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Vivan Bhatti - der Star aus “Frühlings Erwachen”

Man mag zur jüngsten Verfilmung des Wedekind-Dramas “Frühlings Erwachen” stehen, wie man mag, beispielsweise könnte man meinen, dass sie immer dann stark war, wenn sie recht “theatralisch” über den Bildschirm kam, und immer dann recht plump, wenn mit Wucht auf Gegenwart getrimmt wurde, aber eines ist unbestreitbar: Der Film hat einen echten Star, und das ist die Musik. Verantwortlich für die musikalische Untermalung der Verfilmung: Vivan Bhatti.

Der Künstler studierte Musik an der Hochschule für Musik in München und der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Als E-Gitarrist und Klassischer Gitarrist wirkte er mit in diversen Projekten, Bands und Ensembles aus dem klassischen Bereich bis hin zu Rock, HipHop und auch Neue Musik und war auf Tourneen in Deutschland Österreich und der Schweiz.

Vivan Bhatti komponierte Musik für diverse Kurzfilme und Theaterproduktionen. Mit Nuran David Calis verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit an den Theatern in München (”Romeo und Julia”, 2003), Hannover (”urbanstories”, 2005), Essen (”Homestories”, 2006), Wien (”Die Räuber”, 2006) und Hamburg (”Schwarz”, 2006). Am schauspielhannover arbeitete er erneut mit ihm zusammen in der Produktion “Frühlings Erwachen!” in einer Bearbeitung von Nuran David Calis nach Frank Wedekind.

Bhattis Kompositionen zur Wedekind-Verfilmung sind die besten Beispiele dafür, wie stark die Wirkung eines Films von seiner Musik geprägt wird. Mehr von ihm unter anderem auf seiner MySpace-Site –> hier und –> hier

“Musical Rocks” - auch 2010

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Es war ein zäher Beginn mit “Musical Rocks”. Jede Menge an Missverständnissen gabs! Man wusste nicht, wer singen würde, man konnte sich unter dem Marketinggeschwafel, in das die Vorankündigungen gegossen waren, nichts vorstellen. Und doch scheint “Musical Rocks” nun auf Schiene zu sein. Nach einem quasi Try-out letztes Jahr wird es 2010 weitere Vorstellungen des Showkonzepts geben. Was kann man sich erwarten?

Nun “Musical Rocks” ist in ihren besten Momenten eine die Sinne betörende Show. Altbekannte Musicalmelodien gehen mit coolen Elektrogrooves eine neuartige Symbiose ein, pulsierende Videoequenzen mit unglaublichen 3D-Effekten auf einer 72 Quadratmeter großen Leinwand, fantastische Sänger und Tänzer steuern auf ein Ziel hin: Musicalekstase. Das ist das Ziel, und das zu erreichen, daran wird hart gearbeitet.

Die nächsten Termine:
17.09.und 18.09.2010, ab 19.30 Uhr im Museumsquartier, Halle E (Museumsplatz 1, 1070 Wien)
Die Tickets sind erhältlich über www.ticketorder.at

Schweizer Medien zur “Swingerclub-Installation von Schweizer Künstler” in der Wiener Sexession äh Secession

Nicht unlustig ist die Debatte, die es in der österreichischen Medienlandschaft derzeit zur Aktion “Secession goes Puff” gibt. Da aber ja nun ein Schweizer Künstler auf die Idee kam, die Secession zum zügellosen Sex anzumieten, kommen nun auch die Schweizer Medien ins Spiel. So schreibt “suedostschweiz.ch”:

Swingerclub-Installation von Schweizer Künstler entrüstet Wiener
Hohe Wellen schlägt seit dem Wochenende die neue Ausstellung von Christoph Büchel in Wien: Der 44-jährige Schweizer Künstler bespielt das Untergeschoss der Secession mit einem echten Swingerclub.
Wien. – Tagsüber werden jene Besucher, die sich für das Beethovenfries interessieren, durch die leeren Räumlichkeiten geschickt (Jugendliche ausgenommen), in der Nacht läuft im «Element6» Normalbetrieb, wie Secessions-Pressesprecherin Urte Schmitt-Ulms der APA bei einem Lokalaugenschein erklärte.
Der Künstler ist bekannt dafür, dass er in seinen Rauminstallationen und Projekten reale Gesellschaftszustände inszeniert und soziale Situationen in den Kunstraum transportiert. So installierte er etwa vor einigen Jahren in Kassel ein Solarium, einen Billig-Supermarkt und ein Wettbüro im Fridericianum.
Die Einnahmen aus den Eintrittspreisen kommen dem «Verein der kontaktfreudigen Nachtschwärmer» zu, der für die Dauer der Ausstellung von der Kaiserstrasse in die Secession gezogen ist.
Die ausgelöste öffentliche Diskussion ist intendiert: So spielt Büchel auf jenen Aufruhr an, den Gustav Klimt einst mit seinem Beethovenfries ausgelöst hat. Dieses sei heute kein Skandal mehr, so die Pressesprecherin der Secession, die Installierung eines Swingerclubs in den Räumlichkeiten der Secession hingegen sei der damaligen Situation ähnlich. (sda)

Skandal? Ach bitte, die ganze Aktion ist so auf Skandal angelegt, dass es natürlich keinen gibt. Es ist eher eine Peinlichkeit für die Stadt Wien, dass sie offensichtlich nicht in der Lage ist, dort steuernd einzugreifen, wo man schon überlegen sollte, ob es nicht Sinn machte. Aber wie schon berühmte Vorbilder hat Ursula Stenzel ihre Händchen in Unschuld gewaschen, da sind wir uns ganz sicher, bevor sie das Ansuchen um Genehmigung (einer Förderung) unterschrieben hat.

Ein bisschen dreist ist es freilich schon, den Namen Gustav Klimts quasi als Rechtfertigung ins Spiel zu zerren. Das Beethovenfries mit Gruppensex in Beziehung zu setzen ist allerdings schon wieder so lustig, dass man vielleicht drüber lachen sollte. Und wie wärs mit einem Fleshmob äh Flashmob in der Secession, um einfach mal über all diese “Realitäten” zu lachen, in bunten Narrenkostümen mit ganz langen Nasen, von wegen Phallus und so, man muss den Leuten dann ja was bieten.

Sex - der Top-Trend in der Wiener Kunst- und Kulturszene 2010?

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Begonnen hat es mit Herrn Mauser, oder genauer gesagt am 16. Januar 2010 mit der Premiere des Theaterstücks “Soul Strip” in Wiens “Queen Club”. Der “Queen Club” ist eines der bekanntesten “Animierlokale” Wiens - ein doch eher etwas ungewöhnliches Ambiente für ein Theaterstück. Aber dass es sich um Theater handelt, ist wohl unbestreitbar.

Die Sache liegt wohl etwas anders bei einem Projekt des Swingerclub-Unternehmens “Element6″. Da haben sich die Besitzer schlicht und einfach für die nächsten beiden Monate in eines der bedeutendsten Museen Wiens eingemietet, in die Wiener Secession. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde das Projekt der Swingerclub-Besitzer wie folgt beschrieben:

Das Element6 ist eine Bar und ein Club für Swinger und andere Paare und Singles, die sexuelle Anregungen suchen, Phantasien ausleben oder sich auch nur darüber unterhalten wollen. Wir bieten Raum für (nicht kommerzielle) erotische Kontakte. Wir - vier Leute aus unterschiedlichen Berufsbranchen - haben vor mehr als zwei Jahren einen ehemaligen Swingerclub übernommen mit bzw. wegen der Herausforderung, ein neues Konzept in diesem Bereich zu entwickeln, und dafür ein Publikum zu gewinnen. Das ist uns gelungen! Mit unserer Mitwirkung am Projekt in der Secession wollen wir jetzt möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, eine Hemmschwelle zu überwinden; und sich diesen Swingerclub einfach anzuschauen. Die Bezeichnung ´Swingerclub` vermeiden wir normalerweise, da sie Vorstellungen weckt, die unser Konzept zum Teil nicht erfüllt: Man muss im Element6 nicht nackt oder halbnackt herumlaufen, es ist aber auch ok, wenn man es tut. Dresscode ist dennoch in erster Linie: bitte erotisch. Oberstes Ziel ist nicht, dass jeder mit jedem möglichst viel und möglichst gleichzeitig Sex hat. Vielmehr schaffen wir eine Atmosphäre, in der Lust entstehen soll, und zudem den Freiraum, alles was daraus entspringt zu erleben.
Wir bieten ein vielfältiges Showprogramm: Striptease, Bondage, SM, Body Painting, Tanz Performance usw., und DJs, um die Stimmung anzuheizen. Ob das alles der eigenen Sexualität neue Dimensionen öffnet, kann jeder (Volljährigkeit vorausgesetzt) im Rahmen dieser Ausstellung in der Secession für sich überprüfen.
Wir erlauben uns also zu zitieren: »Schau´n Sie sich das an!«

Ist das noch Kunst? Passt es in ein Museum? Ist das erst der Beginn und kann man sich demnächst für ein paar sündige Stunden in die Wiener Katakomben einmieten, um dort seinen Trieben nachzukommen, oder vielleicht auf den Spuren des Dritten Manns den Mäuschen in den Wiener Abwasserkanälen bei der Paarung zusehen?

Gehen wir also lieber einen Schritt zurück, wieder mehr in Richtung Kultur. Warum nicht zum Beispiel ins TAG. Da steht ab 25. März 2010 das Stück “Phalli” auf dem Programm. Kann man sich nichts drunter vorstellen? Nun, man könnte es sozusagen als eine Antwort auf Eve Enslers Vagina-Monologe bezeichnen. Beschrieben wird dieses Theaterstück wie folgt:

Drei Männer. Drei Penisse. Sie reden darüber. In Zeiten der sexuellen Überflutung durch TV und Internet residiert in den Schlafzimmern biederste Schamhaftigkeit. Besonders Männer verstecken sich gerne hinter der Annahme, derbe Witze und alkoholgetränkte Pseudogespräche wären zur Behandlung des Themas genug. Nicht so Raoul Biltgen, Sven Kaschte und Giuseppe Rizzo. Sie wollen mit Vorurteilen und Geheimniskrämereien aufräumen. In ihrem so informativen wie vergnüglichen Abend reden sie von Vorund Nachteilen der Selbstbefriedigung, über die empfehlenswertesten Techniken des Blowjobs bis zum ewigen Thema Schwanzlängen. Sie reden einfach über alles. Und noch ein wenig mehr.

Mit »Phalli« präsentiert die Plaisiranstalt ihre erste Bühnenproduktion und greift damit gleich mal in die Vollen: Drei Männer reden über ihr Gehänge. So einfach und zugleich so eindringlich kann moderne Dramaturgie sein. Denn dass an einem solchen Abend weit mehr als nur ein paar Nullachtfünfzehn-Tipps zum Umgang mit dem Genital vermittelt werden, davon kann und muss man ausgehen.

Die Plaisiranstalt mit Raoul Biltgen, Sven Kaschte und Giuseppe Rizzo. Mit herzlichem Dank an: Paola Aguilera, Eva-Maria Schachenhofer und Barbara Schubert. Rechte: R Thomas Sessler Verlag Wien.

Und auch das Wiener WUK ist in Sachen Sex unterwegs. Ab 31. März zu sehen: “I put a record on”, die Adaption einer Produktion, die unter dem Titel “Venus im Pelz” im Vorjahr am Linzer Landestheater Premiere hatte. Andrà© Turnheim arbeitet am 1869 erschienenen Roman “Venus im Pelz” von Leopold Sacher-Masoch das Spiel von Dominanz und Unterwerfung heraus, durch welches gesellschaftlich konstruierte Geschlechterrollen und deren Auflösung demaskiert werden. Nähere Infos —> hier

Sacher-Masoch ist ein ganz heißes Thema 2010 in Wien, Gerüchten zufolge dürfte es auch ein Musical über den Schriftsteller geben, der nicht zuletzt dafür bekannt ist, in einigen seiner Werke triebhaftes Schmerz- und Unterwerfungsverlangen zu schildern (”Venus im Pelz”, 1870; “Grausame Frauen”, 1870).

TV-Tipp: “Frühlings Erwachen” auf ARTE

Was zunächst ein bisschen zu sehr nach Ranschmeiße an ein hoffentlich endlich mal junges Publikum (auf Arte!) aussieht, ergibt bei längerem Zuschauen durchaus Sinn: Die großen Jungs mit ihren großen Sprüchen auf ihren kinderradkleinen BMX-Bikes - in diesem Bild steckt das ganze Paradox der Pubertät. Ochsenknecht zeigt dabei sogar echten Mut zur Selbstentblößung und setzt sich in einer Szene nackt aufs Rad (den Tipp, den ihm sein Vater, der “Männer”-Darsteller Uwe Ochsenknecht, dazu gab, kann man auf Blogspot nachlesen).

Konsequent und deutlich weitergehend als bei seiner Theaterinszenierung versetzt Calis also die Geschichte ins Heute, Sprüche und Flüche eingeschlossen, ohne ganz auf den Originaltext zu verzichten. Manchmal schneidet er die unterschiedlichen Jargons scharf gegeneinander, etwa wenn Melchior zu Wendla sagt: “Du siehst so beschissen gut aus”, und Wendla mit Wedekind antwortet: “Gestern Nacht, da hab ich kein Auge zugemacht. Da hat es ganz doll in mir gebrannt.” [SPIEGEL: Biker und Fighter]

Frühlings Erwachen. Am Montag, 22.2., um 22.25 Uhr auf Arte, Wiederholungen am 27.2. um 14.30 Uhr und am 7.3. um 9.55 Uhr

Endlich Gleichberechtigung: Burschentag im WUK

Den internationalen “Girl’s Day” gibt es nun ja schon seit geraumer Zeit. Am 22. April 2010 wird endlich auch auf diesem Terrain ein Sieg der Gleichberechtigung zu vermelden sein, dann nämlich findet im Wiener WUK erstmals ein Burschentag statt.

Dieses Angebot richtet sich an Burschen und junge Männer von 14 bis 24 Jahren mit mehr oder weniger Unterstützungsbedarf. Es wird die Möglichkeit geben im pflegerischen, sozialen und pädagogischen Bereich Erfahrungen zu sammeln und eigene Fähigkeiten zu entdecken. Genaue Informationen und Anmeldemöglichkeit gibt es ab Anfang März 2010. Das detaillierte Programm ist ab 4. März 2010 auf www.wuk.at zu finden.

Die neuen Musicalblogs zum Reinlesen

Wer Musicalnews & -berichte, abseits vom Mainstream, sucht, speziell im deutschsprachigen Raum, hat es nicht gar so leicht. Nicht, dass es nicht genügend Seiten gäbe (wobei, eigentlich gibt es gar nicht so viele), allerdings ist der Content auf eben jenen Sites oft sehr dürftig. Unzählige Blogs werden gestartet und liegen nicht selten nach zwei oder drei Beiträgen brach. Das macht natürlich keinen Sinn. Blogs leben davon, dass sie täglich oder zumindest wöchentlich “befüllt” werden. Dass sich da Websites mit einer Heerschar an freiwilligen Zulieferern leichter tun, ist klar, in Relation aber zu den 1-Mann/Frau-”Unternehmen” wäre die Bewertung dann doch wieder eine andere.

Musicalblogs, die als 1-Mann/Frau-Unternehmen geführt werden, haben einen Vorteil: Sie können sich leichter auf Nischen spezialisieren, eine ganz spezielle Themenauswahl treffen und dann je nach zur Verfügung stehender Zeit etwas ausführlicher oder überblicksmäßig mal häufig und mal sporadisch interessanten, durchaus auch subjektiv formulierten Content bieten. Wenig interessant sind Sites, die nichts anderes machen als Pressetexte zu kopieren, auch das gibt es, und wenig interessant sind die Fankiddie-Sites, die vor allem in der Schublade “Schwärmerei” gut aufgehoben sind.

In meine Bookmarkliste hab ich mir in letzter Zeit die folgenden drei Blogs eingetragen:

- Musical Awakening
- Musicalinfo.at

Wer weitere Tips hat, einfach einen Kommentar posten.

Die Sehnsucht nach dem nächsten Winter

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Für orf.on mag es eine Tatsache sein, dass “das kalte Wetter (…) subjektiv (…) immer mehr Österreichern schon viel zu lange” dauert. Wir hier oben im Elfenbeinturm der musicalischen Abstrusitäten sehen indes so etwas wie die Reflexion eines stimmungsmäßigen Sommerlochs in dieser Meldung des ORF “durchfäulen”. Kann DAS wirklich eine Headline eines Nachrichtenportals sein? “Die Sehnsucht nach dem Frühling”? Liebe Leute vom ORF, ich sehne mich schon jetzt nach dem nächsten Winter, und ich finde es verstörend, dass Leute sich so etwas Grausliches wie den Sommer auch nur im Ansatz herbeiwünschen. Stinkender Hundekot, flirrende Hitze. All das tauschen für die absolute Reinheit des Winters? Da muss man schon Masochist sein, oder?

“Der Herr Karl” - “Puppentheater” mit Shootingstar & Newcomer Nikolaus Habjan

In Wien begegnet man dem »Herrn Karl« in vielen Personen, an unzähligen Orten. Helmut Qualtingers zum Klassiker avancierter Charakter ist allgegenwärtig. Das Schubert Theater Wien zeigt ab Ende Februar Qualtingers Text als Puppentheater. Nikolaus Habjan schlüpft darin mit Hilfe seiner Puppen in die verschiedensten Rollen, die alle zusammen »Der Herr Karl« sind.

»Man wird über den Herrn Karl lachen und weinen, man wird ihn verdammen und bemitleiden, man wird ihn zitieren, man wird ihm – als höchste Bestätigung seiner Gültigkeit – auf Schritt und Tritt begegnen. Sein scheinbar zufälliges Gerede enthält in konzentrierter Form die Substanz eines Zeitromans oder eines Zeitstücks, ist zugleich Zeugnis einer Epoche, Enthüllung einer Haltung und Ergebnis souveräner literarischer Gestaltung, mit einem Wort: ein Stück Welt.« (Hans Weigel)

Puppenspiel: Nikolaus Habjan
Regie: Simon Meusburger

Termine: 26. und 27. Februar, 2. und 3. März, 4., 5., 7. und 8. Juni 2010

Simon Meusburger, 1974 in Bregenz geboren, arbeitet neben seiner Tätigkeit als Komponist und Regisseur als freier Regieassistent. Zuletzt seit mehreren Jahren bei den Bregenzer Festspielen, für Produktionen wie “West Side Story”, “Der Troubadour” und “Tosca” tätig, hat er mit Regisseuren wie Francesca Zambello und Philipp Himmelmann gearbeitet.
Nach zahlreichen Filmproduktionen und zwei Musicalkompositionen gab er mit »Krach im Hause Gott« (September 2006) sein Debüt als Sprechtheater-Regisseur am Schubert Theater Wien. Es folgten zahlreiche Inszenierungen, u. a.: “Die Glasmenagerie”, “My Way”, “Geschlossene Gesellschaft” oder das Puppentheater für Erwachsene “Schlag sie tot”.
Seit dem Sommer 2007 ist er als Direktor für das Schubert-Theater tätig, wo er auch in Zukunft als Hausregisseur für zahlreiche Eigenproduktionen verantwortlich sein wird.

Nikolaus Habjan aus Graz studiert seit 2006 Musiktheaterregie an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien. Durch zahlreiche Hospitanzen und Assistenzen (u. a.”Fidelio” oder “Hoffmanns Erzählungen” an der Grazer Oper, “Rinaldo” in St. Pölten, “La Finta Giardinera”, “La Colombe” am Schlosstheater Schönbrunn) konnte er Erfahrung sammeln und setzte diese bei seinem Regiedebüt mit Gian-Carlo Menottis »The Telephone« um. Es folgten weitere Inszenierungen an der Universität, und die Madrigalkomödie »Il festino …« von Adriano Banchieri in Graz. Mit 15 Jahren kam Habjan zum ersten Mal in Kontakt mit dem Puppentheater. Durch Neville Tranter perfektionierte er seine Puppenspieltechnik, es folgte unter anderen eine Zusammenarbeit mit dem Kabinetttheater («King of the Birds-Queen of the Blood” im Semperdepot). Für das Opernfestival «Sirene” entwarf und baute er die Puppen für die Kammeroper «Das Gespräch der Hunde” von C. Dienz. Im Schubert Theater realisierte Nikolaus Habjan die Puppentheaterproduktion «Schlag sie tot” und ist seit der Saison 2008/09 neben seiner Funktion als Puppenspieler und Regisseur (”Elling”) als Co-Direktor tätig.

Links
schuberttheater.wordpress.com/
simonmeusburger.wordpress.com/
nikolaushabjan.wordpress.com/

In Wirklichkeit ist der finanziell größte Brocken bei den Vereinigten Bühnen Wien das Theater an der Wien

Wien live: Stichwort Vereinigte Bühnen Wien. Die Auslastungen waren in letzter Zeit nicht die besten – braucht man das Musical in dieser Form überhaupt noch?
Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny: In Wirklichkeit ist der finanziell größte Brocken bei den Vereinigten Bühnen Wien das Theater an der Wien – das vergisst man ja immer. Und das Theater an der Wien hat sich innerhalb von nur wenigen Jahren als eine der besten Opernbühnen im deutschsprachigen Raum etabliert. Wir haben hier ein neues Konzept ausprobiert: Anstatt noch ein drittes Repertoiretheater zu etablieren, haben wir das Theater an der Wien als sogenanntes Stagione-Theater konzipiert, das heißt: Jeden Monat eine Premiere. Dadurch ist auch das Medienecho bei den Produktionen größer und konzentrierter – nicht nur in Wien, sondern auch international. Und »Tanz der Vampire« im Ronacher ist hervorragend ausgelastet.[Wien live Stadtgespräche, wienlive.at]

Noch viel schöner ist die folgende Passage aus dem Interview von “Wien live” mit Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny:

Ein persönliches Beispiel: Ich habe einmal die Busfahrt einer Volksschulklasse aus der Brigittenau ins Dschungel Kindertheater im MuseumsQuartier quasi als Reiseleiter begleitet. Recht schnell hat sich herausgestellt, dass die meisten Kinder nicht wussten, was genau ein Theater ist. Es war eine Herausforderung, innerhalb von 10 Minuten, die so eine Busfahrt vom 20. Bezirk zum Museumsquartier dauert, zu erklären, was eigentlich Theater ist. Aber genau darum geht es: Den Menschen überhaupt einmal die Wahlmöglichkeit zu eröffnen, Kulturangebote zu nutzen. Wir haben zum Beispiel das Projekt Kulturlotsinnen. Das sind zwei engagierte Frauen, die in Betriebe gehen und dort einen Überblick über die Wiener Kulturangebote geben und die Menschen quasi an der Hand nehmen und zur Kultur führen, oder dabei helfen, wie man ein Kulturprogramm richtig liest. Ob ich die Staatsoper besuche oder nicht, ist keine reine Geldfrage.

Genau deswegen, weil Theater einmal finanziell “elitär” war, hat unter anderem das Wiener Burgtheater unter Claus Peymann leistbare Preise z. B. für Studenten eingeführt. Und ins Burgtheater zu gehen, das kann sich auch heute noch jeder leisten. Auch die Eintrittspreise in die Wiener Volksoper sind leistbar. Warum eigentlich lässt die Stadt Wien zu, dass ausgerechnet dasjenige Genre, von dem man meinen sollte, es wäre am ehesten für breite Publikumsschichten geeignet, das Musical, die Eintrittspreise in Höhen schraubt und die Preiskategorien in Strukturen packt, die man kategorisch ablehnen sollte, weil sie ans Unanständige grenzen.

Wieso ist es möglich, dass das Wiener Burgtheater mit Preiskategorien wie 1,50 Euro, 3 Euro, 4 Euro, 7 Euro, 10 Euro, 17 Euro, 25 Euro, 32 Euro, 40 Euro und 48 Euro agiert und die VBW mit 10 Euro, 39 Euro, 65 Euro, 89 Euro, 99 Euro und 109 Euro? Dschungel Wien, natürlich zeigt man den Kindern Theater da, und nicht in einem 109 Euro-Tempel. Wobei mittlerweile, das muss man auch sagen, im Dschungel sicher die interessanteren Stücke gespielt werden, für Kinder allemal.

Musical in Wien sollte man derzeit am besten off-VBW genießen, dem Geldbeutel tut es gut, und man kommt auch da in den Genuss von tollen Shows.

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