war wieder mal nach vielen gefühlten Jahren echtes Musical im Matrosendschungel des Wiener Raimund Theaters. Was die VBW nicht schaffen, erledigen nun jene, die sich für einen Tag ins Theater einmieten und damit Wien für einige wenige Stunden wieder zu einer Musicalmetropole machen. Und es ist in diesem Fall ein deutsches Unternehmen gewesen, das sich eingemietet hat und “Wildhorn & Friends” in Wien ermöglicht hat.
In solchen Stunden wünscht man sich, dass keine Manager, keine Zahlenmenschen mehr an der Spitze eines Theaterunternehmens stehen, sondern Künstler, die Kunst leben, so wie es Michael Schottenberg beim Wiener Volkstheater praktiziert oder Robert Meyer an der Wiener Volksoper. Das ist nicht gegen Kathrin Zechner persönlich gerichtet, sie hat sicher ihre guten Zeiten gehabt, aber im besten Fall dürfen wir derzeit annehmen, dass sie entmachtet wurde und ein reiner Zahlenmensch nun alles in der Hand hat, dessen Namen wir, der Tradition Caspar Richters folgend, gar nicht erst erwähnen. Scheinbar ist dieser Zahlenmensch es, der nein zu allem, was kreativ ist, sagt.
Es gab Zeiten, da war das anders, wenn man sich an die Ära Häussler erinnert, so lange ist das ja nicht her, wenn man sich an die Produktionen eines Rolf Kutschera erinnert und seine Erinnerungen dazu in seiner in diesen Tagen erschienenen Autobiographie nachliest, da waren die Theater von echten Musicals erfüllt und von Ideen, wie man in Wien Neues, Spannendes kreieren kann. Caspar Richter durfte mit dem Orchester der Vereinigten Bühnen viel Musicalisches probieren, als man ihm die Luft für die Kunst abgedreht hat, ist er gegangen. Wenn eine Produktion in der Ära Kutschera nicht geklappt hat, hat man es wieder versucht, und wieder. Das waren Zeiten, in denen am Theater an der Wien Sondheim gespielt wurde und Stars gemacht wurden. Und es gibt keine Ausrede dafür, dass man zwar für das Ronacher internationale Schauspielstars engagieren kann, aber es nicht schafft, für eine begrenzte Spielzeit einen Sondheim zu spielen. Die sprichwörtliche Einfalt der Vielfalt hat am Ronacher nichts gebracht, nun haben wir die reine Einfalt, ohne Vielfalt. Die Kunst wird auf die Aufführung von Revivals als Cashcows reduziert und das bisschen Profit, das gemacht wird mit Musicals, steckt man in Schauspiel/Opern-Produktionen, die gute Presse bringen, statt in die Entwicklung von Musicalproduktionen. Es gibt auch keine Ausrede dafür, dass die VBW den Musicalnachwuchs dermaßen schlecht fördern. Was könnte man mit den Studenten des Konservatoriums beispielsweise für interessante Produktionen auf die Beine stellen, Tryouts, Produktionen von Shows aktueller amerikanischer, deutscher oder österreichischer Komponisten, in Form einzelner Abende, oder auf der Probebühne für eine begrenzte Spielzeit. Wozu hat man sie errichtet, wenn man sie nun fast nicht nützt?
An all das denkt man auch, wenn man aus einem gelungenen Konzert wie “Wildhorn & Friends” kommt, in dem Musicalfans über Songs eines vielgeschmähten und völlig unter seinem Wert geschlagenen Musical wie “Rudolf” jubelten. Mehr über das Konzert selbst demnächst hier und in der Dezember/Jänner-Ausgabe von “musicals”.
Frank Wildhorn & Friends 4. Oktober 2010, Raimund Theater
Setlist
1. Teil
I Will Be There (”Monte Christo”) - Pia Douwes & Thomas Borchert
When The World Was Mine (”Monte Christo”) - Pia Douwes
The Man I Used To Be (”Monte Christo”) - Thomas Borchert
Bring On The Man (”Jekyll & Hyde”) - Linda Eder & Girls
Someone Like You (”Jekyll & Hyde”) - Linda Eder
The Longer I Live (”Dracula”) - Thomas Borchert
Please Don’t Make Me Love You (”Dracula”) - Pia Douwes
Advice From A Caterpillar” (”Wonderland”) - Thomas Borchert & Girls
How ’bout A Dance (”Bonnie & Clyde”) - Pia Douwes
Something More (”Rudolf”) - Linda Eder & Thomas Borchert
Swing Medley (”Money To Burn”/”Mad hatter”/”Big Time”) - Alle
2. Teil Viva (”Carmen”) - Pia Douwes & Girls/Dancer: Steven Seale
Living In The Shadows (”Victor/Victoria”) - Linda Eder/Frank Wildhorn
Where Do Broken Hearts Go - Linda Eder/Ensemble
Hell To Your Doorstep (”Monte Christo”) - Thomas Borchert
Only Love (”Rudolf”) - Pia Douwes
In His Eyes (”Jekyll & Hyde”) - Linda Eder & Pia Douwes
Go With The Flow (”Wonderland”) - Thomas Borchert & Ensemble
Gold (”Camille Claudel”) - Linda Eder
This Is The Moment (”Jekyll & Hyde”) - Thomas Borchert
Finding Wonderland (”Wonderland”) - Pia Douwes
Vienna - Linda Eder
Solisten Linda Eder
Pia Douwes
Thomas Borchert
Ensemble/Backing Vocals Natalya Bogdanis
Daniella Foligno
Linda Geider
Carina Kärcher
Björn Klein
Norbert Kohler
Andreas Lichtenberger
Steven Seale
Das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien
Musikalische Leitung: Koen Schoots
Produzent: Walter Feucht/Tanja Feucht
Künstlerische Produktionsleitung: cre-ma Creative Management, Renate Gritschke, Henriet Wunnink
Regie: Alex Balga
Technische Leitung/Tondesign: Ricccardo von krugten
Lichtdesign: Rick Belzer/Michael Grundner
Regie-Assistenz: Olivia Rode
Technische Assistenz: Alexa Koch
Künstlermanagement: Diabelli Management, Michael Staringer
Public Relations: Rina Bohland