Martin Bruny am Donnerstag, den
21. Oktober 2004 um 09:47 · gespeichert in Musical

Während “I believe My Heart”, die Titelnummer aus Andrew Lloyd Webbers neuem Musical “The Woman in White”, einen sensationellen Einstieg in die UK-Charts auf Platz 2 hingelegt hat (Video ansehen), muß man auf das Cast-Album noch bis 15. November warten.
Ein paar Highlights hat Lloyd Webber nun für Musicalfans auf der Website der Show zum Download frei gegeben. Zu hören sind Ausschnitte aus den Songs “I Believe in My Heart” gesungen von Jill Paice und Martin Crewes; “All for Laura”, interpretiert von Maria Friedman; “Evermore Without You”, gesungen von Crewes; “If Not for Me For Her”, dargeboten von Friedman; und “You Can’t Get Away with Anything”, interpretiert von Michael Crawford.
Martin Bruny am Mittwoch, den
20. Oktober 2004 um 09:46 · gespeichert in West End, Musical

Was auch immer Hollywoodstar Richard Dreyfuss in Zukunft machen möchte, es wird wohl nicht auf den Brettern einer Musicalbühne stattfinden.
Kürzer Rückblick: Dreyfuss sollte in ein paar Tagen als Leading Man die Europa-Premiere des Mel Brooks-Musicals “The Producers” zum Erfolg steuern. Dann passierten ihm in englischen Talkshows aber Sager wie:
“I can’t (sing or dance). Actually, I sing like a seal and dance like your Uncle Leo at that wedding where he got up and went “ya ya ya”.”
Er riet den Zusehern, sich nicht vor Weihnachten Karten für die Show zu kaufen, da sie noch nicht fertig sei und empfahl sich als Hauptdarsteller mit den Worten:
“Please don’t think that you’re paying to see Richard Dreyfuss sing and dance because you’ll only be pissed off.”
Es kam, wie es kommen musste, der Hollywoodstar “verletzte” sich an der Schulter (andere in seiner Situation brechen sich auch mal so nebenbei den Arm), die Produzenten der “Producers” einigten sich mit ihm auf eine Vertragsauflösung, und während Dreyfuss schon wieder nach Hause Richtung USA fliegt, sinnieren manche wohl noch immer, wie Nina Proll zu ihrer Hauptrolle in “Barbarella” gekommen ist … aber das ist eine andere Geschichte.
Martin Bruny am Sonntag, den
17. Oktober 2004 um 09:44 · gespeichert in Musical, Wien

Lange Zeit musste man sich ziemlich mühsam durch angestaubte Sites zwängen, um an Infos über Veranstaltungen am Konservatorium Wien zu gelangen. Die Zeiten scheinen nun vorbei zu sein. Eine neue Homepage wurde gelauncht, und alles in allem sieht sie sehr gut aus. Zu den Veranstaltungen der einzelnen Institute gelangt man nun mit wenigen Klicks. Ganz nett wäre es aber auch zum Beispiel, wenn jedem Studenten eine Site zur Verfügung gestellt werden würde, um sich selbst vorzustellen. Das wäre nicht nur Werbung für die angehenden Absolventen, sondern auch für das Institut.
Der Jänner 2005 wird für alle Musical-Fans interessant, steht doch die legendäre “THE ROCKY HORROR SHOW” auf dem Programm der Abteilung Musikalisches Unterhaltungstheater. Premiere: 21.01.2005 (Leonie-Rysanek-Saal). Vorstellungen: 22., 24., 25., 26., 27., 28. Jänner 2005.
Regie: Alexandra Frankmann
Besetzung:
Dr. Frank N. Furter (Ein Wissenschaftler): THOMAS UDALRIK/JOACHIM FEICHTINGER
Janet Weiss (Eine Heldin): ELISABETH SIKORA/BIRGIT RADESCHNIG
Brad Majors (Ein Held): LUTZ STANDOP/JONNY KREUTER
Riff Raff (Ein Handlanger): BERNHARD VIKTORIN/JONNY KREUTER
Magenta (Eine Hausangestellte): LISA POLACEK/IRENA FLURY
Columbia (Ein Groupie): NICOLE RADESCHNIG/SANDRA HÖGL
Dr. Everett V. Scott (Ein Wissenschaftler der Gegenseite): ANDREAS KAMMERZELT
Rocky Horror (Eine Schöpfung): VINCENT BUENO/OLIVER GRITSCH
Eddie (Ex-Botenjunge): JAN HUTTER
Der Kriminologe (Ein Experte): ERHARD PAUER
Martin Bruny am Dienstag, den
12. Oktober 2004 um 09:43 · gespeichert in Literatur, Sprache
Man liest, dass dem Papst die Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Elfriede Jelinek ein Dorn im Auge ist. Die vatikanische Tageszeitung “L’Osservatore Romano”, das Sprachrohr des Papstes, bezeichnet Jelinek als Fahnenträgerin des “absoluten Nihilismus”. Ihre Schriftstellerei sei durch die “scharfe Unannehmlichkeit des Obszönen” gekennzeichnet. Die österreichische Schriftstellerin beschreibe eine Frauenwelt “mit Szenen roher Sexualität, die nicht auf die Emanzipierung der Frau vom Erotismus hindeuten, sondern Sex und Pathologie, Macht und Gewalt verbinden”. “Die Vereinigung der Körper, kalt und düster und von Mangel an Kommunikation und von Übergriff gekennzeichnet, führt niemals zu Zartheit, zu einer Würde der Seele, oder der Intentionen”, meinte die Tageszeitung. (siehe ORF.at)
Ganz kurz könnte man darauf antworten, dass nicht das Werk einer Rosamunde Pilcher der Realität am ehesten entspricht, sondern vielmehr das einer Elfriede Jelinek. Man könnte auch meinen, dass all die Szenen “roher Sexualität” eine künstlerische Aufarbeitung von Verbrechen sind, die nicht zuletzt durch kinderschändende Pfarrer begangen werden. Scharf und unangenehm? Ja, Gott sei Dank gibt es solche Literatur. Freilich: eine Seligsprechung erwartet sich Elfriede Jelinek nicht, keine Bange. Sex und Pathologie, Macht und Gewalt von Pfarrern, die Minderjährige mißbrauchen, und ein Mangel an Kommunikation, der dazu führt, dass diese Verbrechen erst Jahrzehnte später ans Tageslicht kommen … wen wundert es da, dass es im Leben dieser Menschen keine Zartheit mehr gibt, dass die Würde ihrer Seelen erstochen vor sich hin blutet …
Martin Bruny am Samstag, den
9. Oktober 2004 um 09:42 · gespeichert in Literatur, Pop, Castingshows

Er ist als absoluter Außenseiter in die zweite Staffel der Castingshow “American Idol” gestartet - völlig unvorteilhaft angezogen, pickelig. Eine Nerd-Brille war das, was am auffälligsten an seinem Gesicht war - was ihn durch die Audition gebracht hat, war nur eines: seine Stimme. Und das hat gereicht. Im Laufe der Show wurde aus Clay Aiken, dem unauffälligen Nerd, ein mehr oder weniger attraktiver Barry Manilow-Klon geformt. Und man könnte fast meinen, dass das den Juroren dann nicht wirklich recht war. Sie waren zwar angetan von seiner Stimme, befanden aber seine Performances als zu “musical”. Und was gibt es schließlich Verachtenswerteres für einen gestandenen Popstar als Musicalsänger. Das wissen wir ja alle spätestens seit der aktuellen Popstars-Staffel, in der Musical mit “unecht” und “Popstar” mit “real” verglichen wurde (was für ein Topfn, aber Lukas Hilbert wird schon davon überzeugt sein :-))
Doch kommen wir zurück zu Clay Aiken. In einem spannenden Run kämpfte er sich bis ins Finale von American Idol, wo er schließlich, unter reichlich dubiosen Umständen (angeblicher Ausfall von Telefonvotinganlagen), Ruben Studdard unterlag.
Mittlerweile sind fast zwei Jahre ins Land gezogen, und der “Verlierer” Clay Aiken kann nicht nur auf ein Nr.-1-Album in den USA verweisen, sondern auch auf diverse Nr.1-Singles sowie auf eine loyale und stetig wachsende Fangemeinschaft.
Am 16. November wird die junge Karriere von Aiken um eine Facette reicher, wird doch an diesem Tag sein erstes Buch “Learning to Sing: Hearing the Music in Your Life” zeitgleich mit seiner ersten Christmas CD ausgeliefert.
Martin Bruny am Donnerstag, den
7. Oktober 2004 um 09:41 · gespeichert in Literatur
Der Nobelpreis in Literatur des Jahres 2004 wird der österreichischen Schriftstellerin Elfriede Jelinek verliehen “für den musikalischen Fluß von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen”.
Die Schwedische Akademie
[Interview mit Elfriede Jelinek]
Martin Bruny am Montag, den
4. Oktober 2004 um 09:40 · gespeichert in Pop

Die Zeiten sind vorbei, da man einen Entertainer wie Udo Jürgens als Schlagerfuzzi abtun konnte. Dieser Tage hat der Vollblutperformer, der im Laufe seiner Karriere bis dato mehr als 100 Millionen Tonträger unter die Leute gebracht hat, seinen 70. Geburtstag gefeiert. Im Rahmen einer TV-Geburtstags-Gala gratulierten unter anderem Xavier Naidoo & die Söhne Mannheims, Helge Schneider, “The Rat Pack” … und Ben, der mit seiner Interpretation des Udo-Jürgens-Songs “Ich bin dafür” die Performance des Tages ablieferte.
Ich bin übrigens dafür, dass diese Version als Single auf den Markt kommt. Es wäre nicht ausgeschlossen, dass Ben damit wieder mal in die Charts kommen könnte.
ICH BIN DAFÜR (Udo Jürgens)
Wenn du dran glaubst, die Welt kann ein Zuhaus sein,
für Schwarz und Weiß, für Mann und Kind und Frau.
Und wenn du meinst, wir sollten für sie kämpfen,
für jede Blume, jeden Tropfen Tau.
Und wenn du meinst, wir sollten Brücken schlagen,
aus Sympathien zwischen dir und mir.
Und was wir denken, sollten wir auch sagen!
Dann zähl’ auf mich,
ich bin dafür.
Ich bin dafür, dass wir die Kinder lieben
und ihnen zeigen, wie man Liebe schenkt;
statt in der Schule ihnen schon zu sagen:
“Pass’ auf, dein Nachbar ist ein Konkurrent.”
Ich bin dafür, dass statt der Automaten
erst mal die Menschen Arbeit finden hier.
Und dass man Brot erzeugt, statt Handgranaten.
Ich bin dafür.
Ich bin dafür.
Ich bin dafür, dass Widerspruch erlaubt ist,
ich halte ihn sogar für eine Pflicht.
Und dass die Jungen eig’ne Wege gehen,
ob das den Alten recht ist oder nicht.
Und wenn wir dann die Zukunft noch so planen,
dass jeder Baum und Bach und jedes Tier,
uns mehr am Herzen liegt als Autobahnen,
bin ich dafür.
Ich bin dafür.
Und sagt mir einer, ich sei ein Träumer,
ein Spinner, das mag sein.
Jedoch ich träume mit dir und andern,
ich träume und ich spinne nicht allein
Ich bin dafür, dass nicht einmal ein Kind mehr
auch nur im Spiel mit Plastikpanzern schießt.
Und dass wir alle Waffen dort versenken,
da wo das Meer am tiefsten ist.
Ich bin dafür, dass wir als Menschen leben
und nicht als stummes, braves Herdentier,
dass wir nicht kriechen, dass wir uns erheben.
Ich bin dafür.
Ich bin dafür.
Ich bin dafür, dafür zu sein für alles,
was nicht Gewalt ist, Bosheit oder Gier.
Und wenn es Lehrgeld kostet, ich bezahl’ es.
Ich bin dafür.
Ich bin dafür.
Martin Bruny am Samstag, den
2. Oktober 2004 um 09:39 · gespeichert in Musical, Tonträger
Ghostlight Records wird demnächst eine ganz besondere HAIR-Cast-CD veröffentlichen. Am 1. Oktober versammelten sich die Leading Ladies & Men der US-Musicalbranche in einem Tonstudio, um das vielversprechende Projekt zu verwirklichen. Folgende Damen und Herren werden auf der CD zu hören sein:
Shoshana Bean (I Believe In Love), Laura Benanti (Initials), Kathy Brier (Black Boys); Gavin Creel (Going Down); Darius de Haas (What A Piece of Work Is Man); Lea de Laria (Donna); Raul Esparza (Hair); Ana Gasteyer (Dead End); Annie Golden (Frank Mills); Ann Harada (Black Boys); Jennifer Hudson (Easy To Be Hard); Ledisi (White Boys); Norm Lewis (Let The Sunshine In); Brandi Chavonne Massey (White Boys); Euan Morton (Manchester, England); Julia Murney (Where Do I Go?); Orfeh (Black Boys); Adam Pascal (I Got Life); Billy Porter (Abie Baby); Jai Rodriguez (Sodomy); RuPaul (My Conviction); Christopher Sieber (Don’t Put It Down); Shayna Steele (White Boys); John Tartaglia (Don’t Put It Down); Toxic Audio (Electric Blues); Lilias White (Aquarius); auch zu hören sind Harris Doran als Claude sowie ein 20köpfiger Chor.
Martin Bruny am Samstag, den
25. September 2004 um 09:37 · gespeichert in Skurriles
Berichte von bösen Verrissen einiger Konzerte der Wiener Philharmoniker haben in den letzten Monaten die Runde gemacht. Man beschwerte sich über den unsauberen Klang des sonst so einzigartigen Klangkörpers, man zog sogar in Zweifel, das so weltberühmte Orchester tatsächlich live erlebt zu haben. Und, so unglaublich es klingt, die ärgsten Vermutungen sind wahr. Wer Eintrittskarten für Vorstellungen mit den Wiener Philharmonikern kauft, darf wahrlich nicht sicher sein, auch tatsächlich nur Wiener Philharmoniker zu hören. Ist es doch Sitte unter den hochgelobten und hochbezahlten Musikern geworden, sich Musikdoubles zu leisten, die sie im Orchestergraben vertreten, sogenannte Privatsubstitute, auch Ersatzinstrumentalisten genannt. Überspitzt formuliert geht das Ganze so vor sich: Hat ein Wiener Philharmoniker mal keinen Bock darauf, eine Vorstellung zu spielen, sagen wir mal, weil er mit einem lukrativen Auftritt mit einer anderen Orchesterformation wesentlich mehr verdient an einem Abend, ruft er einen, sagen wir mal Musikstudenten an, der für eine gewisse Summe, sagen wir mal 200 Euro pro Vorstellung, seinen Platz im Orchestergraben einnimmt.
Schön und gut, wenn das ein Mitglied des Orchesters macht, was aber, wenn mehrere auf die glorreiche Idee verfallen, nicht zu spielen, was, wenn das Orchester zunehmend aus sicher nicht unbegabten Studenten, aber eben nicht aus Mitgliedern eines weltberühmten Klangkörpers besteht. Nun, dann leidet eben der Ruf, dann sinkt die Reputation. Wir werden ja sehen, wie und ob Staatsoperndirektor Holender sicherstellen kann, daß im Haus am Ring wieder mehr auf sauberen Klang und Qualität Wert gelegt wird.
Martin Bruny am Mittwoch, den
15. September 2004 um 09:36 · gespeichert in Literatur, Sprache
Wir leben in einer Zeit der Literatur-Koffer – in Deutschland sagt man etwas stilsicherer Kanon dazu, lässt Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki eine von ihm jederzeit erklärbare und fundierte Auswahl treffen, in Österreich plant man etwas plump einen Austrokoffer, wobei die Art des Herangehens an dieses Projekt eher etwas Vollkofferartiges an sich hat. Literatur, das sollte sich vielleicht mal bei Verlagen herumsprechen, verkauft man nicht wie Schweineschmalz oder Ochsenschlepp. 5 Kilo Literatur, darfs ein bisserl mehr sein? Österreichische Literatur mit lächerlichen Slogans wie:
… das kleine Österreich ist eine kulturelle Großmacht, der »Austrokoffer« enthält 18 Bände, 5000 Seiten, 130 Autoren …
anzupreisen, wirkt vulgär und marktschreierisch, in etwa so billig wie die Kinderwebsite, die zu Promotionzwecken erstellt wurde und bunt bis zum Exzess vor sich hinstrahlt. Gänzlich zur Farce wird das Projekt »austrokoffer« durch eine Anmerkung auf der »offiziellen Website«, die sich wie folgt liest:
Nieder mit der Schlechtschreibreform! Die Texte des Austrokoffers werden sämtlich in der »alten« Rechtschreibung publiziert. Der Austrokoffer und alle Kulturmenschen sind gegen die Schlechtschreibreform.
Erstens gibt es Autoren, die sich sehr wohl der neuen Rechtschreibung bedienen, doch selbst wenn dem nicht so wäre, der Argumentationsstil, der hier benutzt wird, ist einfach nur abstoßend. Kulturmenschen, wenn man diesen schrecklichen Begriff wirklich verwenden will, definieren sich ganz bestimmt nicht über die Rechtschreibung, und mit Sicherheit haben sie keinen »Austrokoffer« nötig. »Kulturmenschen« kennen vermutlich die bedeutendsten Werke der österreichischen Literatur bereits und erfreuen sich wohl eher an Hardcover-Originalausgaben, als billige Paperback-Agglomerate zu erstehen.
Aber nun schnell weg von diesem Unwort. Was ist denn die Hauptzielgruppe des Ueberreuter-Verlags? Sind es eventuell junge Menschen, die um wenig Geld »viel Literatur« erstehen wollen? Ist es nicht auch schon jene Generation, die in der Schule zu der neuen Rechtschreibung frönenden »Nicht-Kulturmenschen« erzogen wurde. Wie dreist, einer ganzen Generation Kultur abzusprechen. Und wie lächerlich.
« zurueck ·
vor »